Das Werden des Heiligen Römischen Reiches – Wie das römische Kaisertum zu den Deutschen kam

Thomas Jentzsch: Das Werden des Heiligen Römischen Reiches
Thomas Jentzsch: Das Werden des Heiligen Römischen Reiches

Buch­be­spre­chung von Wolf­ram Schrems*

Mit größ­tem Inter­es­se nimmt man den publi­zi­sti­schen Bei­trag eines Ange­hö­ri­gen der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. auf dem Gebiet der Geschichts­dar­stel­lung zur Kennt­nis. In einer Zeit prak­tisch völ­lig gleich­ge­schal­te­ter Geschichts­schrei­bung und ‑ver­mitt­lung ist eine selbst­be­wuß­te katho­li­sche Alter­na­ti­ve sehr erfri­schend. Der Sar­to-Ver­lag brach­te im ver­gan­ge­nen Jahr eine Neu­auf­la­ge des zuerst 2006 erschie­ne­nen Buches her­aus.

Das Buch: Glaube und Geschichte

P. Jent­zsch zeich­net in gro­ßer Mate­ri­al­fül­le den Weg der reichs­bil­den­den Fran­ken und Sach­sen vom Unter­gang des Alten Roms bis zum Tod Ottos des Gro­ßen (973) nach. Dabei fügt er theo­lo­gi­sche Über­le­gun­gen und aus­führ­li­che Ein­zel­bio­gra­phien ein.

Von beson­de­rer Wich­tig­keit ist die Dar­stel­lung der Rol­le her­aus­ra­gen­der Per­sön­lich­kei­ten, die durch ihren Ent­schluß, Gott zu die­nen, im Guten geschichts­mäch­tig und kul­tur­bil­dend gewor­den sind: Genannt sei­en die hl. Fran­ken­kö­ni­gin Clot­hil­de, der hl. Angeln­kö­nig Oswald, der hl. Klo­ster­grün­der Seve­rin und die iro-schot­ti­schen Mis­sio­na­re Kolum­ban (gestor­ben 615 in Bob­bio, Pia­cen­za), Fin­tan (Schweiz), Kili­an, Kolo­nat und Tot­nan (Würz­burg). Für den deut­schen Raum beson­ders wich­tig ist der hl. Boni­fa­ti­us (Win­frith), der „Apo­stel der Deut­schen“:

„Wie Papst Gre­gor I. den Bene­dik­ti­ner­abt Augu­sti­nus nach Eng­land ent­sand­te, so sand­te über hun­dert Jah­re spä­ter Papst Gre­gor II. den Eng­län­der und Bene­dik­ti­ner Boni­fa­ti­us nach Deutsch­land, das eine rei­fe Frucht der Mis­si­ons­ar­beit wer­den soll­te. So wie die römi­schen Kai­ser ihre Legio­nen aus­ge­sandt hat­ten den Erd­kreis zu bezwin­gen, so sand­te jetzt der Hir­te der gan­zen Kir­che die Glau­bens­bo­ten aus die Völ­ker Chri­stus und sei­ner Kir­che ein­zu­glie­dern“ (103).

Heiligkeit als Fundament der Kultur

Thomas Jentzsch: Das Werden des Heiligen Römischen Reiches
Tho­mas Jent­zsch: Das Wer­den des Hei­li­gen Römi­schen Rei­ches

Die welt­li­che Füh­rung fühl­te sich in jener Zeit den Gebo­ten des Glau­bens ver­pflich­tet. Frei­lich ver­wirk­lich­te nicht jeder ein­zel­ne Kai­ser, Fürst und Heer­füh­rer per­sön­li­che Hei­lig­keit. Fami­li­en­feh­den, Bru­der­kämp­fe und Krie­ge aller Art illu­strie­ren die katho­li­sche Über­zeu­gung von der Erb­sün­de und ihren oft nur schwer zu über­win­den­den Nach­wir­kun­gen. Para­die­si­sche Zustän­de gab es in jener Zeit („Mit­tel­al­ter“) kla­rer­wei­se nicht – ande­rer­seits auch kei­ne für das 20. Jahr­hun­dert so typi­schen Geno­zi­de, Gulags und KZs.

Bei aller Unvoll­kom­men­heit wird man also guten Wil­len in der Len­kung der Völ­ker fest­stel­len und die pau­scha­le Ver­un­glimp­fung des christ­li­chen „Mit­tel­al­ters“ abstel­len müs­sen.

Über eine der zen­tra­len Gestal­ten der Epo­che, Karl den Gro­ßen, schreibt P. Jent­zsch etwa:

„Es ist kein Zwei­fel, dass Karl aus ech­ter Ver­ant­wor­tung han­del­te und dass ihm die Aus­brei­tung christ­li­chen Glau­bens und christ­li­cher Gesit­tung eben­so sehr am Her­zen lag wie die Aus­wei­tung sei­ner poli­ti­schen Macht“ (127).

Auch in Bezug auf die Kir­chen­hier­ar­chie muß man sich gegen jede Ver­leum­dung stel­len: Das Papst­tum wur­de in der hier behan­del­ten Epo­che von vie­len hei­li­gen Amts­trä­gern aus­ge­übt, von denen Gre­gor der Gro­ße (590–604) der pro­mi­nen­te­ste ist.

Unbe­strit­ten ist aller­dings auch, daß es ab dem 9. Jahr­hun­dert zu einer tie­fen Kri­se des Petrusam­tes kam (sae­cu­lum obscurum, das „dunk­le Jahr­hun­dert“, von 882 bis 1046 ange­setzt).

Der Kon­kur­renz­kampf zwi­schen geist­li­cher und welt­li­cher Macht wird daher von Jent­zsch als desa­strös ein­ge­stuft:

„Bei­de Gewal­ten [geist­li­che und welt­li­che], bei­de ‚Schwer­ter‘, wie das Hoch­mit­tel­al­ter es nann­te, muß­ten an Auto­ri­tät und Macht ver­lie­ren, sobald die auf­ein­an­der bezo­ge­ne Zwei­heit der unter­schied­li­chen Herr­schaf­ten (Dyar­chie) in ein Rin­gen um die prak­ti­sche Über­ord­nung einer über die ande­re sich hin­ein­stei­ger­te, anstatt sich in die von Chri­stus jeweils gesetz­ten Gren­zen hin­ein­zu­fü­gen“ (138).

Otto der Große als paradigmatische Gestalt

Otto wird als beson­ders vor­bild­li­che und rich­tungs­wei­se Gestalt dar­ge­stellt. Kir­che und Kai­ser­tum gelang­ten in ihm zu einer geschichts­mäch­ti­gen frucht­ba­ren Koope­ra­ti­on:

„Durch die Kai­ser­krö­nung des deut­schen Königs [Otto d. Gr.] durch den Papst wird eben dies­be­züg­lich vor aller Welt offen­sicht­lich und unwi­der­leg­bar kund­ge­macht, dass aus den bei­den legi­ti­men Nach­fol­ge­staa­ten des Frän­ki­schen Rei­ches, dem West­frän­kisch-Fran­zö­si­schen Reich und dem Ost­frän­kisch-Deut­schen Reich der deut­sche König als der geeig­net­ste und über­ra­gen­de Kan­di­dat erwählt wur­de und somit das Deut­sche Reich Trä­ger des Kai­ser­tums und des Impe­ri­ums gewor­den war (…) Kai­ser­sal­bung und Krö­nung waren für ihn als den Grün­der des deut­schen Kai­ser­tums nicht Mit­tel zum Zweck, wie er es im Pro­zess des Erwer­bes der Kro­ne auch bewie­sen hat, son­dern eine hei­li­ge Wei­he, die ihm eine gleich­sam (quasi-)sakramentale Teil­ha­be am Prie­ster­tum der Kir­che ver­lieh“ (239.248).

Kirche und Reich – Fundament der Zivilisation

Jent­zsch gelangt zu einer dif­fe­ren­zier­ten Beur­tei­lung der gegen­sei­ti­gen Bezie­hun­gen von Papst und Kai­ser im Span­nungs­feld der For­de­run­gen des Glau­bens, wobei sowohl dem erneu­er­ten Mönch­tum von Cluny als auch ver­ant­wor­tungs­be­wuß­ten Für­sten eine wich­ti­ge Rol­le zukam:

„Wenn auch durch das klä­ren­de Reform­werk von Cluny im Wie­der­her­stel­len der von Chri­stus gesetz­ten Frei­heit der Kir­che die Mit­be­stim­mung der Kai­ser bei der Papst­wahl auf der Later­an­syn­ode 1059 durch die Ein­set­zung des Kar­di­nal­ra­tes als ein­zi­ges wahl­be­rech­tig­tes Gre­mi­um der Papst­wahl aus­ge­schal­tet wur­de, so bleibt es den­noch das histo­ri­sche Ver­dienst der deut­schen Kai­ser Otto I., Otto II., Otto III. und Hein­rich III., dass sie durch die Aus­wahl und Bestim­mung geeig­ne­ter Päp­ste gera­de dem Reform­werk ‚auf die Sprün­ge hal­fen‘, es unter­stütz­ten und instal­lier­ten, wenn sich auch tra­gi­scher­wei­se die­ses ver­ant­wor­tungs­be­wuss­te Han­deln im klä­ren­den Inve­sti­tur­streit gegen sie wand­te. Die deut­schen Kai­ser haben dies mit bestem Wis­sen und Gewis­sen gehand­habt (…). Den Ver­fall des Papst­tums konn­ten sie so betrach­tet nicht zulas­sen. Herr­schaft war nicht Selbst­zweck, son­dern nur gerecht­fer­tigt als Dienst an der von Gott ein­ge­setz­ten Ord­nung“ (242).

Schließ­lich noch ein Blick auf eine der geschichts­mäch­tig­sten Gestal­ten Euro­pas und der Welt über­haupt:

Reichskleinodien (Replikate, Aachen), die Originale befinden sich in der Schatzkammer der Wiener Hofburg
Reichs­klein­odi­en (Repli­ka­te, Aachen), die Ori­gi­na­le befin­den sich in der Schatz­kam­mer der Wie­ner Hof­burg

Der hl. Benedikt und seine Schüler

Rele­vant ist die­ses Buch, wie gesagt, vor allem des­we­gen, weil die zen­tra­le Rol­le der Katho­li­schen Kir­che in der Her­aus­bil­dung unse­rer Kul­tur aus­führ­lich dar­ge­stellt wird. Es war zudem der Glau­be an Chri­stus, der unzäh­li­ge Men­schen moti­viert hat, in einem opfer­rei­chen Mönchs­le­ben in der Nach­fol­ge des hl. Bene­dikt von Nur­sia (480 – 547) die gei­sti­gen und mate­ri­el­len, kul­tu­rel­len und wirt­schaft­li­chen Grund­la­gen der euro­päi­schen Zivi­li­sa­ti­on zu legen. Jent­zsch behan­delt die Geschich­te des Bene­dik­ti­ni­schen Mönch­tums, das durch unge­heu­ren Ein­satz­wil­len und eine in der Anti­ke unbe­kann­te Hoch­schät­zung der kör­per­li­chen Arbeit gewal­ti­ge Wer­te geschaf­fen hat. Das Mot­to Ora et labo­ra ori­en­tiert sich übri­gens an einer Wei­sung des Apo­stels: „Wer nicht arbei­ten will, soll auch nicht essen“ (2 Thess 3, 10).

Gleich­zei­tig wur­den die Klö­ster zu Zen­tren des gesell­schaft­li­chen Zusam­men­hal­tes im Zei­chen des gemein­sa­men Glau­bens an den, der von sich gesagt hat, die Wahr­heit in Per­son zu sein.

Resümee: Das religiöse Fundament Europas – Grund zu katholischem Selbstbewußtsein

Das Buch ist Zeug­nis für ein gesun­des katho­li­sches Selbst­be­wußt­sein. Es zeigt, aus wel­cher Moti­va­ti­on die euro­päi­sche Zivi­li­sa­ti­on geschaf­fen wur­de. Und die­se Zivi­li­sa­ti­on ist so gut, daß sogar noch die letz­ten Reste und Trüm­mer der­ma­ßen stark aus­strah­len, daß die hal­be Welt, ohne einen eige­nen Bei­trag lei­sten zu wol­len, dar­an par­ti­zi­pie­ren will („Asyl“).

In den aus­führ­li­chen kul­tur­hi­sto­ri­schen Dar­stel­lun­gen zeigt Jent­zsch auch, wie müh­sam die Umset­zung des christ­li­chen Glau­bens und sei­ner Gebo­te in das rea­le und beson­ders poli­ti­sche Leben hin­ein ist. Es brauch­te Genera­tio­nen, bis die huma­ni­sie­ren­den Aus­wir­kun­gen des Evan­ge­li­ums zu grei­fen began­nen, d. h., bis eine unmä­ßi­ge Straf­ju­stiz, Duel­le, Rauf­lust, sexu­el­le Aus­schwei­fun­gen, Aus­beu­tung von Unter­ge­be­nen u. dgl. im gesell­schaft­li­chen Maß­stab zurück­ge­drängt wer­den konn­ten.

Mit Ent­set­zen muß man fest­stel­len, daß das alles in Zei­ten eines prä­ze­denz­lo­sen Glau­bens­ab­falls, nicht zuletzt auf­grund des pasto­ra­len Ver­sa­gens der kirch­li­chen Hier­ar­chie der letz­ten Jahr­zehn­te, in gera­de­zu mon­strö­sem Aus­maß zurück­kommt. –

Das Buch ist mit 266 dicht­be­druck­ten Sei­ten sehr umfang­reich. Eini­ge gut aus­ge­wähl­te Bil­der illu­strie­ren das Gesag­te auf prä­gnan­te Wei­se. Ein geist­li­cher Epi­log des Autors, sechs Stamm­ta­feln, zwei Zeit­ta­feln und eine sechs­und­drei­ßig Titel umfas­sen­de Lite­ra­tur­li­ste mit teil­wei­se schon älte­rer (und daher nicht dem gegen­wär­ti­gen Kon­for­mi­täts­druck unter­wor­fe­ner) Lite­ra­tur run­den das Werk auf pas­sen­de Wei­se ab.

Kri­tisch anmer­ken muß man, daß der Autor an etli­chen Stel­len zu viel auf ein­mal sagen woll­te. Dann wird der anson­sten gut les­ba­re Text all­zu dicht. Lei­der gibt es auch Kri­tik­wür­di­ges im For­ma­len: Die zahl­rei­chen Ver­schrei­bun­gen, Syn­tax- und Inter­punk­ti­ons­feh­ler und Wie­der­ho­lun­gen wären für eine – wün­schens­wer­te – über­ar­bei­te­te und (etwas geraff­te) Neu­auf­la­ge zu besei­ti­gen.

In einer Zeit, in der bezüg­lich der Ent­ste­hung unse­rer gan­zen Zivi­li­sa­ti­on das Evi­den­te­ste über­se­hen oder ver­drängt wird, näm­lich, daß unse­re Zivi­li­sa­ti­on auf dem Chri­sten­tum ruht und nur von daher Leben und Form bewah­ren kann, ist eine der­ar­ti­ge Publi­ka­ti­on aber so und anders von gro­ßem Wert.

P. Tho­mas Jent­zsch, Das Wer­den des Hei­li­gen Römi­schen Rei­ches – Wie das römi­sche Kai­ser­tum zu den Deut­schen kam, Sar­to, Bobin­gen, 2. Auf­la­ge 2014, 266 S., www.sarto.de

*MMag. Wolf­ram Schrems, Linz und Wien, katho­li­scher Theo­lo­ge, Phi­lo­soph, kirch­lich gesen­de­ter Kate­chist; beson­de­res Inter­es­se an geschichts­phi­lo­so­phi­schen

Bild: Una Fides

65 Kommentare

  1. Ob hier nicht etwas geglät­tet wer­den soll, was nicht zu glät­ten ist?
    Ob das merk­wür­di­ge „Hl. römi­sche Reich“ nicht von Anfang an ein Wider­spruch in sich selbst war und nur aus Gna­den ein paar gute Jahr­hun­der­te hat­te (und natür­lich waren die im Früh-/Hoch­mit­tel­al­ter!)?
    Ob nicht die Pro­ble­ma­tik, die der Arti­kel so neben­bei erwähnt, das ist, was sich heu­te ins Ufer­lo­se aus­ge­wach­sen haben könn­te, wenn auch in einer ver­wor­ren-ver­filz­ten Wei­se?

    „Kai­ser­sal­bung und Krö­nung waren für ihn (Otto d.Gr.) als den Grün­der des deut­schen Kai­ser­tums nicht Mit­tel zum Zweck, wie er es im Pro­zess des Erwer­bes der Kro­ne auch bewie­sen hat, son­dern eine hei­li­ge Wei­he, die ihm eine gleich­sam (quasi-)sakramentale Teil­ha­be am Prie­ster­tum der Kir­che ver­lieh.“

    So wird Th. Jent­zsch zitiert.
    Das wird ein­fach so ganz harm­los, womög­lich noch mit Tre­mo­lo in der Stim­me gesagt.
    Aber man muss sich bewusst machen, was das heißt:
    Es gibt kei­ne „gleich­sam qua­si-sakra­men­ta­le Teil­ha­be am Prie­ster­tum“ für Leu­te, die kei­ne Prie­ster sind.

    Das ist ein Gedan­ke, der sich zäh aus der heid­ni­schen Vor­stel­lung vom Für­sten hielt, der von den Göt­tern abstam­men muss, eben weil er Fürst ist…
    Die Nach­lie­fe­rung des König­prie­ster­tums des Mel­chise­dek will da ein­fach nicht pas­sen — andern­falls wäre ein Cae­sar­o­pa­pis­mus kon­se­quen­ter.
    Allei­ne die­ser Anspruch ist nicht katho­lisch… und deckt sich selt­sa­mer­wei­se mit dem Anspruch, den wir modern auf der Basis des „Prie­ster­tums aller Gläu­bi­gen“ ken­nen.
    Anders: Wer ein ver­ant­wor­tungs­vol­les Pöst­chen hat oder sich ein sol­ches ein­bil­det, meint, er habe Anteil, „gleich­sam qua­si-sakra­men­tal“, am sakra­men­ta­len Prie­ster­tum.

    Ob das nun ein from­mer König oder sonst ein welt­li­cher Ver­ant­wor­tungs­trä­ger ist, ist im Prin­zip egal. Es macht kei­nen Unter­schied, ob ein Fran­ken­kö­nig oder ein baden-würt­tem­ber­gi­scher Mini­ster­prä­si­dent sol­che Ideen im Kopf hat. Und es ist auch egal, wie es um den objek­ti­ven Glau­bens­stand bei­der bestellt ist — die Idee, Anteil bzw. Anspruch am und auf das sakrale(n) Prie­ster­tum zu haben, ist letzt­end­lich die­sel­be.

    Was hier so sanft dar­ge­stellt wird, ist die Quel­le des gesam­ten Kon­flik­tes bis heu­te. Das Rin­gen hat ja kei­nes­wegs auf­ge­hört und tritt uns in ande­ren und kom­ple­xe­ren, weil fort­ge­schrit­te­ne­ren Dimen­sio­nen ent­ge­gen.

    Nicht zuletzt wird der Anti­christ wie einer beschrie­ben, der die­se bei­den Aspek­te des welt­li­chen und geist­li­chen Herr­schers, womög­lich noch sakra­men­tal bzw. „qua­si-sakra­men­tal“, in sich ver­ei­ni­gen kann, beschrie­ben.

    Wir soll­ten vor­sich­tig sein mit irgend­wel­chen Pro­jek­tio­nen in ein „katho­li­sches Selbst­be­wusst­sein“, das sich an eine der­ma­ßen gefähr­li­che poli­ti­sche Uto­pie knüpft.

    Es könn­te sein, dass man damit den Grund­stock legt für die künf­ti­ge Ver­füh­rung vie­ler Leicht­gläu­bi­ger.

    Es ist und bleibt das Wort Jesu, dass es hier kei­ne blei­ben­de Statt gibt, an die man end­lich sein Haupt zur Ruhe legen könn­te, und dass Nach­fol­ge nicht „katho­li­sche Welt-Herr­schaft“, son­dern das Kreuz bedeu­tet — „vor der Stadt“ (hl. Pau­lus).

  2. Es bleibt dabei: die KONSTANTINISCHE WENDE war DER Sün­den­fall der Kir­chen­ge­schich­te!

    Nicht ALLES, was die Libe­ra­len sagen, ist falsch! „Prüft alles, das Gute behal­tet.“

    • Nein, Micha­el Kop­pe, da muss ich Ihnen wider­spre­chen. Die Kon­stan­ti­ni­sche Wen­de war die Vor­aus­set­zung, damit sich das Chri­sten­tum von einer unbe­deu­ten­den jüdi­schen Sek­te zur Welt­re­li­gi­on ent­wickeln und der Mis­si­ons­be­fehl Jesu Wirk­lich­keit wer­den konn­te. Ich hal­te die­sen Vor­gang in der Tat für Geist­ge­wirkt. Fidem Con­stan­ti­no!

      • Nein, ich gebe Kop­pe Recht. Die Kon­stan­ti­ni­sche Wen­de, Para­de­bei­spiel für die Instru­men­ta­li­sie­rung derr Reli­gi­on aus nack­tem poli­ti­schem Kal­kül (als habe sich Kon­stan­tin aus inner­stem Her­zen zu Chri­stus bekehrt…), hat uns die Kir­che als cor­pus per­mixtum aus Gläu­bi­gen, Halb­gläu­bi­gen und fak­tisch Ungläu­bi­gen beschert. Mit all den kata­stro­pha­len Fol­gen, bis hin zu Ordi­na­ria­ten heu­te von 1.000 Mit­ar­bei­tern, von denen 80% mit Kir­che gar nichts am Hut haben. DAS ist „Kon­stan­tin“!

      • Nun­ja, wer­ter @Ultramontanus, ein­ge­denk Ihrer vor­an­ge­gan­ge­nen State­ments wer­den Sie es mir nicht ver­übeln dür­fen, wenn mich Ihr Stand­punkt wenig über­rascht. Das, was wir mit „Kon­stan­ti­ni­scher Wen­de“ bezeich­nen, war alles ande­re, als poli­ti­sches Kal­kül, son­dern der Sprung ins Unge­wis­se, zu dem nur der Glau­be befä­higt. Denn nichts sprach dafür, dass das christ­li­che Expe­ri­ment Kai­ser Kon­stan­tins vom Erfolg gekrönt sein könn­te. Frei­lich, eine kas­pe­ri­ti­sche Genera­ti­on, der der Glau­be an Got­tes Wir­ken in der Geschich­te ledig­lich als ein from­mes Mär­chen erscheint, kann natür­lich nur aus dem ihr ein­zig mög­li­chen Ver­ste­hens­ho­ri­zont geschicht­li­che Per­so­nen und Vor­gän­ge betrach­ten/­ver-/be­ur­tei­len. Und last but not least Kon­stan­tin auch noch die Ver­ant­wor­tung für die gegen­wär­ti­ge Glau­bens­ver­dun­stung und die Was­ser­kopf­men­ta­li­tät in den Ordi­na­ria­ten anzu­la­sten ist nun wirk­lich der Gip­fel der Albern­heit. Aber so sind sie, die geschei­ter­ten Moder­ni­sten: für ihr eige­nes Elend machen sie noch in kin­di­scher Manier den Glau­bens­mut der Alt­vor­de­ren ver­ant­wort­lich.

      • Nein @Ultramontanus so sehr ich Sie schät­ze der gute @hicesthodie hat recht mit sei­ner kur­zen prä­gnan­ten und sehr treff­li­chen Aus­sa­ge. Und was Sie, @Ultramontanus, Kon­stan­tin unter­stel­len ist halt­los, Kon­stan­tin war und ist „hei­lig“ er brauch­te so wenig die Tau­fe wie Jesus eine Kro­ne brauch­te, jemand der schon König ist braucht kei­ne Kro­ne, und jemand wie Kon­stan­tin der schon hei­lig ist braucht kei­ne Tau­fe. Lesen Sie die Reden Kon­stan­tins, er war schon zu Leb­zei­ten christ­li­cher als vie­le wahr­ha­ben wol­len und sei­ne Visi­on in Fra­ge zu stel­len wäre als wür­de man sei­ne Hei­lig­keit die kirch­lich durch die Hei­lig­spre­chung doku­men­tiert ist ver­nei­nen. Bezüg­lich poli­ti­schem Macht­kal­kül, das soll­te man Kon­stan­tin nicht abspre­chen, denn man wür­de gera­de so tun als wären die Bischö­fe damals Hei­li­ge gewe­sen, aber nein Kon­stan­tin war DER Hei­li­ge, die Bischö­fe damals waren genau so Wöl­fe im Schafs­pelz wie es heu­te eini­ge Luthe­ra­ner aus dem Zir­kel der DBK sind; genau die­ses Fak­tum ver­wech­seln Sie. Kon­stan­tin war Sol­dat, einem Sol­da­ten spricht man nicht stra­te­gi­sches Gespür ab, man beraubt einem Bau­ern auch nicht sei­ner Fel­der. Mit Sicher­heit hat­ten die Bischö­fe es nicht plü­schig rosa warm bei ihm, er ließ sie malo­chen und genau dadurch blüh­te die Kir­che, was soll dar­an ver­kehrt sein? Er ging mit den Bischö­fen um wie ein guter Offi­zier, und das war er auch, er war ja nicht dem Kle­rus ange­hö­rig er dien­te dem Volk Got­tes, Wel­ten tra­fen auf­ein­an­der, wie in einer Ehe, aber Kon­stan­tins Frucht war frucht­bar. Kon­stan­tin ist wie ein Sta­chel im häss­li­chen Hin­tern des Pro­te­stan­tis­mus, ein Sta­chel Got­tes.

      • @ Hein­rich

        Kon­stan­tin war so hei­lig, dass er kei­ne Tau­fe brauch­te?
        Das ist häre­tisch, mein Lie­ber, was Sie da zum besten geben!
        Es ist eines der de fide-Dog­men, denen Sie hier wider­spre­chen:

        „Die Sakra­men­te des Neu­en Bun­des sind für alle Men­schen zum Hei­le not­wen­dig.“

        Aber bit­te — das sind die Früch­te des „kon­stan­ti­ni­schen“ Den­kens…

      • Hein­rich, das füh­ren Sie sehr gut aus. Des Apo­ste­glei­chen Kon­stan­tin Bekeh­rung zu Chri­stus ging nicht über Katechu­me­natstu­fen, über Ermah­nung und Beleh­rung durch die Kir­che. Die Kon­ver­si­on Kon­stan­tins des Gro­ßen ist die Fol­ge einer unmit­tel­ba­ren und höchst per­sön­lich an ihn und nur an ihn gerich­te­ten Offen­ba­rung jener suma divi­ni­tas, einer Offen­ba­rung wel­che nicht an den Pri­vat­mann Kon­stan­tin, son­dern an den Trä­ger höch­ster Gewalt im Erd­kreis, an Got­tes Stell­ver­tre­ter in der dies­sei­ti­gen Welt, eine Offen­ba­rung, in der sich die­se sum­ma divina­tas selbst mit dem Gott der Chri­sten iden­ti­fi­ziert. Kon­stan­tin brauch­te nicht mis­sio­niert zu wer­den, er fand sei­nen Weg in die Kir­che nicht durch ein Atri­um. Die Fügung Got­tes schenkt ihn der Kir­che, nicht als Pri­vat­mann son­dern als den Suk­zes­sor der Cae­sa­ren. Die Kir­che wird mit Kon­stan­tin durch Gott begna­det. Schon Ori­gi­nes hat den zeit­li­chen Zusam­men­fall der Errich­tung des Prin­zi­pa­tes des gro­ßen Augu­stus, wel­cher alles in einem Reich in Frie­den einig­te, mit dem Erschei­nen Chri­sti, das der Viel­gött­te­rei in der Pax Chri­sti end­gül­tig ein Ende macht, hin­ge­wi­sen und dar­in einen Akt der Vor­se­hung Got­tes gese­hen. Und wie Chri­stus der gro­ße Opfer­prie­ster in der Ord­nung Mel­ki­se­deks ist, so nimmt auch der Kai­ser eine prie­ster­li­che Stel­lung in einem uni­ver­sa­len Sin­ne ein: er opfert sich mit Leib und See­le und damit das Uni­ver­sum, wel­ches er ver­kör­pert und abbil­det, Gott dem Vater. Er ist Mis­sio­nar und Zeu­ge des Got­tes­glau­bens gegen­über den Hei­den, wel­che nun aus Ehr­furcht vor dem Kai­ser, der Got­tes Werk­zeug ist, end­lich den wah­ren Gott ver­eh­ren.

      • Auch an Sie, ver­ehr­ter Herr Rat­kaj… sei­ne Sie mir nicht böse, aber das kann man unmög­lich so ste­hen­las­sen…

        … das ist aben­teu­er­lich, was Sie da ver­tre­ten. Vor Gott gilt bekannt­lich kein Anse­hen der Per­son. Und die Nach­fol­ger der Cae­sa­ren sind kei­ne davon aus­ge­nom­me­ne Grup­pe von Per­so­nen…

        Was immer Kon­stan­tin da erlebt hat in sei­ner Visi­on — es ist eine Pri­va­tof­fen­ba­rung und mehr nicht.
        Das kann unmög­lich neben die Offen­ba­rung, die an die Apo­stel gerich­tet war, gestellt wer­den!

        Sie fügen hier der Leh­re etwas zu, was ihren de fide-Aus­sa­gen teil­wei­se aus­drück­lich wider­spricht.

        Es schau­dert mich regel­recht — und dass in der Hl. schrift das glat­te gegen­bild zu dem Ihren dar­ge­legt wird, soll­ten Sie doch nicht ein­fach igno­rie­ren: kein Anse­hen der Per­son, auch der äthio­pi­sche Käm­me­rer, ein sehr hoch­ge­stell­ter Mann, war der Kate­che­se durch Phil­ip­pus sogar extrem bedürf­tig, und er war so demü­tig, sich sofort danach tau­fen zu las­sen. Das alles kann man von Kon­stan­tin nicht behaupten…Er ist und bleibt undurch­sich­tig in sei­nen Inten­tio­nen. Dem­entspre­chend umstrit­ten ist ja auch die For­schung über ihn.

        Nein — was immer Sie und @ Hein­rich sich da zusam­men­rei­men, es ist wirk­lich häre­sie­ver­däch­tig, weil nie­mand ohne die Tau­fe selig wer­den kann. Auch nicht ein Nach­fah­re der Cae­sa­ren…

      • Ja bezüg­lich der Dog­men, wie ist das wenn Gott „hims­elf“ durch Offen­ba­rung ein­greift und das Lehr­amt und Papst­tum das auch noch aner­kennt und bestä­tigt was Sie in Fra­ge stel­len? Der hoch­ge­schät­ze @J.G.Ratkaj hat es so sau­ber und klar defi­niert, bes­ser geht es nicht.
        Und ich mache jeden Katho­li­ken auf­merk­sam, Bay­ern bie­tet juri­stisch alle Optio­nen das Hei­li­ge Römi­sche Reich jeder­zeit zu reani­mie­ren, histo­risch und juri­stisch über alle Epo­chen nach dem HRR hin­weg, Tür und Tor zum Rei­che ste­hen sperr­an­gel weit offen! Die Ein­stell­lung der Amts­ge­schäf­te des Kai­sers über den Reichs­tag hin­weg waren for­mal­ju­ri­stisch nicht kor­rekt, damit ist die Ein­stel­lung der Amts­hand­lun­gen nich­tig und die Reani­mie­rung jeder­zeit mög­lich und in Betracht eines „schwei­gen­den Schis­mas“ durch das After­kon­zil immer mehr zwin­gend not­wen­dig. Was soll ich als „Kar­tof­fel-Katho­lik“ z.B. auf den Phil­ip­pi­nen das Hei­li­ge Mess­op­fer bege­hen? Ich kann kein phil­ip­pi­nisch, dann noch indi­vi­du­ell gestal­te­te Zere­mo­nien frei nach Kon­zil mit Dis­co etc., es wäre wie ein Hei­li­ges Mess­op­fer auf dem Mars, weder hei­lig noch Mess­op­fer. Das ist das After­kon­zil, die Katho­li­sche Kir­che ver­liert das bin­den­de Ele­ment, das Hei­li­ge Mess­op­fer, die Zeit drängt immer mehr Recht ein­zu­for­dern und wahr­zu­neh­men. Das HRR ist die Opti­on, mero­win­gi­sches Reich wie­der zu errich­ten, ein katho­li­sches ver­ein­tes Euro­pa, ein rich­ti­ges Euro­pa katho­lisch ohne wenn und aber. Polen ist bereit, Ungarn ist bereit und in Deutsch­land, Frank­reich, Öster­reich wird klar Schiff gemacht, Süd­ti­rol kommt zurück und Ita­li­en wird nach dem Krieg auf­ge­räumt, und Rom glänzt wie­der, ja sogar mehr als je zuvor.

      • Zusatz:
        Ich ver­gaß Bel­gi­en, Lich­ten­stein und die gute Schweiz etc. auf­zu­li­sten, wenn ultra­mon­tan dann „über-ultra­mon­tan euro­pä­isch“ durch und durch. Ich bit­te um Ent­schul­di­gung dar­um, durch den Herrn sind wir alle eins.
        Soll­ten Recht­schreib­feh­ler auf­tau­chen, ich glau­be ich brau­che bald eine Lese­bril­le, und bit­te um Rück­sicht.

      • Geschätz­ter Hein­rich, nach rein mensch­li­chem Ermes­sen ist eine Restau­ra­ti­on des Römi­schen Kai­ser­tums voll­kom­men aus­ge­schlos­sen. Man muß auf den Her­ren allein hof­fen und nach sei­nem Rat­schluß wird man sich dann rich­ten. Es kann viel­leicht sein, daß der Hei­land sich erneut einem gnä­di­gen Kai­ser wie Kon­stan­tin als Werk­zeug erwählt, wel­cher die Geschicke der Kir­che zum Guten noch wen­det.
        Jeden­falls wür­de ich nicht auf den Kle­rus (bes. nicht auf das Papst­tum, wel­ches seit Jahr­zehn­ten einem Des­po­tis­mus ver­fal­len ist) set­zen wol­len, er ver­sagt eben­so erbärm­lich und kläg­lich wie damals als Kon­stan­tin das Nicae­num ein­be­ru­fen muß­te ange­sichts der Wir­ren inner­halb der Kir­che, sodaß der „ortho­do­xe“ d.h. der rech­te, katho­li­sche und apo­sto­li­sche Glau­be unter kai­ser­li­chem Schut­ze wei­ter bestehen konn­te. Aber sein Ein­grei­fen war schon vor­her not­wen­dig. Erin­nern wir uns, bereits nach­dem Kon­stan­tin durch gött­li­che Fügung an der Mil­vi­schen Brücke wun­der­bar unter dem Labar­um den Sieg davon­trug gedach­te er der Kir­che von Afri­ka als Dank­op­fer eine gro­ße Gold­spen­de zukom­men zu las­sen. Aber wer reprä­sen­tier­te nun das Haupt der Kir­che Afri­kas? Zwei Bischö­fe mach­ten sich die­sen Rang strei­tig und sie bei­de bean­spruch­ten Kon­stan­tins Stif­tung. So appel­lier­te die eine Par­tei an Kon­stan­tin und die ande­re Par­tei zog frei­lich bald schon nach. Der Kai­ser nahm die Apel­la­tio­nen an. Nach allen Regeln lau­te­ren Finanz­ge­bah­rens hat der Stif­ter das Recht die Qua­li­fi­ka­ti­on des Emp­fän­gers nach­zu­prü­fen. Da die Juri­sten Kon­stan­tins ver­ständ­li­cher­wei­se mit der Mate­rie der Gül­tig­keit von Bischofs­wei­hen nicht ver­traut waren, dele­gier­te Kon­stan­tin die Ent­schei­dung an ein Gre­mi­um von Bischö­fen, mit dem Bischof von Rom an der Spit­ze. Kon­stan­tin hat­te sicher­lich ein Kai­ser­ge­richt im Sin­ne. Nun gut, der Bischof von Rom mach­te aus dem Gerichts­hof eine Syn­ode, wel­che den Dona­tus den Gegen­bi­schof des Cae­ci­lia­nus ver­ur­teil­te. Auch hier wäre es ohne Kon­stan­tin nie zu einem Ver­fah­ren und einer for­ma­len Ver­ur­tei­lung gekom­men und die Kir­che hät­te sich in ein Meer von ver­schie­de­nen Sek­ten und dis­sen­ten Abspal­tun­gen auf­ge­löst bis sie schließ­lich spä­te­stens vom Islam hin­weg­ge­fegt wor­den wäre, wenn sich die­se Sek­ten nicht bereits vor­her gegen­sei­tig aus­lösch­ten. Nicht Kon­stan­tin ist geschei­tert. Was Kon­stan­tin für Glau­ben und KIr­che tun konn­te das hat er zeit­le­bens getan, daß der Kle­rus die­se Hil­fe oft­ma­lig sei es nun aus Eitel­keit oder Igno­ranz nicht zu nut­zen wuß­te ist nicht sein Fehl.

      • @ J.G. Rat­kaj

        So dar­ge­stellt kann ich Ihre Mei­nung tei­len — Gott schreibt bekannt­lich „auf krum­men Lini­en gerad“ (eigent­lich mag ich den Spruch ja nicht, aber hier passt er mal!).
        Auto­ma­tis­men wie: Der Kle­rus hat selbst­ver­ständ­lich immer recht, oder der Papst kann gar nicht anders als recht zu leh­ren etc. leh­ne ich ab, wis­sen Sie ja.

        Aber genau­so wür­de ich das auch jeder­zeit hin­sicht­lich der poli­ti­schen Herr­schaft sehen.

        Kon­stan­tin hat, obwohl er eine schil­lern­de und undurch­schau­ba­re Per­son ist, den­noch den Plä­nen Got­tes gedient, viel­leicht sogar gegen den Kle­rus, weil es damals nötig war und kaum anders ging.

        Wir haben das alles schon im AT — wenn wir lesen, dass Gott eine Hure erwählt hat, die Israe­li­ten zum Erfolg zu füh­ren („Rahab“) oder dergl. das ist alles ein Geheim­nis.

        Was sich aber vie­le katho­li­sche Män­ner lei­sten, das ist eine Art Traum-Auto­ma­tis­mus, so, als kön­ne Gott nicht anders als über den welt­li­chen Herr­scher etc.

        Doch, Gott kann!

        Aber er führt die Din­ge, wenn sie über welt­li­che Ver­mitt­lung gehen, ja nicht „objek­tiv“ (i.S. des Sakra­men­ta­len), son­dern stets sin­gu­lär. Wenn eine Hure ein­mal (!) Isra­els Segen wur­de, sind des­we­gen nicht alle Huren ein Segen, und es wäre Irr­sinn, wegen die­ser sin­gu­lä­ren Erfah­rung eine Theo­rie um Hure­rei und Got­tes­dienst zu spin­nen.
        Und wenn Gott ein­mal in einer bestimm­ten Situa­ti­on durch den Kai­ser eine geist­li­che Fra­ge ret­tet, dann ist des­we­gen der Kai­ser noch lan­ge nicht der immer­wäh­ren­de Ret­ter der Kir­che.

        Wie wir aus der der­zei­ti­gen Lage geret­tet wer­den könn­ten — kein Mensch weiß es. Gott hat immer Wege, aber sie sind, wie es bei Jere­mia heißt „höher als unse­re Gedan­ken“.
        Viel­mehr droht den see­len Gefahr: wir wis­sen, dass der Anti­christ wie ein Ret­ter auf­tre­ten wird und selbst die Erwähl­ten besie­gen wird.

        Mir ist des­halb das The­ma wich­tig: wir soll­ten nicht mit dem Feu­er spie­len.

      • Geschätz­te Fr. Zeit­schnur, Ihren Kom­men­tar vom
        29. Okto­ber 2015 um 14:57 habe ich mit Inter­es­se gele­sen. Was Sie da schrei­ben tei­le ich voll­um­fäng­lich! Ich woll­te mich ja nicht zum Kai­ser­tum all­ge­mein äußern son­dern kon­kret bezüg­lich Kon­stan­tin.

    • Kop­pe hat im Prin­zip serh wohl recht.

      Ein poli­ti­sches „christ­li­cher Reich“ in die­sem Äon, das doch sei­nem Ende ent­ge­gen geht, ist ein Wider­spruch in sich selbst.

      Es ist eine gro­ße Ver­füh­rung, „in die­sem Zei­chen“ dies­mal — anders als einst der hl. Petrus im Gar­ten Gath­se­ma­ni, als er das Schwert zog und Jesus ihm dies ein­dring­lich ver­bot — im welt­li­chen Sin­ne „sie­gen“ zu dür­fen.

      Ja, da woll­te jemand grö­ßer sein als der Herr, der genau die­sen Sieg zuerst in der Wüste dem Satan ver­wei­ger­te und spä­ter Judas und noch spä­ter in aller Här­te sich selbst am Kreuz.

      Die Bedin­gun­gen und Umstän­de, unter denen mis­sio­niert wur­de, sind an sich selbst wert­los, mög­li­cher­wei­se sogar gefähr­lich oder unge­recht.

      Wie anders soll­te der unge­rech­te und gefal­le­ne Mensch sonst erreicht wer­den wenn nicht in sei­nen unge­rech­ten Gedan­ken und Umstän­den?

      Gott mag den einen im Bor­dell errei­chen, den andern im gefängn­si und wie­der einen ande­ren im kran­ken­bett — des­we­gen soll­te man das Kran­ken­bett aber eben­so wenig her­bei­seh­nen wie das Gefäng­nis oder das Bor­dell.

      Es ist merk­wür­dig, dass an die­sem Punkt kaum jemand ver­steht, dass das Reich Chri­sti wirk­lich in gar kei­ner Wei­se „von die­ser Welt“ ist, auch wenn es in die­ser Welt begon­nen wur­de…

      • Das ist doch voll­kom­me­ner Unsinn, werte@zeitschnur. Es geht doch nicht dar­um, ein christ­li­ches Reich zu errich­ten, dass das ewi­ge Got­tes­reich nach­äf­fen und sich an sei­ne Stel­le set­zen soll, son­dern es geht dar­um, das Wort Got­tes zu ver­kün­den und es schon in die­ser Welt frucht­bar zu machen für das Leben und das ewi­ge Heil der Men­schen. Der Mensch aber ist nun ein­mal ein ens socia­le und des­halb muss der Glau­be auch sei­ne Aus­wir­kung auf das Zusam­men­le­ben der Men­schen, sprich, den Staat, haben. Glau­be ist, christ­lich ver­stan­den, doch kei­ne blo­ße Pri­vat­sa­che, die nur eine Bedeu­tung für das Jen­seits hat. Glau­be kon­kre­ti­siert sich und lebt im Werk des Men­schen und bringt auf die­se Wei­se sei­ne Frucht her­vor, dass, was wir Kul­tur und Sit­te nen­nen. Wer Kon­stan­tin ver­wirft, ver­wirft letz­lich die gan­ze Geschich­te des Chri­sten­tums und die Geschich­te Euro­pas, ver­wirft den Auf­trag Chri­sti, die­ser Welt den Glau­ben zu ver­kün­den und den 10 Gebo­ten all­ge­mei­ne Gül­tig­keit zu ver­lei­hen. Wer Kon­stan­tin ver­wirft, ver­wirft nichts weni­ger als den Wahr­heits­an­spruch des Chri­sten­tums und kann sich gleich unter die Kas­pe­ri­ten und Rela­ti­vi­sten oder Bud­dhi­sten ein­rei­hen. Wer Kon­stan­tin ver­wirft, der wird in nicht all­zu fer­ner Zukunft, wenn er in einem ent­christ­lich­ten Euro­pa leben muss, viel­leicht vom hohen Ross her­un­ter­stei­gen und wie­der begrei­fen ler­nen, was die Welt einem Kon­stan­tin und sei­nem Gott zu ver­dan­ken hat.

      • Wenn Gott sich der Welt geof­fen­bart hat, muss ein Herr­scher, der die­se Offen­ba­rung samt sei­nen Unter­ta­nen annimmt, zwangs­läu­fig ein sozia­les König­tum die­ses Got­tes gewäh­ren und einen katho­li­schen Staat schaf­fen. Es gab also für Kon­stan­tin gar kei­ne Alter­na­ti­ve. Ein Gott, der sich allen Men­schen offen­bart, muss im Fal­le der Annah­me Sei­ner Offen­ba­rung auch kol­lek­tiv ver­ehrt wer­den. Weil ein sich offen­bart haben­der Gott also zwangs­läu­fig nach sozia­ler Herr­schaft ver­langt, muss und will Er auch als Legit­ma­ti­ons­quel­le für die Sei­ne sozia­le Herr­schaft aus­üben­de Gewalt die­nen.

      • @ hicest­ho­die

        Wenn Sie mein Posting genau gele­sen hät­ten, wür­den Sie wis­sen, dass das mei­ste, was Sie vor­tra­gen, von mir ja nicht in Abre­de gestellt wird. Aber wenn Sie allei­ne das Posting Ihres Nach­red­ners oder @ Hein­richs oder @ Rat­ka­js lesen, dann muss Ihnen auf­fal­len, dass es den Her­ren um mehr als nur ein prag­ma­ti­sches Argu­ment geht.

        Immer­hin hat die Kir­che 300 Jah­re lang kei­nes Herr­schers bedurft, der die Mis­si­on for­ciert oder was er dafür hält — zwang, wie er anschlie­ßend staat­li­cher­seits aus­ge­übt wur­de, hat mit Bekeh­run­gen ja nicht viel gemein. man erpress­te die Men­schen, Chri­sten zu wer­den. das Ergeb­nis die­ser fau­len Pflan­zung haben wir heu­te: sie fal­len vom Stamm ab, weil sie nie dazu gehört haben. Wol­len wir davor die Augen ver­schlie­ßen?

        Die größ­te und uner­klär­bar­ste Bekeh­rungs­wel­le war in den ersten 300 Jah­ren.
        Immer­hin weht der Hl. Geist wo er will und nicht da, wo ihn ein Herr­scher hin­zwingt.

        Unsinn ist es, die Pro­ble­ma­tik die­ser gan­zen Anla­ge zu ver­ken­nen. Das abend­län­di­sche Dra­ma „christ­li­cher Herr­scher“ ist doch der Aus­gangs­punkt des­sen, was wir heu­te erle­ben, bis in die letz­ten Kon­se­quen­zen erle­ben und erlei­den.
        Und die­ses Dra­ma wird sei­ne Voll­endung in der Gestalt des Anti­chri­sten fin­den.
        Das wird kein Athe­ist, son­dern höchst­wahr­schein­lich ein kon­ser­va­ti­ver Mann sein. Er wird fromm sein, und Visio­nen wird er haben wie Kon­stan­tin, Wun­der tun wird er auch — so beschreibt ihn die Schrift. Und in den Tem­pel Got­tes setzt er sich als Herr­scher, und kaum einer wird erken­nen, dass das alles schief­hängt. Er wird Macht haben, alle zu ver­füh­ren — auch die Tra­dis. Das jeden­falls steht in der Offen­ba­rung.
        Unse­re abend­län­di­sche Geschich­te hat uns dar­auf bestens vor­be­rei­tet.

        Ich blei­be dabei: Wer hier ver­blen­det ist und nicht erkennt, dass unse­re Geschich­te AUCH, bei aller guten Saat, das ange­kün­dig­te Aus­gä­ren des Bösen trägt, der wird gro­ße Mühe haben, am Ende stand­zu­hal­ten.

        Mir ist es Angst, weil in der Offen­ba­rung steht, Gott habe ihm die Macht gege­ben, die Erwähl­ten zu besie­gen.
        Und er besiegt sie ja eben nicht unka­tho­lisch, son­dern schein­bar katho­lisch — die „Erwähl­ten“ bit­te! Nicht die ohne­hin Abge­fal­le­nen, son­dern die „Erwähl­ten“.

        Träu­men wir doch nicht vor uns hin, son­dern sehen wir offe­nen Auges, was vor­geht.

    • @zeitschnur
      Es geht auch nicht dar­um das himm­li­sche Jeru­sa­lem zu kopie­ren, wer­te Frau zeit­schnur, son­dern kon­se­quent wie es lang­sam wie­der momen­tan aktu­ell not­wen­dig erscheint wenn es not­wen­dig ist die Lan­ze in den Boden zu hau­en und Satan zu sagen bis hier­hin und nicht wei­ter. Gott­fried von Bouil­lon könn­te man eher vor­wer­fen das himm­li­sche Jeru­sa­lem zu kopie­ren mit sei­ner Dor­nen­kro­ne, was genau­so ver­fehlt wäre. Schau­en Sie sich die Katha­rer an, alles gei­stig, nur nicht welt­lich sein, und immer schön ins Mar­ty­ri­um, aber wah­ren wir in Gedan­ken ohne gewis­se histo­ri­sche Schutz­mäch­te gäbe es heu­te kei­nen Katho­li­zis­mus mehr. Das ist das Pro­blem mit den Men­schen von heu­te, 80 Jah­re kein Krieg, eine syn­te­ti­sche Mär­chen­welt auf dem Fun­da­ment von Lügen wur­de errich­tet und dem Volk vor­ge­gau­kelt, und die­se Mär­chen­welt zer­schlägt bald der Fin­ger Got­tes. Die west­fä­li­sche Welt­ord­nung endet dem­nächst, davon sprach auch der „Papst“ mal, das heißt im Klar­text die BRD sieht bald aus wie im 30jährigen Krieg. Mal sehen wie es dann die Katho­li­ken mit der Schutz­macht sehen wer­den und wer freu­dig ins Mar­ty­ri­um geht.

      „Kop­pe hat im Prin­zip serh wohl recht.
      Ein poli­ti­sches „christ­li­cher Reich“ in die­sem Äon, das doch sei­nem Ende ent­ge­gen geht, ist ein Wider­spruch in sich selbst.“

      Ist es denn unter­ge­ga­nen? Nein. Juri­stisch exi­stiert es nach wie vor, ledig­lich die Amts­ge­schäf­te ruhen, es schläft wie Dorn­rös­chen aber ist da. Die Auf­lö­sung des Rei­ches die vie­le ger­ne hät­ten hat nicht statt­ge­fun­den da sie nicht die kor­rek­ten juri­sti­schen Abläu­fe voll­zog, der Reichs­tag wur­de nicht ein­be­zo­gen vom Kai­ser, die Abdan­kung wur­de wie durch ein Ermäch­ti­gungs­ge­setz eigen­mäch­tig umge­setzt und voll­zo­gen. Nicht das Sie dem­nächst erle­ben wie Dorn­rös­chen wach geküßt wird, garan­tie­ren kön­nen Sie es nicht, es ist längst alles in Gang in die­se Rich­tung, aus mit der Mär­chen­welt, Sie kön­nen es nicht mehr auf­hal­ten. Es kommt bald der Tag, da ver­eint sich alles in Bay­ern und das Reich ist wie­der da, the „Reich“ strikes back, dann kann wie­der jeder recht­schaf­fen­de deut­sche Katho­lik unbe­küm­mert in Deutsch­land leben was jetzt ja in der BRD so nicht geht, in die­sem Lügen­sy­stem. Von die­sem Tage an tobt der größ­te Krieg der Mensch­heits­ge­schich­te. Und sagen Sie bit­te nicht jeder Deut­sche kön­ne hier frei leben, für 20 Mil­lio­nen anstän­di­ger Deut­sche in Süd­ame­ri­ka gilt dies nicht. Man wür­de die­se Lands­leu­te hier jagen und ver­fol­gen ohne das die­se Men­schen sich je eines Ver­bre­chen schul­dig gemacht haben.

      • Ich habe oben an hicest­ho­die und @ Rat­kaj noch eini­ges geschrie­ben, was auch her passt.

        Ihre Argu­men­te sind indes­sen zir­ku­lär. Das Abend­land wäre nie chri­stia­ni­siert wor­den, wenn es nicht auf die­se Wei­se gesche­hen wäre?

        Inter­es­sant — da wären Sie klü­ger als der Herr. Der Herr hat vie­le Wege, und was uns unmög­lich erscheint (in der Rea­li­sa­ti­on), ist ihm immer mög­lich.

        Ihr Katha­rer-Ver­gleich ist unpas­send.
        Erstens waren auch die frü­hen Chri­sten mar­ty­ri­um­s­be­reit — immer­hin wie der Herr. Fol­gen wir eigent­lich Ihm nach oder irgend­wel­chen Cae­sa­ren, die mäch­tig auf den Putz hau­en woll­ten?

        Ob das hl. römi­sche Reich wirk­lich nicht das himm­li­sche Jeru­sa­lem kopie­ren woll­te — da wäre ich mir nicht so sicher, mein Lie­ber.

        Immer­hin bik­lde­ten diver­se Kai­ser­kro­nen sogar das himm­li­sche Jeru­sa­lem ab.
        Und wenn es nicht so gewe­sen wäre — war­um dann der erbit­ter­te Macht­kampf zwi­schen Papst­tum und Kai­ser­tum, zwi­schen König­tü­mern und Papst­tum?

        M.E. machen Sie es sich um eines sehr irdi­schen Trau­mes wil­len, der noch dazu Got­tes Ange­le­gen­hei­ten selbst in die Hand neh­men will, zu ein­fach.
        Gott hat dem in die Hand gege­ben, als Gott­mensch ins Fleisch zu kom­men, also zuerst und erha­ben über alles, der Got­tes­mut­ter. Wei­ter hat er den Apo­steln die Sakra­men­te anver­traut, v.a. das hl. Opfer.
        Poli­ti­sche Uto­pien hat er weder gelehrt, noch gebo­ten noch folg­lich anver­traut.
        Lt. hl. Pau­lus ist der Staat für die recht­spre­chung und Befrie­dung des Lebens­rau­mes da — nicht mehr und nicht weni­ger.

        Belas­sen wir es doch dabei!

  3. Man kann wohl sagen, daß Papst und Kai­ser in ihrem jewei­li­gen Zustän­dig­keits­be­reich für das Heil der Men­schen und das Reich Got­tes gewirkt hat­ten ohne daß sie dabei an die Schaf­fung einer euro­päi­schen Zivi­li­sa­ti­on gedacht hat­ten. Das bedeu­tet auch, daß durch die­se bei­den Gewal­ten auch die Frei­heit des Chri­sten mit­ge­ge­ben war und soz. insti­tu­tio­nell garan­tiert war ein­schließ­lich eines Asyl­rech­tes. Mit der „Refor­ma­ti­on“ aber wur­de die­se Ein­heit bereits zer­stört mit aus­schließ­lich nega­ti­ven Fol­gen.
    Poli­tisch wur­de das katho­li­sche Kai­ser­tum bekriegt (zuletzt Welt­krieg 1), aber auch „Klein­Deutsch­land“ (zusam­men mit Ö) als ehe­ma­li­ger Haupt­Trä­ger des Kai­ser­tums wur­de von den Frei­mau­rern zer­stört- bis heu­te. Dann gings auch dem Papst­tum an den Kra­gen- bis aktu­ell heu­te. Die Frei­mau­er, die Die­ner Satans wis­sen, was sie mei­nen tun zu sol­len.

    In den Län­dern und Gebie­ten der sog. Refor­ma­ti­on aber gilt bis heu­te soz. ein isla­mi­sche Prin­zip. Staat und Kir­che sind weit­hin ein- und das­sel­be. Das aber ist mit­nich­ten christ­li­ches Den­ken. Weil in die­sen pro­te­stan­ti­schen Gebie­ten also Unfrei­heit herrsch­te und herrscht, gab es immer neue Abspal­tun­gen, um eben frei sein zu kön­nen.

    In D wie auch wohl in Öster­reich aber geht die Kir­che mit dem Staat eine unhei­li­ge Alli­anz ein. Das zeig­te sich etwa in Deutsch­land bei der „Schwan­ge­ren­kon­flikt­be­ra­tung“, wo Papst Johan­nes Paul II. mit der Brech­stan­ge den Bischö­fen ver­bie­ten muß­te-wegen deren Unein­sich­tig­keit und hün­di­scher Staatstreue‑, wei­ter­hin Schei­ne aus­stel­len zu las­sen, die eine Abtrei­bung ermög­lich­ten.

    Mit einem Wort: als katho­li­scher Christ bin ich dem Unrechts­staat (Poli­tik, Justiz) kom­plett aus­ge­lie­fert, weil auch die „Kir­che“ bei allem mit­macht und man in der Kir­che kei­nen Anwalt hat. In D jeden­falls ist der Mensch!der Katho­lik, weit­hin bloß Unter­tan und dafür sind die Bischö­fe haupt­ver­ant­wort­lich.

    Es gibt Katho­li­ken, die des­we­gen zu „Frei­kir­chen“ usw. abwan­dern und/oder aus der baby­lo­ni­schen Gefan­gen­schaft des Staats­kir­chen-Systems aus­stei­gen, aus­tre­ten.

    • Am Nie­der­gang der katho­li­schen Kir­che sind nicht „die Pro­te­stan­ten“, son­dern ist aus­schließ­lich sie selbst schuld. Indi­rekt geben Sie es ja zu. Wer sich im Besitz der Wahr­heit weiß, hat die­se zu hüten und zu ver­tei­di­gen. Tut er es nicht, macht er sich schul­dig. Die­se Schuld umfasst auch Mit­schuld an der gei­sti­gen Ent­wur­ze­lung und am sitt­li­chen Nie­der­gang der Staa­ten und Gesell­schaf­ten, die sie seit Kon­stan­tin und end­gül­tig seit Theo­dosi­us führ­te. War­um haben katho­li­sche Fami­li­en in Deutsch­land so weni­ge Kin­der? War­um wird in katho­li­schen Kran­ken­häu­sern abge­trie­ben? War­um wird in katho­li­schen Schu­len Gen­der-Wahn­sinn und sexu­el­le Per­ver­si­on unter­rich­tet? War­um wird in katho­li­schen Bil­dungs­häu­sern New Age ver­brei­tet? Usw. Usf.! Sind dar­an „die Pro­te­stan­ten“ schuld?
      Die Pro­te­stan­ten sind für i h r e Schuld ver­ant­wort­lich, die dar­in besteht, dass sie ihre eige­nen Grund­la­gen ver­ra­ten haben, wodurch sie übri­gens mit der katho­li­schen Kir­che in einer gewis­sen Glau­bens­ver­bun­den­heit geblie­ben waren: Die Pro­te­stan­ten von heu­te ver­wer­fen das bibli­sche Wort Got­tes, in des­sen Namen sie vor 500 Jah­ren antra­ten, und machen es zum Hohn.
      DIe Gläu­bi­gen sind über­all zu der klei­nen Her­de geschrumpft, von der unser Herr Jesus Chri­stus am Abend vor sei­nem Lei­den gespro­chen hat.

      • Die gro­ßen Frei­kir­chen sind inzwi­schen kei­nen Deut bes­ser. Sie ver­kün­di­gen, wenn übehaupt, ein bil­li­ges Evan­ge­li­um. Daher die neue Har­mo­nie mit einem apo­sta­ti­schen Rom.

      • Sie haben mich gar nicht ver­stan­den @Leo Lämm­lein. Ich habe geschrie­ben: „Mit der „Refor­ma­ti­on“ aber wur­de die­se Ein­heit bereits zer­stört mit aus­schließ­lich nega­ti­ven Fol­gen.“
        Sie schrei­ben als Ant­wort: „Am Nie­der­gang der katho­li­schen Kir­che sind nicht „die Pro­te­stan­ten“, son­dern ist aus­schließ­lich sie selbst schuld.“

        Es ging um die­se „Ein­heit“ Papst- Kai­ser, Kir­che- Staat. Ich habe nicht vom „Nie­der­gang der katho­li­schen Kir­che“ gespro­chen. Also unter­schie­ben Sie mir doch nichts.

    • Das ist eine dubio­se, ziem­lich het­ze­ri­sche Sei­te, im hohen Adre­na­lin­mo­dus und volelr unbe­wie­se­ner Behaup­tun­gen…

      …also ins­ge­samt nichts für Chri­sten.

  4. Die­se poli­ti­sche „Sub­sti­tu­ti­ons­ideo­lo­gie“, die eini­ge Katho­li­ken für „Tra­di­ti­on“ hal­ten, ist theo­lo­gisch gese­hen eine Per­ver­si­on des Kreu­zes­op­fers und selbst der Aus­lö­ser für das „aus-der-Mit­te-Rücken“ des­sen, was „noch auf­hält /aufhielt“.

    „Sub­sti­tu­ti­on“ etwa in die­sem Sinn:

    So wie Gott im Alten Bund ein Volk hei­lig­te, um die Mensch­heit mit dem Gesetz bekannt zu machen und den Mes­si­as her­vor­zu­brin­gen, hat er im Neu­en Bund ein Volk gehei­ligt, um das Evan­ge­li­um in alle Welt zu ver­brei­ten.
    Und es waren zu Beginn des Nazi­rei­ches nicht weni­ge, dar­un­ter auch Bischof Gra­ber, die in Hit­ler einen Restau­ra­tor die­ses völ­ki­schen Anspruchs, selbst­ver­ständ­lich in die­ser Logik auch in erbit­ter­tem Hass gegen die Juden, „erkann­ten“ und sich nicht scheu­ten, ihn z.B. in den „Werk­blät­tern“ des Bun­des „Neu­deutsch­land“ groß zu fei­ern und zu prei­sen.

    Die­ser pseu­do­ka­tho­li­sche, poli­ti­sche Wahn trug im Ergeb­nis immer fau­le Früch­te. Im Fal­le Gra­bers hat er hin­ter­her alles getan, um sich als „Wider­stands­kämp­fer“ zu platz­ie­ren, was aber objek­tiv nicht wahr ist. Er hat Hit­ler als Ret­ter des Abend­lan­des begrüßt… und dies schrift­lich, öffent­lich, nach­weis­bar.

    Natür­lich kann ein Volk sich chri­stia­ni­sie­ren, und das ist legi­tim und schön. Und natür­lich ist es „prak­ti­scher“, wenn gleich ein Fürst sich bekehrt und sein Gemein­we­sen christ­lich regiert. Aber das ist für Gott in kei­nem Fall eine „zwin­gen­de“ Bedin­gung, um sein Werk zu voll­zie­hen.

    „Haben sie mich ver­folgt, wer­den sie auch euch ver­fol­gen!“
    „Der Die­ner steht nicht über dem Herrn.“
    Sol­che Katho­li­ken ver­leug­nen die­se Sät­ze.

    Im NT ist kein aus­er­wähl­tes Volk ver­hei­ßen, kei­ne Ana­lo­gie zum alten Isra­el. Wer lesen kann, wird auf vie­len Hun­der­ten Sei­ten des AT die­se Erwäh­lung eines Vol­kes dem Fleisch als Got­tes aus­drück­li­chen Wunsch und Wil­len aner­ken­nen müs­sen.
    Das gan­ze NT dage­gen weist nicht ein­mal einen Split­ter sol­cher Gedan­ken auf!
    Statt­des­sen wird dort jeder irdi­sche Erfolg abge­wie­sen. Das Reich des Kai­sers ist ein Bereich, das Reich Got­tes IMMER der ande­re. Ein Zusam­men­fall von bei­dem erscheint in allen NT-Büchern undenk­bar, weil das „Wort vom Kreuz denen eine Tor­heit ist, die ver­lo­ren gehen“.

    Die Geschich­te des Abend­lan­des ist ein Aus­gä­ren des­sen, wes­we­gen die Juden den Herrn ver­kannt hat­ten, ein Aus­gä­ren der Kreu­zes­ab­leh­nung. Es ist per­vers, das Kreuz als poli­ti­sches und mili­tä­ri­sches „Sie­gens­zei­chen“ anzu­se­hen. Wie weit ist der Weg zwi­schen dem Kru­zi­fi­xus und Kon­stan­tin?

    Wie die Juden auf ein irdi­sches Frie­dens­reich hoff­ten, taten dies nun die Chri­sten. Es ist gespen­stisch.
    Gespen­stisch, wie die­se (poli­ti­sche) jüdi­sche Ver­ken­nung des Got­tes­soh­nes sich im Abend­land fort­setz­te.

    Auch Isra­el wur­de Trä­ger des Got­tes­soh­nes und zugleich der Ver­nei­nung des Got­tes­soh­nes.
    Nicht anders sieht es im Abend­land aus, und nicht anders als Isra­el begnüg­te man sich auch hier nicht mit der Herr­schaft Got­tes, son­dern bil­de­te sich ein, das müs­se — wie es die Welt eben so braucht — in einer poli­ti­schen Herr­schaft aus­drücken.

    • Gott gestand Isra­el mit einer bestür­zen­den War­nung schließ­lich einen poli­ti­schen König zu.
      Am 1. König Saul voll­zog sich der Abfall von Gott: der König stell­te sich über Got­tes Herr­schaft.
      Am 2. König (David) wur­de deut­lich, dass der eigent­li­che König der ist, der da erst kom­men wird, der Chri­stus.
      Nach dem 3. König hat­te Isra­el kei­nen inne­ren Bestand mehr und zer­fiel!
      Danach wur­de es depor­tiert, repa­tri­iert, fiel immer wei­ter ab, wur­de wie­der ver­schleppt, wie­der repa­tri­iert, am Ende stand es unter Fremd­herr­schaft.

      Nicht anders — meta­pho­risch gespro­chen bei uns: auch wenn es Otto den Gro­ßen gab — wie vie­le sol­cher schein­ba­ren Ide­al­kai­ser?
      Eigent­lich ja nur ihn und noch sei­nen Sohn und Theo­pha­nu und dann?
      Ja und dann?
      Was wird Gott wohl sagen, wenn Men­schen, in der alten „jüdi­schen“ Gesin­nung vor ihm ste­hen und ihm die Welt erklä­ren wol­len: Wir brau­chen einen christ­li­chen Ret­ter-Herr­scher, sonst kannst du dein Heil nicht ver­brei­ten?!

      Das Kreu­zes­op­fer soll aus der Mut­te gerückt wer­den — das ist das Aus­gä­ren des Bösen. Vie­le hier ver­ste­hen gar nicht, dass bereits der poli­ti­sche Wahn, man müs­se zwin­gend welt­li­chen Erfolg haben und um jeden Preis erhal­ten, bereits eine Ver­leug­nung die­ses Opfers IST.

      Denn wenn die­se Stim­men recht hät­ten, müss­te man sich fra­gen, was Jesus wohl falsch gemacht hat?
      Und war­um ist immer noch das Blut der Mär­ty­rer der Same, aus dem die Kir­che wächst und nicht christ­li­che Kai­ser­tü­mer?
      Wie will man dann die Tau­fe als ein „Abster­ben“ für all die irdi­schen Ambi­tio­nen ver­ste­hen kön­nen? Als ein in Chri­sti Tod hin­ein Getauf­t­sein ver­ste­hen wol­len?

      Man kann als katho­li­scher Reichs­schwär­mer das Opfer nicht mehr ver­ste­hen. Man rückt es aus dem Zen­trum des Glau­bens. Und stellt in die Mit­te ande­res — das Kreuz als per­ver­tier­tes Schwert­zei­chen, den Gral, Kreuz­re­li­qui­en als Talis­ma­ne, um irdisch zu sie­gen.
      Und Gott hat uns die­se Talis­ma­ne sehr schnell genom­men!

      Das Abend­land ist kein Reich mit Hei­li­gen­schein. Es ist der Ort, an dem wie nir­gends sonst das „myste­ri­um ini­qui­ta­tis“ aus­gärt — inmit­ten eines christ­li­chen Ambi­en­tes.
      Man muss hier alles „dop­pelt“ den­ken. Erst dann wird die Gefähr­lich­keit kla­rer.

  5. Man muss es ganz klar sagen: Was die Kon­stan­tin-Apo­lo­ge­ten hier, mit teil­wei­se haar­stäu­ben­den Häre­si­en (Zeit­schnur hat die­se dan­kens­wer­ter Wei­se prä­zi­se auf­ge­zeigt) an Unsinn ver­tre­ten, ist das prä­zi­se, genaue Gegen­teil des­sen, was Bene­dikt XVI. in sei­ner berühm­ten Frei­bur­ger Rede als „Enwelt­li­chung“ als den ein­zi­gen der Kir­che gebo­te­nen Weg so luzi­de auf­ge­zeigt hat. Sei­ne zen­tra­le The­se war, dass der Ver­lust der Pri­vi­le­gi­en, die „Ent­äu­ße­rung“ der Kir­che all ihrer welt­li­chen, irdi­schen Macht und Pracht, sie wie­der zum Eigent­li­chen ihrer Sen­dung zurück­bringt. Er hat in die­sem Zusam­men­hang sogar gesagt, dass die versch. Pha­sen der „Säku­la­ri­sie­rung“ der Kir­che zum Segen gereicht haben. Kann man alles nach­le­sen.
    Dann mögen die Kon­stan­tin-Fans wenig­stens so red­lich sein und Ben­dikt hier in aller Form wider­spre­chen!

    • Da die ange­ge­ben E‑Mail-Adres­sen nicht rich­tig sind, tei­le ich es auf die­sem Wege mit. Wie mir Mit­ar­bei­ter für den Kom­men­tar­be­reich mit­ge­teilt haben, schrei­ben Sie unter ver­schie­de­nen Namen. Da dies grund­sätz­lich zwei­fel­haft und der Dis­kus­si­on nicht för­der­lich ist, ersu­che ich Sie, künf­tig nur mehr unter einem Namen zu kom­men­tie­ren. Andern­falls müs­sen Ihre Kom­men­ta­re gelöscht wer­den. Die­se Auf­for­de­rung gilt selbst­ver­ständ­lich für alle Teil­neh­mer des Kom­men­tar­be­reichs.

    • „Er hat in die­sem Zusam­men­hang sogar gesagt, dass die versch. Pha­sen der „Säku­la­ri­sie­rung“ der Kir­che zum Segen gereicht haben. Kann man alles nach­le­sen.“

      Die­ser Segen, wo soll der sein? In die­ser dritt­klas­si­gen NGO der Kon­zils­kir­che , sitt­lich, mora­lisch, finan­zi­ell kom­plett deka­dent und dege­ne­riert bis ins Mark, oder in der Kir­che als Art „posi­ti­ve Opti­on“, wie es Ratz­in­ger mal for­mu­liert hat. Oder die­sen sek­te­rie­re­ri­schen „neu­en geistl. Gemein­schaf­ten“?
      Frei­lich hat Ratz­in­ger für Kon­stan­tin den Gro­ßen nicht viel über, das macht aber Kon­stan­tin umso erha­be­ner und strah­len­der. Und was erdrei­sten Sie sich hier über­haupt ande­re zu einem Art Offen­ba­rungs­eid zu zwin­gen ob sie Ratz­in­ger fol­gen oder nicht. Ich halt es wie die Grie­chen bis heu­te mit Euse­bi­us v. Cae­sarea, einem Kir­chen­va­ter, und nicht mit einem durch und durch libe­ra­len neu­theo­lo­gi­schen Pro­po­nen­ten und schein-„konservativen“ Blen­der.

    • „Sei­ne zen­tra­le The­se war, dass der Ver­lust der Pri­vi­le­gi­en, die „Ent­äu­ße­rung“ der Kir­che all ihrer welt­li­chen, irdi­schen Macht und Pracht, sie wie­der zum Eigent­li­chen ihrer Sen­dung zurück­bringt.“

      Dan­ke. Da sieht man mal wieder,es geht im Reich nicht um „Macht“, son­dern die Mög­lich­keit „Die­nen leben zu kön­nen“. Das Ratz­in­ger von Macht spricht zeigt wie sehr er den Faden ver­lo­ren hat; ja die Seku­la­ri­sie­rung hat in der Tat die höch­sten Krei­se der Kir­che erreicht wie sei­ne Rede zeigt.
      Es ist eine Iro­nie ande­ren Häre­sie vor­zu­wer­fen und sich dann auch noch auf Häre­ti­ker zu beru­fen um das zu bele­gen.

    • @Benediktiner: es ging doch Kai­ser Kon­stan­tin nicht um Ver­welt­li­chung der Kir­che, die Papst Bene­dikt gera­de auch der Kir­che in Deutsch­land zu recht vor­hält, son­dern dar­um, auf sei­ne Wei­se dem Evan­ge­li­um Jesu Chri­sti, Jesus Chri­stus, sei­ne Reve­renz zu erwei­sen. Denn er erkann­te offen­kun­dig das, was „kein Auge gese­hen und kein Ohr gehört“ hat. Und er war so mutig, dem Herrn und Erlö­ser den Frei­raum zu schaf­fen, damit sein, des Herrn Lich­tes, bes­ser unter den Men­schen leuch­ten kann.
      Nicht lan­ge vor Kon­stan­tin fand die ent­setz­li­che Chri­sten­ver­fol­gung unter dem Kai­ser Dio­kle­ti­an statt. Es ist klar, daß Gott selbst das Leid der Chri­sten wen­den woll­te mit Kon­stan­tin als sein Werk­zeug sozu­sa­gen.

      Sie befin­den sich also kom­plett im Irr­tum @Benediktiner und wer sonst noch alles. Es ist dem „deut­schen“ Hoch­mut geschul­det, der zum Wahn­sinn offen­bar führt.

  6. @J.G.Ratkaj
    Ich woll­te ledig­lich in Bezug auf den Irr­tum von Madame Zeit­schnur das HRR sei tot hin­wei­sen. Es liegt „juri­stisch“ im Koma aber ist nicht tot. Bezüg­lich Restau­ra­ti­on, stim­me ich über­ein, soll­te man nicht auf den Kle­rus set­zen, wenn ergibt es sich von „oben “ her.

    @zeitschnur
    „Lt. hl. Pau­lus ist der Staat für die recht­spre­chung und Befrie­dung des Lebens­rau­mes da – nicht mehr und nicht weni­ger.“

    Das ist auch eigent­lich im Ger­ma­nen­tum so staats­ge­stal­tend ange­legt, von den Mero­win­gern bis zur Stau­fer­zeit wur­de es auch noch so ordent­lich und kon­sturk­tiv gehand­habt. Abge­schafft hat man sich durch das Abwen­den vom Allo­dwe­sen zum Feu­dal­we­sen, die gan­ze Erb­wirt­schaft war eine schlei­chen­de Pri­va­ti­sie­rung und eigent­lich nicht mehr ger­ma­ni­scher Kul­tur son­dern roma­ni­sche Kor­rup­ti­on. Luthers Erschei­nen war das zün­deln­de Streich­holz in einem Raum ange­füllt mit explo­si­ven Gasen. Die glei­che Deka­denz und Kor­rup­ti­on, der glei­che Zer­fall ist heu­te durch die Pri­va­ti­sie­rung wie­der gut zu sehen, histo­ri­scher Par­al­le­lis­mus, es fehlt das zün­deln­de Streich­holz nur noch zur abso­lu­ten Kri­se.

    Ich sprach nicht von Chri­stia­ni­sie­rung son­dern von Schutz­macht eines schon bestehen­den Chri­sten­tums, viel­leicht etwas undeut­lich for­mu­liert mei­ner­seits.

  7. „Ich sprach nicht von Chri­stia­ni­sie­rung son­dern von Schutz­macht eines schon bestehen­den Chri­sten­tums, viel­leicht etwas undeut­lich for­mu­liert mei­ner­seits.“

    Ich habe Sie oben ohne­hin bereits rich­tig ver­stan­den. Ich stim­me mit Ihnen voll­kom­men über­ein. Kon­stan­tin war nicht nur Schutz­herr son­dern der ein­zi­ge, wel­che der Kir­che in ihren Wir­ren durch die Ein­be­ru­fung des Nicae­ums for­mal Ein­tracht und Ein­heit geben konn­te sodaß sie nicht wei­ter in Strei­tig­kei­ten frag­men­ti­sier­te. Ohne Kon­stan­tin kein Nicae­um, ohne Nicae­um kei­ne katho­li­sche Kir­che. Kon­stan­tin als Erwähl­ter brauch­te, sein titu­lus „Apo­stel­glei­cher“ bei den Grie­chen ist daher sehr ein­drück­lich, nicht die Kir­che, die Kir­che brauch­te Kon­stan­tin. Ter­tul­li­an schrieb bereits ein Jahr­hun­dert davor in sei­nem Brief an Sca­pu­la: „coli­mos ergo impe­ra­to­rem ut homi­nem a deo secund­um et quic­quid est a deo con­se­cutum solo tamen deo mino­rem“. Nach Lage der Din­ge in der dama­li­gen Chri­sten­heit, die kei­ne über­ge­ord­ne­te Instanz kann­te, die kirch­li­cher­seits die theo­lo­gi­schen Kon­flik­te hät­te schlich­ten kön­nen, wenn sie die Diö­zen­an­gren­zen über­schrit­ten hat­ten, war es natür­lich, daß sich der Kai­ser der Sache annahm. Die Kir­che wur­de von Gott mit Kon­stan­tin begna­det.

    • @J.G.Ratkaj
      Ich stel­le mir ernst­haft die Fra­ge, ob die Miß­stän­de der Zeit nicht eigent­lich eine Offen­ba­rung Got­tes sind um eine juri­sti­schen Reani­ma­ti­on des Rei­ches even­tu­ell doch in Betracht zu zie­hen. Die juri­sti­sche Opti­on für den Katho­li­zis­mus liegt ja auf dem Tisch. Es geht ja auch um etwas wesent­li­sches was Bestand­teil der Schöp­fung ist seit Eden, Ver­ant­wor­tung, und Ver­ant­wor­tung ist Gewis­sens­sa­che, im Fal­le eines Katho­li­ken unter dem „Fall­beil“ des Lehr­am­tes, soll­te nicht Unrecht und Lüge Recht und Wahr­heit wei­chen? Unrecht und Lüge zu dul­den heißt es pas­siv zu för­dern, Gehil­fe der Höl­le zu sein, wür­de man weg­se­hen oder nicht ein­schrei­ten wäre man nicht wie Petrus als er den Herrn ver­leug­ne­te? Wenn nicht all‘ die Zei­chen der Zeit eine Offen­ba­rung Got­tes wären, blie­be nur eine Alter­na­ti­ve, Gott zu einer Offen­ba­rung zu bewe­gen oder nicht? Wie soll man wis­sen was der Weg Got­tes in die­sem Fall ist? Im Schüt­zen­gra­ben die Situa­ti­on abwar­ten oder raus aus dem Gra­ben und han­deln? Wenn man dem Bösen Ein­halt gebie­ten könn­te, aber es nicht tut wird man nicht Teil des Bösen? Wür­de man wei­ter war­ten und even­tu­ell im Kampf ent­spre­chend ein­schrei­ten müs­sen, ist dann nicht unschul­di­ges Blut ver­gos­sen wor­den, was man hät­te ver­hin­dern kön­nen, klebt dann nicht die­ses Blut auch an mei­nen Hän­den weil ich es auf juri­sti­schem Wege hät­te ver­hin­dern kön­nen?

      • „Ich stel­le mir ernst­haft die Fra­ge, ob die Miß­stän­de der Zeit nicht eigent­lich eine Offen­ba­rung Got­tes sind um eine juri­sti­schen Reani­ma­ti­on des Rei­ches even­tu­ell doch in Betracht zu zie­hen. “ Ich ver­ste­he Ihren Stand­punkt bezüg­lich des alten Rei­ches sehr gut. 1803 ist nicht weni­ger Kata­stro­phe als 1789 und das Sakri­leg von 1793 als man den gesalb­ten König Lou­is XVI. ermor­der­te und 1804 die Selbst­krö­nung des Wider­chri­sten mit päpst­li­cher Assi­stenz.
        Aber ich den­ke wach­sam sein, aus­har­ren, beten (vor allem den Rosen­kranz u. das Gebet an den Erz­engel Micha­el wie es bei­des Leo XIII. unab­läs­sig der katho­li­schen Chri­sten­heit ange­mahnt und anemp­foh­len hat) ist z.Z. das ein­zi­ge was eine from­me katho­li­sche See­le heu­te tun kann. Wir wis­sen nicht was gesche­hen wird. Viel­leicht bedient sich der Hei­land erneut einem hei­li­gen Werk­zeug wie dem Apo­stel­glei­chen Kai­ser Kon­stan­tin dem Gro­ßen oder er greift in ande­rer Wei­se ein.

    • Ob das Hl. römi­sche Reich deut­scher Nati­on juri­stisch wei­ter besteht, ist aller­dings kei­nes­wegs erwie­sen.
      Es ist fak­tisch zer­stört wor­den, und zwar vom Kai­ser selbst, aber auch vom Papst. Die Rah­men­be­din­gu­nen, die es einst leben­dig gehal­ten hat­ten, sind nicht mehr.

      Immer­hin hat Kai­ser Franz 1806 unter dem Druck der Ereig­nis­se unter Napoléon, der ja spä­ter sogar von Papst Pius VII. in der „Qua­si-Nach­fol­ger“ des römi­schen Kai­sers gesalbt wur­de, die Reichs­kro­ne abge­legt und als Reichs­ober­haupt abge­dankt — wie so vie­les, was er in Reichs­an­ge­le­gen­hei­ten tat, eigen­mäch­tig und im Sin­ne eines Rechts­bru­ches.
      Hier die Abdan­kungs­er­klä­rung: https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliges_R%C3%B6misches_Reich#/media/File:Niederlegung_Reichskrone_Seite_1.jpg

      Das alte „Reich“ bestand ja ohne­hin nicht als ein ver­fass­ter Kör­per im heu­ti­gen Sin­ne eines Staats­we­sens. Im Prin­zip war das „Reich“ eine Samm­lung über­ge­ord­ne­ter Rechts­nor­men, die das Han­deln sei­ner Expo­nen­ten regel­ten. Es hat­te eine Wahl­mon­ar­chie und bestand aus einer föde­ra­ti­ven Ver­bin­dung ver­schie­de­ner Für­sten­tü­mer deut­scher Spra­che. Wie das alles so ganz genau „funk­tio­nier­te“ ist ein wei­tes Feld ver­fas­sungs­hi­sto­ri­scher Dis­kur­se. In jedem Fall ist es kei­ne ein­fa­che Ange­le­gen­heit, die man außer­halb der dama­li­gen Rea­li­tät der regio­na­len Mäch­te ein­fach so wie­der­be­le­ben könn­te.

      Nach dem Tod Pius VII. sülz­te ein vati­ka­ni­scher Geist­li­cher an sei­ner Beer­di­gung etwas davon, dass der Papst durch die Assi­stenz zur Selbst­krö­nung Napoléons zum Kai­ser ja nur das alte Kai­ser­tum habe ret­ten wol­len.

      Tra­di­tio­na­li­sten fran­zö­si­scher Zun­ge wie Jean Raspail­le schwärm­ten sich was ab von wegen eines Come­backs der alten Bour­bo­nen­herr­schaft, selbst­ver­ständ­lich dann im Sin­ne des alten „Rei­ches“. Deut­sche haben dann eher ihr gelieb­tes Bay­ern im Blick (häm..). Und die ganz Abge­dreh­ten fin­den immer wie­der aufs Neue einen Roma­now irgend­wo im Gehei­men, den die Bol­sche­wi­ken ver­ges­sen hat­ten zu töten.…

      Wir haben also in die­sem mon­ar­chi­sti­schen Cha­os­la­ger vie­le Optio­nen, und dass ein Papst mit­ge­wirkt hat­te, das alte Reich zu zer­stö­ren, ist dann noch das Pikan­te an der Sache.
      Bra­vo — alles gut katho­lisch.

      Ehr­lich, @ Hein­rich: das sind doch Kin­der­träu­me, wenn Sie mich fra­gen, roman­ti­sche Mär­chen über Rit­ter, den Gral, und einen gott­ähn­li­chen, tooooo­tal christ­li­chen Kai­ser, der auf sei­nem Ross durch teut­sche Land rei­tet, um unter geweih­ten Bäu­men Recht zu spre­chen. Das ist „teut­sches“ 1001 Nacht. Wir leben in einer ande­ren histo­ri­schen Situa­ti­on und soll­ten uns dar­auf kon­zen­trie­ren, mit der Rea­li­tät klug umzu­ge­hen.

      Wie sehr Sie auf dün­nem Eis spa­zie­ren, habe ich wie­der­holt gesagt: Es kommt nicht von Unge­fähr, dass eini­ge katho­li­sche Män­ner in ihrer unchrist­li­chen Sehn­sucht nach einem star­ken Mann und Füh­rer Hit­ler als den Ret­ter und Wie­der­be­le­ber der alten Mon­ar­chie ansa­hen (Bischof Gra­ber) und als sol­chen freu­dig begrüß­ten. Wovon er hin­terhe aber nichts mehr gewusst haben will.

      • Eine Abdan­kung muss aber auch eine for­mel­le Gül­tig­keit nach dem datier­ten gel­ten­den Recht haben, und dies war nicht gege­ben, damit ist sie mehr als frag­wür­dig, ohne es zu mer­ken posi­tio­nie­ren Sie sich im Lager der Put­schi­sten. Die histo­ri­schen Betrach­tun­gen Ihrer­seits mit Napo­le­on und dem Papst­tum sind ja rich­tig auch die von Ihnen kor­rekt auf­ge­wor­fe­ne Fra­ge, wie man so etwas heu­te rea­li­sie­ren woll­te, also eine Restau­ra­ti­on. Dies wür­de allein auf­grund der juri­sti­schen Sach­la­ge stu­fen­wei­se erfol­gen und nicht ganz Deutsch­land auf einen Schlag tref­fen, son­der erst­mal nur Bay­ern betref­fen und Öster­reich, die Aus­wir­kun­gen wären aber gewiss enorm.
        Übri­gens war bei den Ger­ma­nen das Sakral­kö­nig­tum von jeher gege­ben, es gibt gute histo­ri­sche kirch­li­che Quel­len dar­über, also soll­te man nicht ein­äu­gig blind das nur von einem christ­li­chen Standpukt sehen son­dern auch als Deut­scher, alles ande­re wäre maß­lo­se christ­li­che exzes­si­ve Betrach­tungs­wei­se, so waren die Chri­sten in der Zeit der Sakral­kö­ni­ge damals jeden­falls nicht. Übri­gens haben die­se Sakral­kö­ni­ge sich um Poli­tik nicht geschert son­dern Klö­ster und Kir­chen erbaut. Auch das ver­gißt man ger­ne, das Wort „Reich“ ist mehr als nur Hit­ler oder das HRR, das HRR ist der Schat­ten des alten ger­ma­ni­schen Sakral­kö­nig­tums, aber es wird von der Kri­che hoch­ge­ju­belt, weil es welt­li­che Macht und Ruhm brach­te, die Klö­ster waren lan­ge vor­her da. Ver­ges­sen wir auch bit­te mal nicht wer denn Jeru­sa­lem damals nur durch Mord und Krieg erobern woll­te, es war der Papst, wäh­rend Fried­rich II. es durch Diplo­ma­tie errang. Bei einem ehr­li­chen deut­schen Katho­li­ken schlägt die­ses alte Reich in der Brust, solan­ge es schlägt!

      • Das ist alles sehr beden­kens­wert was Sie schrei­ben bes. die letz­ten zwei Absät­ze. Ich hof­fe Sie den­ken nicht, daß mei­ne Apo­lo­gie für Kon­stan­tin und das anci­en régime gezwun­ge­ner­ma­ßen irgen­den­de eine nai­ve Hoff­nung mei­ner­seits beein­hal­tet die­se alte Ord­nung wie­der auf- und ein­ge­rich­tet zu sehen.(das wäre eben­so infan­til wie das Set­zen auf Ratz­in­ger) Ich bin Rea­list und habe oben bereits ange­deu­tet, daß wir doch nicht wis­sen wie der Hei­land ein­grei­fen wird.
        Von die­ser Epi­so­de bei der Grab­le­gung von Pius VII. habe ich aber noch nie gehört obwohl ich vie­les über ihn gele­sen habe. Es wür­de mich aber nicht über­ra­schen, denn es passt in das Bild die­ses Pon­ti­fi­kats. Jeden­falls war Pius VII. eine nega­ti­ve Kon­tra­st­fi­gur zu sei­nem hei­lig­mä­ßi­gen Vor­gän­ger Pius VI. der ein Erdul­der und Mar­ty­rer war. Ich weiß, daß eini­ge in Pius VI. nicht weni­ge Schwä­chen sehen (aber wer hat die­se nicht!) aber spä­te­stens in der End­zeit sei­nes Papst­tums hat er Zeug­nis gege­ben und wah­re Grö­ße gezeigt. Für wahr ein gro­ßer Papst!

      • @ Hein­rich

        Bei Ihnen geht mir argu­men­ta­tiv zuviel durch­ein­an­der. Irgend­wie geht Ihnen „der Gaul durch“… Sie behaup­ten, ich sei in der Nähe der „Put­schi­sten“?!

        Sie haben mich folg­lich nicht genau genug gele­sen.
        Ich schrieb, dass Franz II. hier einen Rechts­bruch beging. Wie kom­men Sie also dazu, mich „in die Nähe der Put­schi­sten“ zu stel­len?

        Man muss aber ande­rer­seits fest­stel­len, dass das alte Reich nicht auf einem kodi­fi­zer­ten Recht ruh­te, das man ein­fach abru­fen könn­te.
        Wir stol­pern bei die­sen Fra­gen immer über die so völ­lig anders­ge­la­ger­te Rechts­pra­xis des Mit­tel­al­ters und über über die Tat­sa­che, dass das, was wir heu­te unter einem „Staats­we­sen“ ver­ste­hen nicht iden­tishc ist mit dem, was man in der Geschich­te unter einem „Reich“ ver­ste­hen konn­te.

        Über die­se Fra­gen haben sich aber sehr vie­le klu­ge Leu­te, v.a. Histo­ri­ker, Völ­ker­recht­ler und Staats­recht­ler Gedan­ken gemacht. dazu haben ins­be­son­de­re auch nach dem 2. WK vie­le Tagun­gen und aka­de­mi­sche Debat­ten statt­ge­fun­den — der gan­ze Fra­ge­kom­plex „Was bedeu­ten Begrif­fe wie „Reich“, „Volk“, „Nati­on“ etc. wur­de end­los oft durch­ge­kaut und man kam zu kei­nem Ende.

        Die Wahr­heit ist, dass all die­se Begrif­fe unscharf sind und blei­ben.
        Ihre Bedeu­tung erschließt sich aus­schließ­lich in histo­ri­schen Kon­tex­ten.
        Ohne die­se Kon­tex­te kön­nen sie nur miss­ver­stan­den wer­den.

        Wenn ich mir eine Sei­ten­be­mer­kung erlau­ben darf: Das ist eben­so das Pro­blem des radi­ka­len Islam (Sala­fis­mus). Auch die­se Leu­te wol­len etwas restau­rie­ren, ohne die histo­ri­sche Lebens­welt über­haupt noch zu erfas­sen, in der dies ent­stand, prak­ti­ka­bel schien und galt. Es kann dabei nur Mord und Tot­schlag her­aus­kom­men. Das wür­de auch bei einem „christ­li­chen“ Ver­such nicht anders aus­se­hen.

        Ich kann nicht sehen, dass uns Katho­li­ken sol­che Träu­me­rei­en in irgend­ei­ner Wei­se gebo­ten sein könn­ten. das gibt die Hl. Schrift förm­lich über­haupt nicht und die Leh­re so gut wie gar nicht her.

        Päp­ste haben nur immer wie­der betont, dass der Staat sich mora­lisch von der Kir­che beleh­ren las­sen muss und nicht die Kir­che vom Staat. Sie kön­nen das bei Leo XIII., bei Pius X., bei Pius XI. und auch bei Pius XII. nach­le­sen.
        Leo XIII., Pius X. und Pius XI. haben aus­drück­lich geschrie­ben, dass es für das Wir­ken der Kir­che uner­heb­lich sei, wel­che Staats­form eine Nati­on sich selbst gibt.

        Zu guter letzt:

        Ein roman­ti­scher Mär­chen­kai­ser kann tat­säch­lich in einer sin­gu­löä­ren Situa­ti­on die Kir­che schüt­zen. Er kann aber auch genau­so gut in einer sin­gu­lä­ren Situa­ti­on die Kir­che oder gar den rech­ten Glau­ben, falls er sich der Kir­che zurech­net, ver­fol­gen. Wir haben das alles bereits gehabt in der Geschich­te.

        Wie schon öfters emp­foh­len: Lesen Sie die Schrift des hl. Tho­mas v. A. an den Für­sten von Zypern. Dort wer­den Sie ein dif­fe­ren­zier­tes Bild vor­fin­den, das vor man­chem Kin­der­traum bewahrt und anhand vie­ler Bei­spie­le aus der römi­schen Geschich­te Situa­tio­nen beleuch­tet und deu­tet.

      • @ J.G. Rat­kaj

        Zur Begräb­nis­re­de für Pius VII. — ich fin­de das Ziat auf die Schnel­le nicht, habe es aber in einem der Wer­ke des Histo­ri­kers Vol­ker Sel­lin gele­sen, der sehr viel über die Zeit um 1780–1820 geforscht hat.

        Auch habe ich es auf einer fran­zö­si­schen Wen­site gelesen…puh.

        Bin etwas in Eile, aber wenn ich es fin­de, schrei­be ich Ihnen das noch mal.

      • @ Hein­rich

        Noch zum Sakral­kö­nig­tum der heid­ni­schen Ger­ma­nen:

        Das stimmt so nicht! In den heid­ni­schen König­rei­chen galt prak­tisch immer ein Sakral­kö­nig­tum. Der König stamm­te nach heid­ni­scher Vor­stel­lung von den Göt­tern ab.

        Wir haben Rest sol­cher Vor­stel­lun­gen heu­te immer noch im Hei­den­tum: in Japan, das im Kai­ser Gott repä­s­en­tiert sieht.

        Anders als Sie es behaup­ten sah der hl. Tho­mas v.A. aller­dings gera­de bei den kel­ti­schen Ger­ma­nen den­noch eine Über­ord­nung des Drui­den­tums über den König. Er sah dar­in eine „Vor­be­rei­tung“ auf das Chri­sten­tum, das den König prin­zi­pi­ell aus der Göt­ter­ab­stam­mung her­aus­nimmt, ihm einen ein­ge­grenz­ten, dem Sakra­len grund­sätz­lich unter­ge­ord­ne­ten welt­li­chen Platz zuweist.

        Im übri­gen ist die heid­ni­sche Pra­xis nicht rele­vant für das, was man als Katho­lik zu glau­ben hat!

      • @zeitschnur
        Ich möch­te auch nicht miss­ver­stan­den wer­den. Mir geht es nicht um ein Mär­chen­kö­nig oder „Himm­ler-ische“ Rit­ter­phan­ta­sien. Das Sakral­kö­nig­tum bei den Mero­win­gern wur­de doch von der Kir­che mit­ge­macht bzw. gedul­det, war­um hat man es denn nicht abge­schafft? Das HRR ruh­te sich nur auf die­sen mero­win­gi­schen Lor­bee­ren aus und der Ver­fall war eine Fra­ge der Zeit. Die mero­win­gi­sche Epo­che war eine schöp­fe­ri­sche Zeit zum Wohl der Kir­che, das sind kei­ne Träu­me­rei­en das ist Sehn­sucht und die hat mit Lie­be zu tun. Lie­be zur Kir­che zur Hei­mat, Kul­tur und Geschich­te, aber Lie­be. Die Mero­win­ger waren ja real auch ihre from­men und frucht­ba­ren Tätig­kei­ten für die Kir­che sind doku­men­tiert, es sind kei­ne Mär­chen­kö­ni­ge, wobei man bei Karl dem Gro­ßen schon die Fra­ge des Mär­chen­kö­nigs stel­len muss. Bei Karl d.Gr. wur­den ja nach­weis­lich die Hälf­te aller Doku­men­te gefälscht und das auch noch von Kir­chen­leu­ten, da bleibt einem eigent­lich die Spucke weg, was war das für eine Kir­che damals?
        Ihr Ein­wand mit dem Isla­mis­mus ist berech­tigt und sehr inter­es­sant, da stim­me ich Ihnen sogar zu, auch Ihr Ver­weis mit der Hl. Schrift ist rich­tig.
        Das mit den Päp­sten ist rich­tig, Sie betrach­ten es aber rein aus der theo­lo­gi­schen Per­spek­ti­ve die Sie aller­dings rich­tig ein­ord­nen, ich ver­wies ja zuletzt schon auf Boni­fa­ti­us VIII. als letz­ten voll­kom­me­nen Papst der päpst­li­ches Papst­tum ein­for­der­te und dafür Mord ern­te­te. Aber jetzt die mensch­li­che Per­spek­ti­ve, Sie und ich haben auch Bür­ger­rech­te-und pflich­ten und Ver­ant­wor­tung die wir dar­über Aus­üben kön­nen, und da das aktu­el­le System sich gera­de selbst erle­digt ist es doch legi­tim sich mal Gedan­ken machen zu dür­fen. Mir ist jeden­falls ein Reich wo Klö­ster und Kir­chen gebaut wer­den zehn­mal lie­ber als irgend­ei­ne Dik­ta­tur oder ein System wie jetzt wo alles ver­lot­tert. Ich bin genau­so wenig ein Freund Himm­lers oder ande­rer ver­blen­de­ter Des­po­ten wie Sie, da es um die Kin­der geht haben wir auch eine Ver­ant­wor­tung für die­se und Sor­ge zu tra­gen das ver­gan­ge­ne Miss­bräu­che sich nicht wie­der­ho­len. Eher geh‘ ich für die Kir­che auf die Bar­ri­ka­den als für welt­li­che Ideo­lo­gen, aber das kann man ja heu­te lei­der nicht mehr weil oben auf der Bar­ri­ka­de kein Pater steht der das Kreuz empor hält, das ist das eigent­li­che Dilem­ma der Tage.
        Dan­ke für den Lite­ra­tur­tip mit T.v.A. ich wer­de mir das zu Gemü­te füh­ren, ist in dem Werk auch die Aus­füh­rung mit den Drui­den beinhal­tet oder ist das ein ande­res Werk?

      • Auch wenn Sie es mir wohl nicht abneh­men, den mei­sten Ihrer Aus­füh­run­gen kann ich die Zustim­mung kaum ver­sa­gen, Fr. Zeit­schnur, was eine „Restau­ra­ti­on“ betrifft.
        Ich bewer­te zwar das anci­en régime ‑anders als Sie- auschließ­lich posi­tiv. Natür­lich gab es auch Män­gel aber en gros hal­te ich das Zeit­al­ter seit Kon­stan­tin bis 1789 für posi­tiv. Frei­lich wur­de mit Refor­ma­ti­on und ihren Vor­gän­gerer­schei­nun­gen der Leib­rock des Her­ren zeris­sen aber erst die Revo­lu­tio­nen haben end­gül­tig die Chri­sten­heit in die Defen­si­ve gestürzt und nun über die dadurch ein­ge­lei­te­ten gesell­schaftl. Pro­zes­se fol­ge­rich­tig weit­ge­hend zur Ersosi­on gebracht.
        Ich sel­ber wür­de nie unter den heu­ti­gem Kon­text je für eine Restau­ra­ti­on plä­die­ren, erstens ist es nicht mach­bar und wenn dann nur über die Blut­ge­rü­ste. Es ist ja bedau­er­li­cher­wei­se nach 1814/5 auch nicht gelun­gen das anci­en régime wie­der­her­zu­stel­len. Das war die letz­te Chan­ce. Aber Charles X. muß­te schei­tern. Es war nicht mehr mach­bar. Das muß man zur Kennt­nis neh­men und sich kei­nen nai­ven Illu­sio­nen mehr hin­ge­ben. Ich möch­te den Comte de Cham­bord frei zitie­ren: „Wir haben es ver­sucht aber am Ende nicht geschafft“. So hat er auch als man ihm die Kro­ne 1871 anbot ver­zich­tet weil er unter den Para­dig­men von 1789 nie­mals regie­ren woll­te. Eine sehr lobens­wer­ter ubnd ehren­haf­ter Ver­zicht.
        Ich schrei­be Ihnen das des­we­gen, weil ich mich dafür hüten möch­te, daß Sie mich mit den „Tra­dis“ in einen Topf wer­fen wenn ich zwar apo­lo­ge­tisch das kon­stan­ti­ni­sche Zeit­al­ter ver­tei­di­ge. Das heißt aber nicht, daß ich den Vor­ha­ben der Action fran­çai­se oder noch schlim­mer denen Fran­cos, Pino­chets u.a. posi­tiv geson­nen bin. Die­se Dif­fe­ren­zie­rung hof­fe ich erlau­ben Sie mehr.

      • @ Hein­rich

        Was bei den Mero­win­gers Mythos und was Wahr­heit war, ist doch sehr umstrit­ten — auch das gan­ze The­ma vom „Sakral­kö­nig­tum“ ist ziem­lich ver­wor­ren und über­la­gert von Legen­den, Deu­tun­gen und Fäl­schun­gen.
        Ich kann mich da nicht posi­tio­nie­ren, weil die For­schung zu wenig kla­re Ergeb­nis­se zei­tigt.

        Das ist alles lan­ge her — und wie die Kir­che dazu stand, wenn es denn so war, wie man es sich gele­gent­lich zurecht­legt, ist eben­falls unklar.
        Fak­tisch wur­den die Mero­win­ger aber ja doch „abge­schafft“ .. durch die Karo­lin­ger, die wie­der­um ein bestimm­tes Geschichts­bild mon­tie­ren lie­ßen. das ist nicht mein Spe­zi­al­ge­biet, aber ein­fa­che Schlüs­se auf ein fest eta­blier­tes, unum­strit­te­nes „Sakral­kö­nig­tum“ kann man nicht zie­hen.

        Es ehrt Sie, wenn Sie mit dem Kreuz in der Hand auf die Bar­ri­ka­den gehen wol­len.
        Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Bar­ri­ka­de der rech­te Ort für einen Katho­li­ken ist. ich habe den hl. Pau­lus immer so ver­stan­den, dass wir uns an die­sen Din­gen nicht abar­bei­ten sol­len, son­dern uns auf das Wesent­li­che kon­zen­trie­ren sol­len: unse­ren Weg durch die­ses Äon hin­durch zu Chri­stus, der im Him­mel zur Rech­ten des Vaters ist. Dort­hin seh­ne ich mich, dar­auf rich­tet sich mei­ne erste Lie­be.

        Das Vater­land mag man lie­ben, weil man daher stammt, so wie man sei­ne Mut­ter liebt, weil sie einen gebo­ren hat — sie und kei­ne ande­re.
        Aber den­noch sag­te Jesus, wer nicht bereit sei, Vater und Mut­ter zu ver­las­sen, sei sei­ner nicht wert. An die­ser Aus­sa­ge fin­det auch die Vater­lands­lie­be ihre schnel­le Gren­ze.

        Und hat nicht der Sohn Got­tes sei­nen Sitz beim Vater ver­las­sen, um durch eine Frau in unser Fleisch gebo­ren zu wer­den — für uns, aus rei­ner Lie­be zu uns? War sei­ne himm­li­sche Hei­mat nicht viel mehr wert als unse­re amren „Hei­ma­ten“ hier auf Erden?

        Groß­ar­tig drückt die­ses Ver­las­sen-Sol­len die Schöp­fungs­ord­nung aus: Ein Mann wird Vater und Mut­ter ver­las­sen und sich an sei­ne Frau hän­gen.
        Jesus hat das so grna­di­os vor­ge­macht, was das heißt, und wir sind auf­ge­ru­fen, es ihm nach­zu­tun in unse­rem klei­nen irdi­schen Bereich.

        Das heißt nicht, dass man sein land nicht liebt, aber wie gesagt: @ Hein­rich: Ist das noch das Land? Gibt es die­ses Deutsch­land, von dem Sie träu­men, noch?

        Ich sehe es mit Trau­er anders: Rei­che gehen unter — das ist der Lauf der Welt. War­um soll es den Deut­schen anders gehen als den Ägyp­tern, den Römern, den Sas­sa­ni­den oder den Mon­go­len?

        Gott braucht uns nicht für sei­ne Plä­ne, wenn wir ihm so eis­kalt die Stirn bie­ten, wie wir es seit lan­gem tun.

        Aber er wird für Sie und mich und ande­re einen Weg fin­den.

        Das mit den Drui­den steht auch in der­sel­ben Schrift.

      • @zeitschnur
        Recht herz­li­chen Dank noch­mals wegen der Ant­wort mit dem Buch (T.v.A.).
        Das Mero­win­ger­tum ist in der Tat zu man­gel­haft auf­ge­klärt, Quel­len gibt es aber doch eini­ge fun­dier­te dazu, was mich ver­wun­dert ist das dies The­ma nicht näher unter­sucht wird, gera­de im Bezug auf die Frucht­bar­keit der Kir­che, es wird dort weni­ger getan als mög­lich wäre. Das die­ses soge­nann­te Deutsch­land nichts mit dem eigent­li­chen katho­li­schen Reich mehr zu tun hat sieht man sehr gut, Deutsch­land ist ein Kran­ker der vom Aus­satz Luthers befal­len ist. Es ist schon ein Tief­punkt der Geschich­te wenn der Mensch das Gewis­sen über die Leh­re set­zen kann, „Theo­lo­gi­sche Selbst­ju­stiz“, es war nur eine Fra­ge der Zeit bis ein skru­pel­lo­ser „gewis­sen­haf­ter“ Des­pot wie Hit­ler kam und Luthers Saat ern­ten konn­te. Ich habe ernst­haft ver­sucht im Aus­land zu leben, konn­te es aber nicht da ich fast wahn­sin­nig wur­de ohne deut­sche Spra­che so gern ich auch spa­nisch mag, ich weiß nicht ob es ein Segen oder Fluch ist, Frei­heit gibt es jeden­falls hier nicht, was Frei­heit heißt lern­te ich erst in Frank­reich. Man kann nur noch auf den fran­zö­si­chen Kle­rus hof­fen, da dort die Nar­ben der Revo­lu­ti­on bekannt sind und man eine ent­spre­chen­de Geschich­te auch vor­wei­sen kann, vom deut­schen Kle­rus braucht man nichts erwar­ten und ohne Kle­rus braucht es auch kein Reich. Wür­de so etwas noch ein­mal wie­der­keh­ren wäre es bestimmt kein nur deut­sches Phä­no­men mehr, der deut­sche Stem­pel ist zu sin­gu­lär und in Anbe­tracht „fran­kisch-ger­ma­ni­scher “ Geschich­te sowie­so nur eine Halb­wahr­heit die auf Dau­er kei­ne Früch­te tra­gen konn­te.

      • @ J.G. Rat­kaj

        O — ich glau­be jedem, was er ehr­lich und über­zeu­gend vor­trägt! Ich habe an Ihrer Sicht nur einen Punkt kri­ti­sert, das fin­den Sie oben. Eine Mysti­fi­zie­rung Kon­stan­tins bzw. wie @ Hein­rich noch über­stei­gert, des­sen „Aus­nah­me“ aus der objek­ti­ven Ange­wie­sen­heit auf die Gna­den­wir­kung der Sakra­men­te. Nur wenn einer nicht mehr dazu kommt, sich tau­fen zu las­sen (oder sein Kind), weil die Umstän­de es ver­sag­ten, es aber im Her­zen begehr­te, gilt er als getauft.

        Kon­stan­tin aber hat­te an sich alle Zeit und Gele­gen­heit der Welt dazu. Man muss sich fra­gen, was ihn im Her­zen abhielt. Das macht sein „Apo­stel­sein“ durch­aus frag­wür­dig. In dem Sinn, in dem er „Apo­stel“ war, sind es im übri­gen alle gläu­bi­gen Lai­en.

        Ich stim­me Ihnen in vie­lem zu, aber die Bevor­zu­gung des „Anci­en régime“ kann ich nicht nach­voll­zie­hen, weil es ja kein her­me­ti­scher Block ist, die­ses alte Regime. Da gab es alles, was man sich nur den­ken kann, soviel Gutes wie Ent­setz­li­ches. Und sehr, sehr viel Unge­rech­tig­keit und Supres­si­on.
        Wenn das nicht so gewe­sen wäre, hät­te die Revo­lu­ti­on nie­mals Erfolg haben kön­nen.
        Sehen Sie sich doch allei­ne die unmög­li­chen Zustän­de in Frank­reich vor der Revo­lu­ti­on an. Alles, war da im Cha­os — der Hof, die Kir­che, die Stän­de, die Finan­zen etc.

        Die Moder­ne hat ja nicht nur Übel gebracht, auch hier ist vie­les, was uns per­sön­lich dank­bar machen kann. Ob wir bei­de je hät­ten so viel ler­nen und stu­die­ren dür­fen, wie wir es taten? Ob wir uns so frei hät­ten bewe­gen kön­nen?

        An die­sem Punkt stim­me ich Ihnen nicht oder jeden­falls nicht ohne Ein­klam­me­run­gen zu. Wirk­lich „gut“ erscheint auch mir eher man­ches, was sehr lan­ge zurück­liegt. So scheint die otto­ni­sche Zeit ja tat­säch­lich eine in vie­ler Hin­sicht gute Zeit unter guten Kai­sern, sogar einer Kai­se­rin, gewe­sen zu sein. Man muss immer den ein­zel­nen Fall prü­fen.

        Ich sehe aber auch, wie sehr das „System“ des anci­en régime ja nicht homo­gen war. Zwi­schen den otto­nen und dem fran­zö­si­schen Hof lie­gen viel­leicht noch grö­ße­re Wel­ten als zwi­schen der Bun­des­re­pu­blik und dem fran­zö­si­schen Hof vor der Revo­lu­ti­on, ja, manch­mal den­ke ich fast, wir hät­ten unter einer Mas­ke wie­der die­se scham­los abso­lu­ti­sti­schen zustän­de…

      • @zeitschnur
        Zur Tau­fe Kon­stan­tins. Es wirft ver­ständ­li­che Fra­gen auf, jedoch betrach­tet man die teil­wei­se thea­tra­li­sche pathe­ti­sche Selbst­be­weih­räu­che­rung Kon­t­an­tins in sei­ner Rede zum Kon­zil dann scheint dies einen Zusam­men­hang zu bil­den. Um den Kle­rus der sich wie ein Hüh­ner­hau­fen ver­hielt In Schach zu hal­ten erhob er sich über alle in sei­ner Rede,und mach­te sich unan­tast­bar, so konn­te er als Mitt­ler zwi­schen den Kon­zi­lia­ren agie­ren. Ich den­ke die spä­te Tau­fe kam erst da er solan­ge auf sei­ne gött­li­che Sen­dung pochen konn­te und nicht nur ein regu­lä­rer Täuf­ling zu sein, schlich­tes stra­te­gi­sches Kal­kül. Man soll­te nicht ver­ges­sen das hohe Wür­den­trä­ger immer irgend­wann irf­gend­wo ordent­lich an der welt­li­chen Macht gelabt haben, von daher eigent­lich nach­voll­zieh­bar.
        Mal eine Fra­ge zur Revo­lu­ti­on all­ge­mein. Die Zustän­de vor der Revo­lu­ti­on waren ja mise­ra­bel, ist es wahr oder gibt es Quel­len dazu ob Ame­ri­ka die Fran­zo­sen mit einem nicht zurück­ge­zahl­ten Kre­dit betrog? Die Kriegs­kas­se riss ja schon ein Loch in den regu­lä­ren Haus­halt, so ein nie­der­träch­ti­ges Ver­hal­ten ame­ri­ka­ni­scher Sei­te wäre ja ein finan­zi­el­ler Doch­stoß gewe­sen.

      • Geschätz­te Fr. Zeit­schnur,

        Vor zwei Tagen ist bei mir ein­ge­trof­fen:

        http://www.decitre.fr/livres/le-voyage-de-pie-vii-a-paris-pour-le-sacre-de-napoleon-1804–1805-9782745324931.html

        http://www.decitre.fr/livres/pie-vii-face-a-napoleon-9782711862474.html

        Jeden­falls sehr auf­schluß­reich über die Per­son von Pius VII. soweit ich das beim ersten Durch­blät­tern fest­st­stel­len konn­te.
        Die Ele­gie auf Pius VII. bei sei­ner Grab­le­gung habe ich dort aus­fin­dig machen kön­nen.

      • @ J.G. Rat­kaj

        „Wow“ — wie unse­re Kin­der sagen — da haben Sie es sich ja ordent­lich was kosten las­sen, um die Fra­ge nach Pius VII. näher zu beleuch­ten. Ich benei­de Sie rich­tig um die­se Bücher… das klingt inter­es­sant. Wie kann ich Ihre Lek­tü­re­er­geb­nis­se erfah­ren?
        Kön­nen Sie das irgend­wann spä­ter viel­leicht in einem ande­ren Thread ein­fach mal ein­flie­ßen las­sen?

      • Geschätz­te Fr Zeit­schnur,
        Natür­lich. Es wird sicher eine Dis­kus­si­on sich erge­ben wo man das näher erör­tern wird kön­nen. Jeden­falls ist das Werk v. Jean-Marc Tic­chi sehr umfang­reich, da muß ich mich erst durch­ar­bei­ten. Auch der ande­re Band ist sehr gut recher­chiert.

  8. Fr. Zeit­schnur

    „Lt. hl. Pau­lus ist der Staat für die recht­spre­chung und Befrie­dung des Lebens­rau­mes da – nicht mehr und nicht weni­ger.
    Belas­sen wir es doch dabei!“

    Das ist doch kei­ne Lap­pa­lie! Wor­an soll sich denn bit­te die „Recht­spre­chung und Befrie­dung des Lebens­rau­mes“ ori­en­tie­ren?

    • Habe ich gesagt, dass das eine Lap­pa­lie ist?

      Nach dem hl. Pau­lus führt der Staat das Schwert, um die Guten zu schüt­zen und die Bösen zu stra­fen, und soll daher vom Chri­sten unbe­dingt geach­tet und kon­struk­tiv unter­stützt wer­den.

      Nota bene: ER sag­te das z.Zt. des heid­ni­schen römi­schen Rei­ches!

      Er geht dabei von der natür­li­chen Ein­sicht in das Recht aus. Dass der Mensch die­se auch ohne Christ zu sein, hat, gehört zu den dog­ma­ti­schen Sät­zen der Glau­bens­leh­re. Und genau dar­an soll sich ein Herr­scher oder eine Regie­rung (wie die­ser Staat gebil­det wird, ist aus Sicht der Kir­che durch­aus als frei ange­se­hen wor­den (!).

      Dass dabei jede unge­rech­te Herr­schaft auch als unge­recht bezeich­net wer­den darf, steht dem Gebot des hl. Pau­lus nicht ent­ge­gen. Und DASS sie unge­recht ist, kann jeder­mann erken­nen, auch der Ungläu­bi­ge.

      Eine angeb­lich christ­li­che Herr­schafts­form hat sich jedoch als nicht weni­ger von der Unge­rech­tig­keit bedroh­te Form erwie­sen als ande­re For­men.

      Ein­drück­lich steht mir dabei vor Augen, dass im Ori­ent in man­chen Regio­nen allei­ne des­we­gen Chri­sten unter islam­si­che Herr­schaft kamen, weil sie frei­wil­lig (!) der wirk­lich ekel­haf­ten Herr­schaft eines Chri­sten die mil­de­re des Mus­lims vor­zo­gen — das soll­te uns wach­rüt­teln für die Rea­li­tät. Lan­ge Jahr­hun­der­te „funk­tio­nier­te“ das in man­chen Regio­nen des Islams — vor 100 Jah­ren waren sowohl in der heu­ti­gen Tür­kei als auch in Syri­en, dem Irak die Bevöl­ke­rungs­an­tei­le der Chri­sten fast immer noch bei 50 %/30%. Im Liba­non sogar bei 80 %.

      Das liegt dar­an, dass der Staat — ähn­lich wie der Auto­ri­täts­auf­trag von Eltern — sich aus der Natur ergibt und vom Sün­der immer miss­braucht und ver­fehlt wer­den kann, mit und ohne Glau­ben.
      Der Mensch kann aber auch nach bestem Wol­len natür­li­cher­wei­se natür­li­che Auto­ri­tät eini­ger­ma­ßen „gut“ aus­üben.

      • Nein, das, was im Link steht, ken­ne ich bis­her so nicht, muss es aber noch genau­er lesen.

        Was Ihre feh­len­de Über­zeu­gung betrifft — wür­de mich inter­es­sie­ren, war­um Sie das nicht über­zeugt.
        Man muss an sich nur unse­re abend­län­di­sche poli­ti­sche Geschich­te anse­hen und wird ohne Zwei­fel sofort ver­ste­hen, was ich mein­te.

        Ich den­ke per­sön­lich, dass jeg­li­cher poli­ti­scher Rah­men zunächst unter der natür­li­chen, von Gott ver­lie­he­nen Auto­ri­tät, ein Gemein­we­sen zu befrie­den, steht.
        Bei der christ­li­chen Aus­prä­gung kommt hin­zu — anders als bei allen ande­ren — dass das myste­ri­um ini­qui­ta­tis sich dort maxi­mal bemerk­bar macht. Für mich ist das eine logi­sche Fra­ge: War­um sol­te der Satan im ohne­hin heid­ni­schen König­reich Bhu­tan die­ses myste­ri­um „pri­mär“ aus­gä­ren las­sen?
        Es gärt dort pri­mär aus, wo es direkt anti-christ­lich wir­ken kann, näm­lich da, wo christ­li­che Idea­le gelebt wer­den.
        Die abend­län­di­sche Geschich­te ist daher erfüllt von strah­lend­stem Licht UND zugleich von furcht­bar­ster Fin­ster­nis. Denn hier ist man nicht ein­fach nur im Irr­tum, son­dern in offe­ner Auf­leh­nung gegen den Erben des Alls.
        Und: es ist nicht die Sexua­li­tät, die das erste Ein­falls­tor des Bösen und das fol­gen­schwer­ste „Sün­den­ter­rain“ ist, son­dern die Ver­su­chung der Macht.
        „Welt­li­che“ christ­li­che „Macht“ ist die größ­te Ver­su­chung, die denk­bar ist. Das Abend­land ist an ihr geschei­tert.

      • Fr. Zeit­schnur, es geht um fol­gen­den Absatz — von wo aus haben sich Chri­sten einer Chri­sti­an Herr­schaft wegen nach wohin frei­wil­lig unter isla­mi­sche Herr­schaft bege­ben? Die von Ihnen genann­ten Gebie­te waren doch genui­ne Chri­sti­an.

        „Ein­drück­lich steht mir dabei vor Augen, dass im Ori­ent in man­chen Regio­nen allei­ne des­we­gen Chri­sten unter islam­si­che Herr­schaft kamen, weil sie frei­wil­lig (!) der wirk­lich ekel­haf­ten Herr­schaft eines Chri­sten die mil­de­re des Mus­lims vor­zo­gen – das soll­te uns wach­rüt­teln für die Rea­li­tät. Lan­ge Jahr­hun­der­te „funk­tio­nier­te“ das in man­chen Regio­nen des Islams – vor 100 Jah­ren waren sowohl in der heu­ti­gen Tür­kei als auch in Syri­en, dem Irak die Bevöl­ke­rungs­an­tei­le der Chri­sten fast immer noch bei 50 %/30%. Im Liba­non sogar bei 80 %.“

      • @ Car­lo

        Ich bezie­he mich hier beson­ders auf die Unter­su­chung „Der Nie­der­gang des ori­en­ta­li­schen Chri­sten­tums unter dem Islam“ von Bat Ye’or. http://www.resch-verlag.com/product/-der-niedergang-des-orientalischen-christentums-unter-dem-islam-7-bis-20-jahrhundert-zwischen-dschihad-und-dhimmitude-136.html?bLoc=1

        Ins­be­son­de­re im Kapi­tel V ab S. 155 beschreibt sie, welch unwür­di­ge Zustän­de die frü­hen chri­sto­lo­gi­schen Strei­te­rei­en unter den Chri­sten her­vor­rie­fen. Mord und Tot­schlag, hass, Fol­te­rung und Ver­trei­bung derer, die den Dog­ma­ti­sie­run­gen nicht zustim­men woll­ten oder konn­ten, waren bit­te­re Rea­li­tät.

        „In die­sem von Bür­ger­krieg und Fana­tis­mus gepräg­ten Kli­ma begann die Offen­si­ve der mus­li­mi­schen Ara­ber.“ schreibt sie und führt als Bei­spiel Ägyp­ten an. Dort hat­te der grie­chi­sche Statt­hal­ter durch Fol­te­run­gen und berau­bung von Kir­chen­gü­tern der Mono­phy­si­ten eine wah­re Schreckens­herr­schaft aus­ge­übt.

        Sie beschreibt wei­ter, wie die so vom Patri­ar­chat in Kon­stan­ti­no­pel ver­folg­ten und unter­drück­ten Chri­sten die mus­li­mi­schen Erobe­rer von Anfang an als Hoff­nung ansa­hen, aus die­sem Alp­traum geret­tet zu wer­den.

        Das ist ein Bei­spiel, es sind aber deren noch viel mehr zu fin­den.

        Für mich ist dies eben einer der wun­den und wirk­lich schmerz­li­chen Punk­te der abend­län­di­schen Geschich­te, dass christ­li­cher­seits mit eis­kal­ter Bru­ta­li­tät die „Recht­gläu­big­keit“ erpresst und erzwun­gen wur­de.
        Bat Ye’or sieht übri­gens die Explo­si­on wei­te­rer Häre­si­en im christ­li­chen Abend­land als Fol­ge der fana­ti­schen Erpres­sung zur „Rechts­gläu­big­keit“. Weil so nie­mals ein ech­ter Glau­be zustan­de­kom­men kann, lebt das, was man den Leu­ten unter Gewalt ver­bie­ten woll­te, unter­grün­dig wei­ter und zer­stört die recht­gläu­big­kiet von Innen.

        Anders: die erpress­te Chri­stia­ni­sie­rung ist der Haupt-Grund für die Aus­brei­tung der Häre­sie.

      • Und noch ein Nach­trag an Car­lo:

        Ich habe mich schon oft gefragt, war­um Gott die Gebie­te in der heu­ti­gen Tür­kei, die mit am frü­he­sten chri­stia­ni­siert waren, so bald unter­ge­hen ließ.
        Wenn ich dann aber sehe, was dort alles lief, wel­che Per­ver­sio­nen von Chri­sten began­gen, ange­fan­gen von die­ser Ver­stüm­me­lungs­pra­xis über den Cae­sar­o­pa­pis­mus hin zur blu­ti­gen Ver­fol­gung aller, die nicht Gewehr bei Fuß ste­hen woll­ten oder konn­ten, wenn auf Kon­zi­li­en dies oder jenes defi­niert wur­de — das war sicher so nicht recht und hat den Boden für den Abfall berei­tet.

        Es ist nicht unse­re Auf­ga­be, poli­ti­sche Macht aus­zu­üben um jeden Preis. Es ist nicht unse­re Auf­ga­be, Ungläu­bi­ge oder Anders­gläu­bi­ge blu­tig zu ver­fol­gen.
        In nichts haben sich die Byzan­ti­ner unter­schie­den von dem, was spä­ter der Islam ihnen antat. Man hat sogar den Ein­druck, der Islam kopier­te je län­ger je mehr deren furcht­ba­re Prak­ti­ken…
        Die­se fana­ti­schen „Chri­sten“ haben alle, die nicht jedes Dog­ma mit­voll­zie­hen konn­ten, teil­wei­se sogar gekreu­zigt.

        Die Dop­pel­bö­dig­keit die­ser Aktio­nen soll­te jedem auf­fal­len — und auch das macht der Islam damals und heu­te „nach“.

        Damit will ich nicht Häre­si­en ver­tei­di­gen. Aber ich will dar­auf hin­wei­sen, dass die Ver­mi­schung von Glau­bens- mit poli­ti­schen Fra­gen unmit­tel­ba­rer Trä­ger des „myste­ri­um ini­qui­ta­tis“ zu sein scheint und damit der Nie­derg­nag des Abend­lan­des bereits von Anfang an ein­ge­lei­tet war.

  9. Die Deut­schen haben sich seit und mit Luther selbst kaputt gemacht und wur­den und wer­den kaputt gemacht vom „Aus­land“. Weil Deutsch­land zusam­men mit Öster­reich Trä­ger des hl. Impe­ri­ums war, des­we­gen die nicht enden wol­len­den Angrif­fe der Frei­mau­re­rei. Heu­te ist das die absicht­lich ins Werk gesetz­te isla­mi­sche Zuwan­de­rung durch eige­ne Poli­ti­ker und Par­tei­en wie auch durchs „Aus­land“.

    Die Kir­che hier­zu­lan­de ist nur noch ein Tor­so, jeden­falls wenn man mit Kir­che die Theo­lo­gen, Bischö­fe und Prie­ster wie Ordens­leu­te ver­steht- auch vie­le vie­le Lai­en kla­rer­wei­se.
    Seit Luther tobt die Feind­schaft gegen die Juden und die hat dann, nach­dem der Glau­be stark geschwun­den war, in Gestalt des Natio­nal­so­zia­lis­mus tabu­la rasa gemacht. Der heid­ni­sche und anti-jüdi­sche, anti-christ­li­che Natio­nal­so­zia­lis­mus ist in andern Gewän­dern sehr prä­sent in Deutsch­land, regiert Deutsch­land.
    Der Haß rich­te­te und rich­tet sich gegen sich selbst. Wie hat­ten die Nazis inner­lich geju­belt, als die deut­schen Städ­te in Rauch und Flam­men auf­gin­gen! Heu­te ists nicht anders. Heu­te wer­den Schul­kin­der zu Mon­stern erzo­gen.

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