Von Radolf Ritter
Seine „Wissenschaftlichkeit“ trug der Synodale Weg gerne vor sich her. Kritiker wurden von den Synodalen stets als „Rückwärtsgewandte“ betrachtet und man empfand sie ganz offen als intellektuell rückständig. Darüber hinaus galten die Kritiker aufgrund der ihnen zugeschriebenen tiefsitzenden charakterlichen Verdorbenheit überhaupt als „Menschenfeinde“ 1, die man folglich weder intellektuell noch charakterlich für satisfaktionsfähig hielt. Die synodalen Akteure selbst dagegen beriefen sich nicht nur unentwegt auf die je neuen und sogar „neuesten humanwissenschaftlichen Erkenntnisse“, sondern auch ganz prominent auf den „renommiertesten deutschen Theologen“, Eberhard Schockenhoff. Nach dessen unerwartetem Tod im Jahr 2020 lobte niemand geringerer als Georg Bätzing die „visionäre Kraft in seinem theologischen Forschen und Reden“ ebenso wie „seine bemerkenswerte analytische Brillanz“ 2. Da man von solcher „Brillanz“ offenbar nur profitieren konnte, machten die Autoren der synodalen Vorbereitungsdokumente Schockenhoffs Vortrag3 in Lingen aus dem Jahr 2019 zu ihrer ausdrücklichen moraltheologischen „Grundlage“, den sie entsprechend auch ausgiebig zitierten.
Dem großen wissenschaftlichen Werk unseres renommierten Theologen, der in seinem Bemühen um eine „menschendienliche Moraltheologie“ (Bätzing) als „der Zugewandte“4 schlechthin galt, kann ich mich hier freilich nicht in der gebührenden Tiefe widmen, die dieses Werk sicher verdiente; ich möchte aber doch wenigstens einen kurzen Blick auf seinen Vortrag werfen, der dem Synodalen Weg als wichtige Argumentationsvorlage diente. Mit diesem Text nimmt Schockenhoff eine grundlegende Neukonzeption der kirchlichen Sexualmoral vor, um die uneingeschränkte Akzeptanz der homosexuellen Partnerschaften zu begründen. Da die Sexualmoral sowohl bei der deutschsynodalen Bewegung als auch bei der Weltsynode5 nach wie vor eine zentrale Stellung einnimmt, scheint es vielleicht angebracht, in der folgenden skizzenhaften Analyse die entsprechend immer noch aktuellen Gedankengänge des einflussreichen Vortrags anzusehen. Dabei werde ich Schockenhoffs Argumentation nicht spezifisch moraltheologisch untersuchen, sondern möchte prüfen, ob sie denn überhaupt in sich selber logisch konsistent ist. Wie ich zu zeigen versuche, ist das theoretische Fundament, auf das sich der Synodale Weg in seiner Argumentation grundlegend beruft, alles andere als widerspruchsfrei. Da Schockenhoff im Vortrag eine Kehrtwende in der Beurteilung des Triebs vornimmt, sei mit einer kurzen Vorbemerkung zum Trieb begonnen.
Der Trieb
Um eine Sache zu bestimmen, muss man angeben, zu welcher Gattung sie gehört und was ihre artspezifische Differenz ist, was sie also von anderen Arten derselben Gattung unterscheidet. So können wir Pflanzen und Tiere dem Reich des Lebendigen zuordnen; das Tier ist aber, unter anderem, gegen die Pflanze dadurch ausgezeichnet, dass es Gefühl seiner eigenen Schranke besitzt: Es kennt Furcht, Hunger und Durst, das heißt es empfindet seine Abhängigkeit von dem, was es nicht ist. Diese Schranke fühlt das Tier aber als Negation seiner selbst, weil es als Lebendiges sich Allgemeines ist. Gegen die Negation bringt es sich selber zur Geltung, indem es seine Bedürfnisse befriedigt: „Alle Triebe im Menschen wie im Tiere“, sagt Hegel in der Religionsphilosophie, „sind diese Affirmation seines Selbst, und das Tier stellt sich so her gegen die Negation in ihm.“ In der Befriedigung des Triebs bringt sich so nun zwar das Selbst zur Geltung, aber dieses ist hier bestimmt als das Lebendige auf der Stufe des Tieres. Nicht die Lebendigkeit des seiner selbst bewussten Geistes, sondern die unreflexive Lebendigkeit des Tiers realisiert sich im Trieb.
Weil der Trieb dementsprechend eine blinde Naturkraft ist, sind Triebhandlungen außerdem als solche unvernünftig. Streng genommen ist deshalb schon die Rede von Triebhandlungen insofern nicht ganz zutreffend, als der Begriff der Handlung ja gerade einen Akteur voraussetzt, der mit der Handlung bewusst sittliche, praktische oder theoretische Ziele verfolgt. Zur Bestimmung des Triebs gehört es dagegen, dass das Individuum hier nur als Träger der allgemeinen Naturkraft – sich durchzusetzen, zu erhalten und zu steigern – tätig ist. Der Trieb erscheint zwar als kraftvollste Aktivität, aber der Mensch ist hier als angetriebener wesentlich passiv. Erst wenn er eine Tätigkeit, aus eigenem Willen mit einem bewussten Ziel setzt, ist er wesentlich aktiv geworden – und seine Tätigkeit damit erst eine Handlung im eigentlichen Sinne, nämlich eine begründete und nicht mehr nur durch das blinde Naturgeschehen bloß verursachte Tätigkeit. Wenn nun also der Mensch, für gewöhnlich jedenfalls, auch seine Triebtätigkeiten zu rechtfertigen versucht, so will er damit doch gerade beanspruchen, dass sie nur dem Schein nach Triebtätigkeiten seien; während sie in Wirklichkeit vom Akteur mit einem bewussten Ziel oder Grund gesetzt worden seien, das heißt nicht als Triebtätigkeiten.
Schockenhoffs Widersprüche
Damit bin ich schon direkt bei Schockenhoffs Vortrag angelangt. Denn es ist folglich äußerst kurios, wenn jemand – wie Schockenhoff – zu begründen versucht, warum man sich dem Trieb als einem solchen überlassen soll; wenn also dazu angesetzt wird, die Abdankung der Rationalität gegenüber dem äußerlichen Naturdrang als eine Forderung der Rationalität selber auszuweisen. Der Grundwiderspruch ist offensichtlich, und dementsprechend lässt sich dieses Vorhaben nicht durchführen. Konkret zeigen sich in seinem Vortrag die folgenden Widersprüche.
1. Der Schockenhoff’sche Hauptwiderspruch liegt in der Verwirrung über die Freiheit und die Unfreiheit. Der Sexualtrieb sei, so der Theologe, „von seinem Wesen (!) her begehrende Liebe“. Zentral fordert er deshalb, „das sexuelle Begehren und den Triebcharakter des Eros … vorbehaltlos … zu würdigen“. Und er lobt das bergoglianische Schreiben Amoris Laetitia dafür, dass es „den triebhaft-verlangenden Charakter des sexuellen Begehrens als Quelle menschlicher (!) Daseinsfreude positiv würdigt“. Damit ist klar, dass er nicht behauptet, Handlungen, die äußerlich mit dem Trieb übereinstimmten, könnten unter Umständen auch vernünftig sein (wie die Zeugung von Kindern in der Ehe), sondern dass der Triebcharakter selber die Würde der Tätigkeit ausmache. Die Liebe, die die höchste Form des freiheitlichen Sich-Schenkens ist, soll nach Schockenhoff das Wesen des Triebs, d.h. der blinden Naturkraft ausmachen. Schockenhoff behauptet damit, das Unfreie sei in seinem Wesen das Freie.
Schockenhoff verkennt das Wesen des Triebs, wenn er behauptet, der Trieb sei gerade nicht nach der „Analogie von Hunger und Durst“ zu verstehen, sondern als „Sprache und Mitteilung“. Denn genau Hunger und Durst bilden das Grundmuster des unfreien Naturtriebs. Selbstverständlich ist zwar der Mensch ein Wesen, das auch sein Inneres ausdrückt und mitteilt; aber Ausdruck und Mitteilung sind als freies Geschehen wesensverschieden vom Naturtrieb. Nicht als Triebwesen, sondern als vernünftiges und das heißt sprachbegabtes Wesen teilt sich der Mensch mit. Wenn unsere Erfüllung als personale Wesen, wie Schockenhoff insinuiert, in der Realisierung der Triebtätigkeiten als solcher läge, wären wir, um mit der Umkehrung des Galaterbriefs zu sprechen, zur Unfreiheit berufen.
Begrifflicher ausgedrückt: Der Mensch realisiert im Trieb nur dasjenige, was überhaupt allen Tieren gleichermaßen zukommt. Behauptet also jemand, das den Menschen Auszeichnende, worin er gerade seine spezifisch menschliche Würde fände, sei der Trieb, so wird damit das Artspezifische mit dem bloß Gattungsmäßigen identifiziert. Das ist selbstwidersprüchlich, denn es gibt dann die Art als solche gar nicht mehr: Der Mensch verschwindet als Mensch.
2. Schockenhoff verstrickt sich beim Versuch, die Legitimität der Verhütung und des gleichgeschlechtlichen Verkehrs moraltheologisch auszuweisen, in absurde Konsequenzen. Er will erreichen, „die ausnahmslosen Verbote jeder nicht auf die Fortpflanzung hin offenen sexuellen Betätigung“ endlich zu kippen. Dazu referiert er zunächst die „traditionelle Sexualmoral“, die „gemäß dem Axiom bonum ex integra causa, malum ex quolibet defectu“ davon ausging, „dass eine einzelne sexuelle Handlung nur dann vorbehaltlos gebilligt werden kann, wenn sie für die Verwirklichung aller denkbaren Sinnwerte offen ist. Dagegen stellt bereits der zeitweilige willentliche Ausschluss (wie bei der künstlichen Empfängnisregelung) oder die natürliche Unfähigkeit zur Verwirklichung eines Sinnwertes (wie etwa des prokreativen Sinnes im Falle gleichgeschlechtlicher Beziehungen) einen Mangel dar, der die Handlung in moralischer Hinsicht unerlaubt macht. Im Unterschied dazu geht die gegenwärtige Sexualethik davon aus, dass eine verantwortliche Gestaltung menschlicher Sexualität zwar die Integration aller Sinnwerte in das eigene Sexualverhalten fordert, einzelne sexuelle Handlungen aber auch dann bejahenswürdig bleiben, wenn sie nicht alle Faktoren zugleich realisieren.“
Damit gibt er zunächst vor, im Rahmen des Prinzips „bonum ex integra causa“ zu bleiben und nur die Causa dergestalt neu zu definieren, dass die Causa, die integra sein muss, nun nicht mehr der einzelne Sexualakt ist, sondern das gesamte Sexualleben über den Lebensverlauf hinweg. „Integra“ versteht er dann so, dass alle Sinnwerte während des Sexuallebens realisiert werden müssen. „Sinnwerte“ oder „Sinndimensionen“ nennt Schockenhoff die verschiedenen Funktionen der Sexualität, wie sie die Humanwissenschaften beschreiben. Zu den Sinnwerten zählen für ihn die Lust, die Beziehungsfunktion, die Stärkung der Identität und die Fortpflanzung (bzw. die Offenheit dafür).
Die neu definierte Causa des gesamten Sexuallebens müsse dann, so lässt sich Schockenhoffs neue moralische Forderung übersetzen, jeden Wert mindestens einmal verwirklicht haben. Stellen wir uns zur Verdeutlichung einen Mann vor, der sein Leben lang in vielfältigen homosexuellen Beziehungen sexuell aktiv lebte. Dies ist nach Schockenhoff ein moralisch unverantwortbares Sexualleben, denn der Fortpflanzungssinn ist nicht integriert. Würde derselbe Mann nun aber einmal mit einer Frau (ohne Verhütung, das heißt mit der Offenheit für die Zeugung) schlafen, so würde er damit im Handumdrehen sein gesamtes Sexualleben zu einer Causa integra und folglich zu einem moralischen bonum machen. Die Absurdität liegt auf der Hand: Ein einziger zusätzlicher Sexualakt, der sogar prinzipiell promiskuitiv sein kann, macht die beliebig lange Kette der – nach Schockenhoff – an sich unsittlichen Akte mit einem Mal moralisch gut.
Schockenhoffs neuer Moralansatz bedeutet in der Konsequenz also, dass hier prinzipiell jede Möglichkeit fortgenommen ist, einzelne sexuelle Handlungen als unmoralisch zu werten. Denn insoweit ein gegebener Sexualakt im Einvernehmen stattfindet, kann nun höchstens noch geurteilt werden, dieser eine Akt verwirkliche vielleicht nicht alle Sinnwerte auf einmal. Aber es lässt sich ja nie ausschließen, dass die betreffende Person im bisherigen oder weiteren Verlauf ihres Sexuallebens auch noch die weiteren nötigen Sinnwerte realisiert und damit alle anderen Sexualakte, auch die „defizitären“, in die sinnhafte und somit moralisch legitime Verwirklichung der Sexualität des Gesamtlebens hineinholt.
Hier widerspricht sich Schockenhoff aber selber. Er hält nämlich zugleich daran fest, dass die Promiskuität überhaupt unmoralisch sei. Wie man das aber noch begründen können will, nachdem Schockenhoff ja prinzipiell alle Kriterien zur moralischen Verurteilung von einzelnen – und damit auch den promiskuitiven – Sexualakten (sofern sie einvernehmlich sind) fortgenommen hat, erschließt sich nicht.
Nun ist Schockenhoff aber mit dem Ziel angetreten, die moralische Legitimität der homosexuellen Lebensgemeinschaften als solcher zu begründen. Dazu reicht selbst seine „Adaption“ der „Causa integra“-Lehre nicht aus, weil der „Sinnwert“ der Fortpflanzung in der Homosexualität grundsätzlich nicht realisiert werden kann. Damit genügt sie – an sich selbst – nicht den Anforderungen an eine Causa integra; sie würde also überhaupt erst durch ihr Anderes, nämlich durch eine heterosexuelle Ergänzung, legitim. Diese Ergänzungsbedürftigkeit, die logisch aus seinem eigenen Causa integra-Ansatz folgt, wird aber von Schockenhoff zugleich abgelehnt, wenn er von der kirchlichen Lehre die „vorbehaltlose (!) Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften“ fordert, ohne „die in ihnen gelebte sexuelle Praxis moralisch zu disqualifizieren“. Er begibt sich damit in Widerspruch zu den soeben von ihm selber aufgestellten Grundsätzen.
3. Dann fragt man sich, warum Schockenhoff das moraltheologische „Causa integra“-Geschütz überhaupt auffährt, wenn er damit nicht einmal seine eigene Forderung begründen kann. Er selbst gibt den Hinweis: „Die vorgeschlagenen Korrekturen erfordern keineswegs einen vollständigen Bruch mit den Grundüberzeugungen der bisherigen kirchlichen Sexuallehre.“ Man wird also nicht fehlgehen, zu schließen, dass der ganze Passus zur Causa integra nur dazu dient, den Schein der Kontinuität mit der bisherigen Morallehre zu erzeugen, während Schockenhoff gerade eine ihr widersprechende neue Lehre einführt. Dass die Lehre radikal umstürzend ist, belegen die oben geschilderten, durchaus skurrilen Konsequenzen seiner Neukonzeption.
Das heißt aber, dass die Referenz auf die traditionelle Causa integra-Lehre und die Behauptung ihrer lediglich „offeneren Adaption“ eine Verschleierungstaktik ist. Schockenhoff intendiert den radikalen Bruch mit der bisherigen Morallehre und will eben denselben Bruch zugleich verbergen. Das macht den Text so nebulös; man greift immer ins Nichts, weil das Gemeinte unter dem Deckmantel seines Gegenteils verhüllt wird.
Repräsentativ dafür ist die Stelle, an der Schockenhoff behauptet, der bisherige „Grundsatz, wonach die Ehe der exklusive Ort legitimer Sexualbeziehungen ist“, würde bei ihm lediglich eine „offenere Reformulierung“ erfahren, indem die „Alleingeltung der Ehe durch ihre Höchstgeltung abgelöst“ wird. Nun ist aber logisch die Ehe entweder der exklusive Ort legitimer Sexualbeziehungen oder sie ist nicht der exklusive Ort. Die „Höchstgeltung“ der Ehe, wonach sie zwar der „optimale Entfaltungsraum“ der Sexualität sei, aber auch andere Rahmen moralisch legitim seien, bedeutet logisch, dass die Ehe nun nicht mehr der exklusive Ort legitimer Sexualbeziehungen ist. Damit ist der Grundsatz von der Ehe als exklusivem Ort legitimer Sexualität aber nicht „offener reformuliert“, wie er behauptet, sondern schlicht abgeschafft.
Der Synodale Weg
Diese selbstwidersprüchliche und nicht zu Ende gedachte Argumentation von Schockenhoffs Vortrag macht der Synodale Weg ausdrücklich zu seiner „Grundlage“ im vorbereitenden Text des Synodalen Wegs zum Forum IV „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“ 6. Auch die logische Ungereimtheit setzt sich bei den Synodalen fort, die die Begriffe bis in ihr Gegenteil verkehren müssen, um ihre radikal neue Agenda unter den traditionellen Ausdrücken zu verstecken. So kann man im vorbereitenden Text einerseits den (direkt von Schockenhoff übernommenen) Passus lesen: „Promiskuität, offene Mehrfachbeziehungen, Untreue und von vornherein unter Vorbehalt eingegangene Beziehungen sind als moralisch fragwürdig zu bewerten.“ Daraus würde folgen, dass die einseitige Beendigung einer Ehe und der neue Eheschluss mit einem anderen Partner auch „moralisch fragwürdig“ sind, schließlich ist ja dann der eine Partner seinem früheren Ehepartner in Bezug auf das gegebene Eheversprechen untreu. Im Widerspruch zu dieser logischen Konsequenz fordern die Autoren aber andererseits wiederholt „Anerkennung und Respekt“ für wiederverheiratete Geschiedene, und die Bischöfe entschuldigen sich bei diesen sogar für ihre in der Vergangenheit „harten und unbarmherzigen Haltungen“. Die Autoren des Vorbereitungstextes vertreten also die Position, dass der möglicherweise einseitige Wechsel der Partner kein Widerspruch zum ehelichen Treue-Versprechen sei. In anderen Worten formuliert: Der synodale Begriff der Treue heißt, solange treu zu sein, bis man es eben nicht mehr ist. Die Treue hat damit jeden angebbaren Gehalt verloren.
Die ganze Widersprüchlichkeit beim Synodalen Weg und bei Schockenhoff entspringt, so vermute ich, dem zentralen Anliegen, die logischen Konsequenzen ihrer Positionen zu verbergen. Damit erhoffen sich die synodalen Akteure, den radikalen Umsturz – auf den sie in der Tat abzielen – durchführen zu können, ohne auf diejenigen Widerstände zu treffen, mit denen sie rechnen müssten, wenn die inneren Konsequenzen ihrer Agenda von Beginn an offen sichtbar wären.
Aus der Widersprüchlichkeit sowohl beim „brillanten“ Forscher Schockenhoff als auch bei den synodalen Autoren muss man außerdem folgern, dass hier keine großen Theoretiker am Werke sind; es sind im Wesen Ideologen und kirchenpolitische Agitatoren. Ihre einzige Strategie kann also darin bestehen, die große Menge der unkritischen selbsternannten „Menschenfreunde“ mit ihren ebenso begriffs- wie uferlosen Texten einzunebeln.
Bild: Pixabay
- https://www.domradio.de/artikel/bischofskonferenz-trifft-sich-vor-letzter-synodalversammlung ↩︎
- https://www.domradio.de/video/trauer-um-eberhard-schockenhoff ↩︎
- https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_alt/presse_2019/2019–038d-FVV-Lingen-Studientag-Vortrag-Prof.-Schockenhoff.pdf ↩︎
- https://www.herder.de/cig/cig-ausgaben/archiv/2020/30–2020/der-zugewandte/ ↩︎
- https://katholisches.info/forderung-bericht-der-studiengruppe-nr-9-der-synodalitaetssynode-zurueckziehen/ ↩︎
- https://www.synodalerweg.de/fileadmin/Synodalerweg/Dokumente_Reden_Beitraege/SW-Vorlage-Forum-IV.pdf ↩︎
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