Trappistenabtei Mariawald — Warum stört der alte Ritus die „bunte“ Kirche so?

Herrscht wirklich Winter im Trappistenkloster Mariawald? Warum stört der überlieferte Ritus so sehr?
Herrscht wirklich Winter im Trappistenkloster Mariawald? Warum stört der überlieferte Ritus so sehr?

Wird vom Vati­kan die Auf­he­bung der alt­ri­tu­el­len Trap­pi­sten­ab­tei Maria­wald in der Eifel betrie­ben? Als Grund wird die zu gerin­ge Zahl an Mön­chen genannt. Es scheint aber vor allem die über­lie­fer­te Form des Römi­schen Ritus zu stö­ren, wie er auch bei den Fran­zis­ka­nern der Imma­ku­la­ta stör­te. Maria­wald ist neben Stift Engels­zell in Ober­öster­reich das ein­zi­ge Trap­pi­sten­klo­ster im deut­schen Sprach­raum.

Trap­pi­sten sind Zister­zi­en­ser der stren­gen Obser­vanz. Der Orden ent­stand im 17. Jahr­hun­dert als Reform­be­we­gung zur Erneue­rung des Zister­zi­en­ser­or­dens. Die Trap­pi­sten zeich­nen sich durch stren­ge mona­sti­sche Aske­se, Beto­nung der kör­per­li­chen Arbeit und Schwei­gen aus. Aus die­sem Grund über­nimmt der Orden in der Regel kei­ne aus­wär­ti­gen Auf­ga­ben in der Seel­sor­ge.

Klosterkirche Mariawald
Klo­ster­kir­che Maria­wald

1480 kamen die ersten Zister­zi­en­ser nach Maria­wald und errich­te­ten dort ein Klo­ster. Trotz gro­ßer Pro­ble­me durch Luthers „Refor­ma­ti­on“ und den dar­auf fol­gen­den Reli­gi­ons­krie­gen über­dau­er­te das Klo­ster die­ser schwie­ri­ge Zeit. Mit dem Ein­marsch der kir­chen­feind­li­chen, fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­ons­trup­pen folg­te 1794 aller­dings das Aus. „Doch die fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on brach aus, und die wel­schen Hor­den, denen nichts hei­lig war, besetz­ten auch unse­re Gegend. Das Klo­ster­gut wur­de mit Beschlag belegt und die Mön­che muß­ten Maria­wald ver­las­sen“, heißt es in der Klo­ster­chro­nik.

1860 kauf­ten elsäs­si­sche Trap­pi­sten aus Oelen­berg das ehe­ma­li­ge Zister­zi­en­ser­klo­ster zurück. Kurz dar­auf kamen die ersten Brü­der dort­hin. Der Auf­bau gestal­te­te sich schwie­rig. Im anti­ka­tho­li­schen Kul­tur­kampf Bis­marcks muß­ten die Mön­che das Klo­ster wie­der ver­las­sen. 1887 kehr­ten sie zurück und setz­ten den Auf­bau erfolg­reich fort. 1909 fand die Erhe­bung zur Abtei statt und damit zu einer auto­no­men Mönchs­ge­mein­schaft inner­halb des Ordens. Die Abtei blüh­te, wie die trau­ri­ge Zahl belegt, daß im Ersten Welt­krieg 33 Mön­che zum Kriegs­dienst ein­ge­zo­gen wur­den. Drei von ihnen sind gefal­len.

Wäh­rend der NS-Zeit und des Zwei­ten Welt­krie­ges muß­ten Mön­che erneut Kriegs­dienst lei­sten, wäh­rend ande­re als Regime­geg­ner ver­haf­tet wur­den. Mit der her­an­rücken­den West­front wur­de die Abtei auf­ge­ho­ben, um ein Feld­la­za­rett ein­zu­rich­ten. Ende April 1945 kehr­ten die über­le­ben­den Mön­che zurück.

Rückkehr zum überlieferten Ritus des Ordens

2008 gewähr­te Papst Bene­dikt XVI., auf Bit­ten von Abt Josef Voll­berg, der Abtei das Pri­vi­leg, zur alten Lit­ur­gie und Obser­vanz des Ordens zurück­zu­keh­ren. Maria­wald war damit das erste Klo­ster im deut­schen Sprach­raum, das zur über­lie­fer­ten Form des Römi­schen Ritus zurück­ge­kehr­te, wie er bis zur Lit­ur­gie­re­form von 1969/1970 galt. Abt Voll­berg setz­te die­sen Schritt aus tie­fer Über­zeu­gung, weil er ihn in spi­ri­tu­el­ler und lit­ur­gi­scher Hin­sicht für not­wen­dig erach­te­te. Indi­rekt ver­bun­den war damit auch die Hoff­nung und Über­zeu­gung, daß durch die geist­li­che Gene­sung sich auch ein Zuwachs an Mön­chen ein­stel­len wird.

Die Rück­kehr zum über­lie­fer­ten Ritus wur­de kon­vent­in­tern, und hier begin­nen die Par­al­le­len zum Orden der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta, nicht ein­hel­lig geteilt. Mit dem uner­war­te­ten Rück­tritt von Papst Bene­dikt XVI. und der Wahl von Papst Fran­zis­kus wit­ter­ten jene Mor­gen­luft, die an die­ser geist­li­chen Erneue­rung kei­nen Gefal­len fan­den. Als Argu­ment wur­de ins Feld geführt, daß der erhoff­te Zuwachs aus­blieb.

Das Gesamt­kli­ma in der Kir­che hat­te sich unter Fran­zis­kus geän­dert. Die För­de­rung der über­lie­fer­ten Form des Römi­schen Ritus wur­de ein­ge­stellt. Der neue Papst äußer­te sich ver­nehm­bar und abschät­zig über die „Tra­di­tio­na­li­sten“, die er völ­lig unzu­tref­fend als „Pela­gia­ner“ denun­zier­te. Die Ordens­kon­gre­ga­ti­on begann einen regel­rech­ten Ver­nich­tungs­feld­zug gegen den jun­gen und blü­hen­den Orden der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta. Seit vier Jah­ren wüten im Orden die Kom­mis­sa­re. Die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta konn­ten zahl­rei­che Beru­fun­gen auf­wei­sen, mehr als die mei­sten neu­ri­tu­el­len Orden. Zuwachs­man­gel konn­te nicht als Argu­ment gegen sie ins Feld geführt. Viel­mehr schei­nen die vie­len Beru­fun­gen für einen alt­ri­tu­el­len Orden Neid und Miß­gunst geweckt zu haben. Der Gesamt­ein­druck seit 2013 ist: Wenn Rom gegen eine alt­ri­tu­el­le Gemein­schaft vor­ge­hen will, dreht man sich die „Argu­ment“ zurecht, wie sie gera­de pas­sen.

Berufungen sind eine Gnade Gottes — Mariawald wollte man keine Zeit gewähren

Mönche betreten das Refektorium
Mön­che betre­ten das Refek­to­ri­um (histo­ri­sche Auf­nah­me, Maria­wald)

Beru­fun­gen sind immer eine Gna­de Got­tes. Sie wol­len erbit­tet wer­den. Mit der Rück­kehr zum über­lie­fer­ten Ritus, so der Ein­druck, wur­de die Abtei Maria­wald von einem Teil des Trap­pi­sten­or­dens als eine Art Fremd­kör­per emp­fun­den. Eine Hal­tung, die von der Ordens­kon­gre­ga­ti­on in Rom geteilt wird, wie seit der Drang­sa­lie­rung der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta offen­kun­dig ist.

Abt Josef Voll­berg fand in der Ver­gan­gen­heit sehr klu­ge und deut­li­che Wor­te für die Tra­di­ti­on und den über­lie­fer­ten Ritus, aber auch zur Kir­chen­kri­se. Offen­bar zu deut­li­che Wor­te. Gei­stes­grö­ßen wie der Phi­lo­soph Robert Spa­e­mann lehr­ten an der haus­ei­ge­nen Lehr­an­stalt, weil sie die spi­ri­tu­el­le Tie­fe und mön­chi­sche Stil­le des alt­ri­tu­ell gewor­de­nen Klo­sters schätz­ten. Spa­e­mann wur­de von Medi­en bereits als „Kon­ter-Revo­lu­tio­när“ bezeich­net, was sel­ten posi­tiv gemeint ist. Im besten Sinn die­ses Wor­tes läßt sich aber sagen, daß auch die Abtei durch das wie­der­ge­won­ne­ne Cha­ris­ma zu einem Teil jener „Kon­ter-Revo­lu­ti­on“ wur­de, die ein Wesens­merk­mal der Katho­li­zi­tät ist.

Wie bei den Fran­zis­ka­nern der Imma­ku­la­ta (oder gegen die Bischö­fe Livie­res und Oli­ve­ri, denen gemein­sam war, daß sie in ihren Bis­tü­mern mit gro­ßem Erfolg den über­lie­fer­ten Ritus för­der­ten und vie­le Prie­ster­be­ru­fun­gen anzo­gen) begann auch in Maria­wald alles mit einer Visi­ta­ti­on, die vor einem Jahr erfolg­te. Anschlie­ßend hieß es, die Zahl von zehn Mön­chen unter­schrei­te das vor­ge­se­he­ne „Mini­mum“ von zwölf, die für eine eigen­stän­di­ge Abtei vor­ge­se­hen sind Zum Ver­gleich, die öster­rei­chi­sche Abtei Engels­zell zählt der­zeit fünf Mön­che. Der aktu­el­le Supe­ri­or ad nutum stammt aus Oelen­berg. Von einer Auf­he­bung der Abtei ist aber kei­ne Rede. Weil man dort den neu­en Ritus pflegt? Der Ver­dacht liegt nahe.

Schwerwiegende Eingriffe

Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg
Wie­der­auf­bau nach dem Zwei­ten Welt­krieg

Der Visi­ta­tor bemän­gel­te, daß der Abt und eine Grup­pe von Mön­chen den über­lie­fer­ten Ritus pfle­gen, wäh­rend eine Grup­pe älte­rer Mön­che am Stun­den­ge­bet im neu­en Ritus fest­hal­ten. Zwei Riten neben­ein­an­der im sel­ben Kon­vent sei­en eine nicht trag­ba­re Situa­ti­on. Gibt es im Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus nur einen Lösungs­weg?: Wo sich über­lie­fer­ter und neu­er Ritus in die Que­re kom­men, hat der über­lie­fer­te Ritus zu wei­chen? Der über­lie­fer­te Ritus wird in Maria­wald noch immer gepflegt. Den­noch kam es zu schwer­wie­gen­den Ein­grif­fen, die man­che Gläu­bi­ge ent­mu­ti­gen, aber auch Postu­lan­ten abschrecken.

Abt Josef Voll­berg, der die Abtei in die geist­li­che Erneue­rung geführt hat­te, wur­de im Okto­ber 2016 zum Rück­tritt gezwungen.Damit hat­ten der Trap­pi­sten­or­den und die römi­sche Ordens­kon­gre­ga­ti­on ein unzwei­deu­ti­ges Urteil dar­über gefällt, was sie von sei­nem Wir­ken hal­ten. Offi­zi­ell klingt natür­lich alles ganz anders, wie es in der Spra­che der Kir­che eben üblich ist. Offi­zi­ell trat Abt Voll­berg „frei­wil­lig“ zurück, bat um sei­ne Ent­bin­dung, die groß­mü­tig gewährt wur­de. „Durch die­sen Schritt hof­fe ich einen wesent­li­chen Bei­trag für die zukünf­ti­ge Ent­wick­lung der Abtei gelei­stet zu haben“, so der Abt in sei­nem Schrei­ben an die Gläu­bi­gen.

Dem Abt wur­de fak­tisch kei­ne ande­re Wahl gelas­sen, nach­dem mit der Auf­he­bung des Klo­sters gedroht wor­den war. Einem sol­chen Schritt woll­te er mit sei­nem Amts­ver­zicht zuvor­kom­men. Ende Novem­ber 2016 über­nahm einer der Visi­ta­to­ren, der Abt von Til­burg in den Nie­der­lan­den, als Immedi­at die Lei­tung von Maria­wald. Der bis­he­ri­ge Abt Voll­berg wur­de als Pri­or ein­ge­setzt und blieb Haus­obe­rer. Damit ist de fac­to die Eigen­stän­dig­keit als Abtei ver­lo­ren­ge­gan­gen, konn­te das Klo­ster aber als Prio­rat unter Immediats-Ver­wal­tung geret­tet wer­den. Die Abtei ist damit for­mal­recht­lich nicht auf­ge­ho­ben und könn­te durch die Wahl eines Abtes wie­der ihre Eigen­stän­dig­keit zurück­erlan­gen.

Wirk­lich gesi­chert scheint der Fort­be­stand der Abtei und des Klo­sters aber nicht. Die per­so­nel­le Situa­ti­on ist seit dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil ange­spannt. Der bis­he­ri­ge Abt und nun­meh­ri­ge Pri­or, P. Josef Voll­berg, ist der ein­zi­ge Trap­pist seit dem Kon­zil, der in Maria­wald ein­ge­tre­ten ist, hier sei­ne ewi­ge Pro­feß abge­legt hat und seit­her unun­ter­bro­chen hier lebt. Ein Trap­pi­sten­an­wär­ter soll auf­ge­for­dert wor­den sein, das Klo­ster zu ver­las­sen und sich zwecks Wei­ter­ver­wen­dung an den Bischof von Aachen zu wen­den. Offen­bar ist die wei­te­re per­so­nel­le Aus­dün­nung des Kon­vents beab­sich­tigt. Erst vor weni­gen Tagen nahm ein Postu­lant das Ordens­ge­wand als Novi­ze. So Gott will, wird noch 2017 ein Pro­fes­se die ewi­gen Gelüb­de able­gen.

Mön­che und Gläu­bi­ge stel­len sich die bit­te­re Fra­ge, war­um die Tra­di­ti­on der Kir­che und die über­lie­fer­te Form des Römi­schen Ritus man­chen in der Kir­che eine sol­cher Dorn im Auge sind. Ein sol­cher Dorn, daß deren Gemein­schaf­ten und Ver­tre­ter unter eine Art von Qua­ran­tä­ne gestellt wer­den, als wären sie Aus­sät­zi­ge, die man vom übri­gen Cor­pus Eccle­siae fern­hal­ten muß, da die­ser anson­sten „infi­ziert“ wer­den könn­te. Die­sen Pro­zeß könn­te man auch „gei­sti­ge Befruch­tung“ nen­nen, die offen­bar man­chen nicht genehm ist.

Um das Klo­ster bil­de­te sich jüngst eine Gebets­ge­mein­schaft für Maria­wald. Die Ange­hö­ri­gen beten für die eige­ne Ver­voll­komm­nung aber in beson­de­rer Wei­se auch für das Klo­ster und die klö­ster­li­che Gemein­schaft.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wikicommons/Mariawald (Screen­shots)

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16 Kommentare

  1. Die Umstel­lung hat in Maria­wald aller­dings auch wirk­lich nicht zu den erhoff­ten Beru­fun­gen geführt. War bei der sehr spe­zi­el­len Beru­fung der Trap­pi­sten auch eine eini­ger­ma­ßen nai­ve Erwar­tung. Den­ke, selbst im Umfeld von FSSPX wäre die­ses Expe­ri­ment nicht bes­ser gelun­gen. Vor allem woll­te es nur eine Min­der­heit der Mön­che um den Abt. Aller­dings hal­te ich die­sen Umstand in die­sem kon­kre­ten Fall für nur nach­ge­ord­net gegen­über den zuerst genann­ten Aspek­ten.

    • Nicht kor­rekt:
      die Tran­sal­pi­ne Redemp­to­ri­sten in Groß­britta­ni­en (Papa Stron­s­ay), die Abtei Our Lady of Gua­de­lou­pe (USA) (Bene­dik­ti­ner mit der FSSPX asso­ziert) und eini­ge tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Kon­ven­ten in den Rocky Moun­tains flo­rie­ren (letz­te­re übri­gens gera­de in einem Gebiet wo schreck­lich­ste Übel­ta­ten von moder­nen Kir­chen­leu­ten ange­rich­tet wurden)(Jesuitenprovinz „Ore­gon“, die jesui­ten­ba­sier­te „RockyM oun­tains Mis­si­on“).

      Ver­drän­gung und Ver­blen­dung einer­seits und auto­ri­tä­res Nie­der­knüp­peln mit einem dicken Bal­ken machen die moder­ni­sti­sche Kir­che nicht sym­pa­thi­scher.

  2. Maria­wald ist ja zugleich ein Doku­ment der ehe­mals rei­chen mona­sti­schen Kul­tur der Eifel und aus die­sem Grund fühlt sich der Schrei­ber die­ser Zei­len, in beson­de­rem Maße mit dem Schick­sal des Klo­sters ver­bun­den. Auf zwei Beob­ach­tun­gen soll­te jedoch hin­ge­wie­sen wer­den: Die Schwie­rig­kei­ten von Maria Wald began­nen zeit­gleich mit der Beru­fung eines neu­en Bischofs und bereits vor des­sen Amts­ein­füh­rung in Aachen!!! Im Klo­ster eige­nen Patri­mo­ni­um Ver­lag ist ein Buch von Wil­li Arnolds erschie­nen mit dem Titel „Die schlei­chen­de Abkehr von Rom“- Der Autor the­ma­ti­siert dar­in die ant­rhö­mi­sche Ein­stel­lung in der deut­schen Kir­che ins­be­son­de­re in den Lai­en­gre­mi­en. Er ver­weist dabei auf den Dienst von Prie­stern und Lai­en, das Sakra­ment der Ehe und die Öku­me­ne. Die in der Pres­se geführ­te Kam­pa­gne gegen Papst Bene­dikt XVI. im Jah­re 2009 wird aus­führ­lich dar­ge­stellt. Der zwei­te Teil berich­tet über die Aus­wir­kun­gen im Bis­tum Aachen. Offen­sicht­lich wur­de hier der ver­letz­li­che Punkt in Aachen getrof­fen. Der Erhalt die­ses Klo­sters und sei­nes Ver­la­ges soll­te allen Mit­le­sern ein Anlie­gen sein.

  3. Wie län­ger ich all die­ses Drang­sa­lie­run­gen und Kujon­nie­ren von bra­ven treu­en katho­li­schen Men­schen durch Kle­rus­ap­pa­rat­schiks sehe, desto grö­ßer wird mein Respekt und Hoch­ach­tung für Msgr. Erz­bi­schof Lef­eb­v­re.
    Und den Mön­chen von Maria­wald sei erin­nert an die her­vor­ra­gen­de Tak­tik von Dom Gérard mit sei­ner Abtei in Le Bar­roux (Pro­vence, bei Avignon)(FR):
    1966 aus sei­ner alten moder­ni­stisch gewor­de­nen Bene­dik­ti­ner­ab­tei mit einem Moped weg­ge­fah­ren, gestar­tet als Ere­mit in einer alten Hüt­te, ent­wickel­te sich unter sei­ner Füh­rung rasch ein blü­hen­der Kon­vent.
    Msgr. EB Lef­eb­v­re unter­stütz­te mas­siv mit spi­ri­tu­el­ler und finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung.
    1988, drei Jah­re nach Eccle­sia Dei, lang nach den ande­ren tra­di­ti­ons­freund­li­chen Gesell­schaf­ten, ging Le Bar­roux zu „Eccle­sia Dei“ über- nach einem sehr sub­stan­zi­el­lem finan­zi­el­lem „Geschenk/Don“ und mit der Erhe­bung von Dom Gérard zu Bischof.
    „Zu brav ist zu doof“ sag­te mein Groß­va­ter des öfte­ren.

    • „Zu brav ist zu doof“
      „Gut­heit ist ein Trumm von der Lider­lich­keit!“ Mei­ne Groß­mutter müter­li­cher­seits.

  4. Die Abtei Maria­wald braucht Zeit. Die älte­ren Mön­che wol­len nicht zurück zu über­lie­fer­ten Form. Das ist eben die­se Genera­ti­on. Für die­se Leu­te stellt die neue Mess­form einen gro­ßen Fort­schritt dar. Bedau­er­lich dass sich die Mön­che nicht einig sind.Eins ist klar die neue Lit­ur­gie hat den Trap­pi­sten eher gescha­det.

  5. Ein klei­ner Nach­trag zum Kon­vent von Maria­wald. Reli­gio­sen, die sich dem moder­ni­sti­schen Ritus ver­pflich­tet sahen, waren auch zu Zei­ten des NOM zum gro­ßen Teil nicht im Chor zu sehen.

  6. Der Ver­gleich mit dem ober­öster­rei­chi­schen Stift Engels­zell ist in der Tat sehr inter­es­sant und auf­schluss­reich. Lei­der ver­fü­ge ich über kei­ne aus­rei­chen­den histo­ri­schen und kir­chen­recht­li­chen Kennt­nis­se, wie das klö­ster­li­che Stifts­we­sen in Öster­reich kano­nisch gere­gelt ist. Viel­leicht könn­te hier ein­mal ein Fach­mann erläu­tern, wie es kir­chen­recht­lich mög­lich ist, dass ein Kon­vent von ledig­lich fünf Mön­chen wei­ter­hin bestehen kann, wäh­rend es in Maria­wald mit einer dop­pelt so gro­ßen Zahl von Mön­chen so vie­le Schwie­rig­kei­ten gibt.

  7. Ein durch­sich­ti­ger Liqui­die­rungs­ver­such.
    Die als Grund vor­ge­scho­be­ne „Mini­mum­zahl von 12 Mön­chen für eine Abtei“ ist tota­ler Blöd­sinn- und der jet­zi­ge Visi­ta­tor und Supe­rior­abt Dom Bern­har­dus der Trap­pi­sten­ab­tei Koningshoeven(bei Tilburg/NL) weiß es natür­lich auch:
    sei­ne eige­ne Abtei Koningshoeven geriet nach dem 2. Vat. Kon­zil in schwer­sten Pro­ble­men, von ein­mal 150 Mön­chen fiel der Bestand auf 18 Mön­chen zurück; Ret­tung kam, wenn 9 alte Mön­chen in Hei­me aus­ge­la­gert wur­den und mit 9 (dixi: neun) jün­ge­ren Mön­chen ein Neu­an­fang gemacht wur­de, der übri­gens auch holp­rig ver­lief. Das Schrei­ben v. Dom Bern­har­dus ist allein schon wegen sei­nes Her­um­ei­erns lesens­wert.

    Maria­wald wird nicht gewährt, was vor eini­gen Jah­ren an Kningshoeven wohl gewährt wur­den; „Quod licet Jovi, non licet bovi“ oder: die Dia­lek­tik des real­exi­stie­ren­den Pero­nis­mus.

    @Tridentinus hat übri­gens Unrecht:
    Die Rück­kehr zu der tra­di­tio­nel­len Lit­ur­gie ist nicht nur viel­ver­spre­chend, son­dern lang­fri­stig die ein­zi­ge Über­le­bens­mög­lich­keit für die beschau­li­che Orden. Sehr schö­nes Bei­spiel hier die Bene­dik­ti­ner­ab­tei Wis­ques, die von Soles­mes (moder­ner Stil) zu Font­gom­bault (Eccle­sia Dei) über­ging und einen sehr gelun­ge­nen neu­en Start hin­leg­te.

    Trap­pi­sten­ab­tei­en sind übri­gens ent­ge­gen häu­fi­ger Ansicht kei­ne immo­bi­le son­dern sehr dyna­mi­sche Gemein­schaf­ten mit rela­tiv stark schwan­ken­den Mit­glie­der­zah­len. Das läßt sich z.B. sehr gut an (F) La Trap­pe, Cîteaux, (NL) Koningshoeven, (B) West­malle und Westv­le­te­ren beob­ach­ten.

    Ins­ge­samt scheint das Ver­ständ­nis oben in Rom dazu zu Null zu ten­die­ren bzw. scheint hier der Wil­le und Wunsch, etwas Unge­lieb­tem den Gar­aus zu machen, zu prä­mie­ren. Und wie immer gibt es Mit­läu­fer und wil­li­ge Voll­strecker; Judas macht Teil der Pas­si­ons­ge­schich­te aus.

    • @ Adri­en Antoi­ne

      Vie­len Dank für Ihre Bei­trä­ge. Mich wür­de in die­sem Zusam­men­hang genau­er inter­es­sie­ren, wie sich die Situa­ti­on in den nie­der­län­di­schen und bel­gi­schen Trap­pi­sten­klö­stern dar­stellt, die vor allem durch ihr berühm­tes Bier und ande­re Klo­ster­er­zeug­nis­se bekannt sind. Es ist ja durch­aus erstaun­lich, dass sich in einem so klei­nen säku­la­ren Staat wie Bel­gi­en mit sei­ner libe­ra­len Kir­chen­füh­rung immer­hin sechs Trap­pi­sten­ab­tei­en hal­ten kön­nen. Wie gestal­tet sich dort der klö­ster­li­che All­tag? Sym­pa­thi­sie­ren ein­zel­ne Mön­che auch mit der tra­di­tio­nel­len Dis­zi­plin und Lit­ur­gie? Gibt es dazu nähe­re Infor­ma­tio­nen?

      • Die mei­ste Trap­pi­sten­ge­mein­schaf­ten in Bel­gi­en und in den Nie­der­lan­den wur­den ursprüng­lich von geflüch­te­ten Trap­pi­sten aus Frank­reich und spä­ter ande­ren Län­dern gegrün­det.
        Mei­stens auch exemt, war und ist der Ein­fluß der libe­ra­len Kir­chen­füh­rung deut­lich gerin­ger als bei den welt­li­che­ren Orden.
        Da wo beim und nach dem 2.Vat. Kon­zil der Diö­ze­sank­le­rus und die mehr welt­of­fe­ne Orden in Nord­bel­gi­en teils bis zur Ver­nich­tung „zusam­men­ge­schos­sen “ wur­den, haben die kon­tem­pla­ti­ven Orden sich viel bes­ser bewährt: so schon 1975 fest­ge­stellt, und trotz vor­über­ge­hen­der Durst­strecke in den 80er und Beginn der 90er Jah­ren danac wie­der ver­mehrt Ein­trit­te.
        Der gre­go­ria­ni­sche Gesang ist abge­se­hen v. Achel fast kom­plett weg­ge­fal­len; die nie­der­län­di­sche Abteie machen das Stun­den­ge­bet auf Nie­der­län­disch mit spe­zi­el­ler Psal­men­über­set­zung.
        Westv­le­te­ren hat eine moder­ne Kir­che und die Web­site ist deut­lich sehr modern und auch modern-west­flä­misch inspi­riert.
        West­malle scheint mir mehr dem alten Typus einer Trap­pi­sten­ab­tei zu ver­kör­pern.
        Für Flan­dern ist zube­rück­sich­ti­gen, daß es dort kaum Zisterzienser-(Bornem auf­ge­ho­ben) und Bene­dik­t­i­ni­n­er­ab­teie gibt (St-Pieters(Brügge) jetzt Alten­re­si­denz, Kei­zers­berg sehr klein, Aff­li­gem sehr alt, Den­der­mon­de und St.-Andries(Brügge))

        • Vie­len Dank für die Aus­füh­run­gen. Und wie sieht es in den wal­lo­ni­schen Abtei­en aus? Das Klo­ster N. D. de Saint Saint-Rémy in Roche­fort macht auf mich, auf den ersten Blick auf die Home­page, einen recht guten Ein­druck. Von dort stammt ja auch Pater Jean-Fran­çois de Lou­ven­court, der jüngst ein Buch über die Seher­kin­der von Fati­ma ver­öf­fent­licht hat.

  8. Zum Titel: „War­um stört den „Alten Ritus“ die bun­te Kir­che so?“ fol­gen­de Illu­stra­ti­on:

    2011 waren in der uralten Bene­dik­ti­ner­ab­tei „St.-Omer près A.“ (Pseud­ony­mi­siert) im äusser­sten Nor­den Frank­reichs noch 18 Mön­chen, Durch­schnitts­al­ter 78 Jah­re, dr Jüng­ste 74 Jah­re, die Hälf­te älter als 82 Jahr, der letz­te Ein­tritt vor 27 Jah­ren.
    Mathe­ma­tisch kann man aus­rech­nen: in 10 Jah­ren ist alles aus (bzw. tot).
    Hier droh­te das lei­der alt­be­kann­te „Aus­lösch­sze­na­rio“ (sic die bel­gi­sche Bischofs­kon­fe­renz).
    (Die Situa­ti­on war viel schlim­mer als in Mari­en­wald).

    Es geschah dann etwas Uner­hör­tes:
    Der loka­le Bischof, übri­gens nicht als beson­ders tra­di­ti­ons­ori­en­tiert bekannt, enga­gier­te sich für die Wei­ter­füh­rung der Abtei.
    Kurz vor­her hat­te er eine über­tau­send­jäh­ri­ge Zister­zie­ne­rin­nen­ab­tei schlie­ßen müs­sen; jetzt ver­kün­de­te er sehr bemerkt in den Lokal­zei­tun­gen daß „er nicht der Bischof sein woll­te, der alle uralte Abtei­en in sei­ner Diö­ze­se zumach­te“.
    Der Bischof wand­te sich wegen Stär­kung und Auf­fri­schung des Kon­vents an die sehr bekann­te und frü­her sehr gro­ße Mut­ter­ab­tei S., die nach dem 2. Vat. Kon­zil und mit der moder­nen Lit­ur­gie lei­der viel an Qua­li­tät und Mann­schafts­stär­ke ver­lo­ren hat­te (Inzwi­schen ist das ehe­mals welt­be­rühm­te Gre­go­ria­nik­zen­trum nicht mehr funk­tio­nie­rend).
    Die Mut­ter­ab­tei S. erklär­te sich nicht im Stan­de, Hil­fe bie­ten zu kön­nen.
    Der Bischof wand­te sich dann an die Schwe­ster­ab­tei von „St.-Omer“, die Abtei*, Toch­ter von S., 1967 wegen den for­mel­len und inhalt­li­chen Defi­zi­ten der Lit­ur­gie­re­form zu der alten Lit­ur­gie zurück­ge­kehrt;
    jahr­zehn­te­lang als Paria behan­delt und aus­ge­sto­ßen, von der Mut­ter­ab­tei S. befein­det und bekriegt, seit 1985 De Eccle­sia-Gemein­schaft, noch ein­mal 16 Jah­re spä­ter v.d. Kon­gre­gat. f.d. Glau­bens­leh­re besucht und mit gün­sti­ger Emp­feh­lung ver­se­hen, inzwi­schen die frucht­bar­ste Toch­ter von S. mit ins­ge­samt 6 Grün­dun­gen, wur­de bei der Abtei* vom Bischof ange­fragt.
    Nach inten­si­ven Kon­takt­auf­nah­men, Über­le­gun­gen und Vor­be­rei­tun­gen auf bei­der Sei­ten führ­te die Abtei „St.-Omer“ wie­der die Alte Lit­ur­gie ein und ging zu De Eccle­sia hin­über; die Abtei* sand­te 9 jün­ge­re Mön­che; die Hälf­te der bis­he­ri­gen Mön­chen von St.-Omer blieb (dar­un­ter auch die jüng­ste); der Kon­vent nahm einen guten neu­en Start, es gibt einen gro­ßen und enga­gier­ten Freun­des­kreis und inzwi­schen schon meh­re­re Beru­fun­gen.

    Inter­es­sant: die Hälf­te des frü­he­ren Kon­vents ging, teils nach der Mut­ter­ab­tei S., teils nach ande­ren Gemein­schaf­ten, weil mit der tra­di­tio­nel­len Lit­ur­gie nicht leben kön­nend.
    Gera­de die älte­sten Mön­che waren dar­un­ter.

    Ich habe die Namen pseud­ony­mi­siert um kei­ne schla­fen­de Hun­de an der Spit­ze wach zu rüt­teln.
    Die Lit­ur­gie­re­form des 2. Vat. Kon­zils ist gera­de für die Ordens­ge­mein­schaf­ten in ein Desa­ster geen­det.
    Die „Alte Lit­ur­gie“ lebt, wächst kon­ti­nu­ier­lich und blüht.
    Gera­de des­halb ist ein offe­ner Ver­gleich nicht gewünscht, ja wird die Tra­di­ti­on mit allen Mit­teln, den schä­big­sten inklu­si­ve, bekämpft.

  9. Typisch Libe­ra­le Katho­li­ken, sie müs­sen alles zer­stö­ren was für Gott hei­lig ist. Im Him­mel fei­ern die Hei­li­gen den Hl. Gött­li­che Drei­fal­tig­keit Got­tes­dienst den Form Ad Deum et Ad Ori­en­tem.
    Möge Ost­ka­tho­li­ken, afri­ka­ni­sche und asia­ti­sche Katho­li­ken unse­re Katho­li­sche Mut­ter­kir­che vor Euro­päi­sche und Süd­ame­ri­ka­ni­sche libe­ra­le Katho­li­ken beschüt­zen. Papst Fran­zis­kus ist ein Kata­stro­phe für die katho­li­sche Kir­che.

  10. Was Maria­wald zer­stört hat, waren die kri­mi­nel­len Vor­komm­nis­se im Kon­vent zwi­schen 1970 bis weit in die 1980er Jah­re. Spi­ri­tus rec­tor war der dama­li­ge Abt von Tege­len, der sich anstel­le des zustän­di­gen Oelen­ber­ger Abtes zum pater immedi­at auf­schwang, die jun­gen Mön­che unter per­fi­dem Ver­weis auf Bern­hard von Clairvaux Lie­bes­my­stik dazu auf­for­der­te, homo­se­xu­el­le Erfah­run­gen zu machen, was sogar zu homo­se­xu­el­len Ver­ge­wal­ti­gun­gen führ­te. Es leben noch genug der aus­ge­tre­te­nen Novi­zen die­ser Zeit, die das bezeu­gen kön­nen. Ich hat­te 1968 in der Char­treu­se de Sélignac das­sel­be erlebt; als ich es einem ehem. Maria­wal­der Novi­zen schrieb, schil­der­te er mir, was in den Jah­ren um 1977–83 dort geschah. Die Ver­ant­wort­li­chen leben noch, aller­dings schon lan­ge nicht mehr in Maria­wald.

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