Die ideologisierte Krippe 2.0

Alberto Mellonis Mauerbau



Die Krippe 2018 nach dem Geschmack von Alberto Melloni (Schule von Bologna), die ein uneingeschränktes „Recht auf Migration“ fordert.
Die Krippe 2018 nach dem Geschmack von Alberto Melloni (Schule von Bologna), die ein uneingeschränktes „Recht auf Migration“ fordert.

(Rom) Der Historiker Alberto Melloni hat Vorschläge für die ideologisierte, postchristliche „Krippe“ vorgelegt.

Alberto Mellonis politisierte Krippe.
Alberto Mellonis politisierte Krippe.

Melloni ist Leiter der progressiven „Schule von Bologna“ und selbsternannter Einflüsterer von Papst Franziskus. Diesem teilt er über Zeitungskolumnen, bevorzugt auf den Seiten der Tageszeitung La Repubblica, seine Ratschläge mit und vermittelt gegenüber anderen nicht ungern den Eindruck, „im Namen“ des Papstes zu sprechen.

Die linksliberale La Repubblica ist die einzige Tageszeitung, die Papst Franziskus laut eigenem Bekunden regelmäßig liest.

Auf Twitter verschickte Melloni am 29. November seinen Vorschlag für die „Krippe“ der Zukunft. Das Bild zeigt eine faktisch unsichtbare, weil zugemauerte Krippe. Auf die Mauer wurde die Parole gespürt: „Wenn du eine Mauer errichtest, denk an das, was du draußen läßt“. Dazu twitterte der Historiker: „Ein Krippenvorschlag 2018. Das ist die Tafel“, also das Schwarze Brett, auf das man schreiben kann.

Die Botschaft ist politisch korrekt. Im Detail kann man sie vielfältig lesen, etwa als Unterstützung für den UN-Migrationspakt ebenso wie für die „Willkommenskultur“ von 2015. Nicht zuletzt attackiert sie die derzeitige italienische Regierung und ihre Einwanderungspolitik. Wer ein beliebiges Migrationsrecht ohne Rücksicht auf die Gesetze und Vorstellungen anderer Länder ablehnt, wird als „Mauerbauer“ an den Pranger gestellt. In europäischen Köpfen erinnert die Anspielung an die Berliner Mauer.

Ein Leser reagierte mit Kritik an Mellonis Vorschlag. In zwei Tweets schrieb Luca Gentili:

„Das Problem der Welt von heute ist genau das: Man sucht mit einer Geste des Protestes das Staunen, anstatt den Retter in seinem so erstaunlichen und stillen Kommen zu begrüßen. Mauer gegen Mauer statt von Herz zu Herz.
Was Sakralität besitzt braucht keine ideologische Interpretation. Mir scheint, daß Alberto Melloni auch dieses Mal wieder die Idee der Kontemplation vorzieht. Weihnachten ist mehr als alle noch so berechtigten Forderungen.“

Derzeit engagiert sich Melloni und seine „Schule von Bologna“ besonders intensiv für die Abschaffung des priesterlichen Zölibats. Mit Blick auf die seit 2014 stattfindenden Vorbereitungen für die Amazonassynode, die von Papst Franziskus für Oktober 2019 einberufen wurde, verkündete Melloni im April 2017 das Ende des zölibatären Priestertums.

Bis zum Pontifikat von Papst Benedikt XVI. hielt die progressive „Schule von Bologna“ ein Deutungsmonopol für die historische Bedeutung des Zweiten Vatikanischen Konzils, das sie als Bruch mit der Zeit vor dem Konzil interpretiert und gutheißt. Die „Schule“ sieht sich als Wächter dieses Bruches, damit es „kein Zurück in vorkonziliare Zeiten“ gibt.

Seit dem Herbst 2016 hält Melloni und sein Kreis bereits den „idealen“ Nachfolger von Papst Franziskus bereit und wirbt für die Wahl von Kardinal Luis Antonio Tagle, den Erzbischof von Manila.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Twitter (Screenshot)

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