Jesuit fordert „Recht auf Abtreibung“

Abtreibung Jesuitenorden Mario Serrano
Jesuit fordert die Einführung der Abtreibung in der Dominikanischer Republik, einem der wenigen Länder, in denen das Lebensrecht noch vom Staat geschützt ist.

(Santo Domingo) Die Dominikanische Republik gehört nicht nur zu den karibischen Urlaubsparadiesen, sondern auch zu den Ländern, in denen das Lebensrecht ungeborener Kinder noch vom Staat geschützt ist. Das erregt seit Jahren den Zorn der Abtreibungslobby und der Überbevölkerungsideologen.

Marsch für die Abtreibung Jesuit mit dabei
„Marsch für die Abtreibung“, Aufruf des Jesuiten Serrano.

Die Namen des Landes und der Hauptstadt Santo Domingo gehen auf den heiligen Dominikus, den Gründer des Dominikanerordens zurück.

Mit der Abtreibungslobby gehen die Überbevölkerungsideologen Hand in Hand, obwohl das Bevölkerungswachstum auf der Insel nach einigen Jahrzehnten des Anstiegs seit bereits 18 Jahren wieder rückläufig ist.

Nun meldete sich ein Jesuit zu Wort und empörte sich öffentlich über das Abtreibungsverbot. P. Mario Serrano ist auf der Insel im Orden für soziale Fragen zuständig.

In einem Video sprach er sich für die Einführung eines Abtreibungsgesetzes aus, das die Tötung ungeborener Kinder legalisieren soll. Er rief die Gläubigen auf, „mit den Frauen zu sein“, was in der Vorstellungswelt des Jesuiten offensichtlich bedeutet, sie bei der Tötung ihres ungeborenen Kindes zu unterstützen.

Der Weihbischof des Erzbistums Santo Domingo, Msgr. Jesus Castro Marte, betonte in einer Stellungnahme, daß es sich bei diesen Aussagen um die Privatmeinung von Mario Serrano handle, die weder der Haltung der katholischen Kirche noch jener seines Ordens entspricht.

Marsch für die Abtreibung
Marsch für die Abtreibung, vom Jesuiten P. Serrano unterstützt.

Serrano verbreitete das Video und eine Botschaft auf sozialen Netzwerken. Damit unterstützte er einen Marsch für die Abtreibung, wie die Tageszeitung Diario Libre berichtete. Die Abtreibungsbefürworter traten zudem unter einem Etikettenschwindel auf, indem sie den „Marsch für das Leben, die Gesundheit und die Würde der Frauen“ nannten.

Der Jesuit wurde aber nicht etwa getäuscht. Er wußte, was er sagt, und sagte es bewußt. Das Video, das er auch Twitter veröffentlichte, belegt es.

Es brauche „eine gerechte Gesetzgebung“, erklärte der Jesuit zur Rechtfertigung seiner Abtreibungsunterstützung. Das Ganze mit feministischem Zungenschlag: Die Frauen „sollen Akteure sein und entscheiden“. Der Jesuit wörtlich:

„Heute für die Entkriminalisierung der Abtreibung auf die Straße zu gehen, heißt, Jesus nahe sein, der liebt, der begleitet und Menschen nicht verurteilt“.

Papst Franziskus hatte in seinem ersten Interview mit der römischen Jesuitenzeitschrift La Civiltà Cattolica, das war im September 2013, sein Schweigen zu den nicht verhandelbaren Grundsätzen damit begründet, daß sich die Katholiken nicht in bestimmte Themen verbeißen und „ständig“ davon reden sollten. Offensichtlich gibt es aber Priester und Ordensmitbrüder des Papstes, die das genaue Gegenteil tun.

Die Befürwortung und Unterstützung der Abtreibung bedeutet laut geltendem Kirchenrecht die automatische Exkommunikation – latae sententiae –  eines Katholiken, auch eines Priesters oder Bischofs, sollte er sich dieses Fehlverhaltens schuldig machen. Es handelt sich also nicht nur um eine „Privatmeinung“ ohne Folgen.

Eine Reaktion des Jesuitenordens ist bisher nicht bekannt.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: InfoVaticana/Twitter (Screenshot)

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4 Kommentare

  1. Im liberalen (einst rechtem) Duktus ist Recht eine Findung, die einen Konflikt löst. Im linken Duktus ist Recht die gesellschaftlich sanktionierte Anwendung von Gewalt.
    Hat man das verstanden, versteht man auch, warum die Mörderbanden auch aus Mörderherzen sprechen.

  2. In Österreich traten Jesuiten bereits vor 25 Jahren für die Abtreibung ein. Unter ihnen Moraltheologen.

    Sie sind sehr tief gefallen. Die in der Hierarchie und den Orden wütende „diabolische Desorientierung“, von der Sr. Lucia 1957 sprach und die damals ja nur sehr diskret und im Untergrund begonnen hatte, ist jetzt für jedermann sichtbar geworden.

    Klarerweise hat die „Gesellschaft Jesu“ mit Jesus Christus nichts mehr zu tun. Es kann ja nicht sein, daß sich der Generalobere in einem Fall wie in dem beschriebenen, schweigt.

  3. Das Glaubensbekenntnis
    Im Glaubensbekenntnis heißt es, daß Jesus Christus, zur Rechten Gottes sitzend wiederkommen wird in Herrlichkeit, um zu richten die Lebenden und die Toten!
    Gilt dieses Glaubensbekenntnis noch bei den Jesuiten oder ist es als unzeitgemäß dort schon außer Kraft gesetzt worden? in diesem Gericht wird Jesus auch Menschen zum ewigen Tode verurteilen!
    Zudem unterscheidet die Theologie die Verurteilung einer Tat von der Verurteilung des Menschen! Die Verurteilung der Tat der Tötung des eigenen Kindes im Mutterleib ist so nicht einfach die Verurteilung der Täterin. Meint dieser Jesuit wirklich, daß Jesus Christus keine Sünde verurteilt? Sicher nicht! Er meint doch damit nur, daß Jesus politisch korrektes Verhalten nicht als Sünde ansieht und das eigene Kind im Mutterleib töten zu lassen ist eben politisch korrekt!
    Uwe Lay

  4. Ein geistiger Pleitier!
    Leute seines Schlages sind zwar intelligent, aber dumm. Zu faul, sich sachkundig zu machen.
    Es ist eine Schande, solche Feststellungen machen zu müssen.

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