Peter Kwasniewki: „Das ist es, was sie den ‚Neuen Frühling‘ nennen“

Traditionis custodes und der Kampf gegen die Tradition


Seit dem 19. März dürfen in der Kathedrale von Austin keine Heiligen Messen im überlieferten Ritus mehr zelebriert werden
Seit dem 19. März dürfen in der Kathedrale von Austin keine Heiligen Messen im überlieferten Ritus mehr zelebriert werden

Im Febru­ar gab das Bis­tum Austin in Texas bekannt, daß Bischof Joe Ste­ve Vás­quez, der von Bene­dikt XVI. ernannt wor­den war, die bei­den an Sonn- und Fei­er­ta­gen in sei­ner Kathe­dra­le zele­brier­ten Hei­li­gen Mes­sen im über­lie­fer­ten Ritus ersatz­los gestri­chen hat.

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Zur Begrün­dung wur­de auf das Motu pro­prio Tra­di­tio­nis cus­to­des von Papst Fran­zis­kus ver­wie­sen. Fran­zis­kus hat­te Bischof Vás­quez kurz zuvor auch zum Apo­sto­li­schen Admi­ni­stra­tor des Bis­tums Tyler ernannt, des­sen Bischof Joseph Strick­land Fran­zis­kus im Novem­ber 2023 wegen des­sen Tra­di­ti­ons­freund­lich­keit abge­setzt hat­te. Am Tag, nach­dem die letz­ten Hei­li­gen Mes­sen im über­lie­fer­ten Ritus in der Kathe­dra­le von Austin zele­briert wur­den, nahm Peter Kwas­niew­ski zu der gegen die Tra­di­ti­on gerich­te­ten Can­cel Cul­tu­re in Austin Stel­lung. Am 19. März, dem Josephs­fest, trat das Ver­bot in Kraft. Wegen der Bedeu­tung des Ereig­nis­ses und zu des­sen Ein­ord­nung doku­men­tie­ren wir Kwas­niew­skis Reak­ti­on:

„Am Pas­si­ons­sonn­tag ver­zeich­ne­te die letz­te Mes­se in der St. Mary’s Cathe­dral in Austin einen Besu­cher­re­kord: 327 bei der 7‑Uhr-Mes­se und 535 bei der 15:30-Uhr-Messe. Der Bischof streicht die bei­den best­be­such­ten Mes­sen der Kathe­dra­le. Dies, lie­be Freun­de, ist es, was sie den ‚Neu­en Früh­ling‘ und die ‚Neue Evan­ge­li­sie­rung‘ nennen.“

Peter Kwas­niew­ski, Phi­lo­soph, Lit­ur­gi­ker, Kir­chen­mu­si­ker und Kom­po­nist, auf X (Twit­ter) am 18. März 2024

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: X (Screen­shot)

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Katho­li­sches war die erste katho­li­sche Publi­ka­ti­on, die das Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus kri­tisch beleuch­te­te, als ande­re noch mit Schön­re­den die Qua­dra­tur des Krei­ses versuchten.

Die­se Posi­ti­on haben wir uns weder aus­ge­sucht noch sie gewollt, son­dern im Dienst der Kir­che und des Glau­bens als not­wen­dig und fol­ge­rich­tig erkannt. Damit haben wir die Bericht­erstat­tung verändert.

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3 Kommentare

  1. APOSTOLISCHES SCHREIBEN
    IN FORM EINES MOTU PROPRIO

    VON PAPST FRANZISKUS

    «TRADITIONIS CUSTODES»

    ÜBER DEN GEBRAUCH DER RÖMISCHEN LITURGIE IN DER GESTALT VOR DER REFORM VON 1970

    Nach­dem ich nun die von den Bischö­fen geäu­ßer­ten Wün­sche erwo­gen und die Mei­nung der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on gehört habe, ist es mei­ne Absicht, mit die­sem Apo­sto­li­schen Schrei­ben in der bestän­di­gen Suche nach der kirch­li­chen Gemein­schaft wei­ter fort­zu­schrei­ten. Daher habe ich es für ange­mes­sen gehal­ten, Fol­gen­des zu bestimmen:

    Art. 1. Die von den hei­li­gen Päp­sten Paul VI. und Johan­nes Paul II. in Über­ein­stim­mung mit den Dekre­ten des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils pro­mul­gier­ten lit­ur­gi­schen Bücher sind die ein­zi­ge Aus­drucks­form der Lex oran­di des Römi­schen Ritus.

    Art. 2. Dem Diö­ze­san­bi­schof als Lei­ter, För­de­rer und Wäch­ter des gesam­ten lit­ur­gi­schen Lebens in der ihm anver­trau­ten Teil­kir­che [5] obliegt die Rege­lung der lit­ur­gi­schen Fei­ern in der eige­nen Diö­ze­se. [6] Daher ist es sei­ne aus­schließ­li­che Zustän­dig­keit, den Gebrauch des Mis­sa­le Roma­num von 1962 in sei­ner Diö­ze­se zu gestat­ten und dabei den Wei­sun­gen des Apo­sto­li­schen Stuh­les zu folgen.

    Art. 3. In den Diö­ze­sen, in denen es bis­her eine oder meh­re­re Grup­pen gibt, die nach dem Mis­sa­le vor der Reform von 1970 zele­brie­ren, hat der Bischof:

    § 1 sicher­zu­stel­len, dass die­se Grup­pen nicht die Gül­tig­keit und die Legi­ti­mi­tät der Lit­ur­gie­re­form, der Bestim­mun­gen des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils und des Lehr­am­tes der Päp­ste ausschließen;

    § 2 einen oder meh­re­re Orte zu bestim­men, wo die Gläu­bi­gen, die zu die­sen Grup­pen gehö­ren, sich zur Eucha­ri­stie­fei­er ver­sam­meln kön­nen (jedoch nicht in den Pfarr­kir­chen und ohne neue Per­so­nal­pfar­rei­en zu errichten);

    § 3 am ange­ge­be­nen Ort die Tage zu bestim­men, an denen die Fei­er der Eucha­ri­stie unter Ver­wen­dung des vom hei­li­gen Johan­nes XXIII. 1962 pro­mul­gier­ten Römi­schen Mess­buchs mög­lich ist. [7] Bei die­sen Fei­ern sol­len die Lesun­gen in der Volks­spra­che vor­ge­tra­gen wer­den, wobei die Über­set­zun­gen der Hei­li­gen Schrift zu ver­wen­den sind, die von den jewei­li­gen Bischofs­kon­fe­ren­zen für den lit­ur­gi­schen Gebrauch appro­biert wurden;

    § 4 einen Prie­ster zu ernen­nen, der als Beauf­trag­ter des Bischofs mit der Zele­bra­ti­on und der pasto­ra­len Sor­ge für die­se Grup­pen von Gläu­bi­gen betraut wird. Der Prie­ster soll für die­se Auf­ga­be geeig­net sein, eine Kom­pe­tenz im Hin­blick auf den Gebrauch des Mis­sa­le Roma­num vor der Reform von 1970 besit­zen, eine der­ar­ti­ge Kennt­nis der latei­ni­schen Spra­che haben, die es ihm erlaubt, die Rubri­ken und die lit­ur­gi­schen Tex­te voll­stän­dig zu ver­ste­hen, von einer leben­di­gen pasto­ra­len Lie­be und einem Sinn für die kirch­li­che Gemein­schaft beseelt sein. Es ist näm­lich erfor­der­lich, dass dem beauf­trag­ten Prie­ster nicht nur die wür­di­ge Fei­er der Lit­ur­gie, son­dern auch die pasto­ra­le und spi­ri­tu­el­le Sor­ge um die Gläu­bi­gen am Her­zen liegt;

    § 5 in den Per­so­nal­pfar­rei­en, die zum Wohl die­ser Gläu­bi­gen kano­nisch errich­tet wor­den sind, eine ent­spre­chen­de Über­prü­fung in Bezug auf deren tat­säch­li­che Nütz­lich­keit für das geist­li­che Wachs­tum durch­zu­füh­ren und zu bewer­ten, ob sie bei­zu­be­hal­ten sind oder nicht;

    § 6 dafür Sor­ge zu tra­gen, die Bil­dung neu­er Grup­pen nicht zu genehmigen.

    Art. 4. Die Prie­ster, die nach der Ver­öf­fent­li­chung die­ses Motu Pro­prio geweiht wer­den und beab­sich­ti­gen, nach dem Mis­sa­le Roma­num von 1962 zu zele­brie­ren, müs­sen eine for­ma­le Anfra­ge an den Diö­ze­san­bi­schof rich­ten, der vor der Ertei­lung der Geneh­mi­gung den Apo­sto­li­schen Stuhl konsultiert.

    Art. 5. Die Prie­ster, die schon nach dem Mis­sa­le Roma­num von 1962 zele­brie­ren, sol­len vom Diö­ze­san­bi­schof die Geneh­mi­gung erbit­ten, wei­ter­hin von die­ser Befug­nis Gebrauch zu machen.

    Art. 6. Die Insti­tu­te des geweih­ten Lebens und die Gesell­schaf­ten des apo­sto­li­schen Lebens, die sei­ner­zeit von der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei errich­tet wur­den, gehen in die Zustän­dig­keit der Kon­gre­ga­ti­on für die Insti­tu­te des geweih­ten Lebens und der Gesell­schaf­ten apo­sto­li­schen Lebens über.

    Art. 7. Die Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung sowie die Kon­gre­ga­ti­on für die Insti­tu­te des geweih­ten Lebens und der Gesell­schaf­ten apo­sto­li­schen Lebens üben im Hin­blick auf die Mate­ri­en, für die sie zustän­dig sind, die Auto­ri­tät des Hei­li­gen Stuhls aus, indem sie über die Beach­tung die­ser Bestim­mun­gen wachen.

    Art. 8. Die vor­aus­ge­hen­den Nor­men, Instruk­tio­nen, Gewäh­run­gen und Gewohn­hei­ten, die nicht dem ent­spre­chen, was in die­sem Motu Pro­prio fest­ge­legt wird, sind außer Kraft gesetzt.

    Ich ord­ne an, dass all das, was ich mit die­sem Apo­sto­li­schen Schrei­ben in Form eines Motu Pro­prio ent­schie­den habe, in allen sei­nen Tei­len, unge­ach­tet gegen­tei­li­ger Bestim­mun­gen, auch wenn sie beson­de­rer Erwäh­nung wert wären, befolgt wird. Ich lege fest, dass es durch Ver­öf­fent­li­chung im „L’Osservatore Roma­no“ pro­mul­giert wird, unmit­tel­bar in Kraft tritt und spä­ter im Amts­blatt­des Hei­li­gen Stuhls Acta Apo­sto­li­cae Sedis ver­öf­fent­licht wird.

    Gege­ben zu Rom, bei St. Johan­nes im Late­ran, am 16. Juli 2021, dem Gedenk­tag Unse­rer Lie­ben Frau auf dem Ber­ge Kar­mel, im neun­ten Jahr unse­res Pontifikates.

    FRANZISKUS

    Wo, bit­te, bleibt der ver­ein­te Auf­schrei der katho­li­schen Tra­di­ti­on gegen die­se Knebelbestimmungen?

    War­um, bit­te, gibt es kei­ne Kir­chen­be­set­zun­gen, wie die besetz­te Kir­che Saint-Nico­las-du-Char­don­net im Zen­trum von Paris?

    War­um wird das Haus­ver­bot für die tra­di­tio­nel­le Mes­se im Vati­kan nicht so lan­ge gebro­chen, bis der Papst der tra­di­tio­nel­len latei­ni­schen Mes­se ihren gebüh­ren­den Platz zurück gibt?

    War­um so zag­haft und brav? Was haben wir damit gewon­nen? Die Tra­di­ti­on ver­liert nur.

  2. Was soll man dazu noch sagen? 

    Von Sei­ten der ihrer Mes­se und Heim­stadt beraub­ten Katho­li­ken wird nichts pas­sie­ren.… so wie immer.
    Weg­ducken und still sein.
    Beken­ner­mut sieht anders aus

  3. Unver­kenn­bar han­delt die­ser Bischof ganz im Sin­ne des Pap­stes, wenn er die
    „Triden­ti­ni­sche Mes­se“ ver­bie­tet. Heuch­le­risch ist es aber, wenn die­ser Papst
    sei­ne völ­li­ge Über­ein­stim­mung mit sei­nem Vor­gän­ger betont, aber statt im Sinne
    Papst Bene­dikts XVI einen Aus­gleich zu suchen mit den Anhän­gern der Alten Messe
    die Kon­fron­ta­ti­on sucht und dabei etwas noch nie in der Kirchengeschichte
    Dage­we­se­nes unter­nimmt, die Mes­se in der Gestalt zu ver­bie­ten, wie sie hunderte
    von Jah­ren in der gan­zen Kir­che zele­briert wur­de als hät­te sich die Kir­che in
    die­ser gan­zen Zeit geirrt in der Fra­ge, wie der Got­tes­dienst zu zele­brie­ren sei.

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