Rückkehr ja, aber bitte mit Korrekturen und Selbstkritik! Eine kritische Anmerkung zu den Verhandlungen Roms mit der Piusbruderschaft

Zweites Vatikanisches Konzil: Eckpfeiler, Wendepunkt, Kontinuität, Bruch, conditio sine qua non?
Zweites Vatikanisches Konzil: Eckpfeiler, Wendepunkt, Kontinuität, Bruch, conditio sine qua non?

Gast­kom­men­tar von Dr. Mar­kus Büning*

Bevor ich zum The­ma etwas sage, möch­te ich eini­ge per­sön­li­che Vor­be­mer­kun­gen machen, die zum Ver­ständ­nis mei­ner Aus­füh­run­gen hof­fent­lich bei­tra­gen kön­nen:

Ich habe gro­ßen Respekt vor den Petrus­brü­dern, die mit einem wah­ren sen­sus catho­li­cus vor Jah­ren den Weg in die Kir­che zurück gefun­den haben. Dies geschah sicher unter vie­len Trä­nen! Die­se sind des­halb ja auch im Wap­pen die­ser Bru­der­schaft ent­hal­ten. Die Män­ner der ersten Stun­de haben sich selbst­kri­tisch mit ihren bis dahin ver­tre­te­nen Posi­tio­nen aus­ein­an­der­ge­setzt und nach vie­lem Rin­gen waren sie in der Lage, die grund­le­gen­den Aus­sa­gen des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils anzu­er­ken­nen. Dies ist aus mei­ner Sicht der ein­zig gang­ba­re Weg, um das berech­tig­te Anlie­gen der Tra­di­ti­on in die Kir­che neu ein­brin­gen zu kön­nen, ins­be­son­de­re das Anlie­gen der Wie­der­ent­deckung der römi­schen Lit­ur­gie im außer­or­dent­li­chen Ritus. Dies sage ich, obwohl ich per­sön­lich aus vie­len Grün­den mehr ein Anhän­ger des neu­en Ritus bin.

Fol­gen­de Grün­de füh­re ich hier an: der „rei­che­re Tisch“ des Wor­tes, die bes­se­re Nach­voll­zieh­bar­keit der Riten und die Kon­zen­tra­ti­on auf das Wesent­li­che der Lit­ur­gie. Mir ist klar, dass in den letz­ten Jah­ren vie­le Prie­ster in unse­rer Kir­che die neue Lit­ur­gie miss­braucht und sie ihrem eige­nen Gut­dün­ken aus­ge­lie­fert haben. Die­ser lit­ur­gi­sche Miss­brauch ist höchst ver­werf­lich und müss­te von den Bischö­fen viel kon­se­quen­ter geahn­det wer­den. Aber aus mei­ner Sicht ist dies kein Grund, die neue Form der Lit­ur­gie, wenn sie rite rec­te gefei­ert wird, zu ver­wer­fen. Aller­dings ach­te und respek­tie­re ich zutiefst all die­je­ni­gen Katho­li­ken, die im alten Mess­ri­tus ihre Zuflucht neh­men oder die­sen aus geist­li­chen Grün­den für sich vor­zie­hen. Mit die­ser Plu­ra­li­tät kann ich gut leben. Per­spek­ti­visch ist m.E. aber nach wie vor eine „Reform der Reform“ ange­zeigt, die der gan­zen Uni­ver­sal­kir­che einen Ritus „schenkt“, der orga­nisch aus der Tra­di­ti­on der Kir­che erwächst und die guten Impul­se der Lit­ur­gie­re­form sinn­voll zu inte­grie­ren ver­mag.

Piusbruderschaft (FSSPX)
Pius­bru­der­schaft (FSSPX)

Nun zum eigent­li­chen The­ma: Seit Mona­ten ist die Rede davon, dass nun bezüg­lich der kano­ni­schen Aner­ken­nung der Pius­bru­der­schaft ein neu­er Kurs sei­tens der päpst­li­chen Auto­ri­tät „gefah­ren“ wird. Es scheint – anders als damals bei der Petrus­bru­der­schaft – eine Rück­kehr ohne vor­he­ri­ge Aner­ken­nung des Zwei­ten Vati­ka­nums in sei­nen Grund­sät­zen mög­lich zu sein. Dies ist aus mei­ner Sicht sehr pro­ble­ma­tisch! War­um? Hier schreibt nun einer, der die Din­ge aus der Sicht der Hagio­gra­fie betrach­tet. Die Lebens­bei­spie­le der hei­li­gen Kon­zil­späp­ste ermun­tern mich zur Kri­tik an einer bedin­gungs­lo­sen Aner­ken­nung einer theo­lo­gi­schen Rich­tung, die die vom Kon­zil zu Recht gemach­te Öff­nung der Kir­che gegen­über den Fra­gen der Gegen­wart unre­flek­tiert und pau­schal als Moder­nis­mus brand­markt. Die Kir­che hät­te die­se Päp­ste nie­mals kano­ni­sie­ren dür­fen, wenn das von ihnen ein­be­ru­fe­ne (Johan­nes XXIII.), fort­ge­führ­te (Paul VI.) und umge­setz­te Kon­zil (Paul VI. und Johan­nes Paul II.) ein Zer­stö­rungs­werk der Kir­che gewe­sen wäre, oder noch schlim­mer: eine Thro­nent­he­bung des Christ­kö­nigs, so der Grün­der der Bru­der­schaft Mar­cel Lef­eb­v­re, der ein Buch über das Kon­zil und sei­ne Päp­ste mit dem Titel „Sie haben ihn ent­thront!“ ver­sah.

Durch die­se Kano­ni­sa­ti­ons­ak­te wer­den die Pius­brü­der in ihrer Kon­zils­in­ter­pre­ta­ti­on in der Tat Lügen gestraft. War­um ist das so? Hier müs­sen wir nun näher auf das Wesen der Kano­ni­sie­rung schau­en. Nach herr­schen­der Mei­nung in der Dog­ma­tik bean­sprucht die Kir­che bei der Kano­ni­sie­rung die Gabe der Unfehl­bar­keit. Hören wir nur die vor­kon­zi­lia­re (sic!) Dog­ma­tik von Die­kamp-Jüs­sen:

„Die Kano­ni­sa­ti­on der Hei­li­gen ist das letz­te und end­gül­ti­ge Urteil der Kir­che dar­über, dass jemand zu den Hei­li­gen des Him­mels zählt und in der gan­zen Kir­che als hei­lig zu ver­eh­ren ist. Die mei­sten Theo­lo­gen hal­ten die fei­er­li­che Hei­lig­spre­chung mit Recht für unfehl­bar. Wenn die Kir­che von Gott ver­wor­fe­nen Men­schen zur Nach­ah­mung und Ver­eh­rung auf­stell­te, wür­de sie ja ihr eigen­stes Wesen und ihre Bestim­mung, die Men­schen zur Hei­lig­keit zu füh­ren, ver­leug­nen, und es wäre zwei­fel­los ein Tri­umpf der Höl­le, wenn ein ihr ver­fal­le­ner Mensch für hei­lig erklärt und kul­tisch ver­ehrt wür­de.“

Die Kir­che kann bei die­sem Akt nicht in den Irr­tum fal­len! War­um? Weil sie mit jeder Kano­ni­sie­rung eine so wesent­li­che Aus­sa­ge über die kon­kre­te Hei­lig­keit der Kir­che macht, die für die gan­ze Kir­che von Bedeu­tung ist. Karl Rah­ner hat in den fünf­zi­ger Jah­ren, also vor dem Kon­zil, einen tief­ge­hen­den Auf­satz über den Kern­ge­halt der Kano­ni­sie­rung geschrie­ben. Über die Auf­ga­be der kano­ni­sier­ten Hei­li­gen für die Kir­che schrieb er zutref­fend:

„Sie sind die Initia­to­ren und die schöp­fe­ri­schen Vor­bil­der der je gera­de fäl­li­gen Hei­lig­keit, die einer bestimm­ten Peri­ode auf­ge­ge­ben ist. Sie schaf­fen einen neu­en Stil; sie bewei­sen, dass eine bestimm­te Form des Lebens und Wir­kens wirk­li­che ech­te Mög­lich­keit ist; sie zei­gen expe­ri­men­tell, dass man auch ‚so‘ Christ sein kann; sie machen einen sol­chen Typ als einen christ­li­chen glaub­wür­dig. Ihre Bedeu­tung beginnt dar­um nicht erst mit ihrem Tod. Die­ser Tod ist eher das Sie­gel auf ihre Auf­ga­be, die sie zu Leb­zei­ten in der Kir­che als schöp­fe­ri­sche Vor­bil­der hat­ten und ihr Fort­le­ben bedeu­tet, dass die­se vor­bild­li­che Mög­lich­keit als gepräg­te von jetzt an unver­lier­bar der Kir­che ein­ge­stif­tet bleibt.“

Bevor ich mei­ne Gedan­ken hier wei­ter aus­füh­re, möch­te ich noch eines hin­zu­fü­gen. In der letz­ten Zeit bin ich sehr dafür kri­ti­siert wor­den, weil ich den „Moder­ni­sten“ Karl Rah­ner zitie­re. Na und? Die­ser Theo­lo­ge hat in sei­nem rei­chen Schaf­fen auch viel Rich­ti­ges und Gutes gesagt. Ken­nen die Kri­ti­ker sei­ne wun­der­ba­ren Auf­sät­ze über die Herz-Jesu-Ver­eh­rung und die maria­ni­schen Dog­men? Sehr wahr­schein­lich nicht. Ich erweh­re mich der per­ma­nen­ten Men­ta­li­tät, im Wege eines „gene­ti­schen Fehl­schlus­ses“ die Ansich­ten von Men­schen zu beur­tei­len. Es geht doch immer nur um die Sache. Die­se Men­ta­li­tät führt bei der Pius­bru­der­schaft so weit, dass ich ange­hal­ten wur­de, in einem geplan­ten Bei­trag für ein Maga­zin der FSSPX (Kirch­li­che Umschau) nicht den hl. Johan­nes Paul II. zitie­ren zu dür­fen. Mit Ver­laub, das ist zutiefst bor­niert und unkirch­lich.

Erzbischof Marcel Lefebvre Konzil
Erz­bi­schof Mar­cel Lef­eb­v­re als Kon­zils­va­ter in Rom

Zurück zum gera­de ange­führ­ten Zitat: Rah­ner betont hier die „je gera­de fäl­li­ge Hei­lig­keit“, die für immer durch die fei­er­li­che und unfehl­ba­re Erklä­rung der Kano­ni­sie­rung der Kir­che geschenkt wird! Keh­ren die Pius­brü­der zurück, kön­nen sie dies letzt­lich nur tun, wenn sie von ihrer ableh­nen­den Hal­tung zu den Hei­lig- und Selig­spre­chun­gen der Kon­zil­späp­ste Abstand neh­men und die durch die­se Kano­ni­sie­run­gen erfolg­te Aner­ken­nung des für die Kir­che kon­kret erfüll­ten Auf­tra­ges anneh­men. Tun sie das nicht, han­deln sie gegen das rei­che theo­lo­gi­sche Erbe der Tra­di­ti­on der Kano­ni­sie­rung und ihrer wesen­haf­ten Bedeu­tung für die Uni­ver­sal­kir­che! Das heißt nun fol­gen­des: Aus hagio­gra­fi­scher Sicht ist eine Rück­kehr ohne Umkehr nicht mög­lich. Die Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei müss­te zumin­dest die Aner­ken­nung der unfehl­ba­ren Kano­ni­sie­rungs­ak­te ein­for­dern. Dies wür­de aller­dings nach dem bis­her Gesag­ten auch die Aner­ken­nung der Legi­ti­ma­ti­on und Sinn­haf­tig­keit der Kir­chen­re­form, die das Zwei­te Vati­ka­num der Kir­che geschenkt hat, impli­zie­ren. Hier geht es aller­dings „nur“ um die Aner­ken­nung der grund­sätz­li­chen Aus­sa­gen des Kon­zils. Über bestimm­te miss­ver­ständ­li­che Aus­sa­gen man­cher Erklä­run­gen oder man­cher Fehl­in­ter­pre­ta­tio­nen kann man frei­lich nach wie vor dis­ku­tie­ren, han­delt es sich doch hier nicht um unfehl­ba­re Lehr­sät­ze.

Ob die Ver­tre­ter der Bru­der­schaft dazu bereit sind, ist aller­dings mehr als zwei­fel­haft. Um sofort einem Ein­wand ent­ge­gen­zu­tre­ten sei fol­gen­des ganz klar gestellt: Ein so ver­stan­de­ner Akt der Hei­lig­spre­chung bedeu­tet frei­lich nicht, dass jede Tat, jede Aus­sa­ge und jeder Gedan­ke des Hei­li­gen kano­ni­siert wird. Nein, es geht um die offi­zi­el­le Aner­ken­nung des jewei­li­gen Cha­ris­mas und des damit ver­bun­de­nen Auf­trags Got­tes, den der Hei­li­ge in sei­nem Leben auf vor­bild­li­che Wei­se in sei­ner Zeit erfüllt hat. Die Hei­li­gen zei­gen uns durch ihr Leben immer neu die Aktua­li­tät des Evan­ge­li­ums.

Keh­ren wir abschlie­ßend noch­mals zu den Inhal­ten des Zwei­ten Vati­ka­nums und dem Pon­ti­fi­kat eines der Kon­zil­späp­ste zurück: Vor allem dem hl. Johan­nes Paul II. wird von Sei­ten der Tra­di­tio­na­li­sten vor­ge­wor­fen, gegen die ersten Gebo­te des Deka­logs gehan­delt zu haben: Das Welt­ge­bets­tref­fen von Assi­si und der Koran­kuss wer­den hier ins Feld geführt. Die­se fehl­ge­lei­te­ten Akte sei­en nur mög­lich gewe­sen, weil das Kon­zil mit sei­nen Leh­ren die­sem Indif­fe­ren­tis­mus Vor­schub gelei­stet habe. Die­se Akte kön­nen aber auch ander­wei­tig inter­pre­tiert wer­den. Um das so ein­ord­nen zu kön­nen, bedarf es aller­dings eines Wohl­wol­lens, das dem Gebot der unvor­ein­ge­nom­me­nen Näch­sten­lie­be ent­springt. Johan­nes Paul II. kam aus einem Land, wel­ches durch die Höl­le des Natio­nal­so­zia­lis­mus und des Sta­li­nis­mus gegan­gen ist. Bei­de Ideo­lo­gien tra­fen sich in der strik­ten Ableh­nung Got­tes. Vor die­sem Hin­ter­grund ist es ver­ständ­lich, dass gera­de die­ser Papst mit einer gro­ßen Ach­tung gegen­über allem Reli­giö­sen im Men­schen leb­te. Die Reli­gio­si­tät an sich war ihm ein gro­ßer Wert, frei­lich immer unter der Beach­tung der Men­schen­wür­de. So konn­te er umso mehr in ande­ren Reli­gio­nen das wert­schät­zen, was das Kon­zil in die­sem Zusam­men­hang als „Strah­len der Wahr­heit“ bezeich­net:

„Die katho­li­sche Kir­che lehnt nichts von alle­dem ab, was in die­sen Reli­gio­nen wahr und hei­lig ist. Mit auf­rich­ti­gem Ernst betrach­tet sie jene Hand­lungs- und Lebens­wei­sen, jene Vor­schrif­ten und Leh­ren, die zwar in man­chem von dem abwei­chen, was sie sel­ber für wahr hält und lehrt, doch nicht sel­ten einen Strahl jener Wahr­heit erken­nen las­sen, die alle Men­schen erleuch­tet. Unab­läs­sig aber ver­kün­det sie und muss sie ver­kün­di­gen Chri­stus, der ist ‚der Weg, die Wahr­heit und das Leben‘ (Joh 14,6), in dem die Men­schen die Fül­le des reli­giö­sen Lebens fin­den, in dem Gott alles mit sich ver­söhnt hat“ (Nostra Aeta­te, Nr. 2).

Johannes XXIII. und Johannes Paul II.: Heiligesprechung 2014
Johan­nes XXIII. und Johan­nes Paul II.: Hei­li­ge­spre­chung 2014

In die­sem Geist leb­te der hl. Johan­nes Paul II.: Es ist kein Wider­spruch, den ande­ren Reli­gio­nen mit dem ihnen gebüh­ren­den Respekt zu begeg­nen und gleich­zei­tig an der abso­lu­ten Wahr­heit, die Jesus Chri­stus sel­ber ist, fest­zu­hal­ten. Das ist die Hal­tung eines wei­ten Her­zens, wel­ches erst in die­ser respekt­vol­len Annah­me der ande­ren Men­schen gerü­stet wird, glaub­wür­dig von der Wahr­heit Zeug­nis abzu­le­gen. Macht man sich die­se Zusam­men­hän­ge klar, kann man die zuvor genann­ten Akte auch rich­tig ver­ste­hen: In Assi­si woll­te der Papst alle Men­schen guten Wil­lens ver­sam­meln, die sich alle einer über­ge­ord­ne­ten Instanz ver­pflich­tet wis­sen. In die­ser Gemein­schaft soll­te ein Zei­chen für den Frie­den in der Welt gesetzt wer­den. Auch der Koran­kuss kann, wenn man nur will, als Geste des Respek­tes und Frie­dens gewer­tet wer­den. Hören wir hier­zu die Bewer­tung des Postu­la­tors die­ses Kano­ni­sie­rungs­ver­fah­rens, Msgr. Sla­wo­mir Oder:

Die­ser Kuss ist nichts ande­res „als ein Zei­chen, mit dem die­ser Mann des Glau­bens sei­ne tie­fe Lie­be für die Men­schen und ihre Kul­tur aus­drück­te, die Abra­ham als den gemein­sa­men Vater aller Men­schen, die an den einen Gott glau­ben, aner­ken­nen.“

Eine ande­re Fra­ge ist hier, das sei zuge­ge­ben, ob die­ser Gestus von „den Schwa­chen“ (vgl. Röm 15,1) in der Kir­che so über­haupt ver­stan­den wer­den kann. Inso­fern kann ich auch den Unmut vie­ler Katho­li­ken über die­se miss­ver­ständ­li­che Geste nach­voll­zie­hen. Nur eines möch­te ich zu beden­ken geben: Auch hier kann man mit dem Her­zen ver­su­chen, das Gute zu sehen, das Johan­nes Paul II. sicher woll­te.

Es bleibt zu hof­fen, dass die Pius­bru­der­schaft bei ihrem Rück­kehr­be­geh­ren die je „fäl­lig gewor­de­ne Hei­lig­keit“, die Gott sei­ner Kir­che auch wäh­rend der Pha­se der Kon­zils­re­form geschenkt hat, anneh­men kann. Nur dann kön­nen ihre Mit­glie­der wie­der voll­wer­ti­ge Glie­der der einen, hei­li­gen, katho­li­schen und apo­sto­li­schen Kir­che sein, gehört doch auch die in den Kon­zil­späp­sten kon­kret gewor­de­ne Hei­lig­keit zum Wesen der hei­li­gen Kir­che. Mir ist klar, dass gera­de vie­le Leser auf die­ser Sei­te über das zuvor Gesag­te die Nase rümp­fen wer­den. Aber wir müs­sen doch alle gemein­sam eines aus gan­zem Her­zen wol­len: die Ein­heit des mysti­schen Lei­bes Jesu Chri­sti, die Ein­heit der Kir­che. Und die­se ist auf Dau­er nur zu errei­chen, wenn bei­de Sei­ten hier ernst­haft auf­ein­an­der zuge­hen. In die­sem Sin­ne ist eine Rück­kehr zu begrü­ßen, denn dann kön­nen die Pius­brü­der die Schät­ze, die sie in den letz­ten Jah­ren bewahrt haben, frucht­bar in die gan­ze Kir­che ein­brin­gen. Wenn nicht, dann bestün­de die Gefahr einer erneu­ten Abschot­tung unter dem „for­ma­len“ Dach der Kir­che, die dem Gan­zen nicht zu Gute käme.

*Mar­kus Büning, gebo­ren 1966 in Ahaus (West­fa­len), stu­dier­te katho­li­sche Theo­lo­gie und Phi­lo­so­phie in Mün­ster in West­fa­len und Mün­chen. Nach sei­nem erfolg­rei­chen Stu­di­en­ab­schluß absol­vier­te er ein Stu­di­um der Rechts­wis­sen­schaf­ten an den Uni­ver­si­tä­ten von Kon­stanz und Mün­ster und wur­de 2001 in Mün­ster zum Dok­tor der Rechts­wis­sen­schaf­ten pro­mo­viert. Nach Tätig­kei­ten als Assi­stent an den Uni­ver­si­tä­ten Kon­stanz und Mün­ster trat er als Jurist in den Ver­wal­tungs­dienst. Der aus­ge­wie­se­ne Kir­chen­recht­ler ver­öf­fent­lich­te zahl­rei­che Publi­ka­tio­nen zu kir­chen­recht­li­chen und theo­lo­gi­schen The­men und über Hei­li­ge. Dr. Mar­kus Büning ist ver­hei­ra­tet und Vater von zwei Kin­dern.

Bild: MiL/fsspx.org/vatican.va (Screen­shots)

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42 Kommentare

  1. Das Dum­me an der gan­zen Sache ist, dass das Kon­zil ihre eige­nen Päp­ste hei­lig spricht, und sogar die Hei­lig­keit des Kon­zils begrün­den möch­te. Eine Hei­lig­spre­chung dau­ert mei­stens Hun­der­te von Jah­ren. Der hl. Bru­der Klaus ist erst nach 500 Jah­ren hei­lig­ge­spro­chen wor­den. Die Kin­der von Fati­ma sind nach 100 Jah­ren erst selig­ge­spro­chen. Es scheint, dass hier eine Amts­hand­lung im Schnell­ver­fah­ren durch­ge­führt wur­de. Auch hat man auf das 2. Wun­der bei Johan­nes XXIII. ver­zich­tet, das zur Heil­spre­chung not­wen­dig vor­ge­schrie­ben ist. Über die Hei­lig­spre­chun­gen der nach­kon­zi­lia­ren Kir­che wer­den erst die spä­te­ren Genera­tio­nen urtei­len kön­nen. Und im übri­gem, gel­ten auch alle andern Kon­zi­le und das Kon­zil von Tri­ent, über das man sich nicht hin­weg­set­zen kann. Man kann von nie­man­den abver­lan­gen, was der Leh­re der Kir­che wider­spricht. Die Kir­che war immer offen. Das 2. vati­ka­ni­sche Kon­zil hat den Spalt geöff­net durch den der Rauch Satans ein­ge­drun­gen ist. Das Böse kommt nur über das Gute in den Men­schen, sagt de hl. Augu­sti­nus. Und die neue Barm­her­zig­keit und Offen­heit ist das Geschenk­pa­pier Satans, ohne das er nicht hät­te in die Kir­che ein­drin­gen kön­nen.

  2. Sehr geehr­ter Dr. Büning, bezüg­lich Assi­si und Koran­kuß muß ich Ihnen und Msgr. Sla­wo­mir Oder wider­spre­chen. Man kann die­se Ereig­nis­se nicht schön­re­den.
    Bei der Hei­lig­spre­chung von Johan­nes XXIII. blieb jeden­falls ein scha­ler Nach­ge­schmack. Sie wur­de mei­ner Ein­schät­zung nach nicht vom Volk rezi­piert — und war auch nicht von die­sem aus­ge­gan­gen (wie es ja als Kri­te­ri­um für die Hei­lig­spre­chung vor­ge­se­hen wäre). Die Ver­eh­rung für Johan­nes XXIII. ist ja bekannt­lich haupt­säch­lich bei Libe­ra­len und Frei­mau­rern groß.
    Ich darf hier auf mei­ne dies­be­züg­li­chen Aus­füh­run­gen auf die­ser Sei­te zgK ver­wei­sen:
    https://www.katholisches.info/2014/10/10/das-unbehagen-mit-aktuellen-selig-und-heiligsprechungen-und-deren-ausbleiben-1-teil/

    • 1. Papst Johan­nes XXIII ist ein sehr belieb­ter Papst gewe­sen.
      2. Bei Johan­nes Paul II rie­fen die Men­gen ver­sam­mel­ten am Peters­dom „San­to Subi­to“… also sofort hei­lig­spre­chen.
      3. Der hei­li­ge Fran­zis­kus von Assi­si starb im Jah­re 1226 und ist im Jah­re 1228 kano­ni­siert wor­den.

    • Die Art und Wei­se, wie Papst Johan­nes XXIII. hei­lig­ge­spro­chen wur­de, war nicht in Ord­nung, wenn ich mich da ein­mi­schen darf, geehr­ter Herr Schrems. Papst Fran­zis­kus hat mit die­sem Vor­ge­hen bei­den Päp­sten kaum einen Gefal­len erwie­sen. Gegen sei­nen Wil­len muß­te er Papst Johan­nes Paul II. hei­lig­spre­chen und mein­te wohl, die­se für ihn unlieb­sa­me Hei­lig­spre­chung durch die gleich­zei­ti­ge Hei­lig­spre­chung von Johan­nes XXIII. kon­ter­ka­rie­ren zu sol­len. Und bzgl. Papst JP II. befin­det er sich zum eige­nen Scha­den wei­ter­hin soz. auf der Ver­lie­rer­stra­ße, falls er sich nicht noch bekehrt.
      Mei­ner Ansicht nach wird Papst Johan­nes XXIII. zu Unrecht von „Libe­ra­len und Frei­mau­rern“ ver­ehrt. Man darf ihn sich von die­sen Per­so­nen, auch gera­de in der Kir­che, nicht abspen­stig machen las­sen m.Er. Er wird für ihre Zwecke miß­braucht.

  3. Weih­bi­schof Atha­na­si­us Schnei­der hat ja vor kur­zem dies­be­züg­lich das glei­che gesagt. Ohne Petrus kei­ne Kir­che.

  4. Ein sehr gut argu­men­tie­ren­der, sach­li­cher Bei­trag. Den­noch habe ich eini­ge Ein­wän­de, die ich alle­samt aus­führ­lich dar­le­gen könn­te, aber in die­sem Rah­men nur kurz auf­füh­ren möch­te.

    1. Ich ver­tre­te immer die Ansicht, dass die Situa­ti­on 1988 sehr schwie­rig war. Man konn­te zu unter­schied­li­chen Urtei­len kom­men, ob die Bischofs­wei­hen gerecht­fer­tigt waren oder nicht und dass man zu ent­ge­gen­ge­setz­ten Über­zeu­gun­gen kom­men konn­te, ohne auf­zu­hö­ren, glei­cher­ma­ßen katho­lisch und glau­bens­treu zu sein.

    2. Wenn bestimm­te Streit­punk­te im Vati­ka­num II jetzt nicht mehr als Kri­te­ri­en der Katho­li­zi­tät hoch­sti­li­siert wer­den, son­dern in der theo­lo­gi­schen Dis­kus­si­on blei­ben kön­nen, ist das mE dem Selbst­an­spruch des Kon­zils viel ange­mes­se­ner als die bis­he­ri­ge Aner­ken­nungs­keu­le.

    3. Immer schon gab es eine Min­der­heit von Theo­lo­gen, die die Unfehl­bar­keit der Hei­lig­spre­chung nicht ver­tre­ten haben. Wenn die Kri­te­ri­en zur Kano­ni­sa­ti­on so gelockert wer­den, wie es jetzt der Fall ist, kann man jeden­falls nicht mehr auto­ma­tisch von siche­rer Unfehl­bar­keit aus­ge­hen. Das wäre mE ein nai­ver Posi­ti­vis­mus.

  5. Es geht nicht um „Miss­bräu­che“ in der Neu­en Lit­ur­gie, son­dern die­se ist als sol­che von Kir­che ver­bo­ten wor­den: Kon­zil von Tri­ent (7. Sit­zung, Kanon 13), Pius VI. (Auc­to­rem fidei).
    Ich hän­ge nicht aus „spi­ri­tu­el­len, nost­al­gi­schen und psy­cho-sozia­len Grün­den“ an der Alten Mes­se, son­dern aus Glau­bens­grün­den.

    Die Fra­ge, ob eine Hei­lig­spre­chung unfehl­bar ist, wur­de lehr­amt­lich bis­lang nicht beant­wor­tet. Ja, es gibt hier­zu theo­lo­gi­sche Mei­nun­gen, aber kei­ne lehr­amt­li­che. Alter­na­ti­ve wäre, dass die­je­ni­gen, die Leu­te wie Josemaría Escri­vá, Johan­nes XXIII., Johan­nes Paul II. „hei­lig“ gespro­chen haben, kei­ne Päp­ste waren. Auch die­se Hal­tung ist lehr­amt­lich nicht ent­schie­den. Ich habe kein Pro­blem damit zu glau­ben, dass die­se Leu­te geret­tet sind, das hofft man ja für jeden, aber ich wei­ge­re mich zu glau­ben, dass ein Josemaría Escri­vá, der Kom­mu­ni­sten in sein „Opus Dei“ auf­ge­nom­men hat, ohne den gleich­zei­ti­gen Aus­tritt zu ver­lan­gen, ein Hei­li­ger ist, ich wei­ge­re mich zu glau­ben, dass ein Johan­nes XXIII., der in Vene­dig mit der kom­mu­ni­sti­schen Gewerk­schaft zusam­men­ge­ar­bei­tet hat, ein Hei­li­ger ist, ich wei­ge­re mich zu glau­ben, dass ein Johan­nes Paul II., der Dut­zen­de Häre­si­en geschrie­ben hat (z. B. Cate­che­si trad­en­dae 32: „der Geist Chri­sti wei­gert sich nicht, sie [die ande­ren Kir­chen und kirch­li­chen Gemein­schaf­ten] als Mit­tel zum Heil zu benut­zen“; Gene­ral­au­di­enz 11.01.1989: Nach sei­nem Tod am Kreuz emp­fängt Chri­stus die ‚visio bea­ti­fi­ca‘ — Chri­stus war/ist kei­nen Moment ohne die­se gewe­sen!), der das Satans­buch Koran geküsst hat, ein Hei­li­ger ist.
    Ich brin­ge ande­ren — fal­schen! — Reli­gio­nen kei­ner­lei Respekt dar, höch­stens deren Anhän­gern und bete um deren Bekeh­rung. Die Chri­sten in der Urkir­che haben dem römi­schen Kai­ser­kult kei­nen Respekt ent­ge­gen­ge­bracht (von den ‚lap­si‘ abge­se­hen), der hl. Boni­fa­ti­us hat die ger­ma­ni­schen Baum­kult­stät­ten ein­fach umge­hau­en und auch der hl. Tho­mas Aqui­nas lässt am Islam kein gutes Haar (ScG I).
    Die Kir­che ist eins und unteil­bar. Sie wird nicht grö­ßer, wenn alle Men­schen katho­lisch wer­den, sie wird nicht klei­ner wenn sie nur noch 10.000 Anhän­ger haben soll­te (viel­leicht gar kein so unrea­li­sti­sches Sze­na­rio).

    Die­ser Arti­kel ist abso­lut unzu­frie­den­stel­lend.

  6. Offen gesagt, hät­te ich nicht erwar­tet, jemals einen sol­chen Arti­kel auf katholisches.info lesen zu müs­sen! Will man die Leser­schaft pro­vo­zie­ren?

    Herr Dr. B. stellt mit sei­ner For­de­rung nach Umkehr der Pius­brü­der die Wirk­lich­keit nach­ge­ra­de auf den Kopf. Man erin­ne­re sich: das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil bedien­te sich, genau wie die jüng­sten Fami­li­en­syn­oden unter Ber­go­glio, zwei­deu­ti­ger Tex­te, was die Lehr­amts­treu­en, damals wie heu­te, dazu bewog, die­sen Doku­men­ten, im Ver­trau­en auf eine dem Glau­ben der Väter gemä­ße Inter­pre­ta­ti­on, zuzu­stim­men. Das war bewuß­tes Kal­kül der Moder­ni­sten. Eini­ge wie Kar­di­nal Otta­via­ni oder Kar­di­nal Bengsch haben sich nicht täu­schen las­sen, blie­ben aber ein­sa­me Mah­ner in der Wüste.

    Was kam, war die Inter­pre­ta­ti­on aus dem „Geist des Kon­zils“, der ein­zig der Her­ren eig­ner Geist war und, ähn­lich wie Amo­ris lae­ti­tia, die Türen zur Umkehr aller Wer­te des Katho­li­schen öff­ne­te, der alles in Fra­ge stell­te, was bis­her Hei­lig und zu Glau­ben gebo­ten war.

    Die­se Kir­che des Bruchs war es, die sich in Wahr­heit von dem, was immer und über­all geglaubt wur­de, ent­fern­te. Es war die­se Kir­che des Bruchs, die alle jene in unbarm­her­zig­ster Wei­se von sich stieß, die ihr auf die­sem Weg der Selbst­ent­frem­dung nicht zu fol­gen ver­moch­ten. Und da kommt ein Herr Dr. B. daher, und for­dert von den Opfern die­ses kon­zi­lia­ren Früh­lings, der nichts als ein lan­ger eisi­ger Win­ter war (und ist), sich zu ent­schul­di­gen, umzu­keh­ren. Umzu­keh­ren!? Ja, wohin denn!? Zur Ver­wäs­se­rung des Glau­bens!? Zum seich­ten, brei­ten Weg ins Ver­der­ben!? Zur Aner­ken­nung von im Eil­ver­fah­ren und unter Außer­acht­las­sung des vor­ge­schrie­be­nen Ver­fah­rens ganz offen­sicht­lich inter­es­se­ge­lei­tet Hei­lig­ge­spro­che­nen? (Nicht das man mich miss­ver­steht, auch ich hal­te Papst Johan­nes Paul II. für einen hei­lig­mä­ßi­gen Men­schen, der sich für sei­ne Kir­che auf­ge­op­fert hat, er ist hier nicht das Bei­spiel!)

    Dr. B. lässt Die­kamp-Jüs­sen vom „Tri­umpf der Höl­le“ spre­chen. Nun, wenn man erle­ben muss, dass unta­de­li­ge Orden ver­folgt und auf­ge­löst und ihrer Rech­te beraubt wer­den, wenn man erle­ben muss, dass Ehe­bre­cher zum Sakri­leg ermun­tert und die Barm­her­zig­keit Got­tes als Recht­fer­ti­gung für die Sün­der im blaspe­misch-luthe­ri­schen Sin­ne dar­ge­stellt wird, dann ist ein sol­cher Tri­umpf in der Kir­che nicht mehr fern. Mit einer sol­chen sich selbst ent­frem­de­ten Kir­che des Bruchs kann es kei­ne Ein­heit geben, denn die Ein­heit die Gott wohl­ge­fällt, ist nicht eine Ein­heit in der Zwei­deu­tig­keit und Heu­che­lei, die Ein­heit, die Gott wohl­ge­fällt ist nach Über­zeu­gung der Väter ein­zig die Ein­heit in der Wahr­heit!

  7. Ich hal­te die­sen Arti­kel in sei­ner Grund­struk­tur für rich­tig. Es ist immer wie­der für jeden Chri­sten und natür­lich für jeden Men­schen ange­bracht, die eige­ne Sicht­wei­se kri­tisch zu reflek­tie­ren. Man kann nicht ab einem gewis­sen Zeit­punkt die Kir­chen­ge­schich­te aus­blen­den. Tra­di­ti­on umfasst den gesam­ten Zeit­raum seit Jesus, also auch das zwei­te Vati­ka­num und die Zeit danach. Man kann ver­schie­de­ne Ent­wick­lun­gen nega­tiv betrach­ten, aber nicht kom­plett aus­blen­den. Die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius wird daher nicht umhin kom­men, das zwei­te Vati­ka­num in sei­nen Grund­zü­gen anzu­er­ken­nen. Ohne die­se Bedin­gung wür­de die Aus­söh­nung viel­leicht der Men­ta­li­tät des Pap­stes ent­spre­chen, dem Lehr­in­hal­te offen­sicht­lich nicht so wich­tig sind wie pasto­ra­le Momen­te. Es wäre aber sowohl für die Bru­der­schaft als auch für den Papst ein zusätz­lich Spal­tungs­mo­ment — dann inner­halb der Kir­che — vor­han­den.

    • Im Anfang schrei­ben sie schon rich­tig, dass man die Ent­wick­lung nicht ver­leug­nen kann. Ich will Ihnen jedoch einen klei­nen Gedan­ken­an­stoß geben:
      Frü­her gab es den direk­ten Kampf gegen Chri­stus und sei­ne Kir­che — Ver­fol­gun­gen, fal­sche Leh­ren, Häre­si­en.
      Heut­zu­ta­ge ist es der indir­ke­te Kampf durch Frank­fur­ter Schu­le und All­ge­mei­nen Rela­ti­vis­mus. Die­se Gedan­ken sind viel subit­ler und las­sen sich des­halb viel leich­ter in die Kir­che „ein­schleu­sen“. Der Teu­fel lernt dazu, und weiß haar­ge­nau, dass man fal­sche Leh­ren viel leich­ter durch bei­gemisch­tes Gutes „unters Volk“ brin­gen kann. Es geht nicht dar­um ob irgend­wo etwas Wah­res zu fin­den ist — es geht um die Voll­kom­men­heit der Wahr­heit, um Jesus Chri­stus. Wenn nun das Gute in ande­ren Reli­gio­nen geprie­sen wird — wie in Nostra Aeta­te — begibt man sich unwei­ger­lich in die Gefahr die wah­re Leh­re zu rela­ti­vie­ren, was viel sub­ti­ler ist, und des­halb einen viel höhe­ren Scha­den anrich­tet.

  8. Papst Joan­nes Pau­lus II hat fuer mich und fuer mei­ne Freun­de sehr vie­le sehr gro­sse Wun­der ver­rich­tet. So wie Hei­lun­gen von schwer Kran­ken die schon auf­ge­ge­ben waren. Das alles habe ich auch an Rom berich­tet.

    • In Johan­nes 14:6 sagt Jesus „ich bin der Weg die Wahr­heit und das Leben. Nie­mand kommt zum Vater außer durch mich.“ Wer also glaubt, dass man durch ande­re Reli­gio­nen das Heil erlan­gen kann, der irrt.
      Wenn Sie mir zustim­men, dass man nicht hei­lig sein kann, wenn man gegen das erste Gebot ver­stößt, dann müs­sen sie die­sen Schluss auch auf Papst Johan­nes Paul II. zulas­sen. Was sonst ist es, als die Leug­nung Jesu Chri­sti, wenn man es zulässt, dass auf einem Altar, der für das hei­li­ge Meß­op­fer bestimmt ist, eine Bud­dha­sta­tue ver­ehrt wird?
      Wenn einem bewusst ist, dass Jesus Chri­stus die Mensch­heit erlöst hat, dass er Gott ist, und dass ohne ihn kein Heil exi­stiert, dann kann man so etwas nicht zulas­sen.
      Auch Petrus hat Jesus drei mal geleug­net, aber er ist nicht hei­lig, weil er Jesus sein gan­zes Leben lang geleug­net hat, son­der weil er ihn nach Pfing­sten bezeugt hat. Von Papst Johan­nes Paul II. ist mir kei­ne Bege­ben­heit bekannt, bei der er die­se Tat als falsch aner­kannt hat, oder sei­ne Ein­stel­lung geän­dert hät­te.

      Frei­lich hat Johan­nes Paul II. auch die Abtrei­bung ver­ur­teilt, und fest­ge­stellt, dass es kein Frau­en­prie­ster­tum geben kann, aber es muss sei­ne Leh­re als Gesamt­heit betrach­tet wer­den.
      Es wäre mir ein Anlie­gen, wenn sie mir erklä­ren, wie ein Papst, der bei jeder Gele­gen­heit den Mis­si­ons­auf­trag Jesu Chri­sti pre­di­gen müsst, sich so gleich­gül­tig in Assi­si mit Reli­gi­ons­ver­tre­tern zu tref­fen, ohne Jesus Chri­stus zu bezeu­gen?

  9. Ein sehr guter Bei­trag zur Unter­schei­dung der Gei­ster- ganz grund­sätz­lich.
    Ich mache die Erfah­rung, daß vie­le Pius­brü­der und ‑schwe­stern kaum bzw. gar nicht die vie­len und guten Schrif­ten und Enzy­kli­ken bspw. von Papst JP II. gele­sen haben oder auch nur dar­an inter­es­siert sind: da sind vie­le Dun­kel­hei­ten und allein das „Herr Herr“, die soz. hl. Mes­se macht es längst noch nicht. Die­ser Papst wird mit „Assi­si“ abge­kan­zelt, aber vie­le wis­sen eben nichts, und die Prie­ster hau­en oft in dies­sel­be ideo­lo­gi­sche Ker­be. Nicht alles an einem Hei­li­gen, und er ist ist ganz gro­ßer, muß einem pas­sen. Ich kann den Islam nach lan­gem inne­ren Rin­gen nicht als eine eini­ger­ma­ßen gute Reli­gi­on begrei­fen: Islam ist m.Er. Freimaurerei/Gnosis in einem reli­giö­sen Deck­män­tel­chen- und die klü­ge­ren Mos­lems wis­sen das wie auch die Chri­sten im Ori­ent vor Ort es immer gewußt haben: „Kain wo ist dein Bru­der Abel?“
    Staat und Kir­che in Polen zie­hen mehr­heit­lich an einem Strang hin­sicht­lich des Islams und ver­weh­ren den Mos­lems weit­hin die Ein­rei­se in ihr Land.
    Man kann einen Sün­der küs­sen, um ihn zu hei­len- und so kann man den Koran­kuss auch begrei­fen. Johan­nes Paul II. ver­kün­de­te uner­müd­lich Chri­stus und warn­te vor allen Gefah­ren, setz­te sich für die Unge­bo­re­nen wie nie­mand sonst ein- und wird nicht ohne Grund von den 4 Kar­di­nä­len zitiert.
    Die über­lie­fer­te Mes­se benö­tigt einen fri­schen Geist und kei­nen Tra­di­tio­na­lis­mus, der sie in Wahr­heit zer­stört. Was soll etwa das „Du bist gebe­ne­deit unter den Wei­bern…“?

    • Wer glaubt, dass JPII uner­müd­lich Chri­stus ver­kün­de­te, dem emp­feh­le ich mal den Film „Der Geist der Loge“, zu fin­den z.B. auf You­Tube…

      • Sagen Sie mir doch ein­mal, war­um Papst Fran­zis­kus die Leh­ren von Papst JP II. angreift?
        War­um schließt Fran­zis­kus die päpst­li­che Aka­de­mie für das Leben, die von Johan­nes Paul II. zur Ver­tei­di­gung von Ehe und Fami­lie ein­ge­rich­tet wur­de?
        War­um greift Papst Fran­zis­kus die Leh­re in Huma­nae Vitae von Papst Paul VI. an, die selsbt­ver­ständ­lich auch die Leh­re von Papst JP II. war?
        Übri­gens: Im Jah­re 1966 berief Papst Paul VI. eine Grup­pe aus 16 Bischö­fen und Kar­di­nä­len und stell­te ihnen die­se Fra­ge: „Muß die Emp­fäng­nis­ver­hü­tung als böse ange­se­hen wer­den oder nicht?“ Daß sie nicht in sich böse sei, ver­trat u.a. Bischof Lef­eb­v­re. Nur 4 Wür­den­trä­ger, dar­un­ter der Erz­bi­schof von Kra­kau, Carol Woj­ty­la, beharr­ten dar­auf, daß sie in sich böse ist und das war auch die Ansicht von Paul VI.

        • Ich hal­te es für einen Trug­schluss, den Angriff von Fran­zis­kus auf man­che Leh­ren Johan­nes Paul II. als einen Angriff gegen sei­ne Per­son zu wer­ten.
          Fran­zis­kus greift ja bei­spiels­wei­se nicht das Tref­fen von Assi­si durch Papst Johan­nes Paul II. an.
          Ihr Fra­gen dies­be­züg­lich sind zwr berech­tigt, doch sug­ge­rie­ren sie einen Gegen­satz zwi­schen Fran­zis­kus und Johan­nes Paul II., was in Fra­gen der Öku­men jedoch kei­nes­falls gege­ben ist.

          Die Bege­ben­heit die sie von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re erzäh­len ist mir unbe­kannt und stün­de auch gegen alles was mir über ihn bekannt ist, des­halb bit­te ich Sie doch ihre Quel­le anzu­füh­ren.

          • Vie­len Dank für Ihre Ant­wort. Da habe ich mich „ver­tan“ und den Herrn Erz­bi­schof Mar­cel Lef­eb­v­re zu Unrecht ver­däch­tigt und einem Ver­dacht aus­ge­setzt. Par­don.

    • Natür­lich hat Papst Johan­nes Paul II. auch gute Enzy­kli­ken geschrie­ben, den­noch ist es nicht eine Gute Sache — oder in die­sem Fall meh­re­re gute Enzy­kli­ken — die ein­zig und allei­ne jeman­den aus­ma­chen. Um jeman­den wirk­lich zu ver­ste­hen muss man die Gesamt­heit sei­nes Wir­kens betrach­ten. Anson­sten könn­te man ja auch zum Schluss kom­men, dass der Islam gut ist, weil er die Men­schen zu Frie­den auf­for­dert.
      Mit ihrer Aus­sa­ge, dass der Papst mit Assi­si abge­kan­zelt wür­de, brin­gen sie zum Aus­druck, dass Assi­si nur ein klei­ner Lap­sus war, der nicht wei­ter zu beach­ten ist. Dass jedoch jemand hei­lig ist, der Chri­stus ver­leug­net, bzw sich wei­gert ihn vor den ande­ren Reli­gio­nen zu bezeu­gen ist mir neu. Und wenn jemand hei­lig ist, dann ist er es trotz einer sol­chen Hand­lung, nicht wegen. Mir ist jedoch unbe­kannt, dass Johan­nes Paul II. auch nur irgend­wann Assi­si als Feh­ler bezeich­net hat. Auch, dass er ein Buch geküsst hat, dass Mus­li­me auf­for­dert Chri­sten zu ermor­den ist mir äußerst suspekt.

      Ver­ste­he mich bit­te nicht falsch — aus die­sen Taten die Johan­nes Paul II. setz­te schlie­ße ich nicht, dass alles was er tat falsch war. Aber, dass nicht alles was er tat rich­tig war, und was viel wich­ti­ger ist, dass es kei­ne Anzei­chen gibt, dass die­se fal­schen Taten bereut oder öffent­lich als falsch erklärt wur­den.

      Man kann noch so vie­le gute Taten voll­brin­gen — wenn man nicht an Chri­stus glaubt brin­gen sie einem nichts.

      • Ich wür­de den Koran sicher nicht küs­sen.
        Aber wenn der Stell­ver­tre­ter Chri­sti ihn in aller Öffent­lich­keit küsst, könn­te man es durch­aus als Fein­des­lie­be wer­ten.
        Viel­leicht wer­den sich genau des­halb zu gege­be­ner Zeit die Moham­me­da­ner zum wah­ren Glau­ben bekeh­ren.
        Ich gebe zu, es sieht gera­de nicht danach aus. Aber was hat das zu sagen?

        • Das Küs­sen des Korans als Fein­des­lie­be zu betrach­ten hal­te ich doch für eine Unglück in der Wort­wahl oder aber eine per­ver­tie­rung der Lie­be. Denn Pau­lus schreibt in sei­nem „Hohe­lied der Lie­be“ „Am Unrecht hat sie kein Gefal­len, freut sich aber an der Wahr­heit“. Nun, die Wahr­heit ist im Koran sicher nicht zu fin­den. Die Mus­li­me wür­den durch den Koran­kusss eher JPII als einen von Ihnen betrach­ten, als dass sie sich dadurch bekeh­ren.
          Was sind nicht Mär­ty­rer gestor­ben, nur weil sie sich gewei­gert haben ein paar Weih­rauch­kör­ner zu neh­men und zu opfern. Mei­nes Erach­tens lässt sich eine Par­al­le­le zwi­schen dem Koran­kuss und dem opfern der Anti­ken Göt­ter zie­hen.

          • Die Fein­de sind zu lie­ben nicht wegen ihrer Eigen­schaft als Fein­de, son­dern um Got­tes Wil­len, der sie geschaf­fen hat — und der auch will, dass sie zur Wahr­heit fin­den und geret­tet wer­den. Ich mei­ne, man muss Johan­nes Paul II. nicht unter­stel­len, dass er den Koran geküsst hat, weil er ihn geschätzt hät­te und für wahr hal­ten wür­de. Und dass er ihn unter äuße­rem Zwang geküsst hat, weil er sein Leben mehr geliebt hat als Gott, kann man ihm doch auch nicht ernst­haft unter­stel­len.
            Ver­ste­hen sie mich nicht falsch: Ich den­ke nicht, dass es gut war den Koran zu küs­sen. Denn die Moham­me­da­ner haben sich (zumin­dest bis jetzt) nicht bekehrt und die gläu­bi­gen Chri­sten kön­nen durch eine sol­che Geste einer rela­ti­vi­sti­schen Irr­leh­re ver­fal­len — und die­se Gefahr ist nicht klein.
            Aber ich glau­be nicht, dass es recht ist, des­we­gen über JP II. den Stab zu bre­chen.

  10. Dem Autor muss doch bekannt sein, dass der Kano­ni­sa­ti­ons­pro­zess mit den Bestim­mun­gen von Johan­nes Paul II der­ma­ßen im Hare 1983 ver­än­dert wor­den ist, dasss die­se Infla­tio­nen an Kano­ni­sa­tio­nen mög­lich wur­de, Ame­ri­ka­ner spre­chen, von der saints fac­to­ry, wie auch die Hei­lig­spre­chung von Karol Woj­ty­la und Ron­cal­li selbst.

    Das ist doch ein logi­scher Fehl­schluss namens Zir­kel­schluss.

    1. Unfehl­bar­keit eines Kano­ni­sa­ti­ons­ak­tes ist kein de fide Dog­ma, son­dern eine ver­brei­te­te opi­nio theo­lo­gi­ca- Theo­lo­gen­mei­nung.

    2. Und falls doch unfehl­bar, dann doch nach den Kri­te­ri­en bis 1983 und nicht nach den woj­tyl­lani­schen Kri­te­ri­en.

    3. Wenn Sie beim Sakra­ment die Form ändern, fin­det eben­falls kein Sakra­ment statt. Dies könn­te als Ana­lo­gie zur Hei­lig­spre­chung die­nen.

    Ist die Pius­bru­der­schaft schon so ver­zwei­felt, dass sie ihren „Anschluss“ unter Fran­zis­kus auf die­se Art und Wei­se recht­fer­ti­gen muss?

  11. „Zeig mir doch, was der Novus Ordo Neu­es gebracht hat, und da wirst du nur Schlech­tes und Pro­te­stan­ti­sches fin­den wie dies, daß er ein­ge­führt hat, vor dem Herrn nicht mehr zu knien, ihn ste­hend und mit der Hand zu emp­fan­gen oder mehr Frau­en als Kle­ri­ker im Pres­by­te­ri­um zu sehen.“
    Zei­ge mir eine Novus Ordo Mes­se im Sin­ne von Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um, aber da wirst Du kei­ne fin­den! Kei­ne!

  12. 1. Der Autor über­geht hier schwei­gend etwas Fun­da­men­ta­les: daß die Theo­lo­gie der Hl. Kath. Kir­che zutiefst ver­bun­den ist und mehr als andert­halb Jahr­tau­send ver­bun­den, ver­eint mit dem alten latei­ni­schen Ritus.
    Wie Dom Gajard OSB, der jahr­zehn­te­lan­ge Lei­ter der Scho­la Gre­gor. der Abtei Soles­mes, 1955 aus­drück­lich in einem Brief an die höch­sten Stel­len in Rom schrieb, las­sen sich kei­ne Ände­run­gen in Tex­ten durch­füh­ren ohne das theo­lo­gi­sche Fun­da­ment zugleich zu zer­stö­ren.
    Wir erle­ben jetzt 65 Jah­re die trau­ri­ge rea­li­sti­sche Bestä­ti­gung die­ser Vor­her­sa­ge.
    2. Wie­so die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X jetzt plötz­lich das 2. Vati­ca­num erken­nen soll­te, wo es jeden Tag deut­li­cher wird,daß dies ein gewal­ti­ger Betrug an die Gläu­bi­gen und eine beab­sich­tig­te Schä­di­gung der Hl. Kir­che ist, bleibt in dem Arti­kel unklar.
    Die Situa­ti­on und die Ursa­chen die zu Msgr. Lef­eb­v­res Ent­schei­dun­gen führ­ten, sind mehr denn je aktu­ell und nicht beho­ben.
    Nur eine Sache hat sich geän­dert: die moder­ni­sti­sche past­kon­zi­liä­re Kir­che ist dabei kom­plett zu zer­brö­seln, sie spal­tet sich nicht auf, son­dern sie pul­ve­ri­siert zu weg­we­hen­dem Staub.
    Das erklärt auch die Eile und die Bedin­gungs­lo­sig­keit womit „Rom“ nun die Eini­gung mit der FSSPX durch­füh­ren möch­te: wo es anfäng­lich aus­sah, als ob hier zwei kon­kur­rie­ren­de Grup­pen vor­la­gen, ist ein der Kon­tra­hen­ten, näm­lich die post­kon­zi­liä­re Kir­che, dabei zu ver­dün­sten und zu ver­schwin­den.
    Wie meh­re­re gro­ße Gebie­te in West­eu­ro­pa zei­gen, kommt eine Gesell­schaft auch ohne post­ko­ni­liä­re Kir­che aus.
    Sie hat sich selbst abge­schafft.
    Das macht die Auf­ga­be für die FSSPX nicht leich­ter, im Gegen­teil; aber mach­bar und zu tun.

    Fac ut arde­at cor meum
    In aman­do Chri­stum Deum,
    Ut sibi com­placeam. Amen.
    (Letz­te Stro­phe des Sta­bat Mater)

  13. Sehr geehr­ter Dr. Mar­kus Büning,
    Auch wenn Sie als einen ihrer Grün­de der Bevor­zu­gung des neu­en Ritus die „Kon­zen­tra­ti­on auf das Wesent­li­che der Lit­ur­gie“ nen­nen, so geht doch Ihre Kri­tik — ver­zei­hen Sie die For­mu­lie­rung — knall­hart am Wesent­li­chen der Sache vor­bei. Im Zuge Ihres Arti­kels wer­fen Sie der FSSPX des öfte­ren vor, das II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil in sei­nen Grund­sät­zen abzu­leh­nen. Bei einer Täti­gung die­ses Vor­wurfs müss­ten Sie jedoch erstens dar­le­gen was die Grund­sät­ze des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils sind, und zwei­tens, war­um eine Ableh­nung die­ser Grun­sät­ze falsch ist. Bei­des machen Sie jedoch nicht, wodurch Sie mit kei­nem Wort Ihres Kom­men­ta­res zu einem Ver­ständ­nis der Pro­ble­ma­tik bzw. Klä­rung des Pro­blems bei­tra­gen oder Ihre The­se unter­mau­ern.
    Als Kri­ti­ker der FSSPX — als wel­cher Sie mit die­sem Arti­kel auf­tre­ten — ver­su­chen Sie die Hagio­gra­phie zu Hil­fe zu holen, wobei Sie jedoch — ent­we­der bewusst, oder aus Unwis­sen — miss­ach­ten, dass das Hei­lig­spre­chungs­ver­fah­ren selbst nach dem II. Vati­ka­ni­schen Kon­zil geän­dert wur­de. Papst Johan­nes Paul II. hat 1983 die Eröff­nung des Hei­lig­spre­chungs­er­fah­rens von 50 Jah­re auf 5 Jah­re nach dem Tod redu­ziert — das ist kei­ne Vor­aus­set­zung, die zu einer höhe­ren Genau­ig­keit des Ergeb­nis­ses füh­ren kann.
    In Mat­thä­us 7:16 steht bekannt­lich „an den Früch­ten wer­det Ihr sie erken­nen“ — dass man schon nach 5 Jah­ren das gesam­te Aus­maß der Früch­te erken­nen kann, ist in den mei­sten Fäl­len jedoch sicher­lich nicht gege­ben.
    Unter Ein­be­zie­hung der Tat­sa­che, dass für Johan­nes XXIII. die Not­wen­dig­keit eines Wun­ders ein­fach aus­ge­setzt wur­de, wird eine Argu­men­ta­ti­on mit Hil­fe der Hagio­gra­phie zuse­hends ins Lächer­li­che gezo­gen. Wenn jemand nun Nostra Aeta­te als Argu­men­ta­ti­on (ein­fach aus­ge­drückt) für die Hei­lig­keit Papst Johan­nes Pauls II. zitiert, dann wird klar, dass sich der Autor mit der Kri­tik der FSSPX am II. Vati­ka­ni­schen Kon­zil nicht befasst haben kann (!). Denn wenn es in Nostra Aeta­te heißt „die katho­li­sche Kir­che lehnt nichts von alle­dem ab, was in die­sen Reli­gio­nen wahr und hei­lig ist“ dann ist die­se Aus­sa­ge schlicht und ein­fach falsch. Die katho­li­sche Kir­che lehnt näm­lich sehr wohl ab, dass die Azte­ken ihrem „Gott“ Kin­der geop­fert haben — auch wenn es für ihre Reli­gi­on hei­lig“ war. Auch lehnt sie den Jihad des Islams ab, auch wenn er für vie­le Mus­li­me hei­lig ist (Den Islam gibt es nicht, da es kei­ne legi­ti­mier­te und all­ge­mein aner­kann­te Aut­ho­ri­tät über die Inter­pre­ta­ti­on des Koran gibt). Wenn nun im Tal­mud — der den Juden als hei­lig gilt — behaup­tet wird Maria habe mit einem Legio­när Jesus gezeugt, dann soll das, nach Nostra Aeta­te, „nicht sel­ten einen Strahl jener Wahr­heit erken­nen las­sen, die alle Men­schen erleuch­tet“???
    Nostra Aeta­te ist einer der Knack­punk­te des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils, wenn Sie mir erklä­ren kön­nen, wie es im Ein­klang mit der Leh­re der katho­li­schen Kir­che ste­hen soll, wären Ihnen vie­le Men­schen, mir ein­ge­schlos­sen, über­aus dank­bar.

    • Mei­ne Ein­stel­lung zu den Piussen iat ambi­va­lent. Die Fra­ge, die ich mir bei der FSSPX immer wie­der gestellt habe, war, kann man der FSSPX eine heils­ge­schicht­li­che Auf­ga­be zumes­sen und wenn ja, wel­che Auf­ga­be wird es sein oder wäre es gewe­sen?. Ich habe sie bewun­dert, weil sie die Glau­bens­in­hal­te hoch­ge­hal­ten haben. Ich habe sie nicht ver­stan­den, ob ihrer gei­sti­gen aber auch poli­ti­schen Stur­heit. Aber theo­lo­gi­sche hat­ten sie das Salz, um einer Kir­che, die Dank des Vati­ka­nums den Geschmack des Sal­zes ver­lo­ren hat, wie­der Kraft zu geben. Erkenn­bar hät­te ihre Stun­de bei einem Papst Bene­dikt XVI geschla­gen. Aber eine Rück­kehr zu einem heu­ti­gen Zeit­punkt in den Schoss einer Kir­che, die von Fran­zis­kus geführt wird und mit einem Kampf gegen die wuchern­de Hae­re­sie und gegen eine Poli­tik, die sie nicht ver­ste­hen, ist für mich unbe­greif­lich. Den Han­deln­den fehlt es einer gesun­den Selbst­ein­schät­zung. Sie begrei­fen nicht, dass der Vati­kan sich wei­ter­ent­wickelt hat von der Ver­wal­tung der Kir­che Jesu Chri­sti zu einem inter­na­tio­na­len Macht­ap­pa­rat, der das Ziel hat alle Reli­gio­nen zu ver­ei­ni­gen unter Erhalt der einer Teil­fas­sa­de der Kir­che.

      • Bezüg­lich heils­ge­schicht­li­cher Auf­ga­be glau­be ich, dass man das an den Früch­ten erken­nen wird. Was ich jedoch für einen sehr hohen Ver­dienst der FSSPX hal­te ist die Bewah­rung der alten Mes­se, die ich mir ohne sie nicht vor­stel­len kann.
        Bezüg­lich gei­sti­ger und poli­ti­scher Stur­heit wür­de ich Sie bit­ten aus­zu­füh­ren, wor­auf Sie hier anspie­len.
        Bezüg­lich Ihrer letz­ten Aus­sa­ge, wie heißt es nicht in Lukas 16:8 Sind doch die Kin­der die­ser Welt ihres­glei­chen gegen­über klü­ger als die Kin­der des Lich­tes.

    • @Summa Cogi­ta­ti­o­num.
      Ich selbst bin jemand, der die Tex­te des 2. Vati­ca­num kri­tisch lese aber es ist rat­sam sich zuerst mit dem Text aus­ein­an­der­zu­set­zen und ihn im Lich­te der Tra­di­ti­on zu ver­ste­hen. Es ist lobens­wert, dass Sie gera­de den Satz von NA her­aus­neh­men, wo es heißt: „die katho­li­sche Kir­che lehnt nichts von alle­dem ab, was in den Reli­gio­nen wahr und hei­lig ist“. Und dann füh­ren Sie Bei­spie­le an, was den Reli­gio­nen hei­li­ge ist. Gera­de hier liegt ja das Pro­blem! Es geht hier, was in den Reli­gio­nen hei­lig und wahr ist, und nicht was den!!! Reli­gio­nen hei­lig ist. Natür­lich ist der Jihad der Mus­li­men oder das Opfern der Mayas eine Per­ver­si­on und ein Gräu­el in den Augen Got­tes und kann nie als etwas Gutes gel­ten. Doch es geht hier, um das objek­tiv wah­re und hei­li­ge, dass von Gott stammt. Des­halb ist die­ser Satz ja nichts ande­res als die Fort­füh­rung des Begrif­fes und Den­ker des „Desi­de­ri­um Natu­ra­le“ von Hl. Tho­mas von Aquin. So besitzt jeder Mensch, eine von Gott gege­be­ne Eigen­schaft, die ihn nach dem Abso­lu­ten, Tran­szen­den­ten, letzt­end­lich Gott nach Gott aus­rich­tet und zu Gott zieht. Das alles nennt man Natür­li­che Theo­lo­gie. Alles von dem erkennt die Hl. Kir­che an. Des­halb ist Reli­gio­si­tät nichts schlech­tes. Aber es wird sehr leicht zum Göt­zen­dienst miss­braucht, das letzt­end­lich Sün­de ist. Des­halb ist jede Reli­gi­on von Men­schen gemacht, außer die katho­li­sche Reli­gi­on. So darf die Kir­che sagen, dass sie nichts ablehnt, was in den Reli­gio­nen objek­tiv wahr und hei­lig ist (z.b Almo­sen geben, Kran­ken pfle­gen, Gott ver­trau­en und Gott­su­che, Ach­tung der Natur,.…), und eben des­halb „nicht sel­ten einen Strahl jener Wahrheit(Gott) erken­nen las­sen, die alle Men­schen erleuch­tet. D.h. das Gute das in den Reli­gi­on ist, kann nur gut gehei­ßen wer­den wenn es mit dem abso­lu­ten Guten (Gott) bzw. mit der Hl. Kath. Kir­che über­ein­stimmt. Das macht aber die jewei­li­ge Reli­gi­on nicht zur abso­lu­ten guten Reli­gi­on, durch die sich der Mensch ret­ten kann. Er kann eben nur von Jesus Chri­stus und sei­ner Hl. Kir­che geret­tet wer­den.

      • @Petrus Magnus
        Ich muss zuge­ben, dass ich mir bei die­ser Stel­le beson­ders schwer getan habe, denn wie ich die­se Ant­w­rot ver­fass­te, war mir durch­aus bewusst, dass die For­mu­lie­rung „was in den Reli­gio­nen wahr und hei­lig ist“ und nicht „was die Reli­gio­nen als wahr und hei­lig betrach­ten“ ver­wen­det wird. Man muss jedoch auch den nach­fol­gen­den Satz lesen, der mei­nes Erach­tens für die Inter­pre­ta­ti­on des vori­gen von gro­ßer Bedeu­tung ist: „Mit auf­rich­ti­gem Ernst betrach­tet sie jene Hand­lungs- und Lebens­wei­sen, jene Vor­schrif­ten und Leh­ren, die zwar in man­chem von dem abwei­chen, was sie sel­ber für wahr hält und lehrt, doch nicht sel­ten einen Strahl jener Wahr­heit erken­nen las­sen, die alle Men­schen erleuch­tet.“
        Da steht nichts Ande­res, als dass es in ande­ren Reli­gio­nen Leh­ren gibt, die von der Leh­re der Kir­che abwei­chen, und den­noch einen Strahl jener Wahr­heit erken­nen las­sen. Ich kann mir den­ken, dass damit even­tu­ell Evan­ge­li­sche Kir­chen gemeint sein könn­ten, den­noch ist die Wahr­heit als Gesamt­heit zu betrach­ten, nicht ein­zeln in belie­bi­gen aus­ge­wähl­ten Inhal­ten. Beleh­ren Sie mich bit­te, wenn ich irgend­et­was über­se­hen habe. Aber genau das ist das Pro­blem — vor dem II. Vati­ka­ni­schen Kon­zil war voll­kom­men klar, dass es nur einen Heils­weg gibt. Es geht mir nicht dar­um, dass die­se Pas­sa­ge grund­le­gend falsch ist, son­dern dar­um, dass sie den allei­ni­gen Heils­an­spruch der katho­li­schen Kir­che rela­ti­viert. Eine Rela­ti­vie­rung einer Leh­re kann man viel leich­ter durch­set­zen, als wenn man ihr wider­spricht.

        Wenn sie auf die heu­ti­ge Öku­me­ne schau­en, dann sehen sie, dass Nostra Aeta­te bein­hart ange­wen­det wird. Es geht nicht mehr dar­um, was die Reli­gio­nen trennt, son­dern es wird rela­ti­viert und geschaut wo es Gemein­sam­kei­ten gibt. Dass das Wesen die­ser Reli­gio­nen jedoch in den Unter­schie­den liegt und nicht in den Gemein­sam­kei­ten wird dabei außer Acht gelas­sen, wes­halb auch Chri­stus bei so einer Öku­me­ne nicht mehr bezeugt wird.

        • @Summa Cogi­ta­ti­o­num
          Ganz abge­se­hen vom ver­wor­re­nen Cha­rak­ter von Nostra Aeta­te (rich­tig: Was von man­chen als hei­lig betrach­tet wird, muß nicht hei­lig sein. Zudem stellt sich die Fra­ge, ob Göt­zen­die­ner tief in ihrem Gewis­sen ihre Abar­tig­kei­ten nicht doch als unhei­lig erken­nen.) ist die deut­sche Über­set­zung falsch! H.-L. Barth zeig­te auf, daß im Latei­ni­schen „in mul­tis“ steht, im Deut­schen aber mit „in man­chem“ über­setzt wird:
          Ich zitie­re hier aus einer mei­ner Rezen­sio­nen auf die­ser Sei­te (Quel­len­an­ga­be unten):

          In die­sem Zusam­men­hang prä­sen­tiert der Ver­fas­ser eine erstaun­li­che Ent­deckung, näm­lich die plan­vol­le Fal­sch­über­set­zung der Kon­zils­er­klä­rung zu den nicht­christ­li­chen „Reli­gio­nen“ (Nostra aeta­te Nr. 2) im deut­schen Sprach­raum. Die­se lau­tet: „Mit auf­rich­ti­gem Ernst betrach­tet sie (die Kir­che) jene Hand­lungs- und Lebens­wei­sen [der nicht­christ­li­chen „Reli­gio­nen“, Anm.], jene Vor­schrif­ten und Leh­ren, die zwar in man­chem von dem abwei­chen, was sie sel­ber für wahr hält und lehrt, doch nicht sel­ten einen Strahl jener Wahr­heit erken­nen las­sen, die alle Men­schen erleuch­tet“ (zit. nach LTh­K² 13, 491, im Buch 156f.). Nun steht aber im latei­ni­schen Urtext, der die­ser Über­set­zung zugrun­de liegt, nicht „in man­chem“ son­dern „in mul­tis“, also „in vie­lem“! Auch der Rezen­sent hat das nicht gewußt.

          Man ist ver­blüfft: Sagt man uns nicht seit über 40 Jah­ren immer wie­der, daß „mul­ti“ ohne­hin immer so etwas wie „alle“ bedeu­tet? In den Wand­lungs­wor­ten über den Kelch wird in der Mes­se von Papst Paul VI. ja das im Latei­ni­schen immer noch vor­han­de­ne „pro mul­tis“ im Deut­schen des­we­gen ideo­lo­gisch und hart­näckig falsch mit „für alle“ wie­der­ge­ge­ben. Im Kon­zils­text heißt „in mul­tis“ aber plötz­lich nicht nur nicht „in allem“, auch nicht „in vie­lem“, son­dern sogar nur „in man­chem“?

          Heinz-Lothar Barth detek­tiert hier plan­vol­le Ver­fäl­schung in sub­ver­si­vem Inter­es­se: „Im latei­ni­schen Urtext erschien den Pro­gres­si­sten aber der Abstand zwi­schen den Reli­gio­nen, die man ja zusam­men­füh­ren möch­te, trotz des­sen kla­rer öku­me­ni­sti­scher Ten­denz noch als zu groß. Auch in der Neu­en Mes­se soll­ten die Anhän­ger jeg­li­cher Glau­bens- und Welt­an­schau­ungs­for­men wenig­stens als im Heil geeint erschei­nen. Folg­lich muß­te ‚pro mul­tis‘ in der Lit­ur­gie ‚für alle‘, ‚in mul­tis‘ hin­ge­gen im Kon­zils­text ‚in man­chem‘ bedeu­ten. Man nahm’s halt, wie man’s brauch­te!“ (157)

          https://www.katholisches.info/2014/01/03/noch-einmal-ruecktritt-von-papst-benedikt-xvi-von-der-zweideutigkeit-eines-pontifikates/

        • @Summa Cogi­ta­ti­o­num
          Natür­lich sind For­mu­lie­run­gen des Tex­tes von NA zu kri­ti­sie­ren. Einer­seits ist es mög­lich den Text, ich sage es jetzt vor­sich­tig, kon­ser­va­tiv bzw. ortho­dox aus­zu­le­gen aber auch modern und libe­ral. Des­halb ist es gar nicht ange­bracht und akzep­ta­bel, dass man zwei­deu­ti­ge For­mu­lie­run­gen benutzt (ob gewollt oder unge­wollt) und in kirch­li­che Doku­men­te, die einen Festi­gungs­cha­rak­ter für die Leh­re haben soll­ten, sich so aus­drückt. Die­se Art von For­mu­lie­run­gen sind streng­stens abzu­le­gen und abzu­leh­nen. Einer­seits ver­un­si­chert es die Innen­ste­hen­den aber es täuscht auch die außen­ste­hen­den. Das führt dann, wie Sie schon rich­tig dazu gesagt, zur Rela­ti­vie­rung der Leh­re. Hät­te man sich klar und prä­zi­se aus­ge­drückt wie in der Erklä­rung „Domi­nus Jesus“ dann gebe es nicht sol­che Dis­kus­sio­nen. Auf­grund des­sen hal­te ich per­sön­lich für not­wen­dig, dass ein Syl­labus bezüg­lich sol­chen schwam­mi­gen For­mu­lie­run­gen der Doku­men­te des 2 Vat. her muss, um rei­nen Tisch zu machen. Doch ich glau­be, dass wir in die­sem Pon­ti­fi­kat, in dem stark syn­kre­ti­sti­sche Ansich­ten herr­schen, nicht mehr erle­ben wer­den. Natür­lich muss ein Dia­log mit den Reli­gio­nen her. Aber ein mis­sio­nie­ren­der Dia­log, der die Men­schen mit Lie­be zuvor­kommt, ohne dass die Leh­re der Kir­che dar­un­ter lei­det. Die Kir­che muss gera­de heu­te sei­ne Stim­me erhe­ben, um die Gräu­el, die heu­te ins­be­son­de­re vom Islam aus­geht, zu ver­ur­tei­len und den Men­schen Chri­stus, das Licht zu brin­gen, indem sie nicht ande­re Reli­gio­nen ein­fach schön redet.

  14. Die Kir­che lag 1978 am Boden. Sie war ver­schüch­tert, ver­äng­stigt, droh­te unter­zu­ge­hen und benö­tig­te einen Steu­er­mann, der sie wie­der auf die Bei­ne brach­te. Und das war Johan­nes Paul II. Er hat­te den Mar­xi­sten und Befrei­ungs­theo­lo­gen in Kir­che und Welt und allen andern Geg­nern von Beginn an klar­ge­macht, daß man mit ihm nicht her­um­spie­len kön­ne- wie sie es teil­wei­se mit Papst Paul VI. getan hat­ten.

    „Assi­si“ dien­te ihm sicher­lich dazu, den Unter­schied zwi­schen Men­schen, die irgend­wie tran­szen­dent ori­en­tiert sind, zum gemein­sa­men Bewußt­sein die­ser Über­zeu­gung zu füh­ren- und da hat­te er den christ­li­chen Glau­ben nicht ver­leug­net wie auch der hl. Apo­stel Pau­lus den Glau­ben auf dem Areo­pag bspw. nicht ver­leug­ne­te. „Assi­si“ war soz. ein neu­er Areo­pag.

    Der hl. Papst Johan­nes Paul II. war ganz gott­er­ge­ben und han­del­te im Auf­trag des Him­mels: er war direkt auch der Papst der Mut­ter­got­tes ins­be­son­de­re. Aber auch Chri­stus konn­te und kann es nicht allen recht machen.

    Die Pius­bru­der­schaft muß sich über­le­gen, ob sie Ideo­lo­gie betrei­ben will- und da nütz­te auch die wenig­stens for­mal rich­tig gefei­er­te hl. Mes­se wenig- oder ob sie aus ihrem eige­nen gei­sti­gen Bun­ker her­aus­kom­men will.

    • Wenn Sie behaup­ten, dass Johan­nes Paul II. den Glau­ben nicht ver­leug­net hat, dann bit­te ich doch um ein Zitat, wo er in Assi­si sagt dass man nur durch Chri­stus geret­tet wird, mir ist näm­lich kei­nes bekannt.
      Jesus sagt in Mat­thä­us 28,19: „Dar­um geht zu allen Völ­kern und macht alle Men­schen zu mei­nen Jün­gern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Gei­stes, und lehrt sie alles zu befol­gen, was ich euch gebo­ten habe.“

      Sie soll­ten ein­mal in der Sum­ma con­tra gen­ti­les lesen — die Klar­heit mit der der Hl. Tho­mas von Aquin hier for­mu­liert wäre doch von Papst Johan­nes Paul II. wün­schens­wert gewe­sen, oder sind Sie da ande­rer Mei­nung?
      Mir ist kein Kon­zils­do­ku­ment bekannt wo am Ende gesagt wird: „die­se Men­schen leh­ren zwar das Fal­sche, aber es geht nicht dar­um was uns trennt, son­dern was uns ver­eint.“
      Mit die­ser Ein­stel­lung wäre kein Kon­zil der Kir­che zustan­de­ge­kom­men, und wir hät­ten heu­te kein Glau­bens­be­kennt­nis, außer „ich glau­be an Gott“

      • Die Pius­bru­der­schaft igelt sich ein in einem falsch ver­stan­de­nen „tra­di­tio­nel­len“ Den­ken ein.
        Das eine ist die gute, rich­ti­ge hl. Mes­se, die mir per­sön­lich sehr wich­tig ist. Das ande­re ist ein unge­sun­der Geist bei den Pius­brü­dern, wo es Personen/Laien gibt, die an Erstar­rung, gei­sti­ger Kurz­sich­tig­keit wie hoher Selbst­ge­rech­tig­keit lei­den. Ich habe Prie­ster des über­lie­fer­ten Ritus erlebt, die aber unideo­lo­gisch waren.
        Ich tei­le die Ansich­ten von Weih­bi­schof Schnei­der und mehr möch­te ich dazu nicht sagen.

  15. Ein guter Katho­lik leug­net weder die Unfehl­bar­keit von Hei­lig­spre­chun­gen noch aner­kennt er die Päp­ste nach dem 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil als Hei­li­ge.

    Woll­te man die Unfehl­bar­keit der Kir­che auf die Defi­ni­ti­on von Dog­men beschrän­ken, so wäre dies eine unfrom­me Ein­schrän­kung der Unfehl­bar­keit und infol­ge­des­sen auch der Hei­lig­keit und Inde­fek­ti­bi­li­tät der von Gott nicht nur gestif­te­ten, son­dern auch gelei­te­ten Römisch-Katho­li­schen Kir­che, die mit der katho­li­schen Tra­di­ti­on unver­ein­bar wäre. Die Unfehl­bar­keit der Kir­che erstreckt sich gemäß den vor­kon­zi­lia­ren Dog­ma­ti­ken auch auf die Pro­mul­ga­ti­on all­ge­mei­ner lit­ur­gi­scher und dis­zi­pli­nä­rer Geset­ze, auf die end­gül­ti­ge Appro­ba­ti­on von Ordens­kon­sti­tu­tio­nen sowie auf die Kano­ni­sa­ti­on von Hei­li­gen.

    Woll­te man die Unfehl­bar­keit der Kano­ni­sa­ti­on der Päp­ste nach dem 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil aner­ken­nen, so müss­te man die Unfehl­bar­keit der Kano­ni­sa­ti­on der Inqui­si­to­ren Petrus von Vero­na, Petrus von Arbués, Pius V., Karl Bor­ro­mä­us und Robert Bel­l­ar­min leug­nen. Denn die­se hei­li­gen Inqui­si­to­ren ver­kör­pern genau das, was die Päp­ste nach dem 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil durch ihr Bekennt­nis zur Kon­zils­er­klä­rung über die Reli­gi­ons­frei­heit strikt ableh­nen. Wäh­rend die Päp­ste nach dem 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil leh­ren, dass es ein Men­schen­recht auf unge­hin­der­ten Abfall von der katho­li­schen Reli­gi­on gäbe, über­ga­ben die Inqui­si­to­ren ehe­ma­li­ge Katho­li­ken, die hart­näckig an ihrem Glau­bens­ab­fall fest­hiel­ten, der welt­li­chen Gewalt zur Hin­rich­tung. Der hl. Tho­mas von Aquin ver­tei­digt die­se Pra­xis der Hei­li­gen Inqui­si­ti­on in sei­ner Theo­lo­gi­schen Sum­me.

    Der Kir­chen­recht­ler Georg May wies zu Recht dar­auf hin, dass die Kon­zils­er­klä­rung über die Reli­gi­ons­frei­heit die gesam­te Kir­chen­ge­schich­te ver­leug­ne.

    Wie löste Erz­bi­schof Lef­eb­v­re die­ses Pro­blem? „Erz­bi­schof Lef­eb­v­re […] nann­te unge­fähr im Jah­re 1989 auf Ein­kehr­ta­gen den tie­fe­ren Grund: die moder­ni­sti­sche Zer­rüt­tung des Gei­stes. […] Der Erz­bi­schof sag­te, daß, wie die Mas­se der moder­nen Men­schen, auch die Kon­zil­späp­ste nicht mehr an eine bestän­di­ge Wahr­heit mehr glau­ben. […] Für sie ist die Wahr­heit leben­dig, ein sich ent­wickeln­des und ent­fal­ten­des Leben­des, wel­ches zur Per­fek­ti­on hin­auf­wächst. Wie soll­te ein Kon­zils­papst also eine unfehl­ba­re Hei­lig­spre­chung durch­füh­ren, geschwei­ge denn durch­set­zen kön­nen? Erz­bi­schof Lef­eb­v­re stell­te uns vor, wie ein Kon­zils­papst auf die Idee einer sol­chen Durch­füh­rung reagiert haben dürf­te: ‚O nein! Wenn in der Zukunft sich jemals her­aus­stel­len soll­te, daß die von mir hei­lig­ge­spro­che­ne Per­son doch nicht alle benö­tig­ten Qua­li­tä­ten gehabt hat­te, dann wird ein Nach­fol­ger von mir eben fest­stel­len, daß ich bloß eine Dekla­ra­ti­on hin­sicht­lich des Tugend­gra­des die­ser Per­son abge­ge­ben habe, aber doch kei­ne ein für alle­mal gül­ti­ge Defi­ni­ti­on ihrer Hei­lig­keit.‘“ Der Erz­bi­schof war der Ansicht, den moder­ni­sti­schen Päp­sten nach dem 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil wür­de die für eine unfehl­ba­re Hei­lig­spre­chung erfor­der­li­che Absicht feh­len, ein end­gül­ti­ges Urteil über Glau­be und Sit­ten einer Per­son zu tref­fen.

    • Könn­ten Sie bit­te „auf Deutsch“ sagen, was Sie eigent­lich mei­nen? Ich bin zu dumm; mir ist das zu „hoch“, was Sie schrei­ben.

      • Erz­bi­schof Lef­eb­v­re leug­ne­te im Unter­schied zu eini­gen sei­ner Gefolgs­leu­te nicht die Unfehl­bar­keit von Hei­lig­spre­chun­gen. Die Ursa­che für die offen­kun­di­ge Feh­ler­haf­tig­keit nach­kon­zi­lia­rer Hei­lig­spre­chun­gen sah er viel­mehr dar­in, dass die moder­ni­sti­schen Kon­zils- und Nach­kon­zil­späp­ste mit Hei­lig­spre­chung etwas ande­res mei­nen als die katho­li­schen Vor­kon­zil­späp­ste. Die katho­li­schen Vor­kon­zil­späp­ste ver­stan­den unter Hei­lig­spre­chung das end­gül­ti­ge Urteil, dass eine Per­son ein Vor­bild in Glau­be und Moral sei. Für Moder­ni­sten gibt es aber kei­ne defi­ni­tiv fest­ste­hen­de, son­dern nur eine sich ent­wickeln­de und ver­än­dern­de Wahr­heit. Aus die­sem Grund wol­len die moder­ni­sti­schen Kon­zils- und Nach­kon­zil­späp­ste bei Hei­lig­spre­chun­gen kei­nes­wegs end­gül­tig fest­stel­len, dass eine Per­son ein Vor­bild in Glau­be und Moral sei. Ihnen fehlt dem­nach die für einen unfehl­ba­ren Akt erfor­der­li­che Inten­ti­on, ein end­gül­ti­ges Urteil in die­ser Fra­ge zu fäl­len. Aus die­sem Grund sind die Hei­lig­spre­chun­gen der moder­ni­sti­schen Nach­kon­zil­späp­ste fehl­bar.

        • Hei­li­ger Pater Pio bit­te für die Kir­che. Seli­ge Schwe­ster Anna Katha­ri­na Emme­rick bit­te für „uns“.

  16. Wer­ter Dr. Büning,
    zunächst ein­mal möch­te ich mich für Ihren fun­dier­ten Bei­trag bedan­ken.
    Gestat­ten Sie mir zwei Anfra­gen und eine Anmer­kung:
    Gebricht es jemand, der ande­re als eng­her­zig apo­stro­phiert, nicht selbst an Weit­her­zig­keit?
    Ist Weit­her­zig­keit ab einem gewis­sen Grad nicht auch eine Form von Gleich­gül­tig­keit?
    Zu Assi­si und zum Koran­kuß:
    Man kann als Katho­lik die­se Geste sicher­lich unter­schied­lich inter­pre­tie­ren. Ich selbst bin der Mei­nung, daß dem gele­se­nen Evan­ge­li­um an der ent­spre­chen­den Stel­le in der Lit­ur­gie die­se Ehr­er­bie­tung zukommt, eben­so wie dem Altar und man­chem Gerät an ent­spre­chen­der Stel­le. Doch mir fehlt bei der gan­zen Dis­kus­si­on die Außen­per­spek­ti­ve: Wie nimmt ein Mos­lem, wie nimmt deren Geist­lich­keit die­se Geste auf? Was bedeu­tet so ein Kuß? Und da wird die gan­ze Ange­le­gen­heit für mich mehr als bedenk­lich, weil dies in aller Sor­ge um Welt­frie­den, Dia­log der Kul­tu­ren etc. zu wenig bedacht wor­den sein muß. Denn die­se Geste wird von Mos­lems als Unter­wer­fung gewer­tet. Wenn das Ober­haupt der katho­li­schen Kir­che den Koran küßt (des­sen Inhalt ich übri­gens auch für wenig küs­sens­wert hal­te), so ist das fak­ti­sche eine Kapi­tu­la­ti­on und kein brü­der­li­cher Kuß im Namen der guten Sache!!!
    Eben­so gilt der Ort, an dem ein­mal der Name Allahs aus­ge­ru­fen wird, als Allah unter­stell­ter, „gehei­lig­ter“ Ort. Des­we­gen war es ein Unding, als im Vati­kan die Koran­su­re unter Anru­fung Allahs rezi­tiert wur­de.
    Das ist lei­der der Unter­schied zwi­schen einer zu eng­sich­ti­gen Idee und der nicht kal­ku­lier­ten Wir­kung, zwi­schen gut­ge­mein­tem christlichen„Jetzt-betet-mal-jeder-nach-seiner-Fasson“-Ökumenismus von Glau­bens­ge­mein­schaf­ten, die sich schon vor Jahr­hun­der­ten von Welt­herr­schafts­an­sprü­chen ver­ab­schie­det haben und dem Selbst­ver­ständ­nis einer ande­ren Reli­gio­nen.

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