Der Wahnsinn und die Farce – der Ausfall der Kirche in der Virus-Krise

Zu einer (Nicht-)Rolle

Das Marienheiligtum Madonna della Corona, die "Krauner Muttergottes" zwischen Rovereto und Verona in der Felswand gelegen, zu Zeiten des Coronavirus. Maskenpflicht bei 31 Grad.
Das Marienheiligtum Madonna della Corona, die "Krauner Muttergottes" zwischen Rovereto und Verona in der Felswand gelegen, zu Zeiten des Coronavirus. Maskenpflicht bei 31 Grad.

Von Wolf­ram Schrems*

Vor­be­mer­kung: Die­ser Text ist die leicht über­ar­bei­te­te Ver­si­on eines im Atter­see Report, Nr. 24 vom Juni 2020, S. 16, unter dem Titel Zur (Nicht-)Rolle der Kir­che erschie­ne­nen Essays. Die Auf­ga­ben­stel­lung bestand in einer Ursa­chen­un­ter­su­chung der Selbst­auf­ga­be der Kir­che und ihrer Hin­wen­dung zum Uti­li­ta­ris­mus in der Coro­na-Kri­se aus theo­lo­gi­scher Sicht. Ein­reich­da­tum war der 7. Mai. Der Her­aus­ge­ber die­ser Publi­ka­ti­on, der Atter­see­kreis, eine „Denk­fa­brik“ inner­halb der FPÖ unter dem Vor­sitz von Par­la­ments­rat Mag. Nor­bert Neme­th, Klub­di­rek­tor des frei­heit­li­chen Par­la­ments­klubs und Autor von drei auf die­ser Sei­te bereits bespro­che­nen Roma­nen, zeigt ein erfreu­lich star­kes Inter­es­se an gei­stes­ge­schicht­li­chen, phi­lo­so­phi­schen und expli­zit theo­lo­gi­schen Fra­ge­stel­lun­gen. Chef­re­dak­teur Jörg R. May­er erteil­te die freund­li­che Erlaub­nis zur Wei­ter­ver­wen­dung des Tex­tes.

Wie wir nun wis­sen, war es ein ver­hält­nis­mä­ßig harm­lo­ses Virus, wes­we­gen die Wirt­schaft lahm­ge­legt, Men­schen der Ver­ar­mung preis­ge­ge­ben und Bür­ger ihrer fun­da­men­ta­len Rech­te beraubt und wegen Lap­pa­li­en mit hohen Stra­fen belegt wur­den. Die Sterb­lich­keit bei nicht vor­er­krank­ten Hoch­be­tag­ten blieb sehr nied­rig. Die dra­ko­ni­schen Maß­nah­men erziel­ten nach Mei­nung von Fach­leu­ten kei­ne Wir­kung auf die Aus­brei­tung des Virus. War­um also der Maß­nah­men­wahn­sinn?

Abseits medi­zi­ni­scher Fach­fra­gen wol­len wir uns hier grund­sätz­li­che Gedan­ken machen. Die­se betref­fen das skan­da­lö­se Agie­ren der hie­si­gen Kir­chen­füh­rer. Es waren ja die Bischö­fe, die – wohl in Abstim­mung mit der Regie­rung oder auf deren Befehl – noch vor amt­li­chen Maß­nah­men ihre eige­nen Gläu­bi­gen auf eine Art Gesund­heits­re­li­gi­on ein­ge­schwo­ren und der Sakra­men­te beraubt hat­ten. Der heu­ti­ge Kle­rus unter­schei­det sich somit vom „vor­kon­zi­lia­ren“, etwa vom hl. Papst Gre­gor dem Gro­ßen (590–604), der wäh­rend der Pest in Rom eine Bitt­pro­zes­si­on abhielt, und vom hl. Karl Bor­ro­mä­us (1538–1584), der wäh­rend der Pest in Mai­land Mes­sen auf den Stra­ßen anord­ne­te, denen die Men­schen von den Fen­stern und Bal­ko­nen aus fol­gen soll­ten, und sei­ne eige­nen Gesund­heit ris­kier­te, um den Gläu­bi­gen nahe zu sein.

Mitt­ler­wei­le gibt es wie­der die Mög­lich­keit öffent­li­cher Got­tes­dien­ste, bis vor kur­zem aber unter demü­ti­gen­den, ja idio­ti­schen und gera­de­zu blas­phe­mi­schen Auf­la­gen, die teil­wei­se immer noch auf­recht sind.[1]

War­um die­se Far­ce? War­um die Selbst­de­mo­lie­rung? Denn natür­lich bewirkt die neo-jose­phi­ni­sche Staats­hö­rig­keit auf Kosten der Glau­bens­sub­stanz, daß die Kir­che kaum noch Bedeu­tung für die Leu­te hat. Oder wie es jemand sag­te: Bei den Men­schen in Öster­reich feh­le offen­kun­dig jeder Bezug „zu etwas jen­seits des rei­nen Uti­li­ta­ris­mus“. Ja, klar, wer soll­te die Men­schen denn die­sen Bezug leh­ren, wenn nicht die Got­tes­män­ner?

Auf die­se Wei­se ergibt sich zwang­los eine Kon­ti­nui­tät unse­rer bereits erfolg­ten Über­le­gun­gen im Atter­see Report: Wie in Nr. 21 aus­ge­führt, ver­dan­ken die euro­päi­schen Völ­ker ihre Kul­tur, ja ihre schie­re Exi­stenz dem kirch­li­chen Glau­ben. Streng genom­men gibt es also kei­nen rein „bin­nen­kirch­li­chen“ Bereich. Gute und schlech­te Taten der Hier­ar­chen bestim­men unver­meid­lich die welt­li­chen Berei­che. Die­ser kau­sa­le Nexus ist auch ein Bestand­teil der Fati­ma-Bot­schaft, die wir in Bezug auf die Ruß­land-Fra­ge in Nr. 13 the­ma­ti­sier­ten. Und in Nr. 23 gin­gen wir auf den inner­kirch­li­chen Nihi­lis­mus ein, der sich destruk­tiv auf die Gesell­schaft aus­wirkt. Nun zeigt sich in der Kri­se ein­drucks­voll, wie destruk­tiv er wirk­lich ist: Er beraubt die Men­schen der Ori­en­tie­rung und ver­stärkt damit eine gespen­stisch will­kür­li­che Poli­tik. Die kirch­li­che Poli­tik war eben ihrer­seits schon gespen­stisch gewor­den:

Kirchliches Wirken als Farce

Der durch staats­hö­ri­gen Über­ei­fer der Kir­chen­füh­rer ver­ur­sach­te Seel­sor­ge­still­stand der Fasten- und Oster­zeit 2020 hat also eine Vor­ge­schich­te: Das Zwei­te Vati­ca­num begann, durch die Ein­füh­rung fal­scher Ideen den über­lie­fer­ten Glau­ben zu unter­mi­nie­ren. Die Umset­zung der Kon­zils­do­ku­men­te führ­te – wir sehen es jeden Tag um uns her­um – zum Zusam­men­bruch der christ­li­chen Zivi­li­sa­ti­on. Gleich­zei­tig wur­de durch das Kon­zil eine prä­ze­denz­lo­se Hul­di­gung der säku­la­ren, ja aus­drück­lich nicht- oder anti­christ­li­chen poli­ti­schen Macht voll­zo­gen und der Kom­mu­nis­mus zu einem huma­ni­sti­schen (wenn auch viel­leicht etwas irre­ge­lei­te­ten) Pro­jekt erklärt. UNO und schwer­rei­che lin­ke Olig­ar­chen gel­ten dem Vati­kan nun­mehr als Part­ner im Auf­bau einer „brü­der­li­chen“ – und neu­er­dings „kli­ma­freund­li­chen“ – Welt.

Die fälsch­lich so genann­te „Lit­ur­gie­re­form“ von 1970 bewirk­te eine Tri­via­li­sie­rung des sakra­men­ta­len Lebens. Den Katho­li­ken wur­den die Sakra­men­te plötz­lich nach­ge­wor­fen. Dabei wur­de die Unter­wei­sung in Pfar­re und Schu­le zur Far­ce, die inne­re Dis­po­si­ti­on der Emp­fän­ger wur­de nicht mehr the­ma­ti­siert. Unwür­di­ge Gemein­de­mes­sen, pein­li­che Fir­mun­gen und komi­sche oder unwahr­haf­ti­ge Hoch­zei­ten wur­den zur Regel. Was aber ver­ramscht wird, kann ja wohl nichts wert sein. Tief­punkt die­ser Ent­wick­lung ist die apo­sto­li­sche Exhor­ta­ti­on Amo­ris lae­ti­tia (2016) und deren Fol­ge­do­ku­men­te, in denen Papst Fran­zis­kus de fac­to zum Sakri­leg an Eucha­ri­stie und Ehe auf­ruft.

Und nun war eine angeb­li­che „Pan­de­mie“ (man beach­te: „pan“ heißt „alles“, müß­te also mehr als null­kom­mair­gend­was Pro­zent der Bevöl­ke­rung betref­fen) der Anlaß, um den Sakra­men­ten­emp­fang für etwa zwei Mona­te abzu­wür­gen. Bekannt­lich war es auch für Hoch­be­tag­te und Ster­ben­de in Spi­tä­lern und Hei­men nicht mög­lich, die Trö­stun­gen der Kir­che von aus­wär­ti­gen Prie­stern zu emp­fan­gen. Die hie­si­ge Kir­chen­füh­rung fand das in Ord­nung. Und die ver­un­mög­lich­ten Ehe­schlie­ßun­gen? Sol­len war­ten. Egal. Bei der Pres­se­kon­fe­renz mit der Kul­tus­mi­ni­ste­rin am 23. April bestä­tig­te Kar­di­nal Schön­born die­se Gering­schät­zung der Gläu­bi­gen: Ste­ri­li­tät steht über allem, Weih­was­ser braucht es kei­nes, sehr wohl aber Qua­drat­me­ter, Gesichts­mas­ken und Pla­stik­hand­schu­he. Papst Gre­gor und Kar­di­nal Bor­ro­mä­us? Irrele­vant.

Die Haupt­ur­sa­che die­ses Ver­falls liegt hier:

Ab etwa 1958 wur­de von der kirch­li­chen Ver­kün­di­gung die Escha­to­lo­gie prak­tisch abge­schafft. Dar­aus folg­ten die Ent­wer­tung von Glau­ben und Sakra­men­ten einer­seits und die Ver­göt­zung des Welt­li­chen ande­rer­seits.

Eschatologie als Maßstab der Lebenspraxis

Die Escha­to­lo­gie ist in der Theo­lo­gie der Trak­tat über die Letz­ten Din­ge (Tod, Gericht, Him­mel, Höl­le). Dabei ist wich­tig zu ver­ste­hen, daß das betref­fen­de Glau­bens­gut emi­nent prak­ti­sche Kon­se­quen­zen hat: Was ein Indi­vi­du­um oder eine Gemein­schaft über das éscha­ton glaubt, wird auch des­sen Leben im Hier und Jetzt bestim­men.

Der – wegen kri­ti­scher Wor­te zum Cha­os des jet­zi­gen Pon­ti­fi­kats – abge­setz­te theo­lo­gi­sche Bera­ter der US-Bischofs­kon­fe­renz Pater Tho­mas Wein­an­dy aus dem Kapu­zi­ner­or­den ver­öf­fent­lich­te im März einen bemer­kens­wer­ten Auf­satz zu die­sem The­ma. Die Aus­sa­ge ist: Wenn es kein Schei­tern des Lebens, kei­ne Höl­le gibt, wenn alle die Selig­keit erlan­gen, dann ist wirk­lich alles egal und jeg­li­ches Han­deln gleich gül­tig und gleich­gül­tig.  Näch­sten­lie­be, Rit­ter­lich­keit, Keusch­heit, alles ist letzt­lich bedeu­tungs­los und der sol­cher­art Han­deln­de nicht bes­ser dran als der Sadist, Kriegs­trei­ber und Mas­sen­mör­der:

„[Man­che Theo­lo­gen postu­lie­ren], daß eine Bekeh­rung nach dem Tod mög­lich sei. Die in schwe­rer Sün­de ster­ben, mögen für eine Zeit bestraft wer­den, viel­leicht für eine sehr lan­ge Zeit, aber schließ­lich wer­den sie gerei­nigt wer­den und Ver­ge­bung emp­fan­gen und wer­den so in die himm­li­sche Freu­de ein­tre­ten. So eine Posi­ti­on zu ver­tre­ten macht jedoch das Leben auf die­ser Erde zur Far­ce.“

Daß das Leben eine Far­ce sei, ist aber genau das Lebens­ge­fühl vie­ler Zeit­ge­nos­sen. Lite­ra­ten und Künst­ler kün­den die­se Bot­schaft aus­drück­lich, Bischö­fe und ihre Appa­ra­te ein­schluß­wei­se.

Gleich-Gültigkeit, Langeweile, Verzweiflung

Da die Kir­chen­füh­rung die Leh­re von der Höl­le unter­drück­te, im mensch­li­chen Bewußt­sein aber ein tie­fin­ner­li­ches Gespür für das Fal­sche, das Unwür­di­ge und das Böse ver­bleibt, folg­te aus die­sem Zwie­spalt im post­christ­li­chen See­len­le­ben meh­re­res: Zunächst ver­flach­te das Lebens­ge­fühl, der Ernst ver­schwand, damit stell­te sich ein Bewußt­seins­zu­stand ein, den es bei­spiels­wei­se im „Mit­tel­al­ter“ nicht gab und der auch in der Bibel nicht vor­kommt: die Lan­ge­wei­le. Es ist ja jetzt alles „gleich gül­tig“, also egal. Damit ist das Tor zum Unmo­ra­li­schen und Ver­bre­che­ri­schen offen.

Eine wei­te­re Fol­ge die­ser fal­schen dok­tri­nä­ren Wei­chen­stel­lung sind vie­le der weit­ver­brei­te­ten psy­chi­schen Erkran­kun­gen: Das „Mit­tel­al­ter“ wuß­te noch um die Rea­li­tät von Gewis­sen, Gebot und Höl­le, und konn­te adäquat reagie­ren, die „Moder­ne“ depo­ten­ziert den Gewis­sens­biß zur ethisch neu­tra­len Krank­heit. Die­se kön­ne man mit Che­mie oder durch Zer­re­den (Psy­cho­ana­ly­se) hei­len. Das scheint aber nicht zu funk­tio­nie­ren: Die Sinn­lo­sig­keit ist eben nicht lan­ge aus­zu­hal­ten, der Gewis­sens­biß auch nicht. Das ent­ste­hen­de Lebens­ge­fühl ist die Ver­zweif­lung. Das erhöht die Emp­fäng­lich­keit der Men­schen für pro­pa­gan­di­sti­sche Panik­kam­pa­gnen wie die eben lau­fen­de.

Auch die Kir­chen­füh­rer unter­wer­fen sich ihr:

Was gilt überhaupt im Gleich-Gültigen?

Im Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che heißt es, daß die Sakra­men­te für die Gläu­bi­gen „heils­not­wen­dig“ sind (§ 1129). Damit ist impli­ziert, daß die Ableh­nung der Sakra­men­te zum Ver­lust des Heils führt. Redak­ti­ons­se­kre­tär des KKK war Kar­di­nal Schön­born. Er müß­te also wis­sen, was dort steht. Nun hat aber der öster­rei­chi­sche Epi­sko­pat selbst die Sakra­men­te den Gläu­bi­gen vor­ent­hal­ten und erleg­te ab Mit­te Mai der­ma­ßen rigi­de Hygie­ne-Bedin­gun­gen für deren Emp­fang auf, daß vie­le Gläu­bi­ge nicht hin­ge­hen oder wegen der Qua­drat­me­ter­be­schrän­kun­gen gar nicht ein­ge­las­sen wer­den. Den Bischö­fen ist es offen­bar egal, denn unter den Bedin­gun­gen des Ver­lu­stes der Escha­to­lo­gie ist alles egal.

Schlußfolgerung

Da man inner­halb der Kir­che das Offen­ba­rungs­gut, beson­ders die Escha­to­lo­gie ent­kernt hat, drängt sich das Welt­li­che mit aller Macht an des­sen Stel­le. Die­ses ist, wenn es von ewi­ger Bedeu­tung abge­trennt ist, banal und wert­los. Ande­rer­seits ent­fal­tet es als Göt­ze eine star­ke Bin­de­kraft, evi­den­ter­wei­se in Form von unge­brem­ster poli­ti­scher Macht­aus­übung. Lin­ke und kir­chen­feind­li­che Regimes wie in Kana­da, Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich und in den von den Demo­kra­ten regier­ten US-Bun­des­staa­ten, ver­fol­gen eine gera­de­zu sadi­sti­sche Poli­tik in Bezug auf Got­tes­dienst­ver­bo­te und het­zen Poli­zi­sten auf zele­brie­ren­de Prie­ster. Im Hin­ter­grund wer­den schon Impf­zwang, Ent­eig­nung und Kli­ma­dik­ta­tur als mehr oder weni­ger fol­ge­rich­ti­ge Maß­nah­men gegen das Wuhan-Virus erwo­gen.

Und da auf­grund der Abschaf­fung der Escha­to­lo­gie die Kir­chen­füh­rer ihrer­seits auf nichts ande­res mehr fokus­siert sind als auf das Irdi­sche, d. h. auf Macht­po­li­tik, spie­len sie mit. Moral spielt kei­ne Rol­le mehr. Sie rech­nen nicht mehr mit einer end­gül­ti­gen Gro­ßen Schei­dung (C. S. Lewis), son­dern sehen alles egal und ega­li­tär: Das Inte­grier­te Gesamt­jen­seits, das sich man­che Kir­chen­män­ner zusam­men­phan­ta­sier­ten, hat­te die Bedeu­tung der Hand­lun­gen und Unter­las­sun­gen im mensch­li­chen Leben ein­schließ­lich des Sakra­men­ten­emp­fan­ges auf­ge­ho­ben. Das kirch­li­che Leben ist ste­ril gewor­den, was durch den per­ma­nen­ten Des­in­fek­ti­ons­zwang sinn­bild­lich aus­ge­drückt wird. Es ist eine Far­ce.

Man hat­te sei­tens der Kir­chen­män­ner alles zer­stört, was der offen­bar bewußt orga­ni­sier­ten Kri­se steu­ern hät­te kön­nen. So muß es mit inne­rer Zwangs­läu­fig­keit zum Prä­va­lie­ren des moral­losen Welt­li­chen ohne Kor­rek­tiv kom­men bzw. zum ein­gangs erwähn­ten Uti­li­ta­ris­mus. Die­ser erwies sich aber nicht als uti­le, son­dern als Sym­ptom einer spe­zi­el­len Form von Wahn­sinn. 

*Wolf­ram Schrems, Wien, Mag. theol., Mag. phil., Kate­chist, Pro Lifer


[1] Man hat­te auch den Ein­druck, daß beson­ders die Mund­kom­mu­ni­on im Visier der kirch­li­chen Ste­ri­li­täts­ex­per­ten stand. Dar­über hin­aus war der Lock­down auch die Stun­de der Spit­zel und Denun­zi­an­ten, unter ihnen Anrai­ner von Kir­chen, die wegen der klei­nen Got­tes­dienst­ge­mein­den die Poli­zei ver­stän­digt hät­ten. Man hör­te auch gerüch­te­wei­se, daß kirch­li­che Mit­ar­bei­ter das Got­tes­dienst­ver­bot über­wa­chen und sich wider­set­zen­de Prie­ster mel­den wür­den. Das kann weder bestä­tigt noch aus­ge­schlos­sen wer­den.

5 Kommentare

  1. Ab 1958 wur­de prak­tisch die Escha­tho­lo­gie abge­schafft? Also mit dem Pon­ti­fi­kat Johan­nes XXIII.? Das ist für mich ein neu­es Datum, das mir als 15-Jäh­ri­gem nicht auf­ge­fal­len ist, wäh­rend mir der Neu­sprech nach dem Kon­zil sofort bewußt wur­de, ohne das Aus­maß der dar­aus ent­ste­hen­den Fol­gen auch nur ahnen zu kön­nen.
    Mei­ne Ideo­lo­gie-Resi­stenz bewahr­te mir einen nüch­ter­nen Blick auf gei­sti­ge Strö­mun­gen. So ver­hiel­ten sich die Neu­ka­tho­li­schen gegen­über den Alt­gläu­bi­gen genau­so faschi­stisch, wie es alle Ideo­lo­gen mit ihren Reak­tio­nä­ren machen.

  2. Das trifft den Nagel auf den Punkt! Ech­te Hir­ten hät­ten anord­nen müs­sen, die Hl. Mes­se trotz Ver­bot zu fei­ern, wenn die Staats­macht auf dem Got­tes­dienst­ver­bot beharrt. Die Poli­zei kann nicht über­all gleich­zei­tig Got­tes­dien­ste stür­men und unter­bin­den! Die Kir­che han­delt nicht unbe­dingt klug, wenn sie zu kei­ner­lei Zuge­ständ­nussen bereit ist. Aber die Füh­rung von Sta­si-Listen, damit Behör­den auch alle in Sip­pen­haft neh­men kön­nen, falls ein Coro­na-Fall ent­deckt wird, hät­te abge­lehnt wer­den müs­sen. Damit macht sich die Pfarr­ge­mein­de angreif­bar. Wer weiß, ob nicht mal behaup­tet wird, es sei ein Coro­na-Fall auf­ge­tre­ten, um die Gemein­de durch gefälsch­te posi­ti­ve Tests lahm­zu­le­gen, wenn etwas gepre­digt wird, was der Staats­macht nicht gefällt?!

    Wenm gar nichts hilft, bleibt nur der Weg in den Unter­grund!

  3. Sehr geehr­ter Herr Schrems,

    ich stim­me Ihnen zu, daß die Hand­ha­bung der ‚Coro­na-Pan­de­mie‘ durch dier Kir­che viel Raum zur Ver­bes­se­rung ließ und läßt, um es euphe­mi­stisch aus­zu­drücken. Dar­über­hin­aus schrei­ben Sie, daß 1958 die Ein­stel­lung der Ver­kün­di­gung des Escha­tons begann, also mit dem Beginn des Pon­ti­fi­kats Johan­nes XXIII. Mir ist dies völ­lig neu. Sie schrei­ben fer­ner, daß die Kir­chen­füh­rung die Leh­re von der Höl­le unter­drückt habe. Was mei­nes Wis­sens die Päp­ste seit Pius XII. bis Bene­dikt XVI. nicht getan haben. Es wäre dies auch in direk­tem Gegen­satz zu dem, was der Herr selbst gesagt hat. Und die Erschei­nun­gen der Got­tes­mut­ter in La Salet­te, Fati­ma, Aki­ta sind eben­falls sehr ein­deu­tig. Wor­auf grün­det Ihre Aus­sa­ge kon­kret? Kön­nen Sie Doku­men­te, Schrif­ten oder Per­so­nen benen­nen, anhand deren sich dies bele­gen lie­ße? Ich wüß­te nicht ein­mal, wo ich zu suchen anfan­gen soll­te, um mich hier­zu zu ori­en­tie­ren.

    Mit freund­li­chen Grü­ßen

    Kajo Kal­len

    • Sehr geehr­ter Herr Kal­len,
      dan­ke für Ihre freund­li­che Rück­mel­dung und das Inter­es­se an der Sache.

      Durch den von Johan­nes XXIII. ein­ge­führ­ten Opti­mis­mus ver­lor die Escha­to­lo­gie, vor allem das Bewußt­sein von der Mög­lich­keit der Ver­wer­fung, an Kraft. In sei­ner Eröff­nungs­re­de am Kon­zil (11. Okt. 62) wand­te er sich aus­drück­lich gegen Unheils­pro­phe­ten, wie er es nann­te. Gemeint waren wohl die Seher von Fati­ma. Die­se Men­ta­li­tät sicker­te bis hin­un­ter in die Pfar­ren und Volks­schu­len.
      Ich erin­ne­re mich nicht, in 12 Jah­ren Reli­gi­ons­un­ter­richt die Escha­to­lo­gie wahr­heits­ge­mäß und voll­stän­dig vor­ge­legt bekom­men zu haben. Des­glei­chen kam das in der Pfar­re nicht vor. Der­je­ni­ge Koope­ra­tor mei­ner Pfar­re, der im Prin­zip die Höl­le leug­ne­te, beging 1996 Sui­zid.
      Von La Salet­te, Fati­ma und Aki­ta habe ich inner­halb der offi­zi­el­len Kanä­le, also Pfar­re und Reli­gi­ons­un­ter­richt, nie etwas gehört.

      Johan­nes Paul II. hat­te unter Beru­fung auf GS 22 eine Ten­denz zur Aller­lö­sungs­leh­re. Das ist meh­re­ren Autoren auf­ge­fal­len. An eine ern­ste War­nung vor der Höl­le durch Bene­dikt XVI. erin­ne­re ich mich nicht, unter Papst Fran­zis­kus löst sich sowie­so die gan­ze Leh­re auf.

      Und Sie wer­den es ja selbst beob­ach­ten, daß die Escha­to­lo­gie bei den Katho­li­ken kei­ne Rol­le spielt, außer viel­leicht bei den hoch­be­tag­ten.

      MfG, WS

  4. Wir kön­nen und müs­sen das Kon­kla­ve 1958 und sei Resul­tat als Wen­de­punkt der Kir­chen­ge­schich­te anse­hen. Das Kon­kla­ve hat Kar­di­nal Siri zum Nach­fol­ger Pius XII im zwei­ten Wahl­gang mit angeb­lich über­zeu­gen­der Mehr­heit gewählt. Aber Siri nahm die Wahl auf­grund eines
    von Kar­di­nal Tis­serant über­ge­be­nen (Erpresser-)Briefes die Wahl nicht an. Genau hier hät­te ich mir ein Auf­bäu­men der Kar­di­nä­le mit einem Bekennt­nis zu ihrer Erst­ent­schei­dung erwar­tet. Aber man wähl­te wei­ter bis die Wahl im 11. Wahl­gang auf Ange­lo Ron­cal­li fiel.
    Mit die­ser Wahl hör­te die Kir­che auf eine Kämp­fen­de zu sein.(Es gibt noch Zeit­zeu­gen für die­se Aus­sa­ge). Die Kar­di­nä­le hat­ten sich dem poli­ti­schen Druck wider­stands­los gebeugt. Damit muss ich auch Herrn Kug­ler Recht geben, der mit der Wahl Ron­cal­lis eine neue
    kirch­li­che Zeit­rech­nung sieht.

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