Zölibat effizientester Weg, um die Säkularisierung zu überwinden

Zölibat
Zölibat Frage der evangelischen Radikalität

(Vati­kan) Ziel­stre­big läßt Papst Fran­zis­kus für Okto­ber 2019 die Ama­zo­nas­syn­ode vor­be­rei­ten. Ende Juni gab selbst Kar­di­nal Ger­hard Mül­ler, bis Juni 2017 Prä­fekt der römi­schen Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on zu, daß von den „Trend­set­tern der Moder­ne“ eine Abschaf­fung des prie­ster­li­chen Zöli­bats ver­sucht wer­de, um doch noch eine kirch­li­che Alt-68er-For­de­rung umzu­set­zen.

Kar­di­nal Mau­ro Pia­cen­za, unter Papst Bene­dikt XVI. Prä­fekt der Kle­rus­kon­gre­ga­ti­on der katho­li­schen Kir­che, ver­öf­fent­lich­te in der Aus­ga­be vom 22. März 2011 im Osser­va­to­re Roma­no eine Posi­ti­ons­be­stim­mung zur schon damals vor allem im deut­schen Sprach­raum ange­fach­ten Zöli­bats­dis­kus­si­on. Wobei der Aus­druck „Dis­kus­si­on“ bei den Pro­mo­to­ren der peri­odisch wie­der­keh­ren­den Debat­te als „in Fra­ge stel­len“ gele­sen wer­den muß. Kar­di­nal Pia­cen­za erteil­te den Kri­ti­kern des Zöli­bats eine deut­li­che Ant­wort.

Pia­cen­za war nach dem Deba­kel von Kar­di­nal Clau­dio Hum­mes von Papst Bene­dikt XVI. an die Spit­ze der Kle­rus­kon­gre­ga­ti­on beru­fen wor­den. Hum­mes, ein per­sön­li­cher Freund von Papst Fran­zis­kus, ist heu­te neben dem öster­rei­chi­schen Mis­si­ons­bi­schof Erwin Kräut­ler einer der bei­den Haupt­ak­teu­re, die im päpst­li­chen Auf­trag die Ama­zo­nas­syn­ode vor­be­rei­ten. Sowohl Hum­mes als auch Kräut­ler sind über­zeug­te Geg­ner des prie­ster­li­chen Zöli­bats und spra­chen sich in der Ver­gan­gen­heit bereits für die Zulas­sung ver­hei­ra­te­ter Män­ner zum Prie­ster­tum und für das Frau­en­prie­ster­tum aus.

Pia­cenz­as Ant­wort fiel in der Außen­wahr­neh­mung zudem deut­lich anders aus, als jene des Wie­ner Erz­bi­schofs, Chri­stoph Kar­di­nal Schön­born, die am sel­ben Tag ambi­va­len­te Schlag­zei­len zur Fol­ge hat­te wie: „Schön­born will ‚offen‘ über Zöli­bat debat­tie­ren“ (Der Stan­dard), „Schön­born für ‚offe­ne Debat­te‘ über Zöli­bat“ (ORF).

Der Bei­trag Kar­di­nal Pia­cenz­as von 2011 ist auch 2018 und mit Blick auf die Ama­zo­nas­syn­ode von Bedeu­tung:

Der Zölibat, eine Frage evangelischer Radikalität

Ein vor­kon­zi­lia­res Relikt und „nur“ ein Gesetz der Kir­che. Das sind letzt­lich die wich­tig­sten und auch schäd­lich­sten Kri­tik­punk­te, die in der peri­odisch sich neu ent­fa­chen­den Debat­te über den prie­ster­li­chen Zöli­bat immer wie­der auf­tau­chen. Doch nichts davon hat ein rea­les Fun­da­ment, weder wenn man die Doku­men­te des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils noch das päpst­li­che Lehr­amt betrach­tet. Der Zöli­bat ist eine Gabe des Herrn, die der Prie­ster aus frei­en Stücken beru­fen ist anzu­neh­men und in Fül­le zu leben.

Prüft man die Doku­men­te, fällt vor allem die radi­ka­le Kon­ti­nui­tät auf zwi­schen dem Lehr­amt vor dem Kon­zil und nach dem Kon­zil. Wenn auch teil­wei­se mit unter­schied­li­chen Akzen­ten, stimmt das päpst­li­che Lehr­amt der letz­ten Jahr­zehn­te von Pius XI. bis Bene­dikt XVI. dar­in völ­lig über­ein, wor­auf der Zöli­bat grün­det, näm­lich auf der theo­lo­gi­schen Rea­li­tät des sakra­men­ta­len Prie­ster­tums, auf der onto­lo­gi­schen und sakra­men­ta­len Kon­fi­gu­ra­ti­on (in den Herrn), am Teil­ha­ben an Sei­nem ein­zi­gen Prie­ster­tum und der dar­in impli­zier­ten Imi­ta­tio Chri­sti.

Nur eine nicht kor­rek­te Her­me­neu­tik der Kon­zils­tex­te, ange­fan­gen von Pres­by­terorum ordi­nis, könn­te also dazu füh­ren, im Zöli­bat ein Relikt der Ver­gan­gen­heit zu sehen, von dem man sich befrei­en müs­se. Abge­se­hen davon, daß eine sol­che Posi­ti­on histo­risch, theo­lo­gisch und dok­tri­nal falsch ist, ist sie zudem auch geist­lich, pasto­ral und mit Blick auf die Mis­si­on und die Beru­fun­gen schäd­lich.

Im Licht des päpst­li­chen Lehr­am­tes gilt es auch jene, in bestimm­ten Krei­sen weit­ver­brei­te­te Redu­zie­rung des Zöli­bats auf ein rei­nes Gesetz der Kir­che zu über­win­den. Er ist ledig­lich des­halb Gesetz, weil er eine dem Prie­ster­tum und der Kon­fi­gu­ra­ti­on in Chri­stus imma­nen­te Not­wen­dig­keit ist, die das Wei­he­sa­kra­ment prägt. In die­sem Sinn muß die For­mung und Ein­übung des Zöli­bats, abge­se­hen von allen ande­ren mensch­li­chen und geist­li­chen Aspek­ten, eine soli­de dok­tri­na­le Dimen­si­on mit­ein­schlie­ßen, da man nicht in einer Form leben kann, deren Sinn man nicht begreift.

Die peri­odisch im Lauf der Jahr­hun­der­te immer wie­der auf­flackern­de Debat­te über den Zöli­bat för­dert jeden­falls sicher­lich nicht die Gelas­sen­heit der jun­gen Genera­tio­nen, einen so ent­schei­den­den Fak­tor des prie­ster­li­chen Lebens zu ver­ste­hen.

Der Zölibat als kostbares Geschenk Gottes an seine Kirche und als Zeichen des Reiches, das nicht von dieser Welt ist

Johan­nes Paul II. erklär­te in Pasto­res dabo vobis (29), in dem er die Ent­schei­dung der syn­oda­len Ver­samm­lung zusam­men­faß­te: „Die Syn­ode will bei nie­man­dem den gering­sten Zwei­fel an der festen Ent­schlos­sen­heit der Kir­che auf­kom­men las­sen, an dem Gesetz fest­zu­hal­ten, das den zur Prie­ster­wei­he nach dem latei­ni­schen Ritus aus­er­se­he­nen Kan­di­da­ten den frei gewähl­ten stän­di­gen Zöli­bat auf­er­legt. Die Syn­ode drängt dar­auf, daß der Zöli­bat in sei­nem vol­len bibli­schen, theo­lo­gi­schen und spi­ri­tu­el­len Reich­tum dar­ge­stellt und erläu­tert wird, näm­lich als kost­ba­res Geschenk Got­tes an sei­ne Kir­che und als Zei­chen des Rei­ches, das nicht von die­ser Welt ist, Zei­chen der Lie­be Got­tes zu die­ser Welt sowie der unge­teil­ten Lie­be des Prie­sters zu Gott und zum Volk Got­tes.“

Der Zöli­bat ist eine Fra­ge der evan­ge­li­schen Radi­ka­li­tät. Armut, Keusch­heit und Gehor­sam sind nicht Räte, die exklu­siv Men­schen geweih­ten Lebens vor­be­hal­ten sind. Sie sind Tugen­den, die mit inten­si­ver mis­sio­na­ri­scher Lei­den­schaft zu leben sind. Wir kön­nen nicht das Niveau der Aus­bil­dung und damit, de fac­to, des Glau­bens­an­ge­bots redu­zie­ren.

Wir kön­nen das hei­li­ge Volk Got­tes nicht ent­täu­schen, das sich hei­li­ge Hir­ten erwar­tet, wie den Kura­ten von Ars. Wir müs­sen in der Nach­fol­ge Chri­sti ver­wur­zelt sein, ohne den Rück­gang der Prie­ster­zah­len zu fürch­ten. Denn in Wirk­lich­keit sinkt die­se Zahl, wenn sich die Tem­pe­ra­tur des Glau­bens senkt, weil die Beru­fun­gen eine gött­li­che „Ange­le­gen­heit“ sind und nicht eine mensch­li­che. Sie fol­gen der gött­li­chen Logik, die in den mensch­li­chen Augen eine Tor­heit ist.

Mir ist natür­lich bewußt, daß es in einer säku­la­ri­sier­ten Welt immer schwie­ri­ger ist, die Sinn­haf­tig­keit des Zöli­bats zu begrei­fen. Wir müs­sen aber als Kir­che den Mut haben, uns zu fra­gen, ob wir vor die­ser Situa­ti­on resi­gnie­ren wol­len und damit die fort­schrei­ten­de Säku­la­ri­sie­rung der Gesell­schaf­ten und Kul­tu­ren als unab­wend­bar akzep­tie­ren, oder ob wir bereit sind zu einer grund­le­gen­den und rea­len Neue­van­ge­li­sie­rung, im Dienst des Evan­ge­li­ums und daher der Wahr­heit über den Men­schen.

Ich bin in die­sem Sin­ne der Ansicht, daß die begrün­de­te Unter­stüt­zung des Zöli­bats und sei­ne ihm ange­mes­se­ne Auf­wer­tung in der Kir­che und der Welt einen der effi­zi­en­te­sten Wege dar­stel­len kann, um die Säku­la­ri­sie­rung zu über­win­den. Die theo­lo­gi­sche Wur­zel des Zöli­bats ist daher in der neu­en Iden­ti­tät zu suchen, die jenem geschenkt wird, der durch das Wei­he­sa­kra­ment geprägt ist.

Nicht von jenen einschüchtern lassen, die den Zölibat nicht verstehen und die die kirchliche Disziplin ändern möchten

Die Zen­tra­li­tät der onto­lo­gi­schen und sakra­men­ta­len Dimen­si­on und die dar­aus fol­gen­de struk­tu­rel­le eucha­ri­sti­sche Dimen­si­on des Prie­ster­tums reprä­sen­tie­ren die Berei­che von Ver­ständ­nis, Ent­wick­lung und grund­le­gen­de Treue zum Zöli­bat.

Die Fra­ge betrifft also die Qua­li­tät des Glau­bens. Eine Gemein­schaft, die kei­ne beson­de­re Wert­schät­zung für den Zöli­bat hät­te, wel­che Erwar­tung des Rei­ches oder wel­che eucha­ri­sti­sche Span­nung könn­te sie leben?

Wir dür­fen uns also nicht von jenen bedin­gen oder ein­schüch­tern las­sen, die den Zöli­bat nicht ver­ste­hen und die die kirch­li­che Dis­zi­plin ändern oder jeden­falls einen Spalt auf­rei­ßen möch­ten. Ganz im Gegen­teil, wir müs­sen das begrün­de­te Bewußt­sein wie­der­ge­win­nen, daß unser Zöli­bat die Men­ta­li­tät der Welt her­aus­for­dert, indem er deren Säku­la­ri­tät und deren Agno­sti­zis­mus in Kri­se bringt und indem er durch die Jahr­hun­der­te immer neu ruft, daß es Gott gibt und Er prä­sent ist.

Mau­ro Kar­di­nal Pia­cen­za +
Prä­fekt der Kon­gre­ga­ti­on für den Kle­rus

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Jaocampoz/Pixabay

1 Kommentar

  1. „Mir ist natür­lich bewußt, daß es in einer säku­la­ri­sier­ten Welt immer schwie­ri­ger ist, die Sinn­haf­tig­keit des Zöli­bats zu begrei­fen.“

    Ja, dass ist rich­tig. Die Sinn­haf­tig­keit des Zöli­bats kann auch nur ver­stan­den wer­den im Rah­men der Ganz­hin­ga­be. Er ist ein­ge­bet­tet in das Leben der Gna­de und wird geschützt durch Gehor­sam und Armut, das täg­li­che Mess­op­fer, die Gebe­te der Prie­ster.

    Ein Prie­ster muss jemand sein, der immer betet. Es ist Prie­ster in Jesus Chri­stus und er ver­kör­pert den­sel­ben.

    Der Zöli­bat ist eine heroi­sche Tugend. Er ist nur schwer zu leben; und wenn er nicht aus dem Feu­er Got­tes sel­ber resul­tiert, der vom Glau­ben und durch die kon­kre­te Tat ange­facht wird, ist er nicht leb­bar. Er braucht den Schutz des Glau­bens­dog­mas.

    Er ist eine Fol­ge geleb­ter Spi­ri­tua­li­tät (Spi­ri­tua­li­tät und Dog­ma sind eins) und kommt aus der Gemein­schaft mit Gott. Er kommt nicht aus der Gemein­schaft oder Freund­schaft zu den Men­schen, son­dern aus­schließ­lich aus dem, was im ortho­do­xen Glau­ben „Durch­got­tung“ genannt wird; wir wür­den im west­li­chen Chri­sten­tum sagen „durch die Hei­li­gung des Prie­sters“.

    Dar­über hat u.a. Roger Schütz geschrie­ben. Ehr­li­cher­wei­se wird jeder Kle­ri­ker beken­nen, dass geist­li­ches Leben im Zöli­bat ein Leben auf Mes­sers Schnei­de ist. Und gera­de dar­um braucht es eine Erneue­rung der Spi­ri­tua­li­tät in der Aus­bil­dung der Prie­ster und ein Hin­über zum Alten lit­ur­gi­schen Mess­ri­tus, weg vom ver­welt­lich­ten NO.

    Gera­de so, wie prie­ster­li­ches Leben heu­te orga­ni­siert ist, ist der Zöli­bat tat­säch­lich nicht leb­bar, ins­besnde­re dann, wenn die Dox­olo­gie der Kir­che ver­armt und nicht mehr von dem gei­sti­gen Kampf unse­res Lebens spricht:

    - Engel und Dämo­nen kämp­fen um unse­re See­len.
    — Ster­ben wir in einer Tod­sün­de, ohne vor­her zu bereu­en, haben wir dem Teu­fel Rech­te über uns ein­ge­räumt und
    — er wird uns vor Got­tes Thron ankla­gen.

    Im Geron­ti­kon der Wüsten­vä­ter lesen wir unter der Rubrik ‚Unzucht‘ bei­spiel­haf­te Fäl­le von gott­ge­weih­ten Men­schen, die im Zöli­bat leben und um ihre inne­re Ord­nung (Keusch­heit) kämp­fen. Oft unter­lie­gen sie selbst noch nach Jah­ren streng­ster Aske­se, indem sie mit der ‚Welt‘ in Kon­takt kom­men. Oft treibt es die Väter her­aus aus der Wüste in die Städ­te, bren­nend vor Lei­den­schaft, um sich ‚dem Dämon der Unzucht‘ hin­zu­ge­ben.

    Suchen sie aber Hil­fe bei erfah­re­nen Alt­vä­tern, leh­ren die­se sie: je mehr man sich ent­hält, umso mehr wird man zunächst ange­foch­ten.

    Doch die Frucht des Kamp­fes, die ‚Gei­ster­fül­lung‘ kommt durch das gedul­di­ge Aus­har­ren. Die wei­sen Väter schick­ten die ange­foch­te­nen Mön­che zur Abküh­lung und Erleich­te­rung nicht in die Dör­fer und Städ­te, son­dern zur Über­win­dung ihrer Lei­den­schaft unter der Auf­la­ge eines 40 tägi­gen Fastens tief in die Wüste. Also von der Zel­le in ie Wüste, d.h. vom Kampf in den ver­schärf­ten Kampf.

    Unter Fasten und Beten erkann­ten sie, dass die Unzucht, die aus der Lei­den­schaft kommt, gewirkt wird von Dämo­nen. Wenn sie die Feu­er­pro­ben bestan­den hat­ten und spre­chen konn­ten „lie­ber ster­ben als sün­di­gen“ (Domi­ni­kus Savio), nahm Gott die Ver­su­chung von ihnen. Sie waren durch die Gna­de befreit. Die Gna­de aber kommt durch den Kampf. Das war der gan­ze Sinn des abend­län­di­schen Mönchs­tums: sich durch den Kampf zu läu­tern, um die Wür­de der Gna­de zu erlan­gen. („Mache dich wür­dig zu emp­fan­gen.“ P. Pio)

    Der Zustand der Kir­che heu­te offen­bart eine ganz ande­re Rea­li­tät und Spi­ri­tua­li­tät. Eugen Dre­ver­mann hat in sei­nem schänd­li­chen Werk ‚Kle­ri­ker‘ die Zustän­de im Kle­rus schon 1990 offen gelegt; nur dass er eben aus die­ser Bestands­auf­nah­me die fal­schen Schlüs­se zog, indem er tie­fen­psy­cho­lo­gisch moti­viert indi­rekt für eine Auf­he­bung des Zöli­bats, die Prie­ster­ehe und für die Homo­se­xua­li­tät sprach. Man kann ihn heu­te durch­aus als abge­fal­le­nen Prie­ster bezeich­nen, der in tie­fer Ver­strickung mit den Dämo­nen die­ser Welt lebt, und sie als Arche­ty­pen deu­tet. So ist es nicht mehr weit zum einem Brücken­schlag hin­über zum bud­dhi­sti­schen Mönch­tum und zum Gla­bu­ben an die nach Alt­va­ter Pais­si­os „raf­fi­nier­te­ste Täu­schung des Teu­fels: dem Glau­ben an die Reinkar­na­ti­on“; an die übri­gens auch die Frei­mau­rer glau­ben, nach derern Leh­re die Götter/Dämonen sich in den Clans der Rocke­fel­lers, u.a., stets wie­der­ver­kör­pern.

    Ange­sichts des Neu­en Mess­ordos, der man­geln­den Spi­ri­tua­li­tät unse­rer Prie­ster (Georg May), der bewei­nens­wer­ten Zustän­de unse­rer Prie­ster­se­mi­na­re und Fakul­tä­ten, der Ver­net­zung des Kle­rus inner­halb des Inter­nets, des leich­ten Zugangs poro­gra­phi­schen Mate­ri­als, etc. müss­te eine Erneue­rung aus dem Mönch­tum und eine Rück­kehr zum alten Mess­ordo erfol­gen und ein­leuch­tend erschei­nen. Die Anfech­tun­gen in die­ser „www-Welt“ sind ein­fach zu groß, als dass man den zöli­ba­tä­ren Prie­ster ohne eine Reform (Rück­be­sin­nung) der Spi­ri­tua­li­tät erfolg­reich schüt­zen könn­te. Die Model­le ‚Welt­öff­nung‘ des Kle­rus und ‚Zöli­bat‘ funk­tio­nie­ren nicht neben­ein­an­der.

    Dar­über­hin­aus müss­te auch wie­der ganz anders gepre­digt wer­den. Der Prie­ster müss­te von der Kan­zel her­ab unter­wei­sen und auch pole­mi­sie­ren. Er müss­te die Sexua­li­sie­rung inner­halb der Gesell­schaft kri­tisch beleuch­ten dür­fen; und im Namen Got­tes unkeu­sches Ver­hal­ten ‚ver­ur­tei­len‘ dür­fen. Es muss klar sein, dass er nie den Men­schen ver­ur­teilt, aber immer die Sün­de. Und wenn nötig mit dem Hin­weis auf die letz­ten Din­ge (Eschata).

    Die not­wen­di­ge Erneue­rung, die der des gegen­wär­ti­gen Pon­ti­fi­kats und dem Kurs inner­halb des Kle­rus ins­ge­samt dia­me­tral ent­ge­gen lie­fe, ist nur zu lei­sten vom Kle­rus selbst; oder aber vom Volk Got­tes durch das ‚Gehen durch Kata­stro­phen‘ (Zorn Got­tes).

    Wenn der Glau­be nicht unver­fälscht gelehrt wird, ist in die­ser Welt die Bei­be­hal­tung des Zöli­bats nicht zu ret­ten. In weni­gen Jah­ren wird der katho­li­sche Kle­rus, eben­so wie der Ortho­do­xe mit Aus­nah­me der Ordens­leu­te, ver­hei­ra­tet sein. Die Wei­chen dahin wur­den von Papst Ber­go­glio auf ‚unum­kehr­bar‘ (ein Wort, dass sich als fal­sches Dog­ma selbst ent­larvt und die­ses Pon­ti­fi­kat als ‚dog­ma­tisch ati­kirch­lich‘ aus­weist ) gestellt.

    Man kann nicht so in der Welt leben, wie es unse­re gegen­wär­ti­ge Kirchenleute/Kleriker tun, und gleich­zei­tig ein Veständ­nis vom gott­ge­schenk­ten Zöli­bat bei­be­hal­ten: das ist schlicht­weg unmög­lich.

    Der Prie­ster muss als Zöli­ba­tä­rer in unun­ter­bro­che­ner Anschau­ung der letz­ten Din­ge sein. Er muss beten ohne Unter­lass und sich im ste­ten Kampf mit den Mäch­ten der Fin­ster­niss wis­sen.

    Wenn die­se Spi­ri­tua­li­tät fehlt, und sie fehlt m.E. heu­te fast kom­plett, kann das Geschenk des Zöli­bats (die Frei­heit und Befrei­ung von den Sor­gen die­ser Welt)nicht ver­stan­den und auch nicht gelebt wer­den.

    Für den Prie­ster in der Welt, den ver­welt­lich­ten Prie­ster, fin­den sich immer Nischen (Fall­stricke) der Umge­hung des Zöli­bats.

    Wenn wir die Schwer­nis der Ein­hal­tung des Zöli­bats durch das Stu­di­um der Wüsten­vä­ter mit ein­be­zie­hen, wis­sen wir auch, dass heu­ti­ges Prie­ter­bild und Zöli­bat gera­de­zu unver­ein­bar sind. Sie schlie­ßen sich aus.

    Die Cha­ris­men flie­ßen dem Prie­ster aber nur zu durch das Ähn­lich­wer­den mit Chri­stus, durch Nach­ah­mung und Bei­spiel; und eben nicht — wie es die Pan­hä­re­sie des Pro­te­stan­tis­mus lehrt — allein aus Gna­de. Jesu Kreu­zes­tod, ver­ge­gen­wär­tigt im Mess­op­fer und eröff­net den Raum der Gna­de, aber der Mensch muss ein­tre­ten und nach­fol­gen (erlö­ste Welt = weg von der Welt, hin zu Gott). Er hat eben­so sein Kreuz, wie es Chri­stus hat­te. Und er hat in die­sem Leben eben­so sei­ne Pas­si­on in der Bei­be­hal­tung der Gebo­te Got­tes zu durch­le­ben, wie sie Chri­stus leb­te.

    Christ­li­ches Welt- und Men­schen­ver­ständ­nis läuft den eso­te­ri­schen Glücks­ver­spre­chun­gen ent­ge­gen. Es ist nicht leicht. Es ist gei­sti­ger Kampf mit den Mäch­ten der Fin­ster­nis. „Leben ist Anspan­nung und Tat.“ (Karl Adam)

    Das prie­ster­li­che Leben im Zöli­bat ist somit auch Vor­bild für das Leben inner­halb der Ehe. Von der Keusch­heit des Prie­sters, sei­nem ewi­gen Kampf, geht ein Strahl der Erkennt­nis aus auf die Ehe­leu­te und ihr keu­sches Ehe­le­ben (ohne Ver­hü­tung).

    Mit der not­we­ni­gen Gei­stes­un­ter­schei­dung kom­men wir auch dahin ein­zu­se­hen, dass der Femi­nis­mus — die Rebel­li­on und Ver­füh­rung der Frau­en durch die Medi­en und durch die Draht­zie­her in Gesell­schaft und Poli­tik (den Frei­mau­rern) — das bedeu­ten­ste Zer­stö­rungs­werk in unse­re Gefühls­kul­tur ist, das zuerst die Fami­li­en und dann die gan­ze Gesell­schaft desta­bi­li­siert und zer­stört hat.

    Lei­der ist gesell­schaft­li­ches Leben heu­te ein Dupli­kat des Sün­den­falls der ersten Men­schen. Die Schuld Adams dabei: er hat ein­ge­wil­ligt. Der Mensch amht stän­dig Adam nach, und nicht Chri­stus.

    Der Phi­lo­soph Max Pickard sag­te einst: Wenn man einen ganz schwa­chen und deso­la­ten Staat anschaut, der in sich dege­ne­riert ist und alle Sün­den Babi­lons her­vor­ge­bracht hat, dann muss man danach schau­en, wer dar­in die Poli­tik macht: und das sind die Frau­en.

    Das hat nichts mit Frau­en­feind­lich­keit zu tun, son­dern damit, dass die Frau­en kein Ver­ständ­nis mehr für das Frau- und Mut­ter­sein haben.

    Das zu erwäh­nen ist ein Tabu in unse­re femi­ni­nen Gesell­schaft. Es ist tabu, dar­über zu spre­chen. Aber es gehört zum Kern der Pro­ble­me in Kir­che und Staat. Der Femi­nis­mus führt direkt zur Abrei­bung, und die­se zum Aus­lö­schen der näch­sten Genera­tio­nen. (Kul­tur des Todes)

    Die­se Zusam­men­hän­ge hat selbst Russ­lands Prä­si­dent Putin erkannt. Katholisches.info berich­te­te über Plä­ne der Aus­set­zung der Schwan­ger­schafts­ab­brü­che durch Abtrei­bung in Tei­len Russ­lands. Putin hat zudem eine Prä­mie fürs Kin­der­krie­gen gege­ben: für jedes Kind gibt es 10 000 Euro. Erst hieß es, das alles fruch­te nicht. Doch wir sehen heu­te, es fruch­tet eben doch: Die Gebur­ten­ra­te stieg auf 1,75 % (auch ohne mus­li­mi­sche Zuwan­de­run­gen; Putin: „Wir brau­chen den Islam nicht, der Islam braucht Russ­land.“). Wir müs­sen die Frau­en zurück in die Fami­li­en krie­gen.

    Die AFD hat das ansatz­wei­se begrif­fen.

    Die nach­kon­zi­lia­re Kir­che ver­wei­gert hin­ge­gen lei­der wie so oft ihre gott­ge­ge­be­ne Lehr­au­to­ri­tät, auch in die­sen Din­gen unbe­dingt und „unfehl­bar“ zu spre­chen. Und war­um?: weil der Geist Got­tes gewi­chen ist und der Tanz mit dem Baals­gott Luzi­fer, den Dämo­nen der Lei­den­schaft und Lust, getanzt wird. Es ist jener Rauch, der die Tan­zen­den umne­belt, und in sie ein­ge­drun­gen ist. An hei­li­ger Städ­te aber kann nichts unhei­li­ges sein. Wo die Ungna­de ist, ist nicht gleich­zei­tig auch die Gna­de. Dies zu den­ken ist rei­ner Luzi­fe­ria­nis­mus, der die Umkehr zunächst hin­aus­zö­gert und sie schließ­lich ver­un­mög­licht: Denn ein Dämon zieht den ande­ren nach sich. Und so kann es ohne Erneue­rung des Kle­rus und der katho­li­schen Reli­gi­on inge­samt durch die Rück­be­sin­nung auf die Radi­ka­li­tät des Lebens und der Leh­re Chri­sti kei­ne Ret­tung vom Für­sten die­ser Welt und sei­nem Erbe, der Höl­le, geben.
    Es sei denn, man fällt als Kir­che durch den unheil­vol­len Öku­me­nis­mus voll­ends in die Pan­hä­re­sie des Protestantismus,so kann man sich sicher sein, die letz­te Stu­fe der Ver­blen­dung erreicht zu haben.

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