Warum die Debatte über die kommenden Bischofsweihen die falsche Frage stellt

Tradition zwischen Duldung und Zukunft


Mater lacrimosa
Mater lacrimosa

Von Hortator

Am 1. Juli ste­hen Bischofs­wei­hen der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. bevor. Sofort wer­den die bekann­ten Argu­men­te her­vor­ge­holt. Die Dis­kus­si­on folgt den­sel­ben Mustern wie 1988, als Erz­bi­schof Mar­cel Lefeb­v­re vier Bischö­fe gül­tig, aber ohne päpst­li­che Zustim­mung weih­te. Die Fron­ten sind ver­traut, die Posi­tio­nen längst bezo­gen. Tat­säch­lich scheint alles eine Wie­der­ho­lung des­sen zu sein, was bereits vor fast vier Jahr­zehn­ten gesagt wur­de. Eines hat sich seit damals aber ver­än­dert: Die Lage der Kir­che hat sich nicht ver­bes­sert, son­dern deut­lich ver­schlech­tert. Doch die Fra­ge, die stän­dig an die Pius­bru­der­schaft gestellt wird, ist die des Gehor­sams. Ist das aber ange­mes­sen? Man kann nicht nur fal­sche Ant­wor­ten geben, son­dern auch die fal­schen Fra­gen stellen.

1988 konn­te man noch hof­fen, die Kri­se sei vor­über­ge­hend. Heu­te ist die­se Hoff­nung weit­ge­hend ver­flo­gen. Bestrei­ten kann man das schwer­lich. Man kann nur unter­schied­lich dar­auf reagie­ren, auch durch Gleichgültigkeit. 

Das Pon­ti­fi­kat von Fran­zis­kus hat die Unsi­cher­heit inner­halb der Kir­che nicht gemin­dert, son­dern ver­stärkt. Selbst grund­le­gen­de Glau­bens­wahr­hei­ten erschei­nen plötz­lich ver­han­del­bar. Päpst­li­che Aus­sa­gen über Höl­le, Sün­de, Moral und kirch­li­che Iden­ti­tät haben bei vie­len Gläu­bi­gen den Ein­druck hin­ter­las­sen, daß selbst dort, wo frü­her Klar­heit herrsch­te, heu­te Ver­wir­rung regiert.

Hin­zu kommt ein wei­te­rer Umstand. Aus­ge­rech­net unter Fran­zis­kus wur­de ein römi­scher Zen­tra­lis­mus aus­ge­baut, der frü­her gera­de von pro­gres­si­ven Kräf­ten scharf kri­ti­siert wor­den war. Doch plötz­lich blieb die­se Kri­tik weit­ge­hend aus. Offen­bar ist Zen­tra­lis­mus nicht grund­sätz­lich das Pro­blem. Ent­schei­dend scheint viel­mehr zu sein, wer ihn ausübt.

Unter Leo XIV. ist bis­lang kei­ne sub­stan­ti­el­le Abkehr von die­sem berg­o­glia­ni­schen Kurs erkenn­bar. Gewiß, sein Auf­tre­ten wirkt kul­ti­vier­ter, ruhi­ger und ver­bind­li­cher. Doch Stil ist nicht Inhalt. Bis­her gibt es kei­ne grund­le­gen­de Kor­rek­tur der irri­tie­ren­den Ent­wick­lun­gen der ver­gan­ge­nen Jah­re. Auch die ein­schnei­den­den Maß­nah­men gegen die Tra­di­ti­on bestehen unver­än­dert fort.

Das deut­lich­ste Bei­spiel dafür ist das Motu pro­prio Tra­di­tio­nis cus­to­des. Es gilt wei­ter­hin unein­ge­schränkt. Die recht­li­che Grund­la­ge für eine weit­ge­hen­de Ver­drän­gung der über­lie­fer­ten Lit­ur­gie wur­de nicht zurück­ge­nom­men. Daß man­che Bischö­fe die­se Mög­lich­kei­ten bis­lang nur teil­wei­se nut­zen, ändert nichts an der Tat­sa­che, daß sie ihnen jeder­zeit zur Ver­fü­gung stehen.

Die jüng­sten Ent­wick­lun­gen um die Maria­ni­schen Fran­zis­ka­ner in Eng­land zei­gen exem­pla­risch, daß die Bedro­hung kei­nes­wegs über­wun­den ist. Die Rechts­la­ge erlaubt jeder­zeit neue Ein­schrän­kun­gen. Die Fra­ge ist nicht, daß Tra­di­tio­nis cus­to­des nicht über­all kon­se­quent ange­wandt wird. Das Pro­blem besteht dar­in, daß die recht­li­chen Instru­men­te für eine kon­se­quen­te Anwen­dung geschaf­fen wur­den und wei­ter­hin in Kraft sind.

Von falschen Fragen und zweifelhaftem Eifer

Vor die­sem Hin­ter­grund wirkt es befremd­lich, wenn sich aus­ge­rech­net eini­ge Mit­glie­der der Petrus­bru­der­schaft beson­ders laut gegen die Pius­bru­der­schaft posi­tio­nie­ren. Gewiß, es han­delt sich um einen Bru­der­streit mit allen damit ver­bun­de­nen psy­cho­lo­gi­schen und emo­tio­na­len Aspek­ten. Zwei Gemein­schaf­ten, die einst einen gemein­sa­men Ursprung hat­ten und seit 1988 par­al­lel unter­schied­li­che Wege ein­ge­schla­gen haben, ver­fol­gen letzt­lich das­sel­be Ziel: die Bewah­rung der katho­li­schen Tradition.

Gera­de des­halb ist die Ent­wick­lung der ver­gan­ge­nen Mona­te beson­ders bedau­er­lich. Seit dem Pon­ti­fi­kat Bene­dikts XVI. hat­te sich zwi­schen bei­den Sei­ten eine vor­sich­ti­ge Annä­he­rung ent­wickelt. Auf mensch­li­cher Ebe­ne wur­den Grä­ben über­wun­den. Es ent­stand Respekt für­ein­an­der. Für die Tra­di­ti­on ins­ge­samt war dies ein Gewinn.

Nun droht vie­les davon wie­der ver­lo­ren zu gehen. Die Prie­ster der Petrus­bru­der­schaft soll­ten dabei ihre Posi­ti­on nicht mit jener ihrer Gläu­bi­gen ver­wech­seln. Die­se sind weder die Distanz noch die Vor­be­hal­te gegen­über der Pius­bru­der­schaft fest­zu­stel­len.

Dabei liegt die eigent­li­che Ver­ant­wor­tung nicht bei den tra­di­tio­nel­len Gemein­schaf­ten, ob kano­nisch aner­kannt oder nicht, son­dern bei Rom. Denn in einem Punkt herrscht zwi­schen Petrus­bru­der­schaft und Pius­bru­der­schaft weit­ge­hen­de Über­ein­stim­mung: Die heu­ti­ge Situa­ti­on ent­stand nicht aus dem Nichts. Sie ist das Ergeb­nis von Ent­wick­lun­gen, die kon­kret in den 1960er Jah­ren ihren Aus­gang nahmen.

Die Fra­ge lau­tet daher: Was hat die Petrus­bru­der­schaft für ihren Weg der voll­stän­di­gen recht­li­chen Ein­bin­dung erhal­ten? Und wel­chen Preis zahlt sie dafür?

Man kann nicht behaup­ten, sie habe seit 1988 etwas gewon­nen. Recht­lich wur­de ihr seit­her nichts mehr gewährt. Viel­mehr gilt lei­der das Gegen­teil. Sie besitzt heu­te weit weni­ger Rechts­si­cher­heit als damals.

Die 1988 errich­te­te Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei exi­stiert nicht mehr. Die recht­li­che Stel­lung der tra­di­tio­nel­len Gemein­schaf­ten wur­de durch Tra­di­tio­nis cus­to­des erheb­lich geschwächt. Wür­de das Motu pro­prio kon­se­quent umge­setzt, hät­ten die Petrus­bru­der­schaft und ver­gleich­ba­re Insti­tu­te in ihrer heu­ti­gen Form genau­so wenig eine Zukunfts­per­spek­ti­ve, wie sie nun von den Maria­ni­schen Fran­zis­ka­nern kon­sta­tiert wurde.

Das stän­di­ge Behar­ren auf dem Gehor­sam greift dabei zu kurz. Gehor­sam ist im katho­li­schen Ver­ständ­nis nie­mals ein iso­lier­ter Selbst­zweck. Er steht im Dienst der Wahr­heit und der Bewah­rung des depo­si­tum fidei. Von die­ser Auf­ga­be kann er nicht getrennt wer­den. Gehor­sam gilt zunächst den Glau­bens­wahr­hei­ten und der Bewah­rung des depo­si­tum fidei. Der Gehor­sam gegen­über dis­zi­pli­na­ri­schen Anord­nun­gen ist dem nach­ge­ord­net und darf nie­mals in Gegen­satz zu erste­rem treten.

Die ent­schei­den­de Fra­ge lau­tet des­halb: Ver­hält sich Rom gegen­über der Tra­di­ti­on wie eine für­sorg­li­che Mutter? 

Das ist nicht eine belie­bi­ge Fra­ge, son­dern eine sub­stan­ti­el­le, auch wenn vie­le Ver­tre­ter der Tra­di­ti­on, dies aus Sor­ge vor den Kon­se­quen­zen sich nicht ein­ge­ste­hen wollen.

Vie­le tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Katho­li­ken aber wer­den die­se Fra­ge ver­nei­nen. Seit den 1960er Jah­ren, so ihre Wahr­neh­mung, begeg­net Rom der Tra­di­ti­on nicht als schüt­zen­de Mut­ter, son­dern als Instanz, die sie in der Sub­stanz bekämpft und in Form besten­falls dul­det. Es gab Momen­te, in denen sich dies zu ändern schien. Beson­ders unter Bene­dikt XVI. ent­stand der Ein­druck einer ech­ten Ver­söh­nung. Doch die spä­te­ren Ent­wick­lun­gen, durch sei­nen Amts­ver­zicht mög­lich gewor­den, haben die­se Hoff­nung weit­ge­hend enttäuscht.

Des­halb führt die blo­ße Wie­der­ho­lung der jewei­li­gen Argu­men­te von 1988 heu­te nicht wei­ter. Sie ver­tieft ledig­lich eine Spal­tung inner­halb der Tra­di­ti­on, die gera­de dabei war, über­wun­den zu wer­den. Wer dar­in nicht auch ein klas­si­sches „divi­de et impe­ra“ erkennt, betrach­tet die Ereig­nis­se mit bemer­kens­wer­ter Naivität.

Die eigent­li­che Dis­kus­si­on müß­te sich statt­des­sen auf die Zukunft kon­zen­trie­ren, genau­er gesagt: auf die Rechtssicherheit.

Welchen Platz hat Rom für die Tradition vorgesehen?

Wer die ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­te betrach­tet, wird kaum bestrei­ten kön­nen, daß die Tra­di­ti­on meist nur gedul­det wur­de. Ohne die Exi­stenz der Pius­bru­der­schaft hät­te es ver­mut­lich weder Eccle­sia Dei (1988) noch Sum­morum Pon­ti­fi­cum (2007) gege­ben. Die Tra­di­ti­on ver­dank­te ihre begrenz­ten kano­ni­schen Frei­räu­me nicht einer grund­sätz­li­chen Wert­schät­zung, son­dern oft­mals der Tat­sa­che, daß sie als Rea­li­tät (pri­mär durch die Pius­bru­der­schaft) nicht igno­riert wer­den konnte.

Genau dar­in liegt die Pro­ble­ma­tik von Tra­di­tio­nis cus­to­des. Die über­lie­fer­te Lit­ur­gie soll nicht mehr auf­grund eines gesi­cher­ten Rechts bestehen, son­dern ein­zig nur mehr auf­grund wohl­wol­len­der Dul­dung. Man darf leben, solan­ge man leben gelas­sen wird. Man darf wach­sen, solan­ge dies gewünscht ist. Und man kann jeder­zeit wie­der zurück­ge­drängt oder sogar ganz abge­würgt wer­den. Mit die­sem Zaun­pfahl wink­te Fran­zis­kus unüber­seh­bar im Juli 2021. Und Leo XIV. zeigt kei­ne Prio­ri­tät für den Wunsch, die berg­o­glia­ni­schen Repres­si­on wie­der aufzuheben.

Zu wenig zum Leben, zu viel zum Ster­ben. Das ist der Zustand, in den die kano­nisch aner­kann­te Tra­di­ti­on gebracht wur­de. Selbst die­ser pre­kä­re Zustand ist teu­er erkauft. Denn wann haben Ver­tre­ter von Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten in den ver­gan­ge­nen Jah­ren jene Ent­schlos­sen­heit, jene Ener­gie und jene öffent­li­che Deut­lich­keit gezeigt, um den Irr­we­gen des Berg­o­glia­nis­mus zu wider­spre­chen, den sie nun in Angrif­fen gegen die Pius­bru­der­schaft an den Tag legen?

Auch die ver­meint­li­chen Zuge­ständ­nis­se an die Petrus­bru­der­schaft nach Tra­di­tio­nis cus­to­des ändern dar­an nichts. Fran­zis­kus gewähr­te kei­ne ech­te Rechts­si­cher­heit. Er trat viel­mehr als Gön­ner auf. Die Bot­schaft lau­te­te nicht: „Ihr besitzt ein unver­äu­ßer­li­ches Recht.“ Die Bot­schaft lau­te­te viel­mehr: „Ich las­se euch leben – vor­erst. Ihr müßt mir dank­bar sein.“

Doch die Tra­di­ti­on braucht kei­ne Gna­de auf Wider­ruf. Sie braucht Rechtssicherheit.

Gera­de des­halb soll­te das Ziel aller tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Katho­li­ken nicht dar­in bestehen, alte Kon­flik­te neu aus­zu­tra­gen, sich unnö­tig spal­ten zu las­sen, son­dern eine dau­er­haf­te recht­li­che Lösung anzu­stre­ben. Dar­auf soll­ten sich kano­ni­sche und nicht kano­ni­sche Tra­di­ti­on konzentrieren. 

Das schon vorhandene Modell

Ein mög­li­ches Modell exi­stiert bereits.

Papst Bene­dikt XVI. schuf für ehe­ma­li­ge Angli­ka­ner Per­so­nal­or­di­na­ria­te. Die­se ermög­li­chen eine sta­bi­le kir­chen­recht­li­che Struk­tur inner­halb der katho­li­schen Kir­che, ohne die eige­ne geist­li­che und lit­ur­gi­sche Iden­ti­tät auf­ge­ben zu müssen.

War­um soll­te ein ver­gleich­ba­res Modell nicht auch für die Tra­di­ti­on mög­lich sein?

Die Ein­wän­de über­zeu­gen kaum. Die Kir­che kennt seit Jahr­hun­der­ten par­al­le­le Juris­dik­ti­ons­struk­tu­ren. Die mit Rom unier­ten Ost­kir­chen besit­zen eige­ne Hier­ar­chien. Die Per­so­nal­or­di­na­ria­te für ehe­ma­li­ge Angli­ka­ner exi­stie­ren bereits. Recht­lich wäre ein ent­spre­chen­der Schritt für die Tra­di­ti­on kei­nes­wegs revolutionär.

Sol­che Ordi­na­ria­te hät­ten eige­ne Bischö­fe. Die­se wür­den an Bischofs­kon­fe­ren­zen teil­neh­men, an Syn­oden mit­wir­ken und die Inter­es­sen der Tra­di­ti­on unmit­tel­bar ver­tre­ten. Damit hät­te die Tra­di­ti­on erst­mals seit Jahr­zehn­ten wirk­lich wie­der eine Stim­me in der Kir­che. Nach Jahr­zehn­ten nur indi­rek­ter Ein­fluss­nah­me durch ein­zel­ne wohl­wol­len­de Diö­ze­san­bi­schö­fe und Kar­di­nä­le wäre die Tra­di­ti­on end­lich wie­der insti­tu­tio­nell präsent.

Genau dar­in liegt ver­mut­lich auch der Grund, war­um ent­spre­chen­de Vor­schlä­ge in Rom seit den 1980er Jah­ren regel­mä­ßig auf Wider­stand sto­ßen. Eine sol­che Lösung wür­de die Tra­di­ti­on dau­er­haft absi­chern. Sie wäre nicht län­ger bloß gedul­det, son­dern recht­lich anerkannt.

Die Kir­che wird nicht unter­ge­hen. Gewiß. Das hat Chri­stus selbst ver­hei­ßen. Doch die­se Ver­hei­ßung ist kein Frei­brief zur Pas­si­vi­tät. Nie­mand kann ernst­haft glau­ben, die Kri­se der Kir­che ledig­lich beob­ach­ten und sich anschlie­ßend im per­sön­li­chen Gericht mit dem Ver­weis auf dis­zi­pli­na­ri­schen Gehor­sam ent­schul­di­gen zu kön­nen. Wir haben auf den Herrn zu ver­trau­en und nicht allein auf eige­ne Kräf­te zu bau­en. Wir müs­sen unse­re Kräf­te mit allen uns vom Herrn geschen­ken Fähig­kei­ten aber auch einbringen.

Die entscheidende Frage

Die ent­schei­den­de, an uns per­sön­lich gerich­te­te Fra­ge wird lau­ten: Was wur­de getan, um den Glau­ben, die Lit­ur­gie und das kirch­li­che Erbe zu bewahren?

Per­so­nal­or­di­na­ria­te für die Tra­di­ti­on wür­den kei­ne Spal­tung schaf­fen. Sie wür­den eine Per­spek­ti­ve eröff­nen. Sie wür­den Rechts­si­cher­heit schaf­fen, wo heu­te Unsi­cher­heit herrscht. Sie wür­den die Tra­di­ti­on von der Will­kür wech­seln­der Pon­ti­fi­ka­te und wech­seln­der Bischö­fe unab­hän­gi­ger machen.

Und ja, dadurch wür­de eine hier­ar­chi­sche Par­all­struk­tur ent­ste­hen, aber die­se gibt es – wie erwähnt – schon für die Unier­ten und die Angli­ka­ner. Die bei­den Zwei­ge kom­men sich nicht mehr gegen­sei­tig in die Que­re. Die Tra­di­ti­on hät­te end­lich ihren Frei­raum zurück und die Kir­che hät­te, aus Sicht der Tra­di­ti­on, auch wie­der eine Per­spek­ti­ve als Alter­na­ti­ve zur Welt und deren Angeboten.

Nicht zuletzt aber wür­den Per­so­nal­or­di­na­ria­te eine kla­re Ant­wort auf die Fra­ge ermög­li­chen, ob Rom die Tra­di­ti­on tat­säch­lich als Sub­stanz und Wesen der Kir­che betrach­tet – oder ledig­lich als ent­fern­te Ver­wand­te, lästig, aber der­zeit immer­hin geduldet.

Die Zukunft der Tra­di­ti­on soll­te aber nicht von gön­ner­haf­ter Dul­dung abhän­gen. Sie soll­te auf Recht grün­den. Jenem Recht, das ihr von Gott zukommt. Erst dann wird sicht­bar wer­den, ob das aktu­el­le Rom Mut­ter oder Stief­mut­ter sein will.

Statt unnö­ti­ge Ener­gie im ste­ri­len Dis­put mit der Pius­bru­der­schaft ein­zu­set­zen, könn­ten Ver­tre­ter der ehe­ma­li­gen Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten an den rich­ti­gen Adres­sa­ten, näm­lich Rom, den Wunsch nach Per­so­nal­or­di­na­ria­ten rich­ten. Wann, wenn nicht genau jetzt?

*Hortator, Laie, mit Bezug zu ehe­ma­li­gen Ecclesia-Dei-Gemeinschaften

Bild: Bewei­nung Chri­sti von Kwin­ten Massijs/​Wikicommons

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