„Die EU haßt Europa und seine Wurzeln“

Prof. Stanislaw Grygiel verteidigt polnischen "Rosenkranz bis an die Grenzen". Kirchenvertreter, die Kritik üben, sollten sich "für einige Zeit in ein Kloster zurückziehen, um beten zu lernen".
Prof. Stanislaw Grygiel verteidigt polnischen "Rosenkranz bis an die Grenzen". Kirchenvertreter, die Kritik üben, sollten sich "für einige Zeit in ein Kloster zurückziehen, um beten zu lernen".

(War­schau) „Wer die Polen beschul­digt, den Rosen­kranz bis zu den Gren­zen gegen isla­mi­sche Ein­wan­de­rer gebe­tet zu haben, der lügt und weiß, daß er lügt.“ Er wur­de für die Auf­recht­erhal­tung der christ­li­chen Iden­ti­tät Polens gebe­tet und gegen den isla­mi­schen Ter­ro­ris­mus und die Isla­mi­sie­rung. Mit die­sen Wor­ten reagier­te der pol­ni­sche Phi­lo­soph Sta­nis­law Gry­gi­el auf Vor­wür­fe, die in ande­ren euro­päi­schen Staa­ten nicht nur von Main­stream-Medi­en vor­ge­bracht wur­den, son­dern auch aus katho­li­schen Krei­sen kam. Letz­te­res erstaun­te und stellt eine Neu­heit dar.

Prof. Stanislaw Grygiel
Prof. Sta­nis­law Gry­gi­el

Prof. Gry­gi­el ist eme­ri­tier­ter Pro­fes­sor an der Late­ran­uni­ver­si­tät und am Päpst­li­chen Insti­tut Johan­nes Paul II. für Stu­di­en zu Ehe und Fami­lie sowie per­sön­li­cher Freund von Papst Johan­nes Paul II. Die päpst­li­chen Medi­en haben die Gebets­in­itia­ti­ve der Polen vom ver­gan­ge­nen 7. Okto­ber, dem Rosen­kranz­fest und Jah­res­tag der Schlacht von Lepan­to, völ­lig tot­ge­schwie­gen. Die katho­li­sche Fami­li­en­zeit­schrift Famiglia Cri­stia­na erklär­te sogar, daß Papst Fran­zis­kus die Akti­on „nicht gefal­len“ habe.

An der von den pol­ni­schen Bischö­fen unter­stütz­ten Gebets­ak­ti­on hat­te mehr als eine Mil­li­on Polen teil­ge­nom­men. Außer­halb Polens ern­te­ten sie dafür auch von offi­zi­el­ler Kir­chen­sei­te, wenn auch nur indi­rekt, teils wenig freund­li­che Wor­te. Die Initia­ti­ve war offen­sicht­lich nicht gewünscht und scheint den offi­zi­el­len, vati­ka­ni­schen Kurs gestört zu haben.

„Treue der Polen zu Glaube und Land ist jenen Dorn im Auge, die eine ’neue Weltordnung‘ wollen“

„Das pol­ni­sche Volk ver­traut seit Jahr­hun­der­ten auf Gott und Sei­nen Sohn. Die Treue zu Got­tes Lie­be, die Treue zu ihrem Staat, der heu­te ihre kul­tu­rel­le Iden­ti­tät zum Aus­druck bringt, ist jenen Kräf­ten ein Dorn im Auge, die eine ‚neue Welt­ord­nung‘ errich­ten wol­len.“

Prof. Gry­gi­el nahm in einem Inter­view von Andrea Zam­bra­no für Nuo­va Bus­so­la Quo­ti­dia­na aus­führ­lich zur Gebets­ak­ti­on und ihren Kri­ti­kern Stel­lung:

„Der Herr die­ser Kräf­te, dem es zwar an Weis­heit, nicht aber an Intel­li­genz fehlt, weiß, daß die ein­zi­gen Waf­fen gegen die Treue eines sol­chen Vol­kes nur eine von Haß gelei­te­te Lüge und die Angst sind, die die Men­schen der Macht beu­gen sol­len. Die­ser Herr ist schlau. Er ver­kauft sei­nen Haß gegen die Polen als Lie­be für die Mensch­heit, indem er ihnen vor­wirft, die­se nicht zu lie­ben. Er wird ganz zor­nig, weil er sieht, daß sie sich nicht betrü­gen las­sen. Die Euro­päi­sche Uni­on zum Bei­spiel haßt Euro­pa, des­sen Wur­zeln in der Erde von Jeru­sa­lem, Athen und Rom stecken. Unter jedem Vor­wand greift sie die Polen an, die das wah­re Euro­pa lie­ben und dar­in leben wol­len. Von die­sem Haß getrie­ben, machen sich die Her­ren der Euro­päi­schen Uni­on über den Rosen­kranz lustig, mit dem die Polen Maria bit­ten, ihnen zu hel­fen, sich noch mehr in Ihrem Sohn und der Kir­che zu ver­wur­zeln. Der Kir­che, die in den ersten Jahr­hun­der­ten in Athen gelernt hat, die Fra­ge über die Wahr­heit des Men­schen zu stel­len, und in Rom gelernt hat, die Fra­ge zu stel­len, wie die sozia­le Ord­nung die­ser Wahr­heit ange­gli­chen wer­den soll. Eini­ge, viel­leicht zu vie­le, west­li­che Kir­chen­ver­tre­ter ver­ste­hen das nicht. War­um? Weil sie klein­gläu­big sind, wenig Kul­tur besit­zen und ein kur­zes Gedächt­nis. Es ist daher nicht ver­wun­der­lich, daß auch sie dar­an arbei­ten, die Kir­che von Chri­stus zu ent­wur­zeln und in eine huma­ni­tä­re Gesell­schaft wie ande­re zu ver­wan­deln. Das Gebet des Men­schen ist Maß­stab sei­nes Glau­bens.“

„Manche Lügen lassen sich nur mit dem Gebet verjagen“

Die Polen hät­ten nicht „gegen den Islam“ gebe­tet, son­dern gegen den „isla­mi­schen Ter­ro­ris­mus“, so Gry­gi­el.

„Das pol­ni­sche Volk hat für den Frie­den gebe­tet, weil es die Tra­gö­die des Krie­ges nur zu gut kennt. Wir ver­ste­hen den Frie­den aber nicht als blo­ße Abwe­sen­heit des Krie­ges. Krie­ge wird es lei­der bis zum Ende der Welt geben, weil der Mensch immer Mensch bleibt.“

Die Ter­ro­ri­sten wol­len die Wür­de aus­lö­schen, die den Men­schen aus­zeich­net, der nach dem Eben­bild Got­tes geschaf­fen wur­de. In die­sem Sin­ne sei auch der „Rosen­kranz bis an die Gren­zen“ für die Bekeh­rung der Ter­ro­ri­sten gewe­sen und nicht gegen sie. Glei­ches gel­te für die „Lüge“, die Polen hät­ten „gegen“ die Ein­wan­de­rer und beson­ders die isla­mi­schen Ein­wan­de­rer gebe­tet. Die Polen hät­ten ein Bekennt­nis zur eige­nen Iden­ti­tät abge­legt.

„Die Polen haben gera­de auch des­halb zum Mit­tel des Gebets gegrif­fen, weil sie wis­sen, daß man­che Lügen nur durch das Gebet ver­trie­ben wer­den kön­nen.“

Johan­nes Paul II. sei von Kri­ti­kern der Gebets­ak­ti­on zu Unrecht ins Spiel gebracht wor­den. Er kön­ne das per­sön­lich bezeu­gen. Der pol­ni­sche Papst sei für Gast­freund­schaft gewe­sen, „aber nie zum Preis eines fal­schen Kom­pro­mis­ses, was den eige­nen Glau­ben, die Wür­de und die Iden­ti­tät anbe­langt“. Er habe Frem­de Will­kom­men gehei­ßen, aber „unser Haus dür­fen sie nicht ver­än­dern“.

Politiker „abscheulich“, die wie Macron sagen: „Ihr habt Grundsätze, wir aber das Geld“

Die Polen neh­men den Rosen­kranz in die Hand und beten ihn auch öffent­lich, „weil sie so sind. Sie sind nicht wie Schi­zo­phre­ne, die sich im eige­nen Haus auf eine Wei­se beneh­men und außer­halb ganz anders.“ Die Polen wür­den zwar auch Angst und Druck ken­nen, aber sie hät­ten auch eine Wür­de.

„Für Polen sind Poli­ti­ker abscheu­lich, die ihnen wie vor weni­gen Mona­ten Frank­reichs Staats­prä­si­dent sagen: ‚Ihr habt Grund­sät­ze, aber wir haben das Geld‘.“

Die Aus­lands­po­len hät­ten sich den Polen zu Hau­se ange­schlos­sen, indem sie den Rosen­kranz in Kir­chen und Mari­en­hei­lig­tü­mern gebe­tet haben. So habe auch er es gemacht. „Wir wol­len nicht gegen jene pole­mi­sie­ren, die uns ange­grif­fen haben. In sol­chen Fäl­len hel­fen nicht Pole­mi­ken, son­dern Gebet und Fasten.“

Der öffent­li­che Rosen­kranz der Polen bedeu­te für das übri­ge Euro­pa,

„ein Weck­ruf für das Gedächt­nis, sich an die Situa­ti­on des Men­schen zu erin­nern, ein Weck­ruf, sich an die Sün­de und die ver­lo­re­ne Unschuld zu erin­nern. Er bedeu­tet zugleich, daß das Ver­lo­re­ne wie­der­ge­won­nen wer­den kann, indem man sich bekehrt. Mit dem Rosen­kranz in der Hand rief Johan­nes Paul II. Euro­pa zu: ‚Du kannst noch du selbst sein. Steht auf und geh!“

„Laien sollten Gott bitten, daß er Bischöfe bekehrt, die sich von den ihnen anvertrauten Schafen distanzieren“

„Nur west­li­che Ver­tre­ter“ der kirch­li­chen Hier­ar­chie hät­ten die Gebets­ak­ti­on Rosen­kranz bis an die Gren­zen klein­ge­re­det oder igno­riert. „Die pol­ni­schen Bischö­fe haben mit ihren Gläu­bi­gen gebe­tet.“ Her­un­ter­ge­spielt hät­ten jene, die wenig oder gar nicht mehr beten.

„Wer nicht im Gebet lebt, kann nicht wis­sen, wor­um es geht. Wer nicht den Dia­log lebt, weiß auch nicht, was Dia­log ist. Es fehlt das geist­li­che Leben. Tote atmen nicht. Wenn man­che Prie­ster und auch Bischö­fe behaup­ten, die Polen wür­den mit dem Rosen­kranz Brücken abbre­chen und Mau­ern errich­ten, wäre es bes­ser, sie wür­den sich für eini­ge Zeit in ein Klo­ster zurück­zie­hen, um beten zu ler­nen.“

Prof. Sta­nis­law Gry­gi­el abschlie­ßend:

„Die Bischö­fe soll­ten Gott dan­ken, zu Scha­fen gesandt zu wer­den, die so dem Gebet ver­bun­den sind. Und die Lai­en soll­ten Gott bit­ten, daß er die Bischö­fe bekehrt, die sich von den ihnen anver­trau­ten Scha­fen distan­zie­ren, und sie wie­der in den Stall zurück­führt.“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL/NBQ

4 Kommentare

  1. Ist es nicht wun­der­schön, dass so vie­le Men­schen öffent­lich den Rosen­kranz beten? War­um haben die deut­schen Bischö­fe sich nicht ange­schlos­sen — rufen sie lie­ber zur Isla­mi­sie­rung Euro­pas auf?

    • Weil die Bischö­fe des deut­schen Sprach­raums ihr öffent­li­ches Anse­hen und das erwart­ba­re Medi­en­echo über ihren katho­li­schen Glau­ben stel­len.

  2. Prof. Gry­gi­el liegt genau rich­tig, wenn er dar­auf hin­weist, dass das Rosen­kranz­ge­bet für die christ­lich-pol­ni­sche Iden­tät in kei­ner Wei­se frem­den­feind­lich oder isla­mo­phob ver­stan­den wer­den darf.

    Beson­ders tref­fend ist der Hin­weis auf die Hal­tung Papst Johan­nes Pauls II.:
    „Der pol­ni­sche Papst sei für Gast­freund­schaft gewe­sen, aber nie zum Preis eines fal­schen Kom­pro­mis­ses, was den eige­nen Glau­ben, die Wür­de und die Iden­ti­tät anbe­langt“.

    Isla­mi­sche Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men darf nie zur Auf­ga­be der eige­nen Iden­ti­tät füh­ren. Im Gegen­teil: Die Begeg­nung mit gläu­bi­gen Mos­lems soll­te Chri­sten anspor­nen, inten­si­ver den eige­nen Glau­ben zu leben.
    Umso befremd­li­cher ist es, wenn vom Zen­tral­ko­mi­tee der deut­schen Katho­li­ken gera­de jetzt zu hören ist, es set­ze sich für die Ein­füh­rung eines isla­mi­schen Fei­er­tags ein.

    In Polen spürt man recht genau, dass die west­eu­ro­päi­sche Kri­tik an der pol­ni­schen Flücht­lings­po­li­tik nicht der Flücht­lin­ge wegen vor­ge­bracht wird, son­dern ande­ren Moti­ven folgt: Der Migra­ti­ons­druck soll dafür miss­braucht wer­den, die christ­lich-natio­na­le Iden­ti­tät der euro­päi­schen Völ­ker abzu­räu­men.

Kommentare sind deaktiviert.