Hat Müller-Brief Summorum Pontificum gerettet? Warum der Kardinal der FSSPX und den Ecclesia-Dei-Gemeinschaften einen Dienst erwiesen haben könnte

Rettete Kardinal Müller mit seiner letzten Amtshandlung als Glaubenspräfekt das Motu proprio Summorum Pontificum?
Rettete Kardinal Müller mit seiner letzten Amtshandlung als Glaubenspräfekt das Motu proprio Summorum Pontificum?

(Rom) Der Blick hin­ter die Kulis­sen im Vati­kan fällt oft schwer. Das gilt für die jüng­sten Ver­öf­fent­li­chun­gen zu angeb­li­chen Absich­ten von Papst Fran­zis­kus, das Motu pro­prio Summo­rum Pon­ti­fi­cum zurück­zu­neh­men und die Tra­di­ti­on und den über­lie­fer­ten Ritus in der Kir­che in jene Ecke zurück­zu­drän­gen, in die sie vor 1988 ver­bannt gewe­sen war. Ent­spre­chen­de Berich­te aus offi­zi­el­len kirch­li­chen Medi­en, aber auch der New York Times, fal­len mit der Ent­las­sung von Kar­di­nal Ger­hard Mül­ler als Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on zusam­men. Was ist dran an die­sen Plä­nen und in wel­chem Zusam­men­hang ste­hen die bei­den Ereig­nis­se?

Eine Chro­no­lo­gie der Ereig­nis­se:

30. Juni

Am 30. Juni wur­de Kar­di­nal Mül­ler von Papst Fran­zis­kus in Audi­enz emp­fan­gen. Die Begeg­nung dau­er­te nur eine Minu­te. Auf „inak­zep­ta­ble“ Art und Wei­se, so der Kar­di­nal spä­ter, habe ihm der Papst mit­ge­teilt, ihn als Glau­bens­prä­fekt zu ent­las­sen, ohne Grün­de dafür zu nen­nen. Als Gele­gen­heit bot sich das Ende der ersten fünf­jäh­ri­gen Amts­zeit Mül­lers an der Spit­ze der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on an.

1. Juli

Am 1. Juli weihte Kardinal Burke Kandidaten der Petrusbruderschaft zu Priestern
Am 1. Juli weih­te Kar­di­nal Bur­ke Kan­di­da­ten der Petrus­bru­der­schaft zu Prie­stern

Am 1. Juli ließ Papst Fran­zis­kus den Namen des neu­en Glau­bens­prä­fek­ten bekannt­ge­ben. Am sel­ben Tag berich­te­te in Frank­reich Medi­as Catho­li­que über einen Brief, den Kar­di­nal Mül­ler kurz vor sei­ner Ent­las­sung – noch in sei­ner Funk­ti­on als Glau­bens­prä­fekt und als sol­cher auch Vor­sit­zen­der der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei für die Gemein­schaf­ten des alten Ritus – der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. (FSSPX) zukom­men hat­te las­sen. Der Brief sei das Ergeb­nis der Voll­ver­samm­lung der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on von Mit­te Mai und stellt der Pius­bru­der­schaft Bedin­gun­gen für eine kano­ni­sche Aner­ken­nung durch den Hei­li­gen Stuhl, die die­se in der Ver­gan­gen­heit bereits mehr­fach abge­lehnt hat­te. Die Sache erin­nert an ein Deja-vu der Situa­ti­on vom Juni 2012, als die Eini­gung zwi­schen der Pius­bru­der­schaft und Rom bereits ein­mal zum Grei­fen nahe schien. Damals regier­te noch Bene­dikt XVI. im Vati­kan und Glau­bens­prä­fekt war nicht Mül­ler, son­dern Kar­di­nal Wil­liam Lava­da, an den sich heu­te kaum noch jemand erin­nert. Wegen der ver­blüf­fen­den Par­al­le­len zu 2012 wur­de die Mel­dung zunächst bezwei­felt.

6. Juli

Am 6. Juli bestä­tig­te die Pius­bru­der­schaft über ihren Infor­ma­ti­ons­dienst DICI aller­dings die Exi­stenz des Mül­ler-Brie­fes, der dem Gene­ral­obe­ren der FSSPX, Bischof Ber­nard Fel­lay am 26. Juni zuge­gan­gen war. Der Brief nennt drei Bedin­gun­gen für eine kano­ni­sche Aner­ken­nung der Pius­bru­der­schaft. Sie wur­den von DICI wie folgt wie­der­ge­ge­ben:

  • Von den Mit­glie­dern der FSSPX ist die Pro­fes­sio fidei von 1988 zu ver­lan­gen. Die Pro­fes­sio fidei von 1962 ist nicht aus­rei­chend.
  • Der neue Text der Dok­tri­nel­len Erklä­rung muß einen Para­gra­phen ent­hal­ten, mit dem die Unter­zeich­ner aus­drück­lich erklä­ren, die Leh­ren des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils und der Nach­kon­zils­zeit anzu­er­ken­nen, indem sie die­sen dok­tri­nel­len Leh­ren den ihnen geschul­de­ten Grad der Aner­ken­nung zukom­men las­sen.
  • Die Mit­glie­der der FSSPX haben nicht nur die Gül­tig­keit, son­dern auch die Recht­mä­ßig­keit des Ritus der Hei­li­gen Mes­se und der Sakra­men­te nach dem Novus Ordo anzu­er­ken­nen. Wört­lich heißt es: „in Über­ein­stim­mung mit den nach dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil pro­mul­gier­ten lit­ur­gi­schen Büchern“.

7. Juli

Am 7. Juli – dem 10. Jah­res­tag des Motu pro­prio Summo­rum Pon­ti­fi­cum – ver­öf­fent­lich­te La Croix, die Tages­zei­tung der Fran­zö­si­schen Bischofs­kon­fe­renz, den Arti­kel „Le pape François réflé­chit à  l’avenir du motu pro­prio“ (Papst Fran­zis­kus denkt über die Zukunft des Motu pro­prio nach). Ein Arti­kel mit der Wir­kung einer Bom­be.

Laut La Croix beab­sich­tigt Papst Fran­zis­kus das Motu pro­prio Summo­rum Pon­ti­fi­cum zu revi­die­ren. Der Papst sto­ße sich am zen­tra­len Punkt des Motu pro­prio: der Frei­heit des ein­zel­nen Prie­sters zwi­schen der ordent­li­chen und der außer­or­dent­li­chen Form des Römi­schen Ritus wäh­len zu kön­nen. Die­se Frei­heit, die jedem Prie­ster der katho­li­schen Kir­che von Bene­dikt XVI. zuge­stan­den wur­de, sei in den Augen sei­nes Nach­fol­gers eine Quel­le von „Span­nun­gen“ in den Diö­ze­sen und den Pfar­rei­en.

Stärkung der Tradition, um sie zu schwächen?

La Croix ließ durch­blicken, daß Papst Fran­zis­kus, der bekannt­lich weder Sym­pa­thi­en für das Fest­hal­ten am über­lie­fer­ten Ritus noch für Gemein­schaf­ten der Tra­di­ti­on hegt, die Eini­gung mit der Pius­bru­der­schaft anstre­be, um das Gegen­teil des­sen zu errei­chen, was die­se Akti­on auf den ersten Blick ver­mu­ten las­se. Eine Eini­gung wer­de von Kri­ti­kern als wei­te­re Stär­kung der Tra­di­ti­on in der Kir­che gese­hen. Fran­zis­kus, so La Croix, betrei­be die Eini­gung hin­ge­gen für ein gro­ßes inner­kirch­li­ches Manö­ver gegen die Tra­di­ti­on. War­um aus­ge­rech­net Fran­zis­kus, von dem es sich nie­mand erwar­tet hät­te, in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auf die­se Eini­gung dräng­te, gab schon man­chem Beob­ach­ter Rät­sel auf.

Welche Pläne hegt Papst Franziskus?
Wel­che Plä­ne hegt Papst Fran­zis­kus?

Dabei, so La Croix, sei Fran­zis­kus von Berich­ten auf­ge­schreckt wor­den, daß gera­de jun­ge Katho­li­ken, die ihren Glau­ben ernst­neh­men, dem alten Ritus zunei­gen.

Laut La Croix sei es Absicht des Pap­stes, der Pius­bru­der­schaft gegen­über groß­zü­gig zu sein und sie als Per­so­nal­prä­la­tur zur errich­ten. Zugleich aber wol­le er Summo­rum Pon­ti­fi­cum in sei­nem zen­tra­len Punkt zurück­neh­men. Die „sub­jek­ti­ve“ Wahl des ein­zel­nen Prie­sters soll zurück­ge­nom­men und die Zele­bra­ti­on des über­lie­fer­ten Ritus auf die Per­so­nal­prä­la­tur beschränkt wer­den.

Wur­den die soge­nann­ten Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten, die alt­ri­tu­el­len Gemein­schaf­ten, die sich bereits in der Ein­heit mit Rom befin­den oder immer befan­den, von La Croix ein­fach ver­ges­sen?

Die Tages­zei­tung der Fran­zö­si­schen Bischofs­kon­fe­renz ließ eine Neu­ein­tei­lung der Inter­es­sen­sphä­ren durch­blicken, die der Papst mit der Pius­bru­der­schaft vor­neh­men möch­te. Letz­te­re bekä­me wie­der eine Art Qua­si-Mono­pol auf die Tra­di­ti­on, wie es in orga­ni­sier­ter Form vor dem Motu pro­prio Eccle­sia Dei weit­ge­hend – aller­dings ohne kano­ni­sche Aner­ken­nung und mit dem Vor­wurf, eine Sek­te zu sein – der Fall war. Die Päpst­li­che Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei ist seit­her für die zumeist erst ab 1988 ent­stan­de­nen alt­ri­tu­el­len Gemein­schaf­ten in der Kir­che zustän­dig.

Sowohl bei Papst Fran­zis­kus als auch in der Pius­bru­der­schaft gibt es eine Abnei­gung gegen die soge­nann­ten Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten. Beab­sich­tigt der Papst die Pius­bru­der­schaft gegen die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten aus­zu­spie­len? Eine Zele­bra­ti­on im über­lie­fer­ten Ritus wol­le Fran­zis­kus, so La Croix, nur mehr im Rah­men der Per­so­nal­prä­la­tur dul­den. Diö­ze­san- und Ordens­prie­ster außer­halb der Prä­la­tur sol­len nur mehr im Novus Ordo zele­brie­ren dür­fen.

Noch deut­li­cher wur­de Ross Dou­hat in der New York Times vom 16. Juli (Online bereits 15. Juli). Laut dem NYT-Kolum­ni­sten betrei­be Fran­zis­kus die Eini­gung mit der „semi-schis­ma­ti­schen Grup­pe, die die Latei­ni­sche Mes­se zele­briert“, um „die vor­kon­zi­lia­re Lit­ur­gie für jeden abzu­schaf­fen“. Fran­zis­kus gebrau­che die Pius­bru­der­schaft, um die Tra­di­ti­on in die Quran­tä­ne zu ver­ban­ne. Dou­hat wört­lich:

„[…] effec­tively using the S.S.P.X. to qua­ran­ti­ne tra­di­tio­na­lism.“

Eine „Flur­be­rei­ni­gung“ wür­de die Fron­ten mit neu­er Här­te abstecken und zum Gegen­teil des­sen zurück­keh­ren, was Bene­dikt XVI. mit Summo­rum Pon­ti­fi­cum errei­chen woll­te: „Die“ Kir­che wür­de vom über­lie­fer­ten Ritus wie­der „gesäu­bert“ und aus­schließ­lich neu­ri­tu­ell. Die „Pela­gia­ner“, die „Rosen­krän­ze zäh­len“ und einer unver­ständ­li­chen „Mode“ des alten Ritus nach­lau­fen, so die Ein­schät­zung von Papst Fran­zis­kus, soll­ten – wenn nicht ganz, so weit­ge­hend – fein säu­ber­lich und über­schau­bar auf die Per­so­nal­prä­la­tur in der Hand der Pius­bru­der­schaft kon­zen­triert wer­den.

Han­delt es sich dabei um über­zo­ge­ne Schreck­sze­na­ri­en? Was soll­te und was woll­te La Croix mit die­sem Arti­kel zu die­sem Zeit­punkt bezwecken? Denkt Papst Fran­zis­kus tat­säch­lich so, oder sind es nur eini­ge sei­ner Mit­ar­bei­ter, die sol­che Wunsch­sze­na­ri­en im Kopf haben und dem Papst nahe­le­gen? Wenn Fran­zis­kus eine Eini­gung mit der Pius­bru­der­schaft wünscht, wenn auch laut La Croix und New York Times mit zwei­fel­haf­ten Absich­ten, war­um aber läßt er dann die Eini­gung auf der Ziel­ge­ra­den durch den Mül­ler-Brief plat­zen? Und war­um gera­de durch den Glau­bens­prä­fek­ten, den er zeit­gleich vor die Tür setzt?

Hat Kardinal Müller die Papst-Pläne gegen die Tradition durchkreuzt?

Life­Si­teNews gab den Vor­gän­gen gestern eine ganz ande­re Les­art. Life­Si­teNews bestä­tig­te die von La Croix und New York Times genann­te Absicht von Papst Fran­zis­kus: Mit der Ope­ra­ti­on Wie­der­ein­glie­de­rung der Pius­bru­der­schaft wol­le Fran­zis­kus gegen die Tra­di­ti­on vor­ge­hen und Summo­rum Pon­ti­fi­cum in zen­tra­len Punk­ten zurück­neh­men.

Rettete Kardinal Müller Summorum Pontificum?
Ret­te­te Kar­di­nal Mül­ler Summo­rum Pon­ti­fi­cum?

Der Brief von Kar­di­nal Mül­ler an die Pius­bru­der­schaft sei hin­ge­gen, so Life­Si­teNews, ein Schreck­schuß gewe­sen, um die Pius­bru­der­schaft und die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten zu war­nen. Es habe sich um eine geziel­te Pro­vo­ka­ti­on des Glau­bens­prä­fek­ten gehan­delt, um die Absich­ten des Pap­stes zu durch­kreu­zen und die Pius­bru­der­schaft vor einem fata­len Schritt für sie, die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten und die Gesamt­kir­che zu bewah­ren.

Kar­di­nal Mül­ler habe mit sei­ner letz­ten Amts­hand­lung als Glau­bens­prä­fekt, sein Schrei­ben trägt das Datum vom 20. Mai, der Tra­di­ti­on nicht gescha­det, son­dern einen Dienst erwie­sen. Sei­ne Absicht sei es gewe­sen, das Motu pro­prio Summo­rum Pon­ti­fi­cum zu ret­ten.

Laut Life­Si­teNews woll­te Kar­di­nal Mül­ler eine Ver­stän­di­gung zwi­schen dem Hei­li­gen Stuhl und der Pius­bru­der­schaft über deren Errich­tung als Per­so­nal­prä­la­tur ver­hin­dern. Eine sol­che Ver­stän­di­gung, sei bereits sehr weit gedie­hen gewe­sen, sodaß Bischof Fel­lay, der Gene­ral­obe­re der FSSPX mit einer unmit­tel­bar bevor­ste­hen­den Eini­gung gerech­net habe.

Die Eini­gung mit der FSSPX, so Life­Si­teNews, La Croix und New York Times, hät­te die Ver­sen­kung von Summo­rum Pon­ti­fi­cum bedeu­tet. Das Schrei­ben von Kar­di­nal Mül­ler habe sich daher „nicht gegen Fel­lay, son­dern gegen das Abkom­men“ zwi­schen Fel­lay und Papst Fran­zis­kus gerich­tet.

Papst Fran­zis­kus sei „sehr wütend“ über den Mül­ler-Brief gewe­sen, wes­halb – so Life­Si­teNews –  man­che sogar mei­nen, der Brief habe für Fran­zis­kus das Faß end­gül­tig zum Über­lau­fen gebracht und den letz­ten Anstoß gege­ben, Kar­di­nal Mül­ler als Glau­bens­prä­fek­ten zu ent­las­sen. Wenn­gleich die Din­ge noch um eini­ges viel­schich­ti­ger sein wer­den, erlaubt der chro­no­lo­gi­sche Ablauf der Ereig­nis­se jeden­falls eine sol­che Les­art.

Die näch­ste Zeit wird zu klä­ren haben, ob sie zutref­fend ist.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: LifeSiteNews/FSSP/OnePeterFive (Screen­shots)




Sie lesen gern Katholisches.info? Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!





7 Kommentare

  1. „Am 1. Juli ließ Papst Fran­zis­kus den Namen des neu­en Glau­bens­prä­fek­ten bekannt­ge­ben.…“. — Der 1. Juli ist bekannt­lich das Fest des Kost­ba­ren Blu­tes Jesu: Soll­te der Raus­schmiss Mül­lers viel­leicht etwas damit zu tun haben, dass das kost­ba­re Blut unse­res Erlösers,(vorerst) wei­ter­hin auf den Altä­ren flie­ßen kann?

  2. Ich fin­de die­ses Gezer­re nur noch wider­lich. Was hat das mit der Leh­re Jesu Chri­sti zu tun.

  3. Ich habe mich immer gewun­dert, über das der Pius­bru­der­schaft ent­ge­gen gebrach­te Wohl­wol­len v. Papst Fran­zis­kus. Daß er aber der­ar­ti­ge Win­kel­zü­ge anwen­den wür­de, hät­te ich trotz Allen bis­her gesche­he­nen nicht gedacht. Ich wun­der­te mich auch nicht das erste mal über die Skru­pel­lo­sig­keit mit der hier ein Ziel ver­folgt wird. Daß der Papst bei sol­cher Vor­ge­hens­wei­se nicht vor Scham vor den Gläu­bi­gen in den Boden ver­sinkt ver­steht ich ein­fach nicht. Er kann doch nicht so ver­blen­det sein und glau­ben, daß die Öffent­lich­keit nicht erkennt was hier vor sich geht, spe­ci­ell die unglaub­li­che Ver­weflich­keit sol­cher Hand­lungs­wei­se

    • Das Pro­blem an der Sache ist, dass die brei­te Öffent­lich­keit sich für die wah­ren Hin­ter­grün­de über­haupt nicht inter­es­siert und sich statt­des­sen naiv oder gleich­gül­tig mit den wohl platz­ier­ten ‚Häpp­chen‘ begnügt, die die ‚gro­ßen‘ Medi­en lie­fern, um ein bestimm­tes Bild in der Öffent­lich­keit zu zeich­nen.…

  4. Fra­gen Sie ein­mal in Frank­furt nach, was ich schon vor zwei Jah­ren gesagt habe! Genau das wird gesche­hen. Daher wird die FSSPX unmög­lich dar­um kom­men, 2018 neue Bischö­fe zu wei­hen. Oder wird man im Gehor­sam die dis­zi­pli­na­ri­sche Guil­lo­ti­ne erwar­ten, die die Zwangs­pen­sio­nie­rung von S. E. Ber­nard Tis­sier de Mal­lerais durch den dis­zi­pli­na­ri­schen Erlaß „Papst“ Fran­zis­kus, die mit abso­lu­ter Sicher­heit kom­men wird, bedeu­tet? Und — glaubt man denn im Ernst die Kon­zils­kir­che wird so ein­fach 15 000 Prie­ster umkar­di­nie­ren las­sen und Dimis­s­o­ri­en ertei­len, Pfar­rei­en auf­g­fe­ben etc…?!
    Ich bin froh, daß S. E. Ber­nard Fel­lay zur Ein­sicht des „Non pos­su­mus“ gekom­men ist.

  5. Daß Franziskus/Bergoglio für den über­lie­fer­ten Ritus und die tra­di­ti­ons­ge­bun­de­ne Lit­ur­gie und Lebens­stil und für die trdi­ti­ons­freund­li­che Gesell­schaf­ten wenig Sym­pa­thie hat, ist klar.
    Und daß der gro­ße Erfolg von Summo­rum Pon­ti­fi­cum Franziskus/Bergoglio kei­ne gro­ße Freu­de berei­tet, ist eben­so klar.
    Die tra­di­tio­nell ver­ächt­li­che Behand­lung der india­ni­schen Urbe­völ­ke­rung in Süd­ame­ri­ka, und hier beson­ders in Argen­ti­ni­en, dürf­te Bergoglio/Franziskus ent­schei­dend geprägt haben: das orga­ni­sier­te Aus­ster­ben von India­ner­stäm­men und ‑völ­ker z.B. auf Feu­er­land fand unter gro­ßem öffent­li­chen Wider­hall statt.
    Inso­weit ist ein eng ein­ge­pferch­tes Reser­vat mit nur einem „Volk“ dar­in, recht prak­tisch bei dem Ver­nich­tungs­feld­zug gegen alles ande­re Tra­di­ti­ons­freund­li­che.
    Die FSSPX hat jedoch nicht das Mono­pol bei der Ver­tei­di­gung der Tra­di­ti­on außer­halb des Rome­klubs:
    es gibt noch ande­re ähn­li­che Gesell­schaf­ten, häu­fig mit der FSSPX (sei es auch locker) ver­bun­den, wie die Domi­ni­ka­ner von Avril­lé, die Kapu­zi­ner der Tra­di­ti­on und die Kon­tem­pla­ti­ve Bene­dik­ti­ne­rin­nen.
    Dar­über hin­aus gibt es Gesell­schaf­ten, die De Eccle­sia nicht unmit­tel­bar und teils sehr spät bei­getre­ten sind (z.B. Le Bar­roux; die Tran­sal­pi­ne Redemp­to­ri­sten).
    Das mut­maß­li­che Pro­gramm von Bergoglio/Franziskus wäre das Todes­ur­teil für die­se Gesell­schaf­ten:
    sie hät­ten sich zu ent­schei­den zwi­schen den neu­en Ritus oder einer etwai­gen Unter­wer­fung unter der FSSPX, von Bergoglio/Franziskus als Per­so­nal­prä­la­tur gehal­ten.
    Das scheint mir bei dem brei­ten und tief struk­tu­rier­ten und zugleich sehr unter­schied­lich struk­tu­rier­ten Wider­stand gegen Bergoglio/Franziskus sehr unwahr­schein­lich und zugleich nicht sehr erfolg­ver­spre­chend.
    Inso­weit hat Kard. Ger­hard Mül­ler mit sei­nem Brief an die Lei­tung der FSSPX tat­säch­lich sehr viel von Ber­go­glio unge­wünsch­tes „casi­no“ aus­ge­löst- was nur nütz­lich sein kann.

  6. Eine Aus­schal­tung der Eccle­sia Dei Gemein­schaf­ten durch eine mono­po­li­sti­sche Per­so­nal­prä­la­tur der FSSPX wür­de die Aus­brei­tung der Tra­di­ti­on völ­lig abwür­gen, und den Sta­tus quo ante 1984 wie­der her­stel­len.

Kommentare sind deaktiviert.