Corona-Maßnahmen: 2.000 kirchlichen Gästehäusern droht das Aus

Pilgerschaft in Corona-Zeiten

Wie viele kirchliche Pilger-, Einkehr und Gästehäuser werden die Corona-Maßnahmen überleben? Im Bild das auf 1.760 Metern Meereshöhe gelegene Magnus-Heiligtum in den Westalpen.
Wie viele kirchliche Pilger-, Einkehr- und Gästehäuser werden die Corona-Maßnahmen überleben? Im Bild das auf 1.760 Metern Meereshöhe gelegene Magnus-Heiligtum in den Westalpen.

(Rom) Je mehr Infor­ma­tio­nen, Erhe­bun­gen und Zah­len­ma­te­ri­al bekannt wer­den, desto zwei­fel­haf­ter erschei­nen die Radi­kal­maß­nah­men, mit denen vie­le Regie­run­gen auf das Coro­na­vi­rus reagier­ten. Es fehlt an Trans­pa­renz, um der­zeit zu klä­ren, wie es zu die­sem Über­ei­fer kom­men konn­te. Die Aus­wir­kun­gen der Radi­kal­maß­nah­men sind viel­schich­tig und kaum über­schau­bar. Ein beson­de­rer, aber wenig beach­te­ter Bereich sind vie­le kirch­li­che Ein­rich­tun­gen: Klö­ster, Ein­kehr­häu­ser, kirch­li­che Gäste­häu­ser und Pil­ger­hei­me. Allein in Ita­li­en sind zwei­tau­send sol­cher Häu­ser von der Schlie­ßung bedroht.

Seit Wochen suchen Regie­run­gen euro­päi­scher Län­der nach einem Aus­stieg aus den selbst­ver­ur­sach­ten Coro­na-Maß­nah­men ohne zu gro­ßen Gesichts­ver­lust. Der ange­rich­te­te Scha­den wird dadurch noch grö­ßer. Eine beson­de­re Aus­nah­me bil­det das deut­sche Bun­des­kanz­ler­amt, wo man beson­ders ver­bis­sen dem Impf­kar­tell um den wenig men­schen­freund­li­chen „Phil­an­thro­pen“ Bill Gates, einen der größ­ten Abtrei­bungs­fi­nan­ciers und Ver­fech­ter einer Mensch­heits­re­du­zie­rung, die Stan­ge hält, wäh­rend die bezahl­ten oder fern­ge­steu­ert wir­ken­den Fuß­trup­pen eines eli­tä­ren Mul­ti­mil­li­ar­därs-Zir­kels auf Anders­den­ken­de los­ge­las­sen wer­den, ob in Form von Cor­rek­tiv!, einer Pro­pa­gan­da­or­ga­ni­sa­ti­on angeb­li­cher Fak­ten­checker, oder in Form links­ex­tre­mer Ter­ro­ri­sten wie die­ser Tage in Stutt­gart. Kurz­um, bedenk­li­che Erschei­nun­gen in einer ins­ge­samt schon frag­wür­di­gen Ent­wick­lung.

Zu den Geschä­dig­ten gehö­ren die kirch­li­chen Beher­ber­gungs­be­trie­be, die nicht Opfer des Coro­na­vi­rus, son­dern der Radi­kal­maß­nah­men der Regie­run­gen mit Aus­gangs­sper­ren und for­ma­len oder fak­ti­schen Rei­se­ver­bo­ten wur­den.

Die Bemü­hun­gen von Klö­stern, Ordens­ge­mein­schaf­ten, Pil­ger­ho­spi­zen, Ein­kehr- und Gäste­häu­sern, wei­ter­hin Pil­ger, Freun­de und Fami­li­en auf­zu­neh­men und eine tau­send­jäh­ri­ge christ­li­che Tra­di­ti­on am Leben zu erhal­ten, sind enorm, den­noch „wer­den vie­le nie wie­der öff­nen“.

Es gibt in Ita­li­en, dem Land, in dem Rom und der Vati­kan lie­gen, wo der Papst resi­diert, mehr als 1300 Jah­re ein aus­ge­dehn­ter Kir­chen­staat Bestand hat­te und wo sich die Grä­ber der Apo­stel­für­sten befin­den, vier­tau­send Pil­ger­un­ter­künf­te und kirch­li­che Gäste­häu­ser. Es gibt kei­nen Win­kel Ita­li­ens, an dem sich nicht ein klei­ne­res oder grö­ße­res kirch­li­ches Gäste­haus befin­det. Vie­le Katho­li­ken aus dem deut­schen Sprach­raum haben dort Ein­kehr und Unter­kunft gefun­den, ob in Rom, in Assi­si, in Mon­te­cas­si­no, Sub­ia­co, den Städ­ten der Kunst, am Meer oder in den Ber­gen, in der Tos­ka­na oder auf Sizi­li­en. Nur die Hälf­te wird im nahen­den Som­mer mit Sicher­heit die Tore wie­der öff­nen. Die Wie­der­auf­nah­me des Betriebs ist zwar nach den Gebo­ten Got­tes, für vie­le aber nicht nach den Auf­la­gen des staat­li­chen Geset­zes mög­lich.

Die von der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on ver­kün­de­te Pan­de­mie, bei der die WHO selbst eine undurch­sich­ti­ge Rol­le spiel­te, zwang die Ein­rich­tun­gen der kirch­li­chen Gast­freund­schaft in die Knie. Das betrifft die Gäste­häu­ser von Klö­stern, die Pil­ger­hei­me von Diö­ze­sen und Wall­fahrts­or­ten, aber auch sol­che von gemein­nüt­zi­gen kirch­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen oder Genos­sen­schaf­ten, die Feri­en für Fami­li­en, für Kin­der, Behin­der­te oder Senio­ren anbie­ten. Die Grö­ßen­ord­nung ist enorm: Es geht um etwa 290.000 Bet­ten und fast 20.000 Ange­stell­te. „Von den vie­len frei­wil­li­gen Hel­fern ganz zu schwei­gen.“ Die­se Ein­rich­tun­gen haben in viel­fäl­ti­ger Hin­sicht eine gro­ße sozia­le Bedeu­tung der Begeg­nung, Teil von Pil­ger­schaf­ten zu sein, aber auch weni­ger Bemit­tel­ten einen Urlaub zu ermög­li­chen.

Das diö­ze­sa­ne Pil­ger­haus gegen­über der Basi­li­ka des hei­li­gen Anto­ni­us in Padua. Im ein­sti­gen Gast­haus zum Gol­de­nen Adler näch­tig­ten bereits Kai­ser Joseph II. und Johann Wolf­gang von Goe­the.

Fabio Roc­chi, der Vor­sit­zen­de des Dach­ver­ban­des kirch­li­cher Beher­ber­gungs­ein­rich­tun­gen, berich­tet von den Anstren­gun­gen, die unter­nom­men wer­den, um die kirch­li­chen Gäste­häu­ser am Leben zu erhal­ten, obwohl drei von vier Häu­sern 2020 mit einem Ver­lust von min­de­stens 40 Pro­zent rech­nen müs­sen. Bei vie­len wird der Ein­bruch sogar auf bis zu 90 Pro­zent geschätzt.

„Dabei sind kirch­li­che Ein­rich­tun­gen im Gegen­satz zum übri­gen Beher­ber­gungs­ge­wer­be nicht gewinn­ori­en­tiert. Uns geht es um die christ­li­che Gast­freund­schaft, die Unter­stüt­zung gemein­nüt­zi­ger Akti­vi­tä­ten von Pfar­rei­en, Diö­ze­sen und Orden und das Wall­fahrts­we­sen.“

Der Dach­ver­band bezif­fert den Scha­den auf fünf Mil­lio­nen Euro je Sperr­tag.

„Das betrifft nicht zuletzt die Ärm­sten und natür­lich auch die Ange­stell­ten und Mit­ar­bei­ter“, so Roc­chi.

Für vie­le kirch­li­che Gäste­häu­ser, die kosten­gün­sti­ge Prei­se anbie­ten, die mit denen von Hotels nicht ver­gleich­bar sind oder deren Ange­bot über­haupt kosten­los ist, sind die ent­gan­ge­nen Ein­nah­men zusam­men mit den Stor­nie­run­gen, den staat­lich auf­er­leg­ten Zusatz­ko­sten für die Coro­na-Sani­tär­ver­sor­gung, die Bereit­stel­lung per­sön­li­cher Schutz­aus­rü­stung, die Neu­pro­gram­mie­rung aller öffent­li­chen Berei­che und ins­ge­samt das Gesund­heits­ma­nage­ment „ein unüber­wind­ba­res Hin­der­nis“.

Pas­sio­ni­sten­hei­lig­tum St. Gemma Gal­ga­ni (Luc­ca)

Die Pan­de­mie und die dar­auf fol­gen­den Regie­rungs­maß­nah­men und die Ver­un­si­che­rung vie­ler Men­schen habe jene Ein­rich­tun­gen, „die bereits finan­zi­el­le Schwie­rig­kei­ten hat­ten, unter­ge­hen las­sen: Etwa 100 Struk­tu­ren muß­ten sich damit abfin­den, das end­gül­ti­ge Schlie­ßungs­ver­fah­ren ein­zu­lei­ten. Es geht um sechs- bis sie­ben­tau­send Bet­ten, bei denen die Ent­schei­dun­gen bereits getrof­fen wur­den und irrever­si­bel sind.“

Eini­ge der Ein­rich­tun­gen sol­len in Senio­ren­hei­me umge­wan­delt wer­den, weiß Roc­chi zu berich­ten. Mehr als 200 Häu­ser haben bereits beschlos­sen, in die­sem Jahr nicht mehr zu öff­nen. Wie und ob es 2021 wei­ter­ge­hen wird, sei damit offen.

Niedrige Preise, um Gästen zu helfen

Die Hälf­te der Häu­ser hat den Per­so­nal­stand gehal­ten und nie­mand ent­las­sen. Man tra­ge Ver­ant­wor­tung für die Ange­stell­ten, das müs­se sich bei einer kirch­li­chen Ein­rich­tung auch in die­ser Not­si­tua­ti­on zei­gen. Auch die Prei­se für das kosten­pflich­ti­ge Ange­bot wer­den nicht ange­ho­ben, um zumin­dest einen Teil der Ver­lu­ste auf­zu­fan­gen. Man wol­le die Lasten nicht auf jene umla­den, denen man ein alter­na­ti­ves Ange­bot zu den gewinn­ori­en­tier­ten Hotels und ande­ren Beher­ber­gungs­be­trie­ben bie­tet. Man­che wol­len die Prei­se, wenn irgend­wie mög­lich, sogar sen­ken, weil vie­le Men­schen nach die­ser Kri­se weni­ger Geld zur Ver­fü­gung haben wer­den.

„Das sind kei­ne leich­ten Ent­schei­dun­gen“, so Roc­chi.

Vie­le Din­ge sei­en der­zeit nicht abseh­bar, aber alle Betei­lig­ten wüß­ten, was das Ziel ist, an dem fest­ge­hal­ten wer­den soll.

Ita­li­ens Regie­rung gab am Wochen­en­de die näch­sten Etap­pen des Coro­na-Fahr­plans bekannt. Ab 3. Juni wer­den die Gren­zen geöff­net und die bis­her gel­ten­de vier­zehn­tä­gi­ge Zwangs­qua­ran­tä­ne auf­ge­ho­ben. Vie­le Men­schen im In- und Aus­land sei­en aber ver­un­si­chert, so Roc­chi:

„Wir wis­sen nicht, wie vie­le Pil­ger sich den­noch auf den Weg machen wer­den und wie vie­le Fami­li­en ihre Kin­der in die Som­mer­an­ge­bo­te schicken wer­den. Dies­be­züg­lich ist nichts sicher.“

Sicher ist, so Roc­chi, daß die Ein­rich­tun­gen an ihrem Auf­trag der christ­li­chen Gast­freund­schaft fest­hal­ten wol­len, was „Teil unse­res tau­send­jäh­ri­gen Kul­tur­er­bes ist“. Es wer­de aber wohl zu einem schwe­ren Ader­laß kom­men. Mög­li­cher­wei­se wer­den am Ende des Jah­res nur die Hälf­te der Ein­rich­tun­gen übrig­blei­ben.

Der Wallfahrtsort des heiligen Magnus in den Westalpen

Ein kon­kre­tes Bei­spiel: das Magnus-Hei­lig­tum von Castel­ma­gno in Pie­mont. Die Gegend nahe der fran­zö­si­schen Gren­ze gehört zum okzi­ta­ni­schen Sprach­ge­biet. Der okzi­ta­ni­sche Name lau­tet Cha­stelmanh. Der Ort gehör­te zur 614 gestif­te­ten Reichs­ab­tei San Colom­ba­no von Bob­bio, deren Grün­dung auf die baju­wa­ri­sche Her­zogs­toch­ter Theu­de­lin­de zurück­geht, die ent­schei­dend zur Bekeh­rung der Lan­go­bar­den vom Aria­nis­mus zur katho­li­schen Kir­che bei­trug. Heu­te wird ange­nom­men, daß die Bene­dik­ti­ner die­ser Abtei, die bei Pia­cen­za liegt, über eine Toch­ter­grün­dung die Ver­eh­rung des hei­li­gen Magnus von Füssen in die Ber­ge Pie­monts brach­ten. Der Hei­li­ge, der auf ita­lie­nisch San Magno genannt wird, heißt bei den Okzi­ta­nen Sant Manh.

Das hoch­ge­le­ge­ne Berg­hei­lig­tum des hei­li­gen Magnus von Füssen in Pie­mont

Das Hei­lig­tum, des­sen Ent­ste­hung sich in der Geschich­te ver­liert, liegt auf 1.760 Metern Mee­res­hö­he und geht in sei­ner heu­ti­gen Form auf das Jahr 1476 zurück, mit Erwei­te­run­gen 1514. Bereits zuvor exi­stier­te eine Kapel­le, deren Patro­zi­ni­um der hei­li­ge Magnus aber noch mit dem hei­li­gen Kir­chen­va­ter Ambro­si­us teil­te. Ein im 19. Jahr­hun­dert bei Bau­ar­bei­ten ent­deck­ter heid­ni­scher Altar aus der Römer­zeit läßt ver­mu­ten, daß das christ­li­che Hei­lig­tum bis in früh­mit­tel­al­ter­li­che oder sogar spät­an­ti­ke Zeit zurück­reicht.

1592 wur­den mit bischöf­li­cher Erlaub­nis zwei äuße­re Altä­re errich­tet, um die wach­sen­de Schar der Pil­ger auf­neh­men zu kön­nen, nach­dem Papst Cle­mens VII. beson­de­re Abläs­se gewährt hat­te. Das Hoch­al­tar­bild, das den hei­li­gen Magnus in zeit­ge­nös­si­scher Rüstung als Sol­dat der The­ba­ni­schen Legi­on zeigt, ent­stand Anfang des 17. Jahr­hun­derts. Sei­ne Zuord­nung zu die­ser römi­schen Legi­on und sei­ne früh­christ­li­che Datie­rung wird heu­te als neu­zeit­li­ches Miß­ver­ständ­nis gese­hen, und die Ver­eh­rung auf den hei­li­gen Mang aus dem bai­risch-ale­man­ni­schen Raum zurück­ge­führt, der in das Bene­dik­ti­ner­klo­ster Sankt Gal­len ein­trat und spä­ter das Bene­dik­ti­ner­klo­ster Füssen grün­de­te.

Der Vor­platz zu Sant Manh, San Magno, Sankt Mang

Die vor 550 Jah­ren errich­te­te goti­sche Kapel­le ist in ihrer ursprüng­li­chen Form im Hei­lig­tum erhal­ten geblie­ben.

1716 wur­de das Hei­lig­tum in sei­ner heu­ti­gen Form abge­schlos­sen. Zwi­schen 1861 und 1868 erfolg­te die Errich­tung der Pil­ger­un­ter­künf­te in den bei­den an den Sei­ten­mau­ern der Kir­che ange­lehn­ten und teils vor­ge­rück­ten Flü­geln, die der Anla­ge ihr cha­rak­te­ri­sti­sches Aus­se­hen ver­lei­hen.

Das Hei­lig­tum „ist kein kom­mer­zi­el­les Unter­neh­men, son­dern ein geist­li­cher Ort“, heißt es auf der Inter­net­sei­te. In den reno­vier­ten Gäste­zim­mern fin­den Pil­ger, Natur- und Berg­freun­de kosten­gün­sti­ge Auf­nah­me. Die Gegen­lei­stung: „Respekt für den hei­li­gen Ort und die ihn umge­ben­de Natur. Even­tu­el­le Mit­hil­fe im Hei­lig­tum oder eine Spen­de.“

Die gotische Kapelle von 1475.
Die goti­sche Kapel­le von 1475

Das Hei­lig­tum ist im Juni und Sep­tem­ber teil­wei­se, im Juli, August und den ersten Sep­tem­ber­ta­gen stän­dig geöff­net. An den Sonn­ta­gen wird die Mes­se um 11 Uhr und um 16 Uhr zele­briert. Vor der Mes­se um 16 Uhr wird eine Mari­en­an­dacht gehal­ten. Vom 1. Juli bis Anfang Sep­tem­ber beginnt das geist­li­che Leben jeden Tag um 7.45 Uhr mit den Lau­des, dem Mor­gen­lob. Im Juli ist jeden Tag Mes­se um 16 Uhr, davor Mari­en­an­dacht. Im August ist zusätz­lich jeden Tag eine Mes­se um 11 Uhr. An den Sonn- und Fei­er­ta­gen im Juli und August um 15 Uhr Rosen­kranz und anschlie­ßend eucha­ri­sti­sche Anbe­tung. Der Tag schließt mit der Ves­per. Die Voll­pen­si­on kostet 48 Euro, die blo­ße Über­nach­tung 25 Euro.

Das Pil­ger­ho­spiz ist eine der vier­tau­send kirch­li­chen Beher­ber­gungs­ein­rich­tun­gen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: San­tua­rio di San Magno

1 Kommentar

  1. Aller­dings ist anzu­mer­ken, das auch vie­le Loka­li­tä­ten des moder­nen Zeit­al­ters vor dem Aus ste­hen und teil­wei­se schon bank­rott sind.

    Es wird in die­sem Jahr kei­nen „Chri­sto­pher Street Day“ geben, kei­ne „Love Para­de“. Die Film­bars, Sex­clubs und damit ver­bun­de­nen Loka­li­tä­ten sind geschlos­sen und wer­den auf unab­seh­ba­re Zeit auch geschlos­sen blei­ben. In Ber­lin, Köln und in son­sti­gen Hoch­bur­gen des moder­nen Lebens haben die ein­schlä­gi­gen Zeit­schrif­ten der Schwu­len- und Par­ty­sze­ne, die teil­wei­se jahr­zehn­te­lang kosten­los ver­teilt wor­den sind, ihren Ver­trieb ein­ge­stellt. Sie muss­ten ihren Ver­trieb ein­stel­len, weil kei­ne Anzei­gen für Ver­an­stal­tun­gen, Sex­par­tys und der­glei­chen mehr auf­ge­ge­ben wer­den, schlicht und ergrei­fend, weil die­se Ver­an­stal­tun­gen nicht mehr statt­fin­den und die ent­spre­chen­den Loka­li­tä­ten behörd­lich geschlos­sen sind und auf unab­seh­ba­re Zeit auch geschlos­sen blei­ben wer­den. Es gibt, im Inter­net ver­füg­bar, „ergrei­fen­de und zu Her­zen gehen­de“ Spen­den­auf­ru­fe von den Betrei­bern ent­spre­chen­der Loka­li­tä­ten und Her­aus­ge­bern ein­schlä­gi­ger Zeit­schrif­ten. Es han­delt sich nicht um Auf­ru­fe, Mund­schutz zu spen­den, son­dern um Auf­ru­fe, Geld zu spen­den.

    Die Katho­li­sche Kir­che und die evan­ge­li­sche Amts­kir­che in Deutsch­land ste­hen übri­gens auch in vie­ler­lei Hin­sicht vor dem Aus. Mil­lio­nen Men­schen befin­den sich in Kurz­ar­beit oder sind sogar schon arbeits­los und wer­den arbeits­los wer­den. Damit ver­bun­den ist ein hoch­dra­ma­ti­scher Ein­bruch bei den Ein­nah­men aus der Kir­chen­steu­er in bis­her nie gekann­ten Aus­maß. Die­ser hoch­dra­ma­ti­sche Ein­bruch bei den Ein­nah­men aus der Kir­chen­steu­er wird hoch­dra­ma­ti­sche Fol­gen haben, die sich die Betrof­fe­nen heu­te noch gar nicht vor­stel­len kön­nen.

    Inso­weit hat Coro­na nicht nur ver­schie­de­ne Facet­ten, Coro­na ist auch eine bei­spiel­lo­se Zäsur, die eine genau­so bei­spiel­lo­se und bru­ta­le Kathar­sis zur Fol­ge haben wird.

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