Der Unterschied zwischen der liberalen und der christlichen Freiheit

Viktor Orbáns richtungsweisende Rede

Richtungsweisende Rede von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban vor dem Kongreß der Christlichen Akademiker im Országház, dem „Landeshaus“ in Budapest, wie der Sitz des ungarischen Parlaments genannt wird.
Richtungsweisende Rede von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban vor dem Kongreß der Christlichen Akademiker im Országház, dem „Landeshaus“ in Budapest, wie der Sitz des ungarischen Parlaments genannt wird.

Kom­men­tiert von End­re A. Bár­d­os­sy

Vik­tor Orbán, der Mini­ster­prä­si­dent sei­nes Lan­des, hielt am 14. Sep­tem­ber 2019 in Buda­pest eine kur­ze, aber hoch­ka­rä­ti­ge Rede. In Anwe­sen­heit des Kar­di­nals sowie meh­re­rer Bischö­fe und ande­rer Pro­mi­nenz sprach er am XII. Kon­greß der Unga­ri­schen Aka­de­mi­ker über die Über­win­dung der kom­mu­ni­sti­schen Dik­ta­tur und die Errin­gung der Frei­heit. Dabei beton­te er vor allem den Unter­schied zwi­schen der libe­ra­len und der christ­li­chen Frei­heit. Der Anspra­che kommt zwei­fel­los ein histo­ri­sches Gewicht in Ost­eu­ro­pa für die neu auf­kei­men­de Christ­li­che Demo­kra­tie zu.

Für die Ver­öf­fent­li­chung die­ser groß­ar­ti­gen Rede aus dem unbe­kann­ten, fer­nen, mitt­le­ren Osten Euro­pas stan­den mir das unga­ri­sche [a] Ori­gi­nal der Anspra­che und eine deut­sche [b] Über­set­zung aus dem Unga­ri­schen zur Ver­fü­gung.

Da die deut­sche Über­tra­gung zwar durch­wegs rich­tig, aber ein wenig holp­rig ist, habe ich sie im Ein­ver­neh­men mit dem Ori­gi­nal an eini­gen weni­gen Stel­len behut­sam for­ma­tiert und mit wenig Auf­wand poliert. Selbstverständ­lich nur sprach­lich, ohne den Inhalt des vor­treff­li­chen Tex­tes anzu­ta­sten, der nicht nur für Ungarn einen histo­ri­schen Mei­len­stein bedeu­tet. Orbáns Kon­zept und bewun­derns­wer­te Dau­er­er­fol­ge erwecken auch für die arm­se­li­ge Par­tei­land­schaft und ins­be­son­de­re für die aus­ge­stor­be­ne Christ­de­mo­kra­tie der ÖVP (aber auch der CDU/CSU und des Westens über­haupt) neue, rich­tungs­wei­sen­de Impul­se.

Der Ein­schub mei­ner lan­gen Erläu­te­run­gen muß frei­lich ent­schul­digt wer­den, da sie uner­läß­lich sind. Das geist­rei­che, von Orbán vor­treff­lich zitier­te (in Ungarn all­ge­mein ver­ständ­li­che) Bon­mot sei­nes seli­gen Vor­gän­gers, J. Ant­all, kann anson­sten nicht ver­stan­den wer­den. Die selt­sa­me unga­ri­sche Verb­form „Bit­te­schön, hät­ten Sie lie­ber…“ [=Tets­zet­tek vol­na…] ist eine Aus­drucks­wei­se aus der nai­ven, kind­li­chen Spra­che, deren Witz gera­de dar­in besteht, daß der Geg­ner damit über­aus kin­disch-wohl­wol­lend, mit beson­de­rer Reve­renz behan­delt wird.

Józ­sef Ant­all (*1932, 1990–1993), der erste frei gewähl­te Mini­ster­prä­si­dent nach dem ersten – libe­ra­len – System­wan­del (1989), muß­te von Anfang an nicht nur die Kri­tik der Oppo­si­ti­on ertra­gen, son­dern er war auch bald mit den Grün­dungs­vä­tern des Unga­ri­schen Demo­kra­ti­schen Forums (MDF) in Kon­flikt gera­ten. Sie zogen ihn zur Rechen­schaft, da ihnen der Umbruch nicht radi­kal genug war. Mit aller Küh­le, aber mit über­höf­li­cher Iro­nie eines Real­po­li­ti­kers ent­geg­ne­te ihnen der ver­dienst­vol­le Mini­ster­prä­si­dent, der bereit war, sei­nem Land bis zur Bah­re zu die­nen und zu früh von uns gegan­gen ist:

Bit­te­schön, hät­ten Sie lie­ber… Revo­lu­ti­on gemacht!
[=Tets­zet­tek vol­na for­ra­dal­mat csinál­ni!]

Damit woll­te Ant­all sagen, daß Radi­ka­lis­mus in Poli­tik und Wirt­schaft nur auf revo­lu­tio­nä­rem Wege mög­lich, aber zugleich mit hohen Kosten und Opfern ver­bun­den sei. Bei­spiel­haft ist die fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on dafür, daß man Demo­kra­tie mit dik­ta­to­ri­schen Mit­teln nicht erschaf­fen kann. Er unter­strich, daß Ungarn bereits ein demo­kra­ti­scher Rechts­staat sei, wo die Regie­rung nicht belie­big schal­ten und wal­ten kön­ne, da ver­fas­sungs­wid­ri­ge Akte vom Staats­prä­si­den­ten oder vom Ver­fas­sungs­ge­richts­hof unfehl­bar abge­wie­sen wür­den.

Die­ser berühm­te Satz ist nach dem zwei­ten, über­wäl­ti­gen­den – christ­li­chen – System­wan­del durch die sieg­rei­che Par­tei Orbáns (FIDESZ 2010) zur lan­des­wei­ten Erhei­te­rung an die Adres­se der in blin­der Wut ver­fal­len­den, links­li­be­ra­len Wahl­ver­lie­rer ergan­gen:

Bit­te­schön, hät­ten Sie lie­ber… die Wahl gewon­nen!
[=Tets­zet­tek vol­na válasz­tást nyerni!]

Wortlaut von Viktor Orbáns Rede
am XII. Kongreß der Christlichen Akademiker

(Keresztény Értelmiségiek Szövetsége, KÉSZ)

Drei­ßig Jah­re (1989–2019) sind eine lan­ge Zeit, wir haben sie gemein­sam durch­ge­macht. Ja, wir haben sie gemein­sam durch­ge­kämpft, gemein­sam und zusam­men. Wenn auch mit Dis­kus­sio­nen, so ver­bin­det uns mit Ihnen Schul­ter an Schul­ter Waf­fen­brü­der­schaft und Kame­rad­schaft. Ich dan­ke Ihnen für die­se drei­ßig Jah­re, es war gut, mit Ihnen gemein­sam zu kämp­fen. Drei­ßig Jah­re, mei­ne sehr geehr­ten Damen und Her­ren, sind ein guter Anlaß zum Resü­mie­ren. Die mir zuge­bil­lig­ten mage­ren zehn Minu­ten rei­chen dazu nicht aus. Die­se drei­ßig Jah­re ver­die­nen mehr, viel mehr: Kon­fe­ren­zen, Ana­ly­sen, gemein­sa­mes Nach­den­ken, meh­re­re Bän­de umfas­sen­de Gedan­ken und Mei­nun­gen. Was ich heu­te hier geben kann, wenn auch nicht in zehn, so doch in fünf­zehn Minu­ten, das sind nur eini­ge Gedan­ken, ein Ent­wurf, eine Skiz­ze, wenn man will: Grund­li­ni­en, doch hof­fe ich, daß dies für Sie nicht unin­ter­es­sant sein wird. Drei­ßig Jah­re mit den Augen eines Ihrer Mit­strei­ter.

Heu­te ist es schon deut­lich erkenn­bar, daß in Ungarn ein neu­es und tat­säch­li­ches staats- und poli­tik­theo­re­ti­sches Modell ent­stan­den ist. Wir haben einen eigen­tüm­li­chen christ­lich-demo­kra­ti­schen Staat geschaf­fen. Es ist auch deut­lich zu sehen, daß wir hier­her in zwei gro­ßen Schrit­ten gelangt sind. Dazu war ein zwei­ma­li­ger System­wech­sel not­wen­dig. Der erste System­wech­sel hat 1990 die sowje­ti­sche Welt been­det, ich könn­te auch sagen: Sowjets raus, Kom­mu­ni­sten nie­der, Frei­heit hoch. Das war der erste, – wenn man es so will – der libe­ra­le System­wech­sel, das Frei­wer­den, die Befrei­ung von der Unter­drückung: Das Zeit­al­ter der Frei­heit von etwas, von der Besat­zung und von der Dik­ta­tur. Das hat­te natür­lich eine libe­ra­le Demo­kra­tie zum Ergeb­nis, in deren Mit­tel­punkt die libe­ra­le Frei­heit, die „Frei­heit von…“ etwas stand.

Es gab schon damals Men­schen, die bereits erkannt, gewußt und gesagt hat­ten, Sie frü­her, ich spä­ter, daß dies so nicht gut sein wird – genau­er for­mu­liert: Das wird nicht genug sein. Es wird nicht aus­rei­chen zu sagen, wovon wir frei sein wol­len. Man muß auch die Ant­wort auf die Fra­ge fin­den, wofür wir frei sein wol­len. Wozu wol­len wir unse­re Frei­heit nut­zen? Zur Errich­tung wel­cher Welt wol­len wir unse­re poli­ti­sche und öffent­lich-recht­li­che Frei­heit nut­zen? Damals muß­te hier­zu und aus die­sem Grun­de der zwei­te System­wech­sel im Jah­re 2010 gesche­hen. Um mich an die Wor­te des Herrn Kar­di­nals anzu­schlie­ßen und die Erin­ne­rung an Józ­sef Ant­all zu beschwö­ren: Wir haben getan, wozu er gera­ten hat­te. 1990 sag­te er das beflü­gel­te Wort: „Bit­te­schön, hät­ten Sie lie­ber Revo­lu­ti­on gemacht!

Ja, 2010 haben wir also eine Revo­lu­ti­on an der Wahl­ur­ne gemacht, eine kon­sti­tu­tio­nel­le mit Zwei­drit­tel­mehr­heit. Die Rich­tung des zwei­ten System­wech­sels deu­tet nicht zurück, biegt nicht nach hin­ten, es han­delt sich nicht um einen System-Rück­wech­sel. Die Rich­tung des zwei­ten System­wech­sels zeigt nach vor­ne, gibt etwas zum ersten hin­zu, kor­ri­giert und erwei­tert den ersten, ja gibt ihm einen Sinn, gibt dem ersten System­wech­sel sei­nen Sinn. Wie nen­nen wir die­sen zwei­ten System­wech­sel?

Das hat sich noch nicht ent­schie­den, bezie­hungs­wei­se man sagt alles Mög­li­che, und der all­ge­mei­ne Kon­sens hat sich noch nicht fest­ge­setzt. Wir kön­nen es auch einen natio­na­len System­wech­sel nen­nen, doch wäre es auch nicht unbe­rech­tigt, ihn als einen christ­li­chen System­wan­del zu bezeich­nen. Im Mit­tel­punkt der Christ­de­mo­kra­tie steht die christ­li­che Frei­heit. Das Kon­zept des christ­lich-demo­kra­ti­schen Staa­tes, sei­ne Pfei­ler und sei­nen Rah­men sind im Grund­ge­setz nie­der­ge­legt, das zu Ostern 2011 in der Oster­ver­fas­sung ange­nom­men wor­den ist.

Viel­leicht habe ich noch Zeit, um kurz über den Unter­schied zwi­schen der libe­ra­len und der christ­li­chen Frei­heit zu spre­chen, so wie er aus dem Ses­sel des Mini­ster­prä­si­den­ten erscheint:

  • Die libe­ra­le Frei­heit lehrt, alles sei zuläs­sig, was nicht die Frei­heit des ande­ren ver­letzt.
  • Die christ­li­che Frei­heit lehrt: Das, was du nicht willst, was man dir zufü­ge oder mit dir mache, das füge auch du nicht ande­ren zu, und auch im posi­ti­ven Sin­ne.
  • Die libe­ra­le Frei­heit bedeu­tet, die Gesell­schaft sei ein Agglo­me­rat mit­ein­an­der im Wett­be­werb ste­hen­der Indi­vi­du­en, die nur durch den Markt, das wirt­schaft­li­che Eigen­in­ter­es­se und die Rechts­vor­schrif­ten zusammen­gehalten wer­den.
  • Nach der christ­li­chen Leh­re der Frei­heit ist die Welt aber in Natio­nen ein­ge­teilt wor­den. Die Nati­on ist eine kul­tu­rell und histo­risch bestimm­te Gemein­schaft der Indi­vi­du­en, eine orga­ni­sier­te Gemein­schaft, deren Mit­glie­der man schüt­zen und dar­auf vor­be­rei­ten muß, gemein­sam in der Welt zu bestehen. In Wirk­lich­keit ver­bin­det sie dies zu einer Gesell­schaft, einer Gemein­schaft.
  • Der Kanon der libe­ra­len Frei­heit erach­tet die intel­lek­tu­el­le Lei­stung, ist das pro­duk­ti­ve oder unpro­duk­ti­ve Leben eine Pri­vat­an­ge­le­gen­heit, kann der mora­li­schen Beur­tei­lung durch die Gemein­schaft nicht unter­steht und unter die Gegen­stän­de der Poli­tik auch nicht mit­ein­be­zo­gen wer­den.
  • Nach der Auf­fas­sung der christ­li­chen Frei­heit ver­dient jene indi­vi­du­el­le Lei­stung eine Aner­ken­nung, wenn sie auch dem Wohl der Gemein­schaft dient: So die Arbeit und das Sor­gen für sich selbst und, die Fähig­keit zur Schaf­fung einer eige­nen Exi­stenz, das Ler­nen und eine gesun­de Lebens­wei­se, das Zah­len der Steu­ern, die Fami­li­en­grün­dung und das Erzie­hen von Kin­dern, die Fähig­keit, sich in den Ange­le­gen­hei­ten der Nati­on zurecht zu fin­den, Teil­nah­me an der Selbst­re­fle­xi­on der Nati­on. Die christ­li­che Frei­heit erach­tet die­se Lei­stung mora­lisch als für wert­vol­ler, sie aner­kennt und unter­stützt sie.
  • Nach der Leh­re der libe­ra­len Frei­heit müs­sen die libe­ra­len Demo­kra­tien schließ­lich mit­ein­an­der ver­schmel­zen, sie müs­sen im Zei­chen des libe­ra­len Inter­na­tio­na­lis­mus eine Welt­re­gie­rung, eine glo­ba­le Regie­rung erschaf­fen. Laut die­ser libe­ra­len Auf­fas­sung wäre die Euro­päi­sche Uni­on der euro­päi­sche Grund­pfei­ler die­ser neu­en Welt­re­gie­rung ver­bun­den mit den Clinton-Soros’schen Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Das wäre ein aus­schließ­lich vom nüch­ter­nen Ver­stand auf­ge­bau­ter libe­ra­ler Impe­ria­lis­mus, auf den bereits Imma­nu­el Kant gefäl­ligst unser Augen­merk rich­ten woll­te. Sie kön­nen deut­lich sehen, das ist eine alte Geschich­te.
  • Laut der Leh­re der christ­li­chen Frei­heit sind die Natio­nen eben­so frei und sou­ve­rän wie die Indi­vi­du­en, man kann sie nicht unter die Geset­ze einer glo­ba­len Regie­rung zwin­gen. Die gro­ßen Impe­ri­en unter­drücken notwendiger­weise die Natio­nen, des­halb sind sie nach den christ­li­chen Maß­stä­ben gefähr­lich, und auch nicht wün­schens­wert.

Heu­te herrscht in unse­rem Leben noch der libe­ra­le Zeit­geist. Der libe­ra­le Zeit­geist hat auch die Hege­mo­nie des Westens über die Welt im 19. und 20. Jahr­hun­dert erschaf­fen. Jetzt begin­nen aber ande­re Win­de zu wehen. Die­se Welt­ord­nung ist erschüt­tert, es voll­zieht sich eine geo­po­li­ti­sche und stra­te­gi­sche Umord­nung. Hin­zu kommt noch, daß wir auch Teil einer tech­no­lo­gi­schen Revo­lu­ti­on sind, und so etwas hat es noch nicht gege­ben. Revo­lu­ti­on im Inter­net, auf dem Gebiet der sozia­len Medi­en und der künst­li­chen Intel­li­genz. Wie das der Prä­si­dent der Fran­zo­sen in den ver­gan­ge­nen Tagen sag­te:

„Die tech­no­lo­gi­sche Revo­lu­ti­on führt zu einem wirt­schaft­li­chen und anthro­po­lo­gi­schen Gleich­ge­wichts­ver­lust. Eine tief­grei­fen­de anthro­po­lo­gi­sche Wen­de voll­zieht sich in Euro­pa und viel­leicht auch außer­halb des­sen. Die sich in der Welt der Vor­stel­lung, der Gewalt und des Has­ses voll­zie­hen­den Ver­än­de­run­gen füh­ren zur Ver­wil­de­rung der Welt.“

Das sagt der Prä­si­dent, und ich glau­be, er hat Recht. Die euro­päi­sche Zivi­li­sa­ti­on steht tat­säch­lich vor einer ent­scheidenden Ver­än­de­rung. Die auf der libe­ra­len Frei­heit auf­ge­bau­ten Demo­kra­tien sind nicht mehr in der Lage, Euro­pa eine Sen­dung, einen Sinn zu geben, sie kön­nen nicht sagen, was der tie­fe­re Sinn der Exi­stenz Euro­pas sein soll. Was kann Euro­pa ver­tre­ten? Was gin­ge für die Welt mit dem Unter­gang Euro­pas ver­lo­ren? Wor­in bestün­de denn der euro­päi­sche Zivi­li­sa­ti­ons­plan? Die Ant­wort von Christ­de­mo­kra­ten, wie wir es sind, auf die­se neue Situa­ti­on lau­tet: Euro­pa besitzt eine kla­re zivi­li­sa­to­ri­sche Mis­si­on. Euro­pas Sen­dung ist es, die christ­li­che Frei­heit und jene Lebens­form zu erschaf­fen, immer wie­der zu errich­ten, die auf die­se christ­li­che Frei­heit auf­baut. Die libe­ra­len Demo­kra­tien sind ihrer Mis­si­on ver­lu­stig gewor­den. Im Gegen­satz zu ihnen äußert sich heu­te in Mit­tel­eu­ro­pa eine kul­tu­rel­le und zivi­li­sa­to­ri­sche Lebens­kraft, die offen­sicht­lich dem Chri­sten­tum ent­springt. All das wird immer deut­li­cher sicht­bar, viel­leicht ist es sehr kom­plex, doch es wird immer deut­li­cher. Bis­her haben wir in Mit­tel­eu­ro­pa die Angrif­fe der die christ­li­che Frei­heit bedro­hen­den, die christ­li­che Kul­tur Euro­pas auf­ge­ben wol­len­den Libe­ra­len erfolg­reich abweh­ren kön­nen. Auch die die christ­li­che Frei­heit von außen bedro­hen­de Migra­ti­on, gelang es uns bis­her in Mit­tel­eu­ro­pa zu brem­sen. Das ist eine weit bekann­te Tat­sa­che. Bei man­chen löst dies Zorn, bei ande­ren Aner­ken­nung aus, und es gibt auch sol­che, für die dies als Ermun­te­rung und Inspi­ra­ti­on dient. Sei­en wir nicht ban­ge, es aus­zu­spre­chen, denn es sieht ja schon ein jeder: Ungarn ist die Stadt, die auf einem Ber­ge liegt, und es ist all­ge­mein bekannt, daß die­se nicht ver­bor­gen blei­ben kann (Mat­thä­us 5,14). Wir soll­ten zu die­ser Mis­si­on empor­wach­sen, schaf­fen wir uns das wah­re, tie­fe sowie höher­wer­ti­ge Leben, das wir auf das Ide­al der christ­li­chen Frei­heit auf­bau­en kön­nen, und zei­gen wir es der Welt, wie es beschaf­fen ist. Viel­leicht wird dies zu einem Ret­tungs­ring, nach dem das ver­stör­te, sei­ne Ori­en­tie­rung ver­lo­re­ne und durch ver­häng­nis­vol­le Pro­ble­me gemar­ter­te Euro­pa sei­ne Hän­de aus­strecken wird. Viel­leicht wer­den auch sie die Schön­heit des­sen erken­nen, wenn die Arbeit des Men­schen zugleich sei­nen Inter­es­sen, dem Wohl der Hei­mat und dem Ruhm Got­tes dient.

Bild: keesz.hu (Screen­shot)

1 Kommentar

  1. Vie­len Dank Herrn Pro­fes­sor Bár­d­os­sy für die Bereit­stel­lung die­ser Rede in deut­scher Spra­che! Sie wäre im deut­schen Sprach­raum ver­mut­lich sonst gar nicht bekannt gewor­den.

    Ich erin­ne­re mich übri­gens an Mini­ster­prä­si­den­ten Józ­sef Ant­all s. A. von einer hl. Mes­se und Pro­zes­si­on mit der Reli­quie von König Ste­phan, der rech­ten Hand („szent jobb“), im August 1990 (ich glau­be, der Mon­tag, der 20.08., ein Fei­er­tag in Ungarn, nach neu­em Kalen­der der Gedenk­tag des hl. Ste­phan), vor der St. Ste­phans — Basi­li­ka (heu­te Kathe­dra­le). Staats­prä­si­dent Árpád Gön­cz und son­sti­ge Pro­mi­nenz war eben­falls anwe­send, dazu eine rie­si­ge Men­schen­men­ge auf dem gro­ßen Kir­chen­vor­platz.

    Ant­all war, wie man hören kann, ein lau­te­rer Cha­rak­ter. Möge das Beste sei­nes Erbes segens­reich für Ungarn nach­wir­ken.

    Isten, áldd meg a magyart.

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