„Verweltlichen wir Weihnachten nicht!“

Mittwochskatechese von Papst Franziskus

Generalaudienz

Lie­be Brü­der und Schwe­stern,

in weni­gen Tagen fei­ern wir Weih­nach­ten. Die Stra­ßen sind schon fest­lich geschmückt, und die Men­schen tref­fen die letz­ten Vor­be­rei­tun­gen. Wenn wir aber auf das erste Weih­nach­ten der Geschich­te schau­en, war es ganz anders. Es war ein Ereig­nis vol­ler Über­ra­schun­gen, die uns ein wenig die Vor­lie­ben Got­tes offen­ba­ren.

Da war die Ver­kün­di­gung des Engels, die das Leben Mari­as völ­lig ver­än­der­te. Da war der Traum des Josef, der ihn trotz allen Gere­des zu Maria und ihrem Kind ste­hen ließ. Dann war da der ungün­sti­ge Ort der Geburt, weil in der Her­ber­ge kein Platz war. Und zugleich geschieht etwas Unglaub­li­ches: Gott wird ein Kind, das noch nicht spre­chen kann und das der Lie­be bedarf. Wenn wir Weih­nach­ten fei­ern, soll­ten wir uns ein wenig von die­sen Über­ra­schun­gen Got­tes auf­rüt­teln las­sen. Ver­welt­li­chen wir Weih­nach­ten nicht! Es wird nicht Weih­nach­ten, wenn wir nur das Glit­zern der Welt, das Wohl­sein bei Geschen­ken und Fest­mäh­lern suchen, aber den Armen drau­ßen las­sen, der ein Abbild Got­tes ist, der arm in unse­re Welt gekom­men ist. Es wird aber Weih­nach­ten, wenn wir wie Josef auf die Stim­me Got­tes hor­chen, wenn wir wie Maria das „Sie­he, hier bin ich!“ spre­chen, wenn wir wie Jesus denen nahe kom­men, die ein­sam und ver­las­sen sind.

Einen herz­li­chen Gruß rich­te ich an die Pil­ger deut­scher Spra­che, ins­be­son­de­re an die Grup­pe der Tiro­ler Schüt­zen mit ihrem Bischof Her­mann Glett­ler aus Inns­bruck. Der Hei­li­ge Geist möge uns hel­fen, den weih­nacht­li­chen Frie­den und die Lie­be Chri­sti zu den Män­nern und Frau­en unse­rer Zeit zu brin­gen.