Gebetsaufruf aus der Peripherie: damit Papst Franziskus die unveränderliche Praxis der Kirche von der Wahrheit der Unauflöslichkeit der Ehe bekräftige

Drei Bischöfe "aus der Peripherie" richten einen Gebetsaufruf an das gläubige Volk: Gebetsaufruf aus der Peripherie: damit Papst Franziskus die unveränderliche Praxis der Kirche von der Wahrheit der Unauflöslichkeit der Ehe bekräftige
Drei Bischöfe "aus der Peripherie" richten einen Gebetsaufruf an das gläubige Volk: Gebetsaufruf aus der Peripherie: damit Papst Franziskus die unveränderliche Praxis der Kirche von der Wahrheit der Unauflöslichkeit der Ehe bekräftige

(Astana/Rom) Drei Bischö­fe „von den Rän­dern“ wen­den sich mit einem Gebets­auf­ruf an das gläu­bi­ge Volk, damit im Dis­put über das umstrit­te­ne nach­syn­oda­le Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia Papst Fran­zis­kus neben der unver­än­der­li­chen Leh­re auch die dar­aus fol­gen­de unver­än­der­li­che Pra­xis der Kir­che über die Wahr­heit des Ehe­sa­kra­men­tes bekräf­tigt. Der voll­stän­di­ge Wort­laut ihres Aufrufs:

 

Aufruf zum Gebet:
damit Papst Franziskus die unveränderliche Praxis der Kirche
von der Wahrheit der Unauflöslichkeit der Ehe bekräftige

Nach der Ver­öf­fent­li­chung des Apo­sto­li­schen Schrei­bens Amo­ris lae­ti­tia wur­den in eini­gen Teil­kir­chen Durch­füh­rungs­be­stim­mun­gen und Inter­pre­ta­tio­nen ver­öf­fent­licht, laut denen die Geschie­de­nen, trotz des sakra­men­ta­len Ban­des, das sie an ihren recht­mä­ßi­gen Ehe­gat­ten bin­det, den­noch die Ehe zivil mit einem neu­en Part­ner geschlos­sen haben, zu den Sakra­men­ten der Buße und der Eucha­ri­stie zuge­las­sen wer­den, ohne der von Gott vor­ge­schrie­be­nen Pflicht nach­zu­kom­men, die Ver­let­zung ihres sakra­men­ta­len Ehe­ban­des zu beenden.

Das Zusam­men­le­ben more uxorio mit einer Per­son, die nicht der recht­mä­ßi­ge Ehe­gat­te ist, stellt eine Belei­di­gung des Heils­bun­des dar, des­sen Zei­chen die sakra­men­ta­le Ehe ist (vgl. Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che, Nr. 2384), und eben­falls eine Belei­di­gung des bräut­li­chen Cha­rak­ters des eucha­ri­sti­schen Geheim­nis­ses. Papst Bene­dikt XVI. hat auf die­sen Zusam­men­hang mit Nach­druck hin­ge­wie­sen: „Die Eucha­ri­stie stärkt in uner­schöpf­li­cher Wei­se die unauf­lös­li­che Ein­heit und Lie­be jeder christ­li­chen Ehe. In ihr ist die ehe­li­che Bin­dung kraft des Sakra­ments inner­lich ver­knüpft mit der eucha­ri­sti­schen Ein­heit zwi­schen dem Bräu­ti­gam Chri­stus und sei­ner Braut, der Kir­che (vgl. Eph 5,31–32)“ (Apo­sto­li­sches Schrei­ben Sacra­men­tum cari­ta­tis, 27).

Hir­ten der Kir­che, die es dul­den oder es soge­nann­ten „wie­der­ver­hei­ra­te­ten“ Geschie­de­nen sogar erlau­ben — wenn auch in Ein­zel­fäl­len oder aus­nahms­wei­se — das Sakra­ment der Eucha­ri­stie zu emp­fan­gen, ohne dass sie das „Hoch­zeits­ge­wand“ tra­gen, obwohl Gott selbst in der Hei­li­gen Schrift (vgl. Mt 22,11 und 1 Kor 11,28–29) es mit Blick auf eine wür­di­ge Teil­nah­me am eucha­ri­sti­schen Hoch­zeits­mahl vor­ge­schrie­ben hat, wir­ken auf die­se Wei­se mit an einer stän­di­gen Belei­di­gung des Ban­des des Ehe­sa­kra­ments, der bräut­li­chen Ver­bin­dung zwi­schen Chri­stus und der Kir­che und der bräut­li­chen Ver­bin­dung zwi­schen Chri­stus und der See­le, die Sei­nen eucha­ri­sti­schen Leib empfängt.

Meh­re­re Teil­kir­chen haben pasto­ra­le Richt­li­ni­en erlas­sen oder emp­foh­len mit die­ser oder einer ähn­li­chen For­mu­lie­rung: „Soll­te dann die­se Ent­schei­dung [in Ent­halt­sam­keit zu leben] wegen der Sta­bi­li­tät des Paa­res schwie­rig zu prak­ti­zie­ren sein, schließt Amo­ris lae­ti­tia die Mög­lich­keit, zur Beich­te und zur Eucha­ri­stie zu gehen, nicht aus. Das bedeu­tet eine gewis­se Öff­nung wie im Fall, wo die mora­li­sche Gewiss­heit vor­han­den ist, dass die erste Ehe nich­tig war, aber die Bewei­se feh­len, um dies vor Gericht bewei­sen zu kön­nen. Es kann also nie­mand ande­res als der Beicht­va­ter sein, der an einem bestimm­ten Punkt, nach reif­li­cher Über­le­gung und Gebet vor sei­nem Gewis­sen die Ver­ant­wor­tung vor Gott und dem Pöni­ten­ten zu über­neh­men hat und der bit­tet, dass die Zulas­sung zu den Sakra­men­te auf dis­kre­te Wie­se geschehe.“

Die erwähn­ten pasto­ra­len Richt­li­ni­en wider­spre­chen der uni­ver­sa­len Tra­di­ti­on der katho­li­schen Kir­che, die, was die Wahr­heit der Unauf­lös­lich­keit der Ehe betrifft, durch den unun­ter­bro­che­nen Petrus­dienst der Päp­ste immer treu und ohne den Schat­ten eines Zwei­fels oder der Zwei­deu­tig­keit sowohl in der Leh­re als auch in der Pra­xis bewahrt wurde.

Die oben­er­wähn­ten Bestim­mun­gen und pasto­ra­len Richt­li­ni­en wider­spre­chen zudem in der Pra­xis den fol­gen­den Wahr­hei­ten und Leh­ren, die die katho­li­sche Kir­che unun­ter­bro­chen und als sicher gelehrt hat.

  • Die Befol­gung der Zehn Gebo­te Got­tes, beson­ders des Sech­sten Gebo­tes, ist aus­nahms­los für jede Per­son immer und in jeder Situa­ti­on ver­bind­lich. In die­sem Bereich kön­nen kei­ne Aus­nah­me­fäl­le oder ‑situa­tio­nen zuge­las­sen wer­den, eben­so wenig kann hier von einem voll­kom­me­ne­ren Ide­al gespro­chen wer­den. Der hei­li­ge Tho­mas von Aquin sagt: „Die Vor­schrif­ten des Deka­logs beinhal­ten die Absicht des Gesetz­ge­bers selbst, näm­lich Got­tes. Daher las­sen die Vor­schrif­ten des Deka­logs kei­ne Dis­pens zu“ (Sum­ma theol., 1–2, q. 100, a. 8c).
  • Die mora­li­schen und prak­ti­schen Anfor­de­run­gen, die aus der Befol­gung der Zehn Gebo­te Got­tes fol­gen, und beson­ders aus der Unauf­lös­lich­keit der Ehe, sind nicht ein­fa­che Nor­men oder posi­ti­ve Geset­ze der Kir­che, son­dern Aus­druck von Got­tes hei­li­gem Wil­len. Dem­entspre­chend ist es nicht mög­lich, in die­sem Zusam­men­hang vom Vor­rang der Per­son gegen­über der Norm oder dem Gesetz zu spre­chen. Es ist viel­mehr vom Vor­rang von Got­tes Wil­len gegen­über dem Wil­len der sün­di­gen mensch­li­chen Per­son zu spre­chen, damit die­se geret­tet wer­de, indem sie mit der Hil­fe der Gna­de Got­tes Wil­len erfüllt.
  • An die Unauf­lös­lich­keit der Ehe zu glau­ben, ihr aber durch die eige­nen Hand­lun­gen zu wider­spre­chen, und sich dabei sogar frei von schwe­rer Sün­de zu betrach­ten, indem man das eige­ne Gewis­sen allein durch den Glau­ben an die Gött­li­che Barm­her­zig­keit beru­higt, stellt eine Selbst­täu­schung dar, vor der bereits Ter­tul­li­an, ein Zeu­ge des Glau­bens und der Pra­xis der früh­christ­li­chen Kir­che, warn­te: „Gewis­se Leu­te behaup­ten jedoch, es genü­ge Gott, wenn man Sei­nen Wil­len im Her­zen und im Gei­ste annimmt, auch wenn die Hand­lun­gen dem nicht ent­spre­chen: und so glau­ben sie, dass die Got­tes­furcht und der Glau­be durch die Sün­de nicht ver­letzt wür­den. Das wäre genau so, als wür­de einer behaup­ten, ohne Ver­let­zung der Keusch­heit Ehe­bruch bege­hen zu kön­nen“ (Ter­tul­li­an, De pae­n­i­ten­tia 5,10).
  • Die Befol­gung der Gebo­te Got­tes, und beson­ders der Unauf­lös­lich­keit der Ehe, kön­nen nicht als ein voll­kom­me­ne­res Ide­al dar­ge­stellt wer­den, das nach dem Kri­te­ri­um des Mög­li­chen oder Mach­ba­ren zu errei­chen ist. Es han­delt sich hin­ge­gen um eine Pflicht, die Gott selbst unmiss­ver­ständ­lich gebo­ten hat, und deren Nicht­be­fol­gung gemäß Sei­nem Wort zur ewi­gen Ver­damm­nis führt. Den Gläu­bi­gen das Gegen­teil zu sagen, hie­ße, sie zu täu­schen und zu bewe­gen, den Wil­len Got­tes zu miss­ach­ten, wodurch ihr ewi­ges See­len­heil in Gefahr gebracht wird.
  • Gott gibt jedem Men­schen die nöti­ge Hil­fe zur Befol­gung Sei­ner Gebo­te, wenn die­ser Ihn auf­rich­tig dar­um bit­tet, wie die Kir­che es unfehl­bar gelehrt hat: „Denn Gott gebie­tet nicht Unmög­li­ches; son­dern ermahnt durch das Gebie­ten, zu tun, was du kannst, und zu bit­ten um das, was du nicht kannst; und er hilft dir, dass du es kannst“ (Kon­zil von Tri­ent, 6. Ses­si­on, 11. Kapi­tel), und: „Wenn jemand sagt, die Gebo­te Got­tes sei­en auch für den gerecht­fer­tig­ten und im Stand der Gna­de befind­li­chen Men­schen unmög­lich zu hal­ten, der sei im Bann“ (Kon­zil von Tri­ent, 6. Ses­si­on, 18. Kanon). Die­ser unfehl­ba­ren Leh­re fol­gend lehr­te der hei­li­ge Johan­nes Paul II.: „Die Befol­gung des Geset­zes Got­tes kann in bestimm­ten Situa­tio­nen schwer, sehr schwer sein: nie­mals jedoch ist sie unmög­lich“ (Enzy­kli­ka Veri­ta­tis sple­ndor, 102), und: „Alle Ehe­leu­te sind nach dem gött­li­chen Plan in der Ehe zur Hei­lig­keit beru­fen, und die­se heh­re Beru­fung ver­wirk­licht sich in dem Maße, wie die mensch­li­che Per­son fähig ist, auf das gött­li­che Gebot ruhi­gen Sin­nes im Ver­trau­en auf die Gna­de Got­tes und auf den eige­nen Wil­len zu ant­wor­ten“ (Apo­sto­li­sches Schrei­ben Fami­lia­ris Con­sor­tio, 34).
  • Die sexu­el­le Hand­lung außer­halb einer gül­ti­gen Ehe, beson­ders der Ehe­bruch, ist objek­tiv immer eine schwe­re Sün­de, und kein Umstand und kein Zweck kann sie zuläs­sig und in den Augen Got­tes wohl­ge­fäl­lig machen. Der hei­li­ge Tho­mas von Aquin sagt, dass das Sech­ste Gebot selbst dann ver­bind­lich ist, wenn durch einen Ehe­bruch ein Land vor der Tyran­nei geret­tet wer­den könn­te (De Malo, q. 15, a. 1, ad 5). Der hei­li­ge Johan­nes Paul II. lehr­te die­se immer gül­ti­ge Wahr­heit der Kir­che: „Die nega­tiv for­mu­lier­ten sitt­li­chen Gebo­te hin­ge­gen, das heißt die­je­ni­gen, die eini­ge kon­kre­te Hand­lun­gen oder Ver­hal­tens­wei­sen als in sich schlecht ver­bie­ten, las­sen kei­ne legi­ti­me Aus­nah­me zu; sie las­sen kei­ner­lei mora­lisch annehm­ba­ren Frei­raum für die ‚Krea­ti­vi­tät‘ irgend­ei­ner gegen­sätz­li­chen Bestim­mung. Ist ein­mal die sitt­li­che Art­be­stim­mung einer von einer all­ge­mein­gül­ti­gen Regel ver­bo­te­nen kon­kret defi­nier­ten Hand­lung erkannt, so besteht das sitt­lich gute Han­deln allein dar­in, dem Sit­ten­ge­setz zu gehor­chen und die Hand­lung, die es ver­bie­tet, zu unter­las­sen“ (Enzy­kli­ka Veri­ta­tis sple­ndor, 67).
  • Eine ehe­bre­che­ri­sche Ver­bin­dung von zivil­recht­lich „wie­der­ver­hei­ra­te­ten“ Geschie­de­nen, die „gefe­stigt“ ist, wie man so sagt, und die in ihrer ehe­bre­che­ri­schen Sün­de durch soge­nann­te „erwie­se­ne Treue“ gekenn­zeich­net ist, kann nicht die mora­li­sche Qua­li­tät ihrer Ver­let­zung des sakra­men­ta­len Ehe­ban­des, also ihres Ehe­bru­ches, ändern, der immer eine in sich böse Hand­lung bleibt. Eine Per­son, die den wah­ren Glau­ben und die kind­li­che Got­tes­furcht hat, kann nie „Ver­ständ­nis“ für in sich böse Hand­lun­gen haben, wie sie bei sexu­el­len Hand­lun­gen außer­halb einer gül­ti­gen Ehe der Fall ist, da die­se Hand­lun­gen Gott beleidigen.
  • Die Zulas­sung der „wie­der­ver­hei­ra­te­ten“ Geschie­de­nen zur Hei­li­gen Kom­mu­ni­on stellt in der Pra­xis eine impli­zi­te Ent­bin­dung von der Befol­gung des Sech­sten Gebots dar. Kei­ne kirch­li­che Auto­ri­tät hat die Macht, eine sol­che impli­zi­te Dis­pens zu gewäh­ren, nicht ein­mal in einem ein­zi­gen Fall oder in einer außer­ge­wöhn­li­chen und kom­ple­xen Situa­ti­on oder zur Errei­chung eines guten Zweckes (wie zum Bei­spiel die Erzie­hung der gemein­sa­men Kin­der, die aus einer ehe­bre­che­ri­schen Ver­bin­dung gebo­ren wur­den), indem man sich für die Gewäh­rung einer sol­chen Dis­pens auf das Prin­zip der Barm­her­zig­keit beruft, auf die „via cari­ta­tis“, die müt­ter­li­che Für­sor­ge der Kir­che oder indem man in die­sem Fall behaup­tet, der Barm­her­zig­keit nicht vie­le Bedin­gun­gen stel­len zu wol­len. Der hei­li­ge Tho­mas von Aquin sag­te: „Für kei­ne Nütz­lich­keit soll­te jemand Ehe­bruch bege­hen“ (pro nul­la enim uti­li­ta­te debet ali­quis adul­te­ri­um com­mit­te­re, De Malo, q. 15, a. 1, ad 5).
  • Eine Bestim­mung, die die Ver­let­zung des Sech­sten Gebo­tes Got­tes und des sakra­men­ta­len Ehe­ban­des auch nur in einem ein­zi­gen Fall oder in außer­ge­wöhn­li­chen Fäl­len erlaubt, um viel­leicht eine all­ge­mei­ne Ände­rung der kano­ni­schen Nor­men zu ver­mei­den, bedeu­tet nichts­de­sto­trotz immer einen Wider­spruch gegen die Wahr­heit und den Wil­len Got­tes. Dem­entspre­chend ist es psy­cho­lo­gisch irre­füh­rend und theo­lo­gisch falsch, in die­sem Fall von einer restrik­ti­ven Rege­lung oder von einem klei­ne­ren Übel im Gegen­satz zu einer Rege­lung all­ge­mei­nen Cha­rak­ters zu sprechen.
  • Da eine gül­ti­ge Ehe der Getauf­ten ein Sakra­ment der Kir­che und durch ihre Natur eine Rea­li­tät öffent­li­chen Cha­rak­ters ist, kann ein sub­jek­ti­ves Urteil des Gewis­sens über die Ungül­tig­keit der eige­nen Ehe im Wider­spruch zum ent­spre­chen­den rechts­kräf­ti­gen Urteil des kirch­li­chen Gerichts kei­ne Kon­se­quen­zen für die sakra­men­ta­le Ord­nung haben, die immer öffent­li­chen Cha­rak­ter hat.
  • Die Kir­che und kon­kret der Beicht­va­ter haben nicht die Zustän­dig­keit, über den Gewis­sens­zu­stand des Gläu­bi­gen oder die Recht­schaf­fen­heit der Absicht des Gewis­sens zu urtei­len, da der Grund­satz gilt: „eccle­sia de occul­tis non iudi­cat“ (Kon­zil von Tri­ent, 24. Ses­si­on, Kapi­tel 1). Der Beicht­va­ter ist weder der Stell­ver­tre­ter noch ein Ver­tre­ter des Hei­li­gen Gei­stes, um mit Des­sen Licht in die Fal­ten des Gewis­sens ein­drin­gen zu kön­nen, da Gott allein sich den Zutritt zum Gewis­sen vor­be­hal­ten hat: „sacra­ri­um in quo homo solus est cum Deo“ (Zwei­tes Vati­ka­ni­sches Kon­zil, Gau­di­um et spes, 16). Der Beicht­va­ter kann sich vor Gott und dem Pöni­ten­ten nicht die Ver­ant­wor­tung anma­ßen, ihn impli­zit von der Befol­gung des Sech­sten Gebo­tes und der Unauf­lös­lich­keit des Ehe­ban­des durch die Zulas­sung zur Hei­li­gen Kom­mu­ni­on zu ent­bin­den. Die Kir­che hat nicht die Voll­macht, auf der Grund­la­ge einer angeb­li­chen Gewis­sens­über­zeu­gung über die Ungül­tig­keit der eige­nen Ehe im Forum inter­num, Kon­se­quen­zen für die sakra­men­ta­le Ord­nung im Forum exter­num abzuleiten.
  • Eine Pra­xis, die es den soge­nann­ten zivil­recht­lich geschie­de­nen und wie­der­ver­hei­ra­te­ten Per­so­nen erlaubt, die Sakra­men­te der Buße und der Eucha­ri­stie zu emp­fan­gen, trotz deren Absicht auch in Zukunft wei­ter­hin das Sech­ste Gebot und ihren sakra­men­ta­len Ehe­bund zu ver­let­zen, wäre im Wider­spruch zur Gött­li­chen Wahr­heit und wür­de gegen das stets gleich­blei­ben­de Ver­ständ­nis der katho­li­schen Kir­che und gegen die bewähr­te, aus der Zeit der Apo­stel emp­fan­ge­ne und stets treu bewahr­te Pra­xis ver­sto­ßen, die zuletzt auf siche­re Wei­se vom hei­li­gen Johan­nes Paul II. (vgl. Apo­sto­li­sches Schrei­ben Fami­lia­ris Con­sor­tio, 84) und von Papst Bene­dikt XVI. (vgl. Apo­sto­li­sches Schrei­ben Sacra­men­tum cari­ta­tis, 29) bekräf­tigt wurde.
  • Die erwähn­te Pra­xis wäre für jeden ver­nünf­ti­gen Men­schen ein offen­sicht­li­cher Bruch und wür­de daher nicht eine Ent­wick­lung in Kon­ti­nui­tät mit der apo­sto­li­schen und immer­wäh­ren­den Pra­xis der Kir­che dar­stel­len, da gegen eine so offen­sicht­li­che Tat­sa­che Argu­men­te kei­ne Gül­tig­keit haben: con­tra fac­tum non valet argu­men­tum. Eine sol­che pasto­ra­le Pra­xis wäre ein Gegen-Zeug­nis zur Unauf­lös­lich­keit der Ehe und eine Art von Mit­wir­kung von Sei­ten der Kir­che an der Aus­brei­tung der „Gei­ßel der Schei­dung“, vor dem das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil gewarnt hat­te (vgl. Gau­di­um et spes, 47).
  • Die Kir­che lehrt durch das, was sie tut, und muss tun, was sie lehrt. Über das pasto­ra­le Han­deln in Bezug auf Per­so­nen in irre­gu­lä­ren Ver­bin­dun­gen sag­te der hei­li­ge Johan­nes Paul II.: „Die Pasto­ral wird die Not­wen­dig­keit einer Über­ein­stim­mung zwi­schen der Lebens­wahl und dem Glau­ben, den man bekennt, ver­ständ­lich zu machen suchen und mög­lichst bemüht sein, die­se Men­schen dahin zu brin­gen, ihre eige­ne Situa­ti­on im Licht christ­li­cher Grund­sät­ze in Ord­nung zu brin­gen. Obwohl man ihnen mit viel Lie­be begeg­nen und sie zur Teil­nah­me am Leben ihrer Gemein­den ein­la­den wird, kön­nen sie von den Hir­ten der Kir­che lei­der nicht zu den Sakra­men­ten zuge­las­sen wer­den“ (Apo­sto­li­sches Schrei­ben Fami­lia­ris con­sor­tio, 82).
  • Eine authen­ti­sche Beglei­tung der Per­so­nen, die sich in einem objek­ti­ven Zustand der schwe­ren Sün­de befin­den, und ein ent­spre­chen­der Weg der pasto­ra­len Unter­schei­dung kön­nen sich nicht der Pflicht ent­zie­hen, die­sen Per­so­nen mit Lie­be die gan­ze Wahr­heit über den Wil­len Got­tes zu ver­kün­di­gen, damit sie von gan­zem Her­zen die sünd­haf­ten Hand­lun­gen des Zusam­men­le­bens more uxorio mit einer Per­son, die nicht der recht­mä­ßi­ge eige­ne Ehe­gat­te ist, bereu­en. Zugleich muss eine authen­ti­sche Beglei­tung und pasto­ra­le Unter­schei­dung sie ermu­ti­gen, damit sie mit der Hil­fe der Gna­de Got­tes auf­hö­ren, in Zukunft sol­che Hand­lun­gen zu bege­hen. Die Apo­stel und die gan­ze Kir­che haben zwei­tau­send Jah­re lang den Men­schen immer die gan­ze Wahr­heit Got­tes über das Sech­ste Gebot und die Unauf­lös­lich­keit der Ehe ver­kün­det, fol­gend der Ermah­nung des hei­li­gen Apo­stels Pau­lus: „Denn ich habe mich der Pflicht nicht ent­zo­gen, euch den gan­zen Wil­len Got­tes zu ver­kün­den“ (Apg 20, 27).
  • Die Pasto­ral der Kir­che bezüg­lich der Ehe und des Sakra­men­tes der Eucha­ri­stie hat sol­che Bedeu­tung und so ent­schei­den­de Kon­se­quen­zen für den Glau­ben und für das Leben der Gläu­bi­gen, dass die Kir­che, um dem geof­fen­bar­ten Wort Got­tes treu zu blei­ben, in die­sem Bereich jeden Schat­ten des Zwei­fels und der Ver­wir­rung ver­mei­den muss. Der hei­li­ge Johan­nes Paul II. hat die­se immer­wäh­ren­de Wahr­heit der Kir­che for­mu­liert: „Mit die­sem nach­drück­li­chen Hin­weis auf die Leh­re und das Gesetz der Kir­che möch­te ich bei allen das leben­di­ge Gespür für die Ver­ant­wor­tung wach­rüt­teln, die uns im Umgang mit den hei­li­gen Din­gen lei­ten muss, die — wie die Sakra­men­te — nicht unser Eigen­tum sind oder — wie das Gewis­sen der Men­schen — ein Anrecht dar­auf haben, nicht in Unge­wiss­heit und Ver­wir­rung belas­sen zu wer­den. Ich wie­der­ho­le: Bei­des sind hei­li­ge Din­ge, die Sakra­men­te und das Gewis­sen der Men­schen, und sie for­dern von uns, dass wir ihnen in Wahr­heit die­nen. Das ist der Grund für das Gesetz der Kir­che“ (Apo­sto­li­sches Schrei­ben Recon­ci­lia­tio et Pae­n­i­ten­tia, 33).

Trotz der wie­der­hol­ten Erklä­run­gen über die Unver­än­der­lich­keit der Leh­re der Kir­che bezüg­lich der Schei­dung wird sie inzwi­schen von zahl­rei­chen Teil­kir­chen durch die sakra­men­ta­le Pra­xis akzep­tiert, und die­ses Phä­no­men brei­tet sich aus. Nur die Stim­me des Ober­sten Hir­ten der Kir­che kann defi­ni­tiv ver­hin­dern, dass in Zukunft die Situa­ti­on der Kir­che unse­rer Tage durch die fol­gen­de Aus­sa­ge gekenn­zeich­net wird: „Es stöhn­te der gan­ze Erd­kreis und wun­der­te sich, dass er aria­nisch gewor­den war“ (inge­muit totus orbis et aria­num se esse mira­tus est, Adv. Lucif., 19), um ein Wort des hei­li­gen Hie­ro­ny­mus auf­zu­grei­fen, mit dem er die aria­ni­sche Kri­se beschrie­ben hat.

Ange­sichts die­ser rea­len Gefahr und der wei­ten Ver­brei­tung der Gei­ßel der Schei­dung im Leben der Kir­che, die impli­zit durch die erwähn­ten Durch­füh­rungs­be­stim­mun­gen und Richt­li­ni­en zum Apo­sto­li­schen Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia legi­ti­miert wird;

ange­sichts der Tat­sa­che, dass die genann­ten Bestim­mun­gen und Richt­li­ni­en in eini­gen Teil­kir­chen in unse­rer glo­ba­li­sier­ten Welt öffent­lich bekannt gewor­den sind;

ange­sichts der Wir­kungs­lo­sig­keit zahl­rei­cher Bitt­ge­su­che, die auf pri­va­ter und ver­trau­li­cher Ebe­ne sei­tens vie­ler Gläu­bi­gen und eini­ger Hir­ten der Kir­che an Papst Fran­zis­kus gerich­tet wur­den, sind wir gezwun­gen die­sen Auf­ruf zum Gebet zu machen. Als Nach­fol­ger der Apo­stel bewegt uns dazu auch die Pflicht, unse­re Stim­me zu erhe­ben, wenn die hei­lig­sten Din­ge der Kir­che und das ewi­ge Heil der See­len in Gefahr sind.

Die fol­gen­den Wor­te des hei­li­gen Johan­nes Paul II., mit denen er die unge­rech­ten Angrif­fe gegen die Treue des kirch­li­chen Lehr­am­tes beschrieb, mögen allen Hir­ten der Kir­che in die­sen schwe­ren Zei­ten ein Licht und ein Ansporn zu einem immer ein­träch­ti­ge­ren Han­deln sein: „Nicht sel­ten wirft man dem kirch­li­chen Lehr­amt in der Tat vor, es sei bereits über­holt und ver­schlie­ße sich den For­de­run­gen des moder­nen ‚Zeit­gei­stes‘; es ent­fal­te ein Vor­ge­hen, das für die Mensch­heit, ja für die Kir­che selbst schäd­lich sei. Durch das hart­näcki­ge Ver­har­ren auf ihren Posi­tio­nen wür­de die Kir­che – so heißt es – an Popu­la­ri­tät ver­lie­ren, und die Gläu­bi­gen wür­den sich immer mehr von ihr abwen­den“ (Brief an die Fami­li­en, Gra­tis­si­mam sane, 12).

Unter Berück­sich­ti­gung der Tat­sa­che, dass die Zulas­sung der soge­nann­ten „wie­der­ver­hei­ra­te­ten“ Geschie­de­nen zu den Sakra­men­ten der Buße und der Eucha­ri­stie, ohne von ihnen die Erfül­lung der Pflicht ein­zu­for­dern, ent­halt­sam zu leben, eine Gefahr für den Glau­ben und für das Heil der See­len und zudem eine Belei­di­gung des Hei­li­gen Wil­lens Got­tes darstellt,

unter Berück­sich­ti­gung der Tat­sa­che, dass eine sol­che pasto­ra­le Pra­xis folg­lich nie Aus­druck der Barm­her­zig­keit, der „via cari­ta­tis“ oder des müt­ter­li­chen Mit­ge­fühls der Kir­che für die sün­di­gen See­len sein kann,

machen wir in tie­fer pasto­ra­ler Sor­ge die­sen drin­gen­den Gebets­auf­ruf, damit Papst Fran­zis­kus die oben erwähn­ten pasto­ra­len Ori­en­tie­run­gen, wel­che bereits in eini­gen Teil­kir­chen ein­ge­führt wur­den, auf unmiss­ver­ständ­li­che Wei­se widerruft.

Eine sol­che Hand­lung des sicht­ba­ren Haup­tes der Kir­che wür­de die Hir­ten und die Gläu­bi­gen stär­ken, gemäß dem Auf­trag, den Chri­stus, der höch­ste See­len­hir­te, dem Apo­stel Petrus und — durch ihn — allen sei­nen Nach­fol­gern erteilt hat: „Stär­ke dei­ne Brü­der!“ (Lk 22,32).

Die fol­gen­den Wor­te eines hei­li­gen Pap­stes und der hei­li­gen Kir­chen­leh­re­rin Katha­ri­na mögen allen in der Kir­che unse­rer Tage Licht und Stär­kung sein:

„Der Irr­tum, dem man nicht wider­steht, wird gebil­ligt. Die Wahr­heit, die man nicht ver­tei­digt, wird unter­drückt“ (Hl. Papst Felix III, + 492).

„Hei­li­ger Vater, Gott hat euch zur Säu­le der Kir­che erwählt, auf dass Sie ein Werk­zeug sei­en die Häre­sie aus­zu­rot­ten, die Lügen zu zer­streu­en, die Wahr­heit zu rüh­men, die Fin­ster­nis zu ver­trei­ben und das Licht kund­zu­tun“ (Hl. Katha­ri­na von Sie­na, +1380).

Als Papst Hono­ri­us I. (625 — 638) eine zwei­deu­ti­ge Hal­tung gegen­über der Ver­brei­tung der neu­en Häre­sie des Mono­the­letis­mus ein­nahm, sand­te der hl. Sophro­ni­us, Patri­arch von Jeru­sa­lem, einen Bischof aus Palä­sti­na nach Rom mit die­sen Wor­ten: „Geh zum Apo­sto­li­schen Stuhl, wo sich das Fun­da­ment der hei­li­gen Leh­re befin­det, und höre nicht auf zu beten, bis der Apo­sto­li­sche Stuhl die neue Häre­sie ver­ur­teilt“. Die Ver­ur­tei­lung erfolg­te dann im Jah­re 649 durch den hei­li­gen Papst und Mär­y­rer Mar­tin I.

Wir machen die­sen Gebets­auf­ruf im Bewusst­sein, uns einer Unter­las­sung schul­dig zu machen, wenn wir es nicht tun wür­den. Es ist Chri­stus, die Wahr­heit und der ober­ster Hir­te, der uns rich­ten wird, wenn Er erscheint. Ihn bit­ten wir in Demut und Ver­trau­en, dass Er alle Hir­ten und alle Scha­fe mit dem „nie ver­wel­ken­den Kranz der Herr­lich­keit“ beloh­ne (vgl. 1 Petr 5,4).

Im Geist des Glau­bens und in kind­li­cher und erge­be­ner Lie­be erhe­ben wir unser Gebet für Papst Franziskus:

Ore­mus pro Pon­ti­fice nostro Fran­cis­co: Domi­nus con­ser­vet eum, et vivi­ficet eum, et bea­tum faci­at eum in ter­ra, et non tra­dat eum in ani­mam ini­mi­co­rum eius. Tu es Petrus, et super hanc petram aedi­fi­c­abo Eccle­si­am Meam, et port­ae infe­ri non pra­e­valeb­unt adver­sus eam“.

Als kon­kre­tes Mit­tel emp­feh­len wir die­ses alt­ehr­wür­di­ge Gebet der Kir­che oder einen Teil des hei­li­gen Rosen­kranz­ge­be­tes in der Mei­nung zu ver­rich­ten, dass Papst Fran­zis­kus auf eine unzwei­deu­ti­ge Wei­se jene pasto­ra­len Richt­li­ni­en ver­bie­ten möge, wel­che den soge­nann­ten wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen den Emp­fang der Sakra­men­te der Buße und der Eucha­ri­stie erlau­ben ohne die Erfül­lung der Pflicht eines Lebens in Enthaltsamkeit.

18. Janu­ar 2017, frü­he­res Fest der Kathe­dra des hei­li­gen Petrus in Rom

 

+ Tomash Peta, Erz­bi­schof Metro­po­lit der Erz­diö­ze­se der Hei­li­gen Maria in Astana

+ Jan Pawel Len­ga, Eme­ri­tier­ter Erz­bi­schof-Bischof von Karaganda

+ Atha­na­si­us Schnei­der, Weih­bi­schof der Erz­diö­ze­se der Hei­li­gen Maria in Astana

 

4 Kommentare

  1. Der Gebets­auf­ruf ist sicher­lich eine rich­ti­ge Maß­nah­me, auch wenn ich per­sön­lich nicht glau­be, dass er viel bewir­ken wird. Aus AL spricht nicht der Hei­li­ge Geist. Vie­le Kle­ri­ker kön­nen nicht mehr so recht die Gei­ster unterscheiden.

    • Papst Fran­zis­kus müss­te wahr­schein­lich eine tie­fe Erkennt­nis oder gar gro­ße gött­li­che Offen­ba­rung zuteil wer­den, damit er sei­ne Linie ändert.
      Trotz­dem fin­de ich den Gebets­auf­ruf der drei Bischö­fe gut, damit den Betern die Trag­wei­te der Ent­wick­lun­gen in der katho­li­schen Kir­che immer mehr bewusst wird, sie sich mit ihnen befas­sen, dabei doch letzt­end­lich und trotz allem immer auf den Bei­stand unse­res Herrn vertrauen.
      „Ich bin bei euch bis zum Ende der Welt“ sagt uns Jesus Chri­stus zu.

  2. Die Kir­che wird nur wie­der gesun­den kön­nen, wenn der Jesui­ten­or­den end­gül­tig auf­ge­ho­ben wird. Die Jesui­ten haben von Anfang ihres Bestehens an die Moral zer­stört, da sie auf­grund ihres kasu­isti­schen nicht prin­zi­pi­en­ge­grün­de­ten Den­kens stets Aus­nah­men vom Moral­ge­setz (das kate­go­ri­scher Impe­ra­tiv ist und kei­ne Aus­nah­men kennt) kon­stru­iert haben.
    Sie sind also die wah­ren Grün­der der Dik­ta­tur des Relativismus.
    Bereits Mel­chi­or Cano (https://de.wikipedia.org/wiki/Melchior_Cano) hat den Jesui­ten­or­den fort­wäh­rend als den „Anti­christ“ bezeich­net. Er kann­te Igna­ti­us von Loyo­la und sei­ne Getreu­en per­sön­lich und bezeich­ne­te sie als „Strol­che“.

  3. Es fällt immer schwe­rer m. Er. für die­sen Papst zu beten, da er unauf­hör­lich den Katho­li­ken und den Leh­ren der Kir­che Schlä­ge ver­setzt. Trotz­dem ist es gut, wei­ter­hin auf­rich­tig und in gutem Gei­ste für Papst Fran­zis­kus zu beten.
    Aber ich kann mir nicht vor­stel­len, daß selbst, wenn er umkeh­ren wür­de, die Pro­ble­me vom Tisch wären. Und es wäre auch kaum noch glaub­wür­dig. Dafür gabs schon zu vie­le ent­täusch­te Hoff­nun­gen in den ver­gan­ge­nen 3 Jahren.
    Mei­ne Hoff­nung gilt den 4 Kar­di­nä­len und den Bischö­fen und Prie­stern, die an ihrer Sei­te stehen.

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