Freiheit für Bischof Augustin Cui Tai

Kardinal Zen fordert Freiheit für Untergrundbischof Cui Tai
Kardinal Zen fordert Freiheit für Untergrundbischof Cui Tai

(Hong Kong) Die Kommission Iustitia et Pax des Bistums Hong Kong startete eine Kampagne für die Freilassung von Bischof Augustin Cui Tai, Bischof-Koadjutor von Xuanhua (Hebei). Die Initiative wird von Kardinal Joseph Zen unterstützt, der bis 2009 Bischof von Hong Kong war und graue Eminenz der Untergrundkirche in der Volksrepublik China ist.

Der romtreue Untergrundbischof Cui Tai, der vom kommunistischen Regime in Peking nicht anerkannt wird, gilt ist April verschwunden. Weil er sich weigerte der regimehörigen, schismatischen Patriotischen Vereinigung beizutreten, mußte er bereits viele Jahre in Umerziehungslagern und im Hausarrest verbringen.

Mitte April waren Regierungsbeamte am Wohnort des Bischofs erschienen und führten ihn ab. Seither ist sein Aufenthaltsort unbekannt. Wegen seines Einsatzes für die freie Religionsausübung der Kirche, für die Gewissensfreiheit und gegen die Religionspolitik der Regierung wurde er seit 1993 mehrfach zu Zwangsarbeit verurteilt. Die Anschuldigungen lauteten jeweils „illegale Missionstätigkeit“ oder „illegale religiöse Versammlungen“.

In den vergangenen elf Jahren, seit 2007, befand sich Bischof Cui Tai fast durchgehend in Umerziehungslagern, im Gefängnis oder im Hausarrest. Dafür gab es weder ein Gerichtsverfahren noch eine Verurteilung. Die meiste Zeit war der Ort seiner Festsetzung geheim, sodaß weder seine Priester, seine Gläubigen noch seine Familie wußten, wo er sich befand. Nur zum chinesischen Neujahrsfest konnte er in diesen Jahren gelegentlich nach Hause zurückkehren, um seinen Schwester einen kurzen Besuch abzustatten.

Der Gesundheitszustand des Bischofs verschlechterte sich in jüngster Zeit, wie AsiaNews berichtet. „Wir sind sehr besorgt über seinen Zustand und verurteilen entschieden die Verletzung der Grundrechte und der Religionsfreiheit der Bürger durch die chinesische Regierung“, heißt es im Appell von Hong Kong.

Darin wird die „sofortige und bedingungslose Freilassung“ des Untergrundbischofs gefordert. Die Regierung in Peking auf aufgefordert, seine „persönliche Sicherheit und Unversehrtheit“ zu garantieren und ihm die „nötige ärztliche Versorgung“ zukommen zu lassen.

Auch die Freilassung weiterer Kirchenvertreter wird gefordert, darunter Bischof Su Zhimin und der Priester Liu Honggen von der Diözese Baoding (Hebei).

Bischof Augustin Cui Tai wurde 1950 in Zhangjiakou in der Provinz Hebei geboren. 1990 wurde er nach seiner Ausbildung im Priesterseminar von Baoding von Untergrundbischof Cosmas Shi Enxiang von Yixian (Hebei) zum Priester geweiht. 2013 erfolgte seine Bischofsweihe und die Ernennung zum Bischof-Koadjutor von Xuanhua (Hebei).

2015 wurde von den Behörden der Tod des damas bereits 94 Jahre alten Bischofs Shi Enxiang bekanntgegeben, der von 1995–2015 Apostolischer Präfekt von Yixian war. Mehr als 40 Jahre seines Lebens hatte er wegen seines Glaubens in Straflagern und Gefängnissen verbringen müssen. 2011 war Bischof Shi Enxiang zusammen mit Untergrundbischof Jakob Su Zhimin von AsiaNews als „Menschen des Jahres“ ausgezeichnet worden, um auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen. Seit 1996 ist der Haftort von Bischof Zhimin unbekannt.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: AsiaNews

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