Der Dämon der Demokratie

Die liberale Demokratie ist entgegen ihrer Bezeichnung kein Garant für „Freiheit“ (libertas) und auch nicht für die „Volksherrschaft“ (dēmokratía).
Die liberale Demokratie ist entgegen ihrer Bezeichnung kein Garant für „Freiheit“ (libertas) und auch nicht für die „Volksherrschaft“ (dēmokratía).

Von Wolf­ram Schrems*

Die zuneh­men­de Mei­nungs­dik­ta­tur durch die Euro­päi­sche Uni­on und deren destruk­ti­ve Rol­le in einer fälsch­lich so genann­ten „Flüchtlings“-Politik wecken bei immer mehr Men­schen Zwei­fel über Sinn und Nut­zen der Uni­on. Nun liegt die pro­fun­de Abhand­lung eines pol­ni­schen Poli­ti­kers zu Demo­kra­tie, Kom­mu­nis­mus, Dik­ta­tur und EU mit oben zitier­tem Titel in deut­scher Spra­che vor. Sie soll­te von den Regie­run­gen, Par­la­men­ta­ri­ern und Kir­chen­füh­rern unse­res Sprach­raums gründ­lich stu­diert wer­den.

Ryszard Legutko – Philosoph und Antikommunist im Dienst am Gemeinwohl

Ryszard Legutko
Rys­zard Legut­ko

Legut­ko wur­de 1949 in Kra­kau gebo­ren. Er ist stu­dier­ter Anglist und Uni­ver­si­täts­pro­fes­sor für Gei­stes­ge­schich­te, spe­zia­li­siert auf Pla­ton und poli­ti­sche Phi­lo­so­phie. Wäh­rend des Kom­mu­nis­mus brach­te er mit ande­ren ein regie­rungs­kri­ti­sches Samiz­dat-Blatt her­aus. Im Jahr 2005 wur­de er Mit­glied des Sena­tes für die (seit 2015 allein­re­gie­ren­de) Par­tei Recht und Gerech­tig­keit (PiS), 2007 Mini­ster für Erzie­hung, 2007 bis 2009 Staats­se­kre­tär bei Prä­si­dent Lech Kac­zyń­ski. Seit 2009 ist er Mit­glied des Euro­päi­schen Par­la­men­tes und des­sen Aus­schus­ses für Aus­wär­ti­ge Ange­le­gen­hei­ten.

Der Kommunismus als ideologische Unterströmung im Westen

2012 ver­öf­fent­lich­te er das gegen­ständ­li­che Buch. Sei­ne Grund­aus­sa­ge ist: Es besteht eine Gei­stes­ver­wandt­schaft zwi­schen der libe­ra­len Demo­kra­tie, wie sie im Gefol­ge der 68er Bewe­gung im Westen prak­ti­ziert wird, und dem Kom­mu­nis­mus.

Legut­ko illu­striert die­sen Sach­ver­halt mit der wohl­be­kann­ten Tat­sa­che, daß die libe­ra­len Demo­kra­ti­en Euro­pas ten­den­zi­ell pro­so­wje­tisch waren und der kom­mu­ni­sti­schen Infil­tra­ti­on auch nichts ent­ge­gen­setz­ten. Die west­li­chen Eli­ten waren daher auch gegen den Anti­kom­mu­nis­mus ein­ge­stellt. Des­we­gen unter­stütz­ten sie die Dis­si­den­ten des Sowjet­blocks nicht.

Die heu­ti­gen Eli­ten, die in einer ideo­lo­gi­schen Kon­ti­nui­tät zu den Anti-Anti­kom­mu­ni­sten ste­hen, bil­den jetzt den Appa­rat der Euro­päi­schen Uni­on. Die­se wie­der­um kennt kei­ne wirk­sa­me, demo­kra­tisch legi­ti­mier­te Mit­be­stim­mung der Völ­ker, im Gegen­teil: Sie ent­wickelt sich immer mehr zur Dik­ta­tur.

Legut­ko ent­fal­tet sei­ne scharf­sin­ni­ge Ana­ly­se in den Kapi­teln Geschich­te, Uto­pia, Poli­tik, Ideo­lo­gie und Reli­gi­on.

Die anthropologische Revolution und der Triumph des Primitiven

Der Dämon der Demokratie
Der Dämon der Demo­kra­tie

Der pol­ni­sche Titel des Buches lau­tet auf deutsch etwa „Tri­umph des gewöhn­li­chen Men­schen“. Damit ist ein Bezug zu José Orte­ga y Gas­sets Auf­stand der Massen ange­deu­tet, der das Phä­no­men des auf sich grund­los stol­zen, pri­mi­ti­ven Mas­sen­men­schen bereits 1929 beschrieb.

Legut­ko beklagt die Dik­ta­tur der erzwun­ge­nen Mit­tel­mä­ßig­keit unter dem Ban­ner der „Gleich­heit“. Das ist nicht nur „Poli­tik“, son­dern eine anthro­po­lo­gi­sche Revo­lu­ti­on. Es geht um einen schwe­ren Rück­fall hin­ter die zivi­li­sa­to­ri­sche Kraft des Chri­sten­tums, dem Mit­tel­mä­ßig­keit, Gleich­ma­che­rei und Lau­heit ein Greu­el ist. Der Geist der Aske­se, des Mönch­tums und der ade­li­gen Rit­ter­lich­keit, des Mis­sio­nars und Him­mels­stür­mers, wur­de zugun­sten des Medio­kren und der Uni­for­mi­tät zurück­ge­drängt und ist nicht mehr kul­tur­bil­dend:

„Der Tri­umph von Libe­ra­lis­mus und Demo­kra­tie bedeu­te­te Eman­zi­pa­ti­on, in dem Sin­ne, daß der Mensch von maß­lo­sen Ansprü­chen befreit wur­de, die ihm eine unrea­li­sti­sche Meta­phy­sik, erfun­den von einer ver­al­te­ten ari­sto­kra­ti­schen Kul­tur des Mit­tel­al­ters, auf­er­leg­te. Mit ande­ren Wor­ten: Ein wich­ti­ger Teil der moder­ni­sti­schen Bot­schaft war die Redu­zie­rung des mensch­li­chen Stre­bens“ (39).

Die von Gott gege­be­nen und zum Ein­satz für das Reich Got­tes bestimm­ten Talen­te, die gewal­ti­ge Lei­stun­gen der „mit­tel­al­ter­li­chen“ Kul­tur her­vor­ge­bracht hat­ten, wer­den nun­mehr ver­gra­ben.

Menschenwürde und Menschenrechte – problematische Implikationen

Eng damit ver­bun­den ist die infla­tio­nä­re und unwahr­haf­ti­ge Zuer­ken­nung von „Wür­de“ an alle mög­li­chen Leu­te. Auch das trägt zum Tri­umph des Ordi­nä­ren bei:

„Beson­ders auf­fal­lend ist die Bedeu­tungs­än­de­rung des Wor­tes ‚Wür­de‘, das seit der Anti­ke als ein Aus­druck von Ver­pflich­tung ver­stan­den wur­de. (…) Wür­de war etwas, was ver­dient, erwor­ben wer­den muß­te, indem man sich den höhe­ren Erfor­der­nis­sen ent­spre­chend benahm, die einem eine Gemein­schaft oder eine Reli­gi­on auf­er­legt hat­ten, zum Bei­spiel, wenn eine Per­son mit einer grö­ße­ren Ver­ant­wor­tung betraut wur­de, oder auch nur, weil der Mensch nach Got­tes Abbild erschaf­fen wur­de. (…) Doch der Begriff der Wür­de hat inzwi­schen eine neue Bedeu­tung erlangt, die zum ursprüng­li­chen Inhalt im Gegen­satz steht. Dies geschah haupt­säch­lich ver­mit­telt durch die Spra­che der Men­schen­rech­te“ (43).

Die Men­schen­rechts­rhe­to­rik, auf einem fal­schen Begriff von Men­schen­wür­de auf­bau­end und damit mit dem unglück­se­li­gen Doku­ment Digni­ta­tis huma­nae des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils ver­wandt, ist also längst zu einem kul­tur­kämp­fe­ri­schen Instru­ment gemacht wor­den, das so gut wie immer gegen Chri­sten, Kon­ser­va­ti­ve und Patrio­ten ein­ge­setzt wird.

Der­zeit, da das Kon­zept der „Men­schen­rech­te“ immer mehr aus­ge­wei­tet wird, dient übri­gens die Rhe­to­rik der „Kin­der­rech­te“ dazu, Kin­der von ihren Eltern zu ent­frem­den und leich­ter kol­lek­ti­vier­bar zu machen.

Die liberale Demokratie als Begünstigung von Diktaturen

Legut­ko beschreibt den Oppor­tu­nis­mus der Libe­ra­len, der sich durch­aus dik­ta­to­ri­schen Regi­men andie­nen kann:

„Wenn wir die Akti­vi­tä­ten der Libe­ra­len in den ver­gan­ge­nen hun­dert Jah­ren betrach­ten, zeigt es sich, daß sie auf der theo­re­ti­schen Ebe­ne recht dog­ma­tisch mit dem Begriff der Frei­heit umgin­gen, in der Pra­xis aber ziem­lich oppor­tu­ni­stisch waren. Sie hat­ten kei­ne Hem­mun­gen, sich mit auf­ge­klär­ten Abso­lu­ti­sten zu ver­bün­den. Im zwan­zig­sten Jahr­hun­dert flir­te­ten sie mit dem Sozia­lis­mus, sei­ne sowje­ti­sche Ver­si­on mit inbe­grif­fen. Selbst die libe­ral­sten Libe­ra­len zeig­ten eine extre­me Nach­gie­big­keit gegen­über der Sowjet­uni­on“ (58).

Die Islamisierung als Teil des antichristlichen Systems

Ein beson­ders bizar­res Ele­ment gegen­wär­ti­ger „euro­päi­scher“ Poli­tik ist die gewalt­sa­me Isla­mi­sie­rung der west­eu­ro­päi­schen Län­der und der Ver­such, die­se auch den Visegrád-Staa­ten zu oktroy­ie­ren. Legut­ko ana­ly­siert die prin­zi­pi­el­le Tie­fen­struk­tur die­ses Wahn­sinns:

„Pri­vi­le­giert sind [in der libe­ra­len Demo­kra­tie] auch Mos­lems (…). Einer­seits haben libe­ra­le Demo­kra­ten tat­säch­lich Angst vor ihnen. Ande­rer­seits sol­len ihre Pri­vi­le­gi­en der Beweis für die Lebens­fä­hig­keit des Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus und eine Übung in mora­li­schem Maso­chis­mus sein. Die Hal­tung den Mos­lems gegen­über wird manch­mal als – zuge­ge­ben sehr schwie­ri­ger – Test für libe­ra­le Tole­ranz und Offen­heit ver­stan­den“ (111).

Damit ist die Chri­sten­ver­fol­gung ein­kal­ku­liert, zumal der Kampf gegen Got­tes­be­zug und Erwäh­nung der christ­li­chen Wur­zeln Euro­pas ja mas­siv durch­ge­zo­gen wor­den war.

Die Reak­ti­on der kirch­li­chen Amts­trä­ger ist – im Westen und beson­ders im Vati­kan – völ­lig falsch:

„Es ist aber ein Irr­tum zu glau­ben, daß die Reli­gi­ons­feind­lich­keit ledig­lich ein Ergeb­nis von Miß­ver­ständ­nis­sen, Zufäl­len oder von Chri­sten began­ge­nen Feh­lern sei: des­halb ist auch die Stra­te­gie der Kon­zi­li­anz falsch. Denn in Wirk­lich­keit sind die anti­christ­li­chen Ent­wick­lun­gen eine genui­ne Kon­se­quenz des moder­nen Gei­stes, auf dem die libe­ra­le Demo­kra­tie basiert“ (175).

Die Nutz­an­wen­dung die­ser Ein­sicht liegt beson­ders für unse­re ver­wirr­ten Kir­chen­füh­rer auf der Hand.

Damit zum letz­ten Punkt:

Im Licht von Fatima: Johannes Paul II. und der Kommunismus

Das gän­gi­ge Nar­ra­tiv in „kon­ser­va­ti­ven“ Kir­chen­krei­sen ist: Johan­nes Paul II. hat den Kom­mu­nis­mus besiegt. Die Ereig­nis­se im Ost­block der Jah­re 1989 und 1990 sind dafür ein Beleg. Man­che füh­ren dafür auch die Welt­wei­he vom 25. März 1984 als geist­li­che Ursa­che des Sie­ges an.

Legut­kos Aus­füh­run­gen zei­gen aber, daß der rote Dra­che, der in den hoff­nungs­vol­len Jah­ren nach dem Fall der kom­mu­ni­sti­schen Regimes in Ost­eu­ro­pa schon tot schien, offen­sicht­lich unter ande­rer Mas­ke wei­ter­lebt (und in Fern­ost ganz ohne Mas­ke).

Wer etwa der­zeit öster­rei­chi­schen Staats­funk hört, wird mit einer unfaß­ba­ren Karl-Marx-Renais­sance und Hul­di­gung zu des­sen bevor­ste­hen­dem 200. Geburts­tag (5. Mai) kon­fron­tiert. Der­je­ni­ge Schwach­kopf, der „Mehr Marx“ an Wie­ner Haus­wän­de krit­zelt, hät­te im Staats­funk, im Kul­tur­be­trieb, in der Poli­tik und in der Aka­de­me also ohne­hin viel Unter­stüt­zung. Viel­leicht han­delt es sich ja auch um ein „Kunst­pro­jekt“. –

Schon vor gerau­mer Zeit wur­de von dem rus­si­schen Dis­si­den­ten Vla­di­mir Bukovsky (sinn­ge­mäß zitiert) kon­sta­tiert, daß Mos­kau nach Brüs­sel über­sie­delt war. Und das Oba­ma-Regime betrieb eine Poli­tik mit kul­tur­mar­xi­sti­scher, anti­christ­li­cher Prä­gung.

Kom­mu­ni­sti­sche Inkli­na­tio­nen fin­den sich der­zeit auch im Vati­kan. Beson­ders schlimm ist der Ver­rat an der chi­ne­si­schen Unter­grund­kir­che durch Papst Fran­zis­kus und die Kol­la­bo­ra­ti­on mit dem kom­mu­ni­sti­schen Regime. Das ist eine Neu­auf­la­ge der schänd­li­chen „Ost­po­li­tik“ unter Johan­nes XXIII. und Paul VI.

Dar­aus folgt, was in letz­ter Zeit immer mehr Beob­ach­ter und Ana­ly­ti­ker fest­ge­stellt haben, näm­lich, daß die in Fati­ma ver­lang­te Wei­he Ruß­lands nicht durch­ge­führt wor­den ist. Die „Irr­tü­mer Ruß­lands“ brei­ten sich in vie­len Mas­ken und Schli­chen unge­hin­dert aus. Johan­nes Paul II. tat hier nicht alles, was er hät­te tun kön­nen und sol­len.

Der skan­da­lö­se Rück­tritt von Papst Bene­dikt besei­tig­te den letz­ten Schutz­wall in der Kir­che.

Jetzt sieht es düster aus.

Resümee

Grund­sätz­lich kann man Legut­kos Ana­ly­se resü­mie­ren, daß die libe­ra­le Demo­kra­tie ent­ge­gen ihrer Bezeich­nung kein Garant für „Frei­heit“ (liber­tas) und auch nicht für die „Volks­herr­schaft“ (dēmo­kra­tía) ist. Ohne Ver­wur­ze­lung in der Wahr­heit gibt es kei­ne Frei­heit und ohne natio­na­le Selbst­be­stim­mung regie­ren ande­re. Was dabei her­aus­kommt, ähnelt dem Sowjet­sy­stem, ein­schließ­lich sei­ner „Kom­mis­sa­re“. Das sehen wir allent­hal­ben. –

Allen­falls hät­te Legut­ko noch dar­auf hin­wei­sen kön­nen, daß etwa das Schwei­zer Modell der direk­ten Demo­kra­tie, der Abstim­mun­gen auf loka­ler und natio­na­ler Ebe­ne und der aus­ge­präg­ten Auto­no­mie der Kan­to­ne Bei­spiel für ein demo­kra­ti­sches System ist, in dem die legi­ti­men Anlie­gen des Vol­kes rela­tiv adäquat umge­setzt wer­den kön­nen. Und: Da „libe­ral“ ein gewis­ses Bedeu­tungs­spek­trum besitzt und im deut­schen Sprach­ge­brauch nor­ma­ler­wei­se etwas ande­res meint als im eng­li­schen, wäre auch eine aus­führ­li­che­re Begriffs­be­stim­mung hilf­reich gewe­sen. (Zu die­sem The­men­kom­plex darf ich auf mei­ne Aus­füh­run­gen zu einem ein­schlä­gi­gen Lehr­schrei­ben von Papst Leo XIII., das sich als über­zeit­lich aktu­ell erwies, auf die­ser Sei­te ver­wei­sen) –

Dank und Aner­ken­nung Pro­fes­sor Legut­ko, sei­ner Über­set­ze­rin und dem Ver­le­ger, der ein schö­nes Buch zustan­de brach­te. Ver­schrei­bun­gen und Feh­ler wur­den für eine wün­schens­wer­te Zweit­auf­la­ge schon durch­ge­ge­ben. Übri­gens wären die vom Autor gekürz­ten pol­ni­schen Inter­na auch für den deutsch­spra­chi­gen Raum von Inter­es­se, zumal die deutsch­spra­chi­gen Haupt­strom­me­di­en die PiS-Regie­rung von Anfang an nur mit Gei­fer attackie­ren. Man wür­de ger­ne auch eine kom­pe­ten­te Dar­stel­lung der Polen selbst lesen.

Post scriptum

Wer sich über Legut­ko noch vor einer all­fäl­li­gen Kon­sul­ta­ti­on des Buches ein genaue­res Bild machen will, sei auf zwei sei­ner Rede­bei­trä­ge in eng­li­scher Spra­che ver­wie­sen:

Im ersten spricht er Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel und Prä­si­dent Hol­lan­de kri­tisch an, im zwei­ten ent­wickelt er sei­ne Gedan­ken im Rah­men eines Vor­tra­ges.

Rys­zard Legut­ko, Der Dämon der Demo­kra­tie – Tota­li­tä­re Strö­mun­gen in libe­ra­len Gesell­schaf­ten, Karo­lin­ger, Wien 2017 (Deutsch von Kriszti­na Koe­nen, pol­ni­sches Ori­gi­nal: Tri­umf czło­wie­ka pos­po­li­te­go, Zysk, Posen 2012). Die deut­sche Aus­ga­be wur­de gegen­über dem Ori­gi­nal vom Autor um spe­zi­fi­sche pol­ni­sche Inter­na gekürzt.

*MMag. Wolf­ram Schrems, Wien, Theo­lo­ge, Phi­lo­soph, Kate­chist, Mit­be­grün­der der Platt­form Soli­da­ri­tät mit ver­folg­ten Chri­sten




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5 Kommentare

  1. Ich habe das Büch­lein bereits 2012 im Ori­gi­nal gele­sen. Ein sehr guter Band, der ein Stan­dard­werk gewor­den wäre wäre er in sei­nem Umfang etwas grö­ßer gera­ten. So wer­den eini­ge Aspek­te nur kur­so­risch ange­spro­chen.
    Wün­schens­wert wäre auch eine Stu­die über den ver­hee­ren­den Bei­trag der euro­päi­schen Christ­de­mo­kra­ti­en zum „euro­päi­schen Inte­gra­ti­ons­pro­zeß“. Was heu­te das Ber­lin-Brü­se­ler Zen­trum den Natio­nen zu oktroy­ie­ren gedenkt ist nicht allein Pro­gram­ma­tik von sozia­li­sti­schen oder libe­ra­len Par­tei­en son­dern auch der moder­nen Christ­de­mo­kra­tie Moros, Khols, San­ters, Otto v. Habs­burgs et al geschul­det. Man beach­te auch die aktu­el­len Mehr­heits­ver­hält­nis­se im euro­päi­schen Par­la­ment mit EVP Majo­ri­tät, wel­che die unbot­mä­ßi­gen Staa­ten Ost­mit­tel­eu­ro­pas etwa in der Migran­ten­fra­ge Kon­tin­gen­te Frem­der auf­zu­zwin­gen gedenkt und nicht dafür zurü­schreckt die­se ren­in­ten­ten Län­der mit schlimm­sten Dro­hun­gen und Beschimp­fun­gen zu über­zie­hen. So wun­dert es über­haupt nicht, daß kon­ser­va­ti­ve Katho­li­ken Tsche­chi­ens mit über­wäl­ti­gen­der Votum dem her­vor­ra­gen­den Prä­si­den­ten Milos Zeman, wel­cher aktu­ell wie kein zwei­ter euro­päi­scher Poli­ti­ker im maß­geb­li­chem poli­ti­schen Amt das Ber­lin-Brüs­se­ler Sche­ma, ins­bes. deren Isla­mi­sie­rungs- und Mas­sen­mi­gra­ti­ons­agen­da, scho­nungs­los ana­ly­siert und kri­ti­siert, erneut ihr gro­ßes Ver­trau­en aus­spra­chen und nicht dem Ber­lin-Brüs­sel höri­gen tech­no­kra­ti­schen Christ­de­mo­kra­ten Dra­hos ihre Stim­me gaben.
    Ein ande­rer Aspekt wäre auch die Rol­le des Epis­ko­pats beim „euro­päi­schen Pro­jekt“. Mit der Eme­ri­tie­rung einer Rei­he sehr kon­ser­va­ti­ver u. gläu­bi­ger Bischö­fe in Polen hat der von den libe­ra­len und sich in deut­schem Besit­ze sich befind­li­che media­le Main­stream als „prag­ma­tisch“ bezeich­ne­te pro-ber­go­gllia­ni­sche Flü­gel des Epis­ko­pats viel an Mome­men­tum gewon­nen. Der Vor­sit­zen­de der Bischofs­kon­fe­renz, Erz­bi­schof Sta­nis­law Gadecki, hat erst kürz­lich im Janu­ar betont, daß „die Sicher­heit der Flücht­lin­ge, die Hil­fe brau­chen, ist wich­ti­ger als die natio­na­le Sicher­heit.“ Gleich­zei­tig for­dert er von der pol­ni­schen Regie­rung die Errich­tung eines sog „huma­ni­tä­ren Kor­ri­dors“, wel­cher nach ita­lie­ni­schem Vor­bild Migran­ten direkt nach Polen ein­flie­gen soll. Ähn­lich äußer­ten sich bereits der Kar­di­nal v. War­schau aber auch der Pri­mas in Gne­sen. Dies hat zu recht eine Wel­le der Empö­rung unter pol­ni­schen kon­ser­va­ti­ven Katho­li­ken aus­ge­löst. Es ist aber bezeich­nend für die mitt­ler­wei­le voll­stän­di­ge Har­mo­ni­sie­rung der aktu­el­len hohen Kir­chen­po­li­tik mit Brüs­se­ler Agen­den in essen­ti­el­len Fra­gen. Pol­ni­sche Kle­ri­ker, wel­che zu recht vor Über­frem­dung, Ter­ro­ris­mus und Moham­me­da­ni­sie­rung ein­drück­lich war­nen wer­den von den libe­ra­len Medi­en mit erbärm­li­cher Häme über­zo­gen. So scheint es für vie­le kon­ser­va­ti­ve Polen so, daß bestimm­te hohe Wür­den­trä­ger inner­halb der Hier­ar­chie eher Ber­lin-Brüs­se­ler Inte­re­sen ver­fol­gen als der natio­nal­kon­ser­va­ti­ven PiS Regie­rung gebo­te­ne Unter­stüt­zung zu zei­hen, wel­ches sich auch wie kei­ne ander Regie­rung für das Lebens­recht Unge­bo­re­ner ein­setzt.

  2. Herr Schrems soll­te sich unbe­dingt mal im direk­ten Gespräch mit Herrn Micha­el Hese­mann aus­tau­schen, einem vehe­men­ten Ver­tre­ter der The­se, die in Fati­ma gefor­der­ten Wei­hen sei­en durch­ge­führt wor­den.

  3. In der Tat wird seit 1965 die Spra­che der Hei­li­gen immer auf­dring­li­cher durch eine rui­nö­se Men­schen­rechts­rhe­to­rik ersetzt:

    Sowohl Brüs­sel als auch die ver­mer­kel­te Poli­tik wol­len gleich­sam als Men­schen­rech­te gefei­ert wis­sen:

    1) den Gen­der­kult .…mit sei­nen ( in Deutsch­land bereits etwa 240) Gen­der­lehr­stüh­len samt einem flä­chen­decken­den Netz­werk, das u.a. das sprach­ver­hun­zen­de Gen­dern von Tex­ten durch­setzt und die mil­li­ar­den­teu­re Erzie­hung zur wert­schät­zen­den Akzep­tanz der gan­zen sexu­al­he­do­ni­sti­schen Viel­falt, wobei nichts mehr als per­vers gel­ten soll und offen­bar auch kei­ne Kri­tik vor­kom­men soll am Islam­sex in Form von Ver­wand­ten­ehe, Kin­der­ehe, Zwangs­ehe, Viel­ehe.

    2) steu­er­be­zu­schuß­te Homo­ehen, mög­lichst auch noch mit Adop­ti­ons­rech­ten und dem Mie­ten­kön­nen einer Leih­mut­ter im Aus­land

    3) sub­ven­tio­nier­ter Mas­sen­mord an Unge­bo­re­nen, der gefäl­ligst auf­fäl­li­ger bewor­ben wer­den soll

    4) die recht­li­che Gleich­stel­lung von wil­den Ehen auf Zeit mit kirch­li­chen und stan­des­amt­li­chen Ehen, was numehr das Bun­des­so­zi­al­ge­richt all­mäh­lich durch­set­zen will

    5) Frau­en­quo­ten und das Abschie­ben von Klein­kin­dern unter 3 Jah­ren in zig Mrd. Euro teu­re kin­der­schä­di­gen­de Ganz­tagskrip­pen anstel­le eines vier­stel­li­gen Müt­ter­ge­halts für 3 Jah­re

    7) die bru­ta­le Aus­schal­tung von Islam­kri­ti­kern, die im steu­er­geld­fi­nan­zier­ten Kampf gegen Isla­mo­pho­bie als Frem­den­fein­de, Ras­si­sten und Nazis nie­der­ge­macht wer­den.

    Nota bene:
    Von sei­ten des Pap­stes und der Bischö­fe ist kaum was zu spü­ren von einem Wider­stand gegen all das.
    Eher reibt man sich oft die Augen, weil die­sen Ent­wick­lun­gen bzw. Bestre­bun­gen von sei­ten der Kir­chen Sym­pa­thi­en ent­ge­gen­ge­bracht wer­den.

  4. Besag­te Irr­tü­mer sind kei­ne Irr­tü­mer Ruß­lands, son­dern Irr­tü­mer des deut­schen Juden Karl Marx. Ruß­land war das erste Opfer des Mar­xis­mus.

    • Sie dür­fen dabei aber nicht ver­ges­sen, dass Marx sein Mani­fest für Roth­schild geschrie­ben hat — es gibt genü­gend Hin­wei­se dass die ober­sten Sowjets beste Kon­tak­te zur ober­sten Hoch­fi­nanz (oft iden­tisch mit der Hoch­grad­frei­mau­re­rei) pfleg­ten und der Ost­block gera­de dann auf­ge­gan­gen ist, als der Westen mit sei­nem Wirt­schafts­sy­stem an sei­ne Gren­zen gekom­men ist (der gan­ze Moloch brauch­te mehr Kon­su­men­ten und mehr Flä­che (Roh­stof­fe) um wei­ter­wach­sen zu kön­nen — Putin hat dies erkannt!).
      Vor­ab: Nicht jeder Frei­mau­rer ist Sata­nist, aber jeder Hoch­grad­frei­mau­rer ist es zwin­gend — man ver­kauft bei den Ein­wei­hungs­ri­tua­len (stück­wei­se) buch­stäb­lich sei­ne See­le).
      Das Jahr 1517 brach­te uns Luther
      Das Jahr 1717 brach­te uns die Frei­mau­re­rei, deren Haupt­ziel die Zer­stö­rung der katho­li­schen Kir­che ist. Denn sie steht im Wege. Die­se Zer­stö­rung ist mitt­ler­wei­le (man kann es sehen) schon sehr weit fort­ge­schrit­ten.
      Das Jahr 1917 brach­te uns dann eine War­nung — die­se ist aktu­el­ler und drin­gen­der denn je.

      Seit etwa die­ser Zeit hat der gesam­te Westen sei­ne Schein­de­mo­kra­ti­en (die­se wer­den jetzt immer offen­sicht­li­cher zu einer offe­nen Dik­ta­tur), zu deren Ein­füh­rung der erste Welt­krieg nötig war.
      Es wird über­all behaup­tet, dass wir die Migran­ten brau­chen (als Bil­lig­ar­beits­kräf­te und neue Kon­su­men­ten (Kon­sumskla­ven)). Das ist sogar rich­tig. Dies hat zudem den Effekt, dass in Euopa die Völ­ker nicht mehr homo­gen sind, was für die „Eli­ten“ von Vor­teil ist, soll­te es mal zu Auf­stän­den kom­men.
      Die Fra­ge ist, ob man dies nicht alles hät­te ver­hin­dern kön­nen mit einem Ver­hü­tungs­ver­bot — kei­ne Pil­le (mög­lich bei einer kon­ser­va­ti­ven christ­li­chen Bevöl­ke­rung, was wir lei­der schon lan­ge nicht mehr sind — dank jahr­hun­der­te­lan­gem Wir­ken der Frei­mau­re­rei), oder wenig­stens mit einem Abtrei­bungs­ver­bot.
      Man hät­te dies ver­hin­dern kön­nen, aber es war anders geplant.
      War­um soll­te es nicht auch hier einen uralten Plan geben um die christ­li­chen Gesell­schaf­ten des Abend­lan­des lang­fri­stig zu einer unchrist­li­chen, hal­b­is­la­mi­schen und dege­ne­rier­ten Mul­ti­kul­ti­gesell­schaft umzu­bau­en, wel­che man nach belie­ben steu­ern kann?
      Der sehr genaue Plan der Frei­mau­re­rei zur Zer­stö­rung der katho­li­schen Kir­che exi­stiert ja auch!
      Die Frei­mau­re­rei ist für die Durch­füh­rung ver­ant­wort­lich und die Hoch­fi­nanz sorgt für die nöti­gen Finanz­mit­tel (Fiat Money — Geld­drucken aus dem Nichts — die US-Noten­bank ist in Pri­vat­be­sitz und wur­de ein Jahr vor dem 1.Wk. gegrün­det).
      Sie arbei­ten Hand in Hand und sind teil­wei­se iden­tisch.
      Die­ser Plan braucht Zeit, denn eine Gesell­schaft kann nicht in ein oder zwei Genera­tio­nen umge­baut wer­den. Je län­ger die dies dau­ert, desto effek­ti­ver ist die Wir­kung dafür.
      Der Plan ist für die ober­sten „Eli­ten“ buch­stäb­lich ein Genera­tio­nen­plan.
      Das macht aber nichts, denn „sie“ leben ja nicht schlecht dabei.
      Noch eine Anmer­kung zu den Schein­de­mo­kra­ti­en:
      Die­se ober­sten Eli­ten regie­ren nicht selbst, denn sonst wären sie angreif­bar. Sie las­sen regie­ren.
      Nur so ist es auch zu erklä­ren, in welch kur­zer Zeit die christ­de­mo­kra­ti­schen „Par­tei­en“ buch­stäb­lich zu Revo­luz­zern umge­dreht wur­den.

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