Bischof untersagt den Einsatz von Ministrantinnen

Bistum San Luis in Argentinien

Bischof Pedro Daniel Martinez Perea von San Luis untersagte den Einsatz von weiblichen Meßdienern.
Bischof Pedro Daniel Martinez Perea von San Luis untersagte den Einsatz von weiblichen Meßdienern.

(Bue­nos Aires) Der Bischof von San Luis, Msgr. Pedro Dani­el Mar­ti­nez Perea, unter­sag­te den Ein­satz von Mini­stran­tin­nen. Das Bis­tum umfaßt den gleich­na­mi­gen Staat (Pro­vinz) Argen­ti­ni­ens, der Hei­mat von Papst Fran­zis­kus.

Die Diö­ze­se ist ein Suf­fra­gan des Erz­bis­tums San Juan de Cuyo. Bischof Mar­ti­nez erließ am ver­gan­ge­nen 29. Okto­ber ein Dekret, mit dem er fest­leg­te:

„(…) in der Diö­ze­se von San Luis den lit­ur­gi­schen Brauch bei­zu­be­hal­ten, nur männ­li­che Mini­stran­ten für den Altar­dienst zu akzep­tie­ren.“

Zugleich bestimm­te der Bischof, daß jede gegen­tei­li­ge Pra­xis zu unter­blei­ben habe und dort, wo sie Ein­zug gehal­ten habe, wie­der auf­zu­ge­ben ist.

Der Bischof ver­weist im Dekret auf sei­ne im Kir­chen­recht ver­an­ker­te Juris­dik­ti­on im Bereich der Lit­ur­gie und die ent­spre­chen­de Aus­le­gung durch die Päpst­li­che Kom­mis­si­on für die Inter­pre­ta­ti­on der Geset­zes­tex­te, auf die ein­schlä­gi­gen Rund­schrei­ben und Instruk­tio­nen der römi­schen Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on von 1994 und 2004 sowie auf sei­ne Amts­vor­gän­ger.

Dekret von Bischof Martinez
Dekret von Bischof Mar­ti­nez

Der Altar­dienst steht in direk­tem Zusam­men­hang mit dem Altarsa­kra­ment und damit dem Wei­he­sa­kra­ment. Das kapil­la­re Netz an Meß­or­ten, das im Lau­fe der Geschich­te ent­stand, mach­te es unmög­lich, den Altar­dienst über­all von Kle­ri­kern ver­rich­ten zu las­sen. Bis zur Lit­ur­gie­re­form (im über­lie­fer­ten Ritus bis heu­te) übten den Altar­dienst in der Eucha­ri­stie­fei­er des Bischofs und der Prie­ster Ako­ly­then aus. Bis 1972 erfolg­te die Beauf­tra­gung zum Ako­ly­then im Rah­men der Nie­de­ren Wei­hen als deren höch­ste Stu­fe. Da ein Prie­ster nicht allei­ne die Hei­li­ge Mes­se zele­brie­ren soll­te, hat­te frü­her zumin­dest ein Meß­die­ner anwe­send zu sein. Ein Bedarf, der durch die geweih­ten Ako­ly­then seit dem Früh­mit­tel­al­ter nicht mehr gedeckt wer­den konn­te. So ent­stand die Figur des Mini­stran­ten, meist Kin­der oder Jugend­li­che männ­li­chen Geschlechts. Ihr Altar­dienst wur­de von der Kir­che als Vor­stu­fe und Hin­füh­rung zum Prie­ster­tum gese­hen und ver­stan­den wor­den. Des­halb auch ihr jugend­li­ches Alter.

Das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil bekräf­tig­te, daß Mini­stran­ten einen „wahr­haft lit­ur­gi­schen Dienst“ aus­üben.

Dazu gehör­te, daß im über­lie­fer­ten Ritus, der Altar­raum als hei­li­ger Boden, wäh­rend der Lit­ur­gie nur von jenen betre­ten wer­den durf­te, die an der Eucha­ri­stie­fei­er mit­wirk­ten, also Kle­ri­ker und Mini­stran­ten. Frau­en, Sinn­bild der gläu­bi­gen Gemein­de, des Lei­bes Chri­sti, wäh­rend der Prie­ster als Stell­ver­tre­ter Chri­sti das Haupt der Gemein­de reprä­sen­tiert, waren damit vom Betre­ten des Altar­rau­mes aus­ge­schlos­sen.

Aus die­sem Grund gibt es in der außer­or­dent­li­chen Form des Römi­schen Ritus auch heu­te kei­ne weib­li­chen Meß­die­ner.

Im Wider­spruch zu die­sem Ver­ständ­nis des Mini­stran­ten als Vor­stu­fe zum Prie­ster­dienst steht das Her­an­zie­hen von Mäd­chen im Novus Ordo, wie es im deut­schen Sprach­raum seit den 70er Jah­ren erfolg­te und sich immer mehr durch­setz­te. 1994 erlaub­te Rom dem jewei­li­gen Orts­bi­schof, indem eine in man­chen Län­dern bereits vor­herr­schen­de Pra­xis nach­träg­lich abge­seg­net wur­de, auch Mäd­chen zum Altar­dienst zuzu­las­sen. Damit wur­de aber nicht außer Kraft gesetzt, daß der Altar­dienst im Nor­mal­fall von Mini­stran­ten männ­li­chen Geschlechts aus­ge­übt wer­den soll­te. Um einer gegen­läu­fi­gen Ent­wick­lung ent­ge­gen­zu­wir­ken, bekräf­tig­te Rom 2001 Vor­be­hal­te gegen Mini­stran­tin­nen, indem die Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on erklär­te, daß männ­li­che Mini­stran­ten nicht durch weib­li­che ver­drängt wer­den dürf­ten. Genau das zeigt aber die Pra­xis: je mehr Mäd­chen den Altar­dienst ver­rich­ten, desto weni­ger Jun­gen fin­den sich dafür.

In der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land wur­de die Fra­ge des Ein­sat­zes von Mäd­chen zu einem Gleich­be­rech­ti­gungs­dis­kurs im Sin­ne eines welt­li­chen, femi­ni­sti­schen Kampf­plat­zes. Bereits am Beginn des 21. Jahr­hun­derts gab es in Deutsch­land mehr weib­li­che als männ­li­che Mini­stran­ten.

Als Papst Bene­dikt XVI. 2011 sei­nen letz­ten Deutsch­land­be­such absol­vier­te, wur­den Frau­en auch bei der Papst­mes­se als Meß­die­ner ein­ge­setzt, was von Beob­ach­tern als unfreund­li­cher Akt und als Zwangs­ge­ste der deut­schen Orts­kir­che gegen­über dem Kir­chen­ober­haupt gewer­tet wur­de.

Ganz anders ent­schied nun Bischof Mar­ti­nez von San Luis. Er mach­te von sei­nem Recht als Orts­bi­schof Gebrauch, die Mög­lich­keit von Meß­die­ne­rin­nen aus­zu­schlie­ßen.

Das Bis­tum San Luis stellt in meh­rer­lei Hin­sicht eine Aus­nah­me dar. Von 1971–2001 war dort der Kapu­zi­ner und Kir­chen­recht­ler Juan Rodol­fo Lai­se Bischof. Msgr. Lai­se wur­de inter­na­tio­nal als Ver­tei­di­ger der knien­den Mund­kom­mu­ni­on bekannt. 1997 ver­öf­fent­lich­te er dazu ein Buch.

Bischof Lai­se, Nach­kom­me deut­scher Ein­wan­de­rer, ein beson­de­rer Ver­eh­rer sei­nes hei­li­gen Ordens­mit­bru­ders Pater Pio von Piet­rel­ci­na, zog sich nach sei­ner Eme­ri­tie­rung in den Kapu­zi­ner­kon­vent von San Gio­van­ni Roton­do in Ita­li­en zurück. Am Grab von Pater Pio war er bis zu sei­nem Tod am 22. Juli 2019 im Alter von 92 Jah­ren in meh­re­ren Spra­chen als Beicht­va­ter tätig. Mehr­mals mel­de­te er sich zur Ver­tei­di­gung des über­lie­fer­ten Ritus und gegen Bestre­bun­gen zur Inter­kom­mu­ni­on zu Wort.

Bischof Mar­ti­nez ver­weist in sei­nem Dekret aus­drück­lich auf sei­ne Amts­vor­gän­ger, Bischof Lai­se und Bischof Jor­ge Luis Lona (2001–2011), die sich „aus­drück­lich“ für die Bei­be­hal­tung von aus­schließ­lich männ­li­chen Meß­die­ner aus­ge­spro­chen hat­ten.

Pri­vat zele­brier­te Bischof Lai­se in San Gio­van­ni Roton­do täg­lich die hei­li­ge Mes­se im über­lie­fer­ten Ritus. Wegen der Wider­stän­de sei­ner ita­lie­ni­schen Ordens­mit­brü­der ver­zich­te­te er auf eine öffent­li­che Zele­bra­ti­on.

Als Bischof hat­te Msgr. Lai­se im Bis­tum San Luis die Hand­kom­mu­ni­on unter­sagt und allein die ehr­fürch­ti­ge Mund­kom­mu­ni­on erlaubt. Auf die­ser Linie erfolg­te durch sei­nen Nach­nach­fol­ger nun das Dekret mit dem Ver­bot von Mini­stran­tin­nen und der allei­ni­gen Zulas­sung von Mini­stran­ten zu sehen.

Der amtie­ren­de Bischof Mar­ti­nez wur­de 2009 von Papst Bene­dikt XVI. ernannt.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Dióce­sis de San Luis/Secretum meum mihi (Screen­shots)

15 Kommentare

  1. Aus mei­ner Pfarr­ge­mein­de ist Ande­res zu berich­ten. Immer wie­der erle­be ich es, dass gut­ge­bau­te, schon etwas älte­re weib­li­che Mini­stran­ten bei der Zele­bra­ti­on etwa einen Meter seit­lich hin­ter dem Pfar­rer ste­hen und eigent­lich schon wie Dia­ko­nin­nen agie­ren dür­fen. Sie neh­men die Gaben der jün­ge­ren Ministranten*innen ent­ge­gen und rei­chen sie an den Zele­bran­ten wei­ter. Außer­dem dür­fen sie noch einen wei­te­ren dia­ko­ni­schen Dienst ver­rich­ten: Wäh­rend sich der Pfar­rer auf dem Prie­ster­sitz nie­der­lässt und in sich geht, dür­fen die Mini­stran­tin­nen die Vasa Sacra puri­fi­zie­ren. Und das tun sie mit Eifer, mit vol­ler Hin­ga­be und sicher nicht ohne Stolz.

    Fazit: Geeig­net für den dia­ko­na­len Dienst.

  2. Sei­ner­zeit woll­te ein Pfar­rer in Ber­lin kei­ne weib­li­chen Mini­stran­ten. Er wur­de mas­siv von wohl­ha­ben­den Aka­de­mi­ker-Müt­tern von Mäd­chen unter Druck gesetzt. Die haben in ihrer aka­de­mi­schen Dumm­heit die Ideo­lo­gie des Femi­nis­mus in die Kir­che getra­gen.

  3. Als Ver­tre­tungs-Küster kann ich nur sagen, dass ohne Mini­stran­tin­nen öfters der Mini­strant allei­ne oder zu zweit sei­nen Dienst ver­rich­ten müss­te. Bei einer „nor­ma­len“ Mess­fei­er geht das; in einem Ster­be­amt mit anschlie­ßen­der Beer­di­gung ist das aber nicht mög­lich. Es wird immer schwie­ri­ger, Kin­der für die­sen Dienst zu begei­stern. Es liegt zum Teil auch an den Eltern, die ihre Kin­der auf reli­giö­sem Gebiet nicht unter­stüt­zen und die Kin­der haben auch so ihre Frei­zeit meist mit ande­ren Ter­mi­nen mehr als aus­ge­füllt. Ob es da gut ist, die Kin­der, die kom­men möch­ten, je nach dem vor den Kopf zu sto­ßen? Das oben erwähn­te puri­fi­zie­ren der Gefä­ße nach der Kom­mu­ni­on fin­de ich, gehört eh nicht in den Dienst der Mess­die­ner, egal, ob Jun­ge oder Mäd­chen.

    • 1. Wenn ich kei­nen Zucker mehr habe, dann neh­me ich doch nicht Salz (sieht auch weiss aus) für den Kuchen. Ja, dann ist es so, bei Kin­dern machen sich die lau­en Eltern schul­dig. Unser Kaplan fei­ert sei über 1/2 Jahr Sonn­tag Abend eine Hei­li­ge Mes­se im tra­di­tio­nel­len Ritus — er fei­ert sie mit 5–8 männ­li­chen ehr­fürch­ti­gen, got­tes­fürch­ti­gen Jugend­li­chen als Mini­stran­ten — Sonn­tag Abend!
      2. Ich sehe das so, dass man die Mäd­chen betrügt, denn in der Kir­che herrscht nicht der Femi­nis­mus, sie ist hier­ar­chisch nach dem Wil­len Chri­sti gebil­det. Einem ille­ga­len Mäd­chen am Alter in gro­ßer Nähe zum eucha­ri­sti­schen Herrn wird sug­ge­riert, dass es am Altar die­nen dür­fe, ihre „Beru­fung“ zum Altar­dienst (bis zur Prie­ster­wei­he) soll am Altar geweckt wer­den. Das ist Betrug! In der Schöp­fungs­ord­nung Got­tes gibt es Frau­en und Män­ner mit je mög­li­chen weib­li­chen (Kin­dern zu gebä­ren = leib­li­che Kin­der Gott her­an­zu­bil­den) oder männ­li­chen (zum Prie­ster geweiht zu wer­den = geist­li­che Kin­der Got­tes her­an­zu­bil­den) Beru­fun­gen — Got­tes Ord­nung ist wun­der­voll.
      Und was die Kom­mu­ni­on­hel­fer angeht (Männ­lein wie Weib­lein), die­se soll­ten sich ein­mal durch­le­sen, was in der Bibel über Esra´s Schick­sal geschrie­ben steht — er woll­te die Bun­des­la­de, die droh­te her­un­ter­zu­fal­len (sicher ein löb­li­ches Motiv, aber eben nicht Got­tes Wil­le), davor bewah­ren, indem er sie mit unge­weih­ten Hän­den anfass­te — er fiel tot um.

      • Lie­be Frau Czem­piel,
        in Bezug auf die Beru­fung der Frau nach Got­tes Plan, hal­te ich eini­ges für rich­tig, was Sie sagen, die Vor­stel­lung, Mäd­chen wür­den aus dem Mess­die­ner­amt zum Wun­sche kom­men, Prie­ste­rin zu wer­den ist aber mei­ner Ansicht nach falsch und auch nicht belegt.
        Wenn eine Mess­die­nerauus­bil­dung rich­tig läuft, dann wird die Bedeu­tung der Altar­ge­sche­he­nis­se auch rich­tig erklärt.
        Das war bei mir auch der Fall und das Wort Prie­ste­rin allei­ne hät­te bei mir als Kind tota­le Ableh­nung aus­ge­löst, weil es sich genau­so okkult anhört wie es auch ist.
        Es mag viel­leicht heu­te absicht­li­che Ver­su­che von entspr. inter­es­sier­ten Päd­ago­gen geben, so etwas her­bei­zu­füh­ren.
        Aber das Mini­stran­ten­amt ist an sich dafür gar nicht gut geeig­net und hier ganz schwer nutz­bar. Es ist näm­lich noch nicht ganz ent-dient wor­den, es ist den inter­es­sier­ten Krei­sen näm­lich zu „devot“.
        Die­se Leu­te sit­zen eher in Lit­ur­gie­ge­stal­ter­grüpp­chen, Pfarr­ge­mein­de­rä­ten und irgend­wel­chen ange­sag­ten Hel­fer-AGs und neh­men den zustän­di­gen Pfar­rern ganz syste­ma­tisch das Heft aus der Hand. Wenn der sich wehrt, wird er ganz schnell als Gleich­stel­lungs­geg­ner dif­fa­miert, wehrt er sich eigent­lich ungern aber oppor­tun nicht, dege­ne­riert er lang­sam zum Sta­ti­sten — und lei­det sicht­lich. Dar­un­ter gehen vie­le Pfar­rer kaputt, sie bei­ßen in die sau­ren Äpfel und wis­sen das auch.
        Ich habe schon Prie­ster aus alt­her­ge­brach­ten, eigent­lich sehr kon­ser­va­ti­ven Orden gese­hen, die am Altar stan­den, wäh­rend eine wort­ge­wand­te „Gemein­de­re­fe­ren­tin“ eine halb­ka­tho­li­sche Pre­digt hielt, in der sie zutref­fen­de Aus­le­gung mit Begrif­fen wie „Viel­falt“ ver­quick­te, was wirk­lich klas­si­sche Häre­sie ist.
        Aller­dings gibt es auch Pfar­rer, die ganz gezielt von der Unter­stüt­zung die­ser Clüp­chen“ für ihre eige­nen Inter­es­sen pro­fi­tie­ren wol­len. Es geht ihnen um Ehre, Macht, Kar­rie­re und Pen­si­on. Sie sind ganz eigen­mo­ti­vier­te Apfel­fres­ser. Die sinn­bild­li­che Ver­bin­dung zum Sün­den­fall ist absicht­lich.
        Damit haben nun wahr­lich am aller­we­nig­sten weder die männ­li­chen noch die weib­li­chen Mini­stran­ten etwas zu tun, noch gene­riert sich dar­aus die­ses Pro­blem.

    • „Es ist gut die Kin­der (die kom­men möch­ten) vor den Kopf zu sto­ßen“

      Was will ich mit mei­ner etwas pro­vo­ka­ti­ven Aus­sa­ge sagen ?
      Es ist nun mal so, dass das Lehr­amt nicht ohne Grund nur den Ein­satz von männ­li­chen Mini­stran­ten gestat­tet.
      Wenn zu weni­ge kom­men, dann liegt das Pro­blem sicher woan­ders als beim unter­schied­li­chen Geschlecht.
      Wenn es „zu weni­ge“ männ­li­che Mini­stran­ten gibt, dann ist dies vor allem dem Zeit­geist geschul­det, denn der will natür­lich am lieb­sten kei­ne männ­li­chen Mini­stran­ten mehr.
      Die­ser Zeit­geist ist aber nur die Fol­ge des all­ge­mei­nen Glau­bens­ab­falls (vor allem seit dem 2. Vat. Kon­zil !
      Das Pro­blem liegt also tie­fer.
      Genau­so wie bei Beru­fun­gen feh­len zum Bei­spiel auch die Gebe­te um genü­gend (männ­li­che) Mini­stran­ten.

      Dazu kommt noch der Unge­hor­sam der deut­schen Kir­chen­hi­rar­chie gegen­über Rom vor etwa 40 Jah­ren,
      weib­li­che Mini­stran­ten zuzu­las­sen.
      Ein Unge­hor­sam mit (eigent­lich abseh­ba­ren) unge­heu­er­li­chen Fol­gen, denn es ist mit den Aus­wir­kun­gen
      auf die Kir­che und das all­ge­mei­ne Glau­bens­le­ben noch lan­ge nicht vor­bei.
      Wir wer­den im Gefol­ge die­ses Unge­hor­sams hier noch ganz ande­re Din­ge erle­ben.

      Die dama­li­ge Ent­schei­dung der deut­schen Bischofs­kon­fe­renz (im Unge­hor­sam gegen Rom) weib­li­che Mini­stran­ten zuzu­las­sen, war qua­si eine ver­steck­te Auf­leh­nung gegen Gott und dar­auf liegt kein Segen.

      • Nein, es ist nicht dem Zeit­geist geschul­det in der Hin­sicht, dass die­ser am lieb­sten kei­ne männ­li­chen Mini­stran­ten mehr möch­te; ja, es ist dem all­ge­mei­nen Glau­bens­ab­fall geschul­det. Die Erst­kom­mu­ni­on­kin­der wer­den zum Mini­stran­ten­dienst ein­ge­la­den und es neh­men in immer mehr Gemein­den die Kin­der die Ein­la­dung nicht an, egal ob Jun­ge oder Mäd­chen.
        In einem Frau­en­klo­ster, in dem ich hin und wie­der die hei­li­ge Mes­se am frü­hen Mor­gen besu­che, sind auch kei­ne Mini­stran­ten. Da über­neh­men dann eini­ge Schwe­stern die­sen Dienst. Die­ses ist dann ja sicher auch zu unter­bin­den. Und zur Kom­mu­ni­on geht immer eine Schwe­ster mit Glöck­chen und die Haus­obe­rin dahin­ter mit dem Altarsa­kra­ment zu den pfle­ge­dürf­ti­gen Schwe­stern aufs Kran­ken­zim­mer. Dies ist ja dann wohl auch ein Fre­vel ohne Glei­chen; sie­he Esra.
        In der seel­sor­ger­li­chen Pra­xis vor dem Kon­zil scheint es aber auch nicht immer so christ­lich zuge­gan­gen zu sein, oder?
        Wenn man die Bio­gra­phie so man­cher Ordens­frau liest, so haben doch etli­che unter den Prie­stern gelit­ten. So die Grün­de­rin der Sazkot­te­ner Fran­zis­ka­ne­rin­nen Cla­ra Pfän­der, die Grün­de­rin der Lehr­schwe­stern vom hei­li­gen Kreuz Bern­har­da Heim­gart­ner und Mut­ter Rosa Flesch, die Stif­te­rin der Wald­breit­ba­cher Fran­zis­ka­ne­rin­nen. Ihr wur­de in der Zeit ihrer Krank­heit vom Rek­tor öfters der Emp­fang der hl. Kom­mu­ni­on ver­wehrt. Er ging von Zim­mer zu Zim­mer und vor Mut­ter Rosas Zim­mer hat er mit einer ein­deu­ti­gen Gebär­de aus­ge­drückt: Tür zu! Und die arme Frau lag dann schluch­zend in ihrem Bett. Und der gute Mann hat durch mehr­ma­li­ge Wahl­ma­ni­pu­la­tio­nen zu ver­hin­dern gewusst, das sie zur Gene­ral­obe­rin wie­der­ge­wählt wer­den konn­te. In der heu­ti­gen Kir­che liegt sehr vie­les im Argen, aber es war anschei­nend zu fast kei­ner Zeit anders. Die per­fek­te Kir­che hat es so wohl nie gege­ben.

  4. Zitat: „Aus die­sem Grund gibt es in der außer­or­dent­li­chen Form des Römi­schen Ritus auch heu­te kei­ne weib­li­chen Meß­die­ner.“

    … aaaha… die Triden­ti­ni­sche Mes­se ist also der „außer­or­dent­li­che Ritus“, die Novus-Ordo-Mes­se hin­ge­gen offen­bar der ordent­li­che… sehr inter­es­sant… Nach­ti­gall ick hör‘ dir trap­sen…
    Fra­ge: Wor­in liegt eigent­lich der gei­stig-spi­ri­tu­el­le Unter­schied zwi­schen Novus Ordo und Pach­a­ma­ma-Zir­kus? Ich frag‘ ja mal nur… Kon­zil ist schließ­lich Kon­zil…

    In Cri­sto per Mari­am. +

    Car­los­mi­guel

  5. Also jetzt reichts aber auch mal!
    Um es klar­zu­stel­len: ich bin nach Beschäf­ti­gung mit den Grün­den dafür, die theo­lo­gisch, heils­ge­schicht­lich und chri­sto­lo­gisch sehr tief­ge­hend sind, nicht für ein Prie­ster­amt für Frau­en. Ich bin in der Kir­che der Nach­kon­zi­lia­ri­tät auf­ge­wach­sen und erken­ne nach Jah­ren, was dort alles ver­lo­ren ging, wel­che Zie­le bestimm­te Krei­se hin­ter ihren Vor­ga­ben wirk­lich haben, die neue­ste Pein­lich­keit macht es ja auch deut­lich, näm­lich die Maria 2.0 Bewe­gung, die nicht nur Maria ver­dre­he­risch als fal­sches Eti­kett benutzt, son­dern auch noch die Miss­brauchs­op­fer katho­li­scher Prie­ster vor­gibt zu ver­tre­ten. Die­se wur­den aber gar nicht gefragt, ob sie sich von die­ser Grup­pie­rung ver­tre­ten sehen wol­len und sie wer­den es auch nicht, son­dern wer­den als Vor­täu­schen des Guten benutzt. Die wah­ren Absich­ten sind aber Macht, übri­gens in einem tota­len Miss­deu­ten und Umfor­men des Prie­ster­am­tes sel­ber. Die­se Frau­en wol­len nicht Gott und der Kir­che die­nen, nein sie wol­len das gesell­schaft­li­che Poli­ti­ker­amt, zu wel­chem es aller­dings auch gera­de die deut­schen Bischö­fe gemacht haben, beklei­den, also es mit sich her­um­tra­gen und Macht über ande­re aus­üben.
    Was Dia­ko­ne angeht kann ich aller­dings, inso­fern kei­ne Ver­kün­di­gung des Evan­ge­li­ums, kei­ne Wand­lung und kei­ne höch­sten Sakra­men­te vor­ge­nom­men wer­den, schon kei­ne Pro­ble­me erken­nen und wenn sie Mäd­chen, die Mini­stran­tin­nen sind oder auch waren, wie ich zum Bei­spiel, hier zu gro­ßen Sün­de­rin­nen stem­peln wol­len, dann sehen sie mal in sich hin­ein und fra­gen, was das für ein Pha­ri­sä­er­sta­chel ist, der Sie da treibt.
    Sol­che Din­ge kön­nen zu einem Kult der Dif­fa­mie wer­den und ich hof­fe, kein jun­ges Mäd­chen muss das hier erlei­den, trau­ma­tisch! Wer da noch meint, er die­ne damit der christ­li­chen Glau­bens­wahr­heit, und das ange­sichts der ja nun wirk­lich deut­lich schlim­me­ren Pro­ble­me eines gegen­wär­ti­gen, apo­ka­lyp­ti­schen Glau­bens­ab­falls wei­ter Krei­se der Kle­ri­ker und der gan­zen Gesell­schaft, der braucht offen­bar ein Opfer für sei­ne eige­ne inne­re Ver­zweif­lung, Wut oder Ohn­macht.
    Das las­sen Sie bit­te lie­ber mal sein. So funk­tio­niert näm­lich Unter­wer­fung gegen die Klei­nen.

  6. Aha, ich stem­pe­le also die Mini­stran­tin­nen zu gro­ßen Sün­de­rin­nen ab ?
    Kein Pro­blem, das tue ich hier­mit jetzt mit Ver­gnü­gen.

    Also: Alle Mäd­chen die Mini­stran­tin­nen sind , sind gro­ße Sün­der!
    Das muß ich jetzt sogar schrei­ben, damit Ihre Kri­tik end­lich auch berech­tigt ist.

    Noch ein­mal: Man soll­te immer sach­lich blei­ben.
    Das Lehr­amt sieht eben nur männ­li­che Mini­stran­ten vor (das kommt schon von der apo­sto­li­schen Tra­di­ti­on).
    Sie dür­fen da ger­ne mal einen Dog­ma­ti­ker befra­gen, obwohl es wahr­schein­lich kein Dog­ma ist.
    Es waren die deut­schen Bischö­fe wel­che sich in einem Akt des Unge­hor­sams gegen Rom vor etwa 40 Jah­ren dar­über hin­weg­ge­setzt haben — genau die­se Sache nahm in der deut­schen Kir­che ihren Anfang.
    Jeder Unge­hor­sam zieht aber lang­fri­stig einen Rat­ten­schwanz asn Pro­ble­men nach sich.
    Wer das nicht erken­nen will, bit­te­schön.

  7. Der Dienst von Mini­stran­tin­nen erscheint aus mei­ner Sicht inner­halb der Novus-Ordo-Mes­se als ange­mes­sen und wird in unse­rer Pfarr­ge­mein­de seit vie­len Jah­ren gut aus­ge­führt. Bei einer Mes­se im alten Ritus kann ich mir weib­li­che Mess­die­ner hin­ge­gen kaum vor­stel­len.

    • Erstens: Ich ver­su­che einen Moment lang, Ihre Dekla­ra­ti­on für voll zu neh­men. Sie bestä­ti­gen mir, frei­lich unge­wollt, daß das Gela­ber von „zwei For­men des einen Römi­schen Ritus“ eben tat­säch­lich nichts wei­ter ist als lee­res Gela­ber. Ent­we­der sind bei­de Riten ein Ritus, und somit iden­tisch – oder sie sind es eben nicht. Soll­ten aber bei­de For­men den einen Römi­schen Ritus bil­den – wie­so dann die schar­fe Tren­nung? Da dür­fen Frau­en mit­mi­schen, dort nicht. Das alles ergibt über­haupt kei­nen Sinn, führt nach Absur­di­stan und soll ledig­lich dazu die­nen, die Men­schen meschug­ge zu machen. Geor­ge Orwell läßt grü­ßen: Ein glas­kla­res Para­do­xon.
      Zwei­tens: Es ist völ­lig irrele­vant, was „aus Ihrer Sicht ange­mes­sen“ sei oder was Sie sich „kaum vor­stel­len kön­nen“ oder womög­lich halt nicht. „Sich­ten“ gibt es buch­stäb­lich 100‑e und „Vor­stel­lun­gen“ — mein lie­ber Herr Gesangs­ver­ein; kaum auf­zu­zäh­len… Mei­ne eige­ne „Sicht­wei­se“ — so ich denn über­haupt eine pfleg­te – wäre übri­gens genau­so irrele­vant. Nein, es geht um etwas völ­lig ande­res: Es geht um die Aner­kennt­nis von Wahr­heit und Fak­ten. Sie stel­len das Axi­om 1+1=2 ver­mut­lich ja auch nicht in Fra­ge – oder etwa doch?
      Sie und so vie­le ande­re erlie­gen dem grund­sätz­li­chen Irr­tum, Sie könn­ten die Hei­li­ge Kir­che Ihrer indi­vi­du­el­len Mei­nung, Ihren „Vor­stel­lun­gen“, Gril­len u.ä. unter­zie­hen, denn schließ­lich sei seit dem Kon­zil ja buch­stäb­lich alles rela­tiv. Sie und so vie­le ande­re Zeit­ge­nos­sen ver­wech­seln somit die Kir­che mit einem von Men­schen gemach­ten Ver­ein, einer von Men­schen gegrün­de­ten Par­tei oder einem Club – Kör­per­schaf­ten also, wo Sie gut und ger­ne per demo­kra­tisch erge­hen­der Mehr­heits-Akkla­ma­ti­on die Sta­tu­ten abän­dern kön­nen.
      Fal­scher Damp­fer, mein bester: Die Kir­che ist jeg­li­cher mensch­li­cher Bewer­tung ent­zo­gen und somit weder Objekt noch Sub­jekt irgend­je­man­des pri­va­ter „Sicht­wei­se“. Die Kir­che Ist – Sie ist A und Ω. Und sie ist dies des­we­gen, weil Unser Herr­gott Jesus Chri­stus sie exakt so ein­ge­setzt hat. Sie ist eine Grün­dung, eine Stif­tung gött­li­chen Rechts, und in die­ser Sei­ner Kir­che ist der Altar-Dienst von Frau­en, Pach­a­ma­mas oder Vesta­lin­nen fak­tisch nun ein­mal nicht vor­ge­se­hen. War­um? Weil Sein Wil­le so ist. Basta. Anstatt des flap­si­gen „Basta!“ hät­te ich auch „Amen!“ schrei­ben kön­nen, als Aus­druck des Ver­spre­chens, wel­ches jeder Firm­ling sei­nem Firm-Bischof gibt: Künf­tig Strei­ter für Unse­ren Herr­gott Jesus Chri­stus zu sein – in aller gebo­te­nen Demut.
      Sein Wil­le ist gesche­hen, und Er gesche­he auch wei­ter­hin. Wer sich jetzt par­tout immer noch nicht bereit fin­den will, das auch akku­rat und ein für alle Male zu kapie­ren, der soll­te ernst­haft erwä­gen, noch ein­mal ein paar Stun­den Nach­sit­zen auf der loka­len Baum­schu­le zu buchen.Womöglich klappt‘s ja dann.

      In Cri­sto per Mari­am. +

      Car­los­mi­guel

  8. Anders als bei der Hand­kom­mu­ni­on hat der Bischof hier das gel­ten­de Kir­chen­recht nicht auf sei­ner Sei­te. Seit 1994 bereits nicht mehr.

    • Das mag stim­men, aber ist das heu­ti­ge Kir­chen­recht nicht auch ein „Kind“ des 2. Vati­ka­nums ?
      Ich erin­ne­re noch ein­mal, dass die deut­schen Bischö­fe vor ca. 40 Jah­ren im Unge­hor­sam gegen Rom in Deutsch­lands Diö­ze­sen Mini­stran­tin­nen zuge­las­sen haben. Und das ohne Not!
      Hier könn­te man auch sagen, dass spä­ter das heu­te gül­ti­ge Kir­chen­recht „ange­passt“ wur­de.

      Und wie­der ein klei­nes Mosa­ik­stein­chen — gut mei­ne Mei­nung.

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