Papst lobt Patriarchen von Lissabon wegen Amoris laetitia

Amoris laetitia
Franziskus lobt erneut Diözesanbischof für umstrittene Amoris-laetitia-Interpretation.

(Rom) Papst Fran­zis­kus lob­te den Patri­ar­chen von Lis­sa­bon für sei­ne Richt­li­ni­en zum umstrit­te­nen Ach­ten Kapi­tel des nach­syn­oda­len Schrei­bens Amo­ris lae­ti­tia.

Das Patri­ar­chat ver­öf­fent­lich­te den Inhalt eines Schrei­bens, mit dem Papst Fran­zis­kus dem Patri­ar­chen Manu­el Cle­men­te von Lis­sa­bon in Por­tu­gal zu sei­nen Richt­li­ni­en zur Umset­zung von Amo­ris lae­ti­tia gra­tu­liert, die im ver­gan­ge­nen Febru­ar in Kraft getre­ten sind. Mit den genann­ten Richt­li­ni­en erteil­te Patri­arch Cle­men­te wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen sei­nes Patri­ar­chats grü­nes Licht für die Zulas­sung zu den Sakra­men­ten.

Nichts von einer sol­chen Erlaub­nis steht aber in Amo­ris lae­ti­tia. Gera­de des­halb ist das päpst­li­che Schrei­ben so umstrit­ten, weil die von Diö­ze­san­bi­schö­fen davon abge­lei­te­ten Öff­nun­gen „im Namen des Pap­stes“ erfol­gen, in Wirk­lich­keit aber weit dar­über hin­aus­ge­hen. Erst nach­träg­lich bestä­tig­te Fran­zis­kus die­se wei­ter­ge­hen­den Inter­pre­ta­tio­nen – zuerst für die Kir­chen­pro­vinz Bue­nos Aires im Sep­tem­ber 2016 –, was jedoch im Klar­text bedeu­tet, daß er genau die­se Inter­pre­ta­ti­on von Anfang an beab­sich­tig­te, aber den bei­den Bischofs­syn­oden und ins­ge­samt der Kir­che vor­ent­hal­ten hat­te.

Das Schrei­ben datiert vom 26. Juni.

Lie­ber Bru­der Kar­di­nal,

ich möch­te Ihnen dafür dan­ken, daß Sie mir in der ver­gan­ge­nen Fasten­zeit die Richt­li­ni­en für die Prie­ster des Patri­ar­cha­tes zur Umset­zung des Ach­ten Kapi­tels des Apo­sto­li­schen Schrei­bens Amo­ris lae­ti­tia zugeschickt haben.

Die­se ein­ge­hen­de Betrach­tung erfüll­te mich mit Freu­de, denn ich habe in ihr den Ein­satz des Hir­ten und Vaters erkannt, der sich sei­ner Pflicht bewußt ist, die Gläu­bi­gen zu beglei­ten, indem er mit sei­nen Prie­stern beginnt, damit sie ihr Amt in der besten Wei­se erfül­len kön­nen.

Situa­tio­nen des ehe­li­chen Lebens sind heu­te eines der Gebie­te, wo sol­che Beglei­tung am not­wen­dig­sten und hei­kel ist. Aus die­sem Grund woll­te ich das Kol­le­gi­um der Bischö­fe auf eine ver­län­ger­te syn­oda­le Rei­se rufen, die trotz der unver­meid­li­chen Schwie­rig­kei­ten die Rei­fung gemein­sa­mer Leit­li­ni­en zum Woh­le des gan­zen Vol­kes Got­tes ermög­li­chen wür­de.

Indem ich Ihnen mei­nen Dank­bar­keit aus­spre­che, nut­ze ich die­se Gele­gen­heit, um den Bru­der Kar­di­nal und sei­ne Mit­ar­bei­ter im pasto­ra­len Dienst – an erster Stel­le die Prie­ster – zu ermu­ti­gen, mit Weis­heit und Geduld im Ein­satz zu beglei­ten, zu unter­schei­den und die Fra­gi­li­tät zu inte­grie­ren, die sich in man­nig­fal­ti­ge For­men bei Ehe­leu­ten und ihren Ver­pflich­tun­gen zei­gen. Eine Ver­pflich­tung, die uns auf der einen Sei­te als Hir­ten beson­ders for­dert, auf der ande­ren Sei­te uns aber rege­ne­riert und hei­ligt, denn alles wird durch die Gna­de des Hei­li­gen Gei­stes belebt, die der auf­er­stan­de­ne Herr den Apo­steln zur Ver­ge­bung der Sün­den gewährt hat und zur behut­sa­men Behand­lung aller Wun­den.

In der Freu­de, mit Ihnen, mein gelieb­ter Bru­der, die­se süße und anspruchs­vol­le Auf­ga­be zu tei­len, ver­si­che­re ich, Ihrer in mei­nem Gebet zu  geden­ken und bit­te Sie, auch für mich zu beten. Ich seg­ne Sie von Her­zen mit dem Prie­ster­stand und der gesam­ten diö­ze­sa­nen Gemein­schaft des Patri­ar­chats von Lis­sa­bon.

Vati­kan, 26. Juni 2018

Fran­cis­cus

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Patri­ar­chat Lis­sa­bon (Screen­shot)

4 Kommentare

    • Lie­ber Adri­en Antoi­ne,
      in der Spra­che der Medi­zi­ner: Logor­rhoe. Aber es gibt vie­le, die dar­un­ter lei­den. Aber ein Gegen­mit­tel ist unbe­kannt.

  1. Auch wenn ein Papst etwas ande­res sagt, Sün­de bleibt Sün­de. Und Sün­de scha­det dem Sün­der und allen Men­schen.

    • Lie­be Bel­lis,
      Ihrer Fest­stel­lung wür­de ich noch hin­zu­fü­gen: Sün­de scha­det allem Sei­en­den, dem beleb­ten und dem unbe­leb­ten!

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