Salvinis Reaktion: „Sie regen sich auf, weil ich an unsere christlichen Wurzeln erinnere“

Schlagabtausch vor den EU-Wahlen

Italiens Innenminister Matteo Salvini ist die Hauptzielscheibe der Kritik von Santa Marta, wegen seines Widerstandes gegen die Politik der offenen Grenzen.

(Rom) Ita­li­ens Innen­mi­ni­ster Matteo Sal­vi­ni reagier­te inzwi­schen auf die Kri­tik von Kir­chen­ver­tre­ten, die Papst Fran­zis­kus nahe­ste­hen, weil er bei der Groß­kund­ge­bung ver­gan­ge­ne Woche in Mai­land das Unbe­fleck­te Herz Mari­ens erwähn­te.

„Wir ver­trau­en auf Frau­en und Män­ner guten Wil­lens. Wir ver­trau­en uns den sechs Schutz­pa­tro­nen Euro­pas an: dem Hei­li­gen Bene­dikt von Nur­sia, der Hei­li­gen Bir­git­ta von Schwe­den, der Hei­li­gen Katha­ri­na von Sie­na, den Hei­li­gen Kyrill und Metho­di­us und der Hei­li­gen Tere­sia Bene­dic­ta vom Kreuz. Wir ver­trau­en uns ihnen an. Wir ver­trau­en ihnen das Schick­sal und die Zukunft Euro­pas und den Frie­den und das Wohl­erge­hen unse­rer Völ­ker an.“

Das sag­te der Vor­sit­zen­de der Lega und ita­lie­ni­sche Innen­mi­ni­ster zum Abschluß der Groß­kund­ge­bung für die bevor­ste­hen­den EU-Wah­len am ver­gan­ge­nen Sams­tag, den 18. Mai auf dem Dom­platz in Mai­land. Dazu hat­te er auch sei­ne euro­päi­schen Ver­bün­de­ten ein­ge­la­den, dar­un­ter die AfD und die FPÖ.

Er erhob dann einen Rosen­kranz, den er küß­te, und in Anspie­lung auf die Schlacht von Lepan­to und Fati­ma sag­te:

„Das Unbe­fleck­te Herz Mari­ens bringt uns den Sieg. Denn die­ses Ita­li­en, die­ser Platz, die­ses Euro­pa sind Sym­bo­le von Müt­tern und Vätern, Män­nern und Frau­en, die mit einem Lächeln, mit Beherzt­heit und mit Ent­schlos­sen­heit das fried­li­che Zusam­men­le­ben wol­len: Sie respek­tie­ren, sie wol­len aber auch respek­tiert wer­den.“

Dar­auf grif­fen neben Bischof Dome­ni­co Moga­vero auch ande­re kirch­li­che Krei­se, die Papst Fran­zis­kus nahe­ste­hen, den Innen­mi­ni­ster an. Ihm wur­de eine „Instru­men­ta­li­sie­rung christ­li­cher Sym­bo­le“ vor­ge­wor­fen und sein Glau­ben in Abre­de gestellt. Dabei taten sich vor allem die katho­li­sche Wochen­zei­tung Famiglia Cri­stia­na und mit dem Jesui­ten Anto­nio Spa­daro auch einer der eng­sten Papst-Ver­trau­ten her­vor. Auch dem Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Paro­lin soll der Rück­griff auf das christ­li­che Erbe Euro­pas miß­fal­len haben. War­um? Er erfolg­te von der poli­tisch „fal­schen“ Sei­te. Des­we­gen wer­den Kir­chen­ver­tre­ter plötz­lich selbst zu Ver­fech­tern einer Ver­ban­nung der Reli­gi­on aus dem öffent­li­chen Raum. Das reli­giö­se Bekennt­nis stört offen­sicht­lich nicht nur Athe­isten.

Spa­dar­os Kri­tik auf Twit­ter

Die Poli­ti­sie­rung der Kir­che wur­de in den ver­gan­ge­nen Jah­ren so weit vor­an­ge­trie­ben, daß offen­bar nicht mehr die Wor­te und Taten an sich gewo­gen und gemes­sen wer­den, son­dern nur mehr wer sie sagt oder tut.

Sal­vi­ni erwi­der­te auf Twit­ter:

„Ich stel­le mei­nen Glau­ben durch mei­ne Arbeit unter Beweis.“

Etwas spä­ter füg­te er noch hin­zu:

„Sie regen sich auf, weil ich vom Unbe­fleck­ten Her­zen Mari­ens spre­che und an unse­re christ­li­chen Wur­zeln erin­ne­re… aber den Frau­en Bur­ka anzie­hen, ist OK… #Sonn­ta­g­Le­ga­Wäh­len“.

Text: Andre­as Becker
Bild: Twit­ter (Screen­shots)

4 Kommentare

  1. Dan­ke an Innen­mi­ni­ster Sal­vi­ni, wenn auch der Papst dies tun wür­de, kämen wir dem Wunsch der Got­tes­mut­ter in Fati­ma näher.Dann wür­de auch er, der Papst, sei­nen Glau­ben unter Beweis stel­len. Ich fra­ge mich, wel­ches Bekennt­nis wol­len die Zweif­ler in der Kir­che noch mehr?

  2. Es ist scha­de, dass heu­te Poli­ti­ker wei­ten Krei­sen der katho­li­schen Kir­che sagen müs­sen auf wel­che Wur­zeln und Hil­fen sich die katho­li­sche Kir­che, beson­ders hier in Euro­pa, schnell­stens wie­der besin­nen soll­te.

  3. Sal­vi­ni bringt die Ver­rä­ter des christ­li­chen Glau­bens zur Weiß­glut. So her­um wird es ein Schuh. Bra­vo Sal­vi­ni!

  4. Die Wor­te Sal­vi­nis sind geist­rei­cher als die übli­chen Wort­mel­dun­gen von Papst Fran­zis­kus. Heinz-Chri­sti­an Stra­che wur­de, als er das Kreuz als Sym­bol der euro­päi­schen Identität(er wur­de ca 2008 nach­träg­lich gefirmt) in der Öffent­lich­keit hoch­hielt, vor­ge­wor­fen er wür­de christ­li­che Sym­bo­le für Poli­tik miss­brau­chen.
    Wenn sich das schon die Feig­lings-Bischö­fe nicht trau­en, soll­te man wenig­stens Poli­ti­ker in Ruhe las­sen, die ihrer Pflicht als Christ nach­kom­men.
    Wie ver­lo­gen der gan­ze Vati­kan gewor­den ist, da spricht ein im Volk belieb­ter Poli­ti­ker Wor­te, die voll dem katho­li­schen Glau­ben ent­spre­chen, und er wird noch dafür gerügt, weil sie nur Lin­ke, und kei­ne Rech­ten wol­len. Ver­rückt.

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