Nachfolger von Kardinal Baldisseri steht fest

Loyalität wird unter Franziskus belohnt



Ppast Franziskus mit Bischof Mario Grech.
Ppast Franziskus mit Bischof Mario Grech.

(Rom) Papst Franziskus setzt die „Zementierung“ der Amazonassynode fort. Am 2. Oktober gab das vatikanische Presseamt eine weitere Ernennung bekannt, mit der eine einseitige Besetzung der Synodenämter bestätigt wird.

In der knappen Mitteilung des vatikanischen Tagesbulletins heißt es:

„Der Heilige Vater hat als Pro-Generalsekretär der Bischofssynode S.Ex. Msgr. Mario Grech, derzeit Bischof von Gozo (Malta) ernannt.“

Die Bekanntgabe bedeutet zugleich die faktische Ankündigung, daß Bischof Grech der Nachfolger von Kardinal Lorenzo Baldisseri als Generalsekretär der Bischofssynode wird. Der Wechsel erfolgt, sobald Franziskus Baldisseris altersbedingtes Rücktrittsgesuch annimmt. Folgt man den römischen Gerüchten, soll die Rocharde unmittelbar bevorstehen.

Bischof Grech ist neben Erzbischof Charles Scicluna der einzige Bischof von Malta, der kleinen Inselrepublik im Mittelmeer. Erzbischof Scicluna und Bischof Grech waren die ersten Bischöfe, die Richtlinien zum umstrittenen nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia herausgaben, mit denen sie die Zulassung von Ehebruch und Zweitehe und anderer irregulärer Verbindungen faktisch billigten.

Das Lob der „einzig möglichen“ Interpretation sprach Franziskus zwar den Bischöfen seiner einstigen Kirchenprovinz Buenos Aires aus, doch chronologisch legten die maltesischen Bischöfe eine noch devotere Anhänglichkeit gegenüber dem derzeitigen Papst unter Beweis.

Solche eilfertige Loyalität wird unter dem derzeitigen Pontifikat reich belohnt: Erzbischof Scicluna wurde als beigeordneten Sekretär – unter Beibehaltung seines Erzbischofsstuhls – an die römische Glaubenskongregation berufen. Bischof Grech wird als Nachfolger von Kardinal Baldisseri, einem der engsten Vertrauten von Papst Franziskus, zum neuen Generalsekretär der Bischofssynode samt Aussicht auf die Kardinalswürde.

Da die Bischofssynode und die „Synodalität“ ein zentrales Instrument des derzeitigen Pontifikats ist, stellt die Ernennung auf einen solchen Posten einen ganz besonderen Vertrauensbeweis dar.

Bischof Grech wurde im Zusammenhang mit der schnellen Umsetzung von Amoris laetitia auch noch wegen einer irritierenden Episode bekannt. Als er und Erzbischof Scicluna am 6. Januar 2017 die Personen in irregulären Verbindungen „barmherzig“ zum Kommunionempfang einluden, wurden ihre „Richtlinien“ als Laetitia melitensis bezeichnet. Wenige Tage später wurde etwas gar nicht freudiges bekannt.

Es wurde bekannt, daß Bischof Grech den Priestern seiner Diözese die Suspendierung a divinis androhte, sollten sie wiederverheirateten Geschiedenen die Heilige Kommunion verweigern. Bischof Grech ließ entsprechende Medienberichte entschieden als „absolut falsch“ dementieren.

Die Vereinigung Veri Catholici kritisierte jedenfalls das Vorgehen der beiden maltesischen Bischöfe in einem Offenen Brief:

„Sie haben es erlaubt, daß Unser Herr nochmals gefoltert und gekreuzigt wird.“

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Vatican.va (Screenshot)

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