Globaler Bildungspakt von Papst Franziskus – ohne Gott

Der rote Faden ist die Brüderlichkeit

Papst Franziskus im September 2019 bei der Ankündigung des Globalen Bildungspaktes an der Lateranuniversität.
Papst Franziskus im September 2019 bei der Ankündigung des Globalen Bildungspaktes an der Lateranuniversität.

(Rom) Mit einer Video­bot­schaft wand­te sich Papst Fran­zis­kus an die Teil­neh­mer des Glo­bal Com­pact on Edu­ca­ti­on kurz Edu­ca­ti­on Pact genannt. Der Glo­ba­le Bil­dungs­pakt, so die deut­sche Bezeich­nung, ist eine Initia­ti­ve von Papst Fran­zis­kus, die im ver­gan­ge­nen Jahr ange­kün­digt wur­de.
Mit ihm will Fran­zis­kus in Zusam­men­ar­beit mit der UNO „alle Men­schen guten Wil­lens für eine Erzie­hung zur Brü­der­lich­keit“ gewin­nen. Katholisches.info stellt dazu eine Such­auf­ga­be in den Raum.

An die Tagungs­teil­neh­mer, die sich an der Päpst­li­chen Late­ran­uni­ver­si­tät in Rom ver­sam­melt hat­ten, rich­te­ten sowohl der Papst als auch die UNESCO-Gene­ral­se­kre­tä­rin Audrey Azou­lay eine Video­bot­schaft. Ziel des Pap­stes ist es, glo­bal ein neu­es Bil­dungs­kli­ma zu för­dern, das „Brü­der­lich­keit, Frie­den und Gerech­tig­keit“ her­vor­bringt.

Der Bil­dungs­pakt, der mit der Tagung und der Papst­bot­schaft lan­ciert wur­de, soll im Bil­dungs­be­reich dazu erzie­hen, „Spal­tun­gen und Gegen­sät­ze zu über­win­den“ und „alter­na­ti­ve Wege der Defi­ni­ti­on von Wirt­schaft, Poli­tik, Wachs­tum und Fort­schritt zu fin­den“.

Papst Fran­zis­kus zieht einen roten Faden, mit dem er das Doku­ment zur För­de­rung einer uni­ver­sel­len Brü­der­lich­keit, das er im Febru­ar 2019 zusam­men mit Ahmad al-Tay­y­eb, dem isla­mi­schen Groß­i­mam von Al-Azhar (Kai­ro), in Abu Dha­bi unter­zeich­ne­te, sei­ne jüng­ste Enzy­kli­ka Fra­tel­li tut­ti, die ein poli­ti­sches Mani­fest ist, und den Glo­ba­len Bil­dungs­pakt mit­ein­an­der ver­knüpft. Sowohl in der Enzy­kli­ka als auch in sei­ner Bot­schaft zum Bil­dungs­pakt ver­weist das Kir­chen­ober­haupt auf das Abu-Dha­bi-Doku­ment und Groß­i­mam al-Tay­y­eb.

In die­sem Sin­ne wird auch am kom­men­den 19. Novem­ber, wie­der­um in den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten, ein Stu­di­en­se­mi­nar zum Abu-Dha­bi-Doku­ment statt­fin­den. In die­sem Emi­rat ent­steht auch eine gro­ße Tem­pel­an­la­ge der „Abra­ha­mi­ti­schen Reli­gio­nen“, die neben­ein­an­der die Errich­tung von drei äußer­lich nicht unter­scheid­ba­ren kubi­schen Bau­ten vor­sieht: einer Moschee, einer Kir­che und einer Syn­ago­ge. Die drei Bau­ten sind eben­erdig mit­ein­an­der ver­bun­den. Dahin­ter steht die Annah­me, das Juden­tum, das Chri­sten­tum und der Islam wür­den den­sel­ben Gott anbe­ten. Das Bau­pro­jekt ist die archi­tek­to­ni­sche Umset­zung von Les­sings Ring­pa­ra­bel „Nathan der Wei­se“. Kri­ti­ker spre­chen vom ersten Schritt zur Welt­ein­heits­re­li­gi­on. Papst Fran­zis­kus unter­stützt den Bau.

Die Gaia/Pachamama-Münze des Vatikans

Ein laten­ter Rela­ti­vis­mus mit syn­kre­ti­sti­scher Bei­men­gung bestä­tigt sich in der Aus­ga­be einer neu­en Vati­kan­mün­ze, die seit heu­te erhält­lich ist. Es han­delt sich um eine 10-Euro-Sil­ber­mün­ze. Anlaß für die Aus­ga­be ist der 50. Tag der Erde. Gedenk- und Akti­ons­ta­ge die­ser Art gibt es inzwi­schen unzäh­li­ge, von denen vie­le den mei­sten Men­schen unbe­kannt sind. Der Tag der Erde ist ein sol­cher Akti­ons­tag, der nicht zu den offi­zi­el­len Welt­ta­gen der UNO gehört.

Die neue Sil­ber­mün­ze des Vati­kans

Die vati­ka­ni­sche Sil­ber­mün­ze zeigt auf der Rück­sei­te das Wap­pen von Papst Fran­zis­kus mit dem Ver­weis auf das ach­te Jahr sei­nes Pon­ti­fi­kats und auf der Vor­der­sei­te eine Frau­en­dar­stel­lung, die mit der Pach­a­ma­ma iden­ti­fi­ziert wer­den kann. Eine india­ni­sche Frau, die mit der Erde schwan­ger ist. So wird auch Gaia, die öko­heid­ni­sche „Mut­ter Erde“, dar­ge­stellt. Da sich Pach­a­ma­ma histo­risch nicht bele­gen läßt, scheint im Zuge der Ama­zo­nas­syn­ode die alt­grie­chi­sche Gott­heit Gaia in neu­em Gewand in die Kir­che ein­ge­führt wor­den zu sein.

Der christ­li­chen Iko­no­gra­phie ist eine sol­che Dar­stel­lung jeden­falls fremd und ent­behrt auch jeder Logik. Sie erin­nert an eso­te­ri­sches, natur­re­li­giö­ses Neo­hei­den­tum, wie es im öko­lo­gisch post­christ­li­chen Milieu Ver­brei­tung fin­det. Mit der Vati­kan­mün­ze will der Hei­li­ge Stuhl offen­bar dar­an anknüp­fen. Daß die Pach­a­ma­ma-Figu­ren kein Betriebs­un­fall der Ama­zo­nas­syn­ode waren, wur­de schon damals durch den vati­ka­ni­schen Umgang offen­sicht­lich. Kri­ti­ker äußern den Ver­dacht, daß die weib­li­che Figur der Gaia/Mutter Erde/Pachamama die Got­tes­mut­ter Maria erset­zen soll.

Botschaft mit Suchaufgabe

Katholisches.info möch­te sei­ner­seits alle Men­schen guten Wil­len, die genü­gend Zeit zur Ver­fü­gung haben, zu einer Such­auf­ga­be anre­gen. Suchen Sie in der päpst­li­chen Bot­schaft zum Glo­ba­len Bil­dungs­pakt nach Wör­tern wie Gott und Jesus Chri­stus. Wer die Lösung bereits wis­sen will, dem sei sie ver­ra­ten.

Im gesam­ten Text fin­det sich kein meta­phy­si­scher Hin­weis, kei­ne Andeu­tung, die auf Gott, Jesus Chri­stus oder den Hei­li­gen Geist hin­wei­sen wür­de. Es fin­det sich auch kein direk­tes Wort von der katho­li­schen Kir­che oder dem Chri­sten­tum. Nur ein­mal tritt das Adjek­tiv „kirch­lich“ und ein ander­mal das Adjek­tiv „christ­lich“ auf durch die Erwäh­nung der „kirch­li­chen Sozi­al­leh­re“ und eines „christ­li­chen Huma­nis­mus“

Der Glo­ba­le Bil­dungs­pakt, wie ihn sich Papst Fran­zis­kus vor­stellt, bleibt am Hori­zon­ta­len fest­ge­klam­mert, wäh­rend das Ver­ti­ka­le aus­ge­blen­det wird. Das Chri­sten­tum, die Kir­che, die christ­li­che Bot­schaft, Jesus, der Sohn des leben­di­gen Got­tes, blei­ben aus­ge­klam­mert. Sie schei­nen aus der Sicht des Pap­stes im Bil­dungs­be­reich kei­nen Bei­trag lei­sten zu kön­nen. Gott ist kein naher, kein han­deln­der, in die Geschicke der Men­schen ein­grei­fen­der Gott. Die Ver­ban­nung des Reli­giö­sen aus dem öffent­li­chen Bereich, wie sie Frei­mau­re­rei und kir­chen­fer­ne Ideo­lo­gen for­dern, wird frei­wil­lig voll­zo­gen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati­can­Me­dia (Screen­shot)

2 Kommentare

  1. Man kann es, offen gestan­den, nicht mehr hören. Da wer­den bereits mit­ten in Euro­pa auf offe­ner Stra­sse Zivi­li­sten geköpft wie Schlacht­vieh, und man hat nichts bes­se­res zu tun, als eine Ein­heit zu beschwö­ren, die es nur im
    Wol­ken­kuckuks­heim gibt. Dafür traut man sich nicht ein­mal mehr in Mes­sen und Got­tes­dien­sten für die exi­sten­zi­ell bedroh­ten Glau­bens­brü­der zu beten. Ehr­lich gesagt, ist es eine Schan­de und die ern­ste­ste Prü­fung für einen Gläu­bi­gen, die ihm auf­ge­bür­det wer­den kann. Der Zustand der Kir­che ist nicht weni­ger als höchst besorg­nis­er­re­gend.

  2. Die Bestre­bun­gen unse­res Pap­stes sind illu­so­risch, ja welt­fremd. Kein Weg führt da zum Ziel. Hat die Kir­che nicht 2000 Jah­re ver­sucht, die­se Zie­le zu errei­chen?
    Die UNO ist ein cha­rak­ter­lo­ser Sau­hau­fen, der ein­deu­tig gegen das Christ­li­che Men­schen­bild agiert, weil sozia­li­stisch unter­wan­dert bzw. geka­pert.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*