Staatsförderung von sexuellen Minderheiten, Brüskierung der Elternvertretungen

Hessischer "Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt"
Hessischer "Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt"

In einem neu­en Akti­ons­plan bekennt sich die hes­si­sche Lan­des­re­gie­rung zu mas­si­ver För­de­rung der Par­ti­ku­lar­in­ter­es­sen von homo­se­xu­el­len Lob­by-Grup­pen. Gleich­zei­tig wer­den die Eltern­bei­rä­te als gewähl­te Ver­tre­tun­gen der schu­li­schen All­ge­mein­in­ter­es­sen brüs­kiert und ihre For­de­run­gen abge­wim­melt.

Ein Gast­kom­men­tar von Hubert Hecker.

Kürz­lich hat die schwarz-grü­ne Lan­des­re­gie­rung in Wies­ba­den einen „Akti­ons­plan für Akzep­tanz und Viel­falt“ publi­ziert. Damit wur­de eine Koali­ti­ons­ver­ein­ba­rung von 2013 umge­setzt. Die mora­li­sche Bevor­mun­dung der Bevöl­ke­rung zu ‚wert­schät­zen­der Akzep­tanz’ homo­se­xu­el­ler Lebens­wei­se war schon dort fest­ge­schrie­ben wor­den.

Der Plan sieht eine bevor­zug­te För­de­rung von „LSBT*IQ-Personen und Grup­pen“ vor. (Den Kür­zel­sa­lat von LS.… braucht man sich nicht zu mer­ken. Der ändert sich laut Akti­ons­plan Sei­te 6 stän­dig.) Für das Hand­lungs­feld Schu­le und Bil­dung gilt die Umset­zung des neu­en Sexu­al­erzie­hungs­lehr­plans als vor­bild­li­che Struk­tur­ver­än­de­rung zugun­sten von  Homo­se­xu­el­len und Trans­gen­der.

Staatliche Privilegierung von homosexuellen Partikularinteressen

Der Akti­ons­plan wur­de vom hes­si­schen Sozi­al­mi­ni­ste­ri­um vor­an­ge­trie­ben und koor­di­niert. Des­sen grü­ner Staats­se­kre­tär Jo Drei­sei­tel schreibt in sei­nem Vor­wort: Der För­der­plan beschrei­be „nicht nur poli­ti­sche Ziel­be­stim­mung. Er doku­men­tiert auch das Ergeb­nis des breit ange­leg­ten Betei­li­gungs­pro­zes­ses, in den sich zahl­rei­che Selbst­ver­tre­tungs­or­ga­ni­sa­tio­nen aus ganz Hes­sen ein­ge­bracht“ hät­ten.

Was "Akzeptanz und Vielfalt" meint
Was „Akzep­tanz und Viel­falt“ meint

Für die hes­si­schen Bür­ger ist es von Inter­es­se zu erfah­ren, wel­che Unsum­men von Steu­er­gel­dern für homo­se­xu­el­le Mini-Grup­pen bereit­ge­stellt wer­den. Noch wich­ti­ger sind aller­dings die Ein­sich­ten, die der Akti­ons­plan in die staat­li­che För­de­rung von homo­se­xu­el­ler Inter­es­sen­po­li­tik gibt. Ins­be­son­de­re den Eltern­ver­tre­tun­gen in Stadt und Land dürf­ten über­rascht sein, wie —  im Kon­trast zu ihren eige­nen Erfah­rung – der ange­spro­che­ne „Betei­li­gungs­pro­zess“ abge­lau­fen ist, wel­chen Ein­fluss die ‚Homo-Lob­by’ (so die Selbst­be­zeich­nung der ein­fluss­rei­chen Inter­net­zei­tung queer.de) auf die Lan­des­po­li­tik neh­men konn­te und mit wel­chem Wohl­wol­len die hes­si­sche Lan­des­re­gie­rung die Anlie­gen und For­de­run­gen der LS…-Gruppen ent­ge­gen­ge­kom­men ist:

Seit Jah­ren lädt das hes­si­sche Sozi­al­mi­ni­ste­ri­um regel­mä­ßig „alle hes­si­schen LSBT*IQ-Initiativen zu einem ‚Run­den Tisch’ der hes­si­schen Les­ben- und Schwu­len­grup­pen“ ein. Dort brin­gen die „Inter­es­sen­ver­tre­tun­gen der LS…-Community“ ihre viel­fäl­ti­gen For­de­run­gen zu allen gesell­schaft­li­che Hand­lungs­fel­dern ein. Das Mini­ste­ri­um sich­tet die vor­ge­brach­ten Anlie­gen als „Hand­lungs­be­dar­fe“ und erar­bei­tet dar­aus „Vor­schlä­ge zur Gestal­tung einer Viel­falt wert­schät­zen­den Lebens­welt“. Zur Wei­ter­ent­wick­lung der LS…-Programme stellt die Lan­des­be­hör­de ihre Res­sour­cen für Fach­ta­gun­gen, Regio­nal­kon­fe­ren­zen, Film- und Vor­trags­ver­an­stal­tun­gen, For­schung und Publi­ka­tio­nen zur Ver­fü­gung. Dar­über hin­aus fun­giert das Sozi­al­mi­ni­ste­ri­um als Trans­mis­si­ons­stel­le, die die For­de­run­gen der schwul-les­bi­schen Inter­es­sen­ver­tre­tun­gen an alle ande­ren Mini­ste­ri­en emp­feh­lend wei­ter­lei­tet. Seit 2015 über­nimmt eine „Inter­mi­ni­ste­ri­el­len Arbeits­grup­pe“ die­se Auf­ga­be.

Das Ergeb­nis die­ser „Viel­falts­po­li­tik als Quer­schnitts­auf­ga­be“ schlägt sich in struk­tu­rel­len Ände­run­gen nie­der – etwa dem Schul­lehr­plan für Akzep­tanz und Viel­falt – wie auch in punk­tu­el­ler För­de­rung von Pro­jek­ten. Die wer­den haupt­säch­lich von Homo­se­xu­el­len­grup­pen, aber auch von Ver­bän­den oder kom­mu­na­len Insti­tu­tio­nen wahr­ge­nom­men. Der finan­zi­el­len Pro­jekt­för­de­rung gab man seit Beginn der schwarz-grü­nen Koali­ti­on einen gro­ßen Schub: Für die Jah­re 2015 und 2016 stan­den För­der­gel­der von jeweils 200.000 Euro zur Ver­fü­gung. Ab 2017 soll die Aus­schüt­tung von Steu­er­gel­dern für LS…-Projekte um 150 Pro­zent auf jähr­lich 500.000 Euro erhöht wer­den, um die „Akzep­tanz von Viel­falt“ vor­an­zu­trei­ben.

Tra­di­tio­nel­le Lob­by-Arbeit geschieht dadurch, dass Ver­tre­tun­gen, Ver­ei­ne und Ver­bän­de ihre Anlie­gen über Öffent­lich­keits­ar­beit, in Kon­tak­ten zu Abge­ord­ne­ten und Regie­rungs­mit­ar­bei­ter in die Ent­schei­dungs­stel­len brin­gen wol­len, um in ihrem Sin­ne Ände­run­gen in der Parlaments‑, Regie­rungs- und Ver­wal­tungs­po­li­tik zu errei­chen. Die Inter­es­sen­grup­pen der hes­si­schen Homo­se­xu­el­len und Trans­gen­der war schon seit Län­ge­rem in der pri­vi­le­gier­ten Lage, vom Sozi­al­mi­ni­ste­ri­um ein­ge­la­den zu wer­den und bei dem ‚Run­den Tisch’ ihre For­de­run­gen direkt an den Staats­se­kre­tär rich­ten zu kön­nen. Durch die ‚Inter­mi­ni­ste­ri­el­len Arbeits­grup­pe’ wird die Inter­es­sen­po­li­tik der LS…-Gruppen inzwi­schen in allen hes­si­sche Mini­ste­ri­en sowie der gesam­te Lan­des­ver­wal­tung durch­ge­setzt. Die insti­tu­tio­nell abge­si­cher­te  homo­se­xu­el­le Lob­by­ar­beit ist zu ihrem Abschluss gekom­men, indem die Lan­des­re­gie­rung sich die Anlie­gen der klei­nen Min­der­heit zu eigen und damit zur staat­li­chen All­ge­mein­auf­ga­be gemacht hat.

Keine Duldung von Toleranz, stattdessen Bevormundung zu Akzeptanz

Die­ser Pro­zess des homo­se­xu­el­len Lob­by­ing ist auch in der inhalt­li­chen Aus­rich­tung des hes­si­schen Akti­ons­plans zu beob­ach­ten. Seit etwa zehn Jah­ren pole­mi­sie­ren Homo­se­xu­el­len­grup­pen gegen den Tole­ranz-Begriff als die not­wen­di­ge Ver­hal­tens­norm bei dif­fe­rie­ren­den Mei­nun­gen und Grup­pen in der plu­ra­li­sti­schen Gesell­schaft. Die Tole­ranz­hal­tung sei über­holt, nicht akzep­ta­bel. Für sich und ihre Min­der­hei­ten­po­si­tio­nen for­dern sie von der Mehr­heits­ge­sell­schaft bedin­gungs­lo­se und wert­schät­zen­de Akzep­tanz der homo­se­xu­el­len Mei­nun­gen und Lebens­wei­sen.

    Koalitionsvertrag zwischen CDU und Grünen. Die grüne Handschrift
Koali­ti­ons­ver­trag zwi­schen CDU und Grü­nen. Die grü­ne Hand­schrift

Die Akzep­tanz-For­de­rung rich­tet sich gegen die Hal­tung der kri­ti­schen Tole­ranz als wech­sel­sei­ti­ges Recht. Denn die Homo-Lob­by bean­sprucht für sich ein asym­me­tri­sches Recht: Sie teilt nach allen Sei­ten Kri­tik aus, an ihren eige­nen Posi­tio­nen will sie dage­gen kei­ne Kri­tik zulas­sen. Die Selbst­be­lo­bi­gungs­for­mel der Homo­se­xu­el­len: „Das ist gut so!“ soll zum allei­ni­gen Maß­stab öffent­li­cher Äuße­run­gen gemacht wer­den. Das geschieht über die sanf­te Mei­nungs­dik­ta­tur der poli­ti­schen Kor­rekt­heit.

Über die Trans­mis­si­on der Grü­nen-Par­tei gelang­te die Akzep­tanz-For­de­rung 2013 in den hes­si­schen Koali­ti­ons­ver­trag – wenn auch noch nicht für die Schul­po­li­tik. Im Som­mer 2015 stand das Mot­to: „Akzep­tanz ist schul­reif: Sexu­el­le Viel­falt auf den Stun­den­plan“ im Zen­trum der Homo­se­xu­el­len­pa­ra­den – u. a. in Ham­burg. Die schwul-les­bi­sche SCHLAU-Grup­pe Hes­sen ließ ver­lau­ten, Tole­ranz wäre „zynisch“, nur Akzep­tanz sei zu dul­den. Über den ‚Run­den Tisch’ und die Inter­mi­ni­ste­ri­el­le Arbeits­grup­pe konn­ten die hes­si­schen LS…-Gruppen ihre abfäl­li­ge Mei­nung zu Tole­ranz und die For­de­rung nach Akzep­tanz direkt in den Ent­wurf des hes­si­schen  CDU-Kul­tus­mi­ni­ste­ri­um zur Sexu­al­erzie­hung hin­ein­drücken.

Damit wird die For­de­rung einer klei­nen aggres­si­ven Min­der­heit der Mehr­heits­ge­sell­schaft auf­ge­drückt. Schlim­mer noch. Auf­trag und Macht zur Pflicht­schu­le wird dazu ge- oder miss­braucht, die Par­ti­ku­lar­in­ter­es­sen der Homo­lob­by im ver­bind­li­chen Lehr­plan für alle Schü­ler durch­zu­drücken. Dabei soll­te in der plu­ra­li­sti­schen Gesell­schaft die All­ge­mein­schu­le ange­sichts ver­schie­de­nen Wert­auf­fas­sun­gen und Mei­nun­gen (auch der Eltern) zurück­hal­ten­de Tole­ranz und Neu­tra­li­tät zei­gen. Es wider­spricht fun­da­men­tal dem Auf­trag der Schu­le, wenn sie sich von einer bestimm­ten Lob­by-Mei­nung instru­men­ta­li­sie­ren lässt.

Die gewähl­ten Eltern­ver­tre­ter der hes­si­schen Schüler/innen haben das Ergeb­nis die­ses Umwer­tungs­pro­zes­ses in Ihrer Gre­mi­en­ar­beit erfah­ren:

Gegen die Einwände der gewählten hessischen Elternvertretungen …

Den Ent­wurf des neu­en Sexu­al­erzie­hungs­lehr­plans hat der Lan­des­el­tern­bei­rat zwei­mal abge­lehnt. Alle 29 Stadt- und Kreis­eltern­bei­rä­te haben sich die­sem Votum ange­schlos­sen. Die Ableh­nungs­grün­de sind fach­li­cher Art – etwa bezüg­lich der Alters­ge­mäß­heit von bestimm­ten The­men. Aber vor allem kri­ti­sie­ren die Eltern­ver­tre­ter, dass mit dem zen­tra­len Lern­ziel des Lehr­plans — ‚wert­schät­zen­de Akzep­tanz’ von sexu­el­ler Viel­falt — die Tole­ranz-Hal­tung ersetzt wer­den soll. Gera­de ange­sichts des „sehr wei­ten Spek­trums von Wert­vor­stel­lun­gen in der hes­si­schen Eltern­schaft“ kann allein die Tole­ranz „ein gedeih­li­ches Mit­ein­an­der in unse­rer Gesell­schaft gewähr­lei­sten“ – so die gemein­sa­me Stel­lung­nah­me aller hes­si­schen Eltern­bei­rä­te vom Okto­ber 2016.

Der Kul­tus­mi­ni­ster Prof. Dr. R. Alex­an­der Lorz ist auf die­sen zen­tra­len Ein­wand und die inhalt­li­che Begrün­dung nie ernst­haft ein­ge­gan­gen. In sei­nem State­ment auf der Ful­da-Ver­an­stal­tung am 2. 12. 2016 ließ er durch­blicken, dass er sich von vorn­her­ein der abfäl­li­gen Deu­tung von ‚Tole­ranz’ ange­schlos­sen habe, wie sie von klei­nen Homo­se­xu­el­len-Grup­pen pro­pa­giert wer­den. Für die Argu­men­ta­ti­on der gewähl­ten Eltern­ver­tre­ter, die die Mehr­heits­ge­sell­schaft und aller Schüler/innen ver­tre­ten, zeig­te der Kul­tus­mi­ni­ster nur die kal­te Schul­ter. In sei­nem Schrei­ben an die Kri­ti­ker vom Okto­ber 2016 spielt er das Ableh­nungs­vo­tum des Lan­des­el­tern­bei­ra­tes auf per­sön­li­che Vor­lie­ben „eini­ger Mit­glie­der des LEB“ her­un­ter.

… werden die Minderheiten-Interessen der LS-Minigruppe bevorzugt

Man soll­te sich in die­sem Zusam­men­hang ein­mal die Zah­len­ver­hält­nis­se vor Augen hal­ten: Die LS…-Gruppen geben vor, für einen Bevöl­ke­rungs­an­teil von ca. zwei Pro­zent zu spre­chen. Laut Emnid-Umfra­ge vom Jahr 2000 stuf­ten sich 1,3 Pro­zent der deut­schen Erwach­se­nen als schwul ein, 0,6 Pro­zent als les­bisch. Trans­gen­der und Queer-Per­so­nen lie­gen unter einem Pro­mil­le. Die Zahl der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaf­ten bewegt sich bei 0,2 Pro­zent mit Bezug auf die knapp 18 Mil­lio­nen Ehen in Deutsch­land. Und da aus ste­ri­len Homo-Part­ner­schaf­ten kei­ne Kin­der her­vor­ge­hen, liegt die Zahl der homo­se­xu­el­len Eltern im Nano-Bereich. Die selbst­er­klär­ten Inter­es­sen­grup­pen der Homo­se­xu­el­len haben kein Man­dat durch Wah­len und Abstim­mun­gen.

Die 29 Kreis- und Stadt­el­tern­bei­rä­te sowie der LEB sind dage­gen demo­kra­tisch gewähl­te Ver­tre­tun­gen. Sie reprä­sen­tie­ren alle Eltern schul­pflich­ti­ger Kin­der. Die Eltern­rech­te auf Erzie­hung ihrer Kin­der (Art. 6 GG) rei­chen laut Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt auch in die Schul­ge­stal­tung hin­ein. Gera­de in dem per­sön­lich-sen­si­blen Bereich der Sexu­al­erzie­hung muss daher der Stim­me der Eltern Gewicht bei­gemes­sen wer­den. Doch vom Kul­tus­mi­ni­ster wur­den sie in die­ser Sache abge­wim­melt. Der hört lie­ber auf die homo­se­xu­el­le Min­der­heit, die kaum Kin­der in der Schu­le haben.

Statt Ehe und Familie der Mehrheitsgesellschaft…

Auch bei der inhalt­li­chen Aus­ge­stal­tung des Lehr­plans zeigt sich eine extre­me Ver­zer­rung bei der Gewich­tung der The­men. Von Sei­ten des Kul­tus­mi­ni­ste­ri­ums und auch der CDU-Frak­ti­on wird stets ange­führt, dass der neue Lehr­plan doch nur die ver­än­der­ten gesell­schaft­li­chen Rea­li­tä­ten wider­spie­geln wür­de. In Wirk­lich­keit spie­len die The­men des pro­zen­tu­al sehr klei­nen Homo­se­xu­el­len-Seg­ments der Gesell­schaft eine über­pro­por­tio­na­le Rol­le in der Sexu­al­kun­de-Richt­li­nie. Hier ist kei­ner­lei Rea­li­täts­ab­bil­dung fest­zu­stel­len, son­dern nur das Echo vom laut­star­ken Ein­fluss der Homo-Lob­by, ver­stärkt durch Grü­ne und Medi­en.

Das The­ma Fami­lie ist dage­gen an den Rand gedrückt. Die klas­si­sche Insti­tu­ti­on „Ehe und Fami­lie“ soll laut den 29 ver­bind­li­chen Unter­richts­the­men über­haupt nicht mehr in den 18 Schul­jah­ren behan­delt wer­den. Damit wird nicht nur eine absur­de Ver­zer­rung der gesell­schaft­li­chen Rea­li­tät betrie­ben, son­dern auch eine Brüs­kie­rung der mei­sten Eltern und Eltern­ver­tre­tun­gen, die in der klas­si­schen Ehe- und Fami­li­en­kon­stel­la­ti­on leben. Laut Grund­ge­setz sol­len ‚Ehe und Fami­lie’ durch alle staat­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen – ins­be­son­de­re auch in der Schu­le – pri­vi­le­giert behan­delt wer­den. Im neu­en Lehr­plan sind Ehe und Fami­lie der Mehr­heits­ge­sell­schaft mar­gi­na­li­siert, dage­gen wird den Bezie­hungs- und Lebens­wei­sen von Homo­se­xu­el­len eine bevor­zug­te Stel­lung und Akzep­tanz ein­ge­räumt.

… privilegierte Akzeptanz von sexuellen Minderheiten

Der Lehr­plan ver­schärft sogar die Bevor­mun­dungs­ten­denz gegen­über dem Koali­ti­ons­pa­pier. Dort hieß es noch, die staat­li­chen Stel­len soll­ten „für die Akzep­tanz von Men­schen mit unter­schied­li­chen sexu­el­len und geschlecht­li­chen Iden­ti­tä­ten wer­ben“. In der Sexu­al­kun­de­richt­li­nie ist die bevor­zug­te Akzep­tanz nicht-hete­ro­se­xu­el­ler Lebens­wei­sen zu einer Ver­pflich­tungs­hal­tung von Leh­rer und Schü­lern erklärt wor­den.

Demo für alle gegen hessischen Aktionsplan, 25. Juni 2017, 15 Uhr, Luisenplatz, Wiesbaden
Demo für alle gegen hes­si­schen Akti­ons­plan, 25. Juni 2017, 15 Uhr, Lui­sen­platz, Wies­ba­den

Neben dem Schul­lehr­plan ist dem Akti­ons­plan die steu­er­lich finan­zier­te För­de­rung der schwul-les­bi­schen Auf­klä­rungs­grup­pen (SCHLAU-Teams) ein Anlie­gen (S. 11 und 16). Die erklär­ten Geg­ner von ‚Tole­ranz’ sol­len in Schul­klas­sen ein­sei­tig ‚Akzep­tanz’ nach dem bio­gra­phi­schen Ansatz pro­pa­gie­ren. Als Vor­aus­set­zung für deren Ein­satz hat der Kul­tus­mi­ni­ster die Vor­schrift des alten Lehr­plans gekippt, nach der die Ver­ant­wor­tung für den Sexu­al­erzie­hungs­un­ter­richt aus­schließ­lich bei den schu­li­schen Lehr­per­so­nen lie­gen. Die SCHLAU-Grup­pen dage­gen wol­len mög­lichst ohne Leh­rer ihre Schul­klas­sen-Work­shops abhal­ten. Die­se Pro­jek­te ohne Lehr­erkennt­nis und ‑auf­sicht wider­spre­chen aller­dings dem Rechts­an­spruch der Eltern, die von Sei­ten der ver­ant­wort­li­chen Lehr­per­so­nen in einem Eltern­abend aus­führ­lich über Ziel, Inhal­te, Metho­den sowie ein­ge­setz­te Lehr- und Lern­mit­tel infor­miert wer­den müs­sen.

Der hes­si­sche Akti­ons­plan für Akzep­tanz und Viel­falt gibt erneut Anlass, gegen die ein­ge­führ­te Sexu­al­erzie­hungs­richt­li­nie zu pro­te­stie­ren. Dazu besteht Gele­gen­heit am Sonn­tag, dem 25. 6. ab 15 Uhr auf dem Wies­ba­de­ner Lui­sen­platz direkt vor dem Kul­tus­mi­ni­ste­ri­um. Ver­an­stal­ter ist das Akti­ons­bünd­nis Demo für alle, in dem 21 Fami­li­en­or­ga­ni­sa­tio­nen, Eltern­in­itia­ti­ven und ande­re Grup­pen zusam­men­ge­schlos­sen sind.

Text: Hubert Hecker
Bild: Hessenschau.de/Twitter/Demo für alle (Screen­shots)

5 Kommentare

  1. Und das alles durch­ge­setzt von einer Lan­des­re­gie­rung, der die CDU ange­hört.
    Man sieht, was man von die­sem Herr­schaf­ten zu erwar­ten hat, wenn sie sich nur ein paar Regie­rungs­pöst­chen sichern kön­nen.
    „Klei­ne­res Übel“? Von wegen.
    Aber auch in Hes­sen gibt es zu allem eine Alter­na­ti­ve.

  2. Mich wür­de mal inter­es­sie­ren, wer wirk­lich hin­ter die­ser Umer­zie­hung steht. Unse­re Poli­ti­ker sind es nicht, sie sind rei­ne Befehls­emp­fän­ger. Des­sen bin ich mir sicher.

    Es sind jene Leu­te die für sich regie­ren las­sen. Im wesent­li­chen die Eigen­tü­mer einer Insti­tu­ti­on, wel­che 1913 gegrün­det wur­de. Sie blei­ben im Hin­ter­grund und sind damit nicht angreif­bar. Das geht in Euro­pa schon seit dem Ende des ersten Welt­kriegs so. Die „Demo­kra­tie“ wur­de uns damals aufs Auge gedrückt.

    Es gibt da ein erhel­len­des Buch: „Die lei­se Dik­ta­tur“ Unter­ti­tel: „Das Schwin­den der Frei­heit“ von Micha­el Mül­ler. Das gan­ze (christ­li­che) Buch ist ledig­lich eine Samm­lung von etwa 20 Autoren. Der Her­aus­ge­ber selbst hat dort meh­re­re Bei­trä­ge. Wer die ersten zwei Bei­trä­ge des Her­aus­ge­bers gele­sen hat (der inter­es­san­te­re der bei­den Bei­trä­ge lau­tet „Leben wir in der Matrix ?“) der hat im Prin­zip das wesent­li­che schon ver­stan­den. Ich kann das Buch jedem wärm­stens emp­feh­len. Es ist nicht ein­fach zu bekom­men. Wer es aber will, der bekommt es.

    War­um leben wir mei­ner Ansicht mach in einer Schein­de­mo­kra­tie? Weil die­se Leu­te erkannt haben, dass es sich lohnt über einen lan­gen Zeit­raum die ent­spre­chen­den Bevöl­ke­run­gen umzu­po­len. So was braucht Zeit, ist dafür aber um so effek­ti­ver und lang­fri­stig vor­teil­haf­ter gegen­über einer ech­ten Dik­ta­tur.

    Fast nie­mand kann sich vor­stel­len, dass es gera­de so läuft. Ich und die weni­gen ande­ren die es ver­stan­den haben wer­den mil­de belä­chelt. Die paar Leu­te, wel­che durch­blicken muß man da gar nicht ver­fol­gen. Es glaubt ihnen eh nie­mand.
    Rein vom Auf­bau her ein per­fek­tes System. Nur so kann man sich erklä­ren, wie die Christ­de­mo­kra­ten in den letz­ten 40 Jah­ren rei­hen­wei­se „umge­fal­len“ sind. Dass die Frei­mau­re­rei da ganz dick mit drin sitzt, dürf­te klar sein.

    • Wer nicht macht, was „die da oben vor­ge­ben“, hat kei­ne Chan­ce auf ein poli­ti­sches oder auch kirch­li­ches Man­dat; des­halb spre­chen Poli­ti­ker wie Kle­ri­ker „in ein Loch“, sprich poli­tisch kor­rekt. Wer dem Logen­dik­tat nicht folgt ist schnell weg vom Fen­ster!

  3. Dio­ny­si­os
    Die hier auf­ge­wor­fe­ne Fra­ge, wer eigent­lich ein Inter­es­se an den Umwäl­zun­gen hat, die wir der­zeit erle­ben, ist nach dem Prin­zip — die Dia­gno­se vor der The­ra­pie — die ent­schei­den­de. Dabei ist die Sexua­li­sie­rung aller Lebens­be­rei­che, die all­ge­gen­wär­ti­ge Por­no­gra­phie, die staat­lich betrie­be­ne Indok­tri­na­ti­on mit der Gen­der­ideo­lo­gie, nur eine der Umwäl­zun­gen. Sie ist aber eine der fol­gen­reich­sten, da sie die Per­sön­lich­keit nach­hal­tig formt.
    Wenn die Lust­be­frie­di­gung zum wesent­li­chen Lebens­prin­zip wird und ihre Ver­wirk­li­chung nur eine Fra­ge der gün­stig­sten Gele­gen­heit ist, gerät die Ach­tung vor der Inte­gri­tät des ande­ren aus dem Blick. Der gün­sti­gen Gele­gen­heit fal­len u. U. auch Kin­der zum Opfer. Dass die früh­kind­li­che Sexu­al­erzie­hung in der Art, dass alle mög­li­chen Sexu­al­prak­ti­ken demon­striert wer­den und nach Mög­lich­keit auch von den Kin­dern erlebt wer­den sol­len, die Kin­der vor sexu­el­ler Über­grif­fig­keit schüt­zen soll, kann man nur als Schutz­be­haup­tung zurück­wei­sen.
    Letzt­lich wen­det sich das gesell­schaft­li­che Expe­ri­ment „Früh­se­xua­li­sie­rung„ gegen die Fami­lie, die für Ver­trau­en, Lie­be, Für­sor­ge, Schutz der zur Fami­lie Zuge­hö­ri­gen und das Wohl der Kin­der, aber auch für Ver­zicht und gegen jeden Hedo­nis­mus steht, und in deren gei­sti­gen Kos­mos auch Iden­ti­tät und Über­zeu­gun­gen ent­ste­hen, die auch von den Fami­li­en­nar­ra­ti­ven wesent­lich geprägt sind. Die Fami­lie ist daher heu­te mit­un­ter der ein­zi­ge Ort von Ver­trau­en und daher auch der Ort, wo Über­zeu­gun­gen Mei­nungs­mo­no­po­len stand­hal­ten kön­nen. Dass gera­de Dik­ta­tu­ren die „Luft­ho­heit über die Kin­der­bet­ten“ zu gewin­nen such­ten, ver­wun­dert so auch nicht.
    Dem Sin­gle Dasein, wenn es als hedo­ni­sti­sche Lebens­form gewollt ist, fehlt die wesent­li­che Lebens­di­men­si­on des abso­lu­ten Ver­las­sens auf einen ande­ren: Dazu gehört auch die Arti­ku­la­ti­on von Über­zeu­gun­gen, die im ver­trau­li­chen Dis­kurs mit dem ande­ren rei­fen. Ent­ge­gen einem ver­brei­te­ten Miss­ver­ständ­nis ist die gesell­schaft­li­che Frag­men­tie­rung kein Feld, auf dem Mei­nungs­viel­falt und Zivil­cou­ra­ge gut gedei­hen. Viel­mehr erscheint die Gesell­schaft durch die Indi­vi­dua­li­sie­rung beson­ders anfäl­lig für Mani­pu­la­tio­nen, sei es durch Wer­bung und Unter­hal­tungs­sen­dun­gen, die den poli­ti­schen Main­stream ver­deckt unter­stüt­zen, sei es durch ein Mei­nungs­kar­tell, wie es sich zuwei­len auch in kon­zer­tier­ten Medi­en­kam­pa­gnen zeigt.
    Die bür­ger­li­chen Par­tei­en euro­pa­weit haben so ziem­lich alle kon­ser­va­ti­ven Posi­tio­nen, die sie ein­mal ver­tre­ten haben, ver­ra­ten. Dass das hes­si­sche Kon­zept gera­de auch von einem CDU Poli­ti­ker durch­ge­setzt wird, ist nur ein wei­te­rer Beleg für die­ses Pro­ce­de­re. Skan­da­lös ist aller­dings, dass die katho­li­sche Kir­che, inso­fern sie in die Öffent­lich­keit hin­ein­wirkt, die­ses Spiel mit­spielt.

  4. Die For­de­rung von Akzep­tanz ist in einer Demo­kra­tie unzu­läs­sig, weil die Mei­nungs­frei­heit ein­ge­schränkt wird.

    Ver­fas­sungs­recht­lich nicht halt­bar. Ich wür­de es mit Kla­gen ver­su­chen. Als Ein­zel­ne betrof­fe­ne Eltern­paa­re oder auch als Ver­band oder Inter­es­sen­ver­tre­tung.

    Hier fin­det die Dis­kri­mi­nie­rung hete­ro­se­xu­ell und mono­ga­me ein­ge­stell­ter Men­schen statt und greift in den per­sön­li­chen her Bereich der Fami­lie und der Lebens­ein­stel­lun­gen und dem Erzie­hungs­recht ein.

    Kla­gen!

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