Priester läßt Untergrundbischof verhaften

Die Volksrepublik China nach dem Geheimabkommen












Bischof Cui Tai von Xuanhua. Sein dem Geheimabkommen herrscht Unruhe in seinem Bistum.
Bischof Cui Tai von Xuanhua. Sein dem Geheimabkommen herrscht Unruhe in seinem Untergrundbistum.

(Peking) Von welcher Seite das Geheimabkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China auch betrachtet wird: Unabhängige Experten sehen darin ein völliges Desaster. Jüngste Beweise liefern die Zerstörung katholischer Kirchen im Bistum Fengxiang und der Konflikt im Bistum Xuanhua in der Provinz Hebei.

Eine Folge des Geheimabkommens war zum Jahreswechsel die Verhaftung von Bischof Cui Tai von Xuanhua und seines Bischofsvikars Zhang Jianlin. Bei den Behörden angezeigt wurden sie von einem ihrer eigenen Priester, vom „charismatischen“ Zhang Li. Er begründete seinen Schritt mit dem „Wunsch“ von Papst Franziskus, die Untergrundkirche aufzulösen und geschlossen in die schismatische, regimehörige Patriotische Vereinigung zu überführen. Es sei der Wille des Papstes die Kirche in China zu einen, indem der Bischof von Xuanhua und die Diözese sich der „offiziellen“ chinesischen Kirche anschließen.

Von Papst Benedikt XVI. wurde jedoch die Unvereinbarkeit zwischen der katholischen Kirche und der Patriotischen Vereinigung erklärt, eine Entscheidung, die von Papst Franziskus nicht rückgängig gemacht wurde.

Der Priester Zhang Li beschuldigt seinen Bischof, die Anweisungen von Papst Franziskus zu mißachten. Deshalb rief er die Gläubigen der Untergrundkirche auf, nicht länger ihrem Bischof zu folgen, sondern zur Regimekirche zu wechseln.

Franziskus Zhang Li ist seit 30 Jahren Priester. Seine Evangelisierungsarbeit im Bistum Xuanhua wird durchaus anerkannt. Das Bistum, das von Augustin Cui Tai als Bischof-Koadjutor geleitet wird, wurde 1946 vom Heiligen Stuhl errichtet. 1980 errichtete das kommunistische Regime die „offizielle“ Diözese Zhangjiakou, der sie die Bistümer Xuanhua und Xiwanzi einverleibte. Die romtreue Untergrundkirche und die regimehörige „offizielle“ Kirche bilden die beiden Flügel der gespaltenen Kirche. Die Spaltung ist von den kommunistischen Machthabern gewollt. Sie ist ihr Produkt.

Zhang Li wollte schon seit einiger Zeit von der Untergrundkirche zur „offiziellen“ Kirche überwechseln, was nur gegen den Willen seines Bischofs möglich gewesen wäre, wie andere Untergrundpriester berichten. Mit der Unterzeichnung des Geheimabkommens sah er plötzlich einen „regulären“ Weg, indem er den Übertritt als Erfüllung des päpstlichen Willens erklärte und das Ausharren seines Bischofs in der Untergrundkirche zu Ungehorsam gegen den Wunsch von Papst Franziskus nach einer „geeinten und offiziellen Kirche“ anprangerte.

Zhang Li bildete mit einigen anderen Priestern und Gläubigen eine Gruppe, deren Ziel es ist, die Gläubigen zum Übertritt in die „offizielle“ Kirche zu drängen.

Wegen der dadurch erzeugten „Verwirrung“ verhängte der Generalvikar des Untergrundbischofs kurz vor Weihnachten 2018 Sanktionen gegen den Priester. Wenige Tage später wurde der Bischof von der Polizei abgeholt und verschwand für 15 Tage im Polizeigewahrsam.

Am vergangenen 3. März bestätigte Bischof Cui Tai die Suspendierung des Priesters, wenn es ihn auch „schmerzt“, wie AsiaNews berichtete. Der Priester erkenne aber sein Bistum Xuanhua und seinen Bischof nicht mehr an. Zhang Li selbst gab bekannt, daß er vom „offiziellen“ Bistum Zhangjiakou angestellt sei und bezahlt wird.

Bischof Cui Tai wurde wiederholt Opfer staatlicher Willkür. Dazu gehören mehrere Festnahmen. Er weiß nicht, wann die Polizei vor der Tür steht, und er weiß nicht, wohin er dann gebracht wird. Manchmal begnügen sich die kommunistischen Machthaber mit dem Hausarrest, manchmal muß er ins Gefängnis, andere Male kommt er ins Konzentrationslager. Kardinal Joseph Zen, die graue Eminenz der chinesischen Untergrundkirche setzte sich wiederholt für seine Freilassung ein. Das „Verbrechen“ von Bischof Cui Tai: Er evangelisiert und pocht auf die freie Religionsausübung einer freien Kirche.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: AsiaNews

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