Katholiken schreiben Bischöfen von Malta Offenen Brief: „Ihr habt erlaubt, daß Christus nochmals gekreuzigt wird“

Offener Brief an die Bischöfe von Malta
Offener Brief an die Bischöfe von Malta

(Valet­ta) Katho­li­ken der Mit­tel­meer­in­sel Mal­ta pro­ben den Auf­stand gegen ihre Bischö­fe, nach­dem die­se unter Beru­fung auf Papst Fran­zis­kus wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen den Kom­mu­nion­emp­fang erlaub­ten.

Erz­bi­schof Charles Sci­clu­na von Mal­ta und Bischof Mario Grech von Gozo unter­zeich­ne­ten am 6. Janu­ar „Kri­te­ri­en“ zur „Inter­pre­ta­ti­on“ des umstrit­te­nen nach­syn­oda­len Schrei­bens Amo­ris lae­ti­tia. Dar­in erlau­ben sie, unter Beru­fung auf Papst Fran­zis­kus, wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen den Kom­mu­nion­emp­fang. Wenn eine wie­der­ver­hei­ra­te­te geschie­de­ne Per­son vor dem eige­nen Gewis­sen zum Schluß gelan­ge, die Kom­mu­ni­on emp­fan­gen zu kön­nen, kön­ne man sie nicht dar­an hin­dern, so die Bischö­fe.

Homo­se­xu­el­le mel­de­ten sich dar­auf zu Wort und for­der­ten, nach dem glei­chen Prin­zip eben­falls zur Kom­mu­ni­on zuge­las­sen zu wer­den.

Von Bischof Mario Grech wur­de bekannt, daß er den Prie­stern sei­nes Bis­tums mit der Exkom­mu­ni­ka­ti­on a divi­nis droh­te, soll­ten sie die „Kri­te­ri­en“ nicht bekannt­ma­chen und Ehe­bre­chern die Kom­mu­ni­on ver­wei­gern. Als die Dro­hung öffent­lich gemacht wur­de, demen­tier­te das Pres­se­amt des Bis­tums Gozo gegen­über One­Pe­ter­Fi­ve ent­schie­den. Ein Prie­ster des Bis­tums bestä­tig­te hin­ge­gen Church Mili­tant die Dro­hung des Bischofs.

Offener Brief an die Bischöfe von Malta

Nun haben Katho­li­ken der Insel ihren Bischö­fen mit einer ganz­sei­ti­gen Anzei­ge in der Times of Mal­ta, der auf­la­gen­stärk­sten Tages­zei­tung des Lan­des, eine gehar­nisch­te Ant­wort gege­ben. Unter­stützt wur­den sie dar­in von der inter­na­tio­na­len katho­li­schen Ver­ei­ni­gung „zur Ver­tei­di­gung des Glau­bens gegen die Irr­tü­mer von Kar­di­nal Kas­per“ Veri Catho­li­ci. In dem Offe­nen Brief wer­den die Ober­hir­ten auf­ge­for­dert, ihre „Kri­te­ri­en“ zur Umset­zung des VIII. Kapi­tels von Amo­ris lae­ti­tia, zurück­zu­neh­men. Die Gläu­bi­gen wer­fen den Bischö­fen vor, den Ehe­bruch zu för­dern:

„Sie haben es erlaubt, daß Unser Herr noch­mals gefol­tert und gekreu­zigt wird.“

Die Gläu­bi­gen mah­nen die Bischö­fe, an das Jüng­ste Gericht zu den­ken und im Mat­thäu­sevan­ge­li­um die Stel­le 7,6 zu lesen, Dort heißt es:

„Gebt das Hei­li­ge nicht den Hun­den und werft eure Per­len nicht den Schwei­nen vor, denn sie könn­ten sie mit ihren Füßen zer­tre­ten und sich umwen­den und euch zer­rei­ßen.“

Die Gläu­bi­gen zitier­ten aus Pau­lus-Brie­fen, daß bei Gefahr für den Glau­ben auch die Hir­ten öffent­lich zu ermah­nen sei­en (Kol 4,17; 2 Tim 4,5; Gal 2,11). Zudem wird der hei­li­ge Tho­mas von Aquin ange­führt und aus dem Schrei­ben der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on „an die Bischö­fe der katho­li­schen Kir­che über den Kom­mu­nion­emp­fang von wie­der­ver­hei­ra­te­ten geschie­de­nen Gläu­bi­gen“ von 1994 zitiert:

„Gläu­bi­ge, die wie in der Ehe mit einer Per­son zusam­men­le­ben, die nicht ihre recht­mä­ßi­ge Ehe­gat­tin oder ihr recht­mä­ßi­ger Ehe­gat­te ist, dür­fen nicht zur hei­li­gen Kom­mu­ni­on hin­zu­tre­ten. Im Fal­le, daß sie dies für mög­lich hiel­ten, haben die Hir­ten und Beicht­vä­ter wegen der Schwe­re der Mate­rie und der For­de­run­gen des geist­li­chen Wohls der betref­fen­den Per­so­nen und des All­ge­mein­wohls der Kir­che die ern­ste Pflicht, sie zu ermah­nen, daß ein sol­ches Gewis­sen­s­ur­teil in offe­nem Gegen­satz zur Leh­re der Kir­che steht. Sie müs­sen die­se Leh­re zudem allen ihnen anver­trau­ten Gläu­bi­gen in Erin­ne­rung rufen.“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Veri Catho­li­ci (Screen­shot)

 




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3 Kommentare

  1. Das erin­nert mich an die Anspra­che Kar­di­nal Kurt Kochs an Papst Fran­zis­kus letz­te Woche am Fest Pau­li Bekeh­rung. Gegen Ende der Ves­per wur­de sei­ne kur­ze Rede über­tra­gen und ins Deut­sche über­setzt. Er wies Papst Fran­zis­kus dar­auf hin, dass die Barm­her­zig­keit immer von der Initia­ti­ve Got­tes aus­geht. Ob der Papst es auch ver­stan­den hat?
    Ich habe die­sen Satz so ver­stan­den, dass bei­spiels­wei­se eine Los­spre­chung von der Sün­de des Ehe­bruchs ohne Reue und Umkehr, dafür mit fort­be­stehen­der schwe­rer Sün­de, eben auf­grund der Initia­ti­ve Got­tes, nicht statt­fin­den kann.

  2. Das ist eine sehr gute Akti­on der Katho­li­ken Mal­tas, die von den bei­den Bischö­fen dort nicht umgan­gen wer­den kann. Sie müs­sen jetzt zur wah­ren Leh­re zurück­keh­ren.
    Auch dem Papst wird es nicht gelin­gen, den mal­te­si­schen Wider­stand zu igno­rie­ren. Der Druck auf ihn muß auf jeden Fall auf­recht­erhal­ten, die Dubia müs­sen beant­wor­tet wer­den.

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