EU erklärt Abtreibungspille zum „kritischen Arzneimittel“

Linke Tabus und wer dagegen seine Stimme erhebt


Während ein globalistisches Establishment die Bürger in den EU-Mitgliedsstaaten von einer Angstwelle durch die nächste jagen, werden vom EU-Parlament unbeeindruckt Beschlüsse mit ideologischen Scheuklappen gefaßt
Während ein globalistisches Establishment die Bürger in den EU-Mitgliedsstaaten von einer Angstwelle durch die nächste jagen, werden vom EU-Parlament unbeeindruckt Beschlüsse mit ideologischen Scheuklappen gefaßt

Wäh­rend in Brüs­sel weit­rei­chen­de Wei­chen­stel­lun­gen mit enor­mer gesell­schaft­li­cher Trag­wei­te erfol­gen, bedarf es offen­bar einer US-ame­ri­ka­ni­schen Nach­rich­ten­sei­te, um auf deren Bri­sanz auf­merk­sam zu machen. Das Por­tal Life­Si­teNews berich­te­te exklu­siv über einen Vor­stoß im EU-Par­la­ment, der es in sich hat: Die Ein­stu­fung der Abtrei­bungs­pil­le als „kri­ti­sches“ Medi­ka­ment im Rah­men eines neu­en EU-Gesetzes.

Daß eine ame­ri­ka­ni­sche Platt­form auf einen so grund­le­gen­den Vor­gang in der EU hin­wei­sen muß, wirft ein bezeich­nen­des Licht auf die poli­ti­sche und media­le Land­schaft Euro­pas. Das The­ma Abtrei­bung ist hier längst zu einem ideo­lo­gi­schen Ban­ner lin­ker Gesell­schafts­po­li­tik gewor­den – weit­ge­hend ent­zo­gen einer offe­nen, kon­tro­ver­sen Debat­te. Wer grund­le­gen­de Fra­gen stellt, dem droht das Abseits. Die Fol­gen die­ser Tabui­sie­rung rei­chen weit über den mora­li­schen Dis­kurs hinaus.

Der „Critical Medicine Act“: Ideologische Weichenstellung als Versorgungssicherheit getarnt

Kon­kret geht es um den soge­nann­ten Cri­ti­cal Medi­ci­ne Act (CMA), der am 20. Janu­ar mit gro­ßer Mehr­heit vom EU-Par­la­ment ange­nom­men wur­de. Ziel des Geset­zes ist es offi­zi­ell, die Ver­sor­gung mit essen­ti­el­len Medi­ka­men­ten sicher­zu­stel­len und Lie­fer­ket­ten in Euro­pa zu sta­bi­li­sie­ren. Arz­nei­mit­tel, deren Man­gel „ern­sten Scha­den“ ver­ur­sa­chen wür­de, wer­den auf eine „Uni­ons­li­ste kri­ti­scher Arz­nei­mit­tel“ gesetzt.

Auf die­ser Liste fin­den sich jedoch nicht nur klas­si­sche Not­fall- oder Krebs­me­di­ka­men­te, son­dern erstaun­li­cher­wei­se auch Ver­hü­tungs­mit­tel – sowie der Wirk­stoff Mife­pri­ston, der für che­mi­sche Abtrei­bun­gen ein­ge­setzt wird (sie­he dazu: Che­mi­sche Abtrei­bung: Schockie­ren­de Daten).

Der öster­rei­chi­sche EU-Abge­ord­ne­te Gerald Hau­ser von der Frei­heit­li­che Par­tei Öster­reichs (FPÖ) übte im Gespräch mit Life­Si­teNews schar­fe Kri­tik an die­ser Entscheidung:

„Zu einer Zeit sin­ken­der Gebur­ten­ra­ten soll­te die EU dar­über nach­den­ken, war­um in Euro­pa immer weni­ger Kin­der gebo­ren wer­den, statt die­sen Trend zu för­dern“, so Hauser.

Die Ein­stu­fung einer Abtrei­bungs­pil­le als „system­re­le­vant“ sei ein mora­li­scher Tief­punkt. Dadurch wer­de sie nicht nur sym­bo­lisch auf­ge­wer­tet, son­dern erhal­te kon­kre­te Prio­ri­tät bei Beschaf­fung, För­der­pro­gram­men und mög­li­cher Bevor­ra­tung. Das Gesetz könn­te zu EU-Sub­ven­tio­nen für die Abtrei­bungs­pil­le füh­ren und Mit­glied­staa­ten ver­pflich­ten, Min­dest­be­stän­de vor­zu­hal­ten – selbst in Län­dern mit stark ein­ge­schränk­ter Abtrei­bungs­ge­setz­ge­bung wie Polen oder Malta.

Souveränitätsverlust und Zwangsverteilung

Hau­ser kri­ti­sier­te zudem, daß der CMA eine ver­pflich­ten­de Ver­tei­lung von Bestän­den zwi­schen Mit­glied­staa­ten vor­se­he. Natio­na­le Kom­pe­ten­zen wür­den wei­ter nach Brüs­sel verlagert.

Unter dem Vor­wand der „Ver­sor­gungs­si­cher­heit“ wer­de eine ideo­lo­gi­sche Agen­da vor­an­ge­trie­ben. Wenn die „Wir­kung“ eines angeb­li­chen „Heil­mit­tels“ die Abtrei­bung sei, so Hau­ser, wer­de damit das Kind zur „Krank­heit“ erklärt. Die­se Logik sei absurd und inakzeptabel.

Bemer­kens­wert ist auch das Abstim­mungs­ver­hal­ten im Par­la­ment: Die FPÖ und ande­re rech­te Par­tei­en stimm­ten geschlos­sen gegen den CMA. Die lin­ken Frak­tio­nen und die Libe­ra­len – aber auch vie­le Abge­ord­ne­te der christ­de­mo­kra­ti­schen Frak­ti­on – votier­ten jedoch dafür. Hau­ser warf ins­be­son­de­re der Öster­rei­chi­schen Volks­par­tei (ÖVP) vor, trotz ihres offi­zi­el­len Bekennt­nis­ses zum Lebens­schutz in Brüs­sel jede ideo­lo­gi­sche Vor­ga­be mitzutragen.

„My Voice, My Choice“: EU-Fonds für Abtreibung

Hin­zu kommt die Euro­päi­sche Bür­ger­initia­ti­ve My Voice, My Choice, die im Dezem­ber vom Par­la­ment gebil­ligt wur­de. Sie for­dert einen Rechts­rah­men für einen EU-Fonds, aus dem Mit­glied­staa­ten Abtrei­bun­gen für Frau­en finan­zie­ren könn­ten, die nicht über aus­rei­chen­de Mit­tel ver­fü­gen. Auch hier zeigt sich eine struk­tu­rel­le Ver­an­ke­rung der Tötung unge­bo­re­ner Kin­der auf EU-Ebene.

Damit wird Abtrei­bung nicht nur als indi­vi­du­el­les „Recht“, son­dern zuneh­mend als poli­tisch zu sichern­des, finan­zi­ell zu för­dern­des und insti­tu­tio­nell abzu­si­chern­des Gut behan­delt. Dahin­ter steht auch eine struk­tu­rel­le Ziel­set­zung, die natio­na­le Sou­ve­rä­ni­tät der EU-Mit­glieds­staa­ten aus­zu­he­beln und die EU zum Super­staat zu machen. Die gesell­schafts­po­li­tisch lin­ke Mehr­heit im EU-Par­la­ment will jenen Mit­glieds­staa­ten, die das Lebens­recht ver­tei­di­gen die Abtrei­bungs-Agen­da auf­zwin­gen. Und natür­lich dient jeder Schritt die­ser Mehr­heit, die Natio­nal­staa­ten zu ent­mach­ten und die EU als allei­ni­gen Hoheits­trä­ger zu etablieren.

Der größere Kontext: Demographischer Winter und Migrationsdruck

Die jüng­ste Ent­schei­dung des EU-Par­la­ments fällt in eine Pha­se histo­risch nied­ri­ger Gebur­ten­ra­ten in nahe­zu allen euro­päi­schen Län­dern. Der „demo­gra­phi­sche Win­ter“ ist längst Rea­li­tät: schrump­fen­de und altern­de Bevöl­ke­run­gen, stei­gen­de Sozi­al­la­sten, Fach­kräf­te­man­gel, zuneh­men­de Abhän­gig­keit von Zuwanderung.

Kri­ti­ker sehen dar­in eine Zan­gen­be­we­gung: Auf der einen Sei­te sin­ken­de Gebur­ten­zah­len und die gesell­schaft­li­che Nor­ma­li­sie­rung der Abtrei­bung, auf der ande­ren Sei­te mas­si­ve Migra­ti­ons­strö­me mit tief­grei­fen­den kul­tu­rel­len, öko­no­mi­schen und sicher­heits­po­li­ti­schen Ver­schie­bun­gen. Euro­pas Völ­ker gerie­ten so unter Druck – demo­gra­phisch wie identitätspolitisch.

Seit den 1990er-Jah­ren, im Zuge fort­schrei­ten­der Inte­gra­ti­on und Glo­ba­li­sie­rung, habe sich die­ser Pro­zeß deut­lich beschleu­nigt. Ein glo­ba­li­stisch ori­en­tier­tes Estab­lish­ment nut­ze lin­ke Par­tei­en und ihr gesell­schaft­li­ches Umfeld als poli­ti­sche Trä­ger und Durch­set­zungs­in­stru­men­te. In die­ser Les­art ist die Ein­stu­fung der Abtrei­bungs­pil­le als „kri­ti­sches Medi­ka­ment“ kein iso­lier­ter Ver­wal­tungs­akt, son­dern Aus­druck einer lang­fri­sti­gen gesell­schafts­po­li­ti­schen Stra­te­gie. Die­sel­ben Kräf­te, die seit Jahr­zehn­ten, mas­siv seit 1968 die Gebur­ten der euro­päi­schen Völ­ker zu redu­zie­ren ver­su­chen, pro­pa­gie­ren zugleich die Mas­sen­ein­wan­de­rung. Die­ser dop­pel­ter Aktio­nis­mus hat die Auf­lö­sung der euro­päi­schen Völ­ker zum Ziel, die par­al­lel auch zur Auf­lö­sung der Natio­nal­staa­ten füh­ren soll. Durch die bevöl­ke­rungs­po­li­ti­schen Ver­än­de­run­gen, soll an die Stel­le histo­ri­scher Völ­ker eine weit­ge­hend bin­dungs­lo­se Bevöl­ke­rung tre­ten, die einer Sou­ve­rä­ni­täts­ver­schie­bung von den Natio­nal­staa­ten zu über­na­tio­na­len Ebe­nen kei­nen Wider­stand entgegensetzt.

Tabu statt Debatte

Unab­hän­gig von poli­ti­scher Posi­tio­nie­rung zeigt der Vor­gang vor allem eines: Eine grund­le­gen­de gesell­schaft­li­che Debat­te über Lebens­recht, Demo­gra­phie, Migra­ti­on und euro­päi­sche Zukunfts­fra­gen fin­det auf EU-Ebe­ne kaum noch statt. Wer sie anstößt, von dem wird behaup­tet, er stün­de außer­halb des akzep­tier­ten Mei­nungs­kor­ri­dors. Ein dem Estab­lish­ment ver­bun­de­ne, weit­ge­hend lin­ke Medi­en­land­schaft dient der Kon­trol­le der öffent­li­chen Mei­nung. Sie fil­tert, wor­über gespro­chen wer­den soll und wie dar­über gespro­chen wer­den soll.

Daß eine US-ame­ri­ka­ni­sche Platt­form wie Life­Si­teNews nötig ist, um auf eine solch weit­rei­chen­de Ent­schei­dung auf­merk­sam zu machen, ver­deut­licht die Schief­la­ge. Wenn Fra­gen von Leben, Fami­lie und Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung nicht mehr offen dis­ku­tiert wer­den, son­dern admi­ni­stra­tiv als „kri­ti­sche Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung“ ver­packt wer­den, dann ist nicht nur ein poli­ti­scher, son­dern ein zivi­li­sa­to­ri­scher Wen­de­punkt erreicht. 

Abschlie­ßend bleibt fest­zu­hal­ten: Dank gebührt dem öster­rei­chi­schen EU-Abge­ord­ne­ten Gerald Hau­ser von der FPÖ für sei­nen öffent­li­chen Wider­spruch – und dem US-ame­ri­ka­ni­schen Nach­rich­ten­por­tal Life­Si­teNews, das die Auf­merk­sam­keit auf die­sen weit­rei­chen­den Vor­gang gelenkt hat.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Life­Si­teNews

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