Ex-Kardinal McCarrick lebt nun in einem Kapuzinerkloster

McCarrick
Theodore McCarrick

(Rom) Ex-Kardinal McCarrick, der im Mittelpunkt eines Mißbrauchsskandals in der katholischen Kirche steht, lebt nun in einem Kapuzinerkloster im Staat Kansas. Dies gab das Erzbistum Washington bekannt.

Theodore McCarrick war Erzbischof von Washington und zuvor Erzbischof von Newark. Ihm wird vorgeworfen, jahrzehntelang ein homosexuelles Doppelleben geführt und homosexuellen Beziehungen zu Untergebenen und Seminaristen unterhalten zu haben.

Am 26. August enthüllte der ehemalige Apostolische Nuntius in den USA, Msgr. Carlo Maria Viganò, daß Papst Benedikt XVI., als er Kenntnis von den Vorfällen erhielt, am Ende seiner Amtszeit Sanktionen gegen McCarrick verhängte. Offenbar wurde diese durch den Rücktritt des Papstes aber nie wirklich umgesetzt. Papst Franziskus rehabilitierte vielmehr den Kardinal und machte ihn, so der Vatikandiplomat, zu einem seiner engsten Vertrauten.

Erst als die New York Times im Juli in zwei Artikeln das Doppelleben des Kardinals enthüllte, verlor der Papst-Vertraute, offiziell auf eigenen Wunsch, die Kardinalswürde. Der ehemalige Apostolische Nuntius in Washington wirft Papst Franziskus Vertuschung vor und das „perverse und diabolische“ Verhalten des Kardinals gedeckt zu haben, und fordert daher den Rücktritt von Franziskus.

In einer Presseerklärung des Erzbistums Washington wurde nun mitgeteilt, daß der inzwischen 88 Jahre alte McCarrick „mit der Erlaubnis des Provinzoberen, Christopher Popravak, der für das Kloster verantwortlichen Franziskanergemeinschaft und des Bischofs von Salina, Gerald Vincke, im Kloster St. Fidelis in Victoria im Staat Kansas lebt“.

„Aus Rücksicht auf den Frieden der Gemeinschaft des St. Fidelis-Kosters wird ersucht, die Privatsphäre dieser Vereinbarung zu respektieren.“

Die Übersiedlung in das Kloster wurde notwendig, nachdem Papst Franziskus Ende Juli McCarrick jede öffentliche Ausübung seines Amtes untersagte. Zugleich verhängte er Hausarrest gegen ihn an einem ihm zuzuweisenden Ort.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Erzbistum Washington (Screenshot)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*