Homophiler Jesuit beim Weltfamilientreffen












Weltfamilientreffen
P. James Martin wirbt beim Weltfamilientreffen in Dublin nicht für die Bekehrung der Sünder, sondern die Anerkennung der Sünde.

(Rom) Der US-Jesuit James Martin ist ein international bekannter Mann. Grund dafür ist seine Haltung zur Homosexualität. Er will, daß die Homosexualität von der Kirche anerkennt wird. AFP, eine der Big Three der globalen Nachrichtenagenturen widmete seinem Auftritt beim Weltfamilientreffen in Dublin einen ausführlichen Bericht.

Agence France Press gehört zu den drei großen, internationalen Presseagenturen. Was die Big Three über den Nachrichtenticker jagen, darüber redet die Welt, besonders die westliche.

Die katholische Kirche lehrt unter Berufung auf die Heilige Schrift und die Tradition, daß Homosexualität zu den zum Himmel nach Rache schreienden Sünden zählt. Anders ausgedrückt: Es handelt sich nach kirchlichem Verständnis um eine schwere Sünde, eine todbringende Sünde. Gemeint ist der seelische Tod, der den Sünder um das ewige Leben bringt.

Diese Tatsache zeigt auf, um welche Dimension es bei der Operation geht, die sich P. James Martin SJ zum Ziel gesetzt hat. Und alle Seiten wissen, worum es geht, wofür also P. Martin steht. Das gilt auch für den Vatikan.

Von Papst Franziskus eingeladen

Papst Franziskus ernannte den Jesuiten zum Consultor des neuerrichteten Kommunikationsdikasteriums (vormals Kommunikationssekretariat). Das ebenfalls von Franziskus neugeschaffene Dikasterium für Laien, Familie und Leben sorgte dafür, daß James Martin mit seinem LGBT-Programm nun beim Weltfamilientreffen in Dublin dabei sein kann, das in dieser Woche dort stattfindet. „Ausgerechnet“ beim Weltfamilientreffen und „ausgerechnet“ durch das Familiendikasterium, raunen andere katholische Kreise, soll Homosexualität in der Kirche salonfähig gemacht werden. „Da läuft etwas schief“, sagen gleich mehrere höhere und hohe Prälaten in Rom. Manche mit resignierendem Unterton oder achselzuckend, indem sie nur den Namen von Papst Franziskus aussprechen nach dem Motto: Ein Name, ein Programm.

AFP trägt das Novum des homophilen Jesuiten, der „ausgerechnet“ beim Weltfamilientreffen für Homosexualität wirbt, in die Welt hinaus. Damit ist erreicht, was die Initiatoren erreichen wollten. Der Welt soll eine Haltungsänderung der Kirche zum Thema Homosexualität signalisiert werden.

AFP sagt es daher noch deutlicher und wohl auch noch eine Spur wahrheitsgetreuer als bisher bekannt:

„Der US-Jesuit James Martin, von Papst Franziskus nach Dublin eingeladen, schlägt vor, die Homosexuellen noch besser im Schoß der Kirche anzunehmen. Eine Idee, die von traditionalistischen Katholiken bekämpft wird.“

Die Fronten sind damit abgesteckt. Papst Franziskus persönlich, so AFP, wollte James Martin beim Weltfamilientreffen in Dublin haben. Papst Franziskus ist für eine neue Haltung gegenüber Homosexuellen, während die Traditionalisten dagegen sind. Verschleiert wird in dem offenherzigen Beitrag aber, daß es nicht um eine bessere Akzeptanz von Menschen mit homosexuellen Neigungen geht, sondern um die Anerkennung der Homosexualität, die aus dem Sündenkatalog gestrichen werden soll. Nicht der Sünder soll angenommen werden, sondern die Sünde. Der Unterschied ist enorm. Mit der Annahme der Sünder hat die Kirche reiche Erfahrung. Das ist ihr ureigenster Bereich. Dazu braucht sie keine Belehrungen, schon gar nicht Vorwürfe, bisher alles falsch gemacht zu haben. Die Anerkennung der Sünde aber, ist für die Kirche ein Ding der Unmöglichkeit. Homophile Vertreter wie James Martin fordern die Quadratur des Kreises.

„Ein enormer Schritt“

Der Jesuit zeigte sich gegenüber AFP begeistert. Mit dem zuständigen römischen Dikasterium und dem Papst im Rücken kann er sich sicher fühlen.

„Die Einbeziehung eines Programmpunktes beim Weltfamilientreffen mit dem Titel: ‚LGBT-Personen und ihre Familien willkommen heißen und in unseren Pfarreien mit Respekt begegnen‘, ist ein enormer Schritt“.

Die Kirche vermied bisher Begriffe, die dem Homo-Milieu entstammen. Aus diesem Grunde wurde auch die Selbstbezeichnung LGBT abgelehnt. Auch das hat sich geändert, und das nicht einmal durch P. James Martin, denn er ist nicht der einzige Homophile in der Kirche. Im umstrittenen Vorbereitungspapier zur Jugendsynode findet sich erstmals und unkritisch der Begriff LGBT.

Es sind diese kleineren und größeren Signale, die sich in der Kirche häufen und auf eine Kursänderung hinweisen, sie ankündigen und vorbereiten.

James Martin wird von AFP als ein Priester vorgestellt, der „Autor mehrerer Bücher“ ist, „in denen er die Integration von homosexuellen, lesbischen, bisexuellen und transsexuellen Katholiken verteidigt“. Dafür habe er „harte Angriffe durch besonders konservative Kreise erlitten“.

Am kommenden Sonntag geht in Anwesenheit von Papst Franziskus das eigentliche Weltfamilientreffen in Dublin über die Bühne. P. James Martin hatte bereits seine Auftritte, aber auch beim eigentlichen Höhepunkt wird er dabei sein. Er wird von AFP als der Mann der „neuen Töne“ präsentiert, wie sie Papst Franziskus vertrete. Er sei ein Mann der neuen Mitte, denn einerseits seien militante Homo-Organisationen wie Global Network of Rainbow Catholics nicht nach Dublin eingeladen worden, andererseits werde der Jesuit von „ultrakonservative Bischöfe und Kardinäle“ stark „kritisiert“. Die AFP-Sympathie für James Martin – und wohl noch mehr für seinen Kurs – kommt auch darin zum Ausdruck, daß er als ein Mann präsentiert wird, der dennoch „nicht polemisieren“ wolle. Auch nicht gegen jene, die forderen, daß ihm die Einladung nach Dublin entzogen werden solle.

Homosexualität anerkennen, aber traditionelle Familie verteidigen?

Völlig widersprüchlich wird der AFP-Beitrag, wenn er einerseits wohlwollend die „neuen Töne“ gegenüber der Homosexualität bewirbt, aber gleichzeitig behauptet, Papst Franziskus komme am kommenden Wochenende nach Irland, um „die traditionelle Familie zu verteidigen“.

Das Weltfamilientreffen, so die Presseagentur, habe eine neue Diskussion darüber aufkommen lassen, wie der katholische Katechismus die Homosexualität sieht. Ein Wink mit dem Zaunpfahl, die kirchliche Lehre in diesem Punkt zu ändern. Derzeit sind „homosexuelle Personen, einschließlich der Priester, geduldet, aber von wird ihnen vor allem ‚Keuschheit‘ verlangt.“

Erklärungen von Papst Franziskus am Beginn seines Pontifikats hätten, so AFP, „unter katholischen Homosexuellen viele Hoffnungen geweckt“. Dazu zitiert die Nachrichtenagentur den berühmt-berüchtigten Satz von Franziskus vom Juli 2013: „Wer bin ich, um zu urteilen?“.

P. James Martin sieht Homosexuelle als Opfer einer jahrhundertelangen Ausgrenzung und Verfolgung. Sie seien behandelt worden, wie „Aussätzige“, so der Jesuit. Sünde und Sünder werden von ihm durcheinander gemischt. Er greift zu einem dialektischen Mittel, das bereits Kardinal Walter Kasper im Zusammenhang mit der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene anwandte. Da es ehernes Gesetz der Kirche ist, daß die überlieferte Glaubenslehre nur vertieft, aber nicht verändert werden kann, sagen Neuerer wie Kasper und Martin, daß sich die Lehre nicht ändere, nur die Praxis solle sich ändern. Daß die Praxis nur Ausfluß der Lehre sein kann, ignorieren sie wider besseres Wissen.

Franziskus, der erste Papst, der „Gay“ sagte

James Martin sagte zu AFP, daß „die Position von Papst Franziskus zu homosexuellen Beziehungen keine Änderung gegenüber seinen Vorgängern bedeutet. Was sich geändert hat, ist der Ton, der Fokus, die Sprache.“

Er habe in den vergangenen Jahren „besonders berührende“ Geschichten von „LGBT-Personen“ gehört, die „wie Abschaum behandelt und öffentlich von der Kanzel und auch privat beleidigt wurden“. Er stelle „die Lehre der Kirche zur Homosexualität nicht in Zweifel. Wir müssen aber über die Gründe nachdenken, warum so viele katholische LGBT die Kirche verlassen haben“.

Papst Franziskus, so der Jesuit begeistert, sei der erste Papst, der das Wort „Gay“ ausgesprochen habe. Er sei vor allem ein „mitfühlender, nicht ein progressiver Papst“.

„Der Papst reicht seine Hand den Ausgegrenzten der Gesellschaft (Flüchtlinge, Migranten, Arme) und fordert, sie in die Kirche zu integrieren, weil in der Kirche die LGBT die am meisten ausgegrenzte Gruppe sind.“

Irland wird seit Juni 2017 von Premierminister Leo Varadkar regiert. Der Sohn eines indischen Vaters und einer irischen Mutter ist bekennender Homosexueller. 2015 engagierte er sich, damals als Gesundheitsminister, an vorderster Front für die Legalisierung der „Homo-Ehe“. Varadkar kündigte an, wie AFP berichtet, bei seiner Begegnung mit dem Papst am Wochenende für die Homo-Agenda eintreten zu wollen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Weltfamilientreffen 2018 (Screenshot)

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3 Kommentare

  1. Die Gesellschaft Jesu zählt weltweit 15.842 Mitglieder (Stichtag: 01.01.2018), 11.389 Priester, 1.077 Brüder, 2.620 Scholastiker und 756 Novizen.

    Es kann doch nicht sein, das weniger als 16.000 Menschen die ganze Welt drangsalieren können mit ihren U-Booten an links-grünen Schaltstellen, ihren vom Jesuitenpapst besetzten Posten und ihrem unverhältnismäßigem Gewicht in den links-grünen-homosexuellen Medien.

  2. Ich bin sehr dankbar, dass es katholisches.info gibt. Aussagen wie die folgende findet man sonst nirgendwo mehr:

    „Die katholische Kirche lehrt unter Berufung auf die Heilige Schrift und die Tradition, daß Homosexualität zu den zum Himmel nach Rache schreienden Sünden zählt. Anders ausgedrückt: Es handelt sich nach kirchlichem Verständnis um eine schwere Sünde, eine todbringende Sünde. Gemeint ist der seelische Tod, der den Sünder um das ewige Leben bringt.“

    Pater Martin will die Umschreibung der heiligen Schrift und die Anerkennung der ‚gelebten Homosexualität‘. Dieser Mann verkörpert die homosexuelle Agenda geradezu mit jeder Faser seines Seins.

    Wer auch nur ein wenig Geistunterscheidung sein eigen nennt, muss dem im Artikel Gesagten zustimmen:

    „Und alle Seiten wissen, worum es geht, wofür also P. Martin steht. Das gilt auch für den Vatikan.“

    Es geht um offen gelebte Sexualität in der katholischen Kirche und darum, dass diese aus dem „Sündenkatalog gestrichen werden soll“.

    Katholisches.info erkennt die Methode im Vorgehen von Papst Bergoglio. Eingriffe in die liturgischen Bücher, Änderungen im Katechismus, Abschaffung des klassischen objektiven Sündenbegriffs zugunsten eines verhandelbaren Subjektivismusses, wie es Bischof Egli einmal in der Tagespost formuliert hat und dafür geächtet wurde.

    Ja. „Es sind diese kleineren und größeren Signale, die sich in der Kirche häufen und auf eine Kursänderung hinweisen, sie ankündigen und vorbereiten.“

    Man überlege sich einmal die Bedeutung des Begriffs: „LGBT-Personen und ihre Familien achten“. Im Grunde ist dieser eine Satz in seiner Wirkung skandalöser als der Zwischenbericht der Familiensynode, in dem die Homosexuellen bereits aufgenommen waren. (Er ist ein geistiges trojanisches Pferd, wie das Familientreffen insgesamt!)

    Das verwendete Wort ‚Respekt‘ bedeutet mehr als Toleranz; ja der Christ ist angehalten zu toleriern, es hinzunehmen, dass Menschen sich für ein Leben in objektiver Sünde entschieden haben; aber auch dazu, dass diese innerhalb der Kirche beworben wird?

    Kirche in der gegenwärtigen humansitischen Form kann diese Personen nicht rausschmeißen. Sie muss aber Grenzen setzen. Und deshalb geht der Begriff des Respekts eindeutig zu weit. Denn Respekt meint ‚Achtung‘ und sogar ‚Hochachtung‘, womit dieser Begriff die gesamte homophile Agenda in den Raum des freimaurerischen Geistes des Humanismus stellt.

    Es geht letztlich um einen Um- und Abbau der traditionellen Kirche, wozu in diesem Falle die LGBT-Personen herangezogen werden.

    Diese Personen wissen aber häufig tief in ihrem Innern, dass etwas mit ihnen nicht stimmt und sie Heilung statt Bestätigung ihrer Lebensweise bräuchten. Sie zieht es eigentlich auch gar nicht zur Kirche, sondern zu einer Form von Gender(ver)sammlung, die die Befreiung des Menschen von den ‚Zwängen der Kirche‘ feiert und besingt. Kirche wird heute zur Protestveranstaltung. Geistliche und Kirchenbesucher protestieren gemeinsam gegen die Weisungen Gottes.

    Wieder findet darin ein Missbrauch der ignatianischen Unterscheidung statt, die eigentlich eine Geistunterscheidung (Ist es von Gott oder vom Teufel?) ist, statt. HIerzu katholisches.info:

    „Völlig widersprüchlich wird der AFP-Beitrag, wenn er einerseits wohlwollend die „neuen Töne“ gegenüber der Homosexualität bewirbt, aber gleichzeitig behauptet, Papst Franziskus komme am kommenden Wochenende nach Irland, um „die traditionelle Familie zu verteidigen“.

    Der Artikel legt m.E. offen, wie das freimaurerische Denken der Einheit von Gut und Böse, Sünde und Gnade, Luzifer und Gott in der Kirche angekommen ist. Im Artikel heißt es, dass Homosexuelle lange wie Aussätzige behandelt worden seien!

    Dieser Vorwurf Martins stimmt eben nicht. Die nach der Bibel als schwere Sünde disqualifizierte ‚gelebte Homosexualität‘ ist nach Martin gleichzusetzen mit dem Vollzug der Geschlechtsaktes innerhalb der Ehe. Es gibt hier kein besser oder schechter. Homosexualität ist gottgewollt…

    Eine plausible Korrektur der gelebten Homosexualität kann hier nur erfolgen, wenn eindeutig alle außerehelichen Praktiken bis hin zur Masturabtion als schwer sündhaft und sittenwidrig angesehen werden.

    Mit der durch Amoris laetitia vorbereiteten Egalisierung innerehelicher und außerehelicher Verbindungen im Eheleben Heterosexueller, wird durch den Geist der falschen Unterscheidung eine Gleichwertigkeit jeder sexuellen Praxis angestrebt und damit die Abschaffung des Sündenbegriffs im Bereich des Sexuellen.

    Bestärkt wird dadurch jede Form der außerehelichen Geschlechtlichkeit, und das Sexualverhalten inklusive der Verhütungspraxis wird gut geheißen.

    Die Worte Martins hinterlassen alles in allem einen ganz üblen Beigeschmack.

  3. „Das härteste Gericht wird über die Prälaten ergehen, wenn Sie nicht, wie der Apostel sagte, ihr Vorsteheramt mit Sorgfalt führen“.

    Heilige Hildegard von Bingen

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