Volksrepublik China verordnet „Glückliche Sonntage“

Konkurrenzveranstaltungen zu den Sonntagsgottesdiensten

Kommunistische Partei verordnet den „Glücklichen Sonntag“ als Konkurrenzveranstaltung, um an Sonntagen Chinesen vom Besuch des Gottesdienstes abzuhalten.
Kommunistische Partei verordnet den „Glücklichen Sonntag“ als Konkurrenzveranstaltung, um an Sonntagen Chinesen vom Besuch des Gottesdienstes abzuhalten.

(Peking) In vie­len Bezir­ken und Krei­se der chi­ne­si­schen Pro­vinz Hen­an orga­ni­sie­ren die Behör­den an Sonn­ta­gen in direk­ter Nähe zu Kir­chen Kund­ge­bun­gen und Unter­hal­tungs­spek­ta­kel – und das genau zu den Got­tes­dienst­zei­ten. Die Kom­mu­ni­sti­sche Par­tei Chi­nas will „mit Gott um das Volk kon­kur­rie­ren“.

Immer mehr Ort­schaf­ten in der Pro­vinz Hen­an, mit fast 100 Mil­lio­nen Ein­woh­nern eine der bevöl­ke­rungs­reich­sten der Volks­re­pu­blik Chi­na, ver­an­stal­ten Thea­ter­auf­füh­run­gen und ande­re kul­tu­rel­le Ereig­nis­se, und das direkt neben Kir­chen, um die Gläu­bi­gen vom Kirch­gang zu ent­mu­ti­gen oder weg­zu­locken.

Im Okto­ber ver­ord­ne­te die Regie­rung der bezirks­frei­en Stadt Luoyang (6,5 Mil­lio­nen Ein­woh­ner) einen strik­ten Kurs zur För­de­rung der „athe­isti­schen Pro­pa­gan­da“. Dazu gehört die geziel­te Durch­füh­rung von Kul­tur­ver­an­stal­tun­gen „zu reli­giö­sen Festen“, um „den Ein­fluß der Reli­gi­on durch ein gutes Kon­kur­renz­spek­ta­kel zurück­zu­drän­gen“.

Vie­le Kom­mu­nal­ver­wal­tun­gen orga­ni­sie­ren daher das Pro­gramm „Glück­li­cher Sonn­tag“ (快乐星期天). Erklär­tes Ziel ist es, „mit Gott um das Volk kon­kur­rie­ren“, so Bit­ter Win­ter, die Inter­net­sei­te des Reli­gi­ons­so­zio­lo­gen Mas­si­mo Intro­vi­g­ne zur Reli­gi­ons­frei­heit in der Volks­re­pu­blik Chi­na. Das Pro­gramm wur­de am 21. und 28. Okto­ber im Kreis Mian­chi (der bezirks­frei­en Stadt San­menxia) durch­ge­führt. Der stell­ver­tre­ten­de Lei­ter des dor­ti­gen Kul­tur­am­tes erklär­te, daß die Anwei­sung von höch­ster Stel­le aus Peking kam.

„In Zukunft müs­sen wir die kul­tu­rel­le Ver­sor­gung der Massen berei­chern, damit die Leu­te am Sonn­tag nicht mehr in die Kir­chen gehen“.

Die „Glück­li­chen Sonn­ta­ge“ gehö­ren zu den jüng­sten Maß­nah­men des kom­mu­ni­sti­schen Regimes zur Bekämp­fung der Reli­gi­on. Im ver­gan­ge­nen Febru­ar waren Bestim­mun­gen erlas­sen wor­den, die es Min­der­jäh­ri­gen ver­bie­tet, Kir­chen zu betre­ten oder an Ver­an­stal­tun­gen wel­cher Art auch immer von Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten teil­zu­neh­men. Nach der Unter­zeich­nung des Geheim­ab­kom­mens zwi­schen dem Hei­li­gen Stuhl und der Regie­rung in Peking Ende Sep­tem­ber wur­de gegen die katho­li­sche Kir­che die Dau­men­schrau­be ange­setzt. Sowohl Kir­chen der regi­me­hö­ri­gen Gemein­schaft als auch der rom­treu­en Unter­grund­kir­che wur­den geschlos­sen oder dem Erd­bo­den gleich­ge­macht. Ein Unter­grund­bi­schof wur­de ver­haf­tet.

In den Schu­len wird den Schü­lern ein­ge­impft, an kei­ne Reli­gi­on zu glau­ben. Selbst Wirt­schafts­un­ter­neh­men wur­den gezwun­gen, ihren Namen zu ändern, wenn die­ser eine reli­giö­se Anspie­lung ver­mu­ten läßt. So muß­ten in der Stadt Hebei die „Beth­le­hem-Müh­le“ und „Die Arche-Gesell­schaft“ ihren Namen ändern. Der Orts­na­me Beth­le­hem und der Begriff Arche mach­ten die kom­mu­ni­sti­schen Behör­den bereits miß­trau­isch.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Bit­ter Win­ter (Screen­shot)




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1 Kommentar

  1. Es ist ver­rä­te­risch, wie Chi­na in den Main­stream­me­di­en gut weg­kommt, nicht nur aus wirt­schafts­po­li­ti­schen Rück­sich­ten, son­dern auch aus einem gewis­sen Wert­ein­ver­ständ­nis der glo­ba­len Eli­ten mit die­sem Gesell­schafts­pro­jekt. Wie wur­de und wird anders nicht gegen Ein­fluß der ortho­do­xen Kir­che in Russ­land gehetzt und mokiert. Aber über tota­li­tä­re Infa­mi­en wie die­se liest man nur in redak­tio­nel­len Nischen wie die­ser.

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