Papst Franziskus und seine jesuitischen Wurzeln

Jesuitentreffen 1979 in Cochabamba (Bolivien) mit P. Jorge Mario Bergoglio und dem Generaloberen P. Pedro Arrupe
Jesuitentreffen 1979 in Cochabamba (Bolivien) mit P. Jorge Mario Bergoglio und dem Generaloberen P. Pedro Arrupe

Gast­kom­men­tar von End­re A. Bár­d­os­sy*

Hein­rich Den­zin­gers Quel­len­samm­lung Enchi­ri­dion Sym­bo­lo­rum et Defi­ni­ti­o­num ist seit 1854 ein all­seits bekann­tes Kom­pen­di­um der Glau­bens­be­kennt­nis­se und Leh­rent­schei­dun­gen der Päp­ste und der Kon­zi­li­en. Eine klei­ne Lese­hil­fe möge zur Auf­fri­schung die­nen: En-cheir‑à­­di­on bedeu­tet alt­grie­chisch etwas auf der Hand lie­gen­des; es han­delt sich also um ein „Hand­buch“. Sym­bo­lus heißt „Kenn­zei­chen, Sinn­bild“; und Sym­bo­lum bedeu­tet im Kir­chen­la­tein „Glau­bens­be­kennt­nis“.

Latein als die Mut­ter­spra­che der Römisch-Katho­li­schen Kir­che ver­dient wie­der mehr Pfle­ge und Auf­merk­sam­keit von uns, sowohl im pracht­vol­len „Alten Ritus“ der Triden­ti­ni­schen Mes­se wie auch im „Dia­log“ mit der säku­la­ri­sier­ten Welt. Wir dür­fen die Prä­zi­si­on der soge­nann­ten toten Spra­chen – die sub­ku­tan in uns wei­ter­le­ben – nicht ver­ges­sen: Der Pla­to­ni­sche Diá­lo­gos heißt nicht Anbie­de­rung & Kapi­tu­la­ti­on, son­dern ein tap­fe­res Streit­ge­spräch.

Ein flüch­ti­ger Blick auf 44 Auf­la­gen in 160 Jah­ren ist ein über­zeu­gen­der Hin­weis auf die Unent­behr­lich­keit die­ser Antho­lo­gie (griech. Blü­ten­le­se) des katho­li­schen Glau­bens. Der Ari­ad­ne­fa­den der Tra­di­ti­on führt durch die Jahr­hun­der­te hin­durch im Spie­gel die­ses Wer­kes.

Auf­la­ge Jah­re Her­aus­ge­ber
1–5. 1854–1883 Hein­rich Den­zin­ger
6–9. 1888–1900 Prof. Igna­ti­us Stahl
10–27. 1908–1951 Cle­mens Bann­wart SJ und

Johan­nes Bap­tist Umberg SJ

Erwei­tert 28–31. 1952–1957 Karl Rah­ner SJ
Über­ar­bei­tet 32–36. 1963–1976 Adolf Schön­met­zer SJ – „DS“
Latei­nisch mit dt.

Über­set­zun­gen 37–44.

Mit CD-Rom ab 42.

 

1991–2014

 

Prof. Peter Hüner­mann – „DH“

Im fol­gen­den Bei­trag soll ver­sucht wer­den, die Wur­zeln einer Ten­denz chro­no­lo­gisch frei­zu­le­gen, – spe­zi­fisch auf die Her­kunft von Jor­ge Mario Ber­go­glio bezo­gen, – die seit dem Zwei­ten Vati­ca­num die Leh­re der Römisch-Katho­li­schen Kir­che immer dra­sti­scher ver­wäs­sern. Hand in Hand damit haben wir uns von jener grund­le­gen­den Tra­di­ti­on ent­fernt, deren Inbe­griff und Fah­nen­trä­ger „Der Den­zin­ger“ bis zum heu­ti­gen Tage ist.

1962–1965: Vaticanum II

Der Umfang von Den­zin­gers erster Auf­la­ge (432 Sei­ten) ist durch neue Doku­men­te des Lehr­am­tes (1854–1957) auf etwa 700 Sei­ten her­an­ge­wach­sen. Mit dem Kon­zil stieg das Volu­men des Den­zin­gers noch­mals nahe­zu auf 1000 Sei­ten. Da in unse­rer post­kon­zi­lia­ren „Neu­zeit“ selbst die Neu­prie­ster der latei­ni­schen Amts‑, Lit­ur­gie- und Wis­sen­schafts­spra­che kaum mehr mäch­tig sind, hat Hüner­mann den Ori­gi­nal­do­ku­men­ten deut­sche Über­set­zun­gen ange­hef­tet. Damit ver­dop­pel­te sich das ohne­hin umfang­rei­che Werk auf etwa 1900 Sei­ten.

1965–1981: Generalat von P. Pedro Arrupe S.J.

Arru­pe war der ton­an­ge­ben­de Gene­ral­obe­re von damals, der sogar als Zwei­ter Ordens­grün­der, aber auch als Zer­stö­rer ein­ge­schätzt wur­de.

Jesui­ten welt­weit
1965:   36.038
1973:   29.436
2002:   21.061
2003:   20.403
2007:   19.216
2009:   18.516
2012:   17.637
2013:   17.287
2014:   16.968

Unter sei­nem Gene­ra­lat deser­tie­ren zahl­rei­che Jesui­ten in die latein­ame­ri­ka­ni­sche Befrei­ungs- und Volks­theo­lo­gie, ja sogar auf die Sei­te des sub­ver­si­ven Gue­ril­la­kriegs nach kuba­ni­schen Leit­bil­dern. Laut offi­zi­el­ler Sta­ti­stik des Ordens setz­te ein anhal­ten­der Mit­glie­der­schwund ein, wofür neben Apost­asie vor allem die Über­al­te­rung und der feh­len­de Nach­wuchs ver­ant­wort­lich sind. Dass für einen katho­li­schen Orden aus einem agi­ta­to­ri­schen Links­trend wenig Anzie­hungs­kraft ent­strö­men kann, ist im Grun­de genom­men auch sehr ver­ständ­lich.

Priesterweihe von Jorge Mario Bergoglio im Dezember 1969 in Buenos Aires
Prie­ster­wei­he von Jor­ge Mario Ber­go­glio (roter Kreis) im Dezem­ber 1969 in Bue­nos Aires

1973: Der unbe­kann­te Jor­ge Mario Ber­go­glio wird mit 37 Jah­ren – und ledig­lich nach 15 jäh­ri­ger Ordens­zu­ge­hö­rig­keit – ziem­lich „jung“ Pater Pro­vin­zi­al in sei­ner argen­ti­ni­schen Hei­mat. In jenen zuneh­mend trü­ben Zei­ten war er ein Adept des Pero­nis­mus. Damals war Argen­ti­ni­en vom hohen Kle­rus (wie Anto­nio Quar­r­a­ci­no, Raúl Fran­cis­co Pri­ma­te­sta) ange­fan­gen bis zum ein­fa­chen Volk durch und durch von Peróns ideo­lo­gisch gemä­ßig­ter Dem­ago­gie begei­stert: „Weder Yan­kees noch Kom­mu­ni­sten“ war das pro­phe­ti­sche Losungs­wort des Gene­rals Juan Dom­in­go Perón. Vor den 70er Jah­ren blieb sei­ne rechts ste­hen­de, eher nur ver­bal dahin dekla­mie­ren­de Gewerk­schafts­be­we­gung, wie durch ein Wun­der, von mar­xi­sti­scher Infil­tra­ti­on ver­schont. „Sozia­le Gerech­tig­keit“ war das gefühls­mä­ßig ver­bin­den­de, aber inhalts­lee­re Schlag­wort zwi­schen der Kir­che und Peróns rede­ge­wal­ti­ger Poli­tik.

Anfangs der 70er Jah­re misch­te sich den inne­ren Que­re­len des Pero­nis­mus eine kom­mu­ni­stisch inspi­rier­te, vom kuba­ni­schen Revo­lu­ti­ons­füh­rer Fidel Castro und dem inter­na­tio­na­len Sozia­lis­mus mäch­tig geför­der­te kon­ti­nen­tal­wei­te Unter­wan­de­rung bei.

An einem denk­wür­di­gen 11. Sep­tem­ber 1973 sah sich das Mili­tär in Chi­le unter dem Gene­ral Augu­sto Pino­chet – Gott und dem Vater­land ver­pflich­tet – gezwun­gen, gegen die „Kuba­ni­sie­rung“ des Lan­des durch den Alt­so­zia­li­sten Sal­va­dor Allen­de mit den Waf­fen zu inter­ve­nie­ren. Gene­ral Augu­sto Pino­chet regier­te bis 1990 mit eiser­ner Hand gegen den Kom­mu­nis­mus.

1974: Als im Juli die­ses Jah­res der mehr­fach wie­der­ge­wähl­te, popu­lä­re Gene­ral Perón starb, waren damit die letz­ten, schüt­zen­den Schleu­sen gegen die Sint­flut von Links­au­ßen auch in Argen­ti­ni­en geöff­net.

1974–1975: Sogar in der 32. Gene­ral­kon­gre­ga­ti­on des welt­wei­ten Jesui­ten­or­dens voll­zog sich eine radi­ka­le Keh­re nach links. Ber­go­glio war einer der zahl­rei­chen Teil­neh­mer an die­ser Kon­gre­ga­ti­on, aller­dings ohne auf­zu­fal­len. Als über­zeug­ter, auf­rech­ter Pero­nist war er ver­mut­lich noch fern von einer Umkehr posi­tio­niert – aber vom Links­rutsch sei­ner Mit­brü­der sicher nicht unbe­ein­druckt.

Obwohl Karl Rah­ner in sei­nen jun­gen, vor­kon­zi­lia­ren Jah­ren ein Den­zin­ger-Her­aus­ge­ber war, äußer­te er sich spä­ter oft abfäl­lig über die soge­nann­ten „Den­zin­ger-Katho­li­ken“. Sei­ne Kehrt­wen­dung hängt sicher­lich mit dem säku­la­ri­sier­ten „Kon­zils­geist“ zusam­men, der ein Jahr­zehnt nach dem II. Vati­ca­num auch im Jesui­ten­or­den zum Durch­bruch kam.

1976: Anfangs ließ der Militärputsch in Argentinien viele Menschen aufatmen

Gene­ral Jor­ge Rafa­el Vide­la erhob sich gegen die regie­rungs­un­fä­hi­ge Prä­si­den­ten­wit­we Isa­bel Martà­nez de Perón, die wie ein pein­lich wir­ken­des „dum­mes Gan­serl“ nicht imstan­de war, das von ihrem ver­stor­be­nen Gemahl (1974) geerb­te Amt des Staats­ober­haup­tes aus­zu­üben. Für die staats­tra­gen­de Pero­ni­sti­sche Par­tei war die Gefahr des kom­mu­ni­sti­schen Umstur­zes durch links-pero­ni­sti­sche Mon­to­n­e­ros sowie durch die mar­xi­sti­sche Volks­ar­mee (Ejérci­to Revo­lu­cio­na­rio del Pue­blo / ERP) eine bein­har­te, aku­te Rea­li­tät gewor­den. Die­se genos­sen Applaus und vol­le Unter­stüt­zung der Sozia­li­sten aus aller Welt.

Anfangs gab es eine natür­li­che und zumin­dest gefühls­mä­ßi­ge Alli­anz aus Mili­tär, rech­ten Gewerk­schaf­ten und Kir­che für den „Pro­ce­so de Reor­ga­ni­za­ción Nacio­nal“, wie es offi­zi­ell hieß. Am Anfang flo­gen dem von der Pres­se als „kor­rekt, höf­lich und bei­na­he puri­ta­nisch“ beschrie­be­nen Gene­ral Vide­la im bür­ger­li­chen Lager durch­aus Sym­pa­thien zu. In die­sem an und für sich wün­schens­wer­ten Pro­zess gab es aber bedau­er­li­cher­wei­se kei­ne gei­sti­ge Füh­rung, auch sei­tens der argen­ti­ni­schen Kir­che nicht, son­dern eine mehr oder weni­ger will­kür­li­che Herr­schaft von bru­ta­len Offi­zie­ren, die der Kor­rup­ti­on auch nicht abhold waren.

1978: Hin­ter den Kulis­sen einer tri­um­pha­len Fuß­ball-Welt­mei­ster­schaft ent­fach­te ein erbar­mungs­lo­ser Kampf. Die Ter­ror­ak­te der Sub­ver­si­on wur­den mit mili­tä­ri­scher Här­te, aber auch mit unver­hält­nis­mä­ßi­gen Kriegs­ver­bre­chen ver­gol­ten. Vide­la – als Chef der Jun­ta mit allen Voll­mach­ten aus­ge­stat­tet – war nicht in der Lage, den von sei­nen Kom­man­dan­ten ver­üb­ten „Ter­ror gegen den Ter­ror“ in Gren­zen zu hal­ten.

Wirtschaft: Allende und Pinochet im Vergleich
Wirt­schafts­po­li­tik: Allen­de und Pino­chet im Ver­gleich

Im Gegen­satz zu Chi­le, das unter Pino­chet ein mode­ra­tes „Wirt­schafts­wun­der“ erleb­te, war in Argen­ti­ni­en die Abwehr des Kom­mu­nis­mus von einer wirt­schaft­li­chen Dau­er­kri­se über­schat­tet. In Chi­le wur­de die Füh­rung in Ban­ken und Schalt­stel­len der Wirt­schaft von einer jun­gen, kom­pe­ten­ten Genera­ti­on der soge­nann­ten „Chi­ka­go Boys“ über­nom­men, die ihre Stu­di­en an den päpst­li­chen Uni­ver­si­tä­ten des Lan­des absol­viert und an der Uni­ver­si­tät von Chi­ka­go bei Fried­rich August von Hayek und Mil­ton Fried­man pro­mo­viert hat­ten, wäh­rend­des­sen José Martà­nez de Hoz, der Wirt­schafts­mi­ni­ster Vide­las, ein unpro­fes­sio­nel­ler Dilet­tant war. In Argen­ti­ni­en fun­gier­te über 30 Jah­re lang die astro­no­mi­sche Infla­ti­on – in den 70er und 80er Jah­ren sogar weit über 1000 Pro­zent jähr­lich – als Ersatz für die feh­len­den Staats­ein­nah­men, was den wirt­schaft­li­chen Nie­der­gang des Lan­des defi­ni­tiv besie­gel­te. Die Struk­tu­ren der Pro­duk­ti­vi­tät sind lang­fri­stig bis heu­te rui­niert.

1978: Wahl von Papst Johannes Paul II.

1979: Der unbe­lieb­te, umstrit­te­ne, auto­ri­tä­re Pater Pro­vin­zi­al Ber­go­glio wur­de von sei­nen Ordens­brü­dern abge­löst. Er ver­schwand aus der Öffent­lich­keit und tauch­te in die Anony­mi­tät einer erstaun­lich lan­gen Zeit­span­ne (1979–1992) unter. Was ist in die­ser Zeit gesche­hen? Nach der Dar­stel­lung von Ste­fan Kiech­le, dem der­zei­ti­gen Pater Pro­vin­zi­al der Deut­schen Pro­vinz des Jesui­ten­or­dens (cf. Gren­zen über­schrei­ten, Ech­ter Ver­lag, Würz­burg 2015): „Gott hat ihn ver­än­dert…“. Oder hat ihn der Orden von der rech­ten auf die lin­ke Sei­te umge­polt?

1980: Am 6. Janu­ar wur­de der am 29. Dezem­ber des Vor­jah­res zum Erz­bi­schof von Mai­land ernann­te Jesu­it Car­lo Maria Mar­ti­ni geweiht und inthro­ni­siert.

Generaloberer P. Pedro Arrupe (rechts) mit P. Jorge Mario Bergoglio (1973)
Gene­ral­obe­rer P. Pedro Arru­pe (rechts) mit P. Jor­ge Mario Ber­go­glio (1973)

1981–1983: Papst Johan­nes Paul II. ord­ne­te eine kom­mis­sa­ri­sche Ver­wal­tung des gesam­ten Jesui­ten­or­dens an, womit Arru­pe und ein von ihm bereits desi­gnier­ter Nach­fol­ger schließ­lich und end­lich ent­mach­tet wur­den. Aber der rebel­li­sche Orden ver­steck­te sich als­dann schweig­sam bis halb­laut im kirch­li­chen „Unter­grund“, in der „Sozi­al­ar­beit“, an „Uni­ver­si­tä­ten in Über­see“ wie in Argen­ti­ni­en, Zen­tral­ame­ri­ka und Japan, weit weg vom „bösen“ Vati­kan.

Die päpst­li­che Maß­re­ge­lung von Arru­pe war ein leich­tes und gerech­tes Ver­fah­ren. Nach­dem er einen schwe­ren Schlag­an­fall und eine halb­sei­ti­ge Läh­mung erlitt, war er noch 10 Jah­re lang bis zum Lebens­en­de (1981–1991) ohne­hin regie­rungs­un­fä­hig.

1983: Mai­lands Erz­bi­schof Mar­ti­ni wird vom Papst in das Kar­di­nals­kol­le­gi­um auf­ge­nom­men. Setz­te Johan­nes Paul damit eine ver­söhn­li­che Geste oder ein Zei­chen der Schwä­che dem Orden gegen­über? Als­dann schar­te sich die pro­gres­si­ve, intel­lek­tu­el­le 68er-Schicke­ria vor­zugs­wei­se in der Umge­bung des neu­en Jesui­ten­kar­di­nals. Die­ser pol­ter­te als „Ante-Papst“ in der brei­ten Öffent­lich­keit und war­te­te sprung­be­reit auf das näch­ste Kon­kla­ve. Johan­nes Paul II regier­te jedoch „zu lang“ und Mar­ti­ni wur­de „zu krank“, sodass der Hei­li­ge Geist ihn doch nie ernst­haft für die Papst­wür­de aus­er­ko­ren hat.

1983: In Argen­ti­ni­en trat nach dem ver­lo­re­nen Falk­land­krieg (1982) die letz­te Mili­tär­jun­ta zurück. Es war der Beginn der unrühm­li­chen Regie­rungs­zeit des demo­kra­tisch gewähl­ten Raúl Alfonsà­n vom sozia­li­sti­schen Flü­gel der soge­nann­ten „Radi­ka­len Par­tei“. Nach einem Wäh­rungs- und rei­nem Namens­wech­sel von 1000 „Peso Argen­ti­no“ zu einem neu­en „Austral“ trieb der neue Wirt­schafts­mi­ni­ster der sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Regie­rung Juan Vital Sor­rouil­le die übli­che Infla­ti­on wie­der bis auf die abso­lu­te Spit­ze von 30 Pro­zent pro Monat. Sobald die­ser akku­mu­lier­te Grenz­wert ((1+0,30)^12–1)*100 = 2229,8 % im Jah­res­schnitt erreicht war, lösten sich alle Märk­te im Cha­os auf – und die Gesell­schaft ver­setz­te sich in den Reiz­zu­stand der Rebel­li­on.

1986: Zwecks Dis­ser­ta­ti­on, angeb­lich über den Reli­gi­ons­phi­lo­so­phen und Dog­ma­ti­ker Roma­no Guar­di­ni (1885–1968), tauch­te der bereits fünf­zig­jäh­ri­ge Ber­go­glio kurz auf, als er sich auf den Weg nach Frank­furt in die Jesui­ten­hoch­schu­le begab, um sie unver­rich­te­ter Din­ge nach eini­gen Wochen wie­der zu ver­las­sen. Wahr­schein­lich hat­te er ein­ge­se­hen, dass die­se Auf­ga­be für ihn eini­ge Num­mern zu groß war. Eine Dis­ser­ta­ti­on ist Vor­aus­set­zung für eine aka­de­mi­sche Lauf­bahn und die Ernen­nung zum Bischof.

1990: Auch in Chi­le wur­de die Mili­tär­re­gie­rung durch fried­li­che Wah­len zurück­ge­drängt. In Argen­ti­ni­en unter dem tri­um­phal gewähl­ten Prä­si­den­ten Car­los Saúl Menem, einem Dis­si­den­ten aus dem klas­si­schen Pero­nis­mus, und sei­nem Mini­ster Dom­in­go Caval­lo kam es zum abrup­ten Ende der Hyper­in­fla­ti­on dank einer geni­al aus­ge­dach­ten Peso-Dol­lar-Pari­tät 1:1. Die­se wur­de nicht durch die dar­nie­der­lie­gen­de Wirt­schafts­kraft des Lan­des ermög­licht, son­dern durch die Pri­va­ti­sie­rung der maro­den Staats­be­trie­be finan­ziert. Die neu­en, kräf­ti­gen Inve­sto­ren kamen aus dem Aus­land, vor allem aus Spa­ni­en.

Eine wei­ter­ge­hen­de Ana­ly­se der Ursa­chen dafür, war­um auch das Jahr­zehnt der 90er Jah­re schief ver­lief, wür­de zei­gen, dass ab 1995 nach dem Abflau­en des wirt­schaft­s­tö­ten­den Infla­ti­ons­fie­bers eine vor­sich­tig aus­ba­lan­cier­te Abwer­tung nötig gewe­sen wäre. Die Ein­künf­te aus der Pri­va­ti­sie­rungs­wel­le waren bald ver­flos­sen und für die wei­te­re Erhal­tung der Peso-Dol­lar-Pari­tät sprang die Aus­lands­ver­schul­dung ein – so wie bei uns in Grie­chen­land. In einem kom­ple­xen wirtschafts‑, innen- und welt­po­li­ti­schen Umfeld wur­den die Ban­ken und die Regie­rung Menem durch den Inter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds „geret­tet…“

Jorge Mario Bergoglios rapider Aufstieg

1992: Ber­go­glio wur­de urplötz­lich Weih­bi­schof von Bue­nos Aires. Sobald der nach wie vor unbe­kann­te, – sagen wir mal so – erfolg­lo­se Jesui­ten­pro­vin­zi­al Jor­ge Mario Ber­go­glio in das Erz­bi­schöf­li­che Palais von Bue­nos Aires gehievt wor­den war, gelang­te er sehr rapi­de auf­wärts. Aus­ge­rech­net als fünf wirt­schaft­lich schwung­vol­le bis viel­ver­spre­chen­de Jah­re (1900–1995) ins Land ein­kehr­ten, kehr­te er sei­ne gehar­nisch­ten Hass­ge­füh­le gegen die „neo­li­be­ra­le“ Markt­wirt­schaft her­vor. Er schloss sich immer lau­ter dem pro­gres­siv­sten, mehr Illu­sio­nen als rea­len Erfolg ver­spre­chen­den Haupt­strom deren an, die stets an der jüng­sten Ver­gan­gen­heit „basteln“, aber für den Auf­bau der Gegen­wart und Zukunft bar jeder brauch­ba­ren Idee her­um­ste­hen.

Ob Ber­go­glio ins­ge­heim tüch­ti­ger gewor­den war oder gescho­ben wur­de, bleibt ein Rät­sel sei­ner ungewöhn­lichen Kar­rie­re. Jeden­falls wur­de er erst im nach­hin­ein ein rigo­ro­ser Kri­ti­ker des Gewe­se­nen und ein inkom­pe­ten­ter Bes­ser­wis­ser in wirt­schaft­li­chen Fach­fra­gen. Denn zur histo­risch rech­ten Zeit, am histo­risch rech­ten Ort ver­laut­bar­te er kein lau­tes Wort gegen die Miss­wirt­schaft der Mili­tär­dik­ta­tur. Er hat sich mit ideo­lo­gi­schen Äuße­run­gen lan­ge zurück­ge­hal­ten, sich wenig kom­pro­mit­tiert, und war ein treu­er Die­ner für sei­nen betag­ten Chef Quar­r­a­ci­no, der ganz und gar im „Jus­ti­cia­lis­mo“ und damit in der Ver­gan­gen­heit enga­giert war. Jus­ti­cia­lis­mo ist ein argen­ti­ni­sches Syn­onym für den rech­ten Pero­nis­mus.

Bezüg­lich einer boh­ren­den Rät­sel­fra­ge kann ich nur wie­der­ho­len, dass in Ber­go­gli­os Cur­ri­cu­lum zwi­schen sei­ner Abwahl als „unbe­kann­ter, jun­ger, erfolg­lo­ser Pater Pro­vin­zi­al“ (1979) und sei­ner urplötz­li­chen, kome­ten­haf­ti­gen Erschei­nung als „Weih­bi­schof auf siche­rem Posten“ (1992) eine gäh­nen­de Lücke besteht.

In Bue­nos Aires Weih­bi­schof zu sein, näm­lich in der Haupt­stadt und somit in der wich­tig­sten Erz­diö­ze­se des Lan­des, war der Königs­weg, der nach inner­kirch­li­chem „Brauch und Sit­te“ unwei­ger­lich zur Kar­di­nal­s­wür­de und zu einem „mög­li­chen“ Thron­an­wär­ter auf das Papst­tum füh­ren muss­te. Als sich der unschein­ba­re Ber­go­glio in Frank­furt ver­geb­lich um ein Dok­to­rat bemüh­te, waren ver­mut­lich sei­ne Ordens­obe­ren auf ihn auf­merk­sam gewor­den. Mei­ne Arbeits­hy­po­the­se besagt, dass es dem umtrie­bi­gen Jesui­ten­kar­di­nal Car­lo Maria Mar­ti­ni und dem oppo­si­tio­nel­len, „pro­gres­si­stisch“ ein­ge­stell­ten gesam­ten Orden sicher­lich nicht schwer gefal­len war, in Ber­go­glio einen idea­len Spit­zen­kan­di­dat für die Palast­re­vo­lu­ti­on zu ent­decken.

2001: Papst Johannes Paul II. erhebt Erzbischof Bergoglio (Buenos Aires) zum Kardinal
2001: Papst Johan­nes Paul II. erhebt Erz­bi­schof Ber­go­glio (Bue­nos Aires) zum Kar­di­nal

1997: Also haben sie ihn als künf­ti­gen Koad­ju­tor mit Nach­fol­ge­recht auf das Amt des Erz­bi­schofs von Bue­nos Aires auf­ge­baut. Dem altern­den, ahnungs­lo­sen Quar­r­a­ci­no ver­ur­sach­te Ber­go­glio ganz bestimmt kein Unbe­ha­gen, da bei­den der gute Ruf von „auf­rech­ten, rech­ten“ Pero­ni­sten zuge­schrie­ben war.

1998: Nach dem Able­ben von Erz­bi­schof Quar­r­a­ci­no wur­de Ber­go­glio in der Tat auto­ma­tisch sein Nach­fol­ger als Erz­bi­schof und Pri­mas von Argen­ti­ni­en.

2001: Kurz dar­auf wur­de er eo ipso auch Kar­di­nal.

Als Zwi­schen­bi­lanz kann gesagt wer­den, dass ab 1990  die poli­ti­sche Lage in Argen­ti­ni­en ganz und gar nicht „schwie­rig, chao­tisch oder undurch­sich­tig“ war. Im Gegen­teil die sozia­le Stim­mung im Lan­de war sehr viel­ver­spre­chend, da nach der kata­stro­phal ver­sa­gen­den Regie­rung des Sozi­al­de­mo­kra­ten Raúl Alfonsà­n (1983–1989) in der Per­son von Car­los S. Menem ein „wasch­ech­ter“ Pero­nist an die Rei­he kam, der wäh­rend der Mili­tär­re­gie­rung sogar zeit­wei­lig ein­ge­sperrt war. Er ver­stand vom Wirt­schaf­ten zwar gar nichts, aber er erwähl­te einen geschei­ten, ener­gi­schen Wirt­schafts­mi­ni­ster. Nach zwei Jah­ren erfolg­rei­cher Wirt­schafts­po­li­tik (1990–1992) ent­pupp­te sich Menem als Dis­si­dent aus den „klas­si­schen“ Kli­schees des alt­vä­ter­li­chen Pero­nis­mus, was für Erz­bi­schof Quar­r­a­ci­no und sei­nen Weih­bi­schof Ber­go­glio als ein „neo­li­be­ra­ler“ Unfug und Ver­rat vor­kom­men muss­te. Prä­si­dent Menem hat­te den län­ge­ren Atem und wur­de 1995 tri­um­phal wie­der­ge­wählt, es ging aber bis Ende des Jahr­zehnts berg­ab mit ihm, da er vie­le Feh­ler beging und er ver­lor die Wah­len gegen Fer­nan­do de la Rúa von der oppo­si­tio­nel­len „Radi­ka­len Par­tei“, der nur vor­über­ge­hend vom 10. Dezem­ber 1999 bis zum 21. Dezem­ber 2001 Prä­si­dent von Argen­ti­ni­en war. Er wur­de von den „hemd­lo­sen“ Pero­ni­sten (d. h. von der Plebs der Vor­städ­te) in der vor­weih­nacht­li­chen Hit­ze gestürzt. Bue­nos Aires war in Flam­men, die Super­märk­te wur­den geplün­dert. Der ehe­ma­li­ge Vize­prä­si­dent von Car­los S. Menem und aktu­ell regie­ren­der Lan­des­haupt­mann von Bue­nos Aires, Edu­ar­do Duhal­de, war der anfüh­ren­de Cau­dil­lo.

2002: Im tota­len Cha­os gab es in Argen­ti­ni­en in der ersten Janu­ar-Woche zu vie­le Prä­si­den­ten nach­ein­an­der: Ramón Puer­ta, Adol­fo Rodrà­guez Saá, Edu­ar­do Cama­ño… Schließ­lich riss Edu­ar­do Duhal­de die Mehr­heit des Kon­gres­ses hin­ter sich, und als star­ker Mann der Stun­de über­gab er die Macht an Néstor Kirch­ner (2002–2007). Kar­di­nal Ber­go­glio konn­te sich nach dem Rum­mel unge­niert als Ver­bün­de­ter des Kirch­ne­ris­mus ent­fal­ten.

2005: Wahl von Papst Benedikt XVI.

Unter dem pol­ni­schen „Phi­lo­so­phen­papst“ Karol Woj­ty­la war Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger der stand­haf­te Prä­fekt der Römi­schen Kon­gre­ga­ti­on für die Glau­bens­leh­re. In sei­ner prä­zi­sen Erklä­rung „Domi­nus Iesus“ (2000) bezog er sich 17 Mal aus­drück­lich auf den Den­zin­ger. Als Nach­fol­ger ist er sel­ber ein begna­de­ter „Theo­lo­gen­papst“ gewor­den, der nach geziel­ten Kon­spi­ra­tio­nen und man­geln­der Loya­li­tät sei­tens der Mar­ti­ni-Par­tei und der soge­nann­ten „Mafia“ von Sankt Gal­len (God­fried Dan­neels, Wal­ter Kas­per u. a. m.) das Petrus­amt im Alter von 86 Jah­ren ver­las­sen hat. Die Eti­ket­tie­rung „Mafia“ ist in die­sem Kon­text kein Schimpf­wort von drit­ter Sei­te, da es von Kar­di­nal Dan­neels sel­ber mit „Gal­gen­hu­mor“ ins Gespräch gebracht wor­den ist.

Allem Anschein nach war es in den 27 Regie­rungs­jah­ren von Johan­nes Paul II. der fol­gen­schwer­ste Faux­pas, Ber­go­glio die Kar­di­nal­s­wür­de zu ver­lei­hen. Die­ser Kar­di­nals­hut zog also unge­ahn­te Kon­se­quen­zen nach sich, da sein Amts­in­ha­ber als Thron­an­wär­ter aus dem Kon­kla­ve 2005 zwar mit einem lee­ren Korb, aus dem Kon­kla­ve 2013 jedoch als Sie­ger her­vor­ging. Ber­go­glio ist seit­dem uner­müd­lich dabei, die von Karl Rah­ner ange­zet­tel­te, von Pedro Arru­pe, dem soge­nann­ten „Schwar­zen Papst“ ange­führ­te und von Car­lo Maria Mar­ti­ni und God­fried Dan­neels patro­ni­sier­te Palast­re­vo­lu­ti­on rück­sichts­los gegen die Tra­di­ti­on durch­zu­zie­hen. Der Staats­streich im Vati­kan war offen­bar an den regie­ren­den Päp­sten Johan­nes Paul und Bene­dikt vor­bei von lan­ger Hand geplant gewe­sen.

Ber­go­glio hat sich erst lang­sam – nicht bevor er die Kar­di­nal­s­wür­de erhielt – voll­stän­dig „geoutet“ und blieb für eine lan­ge Zeit ein unbe­schrie­be­nes (oder nur ein wenig auf­fäl­li­ges) Blatt im Hin­ter­grund. Erst gegen Bene­dikt bezog er eine unver­bräm­te, feind­li­che Stel­lung. Sei­ne Beför­de­rung dürf­te eine undurch­sich­ti­ge Heim­zah­lung gewe­sen sein, die syste­ma­tisch von sei­nem Orden auf­ge­baut wur­de, der bis heu­te nicht ver­win­den kann, dass Arru­pe abge­setzt und die mar­xi­stisch-links­la­sti­ge „Theo­lo­gie der Befrei­ung“ von den bei­den Päp­sten Johan­nes Paul und Bene­dikt abge­kan­zelt wor­den war.

2006: Bene­dikts Regens­bur­ger Vor­le­sung wur­de von Ber­go­glio brüsk und demon­stra­tiv vor aller Welt abge­lehnt. Um die vati­ka­ni­sche Befrem­dung dar­über zu glät­ten und den from­men Schein zu wah­ren, ent­ließ er Guil­ler­mo Mar­có, sei­nen dama­li­gen Pres­se­spre­cher als Sün­den­bock, der heu­te jedoch im „Video vom Papst 2016“ einer der Dar­stel­ler ist.

Aber ein Jesui­ten­kar­di­nal und Erz­bi­schof wie Mar­ti­ni oder Ber­go­glio – mit einem mili­tan­ten Orden hin­ter sich – gal­ten prak­tisch als prag­ma­ti­sier­te Beam­te auf höch­ster Ebe­ne, die bei­na­he so unab­setz­bar, unver­setz­bar und unan­greif­bar waren wie der Papst sel­ber. Ein­mal so hoch ange­kom­men, konn­te also Ber­go­glio frei­hän­dig obstru­ie­ren, zunächst ein­mal in sei­ner Hei­mat als Ver­bün­de­ter des links­lin­ken Kirch­ner-Regimes.

2007–2015: Nach dem frü­hen Herz­tod Néstor Kirch­ners kam sei­ne Ehe­frau ins Prä­si­den­ten­amt. Das „Prä­si­den­ten-Ehe­paar“ Kirch­ner gehör­te bekannt­lich in sei­nen Stu­den­ten­jah­ren zur revo­lu­tio­nä­ren Jugend, als Ber­go­glio noch ein „pro­vin­zi­el­ler“ Pater Pro­vin­zi­al war.

2013: Bergoglios Wahl zum Papst

Fran­zis­kus hat mit sei­nen Säu­be­run­gen bereits mehr­mals vor­ex­er­ziert, dass ein unbot­mä­ßi­ger (weil tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ner) Kuri­en­kar­di­nal mit einem Feder­strich aus sei­nem Amt ent­las­sen wer­den kann. Einem eben­sol­chen Ein­zel­gän­ger im Bischofs­amt kann aber­mals mit leicht­fer­ti­ger Hand eine „Apo­sto­li­sche Visi­ta­ti­on“ mit vor­zei­ti­gem Ruhe­stand ange­hängt wer­den. Dafür lie­fer­te der unbarm­her­zi­ge Fran­zis­kus auch schon man­che Bei­spie­le.

2001: Papst Johannes Paul II. erhebt Erzbischof Bergoglio (Buenos Aires) zum Kardinal
2001: Papst Johan­nes Paul II. erhebt Erz­bi­schof Ber­go­glio (Bue­nos Aires) zum Kar­di­nal

2016: Im unsäg­li­chen „Video vom Papst“ (Gebets­mei­nun­gen Janu­ar 2016) über die vier syn­kre­ti­stisch prä­sen­tier­ten Welt­re­li­gio­nen steht jetzt der gan­ze Unfug von Nostra aeta­te schwarz auf weiß fest. Papst Fran­zis­kus spricht höchst­per­sön­lich als Con­fe­ren­cier und lässt den Prie­ster Guil­ler­mo Mar­có, sei­nen ehe­ma­li­gen Pres­se­spre­cher aus Bue­nos Aires, als Sta­ti­sten in die­sem inter­re­li­giö­sen Indif­fe­ren­tis­mus auf­tre­ten. Das thea­tra­li­sche Mach­werk ist ein kit­schi­ger Schwach­sinn gegen alle Glau­bens­be­kennt­nis­se und Defi­ni­tio­nen der katho­li­schen „Den­zin­ger Tra­di­ti­on“. Die frei erfun­de­nen Phan­ta­sie­pro­duk­te von vier kom­ple­men­tär inein­an­der ver­zahn­ten Reli­gio­nen täu­schen eine Ver­söh­nung von Dif­fe­ren­zen vor, wo in der Tat fun­da­men­ta­le Abgrün­de bestehen.

Der theologische „Dialog“

Ein theo­lo­gi­sches Gespräch („Dia­log“) hät­te Sinn und sach­lich klä­ren­de Aus­sa­ge­kraft nur dann, wenn die Dar­stel­ler aus Juden­tum, Islam und Bud­dhis­mus nicht anony­me Schau­spie­ler in einem Auf­nah­me­stu­dio oder soli­tä­re Ein­zel­gän­ger auf eige­ne Faust wären, son­dern pro­mi­nen­te Anfüh­rer mit Namen und Anga­be ihrer nähe­ren Stel­lung und Her­kunft aus einer kohä­ren­ten Gemein­schaft benannt wären. Gera­de die­se Glau­bens­ge­mein­schaf­ten bestehen aber außer­halb des Rest-Katho­li­zis­mus und der rus­si­schen Ortho­do­xie nir­gend­wo mehr. Die Säku­la­ri­sie­rung zehrt über­all an der Sub­stanz.

Im Pro­log des Evan­ge­li­ums nach Johan­nes steht die exklu­si­ve Distink­ti­on:

„Allen aber, die ihn auf­nah­men, gab er die Macht, Kin­der Got­tes zu wer­den, denen näm­lich, die an sei­nen Namen glau­ben…“ (1,12)

Mit Fran­zis­kus fei­ern jedoch der Rela­ti­vis­mus und der Syn­kre­tis­mus einen bis­lang unge­kann­ten Höhen­flug:

„Vie­le den­ken anders, füh­len anders, sie suchen und fin­den Gott auf unter­schied­li­che Wei­se. In die­ser Viel­falt, in die­ser Auf­fä­che­rung der Reli­gio­nen [= en el aba­ni­co / also in der Form eines eng ver­floch­te­nen, ega­li­tä­ren Fächers, damit sagt er im spa­ni­schen Ori­gi­nal­ton unver­hoh­len die Unwahr­heit] gibt es eine ein­zi­ge [??!] Gewiss­heit, an der wir für alle fest­hal­ten: Wir sind alle Kin­der Got­tes.“

Somit muss sich die­ser Papst kate­go­risch auf sei­nen Kopf zusa­gen las­sen, dass er eine schwe­re, offen­sicht­li­che Häre­sie gegen das Johan­nes-Evan­ge­li­um ver­brei­tet.

Mit die­ser Fehl­ein­schät­zung haben sich die Pro­te­stan­ten läng­stens, und aber auch das Vati­ca­num II in den letz­ten 50 Jah­ren völ­lig über­flüs­sig gemacht. Wenn man Gott außer­halb der Kir­che eben­so gut in einem „Aba­ni­co“ (Fächer) suchen und fin­den könn­te – dann hät­te die Kir­che sel­ber abge­dankt und wäre ent­behr­lich gewor­den. Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger, aber auch Erz­bi­schof Mar­cel Lef­eb­v­re haben recht behal­ten:

„Mit dem Kom­men Jesu Chri­sti, des Ret­ters, hat Gott die Kir­che für das Heil aller Men­schen ein­ge­setzt. Die­se Glau­bens­wahr­heit nimmt nichts von der Tat­sa­che weg, dass die Kir­che die Reli­gio­nen der Welt mit auf­rich­ti­ger Ehr­furcht betrach­tet, schließt aber zugleich radi­kal jene Men­ta­li­tät des Indif­fe­ren­tis­mus aus, die durch­drun­gen ist von einem reli­giö­sen Rela­ti­vis­mus, der zur Annah­me führt, dass eine Reli­gi­on [bzw. jede belie­bi­ge Kon­fes­si­on oder jede pri­mi­ti­ve Kul­tur] gleich viel gilt wie die ande­re.“
(Domi­nus Iesus. Erklä­rung der Römi­schen Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on vom 6. VIII. 2000. § 22)

Tief sitzende Zerrissenheit zwischen „Treue und Untreue“

Die stän­dig wie­der­keh­ren­den Refrains der histo­ri­schen „Schuld­be­kennt­nis­se“, die ste­reo­ty­pe „Bewäl­ti­gung“ der Ver­gan­gen­heit und die eige­ne „Nest­be­schmut­zung“ im inter­re­li­giö­sen, inter­kon­fes­sio­nel­len und inter­na­tio­na­len Dia­log erklin­gen immer wie­der ein­sei­tig von katho­li­scher (oder deut­scher Sei­te) aus. Ich habe noch kei­nen indi­ge­nen Pre­di­ger gehört, der sei­ne Vor­fah­ren als Kan­ni­ba­len bedau­er­te, kei­nen pro­te­stan­ti­schen Pastor, der über Luthers Anti­se­mi­tis­mus ein Wort ver­lö­re… Auch gab es noch kei­nen ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten, der in Hiro­shi­ma und Naga­sa­ki Krän­ze nie­der­leg­te. Bis­lang hat kein ein­zi­ger Musel­man ein­ge­stan­den, was sie einst in Ibe­ri­en, in Byzanz oder in Ungarn von Mohács über Buda­vár bis an die Mau­ern vom Tür­ken­schanz­park in Wien ange­rich­tet hat­ten.

Es ist zu bedau­ern, wenn unser Papst als füh­ren­de Amts­per­son anstel­le der Glau­bens­wahr­hei­ten uns Illu­sio­nen vor­spie­gelt, uner­füll­ba­re For­de­run­gen stellt, Wet­ter- und Kli­ma­pro­gno­sen for­mu­liert, grund­lo­se Schuld­ge­füh­le hoch­schau­kelt und unse­re eige­ne Abwehr­kraft ein­schlä­fert: Seid umschlun­gen Mil­lio­nen – wäh­rend im Nahen Osten die Chri­sten aus­ge­rot­tet und im Abend­land über­flu­tet wer­den. Gott möge auch den Nai­ven und Ein­fäl­ti­gen sei­ne Gna­de wal­ten las­sen, wenn sie wenig­stens guten Wil­lens sind. Der Weg, der in die Höl­le führt, ist aller­dings mit guten Vor­sät­zen gepfla­stert.

Die immer tie­fer sit­zen­de Zer­ris­sen­heit zwi­schen „Treue und Untreue“ zur über­lie­fer­ten Leh­re schwillt seit­dem wei­ter. Der Wider­stand wächst. Der Kon­flikt ist noch nicht aus­ge­foch­ten und wirkt auf die Kämp­fer der Tra­di­ti­on wie erfri­schend. Mit sei­ner Her­me­neu­tik der gei­sti­gen Kon­ti­nui­tät ver­mach­te uns Ratz­in­ger ein Erbe, das vom argen­ti­ni­schen „Sozio­lo­gen­papst“ nicht sogleich, leicht und kom­plett des­avou­iert wer­den kann.

In Ratz­in­gers Nach­las­sen­schaft fin­det sich ein gan­zes Arse­nal für die Ver­tei­di­gung der Glau­bens­wahr­hei­ten. Fran­zis­kus liebt dage­gen kei­ne Prä­zi­si­ons­spra­che und pala­vert nur in sei­ner spa­nisch-ita­lie­ni­schen Mut­ter­spra­che (da er anschei­nend kei­ne ande­re beherrscht) über sekun­dä­re The­men, die dem Mas­sen­ge­schmack ent­ge­gen­kom­men. Dem­entspre­chend ist er ledig­lich ein Repe­tent alter Gemein­plät­ze aus der Wirt­schaft, der Tages­po­li­tik, der Kli­ma­än­de­rung und aus den pasto­ra­len Irr­tü­mern des II. Vati­can­ums. Er will ein Macher, kein Den­ker, ein Prak­ti­ker, kein Theo­re­ti­ker sein. Sei­nen nebu­lö­sen Bil­dungs­weg hat er ohne Dis­ser­ta­ti­on abge­schlos­sen, was im durch und durch aka­de­misch trai­nier­ten Jesui­ten­or­den ein sel­te­nes Man­ko dar­stellt.

Triviales Volksempfinden der Jakobinerphilosophie

Fran­zis­kus ver­langt von uns einer­seits an die Peri­phe­rien des Gei­stes und der Zivi­li­sa­ti­on aus­zu­wan­dern und dem tri­via­len Volks­emp­fin­den der Jako­bi­ner­phi­lo­so­phie ent­ge­gen­zu­kom­men. Dem­entspre­chend for­dert er, der lau­fen­den Völ­ker­wan­de­rung nach Euro­pa bedin­gungs­los Platz zu machen: „Nehmt Gute und Schlech­te glei­cher­ma­ßen auf!“ Die Habe- und Tau­ge­nicht­se sol­len uns Mores leh­ren – und nicht wir ihnen.

Der all­ge­mei­nen Nivel­lie­rung nach unten ist ent­schie­den ent­ge­gen­zu­hal­ten, dass uns die Befrei­ungs- und Volks­theo­lo­gie kei­ne neue Offen­ba­rung besche­ren kann. Die Opti­on der latein­ame­ri­ka­ni­schen Kir­che für die Armen hat schwer­wie­gen­de Kon­se­quen­zen wie Bil­dungs­de­fi­zit, man­geln­de Initia­ti­ve und feh­len­des Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein, die in der Drit­ten Welt zu einem anhal­ten­den Pau­per­is­mus füh­ren müs­sen.

Die Ideo­lo­gen der „Libe­r­ación“ und Ange­la Mer­kel schei­nen dem glei­chen Irr­tum erle­gen zu sein: Als ob es unse­re mono­kau­sa­le Pflicht wäre, für alle Miss­wirt­schaft der Welt­ge­schich­te die direk­te Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men und nicht nur unse­rer „näch­sten Umge­bung“ und unse­rem eigent­li­chen Ver­ant­wor­tungs­be­reich, son­dern auch den Aber­mil­lio­nen „Über­näch­sten“ gegen­über Schuld­ge­füh­le zu hegen, die in zahl­rei­chen Aber­glau­ben, Sit­ten und Bräu­chen, Irr­leh­ren und offen­bar fal­schen Reli­gio­nen unbe­lehr­bar ver­stockt sind. Wer auf Bud­dha ver­traut – na, dann rech­ne er auch mit den wirt­schaft­li­chen Kon­se­quen­zen dafür. Wer wider bes­se­res (und mög­li­ches) Wis­sen sei­ne Ein­sich­ten und sei­ne fal­schen Glau­bens­sät­ze nicht lau­fend über­prüft, dem kann schwer­lich gehol­fen wer­den. Was der Drit­ten Welt fehlt, ist die Opti­on für eine brei­te Bil­dungs­ge­sell­schaft und die For­mung einer ethisch gesinn­ten Eli­te. Ohne eli­tä­re Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten sind die Mas­sen wie ver­lo­ren.

Selbst­ver­ständ­lich müss­ten die Armen und Ver­folg­ten vor allem zu Selbst­hil­fe – für sich per­sön­lich und für ihre Hei­mat not­falls auch mit der Waf­fe in der Hand – ange­hal­ten wer­den. Wid­ri­gen­falls haben sie die Fol­gen ihrer selbst­auf­er­leg­ten Miss­wirt­schaft und Unfrei­heit zu ertra­gen. Es gibt frei­lich auch viel schuld­lo­ses Unglück, aber noch mehr selbst­ver­schul­de­te Unmün­dig­keit und Unmut unter ihnen. Es gibt kein Lie­bes-Gebot für eine para­si­tä­re Lebens­wei­se:

„Wer nicht arbei­ten [d. h. kei­ne Selbst­hil­fe lei­sten] will, soll auch nicht essen! Wir haben näm­lich gehört, dass eini­ge unter euch einen fau­len Lebens­wan­del füh­ren, nichts arbei­ten, son­dern sich unnütz machen. Denen, die es angeht, gebie­ten und befeh­len wir im Herrn Jesus Chri­stus, dass sie… ihr eigen Brot essen“ (2 Thes­sa­lo­ni­cher 3,10–12).

Nie­mand ver­fügt über gren­zen­lo­se Vor­rä­te an Gütern, Dien­sten und Rech­ten. Die „kapa­zi­täts­ori­en­tier­te“ Ober­gren­ze für die Umver­tei­lung der Errun­gen­schaf­ten der Zivi­li­sa­ti­on ist eine unela­sti­sche Bar­rie­re, jen­seits deren eine tota­le Demo­ra­li­sie­rung bei den aus­ge­beu­te­ten Gebern, aber auch bei den über Gebühr ver­wöhn­ten Neh­mern ein­tritt. Gegen eine Beton­wand soll­te man nicht mit dem Kopf anren­nen. Selbst ein rei­cher Finanz­mi­ni­ster wie Wolf­gang Schäub­le muss es ein­se­hen, dass sei­ne Fut­ter­säcke kei­ne selbst­ver­meh­rend rege­ne­rier­ba­re Füll­hör­ner sind, die für Glück und Taschen­geld, Frucht­bar­keit und Gra­tis­essen der auf uns lau­ern­den Migran­ten aus aller Welt offen­ste­hen.

Ultra posse nemo tenetur

Frei­lich, das Nöti­ge und Mög­li­che muss getan wer­den, wohl­tä­tig und frei­ge­big, jedoch nicht ver­schwen­de­risch und nicht zuletzt auch mili­tä­risch, wo eine Inter­ven­ti­on uner­läss­lich wird. Und das Unab­än­der­li­che – was wir ent­ge­gen Mer­kels nai­vem Opti­mis­mus nicht schaf­fen kön­nen – müs­sen auch die „Gut­men­schen“ mit Gelas­sen­heit ertra­gen. In der Wirt­schaft gibt es kei­ne unbe­zahl­ten Rech­nun­gen, die Fra­ge ist ledig­lich, wem der Schwar­ze Peter zuge­scho­ben wird.

Ultra pos­se nemo ten­e­tur: Über sein Kön­nen hin­aus ist nie­mand ver­pflich­tet, eine Lei­stung zu erbrin­gen. Es ist untrag­bar und unmo­ra­lisch uns zuzu­mu­ten, dass wir ein paar Mil­lio­nen kul­tur­frem­de Migran­ten aus­zu­hal­ten hät­ten. Unlängst hat Andre­as Unter­ber­ger in sei­nem Tage­buch (cf. „Hei­ße Luft…“ am 21. Janu­ar 2016) die­ses uralte Prin­zip in Erin­ne­rung geru­fen, das selbst­ver­ständ­lich sowohl bei objek­ti­ver Unmög­lich­keit, als auch bei sub­jek­ti­vem Unver­mö­gen gilt. Frag­lich wäre es nur, falls es auf Heu­che­lei grün­den soll­te. Eine Recht­fer­ti­gung aus Pflich­ten­kol­li­si­on ist also durch­aus auch für uns, angeb­lich wohl­ha­ben­de Euro­pä­er nicht unzu­läs­sig. Ver­dien­ter­ma­ßen haben wir unse­ren kri­sen­ge­fähr­de­ten, rela­ti­ven Reich­tum in der Regel hart erar­bei­ten und nach einem Welt­krieg Genera­tio­nen hin­durch prak­tisch aus dem Nichts anspa­ren müs­sen, wäh­rend die Ideo­lo­gen der Drit­ten Welt auf die gebra­te­nen Tau­ben war­ten. Der­sel­be Grund­satz gilt auch im Ver­wal­tungs­recht für die Fra­ge, ob sich der Staat wie, wann, wo, womit und wie­weit kari­ta­tiv ein­set­zen kann, wenn dafür weder Mit­tel, Kon­trol­len noch Kom­pe­ten­zen vor­han­den sind. Die mora­li­schen Pflich­ten sind also durch das Mach­ba­re begrenzt. Aller­dings, wer es unter­lässt sein klei­nes Wis­sen und brei­tes Gewis­sen stets auf Vor­der­mann zu brin­gen, begeht eine schwe­re Fahr­läs­sig­keit.

Grenzgebiet, wo Fahrlässigkeit in der Politik und Irrtumsanfälligkeit der Kirche aufeinandertreffen

Und nun sto­ßen unse­re Über­le­gun­gen schließ­lich in das Grenz­ge­biet vor, wo die Fahr­läs­sig­keit in der Poli­tik und die Irr­tums­an­fäl­lig­keit der Kir­che selbst auf­ein­an­der­tref­fen. Für Lai­zi­sten ist das frei­lich kei­ne Sor­ge, denn sie glau­ben, dass min­der­wer­ti­ge Ideo­lo­gien aus dem dunk­len XX. Jahr­hun­dert wie die demo­kra­ti­sche „Dik­ta­tur der Mas­sen“, ein ethisch frei schwe­ben­der, unfun­dier­ter „Libe­ra­lis­mus“ oder der inter­na­tio­na­le und natio­na­le „Sozia­lis­mus“ eine zivi­li­sier­te Hoch­kul­tur her­vor­brin­gen kön­nen. Selbst­ver­ständ­lich jeder Reli­gi­on und jedem Reli­gi­ons­er­satz ent­spricht eine typisch gepräg­te Kul­tur­ver­fas­sung, von den pri­mi­ti­ven Indi­ge­nen ange­fan­gen bis zur mili­tan­ten Unkul­tur der Fran­zö­si­schen, Bol­sche­wi­sti­schen oder Sexu­el­len Revo­lu­ti­on.

Johanness XXIII. und der Anspruch des "Aggiornamento"
Johan­ness XXIII. und der Anspruch des „Aggior­na­men­to“

Die Irr­tums­frei­heit des kirch­li­chen Lehr­am­tes ist auf die Bekennt­nis­se und Defi­ni­tio­nen beschränkt, die uns in Ange­le­gen­hei­ten des Glau­bens und der Sit­ten übli­cher­wei­se aus dem Den­zin­ger bekannt sind. Für pasto­ra­le und kul­tu­rell nach­wir­ken­de Ent­schei­dun­gen und Richt­wer­te gibt es frei­lich Erfah­run­gen, Über­lie­fe­run­gen und wei­se Vor­den­ker, aber kei­ne unfehl­ba­re Haf­tung der Auto­ri­tä­ten, egal ob sie Prie­ster, Staats­män­ner oder Pro­fes­so­ren sind. Hoch oben im deli­ka­te­sten Amt aller Ämter gibt es also kei­nen Papst und kei­ne Kir­chen­leh­rer frei von Irr­tü­mern in den zeit­li­chen Din­gen, wenn auch die Kir­che Jahr­hun­der­te hin­durch eine über­aus erfolg­rei­che Mater et Magi­stra für die abend­län­di­sche Zivi­li­sa­ti­on war. Wer das leug­net ist ent­we­der ein Ideo­lo­ge oder ein Unge­bil­de­ter, der drin­gend auf eine histo­ri­sche Nach­schu­lung ange­wie­sen ist.

Des­halb brau­chen wir nicht am Glau­ben zu ver­zwei­feln und auch nicht am nöti­gen Gehor­sam dem Lehr­amt gegen­über zu rüt­teln, wenn wir auf­grund einer 50-jäh­ri­gen soli­den Erfah­rung respekt­voll fra­gen, ob das Aggior­na­men­to des Kon­zils­pap­stes Johan­nes XXIII. viel­leicht doch ein Fehl­schlag war, der für die abend­län­di­sche Zivi­li­sa­ti­on bis heu­te kata­stro­pha­le Fol­gen gezei­tigt hat.

Folge der Unvernunft sind bis heute anhaltende interreligiöse und interkonfessionelle Zumutungen

Das Vati­ca­num II war von sei­nem Urhe­ber als „pasto­ra­les“ Kon­zil vor­ge­se­hen, das nicht vor­hat­te irgend­wel­che Defi­ni­tio­nen zu erlas­sen. Es soll­te am Ton und an der Wel­len­län­ge gefeilscht wer­den, um das Alte im neu­en, salop­pen Gewand für die Blue-Jean-Genera­ti­on ver­ständ­li­cher zu machen. Nur dabei ist es frei­lich nicht geblie­ben und die Väter ver­fass­ten auch völ­lig rich­ti­ge dog­ma­ti­sche Kon­sti­tu­tio­nen über die fort­wäh­ren­de Sub­si­stenz des „Depo­si­tum fidei in der Einen, Katho­li­schen, Apo­sto­li­schen Kir­che. Die ver­fas­sungs­recht­li­chen, tra­di­ti­ons­kon­for­men Aus­sa­gen über das Selbst­ver­ständ­nis des Katho­li­zis­mus kön­nen natür­lich kein Gegen­stand der Kri­tik sein. Kurz und gut: Für die pasto­ra­len und kul­tu­rel­len, vor allem aber für die poli­ti­schen Vor­ha­ben, da die­se varia­bel sind, gibt es jedoch kei­ne siche­ren Depots und die­se kön­nen rund­weg rich­tig oder ver­fehlt sein. Zwei­fel­los gehö­ren in die­ses Gen­re die aller­er­ste Kon­sti­tu­ti­on über die leicht­fer­ti­ge Zer­trüm­me­rung der hei­li­gen Lit­ur­gie sowie die zum Schluss fol­gen­den Erklä­run­gen Nostra aeta­te und Digni­ta­tis huma­nae über den reli­giö­sen Libe­ra­lis­mus, die nach den über­lang dahin­zie­hen­den Kon­zils­be­ra­tun­gen am Ende des drit­ten Jah­res mit gro­ßer Eile und ohne Tie­fe durch­ge­peitscht wur­den.

Direk­te Fol­ge die­ser Unver­nunft sind die bis heu­te anhal­ten­den inter­re­li­giö­sen und inter­kon­fes­sio­nel­len Zumu­tun­gen, die sogar in den unrühm­li­chen Assi­si-Tref­fen des nicht unwei­sen und nicht unge­schick­ten pol­ni­schen Pap­stes kul­mi­nier­ten. Bene­dikt zog zwar in sei­nem Pon­ti­fi­kat alle Not­brem­sen, es war jedoch bereits zu spät. In Assi­si 3 von 2011 war die Ver­wil­de­rung der kirch­li­chen Dis­zi­plin bereits so weit fort­ge­schrit­ten, dass der Papst bald dar­auf inmit­ten einer all­ge­mei­nen Ein­schüch­te­rung sich gezwun­gen sah, mut­los zu resi­gnie­ren.

„Allertreueste Opposition“: legitim, tapfer, unablässig für die objektive Wahrheit und Gerechtigkeit eintreten

Den­noch scheint es völ­lig absurd und aus­ge­schlos­sen zu sein, für die post­kon­zi­lia­ren Päp­ste – all ihrer Irr­tums­an­fäl­lig­keit zum Trotz, die ihnen in den nicht-unfehl­ba­ren Grau­zo­nen der Regie­rungs­tä­tig­keit eigen ist – eine Sedis­va­kanz-Hypo­the­se zu erwä­gen. Das wäre selbst dann unmög­lich, wenn „unser Fran­zis­kus“ auf die Dau­er ver­sa­gen und noch lan­ge leben soll­te. Eine papst­lo­se Kir­che ist schlicht­weg unvor­stell­bar. Als „All­er­treue­ste Oppo­si­ti­on“ sei­ner Maje­stät – wie einst die alten Whigs in Eng­land genannt wur­den – beken­nen wir uns in den dog­ma­tisch unde­fi­nier­ba­ren Belan­gen eher zu einem fehl­ba­ren Papst­tum und beten in stür­mi­schen Zei­ten für sei­ne Erleuch­tung, anstatt an einen end­gül­ti­gen Schiff­bruch zu glau­ben. Dar­an zu pol­tern, war­um und wie lan­ge Gott die Zustän­de eines unfä­hi­gen oder gar abwe­gi­gen Pap­stes dul­den möge, steht uns so wenig zu, wie Gott dem Pro­phe­ten Jonas kein Recht für sei­ne escha­to­lo­gi­schen Rekla­ma­tio­nen zubil­lig­te (Jonas 4,9).

Wer es bes­ser weiß, was die objek­ti­ve Wahr­heit ist, und es sich nicht bloß ein­bil­det oder nur vor­täuscht, der muss legi­tim und demü­tig, tap­fer und unab­läs­sig dafür ein­tre­ten. Anstel­le der onto­lo­gi­schen Wahr­heit erken­nen wir zwar nur „Objek­te“, die durch­aus empi­risch und wis­sen­schaft­lich, intui­tiv und tra­di­tio­nell, oder sonst, wie in einem Kunst­werk, durch­aus nicht sub­jek­tiv belie­big, son­dern höchst gesi­chert sein kön­nen, aber nach dem hl. Pau­lus sehen wir immer nur „durch einen Spie­gel rät­sel­haft… und stück­wei­se“ (1. Korin­ther­brief 13,9–12). Das ist zwar ein schmerz­haf­tes Vor­ge­hen und ver­langt eine bestän­di­ge, stren­ge Revi­si­ons­be­reit­schaft gegen sich selbst, die für die gan­ze Kir­che und die gan­ze Zivi­li­sa­ti­on vor­teil­haft wäre, um aus den fal­schen Erwar­tun­gen der libe­ra­len Katho­li­ken end­lich ein­mal mun­ter zu wer­den. Einen abso­lu­ten „Punkt“ ver­mö­gen wir nicht wahr­zu­neh­men, denn was wir für eine punkt­ge­naue Defi­ni­ti­on hal­ten, stellt immer nur einen klei­nen „Fleck“ dar, der sich mit mehr oder min­der unschar­fen Abwei­chun­gen vor uns als „Vor­stel­lung“ prä­sen­tiert. Die­ser unsicht­ba­re Punkt heißt im Spa­ni­schen „Das Wei­ße“ (El Blan­co) einer Ziel­schei­be, das beharr­lich anzu­zie­len ist, aber in die­sem Leben weder völ­lig zu sehen noch völ­lig zu über­se­hen ist. Man­che haben aller­dings ein bes­se­res Seh­ver­mö­gen und eine höhe­re Ziel­ge­nau­ig­keit.

Wir kön­nen zusam­men mit dem klein­gläu­bi­gen Jonas kei­ne Fahr­kar­te für eine Urlaubs­rei­se ans Ende der Welt nach Tar­schisch lösen, wenn Got­tes Marsch­be­fehl Rich­tung Nini­ve bestimmt wor­den ist (Jonas 1:3). Zorn und Stra­fen sind allein Gott und sei­ner Gerech­tig­keit vor­be­hal­ten, der kein „barm­her­zi­ger, seni­ler“ Opa ist. Wann Er uns einen wohl­ver­dien­ten Fisch bestel­len will, um uns samt all unse­ren Unge­heu­er­lich­kei­ten zu ver­schlin­gen, dafür brau­chen wir Ihm kei­ne Rat­schlä­ge zu ertei­len.

*Der Autor war über 20 Jah­re lang o. Uni­ver­si­täts­pro­fes­sor für Volks­wirt­schafts- und Betriebs­wirt­schafts­leh­re in Argen­ti­ni­en und Lei­ter eines Semi­na­rio de Apli­cación Inter­di­sci­pli­na­ria“. Die Zwi­schen­ti­tel wur­den von der Redak­ti­on ein­ge­fügt.

Bil­der: Kantod.com/lanacion.com/jesuitas.org/MiL (Screen­shots)

 

31 Kommentare

  1. Ein guter Text. Den­noch sind sei­ne Bestand­tei­le:
    1. Den­zin­ger
    2. Geschich­te Argen­ti­ni­ens
    3. Geschich­te der Jesui­ten
    4. Bio­gra­phie Ber­go­gli­os
    5. Nach­kon­zi­lia­re Situa­ti­on
    6. Sedis­va­kanz-Hypo­the­se

    zu wenig mit­eind­an­der ver­wo­ben und man merkt, dass der Schwer­punkt des Autors im Wirt­schaft­lich-Poli­ti­schen liegt. Aber jeder hat ja sei­ne Schwer­punk­te.

    Was geschah mit Ber­go­glio zwi­schen 1979 und 1992? Er scheint wahr­schein­lich der rich­ti­gen Loge oder einer ande­ren Geheims­ge­sell­schaft bei­getre­ten zu sein, wenn es nicht schon frü­her statt­fand, und wur­de suk­zes­siv hoch­ge­ho­ben. Wenn wirk­lich nichts nähe­res dar­über weiß, so scheint es sehr geheimt gewe­sen zu sein.

    Lei­der spricht sehr viel für den Aus­tausch zwi­schen den Geheim­ge­sell­schaf­ten und den Tei­len des Jesui­ten­or­dens, es ist ein Pro­zess, der wohl zu sei­ner ersten Auf­lö­sung geführt hat. Es wur­de auf katholisches.info schon dar­über andeu­tend geschrie­ben.

    Dass in die­sen Geheims­ge­sell­schaf­ten Okkul­tis­mus und ver­schie­de­ne Ritua­le prak­ti­ziert wer­den, wel­che den Rest­glau­ben aus­he­beln und den Über­gang „auf die dunk­le Sei­te der Macht“, um es mit „Krieg der Ster­ne“ zu sagen, ermög­li­chen, so ist der spi­ri­tu­ell-inte­lek­tu­el­le Zustand unse­res Pap­stes ver­ständ­lich. Die­ses zer­stö­ren­de Pon­ti­fi­kat wur­de wirk­lich lan­ge vor­be­rei­tet und man such­te sich einen will­fäh­ri­gen, mit kei­nen beson­de­ren Gaben aus­ge­stat­te­ten Mann — Ber­go­glio — dafür aus, den man suk­zes­siv hoch­hie­ven und aus­bau­en konn­te. Man muss immer das Geist­li­che hin­ter dem Poli­ti­schen sehen.

    Daher also die Abscheu Ber­go­gli­os vom Hei­li­gen und sei­ne Affi­ni­tät zum eso­te­risch-gno­sti­schen und der Ein­heits­re­li­gi­on. So ist es lei­der.

  2. Wenn das so ist, wie es der Autor sieht, dann kann man nur von einem Hoch­ver­rat gegen Papst Bene­dikt XVI. spre­chen. Ich weiß nicht, inwie­weit sich die Poli­ti­ker und Kir­chen­für­sten in der Lage sehen, ein­zu­se­hen, daß im Vati­kan ein unrecht­mä­ßi­ger (ille­gi­ti­mer) Papst regiert, der sich in die­ses Amt hat put­schen las­sen, indem etli­che Kar­di­nä­le Papst Bene­dikt XVI in cati­li­na­ri­sa­cher Wei­se untreu gewor­den sind und dann in per­so­na Mar­ti­ni den Rück­tritt nahe­ge­legt haben. Sobald man die staats­po­li­ti­schen Aspek­te betrach­tet, wel­che das Papst­amt impli­ziert, dann sind alle Regie­run­gen, die die­sen Putsch als legi­tim betrach­ten als Mit­ver­schwö­rer im Sin­ne des Cati­li­na­ris­mus anzu­se­hen. Im Fal­le der Elfen­bein­kü­ste steht des­halb ein Poli­ti­ker vor dem Inter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­hof und wird sein Urteil erwar­ten müs­sen. War­um nicht im Fal­le des Staa­tes der Vati­kan­stadt? Staats­po­li­tisch wäre ein Abbruch der diplo­ma­ti­schen Bezie­hun­gen zum Vati­kan­staat gerecht­fer­tigt gewe­sen, wären die gesam­ten G7-Poli­ti­ker nicht tat­ein­heit­lich mit dem Putsch gegen den recht­mä­ßig gewähl­ten Papst Bene­dikt XVI. Des­sen Feh­ler war es die frei­heit­lich-demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung im Bun­des­tag 2011 zu rela­ti­vie­ren und Fati­ma neu auf­zu­schlie­ßen.
    So, wie histo­risch die Mili­tär­dik­ta­tur Argen­ti­ni­ens mit den Groß­ver­bre­chern des 20. Jahr­hun­derts Sta­lin und Hit­ler gleich­ge­setzt wur­de, so hat der Links­ka­tho­li­sche Flü­gel um Bergoglio/Martini/Kasper S. E. Mar­cel Lefebrve immer wie­der als Unter­stüt­zer men­schen­ver­ach­ten­der Dik­ta­tu­ren hin­zu­stel­len und damit bei Papst Johan­nes Paul II Erfolg gehabt. DIe­ser Putsch ist nun erfolg­reich zuen­de geführt wor­den. Dies bestä­tig­te Rei­se nach Kuba und Mexi­ko wird dann theo­lo­gisch und poli­tisch den Damm­bruch bedeu­ten. Die geplan­te Wei­he von ver­hei­ra­te­ten Stan­di­gen Dia­ku­nen zu Prie­stern durch den Papst selbst wird das Zöli­bat opfern. Wei­te­re Arti­kel des Depo­si­tum Fidei zugun­sten des Links­li­be­ra­lis­mus wer­den fol­gen. Die­sen Weg geht Ber­go­glio nun bis zu Ende. Die Spie­ler­na­tur Ber­go­gli­os begün­stigt die Festi­gung sei­ner Macht­po­si­ti­on. Das Ende nach Fati­ma und der Offen­ba­rung des Johan­nes ist theo­lo­gisch für ihn weit ent­fernt, die Zukunft ist die Auf­lö­sung der Kir­che in die Welt. Inso­fern voll­endet er das II. Vati­ka­num bis zur bit­te­ren Nei­ge.

    • Das Wort „Hoch­ver­rat“ ist nicht über­trie­ben @Christoph Rhein. Man hat ja sei­tens der „Mafia“ andau­ernd offen und geheim gegen Papst Bene­dikt XVI. agiert.
      Papst Bene­dikt fand trotz allen Wider­stan­des den­noch die Kraft, die Din­ge zum Guten zu füh­ren, bspw. auch, was die rich­ti­ge Les­art des Kon­zils angeht oder sei­ne Anspra­chen in Regens­burg, Ber­lin, Frei­burg und welt­weit, der wich­ti­ge Besuch in Man­op­pel­lo wie ich fin­de u.v.a.m.

      Er wuß­te, daß die „Wöl­fe“ in der Kir­che ihn los­ha­ben woll­ten. Er hat dann aus Gesund­heits­grün­den die Amts­ge­schäf­te abge­ge­ben (nicht das Papst­amt- man muß sich das mal vor­stel­len: sehr gut) und konn­te dann erle­ben wie sie sich gefreut hat­ten. Er hat­te dann dem neu zu wäh­len­den Papst sei­nen Gehor­sam ver­spro­chen und sich dabei nicht an die­sen gebun­den wie es aus­sah, son­dern hat die­sen an sich gebun­den. Er konn­te sich aus­rech­nen, das war nicht all­zu schwer, daß der Neue von der Gegen­kir­che gewählt wer­den wür­de.
      Aber mit dem Unge­hor­sam gegen Bene­dikt haben sie sich selbst die Gru­be gegra­ben. Und mit sei­nem Rück­tritt hat Bene­dikt ihnen einen Bären­dienst erwie­sen, aber das woll­ten sie ja so. Die­se Kar­di­nä­le sind in die eige­ne Fal­le getappt- und mit ihnen offen­kun­dig ihr Erwähl­ter. Und der bringt jetzt das ans Ende, was Papst JP II. und Bene­dikt nicht gelun­gen ist, näm­lich die Anti-Kir­che wie es aus­sieht. Bra­vo! Bes­ser könn­te es doch nicht lau­fen.

  3. Der lan­gen Rede kur­zer Sinn. All das Gere­de von erar­bei­te­tem Reich­tum, die Rech­nun­gen, die schliess­lich bezahlt wer­den müs­sen, und dann doch nicht bezahlt wer­den, weil das Reich Got­tes doch anders ist, als wir es uns vor­stel­len und ger­ne die Bibel zur Stüt­zung der eige­nen Welt­sicht und Erfah­rung her­an­zie­hen, all die Bes­ser­wis­se­rei sind schluss­end­lich lee­res Geplap­per. Jede har­te Arbeit ist kei­ne Arbeit, wenn sie nicht im Gebet ver­rich­tet wird. Ora et Labo­ra. Arbeit im Gebet ist der Neu­an­fang zu einem neu­en Urchri­sten­tum, das im Stil­len bereits begon­nen hat. Der jet­zi­ge Zustand der Kir­che und sogar mit dem Aggior­na­men­to den Nie­der­gang der Gesell­schaft als kirch­li­ches Ver­sa­gen hin­stel­len zu wol­len ist eine Vedre­hung und Ver­ken­nung von Ursa­che und Wir­kung. Wenn wir den Zustand der Zivi­li­sa­ti­on mensch­li­chem Ver­sa­gen zuschrei­ben, dann ist das rich­tig. Gott hat es sicher auch so gewollt und wenn wir dar­ob ver­zwei­feln, heisst das an der All­macht Got­tes zwei­feln. Las­sen wir Fran­zis­kus so han­deln. Es ist gott­ge­wollt. Selbst der Teu­fel arbei­tet letzt­lich auch wenn er nicht will für Gott. Lei­der wird unser Glau­be manch­mal als Gefühls- und Her­zens Reli­gi­on oder als Ver­stan­des­re­li­gi­on ver­stan­den, weil der per­sön­li­che Zugang zur Offen­ba­rung, den Men­schen vor­be­hal­ten ist, die nicht dem Hedo­nis­mus ver­fal­len sind durch Demut, Opfer, Bus­se, Reue vom Licht der Gna­de erleuch­tet sind. Die Gna­de kön­nen wir uns nicht selbst erar­bei­ten. Sie wird von Gott nach sei­nem Wil­len zuge­teilt, wie sie den Kir­chen­leh­rern zuteil wird. Im übri­gen gibt es ein gutes Buch von Felix Sar­di y Sal­va­ny: der Libe­ra­lis­mus ist Sün­de. Viel­leicht soll­ten wir doch bei uns sel­ber anfan­gen!

  4. Eine sehr gute Bestands­auf­nah­me mit guten kri­ti­schen Wor­ten „in alle Rich­tun­gen“. Aber was soll man als Christ tun?

    Per­sön­lich hielt ich Papst Fran­zis­kus im Jah­re 2013 trotz eini­ger Äuße­run­gen für kon­ser­va­tiv. Das hat sich dann im Lau­fe der Jah­re 2014 und 2015 geän­dert. Und nun mit dem Video von Janu­ar ist man bestä­tigt in der „neu­en“ Ein­schät­zung. Papst Fran­zis­kus ist häre­tisch- und poli­tisch „links“ (links ist ja sehr schil­lernd in sei­ner Band­brei­te) ori­en­tiert.
    J.M Ber­go­glio hat­te sich in jun­gen Jah­ren inten­siv mit dem Mar­xis­mus befaßt. Ins Prie­ster­tum hat­te er sich offen­kun­dig (mit oder ohne Hil­fe) ein­ge­schleust und war vie­le Jah­re lang ein „Schlä­fer“.

    Der hl. Papst JP II. hat­te nicht nur Ber­go­glio zum Kar­di­nal erho­ben, son­dern bspw. auch den Main­zer Bischof Leh­mann. Er wird schon gewußt haben war­um. Nach dem Mot­to viel­leicht : wer dich auf die rech­te Wan­ge schlägt, dem hal­te auch die lin­ke hin. Denn damit haben sie ihre Chan­ce bekom­men und nut­zen sie nun auch scham­los aus. Nun sind sie aber in der Ver­ant­wor­tung und müs­sen vor Gott gera­de­ste­hen. Sie selbst sind es, die an sich schei­tern und schei­tern wer­den.
    Papst Bene­dikt XVI. hat­te alles Gute getan und konn­te sei­nen Rück­tritt vom akti­ven Dienst ver­kün­den ohne aber sein Papst­amt auf­zu­ge­ben. Er ist immer noch Papst und hat, mit der Kraft Got­tes, die Fäden in der Hand. Sein Rück­tritt war eine Fal­le für Kas­per und Ber­go­glio und Leh­mann usw. Da sind sie hin­ein­ge­tappt und sit­zen mit­ten drin.

    • Ja genau: Papst Bene­dikt ist intel­li­gent, schlau und wei­se.
      Ich den­ke auch, dass Ber­go­glio per­sön­lich Angst hat vor erneu­ten, öffent­li­chen Wor­ten von Papst Bene­dikt (zu denen er gezwun­gen sein wird, sobald Ber­go­glio ganz offen (und nicht fei­ge und hin­ten her­um, wir bis jetzt) eine häre­ti­sche Aus­sa­ge machen wird, z.B. in einem neu­en, öffent­li­chen Doku­ment.

    • Kon­ser­va­tiv ? Was auch immer das besa­gen soll, wenn man sich an den Glau­ben hält, das war für mich Ber­doglio nie. Anfangs mein­te ich, was auch nach wie vor noch stimmt, dass er „eigen“ ist. Eine Kir­che nach dem Mot­to: „Wie es Euch gefällt“, das ist Ber­go­gli­os Amts­füh­rung.

  5. Hans Z. @ Bes­ser­wis­se­rei, was ist Bes­ser­wis­se­rei. Jeder hat doch eine Mei­nung
    und ob die immer rich­tig ist, sei dahin gestellt. Mit Sicher­heit hat die Kir­che dazu bei­getra­gen, dass der Unglau­be und davon ablei­tend die Moral, sich so mani-
    festie­ren konn­te. Der Unge­hor­sam der sich nach dem Kon­zil aus­ge­brei­tet hat,
    und dem Zeit­geist die Tür geöff­net hat, wur­de zwar von den letz­ten Päp­sten, be-
    son­ders von Bene­dikt XVI. bekämpft, aber erfolg­los. Das nun mit Fran­zis­kus ein
    Kir­chen­ober­haupt, dazu noch ein Jesu­it, an der Spitz der Kir­che steht, der von
    sich sagt nur Bischof sein zu wol­len, nicht den Glau­ben ver­kün­det, ver­wir­ren­de
    Aktio­nen durch­führt und der Aller­lö­sung das Wort redet, zeigt die gan­ze Tra­gik
    der Kir­che. Hoch­in­ter­es­sant ist der Wer­de­gang von Ber­go­glio, von dem geschmäh-
    ten, geta­del­ten Kri­ti­ker, beson­ders von Bene­dikt XVI. zum strah­len­den Sie­ger bei
    der Papst­wahl. Natür­lich wur­de sein Weg auf­ge­baut, geplant und schließ­lich durch
    die Mehr­zahl der pro­gres­si­ven Kar­di­nä­le gewählt. Fran­zis­kus hat sel­ber gesagt,
    er tue nur das was die Kar­di­nä­le von ihm ver­lan­gen.

  6. Eine Bemer­kung zum Den­zin­ger: ich besit­ze ein Exem­plar und benüt­ze ihn als wich­ti­ge Quel­le für kirch­li­che Leh­rent­schei­dun­gen. Aber auch dann, wenn ich etwas Unter­halt­sa­mes lesen will, neh­me ich den Den­zin­ger ger­ne zur Hand. Es gibt so vie­le unsin­ni­ge kirch­li­che Ent­schei­dun­gen, dass sie des­we­gen sehr unter­halt­sam sind, weil man sie nicht ernst­neh­men kann. Wür­de man sie ernst­neh­men, müss­te man an der Kir­che ver­zwei­feln.
    Nur ein Bei­spiel: Den­zin­ger 3512 bis 3514, Pius X., Bibel­kom­mis­si­on, 30. Juni 1909: Kann … gelehrt wer­den, dass die … (ersten drei) Kapi­tel der Gene­sis kei­ne Erzäh­lun­gen wirk­lich gesche­he­ner Din­ge ent­hal­ten, die näm­lich der objek­ti­ven Rea­li­tät und histo­ri­schen Wahr­heit ent­spre­chen; son­dern … ? Ant­wort: Nein.
    Jeder, der sei­nen Ver­stand auch nur halbs­wegs bei­sam­men hat, kann dar­über nur lachen. Des­halb emp­feh­le ich dem geneig­ten Leser den Den­zin­ger als her­vor­ra­gen­de Unter­hal­tungs­li­te­ra­tur.

    • War­um zum lachen? Die Schöp­fung ist ein Fak­tum und zu leug­nen, dass die drei ersten Kapi­tel in Gene­sis Erzäh­lun­gen wirk­lich gesche­he­ner Ereig­nis­se ent­hal­ten (dazu gehört nun­mal die Schöp­fung aus dem nichts, allein durch das Wort Got­tes — wie geschil­dert) ist ganz ein­fach falsch.
      Natür­lich han­delt es sich hier nicht um natur­wis­sen­schaft­li­che Repor­te, und die Inhal­te müs­sen der jewei­li­gen Gat­tung ent­spre­chend gele­sen wer­den, am besten noch mit dem Hin­ter­grund­wis­sen, dass die Schöp­fungs­ge­schich­te eine Art pole­mi­sche Ant­wort an ande­re „Schöpfung„sepen (wie dem Gil­ga­me­schepos) dar­stellt.
      Wäh­rend für die heid­ni­schen Völ­ker Gestir­ne und Natur­ge­wal­ten selbst schon Göt­ter sind, wer­den sie in Gene­sis nur durch Sein Wort geschaf­fen.
      Gott befiehlt es sei- und es ist.
      Die Schöp­fung ist also kei­ne Emana­ti­on bun­ter Göt­ter, wel­che selbst den Gesetz­mä­ßig­kei­ten der ewi­gen Welt unter­wor­fen sind und eine Art Urma­te­rie benö­ti­gen, um Welt schaf­fen zu kön­nen.
      Dass Gott schafft, dass die Schöp­fung einen Anfang hat und dem Wil­len Got­tes unter­wor­fen ist und dass Gott außer sei­nem Wort nichts wei­ter braucht, um aus dem Nichts zu schaf­fen, sind essen­ti­el­le Glau­bens­wahr­hei­ten, von denen uns in Gene­sis berich­tet wird. Das zu leug­nen ist objek­tiv falsch.

      Klei­ne zusätz­li­che Anmer­kung: Wer nicht alles schon beim Urknall dabei war, um es „bes­ser“ zu wis­sen als der Schöp­fungs­be­richt…

      Unse­re Anfän­ge blei­ben uns im Dun­keln. Viel­leicht hat ein inspi­rier­ter Ver­fas­ser sogar auch „natur­wis­sen­schaft­lich gese­hen“ ins Schwar­ze getrof­fen (Da wer­den wir viel­leicht wirk­lich zu lachen haben, wenn wir vor dem Schöp­fer tre­ten).
      Immer­hin: Trotz (immer frag­li­cher) Evo­lu­ti­ons­theo­rie, muss die Mensch­heit auf „Stamm­eltern“ zurück­ge­hen (oder sollen‑, um der ET zu fol­gen, ‑zufäl­lig die­sel­ben Muta­tio­nen an meh­re­ren Tie­ren gleich­zei­tig pas­siert sein?). Wer weiß, viel­leicht steckt in der Bibel in vie­ler­lei Hin­sicht mehr pro­phe­ti­sche Ahnung über unse­re Anfän­ge als ange­nom­men…

      • Und was war v o r dem Urknall? Die Urknall-Theo­rie ist nur eine von vie­len anderen.Man muss Gott viel grö­sser den­ken. Das Uni­ver­sum in sei­ner unge­heu­re Grö­sse zahlt über 200 Mil­li­ar­den Gala­xien und es wer­den immer mehr entdeckt,ahrscheinlich über 500 Mil­li­ar­den Glaaxien.Die Bibel hat uns nicht alles gesagt.Die Schöp­fung ist viel uner­mess­li­cher und Gott ist es ebenso.Unzählige Pla­ne­ten sind auch bewohnt mit Lebewesen,ect,ect.Warum soll sich Gott sich nur mit so klei­nen Würst­chen abgeben,die wir ja alle sind?

      • sMar­len­sche, Sie haben völ­lig recht. …die Inhal­te müs­sen der jewei­li­gen Gat­tung ent­spre­chend gele­sen wer­den… Genau das ist es aber, woge­gen im Jahr 1910 Pius X mit sei­ner mas­si­ven Able­hung der histo­risch-kri­ti­schen Metho­de gekämpft hat. Mit die­sen vom Papst gebil­lig­ten Fest­stel­lun­gen der Bibel­kom­mis­si­on hat man ver­sucht, jede nicht wort­wört­li­che Aus­le­gung der Schöp­fungs­be­rich­te als häre­tisch zu brand­mar­ken! Der Kampf gegen den Anti­mo­der­nis­mus hat bis zum 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil gedau­ert, bei dem dann durch „Dei ver­bum“ end­lich die Ver­nunft Ein­kehr gehal­ten hat und seit­her die histo­risch-kri­ti­sche Metho­de als selbst­ver­ständ­lich gilt. Es ist für mich fast unglaub­lich, dass man solan­ge gebraucht hat, um die Wahr­heit zu erken­nen. Die Wahr­heit ist ein­fach, dass es das Para­dies histo­risch gese­hen nie gege­ben hat. Eben­so nicht die Schöp­fung in 7 Tagen und so wei­ter. Übri­gens — ich ver­ste­he Ihre Argu­men­ta­ti­on für die Schöp­fung nicht. Die histo­risch-kri­ti­sche Metho­de leug­net ja nicht die Schöp­fung an sich. Gott ist die Letz­t­ur­sa­che allen Seins, das ist doch völ­lig unbe­strit­ten!

        An Leo­ne: „Und was war v o r dem Urknall?“ ist eine in sich völ­lig unsin­ni­ge Fra­ge. Jeder, der ein biss­chen Phy­sik gelernt hat, weiß, dass die Zeit mit dem Urknall ent­stan­den ist. „Vor“ ist ein Begriff der Zeit. Die­ser Begriff ist nur im Zeit­ab­lauf „nach“ dem Urknall mit Sinn befüllt. Und es ist ja nicht nur eine Fra­ge, wie groß unser Uni­ver­sum ist. Die viel grö­ße­re Fra­ge ist die Fra­ge des Mul­tiiver­sums, aus dem wahr­schein­lich unser Uni­ver­sum aus dem „Nichts“ (Quan­ten­va­ku­um) auf natur­ge­setz­li­che Wei­se ent­stan­den ist und in wahr­schein­lich 10 hoch 35 Jah­ren (hängt mit einer Halb­werts­zeit der Quarks zusam­men) wie­der ins Nichts ver­sin­ken wird. Also — Gott ist noch viel, viel grö­ßer und uner­mess­li­cher als es unse­re Vor­stel­lungs­kraft dar­stel­len kann. Letzt­lich ist jedes Got­tes­bild anthro­po­morph (kann es ja gar nicht anders sein) und geht an der Rea­li­tät vor­bei. Jesus ist das ein­zi­ge, wo wir uns fest­hal­ten kön­nen. Und auch er, weil er ja auch vol­ler Mensch war, spricht in Gleich­nis­sen, weil mit mensch­li­chen Mit­teln Gott in Wahr­heit nicht denk­bar ist.

  7. Das Lachen dar­über bleibt einem heu­te eher im Hal­se stecken. Ist doch die „objek­ti­ve Rea­li­tät und histo­ri­sche Wahr­heit“ nahe­zu der gesam­ten Bibel inzwi­schen „in Fra­ge“ gestellt. (von ent­spre­chen­den „Fra­ge­stel­lern“ auf den Lehr­stüh­len, allein der Ant­wor­ten auf die auf­kom­men­den Fra­gen sind dünnflüssig)Insofern wird nur klar, wie früh das Lehr­amt schon erkann­te, wohin die Ten­den­zen füh­ren werden.…nämlich zur Beschleu­ni­gung auf der schi­efe­ne Ebe­ne direkt in den tota­len Glau­bens­ver­lust hin­ein.

  8. Dan­ke Katho­li­sches für die­sen inter­es­san­ten Arti­kel. Man ver­gisst ja heut­zu­ta­ge auf­grund der Infor­ma­ti­ons­flut in den Nach­rich­ten so Man­ches, vor allem Ange­le­gen­hei­ten Papst Fran­zis­kus betref­fend schei­nen ger­ne ver­ges­sen zu wer­den. Ich bin ein Freund sol­cher Doku­men­ta­tio­nen bzw Zusam­men­stel­lun­gen, da man damit den Über­blick behält und für sich selbst bes­ser urtei­len kann.

  9. Jetzt soll­tet ihr euch mal das Auf­nah­me­ri­tu­al des Jesui­ten­or­den anse­hen…! Das ist unglaub­lich! Dann soll­tet ihr mal den Grün­der des Ordens (Loyo­la) unter die Lupe neh­men…! Spa­ni­scher Jude(kath. kon­ver­tit) kommt aus einer Sol­da­ten­fa­mi­lie , sel­ber war er auch Sol­dat (Oberst)! Der Jesui­ten­or­den ist der Geheim­dienst des Vati­kan, arbei­tet eng mit dem Mos­sad zusam­men! Ex US-Prä­si­dent R.Reagen hat mal gesagt, dass das der beste (infor­mier­te) Geheim­dienst ist der Welt (mit dem Mos­sad zusam­men) und das schon seit sehr lan­ger Zeit! Übri­gens, Adam Weißhaupt(bay. jude /kath. kon­ver­tit) war auch Jesu­it und den kennt man ja.…! Also passt alles gut zusam­men!

  10. ach hab ich fast ver­ges­sen Jozef Retin­ger war auch Jesu­it…! könnt ja mal über ihn recher­chie­ren…!

  11. @der Agent
    Und wozu sol­len Ihre bei­den Sinn­los-Mel­dun­gen gut sein? Stecken Sie Ihren Kopf unter kal­tes Was­ser. Sie wer­den sehen, das tut dem Ver­stand gut.
    Igna­ti­us von Loyo­la war kein Kon­ver­tit und Adam Weis­haupt war kein Jesu­it, eben­so­we­nig Josef Retin­ger.
    Die Behaup­tung Loyo­la stam­me aus einer jüdi­schen Fami­lie, ent­stand, als der Anti­se­mi­tis­mus poli­tisch eine Rol­le zu spie­len begann: die Vor­stel­lung von einem jüdi­schen Jesui­ten war das Non­plus­ul­tra einer anti-katho­li­schen und anti-semi­ti­schen Pro­pa­gan­da.
    Adam Weis­haupt besuch­te ein von Jesui­ten geführ­tes Gym­na­si­um, das er im Alter von 15 Jah­ren ohne Abschluss ver­liess. Das ist alles. Er war zeit­le­bens ein Feind der Jesui­ten.
    Josef Retin­ger mag viel­leicht (!), wie fast alle katho­li­schen Jun­gen, ein­mal gesagt haben „Wenn groß bin, wer­de ich Prie­ster“. Er hat aber nichts der­glei­chen unter­nom­men. Gleich nach der öster­rei­chi­schen Matu­ra imma­tri­ku­lier­te er im Herbst 1906, im Alter von 18 Jah­ren, an der Sor­bon­ne in Paris. Er gehör­te nie dem Jesui­ten­or­den an, trat nie in ein Prie­ster­se­mi­nar ein, stu­dier­te nie Theo­lo­gie. Ganz im Gegen­teil trat er in den Dienst der frei­mau­re­ri­schen mexi­ka­ni­schen Regie­rung, die damals blu­tig den Cri­ste­ro-Auf­stand nie­der­schlug.
    Zün­den Sie sich im Gar­ten ein Lager­feu­er an, set­zen Sie sich ein Nar­ren­kap­pe auf und sprin­gen Sie ums Feu­er. Heu­te ist Kar­ne­val, mor­gen wird es ernst…

  12. ja sel­bi­ger!
    Also Kar­ne­val über­las­se „Katho­li­ken“ wie Ihnen! Ich habe nichts damit zu tun!
    Weil Weiß­haupt nicht einer jüdi­schen Fami­lie ent­stammt, des­halb haben sei­ne Eltern auch den Name Adam für ihn aus­ge­sucht…! Natür­lich hass­te er die Jesui­ten, sie haben recht er war nicht in dem Orden(nur im Jesui­ten Gym­na­si­um)! Er hat das Hand­werk so zu sagen für die Grün­dung sei­nes Ordens bei ihnen gelernt und sie waren/sind eine Kon­kur­renz-Orga­ni­sa­ti­on so zu sagen(desahlb der Hass). Er nahm sich den Jesui­ten Orden als Vor­bild so zu sagen! Retin­ger war in Mexi­co Bera­ter von einem mex. Gewerk­schaf­ter glaub ich und der der mex. Prä­si­dent hieß damals Cal­les so viel ich weiß. Er war an der Sor­bon­ne ja und was das für eine Uni ist wis­sen sie ja dann(wie vie­le Hoch­schu­len halt Erzkatholisch)und stu­dier­te Lite­ra­tur so viel ich weiß,einer der Grün­der Lud­wig der Hei­li­ge war im Kampf gegen die Templer(auch ein Kon­kur­renz Orden) dabei! Retin­ger einer der Mit­grün­der der Bil­der­ber­ger nahm sich auch den Jesui­ten Orden zum Vor­bild bei der Grün­dung der Bil­der­ber­ger und was das für eine Orga­ni­sa­ti­on ist wis­sen sie ja!
    Inter­es­san­ter fin­de ich, dass sie nicht dar­auf ein­ge­hen, dass die Jesui­ten der Geheim­dienst des Vati­kan ist oder was Rea­gen gesagt hat(und er hat es gesagt),
    oder das Auf­nah­me­ri­tu­al!? Tat­sa­che ist, dass mit dem aktu­el­len Papst die Jesui­ten jetzt ganz offi­zi­ell die Macht haben nicht mehr die Macht über den schwar­zen Papst aus­üben müs­sen und ich glau­be er nennt sich Fran­zis­kus nur um die Leu­te in die irre zu füh­ren!
    Retin­ger war auch dabei bei der Grün­dung der EU (über die Bil­der­ber­ger) und die EU ist…! Die Jesui­ten und Temp­ler (und andere)sind so zu sagen mit die Blau­pau­se für Geheim­dien­ste od. Geheim­ge­sell­schaf­ten. Dann noch das kath. Sozialgesetz/Lehre „Rer­um Novar­um“ auch im wesentl. erfun­den so zu sagen von den Jesui­ten und für mich ist die­se Leh­re Sozia­lis­mus! usw usw aber das wis­sen sie ja alles (bes­ser)…

    • In vie­lem gebe ich Ihne recht, bes. was die Jesui­ten bet­rigfft, kann ich Ihnen die Zustim­mung nicht ver­sa­gen. Man weiß zu sehr, wel­chen Gebrauch ihre­rer Macht sie macht, wel­che Plä­ne aus­ge­führt und wel­che Fes­seln sie den Natio­nen auf­er­legt haben! Joseph II. (er war kein Frei­mau­rer, er ver­spot­te­te sie und hat sie schließ­lich unter­drückt. Sein in kon­ser­va­ti­ven Kir­chen­krei­sen schlech­ter Ruf, ent­springt der jesui­ti­schen Pro­pa­gan­da, wel­che ihn und sein Werk mit aller Macht in Ver­ruf zu brin­gen ver­such­ten. Pius VI. hat nach sei­nem Besuch in Wien sich sehr erstaunt gezeigt, daß der Kai­ser dem kol­or­tier­ten Kli­schees sei­ner jesui­ti­schen Ein­flü­ste­rer gar nicht ent­sprach) hat in einem Brief and den spa­ni­schen Bot­schaf­ter in Ver­sailles, dem Gra­fen Aran­da fol­gen­des mit­ge­teilt: „Wenn ich zu irgend­ei­nem Has­se fähig, so müß­te ich die­se Jesui­ten has­sen“.
      Ein mir befreun­de­ter Prie­ster aus der rus­si­schen ortho­do­xen Kir­che, wel­cher in Ser­gi­jew Pos­sad Jah­re lang unter­rich­tet hat, hat mir letz­tes Jahr Neuaf­la­gen sehr schwer zugäng­li­cher von Schrif­ten Ser­gei Alex­an­dro­witsch Nilus geschenkt. Ser­gei Nilus zeigt in ihnen auf, wie die Jesui­ten, wel­che Katha­ri­na II., nach dem cle­men­ti­ni­schen Ver­bot in ihrem Reich fata­ler­wei­se auf­nahm, in Ruß­land die Keim­zel­le des Auf­ruhrs, der Revo­lu­ti­on und des Auf­be­geh­rens gegen die Ord­nung des zari­schen Staa­tes bil­de­ten. Über den Umsturz von 1917 haben sie ihre Revo­lu­ti­on über die Welt ein­ge­lei­tet. Doch haben sie dann nicht mit Sta­lin gerech­net.

      • @Ratkaj
        Sie soll­ten @der agent aber nicht den Kopf noch mehr ver­dre­hen, son­dern ihn zur Unter­schei­dung der Gei­ster anhal­ten. Man muss zunächst erklär­te Kir­chen­ver­tre­ter und erklär­te Kir­chen­fein­de unter­schei­den. Dann kann man in einem zwei­ten Moment prü­fen, ob es Kir­chen­ver­tre­ter gab, die sich ver­deckt eigent­lich wie Kir­chen­fein­de auf­führ­ten. Dann muss man nach den Grün­den fra­gen, war­um die­se so ver­kehrt gehan­delt haben. Glaub­ten sie auf­grund einer feh­le­ge­lei­te­ten Mei­nung im guten Glau­ben zu han­deln, waren sie miß­braucht wor­den oder han­del­te sie so, weil sie ins­ge­heim zum Feind über­ge­lau­fen waren.
        @der agent nimmt ein­fach alle greif­ba­ren Schlag­wor­te (Jesui­ten, Temp­ler, Frei­mau­rer, Bil­der­ber­ger usw.) und mischt alles wirr durch­ein­an­der. Das hilft nie­man­dem, schon gar nicht der Wahr­heit.
        Jesui­ten haben, das ist ein Wesen­merk­mal des Ordens eine Mischung aus dem alles über­ra­gen­den geist­li­chen Auf­trag, unter­halb dem dann Kir­chen­po­li­tik und Staats­rä­son eine star­ke und nicht immer glück­li­che Rol­le spie­len. Das ist im Ein­zel­fall kon­kret zu unter­su­chen und Gutes und Schlech­tes zu benen­nen, ohne ein unge­rech­tes Pau­schal­ur­teil zu fäl­len, denn:
        Jesui­ten haben viel gross­ar­ti­ges gelei­stet, und das ist anzu­er­ken­nen.
        Blai­se Pas­cal etwa lie­fer­te schon vor 350 Jah­ren eine heu­te lustig zu lesen­de, doch unfrucht­ba­re Pole­mik gegen den Jesui­ten­or­den, der seit sei­ner Grün­dung von den Pro­te­stan­ten und wech­sel­wei­se von Staats­füh­rern und mehr noch von deren auf­stre­ben­den Höf­lin­gen ange­fein­det wur­de. Die jan­se­ni­sti­sche Pro­pa­gan­da hat dem Katho­li­zis­mus in Frank­reich wohl weit mehr gescha­det als es jesui­ti­sche Kasus-Spitz­fin­dig­kei­ten getan haben.
        Das Ver­bot des Jesui­ten­or­dens von 1773 ist kein Ruh­mes­blatt des dama­li­gen Pap­stes und erst recht nicht der Bour­bo­nen-Herr­scher, die bein­hart ihre dama­li­ge Macht­fül­le miss­brauch­ten. Die Behaup­tung, der „wah­re“ Grund sei­en zwei­fel­haf­te Inkul­tu­ra­ti­ons­ver­su­che in Indi­en und Chi­na gewe­sen, klingt sehr nach nach­träg­li­cher Recht­fer­ti­gung.
        Tat­sa­che ist, dass durch das Ver­bot nicht nur das „Jesui­ti­sche Expe­ri­ment“ der Reduk­tio­nen in Latein­ame­ri­ka zunich­te­ge­macht wur­de, deren Rui­nen man heu­te noch bestau­nen kann, son­dern vor allem der drit­te Chri­stia­ni­sie­rungs­ver­such Chi­nas zer­schla­gen wur­de. Inzwi­schen sind wir beim fünf­ten Ver­such ange­kom­men, wenn wir die heu­ti­ge Zeit so sehen wol­len. Gelun­gen ist die Chri­stia­ni­sie­rung noch immer nicht.
        Joseph II. beschö­ni­gen bringt nichts: Er war ein abso­lu­ti­sti­scher Mon­arch, etwas, was die Geschich­te bis dahin nicht gekannt hat­te und mei­len­weit von den christ­li­chen Kai­sern des Mit­tel­al­ters ent­fernt war. Die Mas­sen­klö­ster­auf­he­bung in den öster­rei­chi­schen Län­dern, die Zahl ist schwin­del­erre­gend, war Unrecht. Sie stand dem Kai­ser nicht zu. Er raub­te den Klo­ster­be­sitz und setz­te ihn nach sei­nem Wil­len ein. Der Besitz war aber Stif­tungs­gut. Hier wur­de tau­send­bach Recht gebro­chen. Das war übel­stes Raub­rit­ter­tum. Der Umstand, dass die­ser Raub der Kir­che viel­leicht sogar gut getan hat, kann zur Recht­fer­ti­gung nicht her­an­ge­zo­gen wer­den. Vor allem wur­de das Ordens­we­sen weit­ge­hend eli­mi­niert. Für einen Staat, der die Kir­che nur als reli­giö­sen Dienst­lei­ster im Auf­trag des Staa­tes betrach­te­te, waren Orden natür­lich lästi­ger Bal­last.
        Die Jesui­ten hat­ten es in Russ­land immer schwer, dem Wesen ihres Ordens nach, dräng­te es sie auch nach Russ­land. Doch es waren immer nur weni­ge Jah­re, bis sie aus­ge­wie­sen wur­den, weil die rus­si­sche Kir­che und die Staats­rä­son die Anwe­sen­heit eines katho­li­schen Ordens nicht dul­de­te. Katha­ri­na liess die Jesui­ten nur ins Land, weil sie die hoch­an­ge­se­he­ne Qua­li­tät der Jesui­ten­schu­len für ihr Reich nüt­zen woll­te. Das Ver­bot durch Rom lie­fer­te ihre die Recht­fer­ti­gung. Kaum hat­te Rom aber das Ver­bot 1820 zurück­ge­nom­men, wur­den die Jesui­ten sofort wie­der aus Russ­land aus­ge­wie­sen. Das Ver­bot galt bis zum Ende der Zaren­herr­schaft. Das bedeu­tet aber, dass die Jesui­ten weder vor 1917 in Russ­land wir­ken und erst recht nicht den Boden für die Revo­lu­tio­nen von 1917, gar die Okto­ber­re­vo­lu­ti­on berei­ten konn­ten.
        Tat­sa­che ist, dass nach der Okto­ber­re­vo­lu­ti­on eini­ge rus­si­sche Emi­gran­ten im Westen kon­ver­tier­ten und in den Jesui­ten­or­den ein­tra­ten. Die­se dräng­ten natür­lich auf die Rück­ge­win­nung Russ­lands vom Bosche­wis­mus, dann aber nicht mehr für die ortho­do­xe, son­dern gleich für die katho­li­sche Kir­che. Die­se rus­si­schen Jesui­ten, aber ins­ge­samt der Jesui­ten­or­den, hiel­ten das rus­si­sche Staats­kir­chen­tum für ein Übel, wes­halb sie es nicht nur für rich­tig hiel­ten, son­dern auch tat­säch­lich hoff­ten, daß mit dem Endes des Kom­mu­nis­mus Rom das Erbe Mos­kaus antre­ten wür­de. In die­sem Licht wur­de von Pius XI. 1929 das päpst­li­che Col­le­gi­um Rus­si­cum in Rom gegrün­det. Die­se Hoff­nung leb­te jeden­falls bis Sta­lins Ter­ror­wel­len in den 30er Jah­ren.
        Man soll­te den Jesui­ten also nicht mit Schau­er­mär­chen, wie sie Pro­te­stan­ten, Frei­mau­rer, Libe­ra­le und wahl­wei­se Sozia­li­sten, Kom­mu­ni­sten und Natio­nal­so­zia­li­sten erfan­den, Unrecht tun. Es ist schon schlimm genug, dass der Orden seit dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil eine schwe­re Kri­se erlebt und zum Teil sei­ne Korr­di­na­ten ver­lo­ren hat.

      • „Sie soll­ten @der agent aber nicht den Kopf noch mehr ver­dre­hen, son­dern ihn zur Unter­schei­dung der Gei­ster anhal­ten.“
        Ich ver­bit­te mir Ihre alt­klu­gen-alt­klu­gen Rat­schlä­ge.
        Zum übri­gen. Das ist eine duurch und durch jesui­ti­sche Les­art der Ereig­nis­se und Bege­ben­hei­ten, wel­che sie hier refie­ren und wel­che frei­lich mit dem durch die Umwäl­zun­gen der Revo­lu­tio­nen sieg­rei­chen Ultra­mon­ta­nis­mus im 19Jh. bin­nen­kirch­lich Mono­pol­stel­lung seit­her genießt und von der Jesui­ti­en und ihren Adep­ten kol­por­tiert wird.
        Das wur­de in den letz­ten Mona­ten hier sehr kon­tro­vers dis­ku­tiert. Ich möch­te mich nicht wie­der­ho­len.
        Nur als Ver­tre­ter des gal­li­ka­ni­schen und febro­nia­ni­schen Ekkle­sio­lo­gie­mo­deells und der alten Kir­chen­ver­fa­sun­gen, wie sie in der ortho­do­xen oiku­me­ne in Kon­ti­nui­tät fort­lebt sehe ich den Sach­ver­halt dia­me­tral anders als Sie.

      • @Ratkaj
        War­um so abwei­send? Wei­sen Sie mir nach, dass ich Unrech­tes gesagt habe. Das Unsinns-Sam­mel­su­ri­um von @agent ist offen­sicht­lich. Ich habe sach­lich geant­wor­tet. Wenn ich Fal­sches geschrie­ben habe, dann wei­sen Sie es nach und ich will mei­ne Mei­nung ger­ne ändern.
        Ich bin kein Jesu­it und habe nichts mit einer „jesui­ti­schen Les­art“ zu tun„ ste­he viel­mehr dem Orden auf­grund sei­ner der­zei­ti­gen Aus­rich­tung kri­tisch gegen­über.
        Ich ken­ne aber anti-jesui­ti­sche Hetz­li­te­ra­tur, die so erbärm­lich ist, dass sie den Autoren auf den Kopf fällt.
        Wenn jemand über die Geschich­te der Jesui­ten spricht, muss er sich fra­gen: Ist mei­ne Sicht frei von anti­ka­tho­li­scher Anti-Jesui­ten­het­ze? Anders gesagt: Ist mein Urteil tat­sa­chen- und wahr­heits­be­zo­gen?
        Ich habe geschrie­ben: Nega­ti­ves muss genau benannt, aber auch Posi­ti­ves aner­kannt wer­den. Nega­ti­ves durch Jesui­ten haben wir der­zeit lei­der viel im Ram­pen­licht.
        Das berech­tigt aber nicht, den gan­zen Orden in sei­ner gan­zen Geschich­te zu ver­ur­tei­len. War­um auch?
        Ich neh­me zur Kennt­nis, dass Sie „den Sach­ver­halt dia­me­tral anders“ sehen als ich, wenn ich damit auch lei­der nicht weiss, wie Sie ihn genau sehen.
        Gott befoh­len.

  13. ach sel­bi­ger!
    ich ver­gaß… den auf­trag einen orden zu grün­den erhielt weiß­haupt von einer jüd. fami­lie in frankfurt/main!
    loyo­la stammt aus einer bas­ki­schen adelsfamilie/soldatenfamilie aber sei­ne mut­ter, die kurz nach sei­ner geburt starb so viel ich weiß, stamm­te aus einer jüd./bask. fami­lie, je nach quel­le…

  14. oh sel­bi­ger, weil sie sich so gut aus­ken­nen, dann kön­nen sie mir ja auch erklä­ren was es mit dem “ the secret trea­ty of vero­na (1822) auf sich hat…?

    • @der Agent
      Wis­sen Sie, so funk­tio­niert das nicht: wenn Sie eine Behaup­tung in die Welt set­zen, dann haben Sie den Nach­weis dafür zu erbrin­gen und nicht ande­re.
      Ich habe wider­legt, was auf Anhieb zu wider­le­gen war, nicht weil ich per­sön­lich etwas gegen Sie habe, ganz bestimmt nicht, son­dern um Ihnen vor Augen zu füh­ren, dass in man­chen Büchern Unsinn steht und die­ser Unsinn nicht wei­ter­ver­brei­tet wer­den soll­te. Damit ist nie­mand gehol­fen, schon gar nicht der Katho­li­schen Kir­che.
      Eine ernst­ge­mein­te Emp­feh­lung: Wenn Sie irgend­wo etwas lesen, dann müs­sen Sie an erster Stel­le die Quel­le prü­fen. Ist sie seri­ös, fun­diert, belegt sie die Behaup­tun­gen oder ist es ein Revol­ver­buch, von denen es vie­le gibt.
      Zum Namen Adam: Der Name des ersten Men­schen (Mensch) wur­de in der Kir­che immer als Tauf­na­men ver­wen­det. Den­ken sie an den bekann­ten deut­schen Chro­ni­sten Adam von Bre­men 1040–1085. Der Pro­te­stan­tis­mus in sei­ner Ableh­nung der Hei­li­gen­na­men griff dann ver­stärkt auf alt­te­sta­ment­li­che Namen zurück. Wenn Sie einen belie­bi­gen Stamm­baum, auch katho­li­scher Fami­li­en lesen, wer­den Sie im 16. Jh. und frü­hen 17. Jh. erstaun­li­che Namen fin­den. Die kath. Kir­che beton­te in einer Gegen­be­we­gung die NT-Hei­li­gen­na­men, über­nahm oder behielt aber bestimm­te AT-Namen bei, dazu gehört auch Adam. Vor­na­men waren zudem immer schon Moden unter­wor­fen, das gilt auch für das 18. Jahr­hun­dert. Adam war bei­spiels­wei­se auch der zwei­te Vor­na­me von Adam Weis­haupts Stief­va­ter, ein katho­li­scher Rechts­ge­lehr­ter, der jedoch in erster Linie Auf­klä­rer war und den Ein­fluss des Jesui­ten­or­dens auf das Ingol­städ­ter Bil­dungs­we­sen, beson­ders die Uni­ver­si­tät, bekämpf­te. Auf­klä­rung und Jesui­ten haben sich eben nicht ver­tra­gen.
      Weil jemand sich den Jesui­ten­or­den zum Vor­bild für kir­chen­frem­de Orga­ni­sa­tio­nen nahm, kann man das weder der Kir­che noch den Jesui­ten anla­sten. Es besagt zunächst nur, dass die Jesui­ten von ihren Geg­nern gefürch­tet waren und respekt­ein­flö­ssend. Man ori­en­tiert sich im direk­ten Duell gern am Geg­ner, den man bekämp­fen will. Man den­ke an Hit­ler und des Aus­wahl von Sym­bo­len und Ver­hal­tens­wei­sen, für die er vor allem auf den von ihm gefürch­te­ten und gehass­ten Bol­sche­wis­mus schau­te etc. Grund­sätz­lich bezweif­le ich aber, dass Kir­chen­fein­de sich den Jesui­ten­or­den als „Vor­bild“ für ihre Orga­ni­sa­ti­on genom­men haben. Was hät­ten sie denn da über­nom­men? 10–11 Jah­re und mehr bis zur ewi­gen Pro­feß? Das taugt nicht für Orga­ni­sa­tio­nen, die zur Ein­fluss­ver­meh­rung mög­lichst vie­le, wich­ti­ge Mit­glie­der gewin­nen wol­len. Mir fehlt, ehr­lich gesagt, die Phan­ta­sie was ein kir­chen­feind­li­cher Bund von den Jesui­ten über­neh­men soll­te!?
      Zu Weis­haupt per­sön­lich: Was also soll ein 14-Jäh­ri­ger Schü­ler von sei­nen Leh­rern gross für ein „Hand­werk“ zur Grün­dung einer Geheim­ge­sell­schaft gelernt haben? Haben Sie ein Gym­na­si­um besucht? Wenn ja, den­ken sie ein­fach an Ihren Schul­all­tag und Ihre Leh­rer zurück als sie 14 oder 15 Jah­re alt waren. Also bit­te… Auch spä­ter hat er die Jesui­ten in Ingol­stadt natür­lich gese­hen und gehasst, aber was soll da ein Aussen­ste­hen­der von sei­nen Fein­den wohl ler­nen?!
      Abge­se­hen davon bleibt grund­sätz­lich die Fra­ge, ob Weis­haupt so wich­tig war, wie er sich selbst ger­ne gese­hen hat. Sie haben viel­leicht schon von „Graf Caglio­stro“ gehört. Eine schil­lern­de Figur, die von der Eitel­keit und Dumm­heit sei­ner Zeit­ge­nos­sen leb­te, denen er vor­gau­kel­te „gehei­mes Wis­sen“ zu ken­nen, sich gut für die Wei­ter­ga­be bezah­len liess und sucht dann natür­lich immer schnell das Wei­te. Den Frei­mau­rern, wie Weis­haupt, ging (und geht) es um Macht und Ein­fluss und vor allem um die Zurück­drän­gung des Ein­flus­ses der Kir­che. Auf der Ebe­ne ist das zu sehen. Die Klin­gen Weis­haupts haben sich aber nicht mit den Jesui­ten gekreuzt, weil der Jesui­ten­or­den zu sei­ner Zeit ver­bo­ten war. Das hat­te nichts mit Weis­haupt zu tun, son­dern mit den vie­len Geg­nern des Ordens. Als sich schließ­lich die Bour­bo­nen-Herr­scher von ihnen in ihrer Über­see­po­li­tik gestört fühl­ten, setz­ten sie beim Papst das Ordens­ver­bot durch (das nennt sich Real­po­li­tik). Das steht aber auf einem ande­ren Blatt geschrie­ben.
      Von wel­chem „Auf­nah­me­ri­tu­al“ bei den Jesui­ten reden Sie. Da gibt es wenig Spek­ta­ku­lä­res, ausser, dass bei den Jesui­ten die Auf­nah­me am läng­sten dau­ert im Ver­gleich zu ande­ren kath. Orden. Schliess­lich ist jeder Jesu­it fak­tisch ein Ein­zel­kämp­fer, das und die aka­de­mi­sche Aus­bil­dung mach­ten ihn sei­nen Geg­nern so gefürch­tet. Der Kle­rus all­ge­mein war bis in die Mit­te des 19. Jahr­hun­derts nicht so gut aus­ge­bil­det, denen glaub­ten es die libe­ra­len und sozia­li­sti­schen Kir­chen­fein­de leicht zu sein, vor den Jesui­ten hin­ge­gen fürch­te­ten sie sich.
      Was soll mit dem „the secret trea­ty of vero­na (1822)“ sein? Auf Anhieb wür­de ich sagen: gar nichts, weil man in Vero­na 1822 (wie noch heu­te) Ita­lie­nisch gespro­chen hat. Obwohl das Gebiet damals öster­rei­chisch war, sprach auch die Staats­ver­wal­tung dort Ita­lie­nisch.
      Wo immer Sie etwas von jüdi­schen Vor­fah­ren (ob väter­li­cher oder müt­ter­li­cher­seits) von Igna­ti­us de Loyo­la gele­sen haben, wer­fen Sie das Buch weg, es ist offen­sicht­lich eine ver­dor­be­ne Quel­le. Loyo­las Mut­ter stamm­te aus dem Haus de Bal­da, das ist das, was man bei uns Uradel nennt, wenn Sie wis­sen, was das ist. Die Linie läßt sich bis ins frü­he Hoch­mit­tel­al­ter zurück­ver­fol­gen. Der Name des Ersten Señor de la Casa de Bal­da, lau­te­te noch Val­da. Bei­de For­men wei­sen auf einen ger­ma­ni­schen, wahr­schein­lich west­go­ti­schen Ursprung hin, wie das weit­ge­hend beim spa­ni­schen Adel jener Zeit der Fall war.
      Die Sor­bon­ne war im Mit­tel­al­ter von Fran­zis­ka­nern und Domi­ni­ka­nern geprägt. Die Jesui­ten wur­den dort seit deren Grün­dung, also schon im 16. Jahr­hun­dert abge­lehnt. Die Grün­de dafür haben mit der Refor­ma­ti­on und der Gegen­re­for­ma­ti­on zu tun. Jesui­tisch war die Sor­bon­ne nie. Abge­se­hen davon wur­de sie mit Aus­bruch der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on 1789 von den neu­en Macht­ha­bern auf­ge­ho­ben und erst 1896 (!) vom dama­li­gen fran­zö­si­schen Staats­prä­si­den­ten Fau­re als lai­zi­sti­sche, also rein staat­li­che Ein­rich­tung wie­der­ge­grün­det. Weder die Kir­che noch die Jesui­ten hat­ten damit noch etwas zu tun. Frank­reich steu­er­te auf die radi­ka­le Tren­nung von Staat und Kir­che zu, die noch heu­te gilt. Die Sor­bon­ne als „erz­ka­tho­lisch“ zu bezeich­nen ist ein­fach nur ein schlech­ter, kir­chen­feind­li­cher Witz. Sie­he Vor­schlag oben, schmei­ssen Sie das Buch weg, wo sie einen so ver­lo­ge­nen, fal­schen Müll gele­sen haben. Fau­re war übri­gens nach­weis­lich Frei­mau­rer (Groß­ori­ent von Frank­eich), bis er wegen der anti­se­mi­ti­schen Drey­fus-Affä­re aus­ge­schlos­sen wur­de.
      Ja was soll ich zu dem Rea­gen-Aus­spruch sagen? Was besagt er denn? Ist er ver­bürgt? Selbst wenn er ver­bürgt ist, das Wort „Geheim­dienst“ ist unsin­nig. Tat­sa­che ist, dass die katho­li­sche Kir­che die ein­zi­ge wirk­lich welt­um­span­nen­de Ein­rich­tung mit kapil­la­rem Netz ist. Die­ses Netzt funk­tio­niert zwar nicht als „Geheim­dienst“, aber die Kir­che kann, wenn sie will, Infor­ma­tio­nen aus allen Län­dern bezie­hen, weil sie mit aka­de­misch gebil­de­ten Leu­te vor Ort ver­tre­ten ist. Die Staa­ten kön­nen das nur durch einen Appa­rat namens Diplo­ma­ti­sches Corps und nur dort, wo sie Ver­tre­tun­gen haben. Die Kir­che ist da viel fle­xi­bler und nicht auf Beam­te ange­wie­sen. Das macht sie aber weder zu einem „Geheim­dienst“. Es ist ein­fach ein Fak­tum. Der Vati­kan hat auch sein Diplo­ma­ti­sches Corps. Der Papst kann aber auch etwa 4000 Diö­ze­san­bi­schö­fe mit einem Fra­ge­bo­gen anschrei­ben und er bekommt Infor­ma­tio­nen aus fünf Kon­ti­nen­ten, allen 194 Staa­ten der Welt und inner­halb der Staa­ten aus jeder Regi­on, also alle nur denk­ba­ren Rea­li­tä­ten die­ser Welt. Wel­cher Staats­füh­rer kann das? Die UNO ist ein Wai­sen­kna­be dage­gen. Aber das macht aus der Kir­che weder eine Geheim­ge­sell­schaft noch einen Geheim­dienst.
      Und die Temp­ler dür­fen natür­lich nir­gends feh­len. Das war ein tap­fe­rer katho­li­scher Rit­ter­or­den, mit Stär­ken und Schwä­chen so wie Johan­ni­ter und Deutsch­or­den u.a. auch. Er war aller­dings der größ­te und reich­ste Rit­ter­or­den und hat­te das Pech, dass der fran­zö­si­sche König damals lee­re Kas­sen hat­te. Er war daher begie­rig auf das Ordens­ver­mö­gen, das der Orden für wei­te­re Kreuz­zü­ge zur Befrei­ung des Hei­li­gen Lan­des ansam­mel­te. Damit wis­sen Sie schon alles, war­um der Orden Opfer eines vom König getürk­ten Pro­zes­ses wur­de. Die Staa­ten haben immer wie­der aus Geld­gier die Kir­che beraubt, und sie haben dafür immer „schö­ne“ Aus­re­den gefun­den. Zuletzt in Euro­pa die Kom­mu­ni­sten nach dem Zwei­ten Welt­krieg. Doch das war in fast allen Staa­ten so. In Deutsch­land gehö­ren in den katho­li­schen Gegen­den noch heu­te die alten Klö­ster und Kir­chen meist dem Staat. Die Orden dür­fen nur dar­in woh­nen, weil sich der Staat den Besitz, zur Zeit der Auf­klä­rung und der Napo­leo­ni­schen Zeit (da wären wir wie­der bei der Zeit Weis­haupts) unter den Nagel geris­sen hat;
      Also: tren­nen sie Bil­der­ber­ger und ande­re schwin­de­li­ge Orga­ni­sa­tio­nen von der katho­li­schen Kir­che und katho­li­schen Orden, weil das Eine mit dem Ande­ren nichts zu tun hat. Wenn es per­so­nel­le Quer­ver­bin­dun­gen gibt, dann sind die­se im Detail anzu­schau­en.
      Jörg Lanz von Lie­ben­fels bei­spiels­wei­se war Zister­zi­en­ser­mönch in Hei­li­gen­kreuz bei Wien. Doch irgend­wann begann er an einer Form von Gei­stes­krank­heit zu lei­den und phan­ta­sier­te von einer Schein­welt von Affen­men­schen und Außer­ir­di­schen und dem Haken­kreuz. Das Klo­ster ver­ließ er und grün­de­te in sei­nem Wahn eige­ne, welt­li­che Ger­ma­nen­or­den usw. Sie kön­ne sagen, er war ein­mal Katho­lik und sogar Mönch, aber die Kir­che und der Orden, den er ver­liess, hat­ten mit sei­nen spä­te­ren Spinn­ti­sie­rei­en nichts zu tun. Dafür ist nur er ver­ant­wort­lich. Und natür­lich hat er im Orden eine Aus­bil­dung erfah­ren, aber für etwas ande­res. Men­schen sind frei in ihren Ent­schei­dun­gen, daher auch frei, sich gegen die katho­li­sche Kir­che, gegen ihren Orden und sogar gegen Gott zu ent­schei­den.
      Damit, den­ke ich, habe ich Ihnen aus­rei­chend gesagt und möch­te Ihnen wirk­lich emp­feh­len, die Quel­len zu prü­fen, denn längst nicht jede taugt. Ach­ten Sie auf Serio­si­tät, sonst wer­den sie ver­führt und gehen irgend­wem, der sein ganz eige­nes Süpp­chen kocht, auf den Leim. Es gibt kir­chen­feind­li­che Geheim­ge­sell­schaf­ten, Zir­kel, Krei­se, kurz: Zusam­men­schlüs­se, die ihre Inter­es­sen ver­tre­ten. Um deren Ein­fluss­nah­me zu durch­schau­en braucht man einen kla­ren Kopf, und den bekommt man nicht, wenn man ein­fach alles durch­ein­an­der mischt.und unglaub­wür­dig wird. Damit hilft man nur den tat­säch­li­chen Geheim­bün­den. Mit denen hat die katho­li­sche Kir­che als Kir­che nichts zu tun.
      Ich wün­sche Ihnen alles Beste.

      • @ sel­bi­ger
        Da Sie offen­bar sehr beschla­gen sind, wür­de ich gern Ihre Anwe­sen­heit nut­zen, um von Ihnen zu erfah­ren, was Sie von dem soge­nann­ten Jesui­ten­eid hal­ten. Möch­ten Sie dazu etwas schrei­ben?

      • @Selbiger hat aus­führ­lich und kor­rekt geant­wor­tet.
        Daß „der Jesui­ten­or­den sei­ne Koor­di­na­te ver­lo­ren hat“: sehr wahr!
        Daß „(der Jesui­ten­or­den“ eine schwe­re Kri­se durch­macht“: das ist eben­falls wahr, aber sehr euphe­mi­stisch aus­ge­drückt: die­ser Orden ist objek­tiv gese­hen und in Bezug auf der jet­zi­ge Lage der Kir­che schrott­reif.

      • @Laemmlein
        Ich kom­me erst jetzt dazu, zu ant­wor­ten. Nun, was soll ich sagen. Es ist ein biss­chen wie mit den „Pro­to­kol­len der Wei­sen von Zion“ und dem Maya-Kalen­der (in der Metho­de, natür­lich nicht in der Sache).
        Fun­diert scheint mir die Arbeit von Sabi­na Pavo­ne, Assi­stenz­pro­fes­so­rin für Neue­re Geschich­te an der Uni­ver­si­tät Mace­ra­ta. Einer ihrer For­schungs­schwer­punk­te ist der Anti­je­sui­tis­mus. Dass der Auf­satz in einer Schrif­ten­rei­he des Jesui­ten­or­dens erschie­nen ist, tut sei­nem wis­sen­schaft­li­chen Anspruch kei­nen Abbruch:

        Sabi­na Pavo­ne: Bet­ween Histo­ry and Myth: The Moni­ta secre­ta Societa­tis Jesu, in The Jesuits II, Toron­to 2006, S. 50–65
        https://books.google.at/books?id=6OSux6Zfd74C&pg=PA61&dq=Michael+Ruckert&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjPnuKowfDKAhUBLhQKHQ_-DGkQ6AEISzAJ#v=onepage&q=Michael%20Ruckert&f=false

  15. @selbiger
    Also erstens gibt es mei­nes Erach­tens zwi­schen Geheim­dienst und Geheim­or­ga­ni­sa­ti­on oder Geheim­bund (what ever) kei­nen Unter­schied, die UNO ist für mich auch nur ein Zir­kel wie der CFR oder so! Es geht um das Gehei­me und das vor­ent­hal­ten von Infor­ma­tio­nen etc, das die Jesui­ten (und ande­re) Geheim­nis­se vor uns(Volk) haben, das ist wohl unbe­strit­ten, ich wür­de sogar soweit gehen und zwi­schen irgend­wel­chen Kir­chen-Orden oder Frei­mau­rern etc kei­nen gro­ßen Unter­schied machen! Unter ande­rem von die­sen Geheimbünden(etc) hat­te JFK in sei­ner berühm­ten Rede (1963 in NY) gespro­chen! Gibt es nun die Geheim­ver­trä­ge von Vero­na von 1822 oder nicht, dass Ihre Quel­len das viel­leicht bestrei­ten ist eh klar. Oder was ist nun mit der Geheim­leh­re „Moni­ta Secre­ta“ ? Oder gibt es alles nicht?
    Aber mal ehr­lich Sie nen­nen sich auf deutsch „Die Gesell­schaft Jesu“ oder nicht, und ob ihre Exer­zi­ti­en und Ritua­le so im Sin­ne Jesu sind, wage ich zu bezwei­feln im übri­gen die Geheim­hal­tung etc ist bestimmt auch nicht in seinem(Jesus) sin­ne oder was mei­nen sie? Sie kön­nen es mir glau­ben ich habe vie­les mit eige­nen Augen gese­hen, was unter ande­rem die­ser Orden(kath. Kir­che) in Latein­ame­ri­ka ange­rich­tet hat, ich bin viel gereist ob sie es glau­ben oder nicht, ich bin mehr­mals kreuz und quer von Tijuana(Mex) bis Pata­go­ni­en und von Chi­le über Ama­zo­ni­en bis in die Kari­bik, immer „low bud­get“ unter­wegs gewe­sen!
    Nun bin ich seit fast 20j mit eine Süd­ame­ri­ka­ne­rin mit Indi­ge­nen Wur­zeln ver­hei­ra­tet (immer noch die erste Ehe­frau, das wird auch so bleiben)!Wir haben län­ger in den USA gelebt und vor allem dort habe ich doch vie­les dar­über gele­sen etc des­halb die engl Ver­si­on so zu sagen von „The Secret Trea­ty of Vero­na“! Ich spre­che Spanisch,Portugiesisch,Italienisch,Englisch,etwas Latein, etwas Rus­sisch und die jugo­sla­wi­schen Dia­lek­te. Ich war in Nord­afri­ka in Süd-und Süd­ost­asi­en, im mitt­le­ren Osten auf der arab. Halb­in­sel…!
    Ich habe Men­schen aus allen Gesell­schaft­schich­ten ken­nen­ge­lern mein lie­ber sel­bi­ger, da waren Geheim­dienst Leu­te darunter,Lokalpolitiker, Pro­fes­so­ren, arme Leute(die mag ich am lieb­sten) rei­che Leu­te etc(möglicherweise glau­ben sie mir das alles nicht, aber das spielt für mich kei­ne Rol­le)! Mein Schwiegervater(er ist schon lan­ge bei unse­rem Hei­land) war in sei­nen jun­gen Jah­ren im Orden, spä­ter war er bei den Mau­rern (mitt­le­rer Grad) und was er zu erzäh­len hatte…!Ich hat­te auch einen Onkel(auch schon lan­ge ver­stor­ben), er war auch in einem Orden, wur­de aber spä­ter sogar exkom­mu­ni­ziert..! Mein Schwager(Bruder mei­ner Frau) war beim Mili­tär und der sagt, dass auch in dem vie­le Offiziere/Generäle gera­de­zu süch­tig nach sind nach der Leh­re der Jesui­ten, das lässt tief blicken mei­ne ich! Mein lie­ber (aktu­el­ler) Nach­bar ein alter Ita­lie­ner war in sei­ne jun­gen Jah­ren bei Rom in einem Fran­zis­ka­ner Orden, der hat mir auch über die­sen Orden so man­ches erzählt!
    Er war fast 10 Jah­re da (in den 1960er) am Ende ist er abge­hau­en od. bes­ser geflüchtet(nach Deutsch­land)! Also mein Freund das sind unter and­rem mei­ne Quel­len aber natür­lich auch Bücher die sie natür­lich ver­wer­fen wie z.B. Edmond Paris od. Eric J. Phel­ps oder Car­min etc!
    Naja man kann über Quel­len immer strei­ten, sie sehen das alles natür­lich durch ihre katho­li­sche Bril­le. Sie haben natür­lich auch recht wenn sie sagen ich soll­te auf­pas­sen, dass ich nie­man­dem auf den Leim gehe, aber ich sehe mir die Sachen ger­ne vor Ort an, heut kom­me ich lei­der nicht mehr dazu! Ich wür­de auch sagen, dass in man­chen Belan­gen die kath. Kir­che sogar noch eine Basti­on des guten ist z.B. was Abtrei­bung betrifft, hof­fent­lich bleibt das so! Trotz­dem sage ich ihnen es ist erstens viel jüdi­sches im Vatikan(und ich mei­ne nicht unse­re jüd-christl Kul­tur auf die wir uns im Abend­land beru­fen) es ist viel Geheim­bund im Vati­kan so zu sagen, es ist viel mehr Schein und Irre­füh­rung dort als sie es sich in ihren kühn­sten Träu­men aus­den­ken könn­ten. Sie schei­nen ja sehr bele­sen zu sein auf die­sem Gebiet, viel­leicht sind sie auch ein Theologe(od ähnl.)aber reden sie WIRKLICH mit den Men­schen und sie wer­den min­de­stens so viel erfah­ren wie aus Büchern. Dann muss ich doch noch ein Lan­ze bre­chen für einen der in einem Jesui­ten-Inter­nat die Erzie­hung bekam: Peter Scholl-Latour(Gott hab ihn selig) den mag ich gern, und der rede­te übri­gens nicht sehr viel über die­se Zeit im Inter­nat. Gute Fasten­zeit ihnen allen!

    • Die Gemein­sam­kei­ten von Frei­mau­rern und Jesui­ten sind gar nicht mal struk­tu­rell zu ver­or­ten wie sie ver­mu­ten, son­dern inhalt­lich, denn allen geht es um die glei­che Sache, dem Tem­pel Salo­mo bzw. was dort ver­lo­ren ging, aller­dings und das über­se­hen Sie ist die Moti­va­ti­on abso­lut unter­schied­lich. Übri­gens spielt die­se The­ma­tik in die Offen­ba­rung rein, sprich die Offen­ba­rungs­zeit, zwei Par­al­le­len zwi­schen Salo­mo und der Offen­ba­rung — 666 und die Bun­des­la­de, bei­des taucht an bei­den Stel­len auf und das hat sei­nen Grund. Durch den Lage­ort der Bun­des­la­de sieht man das jene die sich als Juden heu­te nen­nen kei­ne Juden sind. Man wird sehen wen die Syn­ago­ge Satans anbe­tet und wer die­ser Engel ist, und dann wird das wah­re Volk Got­tes aus sei­nem Schlaf erwa­chen und in den Krieg zie­hen, wobei eini­ge wur­den ja schon wach viel­leicht haben sie ja wel­che von den Erweck­ten davon in Pata­go­ni­en getrof­fen, dort leben ja genug aus der SS die wis­sen was bald läuft und wor­um es wirk­lich geht in die­sem Krieg, außer­dem sind genug längst wie­der in Euro­pa für den Tag X, jeder Nach­rich­ten­dienst­ler weiß das ich hat­te genug mit dem para­no­iden Pack zu tun, alle haben Angst und dies ist berech­tigt, denn die Wahr­heit kommt unauf­halt­bar und wie ein Blitz aus hei­te­rem Him­mel. Jeden­falls kann ich Ihnen sagen, weder Frei­mau­rer noch Jesui­ten wer­den das Ren­nen machen, jemand der rein ist ver­kehrt nicht mit der Syn­ago­ge Satans, nicht mal diplo­ma­tisch, Krieg kennt kei­ne Diplo­ma­tie nur den Sieg.

    • @der agent
      Ich woll­te Ihnen kei­nes­wegs per­sön­lich nahe­tre­ten. Soll­te das der Fall gewe­sen sein, möch­te ich mich dafür ent­schul­di­gen. Mir geht es um die Wahr­heit. Und da bin ich der Mei­nung, dass Ver­schwö­rungs­ge­schich­ten zwar ein ein­fa­che „Lösung“ kom­ple­xer Fra­gen bie­ten, aber in der Sache kaum hilf­reich sind.
      Was „The Secret Trea­ty of Vero­na“ betrifft, müs­sen Sie mir hel­fen, weil ich ein­fach kei­ne Ahnung habe, was das sein soll. Ich habe noch nicht davon gehört.

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