Die Salamitaktik der Öffnung? Die Forderung von James Martin nach homosexuellen Priestern

Ein Konflikt um die Zukunft der Kirche

Eines von zahlreichen gemeinsamen Fotos von P. James Martin SJ und Papst Franziskus zur Förderung einer Homo-Agenda.
Eines von zahlreichen gemeinsamen Fotos von P. James Martin SJ und Papst Franziskus zur Förderung der Homo-Agenda.

Was lan­ge als Rand­the­ma inner­kirch­li­cher Dis­kus­si­on erschien, rückt kurz nach dem Ende des berg­o­glia­ni­schen Pon­ti­fi­kats in das Zen­trum der Aus­ein­an­der­set­zung: die Fra­ge nach dem Ver­hält­nis der katho­li­schen Kir­che zur Homo­se­xua­li­tät und den Kon­se­quen­zen für das Prie­ster­tum. Im Klar­text: Der US-Jesu­it Pater James Mar­tin erhob vor kur­zem erneut die For­de­rung, homo­se­xu­el­len Män­nern offi­zi­ell den Zugang zum Prie­ster­tum zu öffnen.

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Pater Mar­tin wird seit dem Pon­ti­fi­kat von Fran­zis­kus im Vati­kan hofiert. Der Jesu­it gehört seit Jah­ren zu den pro­mi­nen­te­sten Stim­men für eine „Öff­nung“ der Kir­che gegen­über Homo­se­xu­el­len. Was als „pasto­ra­le“ Initia­ti­ve gegen­über Homo­se­xu­el­len behaup­tet wird, drängt, ohne es offen zu sagen, auf eine Aner­ken­nung der Homo­se­xua­li­tät.

Homo­se­xua­li­tät zählt zu den zum Him­mel schrei­en­den Sün­den. Der Jesu­it for­dert dem­nach nichts weni­ger als die Aner­ken­nung einer schwe­ren Sün­de durch die Kir­che. Die Ope­ra­ti­on läuft kaum ver­hüllt, aber in klei­nen Schrit­ten. Der Homo-Häre­sie gelan­gen unter Fran­zis­kus gigan­ti­sche Schrit­te vor­wärts in der Kir­che. Der argen­ti­ni­sche Papst sand­te zahl­lo­se homo­phi­le Signa­le aus, wäh­rend er zu kei­nem Zeit­punkt sei­nes Pon­ti­fi­kats die kirch­li­che Leh­re zur Homo­se­xua­li­tät öffent­lich lehr­te, ver­tei­dig­te oder gar begründete. 

Zu den Signa­len an die Homo-Lob­by und den Main­stream, des­sen homo­phi­le Aus­rich­tung bekannt ist, gehör­te nicht zuletzt der bevor­zug­te Zugang von P. Mar­tin zu San­ta Mar­ta. Selbst den Welt­fa­mi­li­en­tref­fen nötig­te Fran­zis­kus eine „Öff­nung“ gegen­über der Homo-Agen­da auf. P. Mar­tin konn­te dort ein eige­nes LGBTQ-Pro­gramm einfügen. 

Auch Leo XIV. emp­fing P. Mar­tin bereits in Audi­enz und scheint in die­sem Bereich der Agen­da sei­nes „gelieb­ten“ Vor­gän­gers fol­gen zu wollen. 

Der jüng­ste Vor­stoß von P. Mar­tin wird von Kri­ti­kern als Teil jener Sala­mi-Tak­tik gese­hen, mit der die Homo-Häre­sie schub­wei­se immer tie­fer in die Kir­che hin­ein­ge­tra­gen wer­den soll. Es han­delt sich dem­nach nicht um einen sigu­lä­ren Akt, son­dern einen Schritt in einer stra­te­gisch ange­leg­ten Groß­ope­ra­ti­on. P. Mar­tin ver­brei­tet seit Jah­ren die Behaup­tung „homo­se­xu­el­ler“ Hei­li­ger und läßt dabei die Gren­zen absicht­lich verschwimmen. 

Nie­mand ist jedoch homo­se­xu­ell, der nicht homo­se­xu­ell han­delt. Es ist auch nie­mand ein Mör­der, der nicht direkt oder indi­rekt mor­det, oder ein Dieb oder ein Lüg­ner. Hin­ter die­ser absicht­li­chen Auf­lö­sung und Leug­nung grund­le­gen­der Eck­punk­te der Moral­leh­re steht die von der Homo-Lob­by ver­brei­te­te Über­zeu­gung, Homo­se­xua­li­tät sei ein „natür­li­cher“, daher „gott­ge­ge­be­ner“ und unver­än­der­li­cher Zustand. Daher herrsch­te in den 1990er Jah­ren gro­ße Eupho­rie, als man hoff­te, ein „Homo-Gen“ zu fin­den, das die­se The­se unwi­der­leg­bar bestä­ti­gen wür­de. Doch die­ses „Homo-Gen“ wur­de nie gefunden. 

Pater Mar­tins nun wie­der­hol­te The­se lautet:

„Das über­zeu­gend­ste Argu­ment für eine Offen­heit gegen­über der Wei­he schwu­ler Män­ner zum Prie­ster­tum ist die Exi­stenz vie­ler hei­li­ger und gesun­der schwu­ler und zöli­ba­t­ä­rer Priester.“

Für die direk­ten oder indi­rek­ten Anhän­ger des homo­phi­len Zeit­gei­stes ist die­se Aus­sa­ge Aus­druck einer not­wen­di­gen pasto­ra­len Neu­be­wer­tung. Tat­säch­lich ist sie aber ein wei­te­rer Schritt, die über­lie­fer­te katho­li­sche Moral­leh­re auszuhebeln.

Da der Prie­ster als alter Chri­stus am Altar steht, berührt die Fra­ge ins­ge­samt das Prie­ster­tum und die gesam­te Sakra­men­ten­ord­nung. Ein bewußt homo­se­xu­el­ler Prie­ster am Altar wäre dem­nach ein Wider­spruch gegen das natür­li­che und das gött­li­che Gesetz. 

Die gesam­te Ekkle­sio­lo­gie, in der sich nach katho­li­schem Ver­ständ­nis das Natur­recht wider­spie­gelt, wür­de dadurch aus den Angeln geho­ben. Denn Chri­stus steht als Haupt (Bräu­ti­gam) sei­nem Leib, der Kir­che, also der Gemein­schaft der Gläu­bi­gen (Braut), gegen­über; dar­in fin­det zugleich die sakra­men­ta­le Ord­nung der Ehe zwi­schen Mann und Frau ihre Ent­spre­chung. In einer „Neu­be­wer­tung“ die­ser Ord­nung ist unschwer, so die Ver­tei­di­ger der über­lie­fer­ten Ord­nung, ein blas­phe­mi­scher und sakri­le­gi­scher Akt zu erkennen.

Die Auf­he­bung der kirch­li­chen Ord­nung und des über­lie­fer­ten Natur­rechts­ver­ständ­nis­ses wäre die Voll­endung eines Pro­zes­ses, des­sen gei­sti­ge Ursprün­ge in der Auf­klä­rung des 18. Jahr­hun­derts lie­gen und der im 19. Jahr­hun­dert durch säku­la­ri­sti­sche und anti­kirch­li­che Bewe­gun­gen ver­stärkt wur­de. Eine sol­che Ent­wick­lung wür­de die Kir­che nicht von außen besie­gen, son­dern sie von innen aus­höh­len und letzt­lich zur Selbst­auf­lö­sung führen. 

Pro­te­stan­ti­sche Gemein­schaf­ten haben die­sen Weg seit Jahr­zehn­ten vor­ge­zeich­net. Ihr Bei­spiel soll­te nach Ansicht vie­ler Beob­ach­ter eine War­nung und kein Vor­bild sein. Den­noch gibt es inner­halb der katho­li­schen Kir­che Krei­se, die die­sem Kurs fol­gen. Kri­ti­ker füh­ren dies nicht auf eine blo­ße pasto­ra­le Neu­ori­en­tie­rung zurück, son­dern sehen dar­in eine ideo­lo­gi­sche Über­for­mung kirch­li­chen Denkens.

Fran­zis­kus ließ kei­nen Zwei­fel dar­an, daß er sich in der Fra­ge der Homo-Agen­da mit dem Zeit­geist, dem ver­öf­fent­lich­ten Main­stream und den dahin­ter­ste­hen­den glo­ba­li­sti­schen Kräf­ten anpas­sen wollte.

Die Fra­ge wur­de bereits ein­mal medi­en­wirk­sam vor­ge­bracht, als in Ita­li­en der Fall eines Homo­se­xu­el­len ver­brei­tet wur­de, der in ein Prie­ster­se­mi­nar ein­tre­ten woll­te. Fran­zis­kus habe sich vor den ita­lie­ni­schen Bischö­fen dage­gen aus­ge­spro­chen, doch als die Sache bekannt wur­de, folg­te einer jener berüch­tig­ten berg­o­glia­ni­schen Rei­gen­tän­ze, die am Ende vor allem Ver­wir­rung hin­ter­lie­ßen, was kon­kret jenen in die Hän­de spielt, die die Moral­leh­re und die kirch­li­che Ord­nung ver­än­dern wollen.

Die Kritik Viganòs: „Der letzte Schritt einer langen Reihe“

Beson­ders scharf reagier­te Erz­bi­schof Car­lo Maria Viganò auf Pater Mar­tins Vor­stoß. Erz­bi­schof Viganò, ehe­mals Apo­sto­li­scher Nun­ti­us in den USA, wur­de durch sei­ne Kri­tik an Papst Fran­zis­kus im Umgang mit dem homo­se­xu­el­len Miß­brauchs­tä­ter Kar­di­nal Theo­do­re McCar­ri­ck bekannt. Und da wären wir schon wie­der beim Homo-Thema. 

Fran­zis­kus setz­te sei­ne Agen­da in der Homo-Fra­ge den­noch fort, wäh­rend Erz­bi­schof Viganò nach einem lan­gen Ent­frem­dungs­weg wegen sei­ner Wei­ge­rung, Fran­zis­kus als legi­ti­men Papst anzu­er­ken­nen, exkom­mu­ni­ziert wur­de. Da bis­her aus der kirch­li­chen Hier­ar­chie dem US-Jesui­ten nicht wider­spro­chen wur­de, doku­men­tie­ren wir Viganòs Stel­lung­nah­me, da die Argu­men­te zählen.

Viganò schrieb ver­gan­ge­ne Woche auf X:

„Der ver­wor­re­ne Vor­schlag von James Mar­tin SJ ist kei­ne pro­vo­ka­ti­ve Bemer­kung, son­dern der letz­te Schritt einer lan­gen Rei­he, die dar­auf abzielt, die Sodo­mie nicht nur unter den Lai­en, son­dern sogar unter dem Kle­rus zu legitimieren.“

Für Erz­bi­schof Viganò liegt der Kern des Pro­blems gera­de dar­in, daß eine mora­li­sche Neu­be­wer­tung vor­be­rei­tet wer­de. P. Mar­tins Hin­weis auf „hei­li­ge und gesun­de“ homo­se­xu­el­le Prie­ster bezeich­net er als ein trü­ge­ri­sches Argument:

„Die Hei­lig­keit, wenn sie echt ist, bekämpft unge­ord­ne­te Nei­gun­gen durch die sakra­men­ta­le Gna­de und die Aske­se, in der Abscheu davor, Gott durch schwe­re Sün­den zu beleidigen.“

Ein Konflikt um die Zukunft der Kirche: Barmherzigkeit oder Wahrheit?

Die Aus­ein­an­der­set­zung, so wird behaup­tet, zei­ge eine der gro­ßen Span­nun­gen der gegen­wär­ti­gen Kir­che: Wie ver­bin­det man pasto­ra­le Nähe mit der Bewah­rung über­lie­fer­ter Leh­re? Doch die­ses Pro­blem exi­stiert nur bedingt. Pasto­ral ist die Fra­ge mit Nach­bes­se­run­gen lös­bar. Ganz anders prä­sen­tiert sie sich, wenn über den Weg einer neu­en „pasto­ra­le Nähe“ in Wirk­lich­keit die Moral­leh­re geän­dert wer­den soll. Und genau dar­auf wei­sen die Signa­le hin, die im Pon­ti­fi­kat von Fran­zis­kus auf welt­kirch­li­cher Ebe­ne sicht­bar wurden. 

Die Homo­se­xua­li­sie­rung der west­li­chen Welt bleibt, wie es immer in der Geschich­te war, nicht ohne Reflex auf die Kir­che. Und all jene, die eine Anpas­sung an die Welt wün­schen, ob aus Eigen­nutz, ob als Mit­läu­fer oder nur aus Feig­heit, stre­ben die­se an.

Die Unter­stüt­zer von Pater Mar­tin sehen in sei­ner Posi­ti­on einen Aus­druck christ­li­cher Barm­her­zig­keit. Sie argu­men­tie­ren, daß Men­schen nicht auf­grund ihrer Ori­en­tie­rung pau­schal beur­teilt wer­den dürf­ten und daß die Kir­che jene beglei­ten müs­se, die nach einem Leben in Treue zum Evan­ge­li­um stre­ben. Genau das hat die Kir­che jedoch schon immer getan, indem sie mil­de gegen­über dem Sün­der, aber hart gegen­über der Sün­de war. 

Allein die Tat­sa­che, daß dies nicht mehr erkannt oder sogar in Fra­ge gestellt wird, zeigt an, daß in Wirk­lich­keit ein Para­dig­men­wech­sel ange­strebt wird.

Barm­her­zig­keit kann nicht von Wahr­heit getrennt wer­den. Fran­zis­kus zeig­te sich in sei­nen öffent­li­chen Gesten barm­her­zig, unter­ließ es in die­ser Fra­ge jedoch, die Wahr­heit zu ver­kün­den. So besteht die Gefahr, daß die Kir­che unter dem Druck gesell­schaft­li­cher Erwar­tun­gen Begrif­fe und Bewer­tun­gen über­nimmt, die mit der offen­bar­ten Wahr­heit und ihrer theo­lo­gi­schen Tra­di­ti­on nicht ver­ein­bar sind.

Gera­de beim Prie­ster­tum geht es nicht nur um beson­de­re Ver­ant­wor­tung, son­dern um eine sub­stan­ti­el­le und exi­sten­ti­el­le Ver­ant­wor­tung. Der Prie­ster ist nicht ein­fach ein Ver­tre­ter gesell­schaft­li­cher Grup­pen, als der P. James Mar­tin auf­tritt, son­dern steht für eine geist­li­che Wirk­lich­keit, die eine beson­de­re Hin­ga­be und Über­ein­stim­mung mit der kirch­li­chen Leh­re voraussetzt. 

Die Aus­ein­an­der­set­zung um James Mar­tin ist letzt­lich ein Stell­ver­tre­ter­kon­flikt. Hin­ter der kon­kre­ten Fra­ge nach homo­se­xu­el­len Prie­stern steht eine grö­ße­re Fra­ge: Wird die Kir­che in einer ver­än­der­ten gesell­schaft­li­chen Umge­bung unter dem Vor­wand der pasto­ra­len „Öff­nung“ schritt­wei­se ver­än­dern, was sie bis­lang gelehrt hat?

2010 sabo­tier­ten Kuri­en­krei­se die Absicht Bene­dikt XVI., den hei­li­gen Johan­nes Vian­ney zum Patron der Prie­ster zu erhe­ben. Die jüng­ste Ent­wick­lung läßt erah­nen, war­um dem so war.

Nach­fol­gend die voll­stän­di­ge, wie immer poin­tier­te Stel­lung­nah­me von Erz­bi­schof Car­lo Maria Viganò auf X:

Der irr­wit­zi­ge Vor­schlag von James Mar­tin SJ ist kei­ne pro­vo­ka­ti­ve Bemer­kung, son­dern der letz­te Schritt einer lan­gen Rei­he von Maß­nah­men, die dar­auf abzie­len, die Sodo­mie nicht nur unter den Lai­en, son­dern sogar im Kle­rus zu legitimieren.

Er stellt einen offen­kun­di­gen und uner­träg­li­chen Wider­spruch zur immer­wäh­ren­den Leh­re der Hei­li­gen Mut­ter Kir­che dar, zur Hei­li­gen Schrift, die homo­se­xu­el­le Hand­lun­gen ohne jede Zwei­deu­tig­keit als ein natur­wid­ri­ges Gräu­el ver­ur­teilt (vgl. Levi­ti­kus 18,22; Römer 1,26–27; 1 Korin­ther 6,9–10), sowie zum kirch­li­chen Lehramt.

Das von James Mar­tin vor­ge­brach­te Argu­ment – „die Exi­stenz vie­ler hei­li­ger und gesun­der schwu­ler und zöli­ba­t­ä­rer Prie­ster“ – ist ein irre­füh­ren­der Sophis­mus und eine Lüge: Die Hei­lig­keit bekämpft, wenn sie echt ist, unge­ord­ne­te Nei­gun­gen durch die sakra­men­ta­le Gna­de und die Aske­se, in der Abscheu davor, Gott durch abscheu­li­che Sün­den zu beleidigen.

Die Hei­li­ge Kir­che lehrt, daß die Sodo­mie ein schwer­wie­gen­des objek­ti­ves Fehl­ver­hal­ten ist, kei­ne neu­tra­le oder posi­ti­ve Wirk­lich­keit. Zu behaup­ten, auf die­ser Grund­la­ge eine „Öff­nung“ für die Wei­he begrün­den zu kön­nen, bedeu­tet die Leug­nung des Natur­ge­set­zes sowie eine Ver­let­zung der Gebo­te Gottes.

Die Wei­he von Män­nern mit tief ver­wur­zel­ten homo­se­xu­el­len Nei­gun­gen wür­de nicht nur die kirch­li­che Norm ver­let­zen, son­dern die Her­de auch schwer­sten Ärger­nis­sen aus­set­zen, die bereits weit ver­brei­te­te Schwu­len­lob­by inner­halb des Kle­rus wei­ter för­dern und die Hei­lig­keit des Sakra­men­tes belei­di­gen. Das Prie­ster­tum ist kein sub­jek­ti­ves Recht und kein Instru­ment ideo­lo­gi­scher „Inklu­si­on“: Es ist eine gött­li­che Gabe, die eine voll­stän­di­ge Über­ein­stim­mung mit dem Wil­len Got­tes und Hei­lig­keit des Lebens verlangt.

Eben­so ist offen­sicht­lich, daß die­se Ope­ra­ti­on – die von hohen Ver­tre­tern der kon­zi­li­ar-syn­oda­len Hier­ar­chie und auch von Pre­vost selbst weit­ge­hend unter­stützt wird – vor allem dazu dient, das mora­li­sche Urteil über die Sodo­mie umzu­keh­ren, indem aus einer Sün­de, die vor dem Ange­sicht Got­tes nach Ver­gel­tung schreit, ein Zustand gemacht wird, der sogar einer Beru­fung zum Prie­ster­tum wür­dig erscheint.

Kurz gesagt: Hier haben wir es mit einem „Cice­ro pro domo sua“ zu tun – eine im Leib der Kir­che fest­ge­setz­te Lob­by von Per­ver­sen führt die neo­mo­der­ni­sti­sche Hier­ar­chie unauf­halt­sam dazu, sich offen zugun­sten der Sodo­mie zu posi­tio­nie­ren, und zwar aus per­sön­li­chem Vor­teil. Die Vor­ge­hens­wei­se ist stets die­sel­be: Jene, die bestimm­te Sün­den (im reli­giö­sen Bereich) und bestimm­te Straf­ta­ten (im zivi­len Bereich) legi­ti­mie­ren, tun dies nur des­halb, weil es sich um genau jene Sün­den und Straf­ta­ten han­delt, die sie selbst unge­straft praktizieren.

Die Kon­ser­va­ti­ven stel­len – mit dem Zynis­mus, der sie kenn­zeich­net – fest, daß sol­che Aus­fäl­le von einem Jesui­ten stam­men, der bekannt­lich „grenz­wer­tig“ sei, und daß sich am Lehr­amt nichts geän­dert habe. Sie geben vor, nicht zu ver­ste­hen, daß James Mar­tin nur ein Hof­narr ist, dem die Macht erlaubt, aus­drück­lich aus­zu­spre­chen, was sie inof­fi­zi­ell längst zu tun beschlos­sen hat.

Text/​Übersetzung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati­can­Me­dia (Screen­shot)

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