Bischof Schneider: „Msgr. Lefebvre würde heute Anerkennung der Piusbruderschaft als Personalprälatur akzeptieren“

Bischof Schneider über das Verhältnis zwischen der Piusbruderschaft und dem Heiligen Stuhl: "Zu lange Selbständigkeit ist eine Gefahr"
Bischof Schneider über das Verhältnis zwischen der Piusbruderschaft und dem Heiligen Stuhl: "Zu lange Selbständigkeit ist eine Gefahr"

(Rom) In einem Inter­view mit der spa­ni­schen Nach­rich­ten­platt­form Adel­an­te la Fe wur­de Weih­bi­schof Atha­na­si­us Schnei­der zum Ver­hält­nis zwi­schen der von Erz­bi­schof Mar­cel Lef­eb­v­re 1970 gegrün­de­ten Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. (FSSPX) und dem Hei­li­gen Stuhl befragt.

Adel­an­te la Fe war unter ande­rem vom tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Bischof Rogelio Livie­res Pla­no von Ciu­dad del Este unter­stützt wor­den, den Papst Fran­zis­kus 2014 ohne Nen­nung von Grün­den absetz­te.

Bischof Schnei­der besuch­te Anfang 2015 zwei Prie­ster­se­mi­na­re der Pius­bru­der­schaft und berich­te­te dar­über nach Rom. Im Anschluß an sei­ne Visi­ta­tio­nen sprach er sich für eine kir­chen­recht­li­che Aner­ken­nung der Bru­der­schaft aus. Die „Pius­bru­der­schaft soll­te aner­kannt wer­den, so wie sie ist“, lau­te­te im August 2015 sei­ne Emp­feh­lung an den Hei­li­gen Stuhl.

Adel­an­te la Fe frag­te nun Bischof Schnei­der, ob er die Schrit­te der Annä­he­rung „posi­tiv bewer­tet“, ob die „Umstän­de“ für eine vol­le Ein­heit der Pius­bru­der­schaft mit Rom gege­ben sei­en, und falls ja, ob eine sol­che Ein­heit dem Wil­len von Msgr. Lef­eb­v­re ent­spre­chen wür­de.

Bischof Atha­na­si­us Schnei­der: „Ja. Ich bin über­zeugt, daß Msgr. Lef­eb­v­re unter den der­zei­ti­gen Umstän­den ohne Zwei­fel den kano­ni­schen Vor­schlag einer Per­so­nal­prä­la­tur akzep­tie­ren wür­de.“

„Laut dem, was ich über das Leben von Msgr. Lef­eb­v­re und sei­ne Schrif­ten lese, war er ein sehr spi­ri­tu­el­ler Mensch, aber auch ein sehr prak­ti­scher, ein Mann von tie­fem sen­sus eccle­siae“, des­halb sei er über­zeugt, daß Msgr. Lef­eb­v­re – „so wie er sich unter den dama­li­gen Umstän­den mora­lisch gezwun­gen sah, die Bischofs­wei­hen gegen den Wil­len des Pap­stes durch­zu­füh­ren, unter den jet­zi­gen Umstän­den sei­nem Gewis­sen fol­gend“ das römi­sche Ange­bot einer Per­so­nal­prä­la­tur akzep­tie­ren wür­de.

Die Bischofs­wei­hen damals sei­en „ein extre­mer Akt“ gewe­sen, unter dem er „gelit­ten“ habe. Er wäre heu­te daher der Mei­nung, daß nicht wei­te­re Zeit ver­strei­chen soll­te.

„Wenn eine Gemein­schaft zuviel Zeit ver­strei­chen läßt, in der sie kano­nisch auto­nom und selb­stän­dig ist, ist das eine Gefahr, eine Gefahr sich zu ver­selb­stän­di­gen und eine typisch katho­li­sche Cha­rak­te­ri­stik zu ver­lie­ren, die dar­in besteht, der Auto­ri­tät des Pap­stes, des Stell­ver­tre­ters Chri­sti zu unter­ste­hen. Wir kön­nen unse­re Unter­wer­fung unter den Stell­ver­tre­ter Chri­sti nicht von der Per­son des Pap­stes abhän­gig machen. Das wäre nicht Glau­ben, das wäre die Wahl einer Par­tei. Der Stuhl Petri ist immer der­sel­be, die Päp­ste wech­seln, so kann man nicht sagen: In die­sen Papst jetzt habe ich kein Ver­trau­en, ich will mich ihm nicht unter­wer­fen, son­dern hof­fen, daß bald ein neu­er Papst folgt. Das ist für mich kei­ne katho­li­sche Hal­tung, es ist nicht über­na­tür­lich, son­dern sehr mensch­lich. Es fehlt gera­de die Über­na­tür­lich­keit und das gro­ße Ver­trau­en in die Gött­li­che Vor­se­hung, daß Gott es ist, der die Kir­che lei­tet. Das ist eine Gefahr für die Bru­der­schaft St. Pius X., wenn sie zu lan­ge selb­stän­dig ist. Es gibt bereits eini­ge Zei­chen die­ser nega­ti­ven Phä­no­me­ne der Selb­stän­dig­keit, über die ich auch mit Msgr. Fel­lay gespro­chen habe, die kei­ne wei­te­re Ver­zö­ge­rung erlau­ben. Wenn nun der Hei­li­ge Stuhl eine Struk­tur vor­schlägt, dann kön­nen sie akzep­tie­ren, sofern der Hei­li­ge Stuhl nicht Din­ge ver­langt, die gegen ihre Iden­ti­tät sind. Ja, es ist not­wen­dig, zu akzep­tie­ren und auf die Gött­li­che Vor­se­hung zu ver­trau­en, und nicht jetzt auf hun­dert­pro­zen­ti­ge Gewiß­hei­ten zu hof­fen. Das geht nicht. Ich wün­sche sehr, daß die Pius­bru­der­schaft so bald als mög­lich aner­kannt und als nor­ma­le Struk­tur der Kir­che eta­bliert wer­den kann. Das wäre zum Nut­zen aller, für sie sel­ber und für uns, und sie wäre wirk­lich eine neue Kraft beson­ders in die­sem gro­ßen Kampf für die Rein­heit des Glau­bens in der Kir­che, was ich auch Msgr. Fel­lay gesagt habe: ‚Exzel­lenz, wir brau­chen Eure Gegen­wart, damit wir zusam­men mit allen guten Kräf­ten in der Kir­che einen gro­ßen Zusam­men­schluß haben, um heu­te den Glau­ben unse­rer Väter, der Apo­stel, zu ver­tei­di­gen und ihn den näch­sten Genera­tio­nen wei­ter­zu­ge­ben. Das ist unse­re Beru­fung, die Gott von uns heu­te ver­langt. Mit Lie­be zur Kir­che, mit Lie­be zum Papst — immer mit Lie­be zum Papst und für ihn betend -, aber ohne eine Art von Papo­la­trie zu prak­ti­zie­ren, das nicht, son­dern den Papst über­na­tür­lich zu lie­ben, für ihn zu beten und zu glau­ben, daß er Vica­ri­us Chri­sti ist, Ser­vus Ser­vo­r­um Dei. Des­halb bete und hof­fe ich, daß das Werk von Msgr. Lef­eb­v­re, das er in der Kir­che hin­ter­ließ, aner­kannt wird und vie­le Früch­te trägt.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Adel­an­te la Fe (Screen­shot)




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36 Kommentare

  1. Erz­bi­schof Lef­eb­v­re hat in sei­nen letz­ten zwei Lebens­jah­ren nach den Bischofs­wei­hen (Som­mer 1988 bis Früh­jahr 1991) sehr deut­lich zu ver­ste­hen gege­ben, dass sein vor­he­ri­ger Kurs gegen­über Rom durch eine all­zu gro­ße Nai­vi­tät geprägt gewe­sen wäre und dass er, wenn er sei­ne Erfah­run­gen bis 1988 schon frü­her gehabt hät­te, Rom gegen­über einen viel här­te­ren Rom gefah­ren wäre. Msgr. Lef­eb­v­re hat am Ende sei­nes Lebens gesagt, Rom müs­se sich zuerst bekeh­ren, bevor man mit denen wie­der Ver­hand­lun­gen auf­neh­men dür­fe (was rei­ne „Gesprä­che“ natür­lich nicht von vor­ne­her­ein auschließt). Da das sei­ne letz­te Hal­tung war, muss man das als unver­äu­ßer­li­ches Testa­ment des Erz­bi­schofs betrach­ten. Man kann die­se Hal­tung für falsch hal­ten, aber dem Erz­bi­schof eine ande­re zuzu­schrei­ben ist unlau­ter.
    Und es ist die­se Unlau­ter­keit, die die der­zei­ti­ge Hal­tung der Obe­ren der Pius­bru­der­schaft und die ent­spre­chen­de inter­ne Aus­ein­an­der­set­zung prägt. Die Ver­ab­so­lu­tie­rung einer rein „kano­ni­schen“ Aner­ken­nung der Pius­bru­der­schaft, ohne dass vor­her der Stuhl Petri mit einen Katho­li­ken besetzt wird, ist eben nicht die Rezep­ti­on des gan­zes Erz­bi­schofs, son­dern des auf dem hal­ben Wege stecken­ge­blie­be­nen. Mit einer der­ar­ti­gen „Mythen­bil­dung“ könn­te sich ja die Petrus­bru­der­schaft als die eigent­li­che, „legi­ti­me“ Erbin von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re ver­ste­hen, weil sie frü­her getan hat, was Bischof Fel­lay jetzt anstrebt: Ein rein prak­ti­sches Abkom­men mit Rom. Die FSSP beruft sich aus guten Grün­den nicht auf den Erz­bi­schof, dem ihre Grün­der immer­hin die Prie­ster­wei­he zu ver­dan­ken hat­ten. Sie ist in die­ser Bezie­hung lau­ter geblie­ben, auch wenn sie irri­ge Vor­stel­lun­gen über den katho­li­schen Glau­ben hat.

  2. Die Pius­bru­der­schaft soll­te gegen­wär­tig eher abwar­ten . War­um will die­ser Papst die Pius­bru­der­schaft wie­der in der katho­li­schen Kir­che haben. Papst Fran­zis­kus ist äußerst klug . Wir wis­sen in etwa wofür die­ser Papst steht . Es ist kein Wider­spruch es sieht nur so aus . Es scheint für Papst Fran­zis­kus bes­ser zu sein , wenn die Pius­bru­der­schaft wie­der Teil der katho­li­schen Kir­che wird. Papst F will kei­ne Reform der Reform in der Lit­ur­gie, auch das ist hin­läng­lich bekannt . Papst F ist dabei die katho­lisch Leh­re zu ändern , er ent­lässt Leu­te die lan­ge Mit­ar­bei­ter der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on sind bzw waren. Die haben an sei­nem Kurs mög­li­cher­wei­se Kri­tik geübt. Wir wis­sen es nicht. Die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta auf­ge­löst obwohl seits der Staats­an­walt­schaft alle Ankla­ge­punk­te fal­len gelas­sen wurden.So etwas wäre wohl noch nicht ein­mal denk­bar in Län­dern mit deut­lich gerin­ge­rem Ver­ständ­nis von Recht und Demo­kra­tie. In einem Arti­kel vom 22.11 2016 schrei­ben sie der Papst habe gesagt, der Kom­mu­nis­mus und Mar­xis­mus sol­len neue Gesell­schafts­ord­nung sein, wenn er das gesagt hat und die Kom­mu­ni­sten wie Chri­sten den­ken, dann hät­te man doch all die kom­mu­ni­sti­schen Ter­ror­re­gime nicht bekämp­fen brau­chen. Ich bin wahr­schein­lich zu blöd um Papst Fran­zis­kus in sei­ner unend­li­chen Weis­heit zu begrei­fen.

  3. Daß die Prie­ster­bru­der­schaft St. Petrus „irri­ge Vor­stel­lun­gen über den katho­li­schen Glau­ben hat“, ist eine äußerst schwer­wie­gen­de Ver­leum­dung, die des­we­gen hier auch als sol­che benannt wer­den darf.

    • Ja, das kommt davon, wenn der Ein­druck erweckt wird, der katho­li­sche Glau­be und die Treue zu ihm sei so mono­li­thisch, dass es inner­halb davon kei­ner­lei unter­schied­li­che theo­lo­gi­sche Posi­tio­nen geben kön­ne. Eine rei­ne Fik­ti­on jen­seits jeden histo­ri­schen Befunds.

  4. @ Tere­sa 5.01.2017 AT 11:08. Die Ana­ly­se ist sehr gut gelun­gen und trifft die Sach­la­ge von 1988 bis 1991.
    WER IST PAPST?
    Indes aber ist die heu­ti­ge Situa­ti­on grund­ver­schie­den. Im Vati­kan herrscht ein Papst, der durch Unbe­re­chen­bar­keit und theo­lo­gi­sche Unkennt­nis geprägt ist. Im Gegen­satz zu allen Vor­gän­gern im Amt muß man die­sem Papst das cha­ris­ma epi­sco­pa­le abspre­chen. Er han­delt und redet nicht wie ein Bischof. S. E. MSgr. Schnei­der hat offen­sicht­lich die neu­esten Ent­wick­lun­gen im Blick, die durch Papst Fran­zis­kus aus­ge­löst wor­den sind. Wenn sich Kar­di­nä­le über ein Doku­ment des Pap­stes gegen­sei­tig der Häre­sie beschul­di­gen, dann ist die Kir­che am Ran­de eines Schis­mas, wenn hier sogar „Cum ex apo­sto­la­tus“ in betracht gezo­gen wird, der Fall des PAPA HAEREITCUS dis­ku­tiert wird, dann kann man nicht mehr von einer ein­heit­li­chen Kir­che spre­chen. Eine kano­ni­sche Aner­ken­nung wür­de der­zeit gewiß die Fra­ge nach der Ent­schei­dung pro Papa aut con­tra Papam stel­len. Eine kano­ni­sche Aner­ken­nung zu erzie­len, wäre gleich­zei­tig ver­bun­den mit der impli­zi­ten Aner­ken­nung von „Amo­ris Lae­ti­tia“, was für die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. fak­tisch unmög­lich ist. Zugleich wäre nach den jüng­sten Vor­komm­nis­sen im Vati­kan auch die Fra­ge nach der Gül­tig­keit eines Aner­ken­nungs­do­ku­men­tes gestellt, da offen­sicht­lich — vgl. „Amo­ris Lae­ti­t­i­ta“ — die latei­ni­sche Kir­chen­spra­che nicht benutzt wird, also kein Doku­ment pro­mul­giert wer­den kann in der ein­heit­li­chen Spra­che des Ritus Roma­nus. Dar­über hin­aus ist der Umgang des Pap­stes mit sei­nen Mit­ar­bei­tern nur noch als Dik­ta­tur zu bezeich­nen. Kurz — die Fra­ge dteht im Raum: „Ist der Papst noch SUI COMPOS?“ Auch dann gin­ge er sei­nes Amtes ver­lu­stig, da sind sich die Kano­ni­sten und Moral­theo­lo­gen weit­ge­hend einer Mei­nung (Vgl. A. M. Stick­ler: Sul­le ori­gi­ne dell‘ infal­libi­li­ta papa­le, in Rivi­sta Sto­ri­ca del­la Chie­sa in Ita­lia 28 (1974), S. 586f.; Domi­ni­cus Prüm­mer, M. Schee­ben et. al mult.). S. E. Mar­cel Lefebrve wür­de sehr wohl war­ten, bis sich der Rauch um den Vati­kan gelich­tet hat, der Bür­ger­krieg ein Ende gefun­den hat. Denn: Zur Zeit ver­langt der Papst die Papo­la­trie, und die­ses ist Dik­ta­tur und Tyran­nei, er sieht sich als das Haupt der Kir­che, kann aber kei­ne ein­zi­ge authen­ti­sche Leh­re her­vor­brin­gen, kei­ne Theo­lo­gie betrei­ben und ihm fehlt das „Cha­ris­ma epi­sco­pa­le“, da er nur unter Indult zum Bischof geweiht wor­den ist. Die Situa­ti­on ist daher so bri­sant, da Ber­go­glio wohl unter rechts­wid­ri­gen Umstän­den zum Papst Fran­zis­kus gewählt wor­den ist. Daher war­tet S. E. Ber­nard Fel­lay zurecht in aller Klug­heit ab, bis Klar­heit besteht. Und so hät­te auch S. E. Mar­cel Lefebrve gehan­delt.

    ROMA, ROMA, CONVERTERE AD DOMINUM DEUM TUUM!

    • @ Chri­stoph Rhein:

      Si Ber­go­glio reve­ra non fuis­set sui com­pos, tale fac­tum pro­cul­du­bio esset noto­ri­um. Sti­lus quo­dammodo tyran­ni­cus mini­me pro­bat amen­ti­am vel aliam formam infir­mi­ta­tis psychi­cae, et si ali­ter se habuis­set, iam mul­ti ex Sum­mis Pon­ti­fi­ci­bus, eti­am cele­ber­ri­mis, pro fatuis essent haben­di. Cfr. exem­p­la Urba­ni VIII, vel Pii XI. — Bul­la supra­l­au­da­ta („Cum ex apo­sto­lus offi­cio“) nihil pro­bat, quia iam abro­ga­ta erat, cum Codex Iuris Cano­ni­ci anno MMXVII a Bene­dic­to XV pro­mul­ga­ta est. Insu­per fac­tum „hae­re­sis papa­lis“ nequaquam a quo­li­bet theo­lo­go pri­va­to pro suo libi­tu sta­tue­re potest, sed a Con­ci­lio Oecu­me­ni­co, vel sal­tem Col­le­gio S.R.E. Car­di­na­li­um. Quod de caren­tia „cha­ris­ma­tis epi­scopa­lis“ scrip­sti, evi­den­ter purae coniec­tu­rae, vel poti­us phan­ta­siae attri­bu­e­n­dum est.

      • @Antifebronius,
        Die zwei­te Hälf­te Ihres ersten Sat­zes („…pro­cul dubio esset noto­ri­um“ = „…wäre (dies) ohne Zwei­fel eine Ankla­ge“ ließ mich doch schmun­zeln:
        Sie schrei­ben dort 2 Irrea­lis­for­men (fuis­set, esset) wobei ich hier betr. die Irrea­li­tät doch sehr vor­sich­tig wäre.
        Mir kommt der berühm­te Spruch des deut­schen Natur­for­schers und Embryo­lo­gen, Voll­blut­dar­wi­ni­sten und über­zeug­ten Athe­isten Erich Haeckel (1834–1919) in den Sinn:
        „Ignora­mus, igno­r­abi­mus, impa­vi­de pro­gre­dia­mur“: „Wir wis­sen nicht, wir wer­den nicht wis­sen, laßt uns uner­schrocken vor­an­ge­hen“.
        Jetzt wis­sen wir schon sehr viel in die­sem Fall, und wir wer­den mit Sicher­heit noch viel mehr zu wis­sen bekom­men.
        Mir scheint in der argen­ti­ni­schen Pipe­line (nicht lachen: auf Nie­der­län­disch: „pij­pli­jn“, wobei ein „pijp“ auch für die schma­len unter­idri­schen Gän­ge eines Kanin­chen­baus ver­wen­det wird 🙂 ) noch viel mehr zu sit­zen.
        Die gro­ße Fra­ge, damit ver­bun­den, ist dann nicht kir­chen­ju­ri­stisch son­dern betrifft die Sakra­men­ta­li­tät.
        Wie der Fall des pädo­phi­len Bischofs vanG­he­lu­we gezeit hat, ist gera­de die Sakra­men­ta­li­tät das Haupt­pro­blem — nicht zuletzt durch ihre Fol­gen: die zuge­dien­ten Sakra­men­te wären in ihrer Wir­kung beein­träch­tigt bzw. für die zuge­dien­ten Prie­ster­wei­hen total ungül­tig.
        Desa­strös.
        Ein ähn­li­ches Desa­ster für die Kir­che ist die Beschä­di­gung des Amtes;
        es ist kein erhe­ben­des Schau­spiel, bei einer füh­ren­den und älte­ren Per­son „le déshabillé de la Pari­si­en­ne“ mit­an­schau­en zu müs­sen.
        (beson­ders schlimm jetzt bei den bar­ba­risch kal­ten Tem­pe­ra­tu­ren hier­zu­lan­de 🙂 )

      • Sehr geehr­ter @Antifebronius,
        es gibt und gab under den Gläu­bi­gen und unter den Lesern die­ser Sei­te Men­schen, die des Lateins nicht oder nicht mehr mäch­tig sind. Trotz­dem sind die­se sicher an Ihren Bei­trä­gen inter­es­siert. Wür­den Sie daher, wenn Sie der Mei­nung sind, eine latei­ni­sche Ant­wort wäre bes­ser, bit­te immer auch die deut­sche Über­set­zung mit ange­ben?
        gra­ti­as agi­mus tibi in ante­ces­su
        (Mein Latein ist sehr ein­ge­ro­stet, dar­um bit­te ich um Ver­zei­hung, falls dies nicht die kor­rek­te Über­set­zung von „Vie­len Dank im Vor­aus“ ist.

      • Geehr­ter @Kanadier,
        Ihr Ein­wurf trifft natür­lich zu.
        Da @Antifebronius noch nicht geant­wor­tet hat, erlau­be ich mir, auf die Gefahr hin mich lächer­lich zu machen, und natür­lich mit nicht wenig latei­ni­schem Rost ver­se­hen, eine Über­set­zung nach­zu­rei­chen.

        „Wenn Ber­go­glio tat­säch­lich nicht bei Trost gewe­sen wäre (lies: bei sei­ner Papst­wahl NVDR), wäre eine sol­che Tat­sa­che zwei­fels­oh­ne ein Ankla­ge­punkt.
        Ein irgend­wie tyran­ni­scher Stil beweist im Gering­sten einen Wahn­sinn oder eine ande­re Form von psy­chi­scher Krank­heit, und wenn er son­stig (krank) gewe­sen wäre, so hat­ten schon vie­le der Päp­sten, auch sehr berühm­te, ihre Toll­hei­ten (z.Bsp. Urba­nus VIII, oder Pius PiusXI.-
        Die oben­ge­lob­te Bul­le („Cum ex apo­sto­lus offi­cio“) beweist nichts, weil sie schon abrogiert(abgeschafft) war, wenn der Codex des Kir­chen­rechts im Jah­re 2017 durch Bene­dikt XV pro­mul­giert wur­de.
        (NVDR: das im Kom­men­tar ange­ge­be­ne Datum kann natür­lich nicht stim­men).
        Dar­über­hin­aus kann die Tatsache„päpstliche Ket­ze­rei“ über­haupt nicht durch einen will­kür­li­chen Pri­vat-Theo­lo­gen nach sei­nem Gusto fest­ge­stellt wer­den, son­dern durch ein Öku­me­ni­sches Kon­zil oder zumin­dest durch das Col­le­gi­um der Kar­di­nä­len der Hl. Römi­schen Kir­che.
        Was Du über den Man­gel an „bischöf­li­chem Cha­ris­ma“ geschrie­ben hast, ist ‚wie es aus­sieht, (Ihrer) rei­nen Ver­mu­tung oder eher noch (Ihrer) Phan­ta­sie zuzu­schrei­ben“.

        @Antifebronius,
        Aus Höf­lich­keit und zum bes­se­ren Ver­ständ­nis soll­te man als Lehrer/Dialogpartner so spre­chen und schrei­ben, daß man vom Gegen­über ver­stan­den wird.

        Tet­t­i­tat­tet­tu­tes

      • „Tet­t­i­tat­tut­tes“

        @Antifebronius, für Sie spe­zi­ell die­e­se wun­der­ba­re Sätz­chen:
        West­flä­mi­sches Dia­lekt, auf gut Deutsch:
        „Es ist Zeit, daß es aus ist“
        „Tet Tit Tatt ut es“ 🙂

  5. @friedrich 2:

    Sie schrei­ben: „Es scheint für Papst Fan­zis­kus bes­ser zu sein, wenn die Pius­bru­der­schaft wie­der Teil der katho­li­schen Kir­che wird.“ Das heißt aber, daß sie jetzt außer­halb der katho­li­schen Kir­che steht (was sie selbst übri­gens vehe­ment bestrei­tet). Nun ist die Mit­glied­schaft in der katho­li­schen Kir­che heils­not­wen­dig. Da gibt es nichts abzu­war­ten, wenn man nicht in die Höl­le kom­men will. Bedin­gung für die Zuge­hö­rig­keit zur Kir­che ist aber die Unter­ord­nung unter den Römi­schen Papst, wie es z.B. Papst Boni­fa­ti­us VIII. in „Unam Sanc­tam“ klar und ein­deu­tig for­mu­liert hat. „…subes­se Roma­no Pon­ti­fi­ci esse OMNINO DE NECESSITATE SALUTIS…“ Das gilt auch dann, wenn ein kon­kre­ter Inha­ber des Stuh­les Petri sei­nes Amtes nach­läs­sig oder (sehr) schlecht wal­tet.

    Die not­wen­di­ge Unter­schei­dung zwi­schen die­ser auf über­na­tür­li­chem Glau­bens­geist beru­hen­den Unter­ord­nung und Papo­la­trie hat Bischof Schnei­der in bün­di­ger und kla­rer Wei­se for­mu­liert. So bedeu­tet Unter­ord­nung unter den Papst nicht, des­sen Bemer­kun­gen in Inter­views für „rich­tig“ hal­ten zu müs­sen, noch jed­we­de dis­zi­pli­na­ri­sche Ein­zel­maßn­ha­me (wie die gegen die Fran­zis­ka­ner der Unbefl. Empf. ergrif­fe­nen) gut­zu­hei­ßen usw.

    Man­che schei­nen aber nur in Bild-Zei­tungs-Kate­go­ri­en den­ken zu kön­nen, die dem Wesen von Kir­che und Papst­tum natür­lich nicht gerecht wer­den.

    • Nach jün­ge­ren Berich­ten und Bild­rn geht es übri­gens Pad­re Ste­fa­no Manel­li recht gut;
      die Moral der Fran­zis­ka­ner und Fran­zis­ka­ne­rin­nen ist nicht gebro­chen.
      Justi epu­len­tur

    • Nein, mit Ver­laub, das ist falsch. Ich ver­wei­se aus­drück­lich auf mei­ne Aus­füh­run­gen wei­ter unten über das Wesen des Gehor­sams, i.e. das Recht auf Unge­hor­sam. Gehor­sam ist kei­ne condítio sine qua non; ande­ren­falls wäre es ja Kada­ver­ge­hor­sam, und genau davon darf kei­ne Rede sein; ich ersu­che dahin­ge­hend aus­drück­lich um Dif­fe­ren­zie­rung. Der Papst darf von mir nichts ver­lan­gen, was gegen den Glau­ben gerich­tet ist; exakt dies aber tun die Kir­che seit dem II. Vati­ka­num und der jet­zi­ge Papst per­ma­nent. Ein welt­li­ches Bei­spiel: Wenn einem Kind von sei­nen Alko­ho­li­ker-Eltern auf­ge­tra­gen wird, im Laden neben­an eine fri­sche Pul­le Schnaps zu klau­en, dann hat das Kind rechts­wirk­sam das Recht auf Unge­hor­sam, und nie­mand wür­de es jemals des­we­gen ankla­gen; sei­ne Eltern wür­de das Kind frei­lich den­noch immer lie­ben, das schon. Nein, S.E. Mar­cel Lef­eb­v­re befand sich zu jeder­zeit inner­halb der Hei­li­gen Katho­li­schen Kir­che, und nie­mals außer­halb. Jene „Exkom­mu­ni­ka­tio­nen“ waren des­we­gen „von Anfang an Null und Nich­tig“. Ganz im Gegen­teil: All jene, die den Erz­bi­schof „exkom­mu­ni­ziert“ hat­ten, stell­ten sich durch deren Han­deln selbst ins Abseits der Hei­li­gen Katho­li­schen Kir­che, auch wenn sie wei­ter­hin und bis dato inner­halb der Mau­ern des Vati­kan zu Rom resi­dier­ten und resi­die­ren. Als Kind der Hei­li­gen Kir­che lei­de ich unter die­ser Situa­ti­on, gar kei­ne Fra­ge, exakt so, wie jenes Kind unter sei­nen Alko­ho­li­ker-Eltern lei­det. So schwer es mir auch fal­len mag: Ich soll nun kei­nes­falls „puil­lá­ni­me“ — klein­gläu­big – wer­den, son­dern dar­auf ver­trau­en, die stärk­ste, mäch­tig­ste Waf­fe zur Hand zu haben: Den Rosen­kranz. Ich ver­traue auf Jesu Chri­sti Ver­spre­chen, daß tat­säch­lich jedes Gebet, wel­ches ich zum Him­mel schicke, dort regi­striert und archi­viert sei. Wenn also Er es wol­le, wird er uns wie­der „Viri Pro­ba­ti“ sen­den, wel­che Sein Schiff­lein auf den ein­zig rich­ti­gen Kurs zurück manö­vrie­ren wer­den. Und falls nicht – dann dürf­te Sei­ne Zwei­te Wie­der­kunft in Bäl­de bevor­ste­hen. Wie auch immer: Sein Wil­le, und nur Sein Wil­le gesche­he.

      In Cri­sto per Mari­am. +

      Car­los­mi­guel

    • bit­te mit­den­ken . Papst Fran­zis­kus ver­folgt einen Kurs , den er so wird nicht wei­ter ver­fol­gen kön­nen. Es sei denn, er nimmt ein Schis­ma bil­li­gend in Kauf. Das lesen der Schrif­ten unse­res Pap­stes ist etwas ermü­dend und manch­mal ner­vend. Unser Stell­ver­tre­ter
      redet lei­der viel Blöd­sinn und scha­det mit sei­nen merk­wür­di­gen Auf­trit­ten die­sem Amt.Die Pius­bru­der­schaft ist Teil der katho­li­schen Kir­che , denn die­se Kir­che ist soweit ich weiß der geheim­nis­vol­le Leib Jesu Chri­sti. Und die­sem beugt sich die Piusruderschaft.Im übri­gen ver­mag ich sehr wohl zwi­schen Amt und Per­son zu unter­schei­den. Die Bild­zei­tung ver­ste­he ich nicht.

  6. Anschei­nend kennt Wei­bi­schof Schnei­der die legen­dä­ren Wor­te des Erz­bi­schofs Lef­eb­v­re des 4.Oktober 1987 nicht; die­se Wor­te könn­ten sehr wahr­schein­lich die Behaup­tung des Weih­bi­schofs Schnei­der wider­le­gen:
    „Kar­di­nal Ratz­in­ger habe ich vor­ge­tra­gen, dass auch wenn Sie uns Bischö­fe bewil­li­gen, auch wenn Sie uns eine Art Auto­no­mie den Bischö­fen gegen­über bewil­li­gen, auch wenn sie uns die gan­ze Lit­ur­gie von 1962 bewil­li­gen, auch wenn sie uns erlau­ben mit dem Semi­nar und der Bru­der­schaft wie bis­her wei­ter zu machen, kön­nen wir nicht zusam­men­ar­bei­ten! Es ist unmög­lich! UNMÖGLICH!
    Denn wir arbei­ten dia­me­tral; in die genau ent­ge­gen­ge­setz­te Rich­tung. Ihr arbei­tet an der Ent­chri­stia­ni­sie­rung der Gesell­schaft, der Mensch­heit und der Kir­che und wir arbei­ten an der chri­stia­ni­sie­rung. Man kann sich nicht ver­ste­hen! Rom hat den Glau­ben ver­lo­ren, mei­ne lie­ben Freun­de. Rom ist vom Glau­ben abge­fal­len! Es ist nicht nur so eine Art, mei­ne Wor­te sind nicht in den Wind gesagt, es ist die Wahr­heit!
    Rom ist vom Glau­ben abge­fal­len! Man kann ihnen nicht mehr trau­en. Sie (Rom) hat die Kir­che ver­las­sen, sie haben die Kir­che ver­las­sen! Sie ver­las­sen die Kir­che!
    Es ist sicher, sicher, sicher, sicher.

      • @Linus Schnei­der

        Ver­zei­hen Sie bit­te mei­ne Ein­mi­schung.
        Die von @PiuX zitier­te Wor­te von Erz­bi­schof Msgr. Lef­eb­v­re kann­te ich schon.
        Nach mei­ner Erin­ne­rung ist es die wört­li­che Über­set­zung aus dem Fran­zö­si­schen eines Dis­cours v. EB Msgr. Lef­eb­v­re für sei­ne Semi­na­ri­sten in Ècône, kurz vo sei­nem Tode (etwa 1987);
        es gibt eine Band­auf­nah­me die­ses Dis­cours, wo man die unver­wech­sel­ba­re Stim­me v. Msgr. Lef­eb­v­re deut­lich hört.
        Nach mei­nem Gedächt­nis wur­de die Ori­gi­nal­ver­si­on vor eini­gen Jah­ren von der Katho­li­schen Akti­on Flan­dern (www.kavlaanderen.blogspot.be) im Netz publi­ziert.
        Soviel wie ich mich erin­ne­re, mit einem Schwarz­weiß-Pho­to sei­ner Emi­nenz)

      • @PiuX:

        Es trifft zu, daß sich Erz­bi­schof Lef­eb­v­re so geäu­ßert hat, wie Sie es wie­der­ge­ben. Die Ton­band­auf­nah­me war im Netz zugäng­lich. „Rome a per­du la foi, c’est sure, sure, sure…“

        Aber: Es exi­stie­ren auch ‑und zwar für die Zeit nach (!) 1987- völ­lig anders­lau­ten­de Ein­schät­zun­gen Erz­bi­schof Lef­eb­v­res. Z.B. ist mir noch gut in Erin­ne­rung, was er, als er in der ersten Janu­ar­hälf­te 1988 in den Nie­der­lan­den, nahe der bel­gi­schen Gren­ze, die Fir­mung spen­de­te, sowohl am Vor­abend im klei­nen Krei­se bei Tisch sag­te, als auch am fol­gen­den Tage öffent­lich in sei­nem Vor­trag in Ant­wer­pen wie­der­hol­te: Er war vol­ler Hoff­nung, daß die soeben erfolg­te Visi­ta­ti­on durch Kar­di­nal Gagnon der Bru­der­schaft den Weg zu einer Wirk­mög­lich­keit in kano­nisch ein­wand­frei­er Form eröff­nen wür­de. Lef­eb­v­re hielt sei­nen Vor­trag in fran­zö­si­scher Spra­che, und es erfolg­te abschnitts­wei­se eine Über­set­zung ins Flä­mi­sche. Die betref­fen­den Bemer­kun­gen wur­den von so leb­haf­tem Bei­fall unter­bro­chen, daß der Über­set­zer, Herr Jas­pers, den Erz­bi­schof bit­ten muß­te, die betref­fen­den Sät­ze kurz zu wie­der­ho­len, weil er sie wegen des laut­star­ken Applau­ses nicht ganz ver­stan­den hat­te. (- Inzwi­schen ist bei vie­len „Anhän­gern“ der Bru­der­schaft genau die schis­ma­ti­sche Ten­denz zum Tra­gen gekom­men, von der Bischof Schnei­der in vor­neh­mer Zurück­hal­tung als „Ver­selb­stän­di­gung“ sprach. Sie wür­den heu­te nicht mehr applau­die­ren. So ändern sich die Zei­ten.)

        Dann erolg­te die Unter­zeich­nung des Pro­to­kolls vom 5. Mai 1988, wel­ches Erz­bi­schof Lef­eb­v­re am näch­sten Tage teil­wei­se ‑und eben nicht zur Gän­ze, das schei­nen man­che zu über­se­hen- wider­ru­fen hat.

        Um den 10. Mai 1988 hielt Erz­bi­schof Lef­eb­v­re in Angers einen Vor­trag vor den Prie­stern des „fran­zö­si­schen Distrikts“ der Bruderschaft(dessen Ton­band­auf­nah­me mir vor­liegt). Er ging, wie er bei die­sem Anlaß sag­te, davon aus, daß sein Bestehen auf der Kon­se­kra­ti­on meh­re­rer Bischö­fe (eige­ner Wahl) am 30. Juni kein Hin­der­nis für die „Eini­gung“ mit Rom dar­stel­len wer­de.

        Nur eini­ge Tage danach bezeich­ne­te der dama­li­ge „Gene­ral­obe­re“ Schmid­ber­ger das Pro­to­koll in einer inter­nen Mit­tei­lung an die Prie­ster des „deut­schen Distrikts“ als „Geschenk der Mut­ter­got­tes von Fati­ma“. Weni­ge Wochen spä­ter aber hieß es -„rin in die Kar­tof­feln, raus aus die Kar­tof­feln“, wie man in Ber­lin sagt- auf ein­mal, das alles sei eine Fal­le Roms.

        Die letz­ten öffent­li­chen Äuße­run­gen Erz­bi­schof Lef­eb­v­res gin­gen tat­säch­lich in die Rich­tung, die @Teresa oben wie­der­ge­ge­ben hat. Aber: Auf dem Ster­be­bett woll­te Lef­eb­v­re zunächst nicht den Bei­stand eines sei­ner Prie­ster, son­dern des Pfar­rers von Mar­ti­gny. Erst dann, als die­ser nicht erschien, spen­de­ten ihm Prie­ster der Bru­der­schaft die Ster­be­sa­kra­men­te. War­um die­ses Vor­ge­hen, wenn die „Kir­che Roms“ und damit auch der Pfar­rer von Mar­ti­gny „zu mei­den“ waren?

        Man könn­te schließ­lich, wie es oben für die Jah­re 1987 und 1988 gesche­hen ist, aus der Zeit der 70er und 80er Jah­re mühe­los eine Liste von Zita­ten Lef­eb­v­res, „Rom“ betref­fend, zusam­men­stel­len, die von gegen­sätz­li­chen Ten­den­zen getra­gen, wenn nicht offen wider­sprüch­lich sind.

        Aus all dem ergibt sich: Es ist uner­heb­lich, was nun genau sei­ne letz­ten öffent­lich bekannt­ge­wor­de­nen Äuße­run­gen besag­ten — und so etwas zum „Testa­ment“ hoch­sti­li­sie­ren zu wol­len, ist schlicht unglaub­wür­dig.

        Erz­bi­schof Lef­eb­v­re, den ich, wenn die­se Bemer­kung hier erlaubt ist, mehr­fach im klei­nen Krei­se erle­ben und als lie­bens­wür­di­gen und tief­from­men Men­schen ken­nen­ler­nen durf­te, war jemand, der in sei­nem Inner­sten ohne Zwei­fel immer mit Rom ver­bun­den sein und blei­ben woll­te. Die Situa­ti­on, in die er gestellt war, war aber bei­lei­be kei­ne ein­fa­che, was ein deut­li­ches Schwan­ken in sei­nen Äuße­run­gen zum Teil ent­schul­di­gen mag. Ein­zel­ne Äuße­run­gen als Abso­lutum hin­zu­stel­len, wäre völ­lig ver­fehlt. Bischof Schnei­der dürf­te hin­ge­gen mit sei­ner Ein­schät­zung der Gesamt­per­sön­lich­keit ‑und dar­auf kommt es letzt­lich an- im wesent­li­chen rich­tig lie­gen: Erbi­schof Lef­eb­v­re wür­de das jet­zi­ge Aner­bie­ten das Hl. Stuhls anneh­men.

    • unter­stellt Ihr Zitat ist kor­rekt (wor­in ich kei­nen Zwei­fel hege) ist dies m.E. wie bei Luther. Die­ser (Luther) hat das Papst­tum INSGESAMT als „Anti­christ“ bezeich­net… Sicher­lich nicht kor­rekt für die Päp­ste bis 2013. So wür­de auch ich anneh­men, dass Erz­bi­schof Lef­eb­v­re mit sei­nem Aus­spruch („Rom ist vom Glau­ben abge­fal­len“) nicht im all­ge­mei­nen, beson­ders NICHT zu sei­nen Leb­zei­ten „regie­ren­dem Rom“ recht hat, wohl aber in der heu­ti­gen Zeit…!

      • Was ist der wesent­li­che Unter­schied zwi­schen Papst Johan­nes Paul II. mit Koran­kuss und das Tref­fen in Assi­si und dem heu­ti­gen Papst? Papst Johan­nes Paul II. hat Altä­re räu­men las­sen, damit dort Göt­zen zur Anbe­tung auf­ge­stellt wer­den.
        Papst Fran­zis­kus erzählt und han­delt eben­so. Zwi­schen bei­den Päp­sten besteht kein Wider­spruch, sie sind eins.

        Des­halb ist Ihr Schluß­satz schlicht falsch. Lef­eb­v­re bat von Gott zwei deut­li­che Zei­chen um die Bischofs­wei­hen vor­zu­neh­men. Das schmerz­lich­ste Zei­chen war das Tref­fen in Assi­si. Gott wird Göt­zen gleich­ge­stellt. Das Aller­hei­lig­ste wird für Bud­dha-Figu­ren ent­fernt.

        Noch­mals: Was unter­schei­det den heu­ti­gen Papst von Johan­nes Paul II.?

      • @Franziska

        ein Unter­schied ist schon ein­mal der, dass JPII hei­lig gespro­chen ist und damit per Defi­ni­ti­on sich all­zeit der beglücken­den Begeg­nung mit der gött­li­chen Drei­fal­tig­keit erfreu­en kann; eine Begeg­nung, die dem jet­zi­gen Bischof von Rom noch bevor­steht!

    • Die gewal­tig hohe Qua­li­tät die­ser Web­site zeigt sich nicht nur durch die vie­le sehr inter­es­san­te und auch up-to-date Arti­kel (nicht sel­ten Wochen vor ande­ren Web­sei­ten 🙂 ), son­dern auch durch die fun­dier­te und sehr sub­stan­zi­el­le Kom­men­ta­re.
      Eine gewal­ti­ge Stär­ke in die­sen wir­ren Zei­ten.

      • @Tridentinus,

        „Ihr Wört­chen „nur“ hat es in sich. 🙂
        Wenn ich an die „Emi­nen­zen“ Sue­n­ens, Dan­neels, DeKesel, Mur­phy-o’Con­nor, Maho­ney und ande­re Kon­sor­ten den­ke, wäre es eine Ehre für die katho­li­sche Kir­che und für das Kar­di­na­lat ins­ge­samt, wenn der hoch­ver­dien­te Msgr. Erz­bi­schof Lef­eb­v­re Kar­di­nal gewe­sen wäre.“

  7. Für mei­ne Begrif­fe trach­tet das Ber­go­glio­ni­sche Rom ledig­lich aus einem ein­zi­gen Grun­de so leb­haft danach, die FSSPX mit­tels kano­ni­schen Sta­tus unter sei­ne Kon­trol­le zu brin­gen: um im Fal­le einer sich zukünf­tig womög­lich voll­zie­hen­den Kir­chen­spal­tung die FSSPX als welt­weit ope­rie­ren­de Basis für ein sich mit ihr ver­ei­nen­des lehr­amtstreu­es katho­li­sches Rom aus­zu­schal­ten. Daher kann ich Exzel­lenz Schnei­der hier lei­der nicht ganz fol­gen, und rufe ihm und der FSSPX das Schick­sal der Fran­zis­ka­ner der Imma­cu­la­ta und — unter Bezug auf den in Aus­sicht gestell­ten kano­ni­schen Sta­tus — erst recht die Vor­gän­ge um den sou­ve­rä­nen Mal­terser­or­den in Erin­ne­rung!

    • Wobei ich nicht ver­ken­ne, dass auch sehr gewich­ti­ge Grün­de für einen kano­ni­schen Sta­tus spre­chen. Aber man muss sich bewusst sein, dass man es sich bei den Ber­go­glia­nern um Leu­te han­delt, die sich um Recht und Gesetz und Ver­spre­chun­gen nicht son­der­lich sche­ren.

  8. Wenn Erz­bi­schof Lefèbvre heu­te eine Aner­ken­nung der Pius­bru­der­schaft über­haupt anneh­men wür­de, dann aus­schließ­lich als Per­so­nal­OR­DI­NA­RI­AT. Eine Per­so­nal­prä­la­tur wäre zu wenig.

  9. Ich habe mich auf Recher­che bege­ben und das Inter­view im Welt­netz auf „you­tube“ gesucht, gefun­den und ange­schaut. Das Inter­view zei­tigt zunächst ein­mal eine sprach­li­che Beson­der­heit, die zwar nicht unbe­dingt gra­vie­rend sein muß, es aber manch­mal durch­aus sein kann: Der Inter­view­er spricht kasti­li­sches Spa­nisch, S.E. Atha­na­si­us Schnei­der ant­wor­tet jedoch mit bra­si­lia­ni­schem Por­tu­gie­sisch, wenn­gleich mit star­kem Akzent. Bei­de Spra­chen zeich­nen sich natur­ge­mäß durch nahe Ver­wandt­schaft aus, aber es gibt eben auch ent­schei­den­de Unter­schie­de hin­sicht­lich Seman­tik, Mor­pho­lo­gie und Ter­mi­no­lo­gie; die geo­gra­phi­sche Ent­fer­nung mag oben­drein eine Rol­le spie­len.
    Ich möch­te mei­nen Kom­men­tar im fol­gen­den auf den auf „katholisches.info“ zitier­ten Abschnitt beschrän­ken; alles ande­re führ­te zu weit – es sei, denn, es wäre gewünscht.

    Zitat: „Wenn eine Gemein­schaft zuviel Zeit ver­strei­chen läßt, in der sie kano­nisch auto­nom und selb­stän­dig ist, ist das eine Gefahr, eine Gefahr sich zu ver­selb­stän­di­gen und eine typisch katho­li­sche Cha­rak­te­ri­stik zu ver­lie­ren, die dar­in besteht, der Auto­ri­tät des Pap­stes, des Stell­ver­tre­ters Chri­sti zu unter­ste­hen.

    Nein, Ent­schul­di­gung: Das ist Behaup­tung und Spe­ku­la­ti­on. Wor­an möch­te S.E. Schnei­der dies hin­sicht­lich der in Rede ste­hen­den FSSPX bit­te bele­gen? Ich erbit­te doch wenig­stens die Nen­nung einen ein­zi­ges Fal­les aus der Ver­gan­gen­heit.

    Zitat: Wir kön­nen unse­re Unter­wer­fung unter den Stell­ver­tre­ter Chri­sti nicht von der Per­son des Pap­stes abhän­gig machen. Das wäre nicht Glau­ben, das wäre die Wahl einer Par­tei.

    Ja, das ist rich­tig, und die­se Sen­tenz zu ver­las­sen wäre eine Nähe­rung an den Sedis­va­kan­tis­mus, von dem sich die FSSPX jedoch immer fern­ge­hal­ten hat. Wie­so also die­ser Ein­wurf?

    Zitat: Der Stuhl Petri ist immer der­sel­be, die Päp­ste wech­seln, so kann man nicht sagen: In die­sen Papst jetzt habe ich kein Ver­trau­en, ich will mich ihm nicht unter­wer­fen, son­dern hof­fen, daß bald ein neu­er Papst folgt. Das ist für mich kei­ne katho­li­sche Hal­tung, es ist nicht über­na­tür­lich, son­dern sehr mensch­lich.

    Nein, mit Ver­laub, das ist unprä­zi­se und größ­ten­teils falsch. Der Papst hat als edel­ste Pflicht, den Glau­ben unver­kürzt und unver­än­dert zu bewah­ren, sowie ihn unver­kürzt und unver­än­dert wei­ter­zu­ge­ben; er darf weder etwas hin­zu­fü­gen, noch etwas davon weg­neh­men. Dar­in liegt das Prin­zip der Tra­di­ti­on, genau so steht es in Sankt Pau­li Erstem Korin­ther-Brief (15; 3–4): „Tra­di­di enim vobis, in pri­mis quod et acce­pi. — Vor allem habe ich euch alles so wei­ter­ge­ge­ben, wie ich es sel­ber emp­fan­gen habe.“; nicht umsonst hat sich S. E. Erz­bi­schof Mar­cel Lef­eb­v­re dies als Wahl­spruch gewählt. So, und nur so ver­moch­te das Schiff­lein Petri über­haupt bis dato zu über­le­ben; nicht aus­zu­den­ken, wenn jeder­zeit Hinz und Kunz an den Wor­ten Chri­sti hät­ten her­um­dok­tern dür­fen.
    Stich­wort „Ver­trau­en“. Reich­lich unprä­zi­se. Viel mehr geht es um Gehor­sam, den ich als gläu­bi­ger Katho­lik dem Papst schul­de – dies aber auch nur dann und so lan­ge, sofern er die Tra­di­ti­on, wie oben erklärt, getreu­lich bewahrt und wei­ter­gibt. In der Apo­stel­ge­schich­te (5;29) in sei­ner Philíppika an die ihn ankla­gen­den Juden spricht Sankt Petrus: „Man muß Gott mehr gehor­chen als den Men­schen!“ Sankt Tho­mas von Aquin refe­riert aus­führ­lich in sei­ner „Sum­ma Teológi­ca“, daß man als Gläu­bi­ger das Recht auf Unge­hor­sam gegen die kirch­li­chen Auto­ri­tä­ten habe, wenn Gefahr für den Glau­ben besteht, sowie das Recht dar­auf, Prä­la­ten, auch coram púb­li­co, zur Ord­nung zu rufen – sprich: „Cor­rec­tio Fra­ter­na“ — „Brü­der­li­che Zurecht­wei­sung“ an ihnen zu üben. Unge­hor­sam ist kei­nes­falls eine Fra­ge von Tages­lau­ne oder per­sön­li­chem Gusto, wie man sehr gut erken­nen mag.

    Zitat: Es fehlt gera­de die Über­na­tür­lich­keit und das gro­ße Ver­trau­en in die Gött­li­che Vor­se­hung, daß Gott es ist, der die Kir­che lei­tet.

    Zu unprä­zi­se. Ja, Gott lei­tet Sei­ne Kir­che, weil Gott die Kir­che ist und umge­kehrt; er ist der Leib, und wir Men­schen, wir gläu­bi­gen Men­schen, sind die Glie­der. Glie­der kön­nen gleich­wohl ver­fau­len, irre wer­den, Irr­leh­ren ver­brei­ten, etc., ein­fach des­we­gen, weil jeder Mensch, ein­zig aus­ge­nom­men Unse­re Hei­li­ge Got­tes­mut­ter, jedoch ein­schließ­lich dem Papst, den Makel der Erb­sün­de in sich trägt. Bis zu Sei­ner zwei­ten Wie­der­kunft hat also Gott dem Men­schen gewis­ser­ma­ßen die Ver­wal­tung der irdi­schen Außen­stel­le Sei­ner Ewig­keit über­ant­wor­tet, und der Papst lei­tet das Boden­per­so­nal dar­in, sowie uns Gläu­bi­ge. Das Amt auf Petri Stuhl ist somit die höch­ste Aus­zeich­nung, wel­che irdi­scher­seits einem Mann wider­fah­ren kann – viel Macht, aber auch viel Ver­ant­wor­tung!

    Zitat: Das ist eine Gefahr für die Bru­der­schaft St. Pius X., wenn sie zu lan­ge selb­stän­dig ist. Es gibt bereits eini­ge Zei­chen die­ser nega­ti­ven Phä­no­me­ne der Selb­stän­dig­keit, über die ich auch mit Msgr. Fel­lay gespro­chen habe, die kei­ne wei­te­re Ver­zö­ge­rung erlau­ben.

    Ich hät­te ger­ne eine Prä­zi­sie­rung ver­nom­men, wovon I.E.’n hier spre­chen. Die Kir­che war immer eine „Cau­sa Púb­li­ca“, und eben kei­ne Hin­ter­zim­mer- oder Logen-Ver­an­stal­tung. Sie­he die Berg­pre­digt Jesu Chri­sti!

    Zitat: Wenn nun der Hei­li­ge Stuhl eine Struk­tur vor­schlägt, dann kön­nen sie akzep­tie­ren, sofern der Hei­li­ge Stuhl nicht Din­ge ver­langt, die gegen ihre Iden­ti­tät sind. Ja, es ist not­wen­dig, zu akzep­tie­ren und auf die Gött­li­che Vor­se­hung zu ver­trau­en, und nicht jetzt auf hun­dert­pro­zen­ti­ge Gewiß­hei­ten zu hof­fen. Das geht nicht.

    Mit Ver­laub: S.E. Schnei­der behaup­tet hier allen Ern­stes die Exi­stenz ech­ter Para­do­xoi. Nach allen Geset­zen der Logik ist es unmög­lich, VK II zu akzep­tie­ren und es gleich­zei­tig abzu­leh­nen, „Ver­sus Dómi­num“ iden­tisch, simul­tan und syn­chron zu set­zen zu „Ver­sus Pópu­lum“, Reli­gi­ons­frei­heit abzu­leh­nen und gleich­zei­tig anzu­neh­men, das „Erste Gebot“ zu befol­gen und es gleich­zei­tig „öku­me­nisch“ zu igno­rie­ren… Got­tes Gebo­te gel­ten unein­ge­schränkt, jeder­zeit und unbe­dingt; Jesus lehrt uns in Mat­thä­us 5;37: „Eure Rede sei ja, ja oder nein, nein – alles dar­über ist von übel!“ Irgend­wann wird es zum Spruch kom­men; das ist sicher, und die Vati­ka­ni­schen Innen­hö­fe sind gepfla­stert mit tra­di­ti­ons­treu blei­ben wol­len­den, gleich­wohl geschei­ter­ten Gemein­schaf­ten! Gott wür­felt und tak­tiert nicht!

    Zitat: (…) Das ist unse­re Beru­fung, die Gott von uns heu­te ver­langt. Mit Lie­be zur Kir­che, mit Lie­be zum Papst – immer mit Lie­be zum Papst und für ihn betend –, aber ohne eine Art von Papo­la­trie zu prak­ti­zie­ren, das nicht, son­dern den Papst über­na­tür­lich zu lie­ben, für ihn zu beten und zu glau­ben, daß er Vica­ri­us Chri­sti ist, Ser­vus Ser­vo­r­um Dei.

    Sic. So lan­ge die post­kon­zi­lia­re Kir­che, ihre Sakra­men­te und ihre Wür­den­trä­ger zwar im Zwei­fel ste­hen – per­so­nell und dok­tri­nell – und ich über kei­ne 100% was­ser­dich­ten Bewei­se dar­über ver­fü­ge, daß buch­stäb­lich alles, was seit Papst Johan­nes XXIII gesche­hen ist, wirk­lich ungül­tig ist, wer­de ich mich kei­nes­falls selbst ins Unrecht bege­ben. Ich kann nicht aus­schlie­ßen, daß über mehr als 50 Jah­re hin­weg nicht doch irgend­wo irgend­wann ein­mal der Hei­li­ge Geist geweht hat oder noch weht; wer könn­te dies denn? Ich nicht. Wer es den­noch behaup­tet, ist ein Pha­ri­sä­er. Also ver­har­re ich so lan­ge im Unge­hor­sam, ent­we­der, bis Rom zum wah­ren Glau­ben zurück­fin­det oder bis zur Zwei­ten Paru­sie Jesu Chri­sti auf Erden.

    Zitat: Des­halb bete und hof­fe ich, daß das Werk von Msgr. Lef­eb­v­re, das er in der Kir­che hin­ter­ließ, aner­kannt wird und vie­le Früch­te trägt.

    Wie wei­ter oben aus­ge­führt: Das Werk S.E. Erz­bi­schof Mar­cel Lef­eb­v­res hat es kei­nes­falls nötig, sei­tens derer groß­zü­gig „aner­kannt“ zu wer­den, wel­che sich an der Hei­li­gen Leh­re Jesu Chri­sti ver­ge­hen. Rom muß ganz im Gegen­teil den wah­ren Glau­ben wie­der­fin­den; da gibt es kei­nen Raum für Tak­tik oder Kom­pro­mis­se. Q.e.d.

    In Cri­sto per Mari­am +

    Car­los­mi­guel

    • Ein her­vor­ra­gen­der Kom­men­tar!
      Bit­te mehr davon.
      Auf­rich­ti­gen Dank für Ihren so treff­li­chen Ein­satz mit der Schreib­fe­der.
      Cor­dia­li­ter,

  10. Wer woll­te an der Recht­gläu­big­keit eines Pap­stes zwei­feln, ihn brü­der­lich kor­ri­gie­ren, der der FSSPX eine Heim­statt in sei­ner Kir­che berei­tet und von dem sich die FSSPX eine Heim­statt berei­ten lie­sse, Exzel­lenz Schnei­der?

  11. Sieht man nicht am Mal­te­ser Orden wie die „heu­ti­ge Auto­ri­tät“ mit der­ar­ti­gen Spitz­fin­dig­kei­ten hin­sicht­lich irgend­ei­ner „Eigen­stän­dig­keit“ umgeht, die letzt­lich doch nur auf dem Papier vor­han­den ist? Gibt es der Bru­der­schaft nicht zu den­ken, dass man aus­ge­rech­net an dem Punkt, wo sich Rom mit wach­sen­der Rasanz und Inten­si­tät von den ursprüng­li­chen Leh­rern der Kir­che ver­ab­schie­det, gera­de in die­se hin­ein möch­te? Der Weg wäre vor­ge­zeich­net. Zunächst freund­li­che Auf­nah­me, dann Dis­zi­pli­nie­rung im Sin­ne der Anlie­gen Fran­zi­sus I., und folg­lich will­kür­li­che Abset­zun­gen. Was zählt ist die Macht und die Auto­ri­tät der Macht.

  12. Was ist denn mit der Bul­le „Quo Pri­mum“??? Mit dem Kon­zil wur­de doch ein­deu­tig dage­gen ver­sto­ßen oder etwa nicht?

  13. „..auch wenn sie uns erlau­ben mit dem Semi­nar und der Bru­der­schaft wie bis­her wei­ter zu machen, kön­nen wir nicht zusam­men­ar­bei­ten! Es ist unmög­lich! UNMÖGLICH! Denn wir arbei­ten dia­me­tral; in die genau ent­ge­gen­ge­setz­te Rich­tung. Ihr arbei­tet an der Ent­chri­stia­ni­sie­rung der Gesell­schaft, der Mensch­heit und der Kir­che und wir arbei­ten an der chri­stia­ni­sie­rung. Man kann sich nicht ver­ste­hen! Rom hat den Glau­ben ver­lo­ren, mei­ne lie­ben Freun­de. Rom ist vom Glau­ben abge­fal­len! Es ist nicht nur so eine Art, mei­ne Wor­te sind nicht in den Wind gesagt, es ist die Wahr­heit! Rom ist vom Glau­ben abge­fal­len! Man kann ihnen nicht mehr trau­en. Sie (Rom) hat die Kir­che ver­las­sen, sie haben die Kir­che ver­las­sen! Sie ver­las­sen die Kir­che!“

    Die­se Aus­sa­ge ent­spricht doch auch objek­tiv der Rea­li­tät. Man kann nicht leug­nen, dass sie den Glau­ben der Väter jeden­falls in Tei­len auf­ge­ge­ben haben, und des­sen ver­lu­stig gegan­gen sind. Zudem ist und bleibt die Tat­sa­che des Nie­der­gan­ges ein Fak­tum, wel­ches unüber­seh­bar ist. Sicher­lich war der Erz­bi­schof lan­ge Zeit fas­sungs­los ob die­ser Tat­sa­che, und konn­te es nicht glau­ben, aber bei scho­nungs­lo­ser und nüch­ter­ner Betrach­tung konn­te er zu kei­nem ande­ren Ergeb­nis kom­men. Fati­ma spricht zu aller­erst vom gro­ßen Glau­bens­ab­fall, und die­ser lässt als Vor­war­nung in Ver­bin­dung mit dem Jahr 1960 gebracht,nur den direk­ten Bezug zum Vati­ca­num II zu. Kein Wun­der, dass
    um die­se über­na­tür­li­che War­nung her­um­la­v­riert wird, wie um den hei­ssen Brei.
    Aber die Bilanz der letz­ten Jahr­zehn­te ist doch lei­der über­deut­lich.

  14. Es fällt der gebil­de­ten Eli­te in der Kir­che beson­ders schwer zuge­ben zu müs­sen, das Erbe der Väter ver­schleu­dert und durch­ge­bracht zu haben, aber so ist es leider.…kein Unter­neh­men könn­te sich die­ser ein­deu­ti­gen Bilanz ent­zie­hen. Und es nützt nichts, ande­re ausser­halb der Kir­che dafür ver­ant­wort­lich zu machen.

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