Papst sagt Nein zu Maria Corredemptrix

Kein fünftes Mariendogma



Papstmesse zum Fest Unserer Lieben Frau von Guadalupe am 12. Dezember im Petersdom – mit einer Absage...
Papstmesse zum Fest Unserer Lieben Frau von Guadalupe am 12. Dezember im Petersdom – mit einer Absage...

(Rom) Nicht wenige Gläubige, auch Kardinäle und Bischöfe werden es als „Watsche“ empfinden, um es bayerisch zu sagen, was Papst Franziskus verabreichte. Das Kirchenoberhaupt stellte klar, daß die Verkündigung eines Dogmas, daß Maria Corredemptrix, also „Miterlöserin“ sie, für ihn nicht in Frage komme. Es wäre das fünfte Mariendogma.

Am 12. Dezember wurde das Fest Unserer Lieben Frau von Guadalupe gefeiert. Guadalupe ist der größte Wallfahrtsort Mexikos und ganz Mittelamerikas. Anläßlich der Zelebration im Petersdom hielt Papst Franziskus eine improvisierte Predigt auf spanisch. Sie war nur sehr kurz, aber ausreichend deutlich, um seine Ablehnung eines neuen Mariendogmas klarzumachen.

Zunächst sagte Franziskus:

„Der heilige Bernhard sagte uns, wenn wir über Maria sprechen, ist das Lob nie genug, die Lobes-Titel, aber sie haben überhaupt nie die bescheidene Jüngerschaft von Maria berührt. Jüngerin.
Treu ihrem Meister, der ihr Sohn ist, der einzige Erlöser, wollte sie niemals etwas von ihrem Sohn wegnehmen. Niemals stellte sie sich als Miterlöserin vor. Nein, Jüngerin.“

Dann sagte er:

„Wenn sie uns mit Geschichten kommen, daß wir das zu verkündigen haben, dieses Dogma oder jenes: Verlieren wir uns nicht in Unsinnigkeiten. Maria ist eine Frau, sie ist Unsere Liebe Frau, Maria ist die Mutter ihres Sohnes und der heiligen, hierarchischen Mutter Kirche und Maria ist Mestizin, die Frau unserer Völker, aber nicht mit Gott zu verwechseln.“

Seit mindestens drei Pontifikaten bemühen sich Gruppen von Gläubigen intensiv um die Verkündigung eines fünften Mariendogmas, das Maria als Corredemptrix, Mediatrix und Advocata definiert. Die Titel einer Mediatrix, „Mittlerin“ und einer Advocata, „Fürsprecherin“ finden sich schon im ältesten, von der Kirche formulierten Mariengebet Sub tuum praesidium, „Unter deinen Schutz und Schirm“, das aus ältester Zeit stammt und bereits im 3. Jahrhundert als allgemein verbreitet anzusehen ist.

Als Advocata, „Fürsprecherin“ wird Maria auch im Salve Regina, „Gegrüßt seist du Königin“ bezeichnet, jener hymnischen, marianischen Antiphon, die der Benediktinermönch Hermann der Lahme vor bald 1000 Jahren schuf.

Seit dem 15. Jahrhundert tritt auch der Begriff Corredemptrix auf, wenngleich auch ihm eine ältere theologische Entwicklung vorausgeht.

Der Titel einer Corredemptrix

Einer der ersten Jesuiten und Ordensmitbrüder von Papst Franziskus, Christophorus a Vega (Cristobal de Vega, 1510–1573) war ein großer Verfechter der Anrufung Mariens als Corredemptrix. Entsprechend oft findet sich dieser Titels Mariens in seinen Schriften.

Dasselbe gilt für einen anderen, frühen Jesuiten Alfonso Salmeron (1515–1585), der als päpstlicher Theologe am Konzil von Trient teilnahm, auch in Ingolstadt lehrte und schließlich Generalvikar des Jesuitenordens wurde. Er bezeichnet Maria in seinen Kommentaren zu den Evangelien und der Apostelgeschichte als „Miterlöserin“.

Als eines von zahlreichen Beispielen kann auch der deutsche Jesuit Maximilian Reichenberger (1613–1676) angeführt werden, der in seinem Buch über die Marienverehrung nach der Lehre der Kirche und dem Zeugnis der Väter Maria Corredemptrix nennt.

Maria, Dei genitrix, mediatrix, advocata und auch corredemptrix?
Maria, Dei genitrix, Mediatrix, Advocata und auch Corredemptrix?

Dasselbe gilt auch für andere Orden, darunter die Karmeliten, wie das Buch für das Marienlob von P. Isidor von St. Ägidius, Prior des Karmels von Antwerpen, aus dem Jahr 1685 zeigt.

Als Papst Pius IX. 1849 alle Ortsbischöfe um ihre Stellungnahme zu seiner Absicht ersuchte, ein drittes Mariendogma, das der Unbefleckten Empfängnis, zu proklamieren, reagierte beispielsweise der Bischof von Almeria, Msgr. Anacleto Meoro Sánchez, sehr positiv und bezeichnete Maria in seiner Stellungnahme als „Miterlöserin“.

1859 veröffentlichte der spanische Missionspriester Joseph Escola mit Approbierung und Druckerlaubnis der Ritenkongregation (heute Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung) und der Schirmherrschaft des heiligen Anton Maria Claret, Gründer des Claretinerordens und damals Erzbischof von Santiago de Cuba, sowie weiteren drei Erzbischöfen und acht Bischöfen ein Breviarium Marianum für das tägliche Marienlob. Auch darin wird Maria, in der Karwoche, als Virgo mundi corredemptrix bezeichnet.

Der Umschwung

Die Angriffe gegen die Kirche wegen der Verkündigung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis im Jahr 1854 und besonders des vierten Mariendogmas von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel von 1950 verschreckten Teile der Kirche. Im Zuge der ökumenischen Bemühungen wurde zudem die Marienverehrung als Belastung gesehen. Neue Mariendogmen gelten daher in Teilen der Ortskirchen, deren Völker konfessionell gespalten sind, als entbehrlich, nicht wünschenswert, oder gar als inakzeptabel.

Karl Rahner zum Beispiel, ebenfalls Jesuit, lehnte den Begriff der „Miterlöserin“ ab „um die Unvertretbarkeit des einen Opfers Christi am Kreuz nicht zu gefährden“, wie der Fundamentaltheologe Matthias Remenyi in seinem Buch „Auferstehung denken“ formuliert.

Der Wunsch im Klerus und im gläubigen Volk, Maria zu ehren, kam deshalb aber nicht zum Erliegen.

Beim Zweiten Vatikanischen Konzil sprachen sich an die 500 Konzilsväter dafür aus, Maria als Mediatrix, „Mittlerin“ zu definieren, und immerhin an die 50 auch als Corredemptrix. Aus den genannten Gründen, und wohl auch, weil das Konzil einen pastoralen und keinen dogmatischen Anspruch erhob, wurde weder ein Dogma verkündet noch Maria als „Miterlöserin“ bezeichnet. Als Advocata und Mediatrix wird sie hingegen in der Dogmatischen Konstitution Lumen gentium (Nr. 62) angesprochen mit dem erklärenden Zusatz: „Das aber ist so zu verstehen, daß es der Würde und Wirksamkeit Christi, des einzigen Mittlers, nichts abträgt und nichts hinzufügt“.

Bittschriften von Gläubigen

Während in theologischen Kreisen nach dem Pontifikat von Pius XII. zunehmend Abstand von Mariendogmen und Dogmen insgesamt genommen wurde, erhielten die Bestrebungen der Gläubigen just zur selben Zeit einen starken Impuls für die Bemühungen, Maria als Corredemptrix auszurufen, durch die Privatoffenbarungen der Niederländerin Ida Peerdeman. Die Gottesmutter Maria, die ihr von 1945–1959 erschienen sei, habe ihr angekündigt, daß eines Tages das Mariendogma der „großen Miterlöserin, Mittlerin aller Gnaden und fürbittenden Allmacht an Gottes Thron vor den Augen aller Völker“ verkündet werde. Die Urteile der Kirche über das Phänomen scheinen mit ihren Sprüngen und Brüchen die Geschichte der Kirche in dieser Zeit widerzuspiegeln. 1957 erklärte der Ortsbischof von Haarlem-Amsterdam: „Es steht nicht fest, daß es sich um Übernatürliches handelt“ (non constat de supernaturalitate). Die römische Glaubenskongregation wurde 1974 deutlicher mit ihrer Feststellung: „Es steht fest, daß es sich nicht um Übernatürliches handelt“ (constat de non supernaturalitate). 2002 veranlaßten „neue Erkenntnisse“ den damaligen Ortsbischof von Haarlem-Amsterdam jedoch die Marienerscheinungen anzuerkennen mit der Feststellung: „Es steht fest, daß es sich um Übernatürliches handelt“ (constat de supernaturalitate). Diese letzte Entscheidung ist der aktuelle Stand, weshalb die Erscheinungen kirchlich anerkannt sind.

ULF von Guadalupe: Papst Franziskus am 12. Dezember 2019 im Petersdom
U.L.F. von Guadalupe: Papst Franziskus am 12. Dezember 2019 im Petersdom

Tatsache ist, und das irgendwann auch unabhängig von den Privatoffenbarungen und Ida Peerdeman, die 1996 hochbetagt verstorben ist, daß sich die Gebetsaktion „Frau aller Völker“ international ausbreitete und die Verkündigung eines fünften Mariendogmas unterstützt.

Eine weitere Bewegung entstand seit Anfang der 90er Jahre rund um den US-amerikanischen Mariologen Mark Miravalle, Professor an der Franzisaneruniversität Steubenville, die eine Niederlassung auch in Österreich hat. Mit seiner Frau reiste Miravalle bereits 1984, als 25-Jähriger nach Medjugorje, um das dortige Phänomen angeblicher Marienerscheinungen zu untersuchen, die 1981 in dem herzegowinischen Dorf begonnen hatten. Daraus wurde dann seine Doktorarbeit. Er ist Gründer und Vorsitzender der marianischen Bewegung Vox Populi Mariae Mediatrici. Sie will die Marienverehrung fördern und setzt sich für die Proklamierung des Dogmas von Maria als Mediatrix und Corredemptrix ein.

Seit 1993 startete Miravalle mehrere Petitionen für dieses Anliegen und sammelte mit seiner Bewegung Unterschriften in der ganzen Welt unter Bischöfen und Gläubigen.

Die verschiedenen Bittschriften an den Heiligen Stuhl, die von genannter oder anderer Seite vorgebracht wurden, fanden bisher bei drei Päpsten, Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus, kein Gehör. Während sich die beiden Erstgenannten offiziell nicht dazu äußerten, sendet der regierenden Papst erkennbar negative Signale aus.

Tatsache ist, daß Johannes Paul II. diese Titulierung Mariens nie gebrauchte und Benedikt XVI. im Gesprächsbuch „Gott und die Welt“ von Peter Seewald Skepsis wegen der „Mißverständlichkeit“ des Begriffs „Miterlöserin“ anklingen ließ.

Namensänderung eines Ordens

Diese Ablehnung zeigte sich 2017, wenn auch selbst in der katholischen Welt kaum beachtet. Auf „Empfehlung“ der römischen Kongregation für die Evangelisierung der Völker (ex Propaganda Fide) mußte der in Vietnam gegründete Männerorden Congregatio Matris Corredemptricis (Congregation of the Mother Coredemptrix) seinen Namen in Congregatio Redemptoris Matris (Congregation of the Mother of the Redeemer) abändern. Der Vatikan begründete den Schritt mit der „theologischen Mehrdeutigkeit“ des Titels Corredemptrix.

Bittschrift vom Sommer 2019
Bittschrift vom Sommer 2019

Dabei war der Orden 1941 gegründet worden und existierte zum Zeitpunkt der Namensänderung bereits 78 Jahre. Gegründet wurde er vom vietnamesischen Priester Dominic Maria Tran Dình Thu im Bistum Bui Chu wenige Jahre vor Ausbruch der kommunistischen Revolution. 1953 kanonisch errichtet, übersiedelte der Orden nach der Teilung Vietnams, die 1954 auf den Indochinakrieg folgte, aus dem kommunistischen Norden nach Südvietnam. Als nach dem Vietnamkrieg auch dort die Kommunisten die Macht übernahmen, wurde der Ordensgründer 1975 mit 52 Gefährten verhaftet. 1987 wurde er wegen „subversiver Tätigkeit“ erneut eingesperrt und zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Urteil wurde später auf 20 Jahre herabgesetzt. 1993 erfolgte seine vorzeitige Freilassung ohne Nennung von Gründen, wahrscheinlich nach Intervention ausländischer Diplomaten. Bis auf einen Schlafstätte für Seminaristen hatte das Regime dem Orden alles genommen. Heute zählt er 700 Mitglieder, zum größten Teil in Vietnam. Dort sind es 360 Priester und 170 Brüder, aber auch an die 500 Seminaristen. In Vietnam können die Klöster, Seminare und Orden nicht alle Kandidaten aufnehmen und unterbringen, so groß ist der Andrang. Seit den 50er Jahren ist der Orden auch in den USA präsent.

Im vergangenen Sommer erklärte der Servitenpater Salvatore Maria Perrella, Dogmatiker und Mariologe, daß die Kirche „das Dogma der Corredemptrix, Mediatrix oder Advocata nicht befürwortet“. Er widersprach Behauptungen, Johannes Paul II. habe beabsichtigt, dieses Dogma zu proklamieren.

Der jüngste Vorstoß, von Papst Franziskus die Proklamation eines fünften Mariendogmas zu erbitten, erfolgte am 22. August 2019 mit einer Petition, deren Erstunterzeichner zwei Kardinäle und vier Bischöfe aus verschiedenen Erdteilen stammen. Es handelt sich um Kardinal Juan Sandoval aus Mexiko (Mittelamerika), Kardinal Telesforo Toppo aus Indien (Asien), Erzbischof Felix Job aus Nigeria (Afrika), Bischof John Keenan aus Schottland (Europa), Nischof David Ricken aus den USA (Nordamerika) und Bischof Antonio Baseotto aus Argentinien (Südamerika).

Die Petition wurde von weiteren hohen Würdenträgern, zahlreichen Ordensleuten und vor allem Gläubigen unterschrieben.

Am 12. Dezember erfolgte die Reaktion von Papst Franziskus – ein deutliches Nein.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: vatican.va (Screenshots)

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22 Kommentare

  1. Vor vielen Jahren habe ich mit eigenen Augen in einem alten katholischen Dogmatik-Buch aus den 1920er Jahren den Satz gelesen:
    „Maria ist Miterlöserin, insofern sie uns den göttlichen Erlöser geboren hat.“
    Dahinter stand in Klammern: „de fide“.
    Also ist dieser Titel doch schon dogmatisch festgestellt worden oder etwa nicht?

    Wer weiß hierzu mehr?

  2. Für die Verweigerung eines Dogmas, mit dem Maria zur „Miterlöserin“ erklärt und erhoben würde, habe ich Verständnis. Gar nicht gefällt mir allerdings, dass Franziskus Maria als „Mestizin“ bezeichnet.

    • Es steht in verschiedenen Publikationen geschrieben, dass Maria auf dem Gnadenbild von Guadalupe / Mexico, die Gesichtszüge einer Mestizin hat. Des Papstes Bezeichnung Mariens als einer solchen hat vielleicht auch darin seinen Ursprung, hat er diesen doch bei der Feier der Gottesmutter von Guadalupe getätigt. Die Statue der kirchlich anerkannten Erscheinungen von Kibeho / Ruanda trägt auch dunkle Gesichtszüge.

  3. Hier gebe ich dem amtierenden Papst unbedingt recht:

    Es gibt keine Miterlöserschaft Mariens – einziger Erlöser ist und bleibt einzig und allein der Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes!

    Ausführlich habe ich diesbezüglich das bereits früher hier im Forum begründet; z.T. gegen erbitterte Widerstände einzelner Kommentatoren.
    Für den interessierten Leser alles leicht nachzulesen unter folgendem Artikel:

    https://katholisches.info/2017/02/01/die-miterloeserschaft-mariens-ein-paradigma-fuer-jeden-christen/

    Ich erspare es mir daher, meine damals vorgebrachten Argumente erneut vorzubringen und kann eigentlich nur hoffen, dass dieses Thema endlich einmal abgeschlossen ist.

  4. Sicher ist allerdings, dass Pachamama nicht Miterlöserin ist….das wäre künftigen Diskussionen schon mal vorauszuschicken.

  5. Ja mei, wenn man die Wundertätige Medaille nicht anschaut, bleibt man unbelehrt. Die Rückseite zeigt eindeutig, daß das Kreuz nicht auf dem Boden steht, sondern auf einem Balken, der quer durch das M geht. Für mich ist dies das Zeichen, daß ohne Maria die Erlösung so nicht möglich war.

  6. Jeder kann verehren wen er/sie will ,zu jeder Zeit und so oft jeder will ,dazu braucht man weder den Papst noch irgendeinen Würden träger zu fragen.

  7. Ist Maria auch die Corredemptrix? Eine Frage an der sich nicht nur die Geister der Katholiken scheiden. Die Argumente sowohl dafür als auch dagegen sind dem obige Artikel eingehend beleuchtet worden, sodass jeder seine eigene Meinung dazu hat. Meine Meinung ist, dass sie die Corredemtrix ist, dass dies aber erst in den letzten Tagen verkündet wird. Die Anforderung einer Corredemtrix erfüllt zu haben, ist die höchste Auszeichnung, welche der Mutter Christi und unserer Mutter zu Teil werden kann. Diese Auszeichnung wird der Schlange den Kopf zertreten und den Sitz der Hybris der Schlange zerstören. Sie wird der Schlang am letzten Tage dokumentieren, dass die Mutter der Menschen, Maria, die Anforderungen Gottes in vollem Umfang erfüllt hat, welche Luzifer zu erfüllen nicht bereit war. Vor diesem Hintergrund bin ich von der Corredemtrix, Virgo Maria, überzeugt.

  8. Danke für diesen Artikel. Ich dachte bisher, die „Miterlöserin“ gehe erst auf die Privatoffenbarungen in Holland zurück. In Wirklichkeit ist das viel, viel älter.

    Franziskus sagt Nein und wirft irgendein Argument hin, das nicht Hand und nicht Fuß hat. So sollte ein Papst nicht vorgehen. Dieses Niveau ist eines Papstes nicht würdig. Dann müsste man auch sagen: Die Gottesmutter hat auch nie von sich gesagt, die Gottesgebärerin zu sein. Der von Franziskus behauptete Maßstab ließe sich gegen alles anwenden.

    Die Vorbehalte die Benedikt XVI. hatte, sind ja nicht ganz von der Hand zu weißen, aber dazu ist die Theologie ja da, um nach möglichster Klarheit zu ringen. Die Gefahr von Missverständnissen sollte kein Grund sein, das Handtuch zu werfen.

    Der Grund für die Zurückhaltung ist eben vielleicht doch eher, dass kein Papst seit Beginn des Konzils-Rummels mehr wagt, formal ex cathedra zu sprechen, weil der Begriff der Unfehlbarkeit der Welt ein Ärgernis ist. Oder sagen wir, wie es ist: Er ist auch vielen, wahrscheinlich zu vielen in der Kirche ein Ärgernis.

    Und noch eins: Zu viele Theologen sitzen zwar verbeamtet auf gutdotierten Lehrstühlen, leisten aber mehr Widerstand gegen die Kirche, als ihr zu dienen. Es fehlt, das will ich sagen, wohl auch daran, dass die Theologie zu wenig mit der Kirche fühlt und sich zu wenig bemüht, Fragen wie die möglichst klare Darstellung der Miterlöserschaft Mariens zu klären.

    Dogma, ex cathedra, Unfehlbarkeit, Doktrin, ein Mariendogma noch dazu? Da rennendie Berufskatholiken in unseren Breiten ja als erste entsetzt auf und davon – und unsere Medien gleich hinterher.

  9. Mutter Gottes ist Miterlöserin, sie hat mit Ihrem Sohn gelitten, die Schmerzen im Mutterherz empfunden. Durch Maria zum Jesus.

  10. Warum ist Maria Corredemptrix etwa Ketzerei? Oder Häresie? Vielleicht ist die Katholische Maria Corredemptrix eine Sündelehre?! Unsere Selig Jungfrau Maria Mutter Gottes hat viel für uns, Menschen, getan. Als Dank wird die Maria Corredemptrix Lehre nicht zum Dogma erhoben. Das gilt auch für Hl. Josef jungfräulicher Vater Gottes, weil der Hl. Josef genauso viel Recht haben soll wie die Selige Jungfrau Maria Mutter Gottes. Hl. Josef und Hl. Maria waren gegenüber Gott Vater gehorsam als die Menschen. Ich finde es abscheulich und traurig.

    • Richtig! Maria ist die menschliche Mutter des mit ihrer ausgesprochenen Zustimmung Mensch gewordenen Gottessohnes Jesus Christus.

      Nicht mehr – aber auch nicht weniger!

  11. Ich habe mir ein Buch zugelegt, das dieses Thema behandelt:
    Titel: Maria, Mutter des Priesters, Miterlöserin auf Golgotha

    Ganz durchgelesen habe ich es noch nicht, aber die Miterlöserin ist darin gut beschrieben, angefangen mit ihrem Fiat bis auf Golgotha.

    Auszüge:
    Denn wie der Jesuit August Deneffe erklärt, sind in einem und einzigen Opfer Christi zwei Intentionen zu verbinden: In der ersten Intention hat Christus die gesamte Fülle der Erlösung ausgegossen in die selige Jungfrau Maria, die Frau und neue Eva, die Braut Christi, das Urbild der Kirche; in der zweiten Intention hat er dann, vereint mit dem Willen der Jungfrau, für uns die Erlösung erworben. Daher ist es auch kein Zufall, dass Pius XII gerade an der Stelle, wo er von Ihrer Teilnahme am Erlösungsopfer spricht, die unbefleckte Empfängnis erwähnt: „Sie hat frei von jeder persönlichen oder erblichen Verschuldung und immer mit ihrem Sohn aufs innigste verbunden, Ihn auf Golgotha zusammen mit dem gänzlichen Opfer ihrer Mutterrechte und ihrer Mutterliebe dem ewigen Vater dargebracht als neue Eva. Und deswegen konnte sie uns wirklich all das de congruo verdienen, was uns Christus de condigno verdient har.

    Wir erinnern und auch an das Fatima Gebet, das der Engel mittelte: … aufgrund der unendlichen Verdienste seines heiligsten Herzens und des unbefleckten Herzen Mariens bitte ich um die Bekehrung der armen Sünder.

    Papst Pius X (1904): .. alles, was Christus und de condigno verdiente, verdiente sie de congruo. Das Unbefleckte Herz Mariens hat also wirklich Anteil am gesamten Erlösungsverdienst, soweit es unsere Erlösung intendiert.

    Das Buch ist interessant und zeigt, der Titel Miterlöserin ist keine Ketzerei, Sündenlehre oder weiteres.

    Also für mich ist die sancta dei genitrix die Miterlöserin, alleine schon durch ihr Wirken.
    Ins Konzil passt das wohl nicht.

    https://www.sarto.de/product_info.php?info=p17396_Maria—Mutter-des-Priesters-und-Miterloeserin.html&XTCsid=heli0fv0i5tbpg4jpahh538mu1

  12. Welche Objektivität? Man kann nicht Pachamama auf eine Stufe mit Maria stellen wollen (wenn auch unausgesprochen), also bleibt die prägnante theologische Unterscheidung letztlich in ihrer Rolle im Heilswerk der Erlösung festzumachen…Ich wäre vorsichtig das einfach wegzuschieben, in Zeiten, wo uns nur benannte Glaubenswahrheiten auch im Glauben bewahren können.

  13. Man beachte doch bitte im Lukasevangelium Lk11,27-28 die korrigierende Antwort des Herrn auf die überschwängliche Seligpreisung der Mutterschaft Mariens durch eine Frau aus dem Volke.

    Selig zu preisen sind sind dem gegenüber alle, die das Wort Gottes hören und es befolgen.

    Das trifft natürlich auf Maria, seine leibliche Mutter, voll und ganz und ohne Abstriche zu.

    Aber auch auf z.B. den hl. Josef und unzählige andere Befolgen von Gottes Wort und Willen.

    Erlöser der Menschen ist und bleibt aber Jesus Christus allein.

  14. Keine Mensch hat Fleisch von seinem Fleische für die Erlösung der Menschen gegeben, ausser Maria und natürlich der Sohn Gottes selbst. Keiner kannte ihn wie sie, niemand ist dem Geheimnis der Menschwerdung je so nahe gekommen und hat eine annhähernde Rolle darin eingenommen. Sie ist und bleibt einzigartig in der Menschheitsgeschichte.

    • Natürlich trägt Jesus Christus in seinem menschlichen Erbgut zur Hälfte den Chromosomensatz seiner menschlichen Mutter Maria, und natürlich ist er bis zu seiner Geburt in und mit Hilfe ihres Leibes gewachsen.

      Und natürlich weiß sie, Maria, als seine Mutter am besten und in wirklich vollsten und einzigartigem Maße um die göttliche Herkunft ihres Sohnes mit Einwirkung des Hl. Geistes.

      Besser sicherlich als jeder andere Mensch auf der Welt.

      Aber all dieses, so herausragend und einzigartig wichtig und bedeutsam auch Marias Rolle am göttlichen Heilsgeschehen ist, bedingt nicht die Berechtigung zum Führen des Titels „Miterlöserin“.

      Die Erlösung der Menschen ist eine zutiefst göttliche Tat, die ganz eigenständig dem Willen des Vaters entspringt und dem sich der Gottmensch Jesus Christus im Dialog mit seinem Vater im Garten Gethsemane im Gehorsam und im Vertrauen trotz seiner dort empfundenen Todesangst beugt und dann sein Erlösungswerk ganz allein und eigenständig am Kreuz vollbringt.

      Dass er da einst von Maria empfangen und geboren wurde, spielt nur insofern zu diesem Zeitpunkt eine Rolle, als dass Jesus Christus bis zu seinem Tod am Kreuz ganz und gar ohne Sünde – selbst ohne die Erbsünde – war, da seine menschliche Mutter auch bereits erbsündelos gewesen ist.

  15. Die Erlösung des Menschen war eine Kooperation von Gott und Mensch, das ist das Entscheidende. Gerade im Abtreibungszeitalter sollte uns das klarer vor Auten tretenn. Und dieses geheilte Verhältnis zwischen Gott und Mensch
    bildet sich nicht ausschliesslich in der Gottmenschlichkeit Jesu Christi ab, sondern bereits im Einvernehmen
    der Maria mit dem Willen Gottes, und auch dem Tragen der Konsequenzen, diese sowohl hinsichtlich des Leides, des Verlustes, als auch der Erlösung.

  16. Vor ihrer Zustimmung zur Empfängnis wusste Maria noch nichts von den auch für sie selbst leidvollen Konsequenzen ihres „Fiat“.

    Das erfuhr sie erst bei der Darstellung Jesu im Tempel durch die Prophezeiungen des greisen Simeon.

    Nein, eine Miterlöserin ist sie ebenso wenig, wie die Mutter etwa eines Nobelpreisträgers eine „Mit-Nobelpreisträgerin“ ist.

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