Generalrevisor des Vatikans: „Wurde genötigt zurückzutreten“ — Welche Rolle spielt die APSA?

Libero Milone und Papst Franziskus zum Zeitpunkt der Ernennung Milones zum Generalwirtschaftsprüfer des Vatikans.
Libero Milone und Papst Franziskus zum Zeitpunkt der Ernennung Milones zum Generalwirtschaftsprüfer des Vatikans.

(Rom) Nicht nur die Zurecht­wei­sung des Pap­stes wegen Ver­brei­tung von Häre­si­en berei­tet im Vati­kan Kopf­zer­bre­chen. Auch das Inter­view des ehe­ma­li­gen, von Fran­zis­kus ein­ge­setz­ten, dann aber abge­setz­ten Gene­ral­wirt­schafts­prü­fers des Vati­kans sorgt für Unru­he. Das vati­ka­ni­sche Pres­se­amt ver­öf­fent­lich­te gestern mit­tag eine unge­wöhn­li­che Pres­se­er­klä­rung:

„Der Hei­li­ge Stuhl nimmt mit Erstau­nen und Bedau­ern die Aus­sa­gen von Dr. Libe­ro Milo­ne, ehe­ma­li­ger Gene­ral­re­vi­sor, zur Kennt­nis. Dadurch hat er das Abkom­men miß­ach­tet, die Grün­de sei­nes Rück­tritts vom Amt ver­trau­lich zu behan­deln. Es wird auf­grund der Sta­tu­ten dar­an erin­nert, daß es Auf­ga­be des Gene­ral­re­vi­sors ist, die Bilan­zen zu ana­ly­sie­ren sowie die Kon­ten den Hei­li­gen Stuh­les und der damit ver­bun­de­nen Ver­wal­tun­gen. Tat­sa­che ist, daß das von Dr. Milo­ne gelei­te­te Amt, außer­halb sei­ner Zustän­dig­keit, ille­gal eine exter­ne Gesell­schaft beauf­tragt hat­te, Ermitt­lun­gen über das Pri­vat­le­ben von Ver­tre­tern des Hei­li­gen Stuh­les durch­zu­füh­ren.
Das stellt nicht nur eine Straf­tat dar, son­dern hat auf unüber­brück­ba­re Wei­se das in Dr. Milo­ne gesetz­te Ver­trau­en zer­bro­chen, der, zur Rede gestellt, aus frei­en Stücken akzep­tiert hat, sei­nen Rück­tritt ein­zu­rei­chen. Es wird ver­si­chert, daß die Unter­su­chun­gen mit aller Sorg­falt und Respekt vor der Per­son geführt wur­den.“

Das Pressegespräch in der Rechtsanwaltskanzlei

Die „Aus­sa­gen“, von denen in der Pres­se­er­klä­rung die Rede ist, bezie­hen sich auf ein Inter­view, das Libe­ro Milo­ne dem Cor­rie­re del­la Sera, dem Wall Street Jour­nal, Reu­ters und SkyTg24 gege­ben hat­te. Alle die­se Medi­en hat­ten das Inter­view zeit­gleich am Sonn­tag­mor­gen ver­öf­fent­licht.

Der Gene­ral­re­vi­sor ist ein Amt an der Römi­schen Kurie, das erst von Papst Fran­zis­kus ein­ge­rich­tet wur­de. Mit dem Motu pro­prio Fide­lis dis­pen­sor et pru­dens vom 24. Febru­ar 2014 schuf Fran­zis­kus den Wirt­schafts­rat, das Wirt­schafts­se­kre­ta­ri­at und das Amt des Gene­ral­re­vi­sors.

Der Gene­ral­re­vi­sor übt, laut Motu pro­prio, die Auf­ga­be eines ober­sten Wirt­schafts­prü­fers für die gesam­te Römi­sche Kurie aus. Der Gene­ral­re­vi­sor habe in „vol­ler Auto­no­mie und Unab­hän­gig­keit“ zu han­deln und ist daher direkt dem Papst unter­stellt, dem allein er wei­sungs­ge­bun­den ist.

Dem Gene­ral­re­vi­sor ste­hen zwei bei­geord­ne­te Revi­so­ren zur Sei­te. Alle drei wer­den vom Papst auf fünf Jah­re ernannt auf Vor­schlag des Koor­di­na­tors des Wirt­schafts­ra­tes, der dazu den Kar­di­nal­staats­se­kre­tär und den Prä­fek­ten des Wirt­schafts­se­kre­ta­ri­ats hören muß. Koor­di­na­tor des Wirt­schafts­ra­tes ist Rein­hard Kar­di­nal Marx, der Erz­bi­schof von Mün­chen-Frei­sing und Vor­sit­zen­de der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz.

Die Ernennung: „Nur dem Papst weisungsgebunden“

Am 22. Febru­ar wur­den vom Papst die Sta­tu­ten der drei neu­errich­te­ten Insti­tu­tio­nen erlas­sen, womit mit ihrer tat­säch­li­chen Errich­tung begon­nen wer­den konn­te.

Auf Vor­schlag von Kar­di­nal Marx ernann­te Papst Fran­zis­kus am 9. Mai 2015 Libe­ro Milo­ne zum ersten und bis­her ein­zi­gen Gene­ral­re­vi­sor des Hei­li­gen Stuh­les. Die eigent­li­che Emp­feh­lung zur Ernen­nung Milo­nis war dabei von Kar­di­nal Pell, dem Prä­fek­ten des Wirt­schafts­se­kre­ta­ri­ats gekom­men.

Milo­ne, damals 66 Jah­re alt, wur­de von den füh­ren­den Medi­en als „Mana­ger von inter­na­tio­na­lem Rang“ vor­ge­stellt. Der in den Nie­der­lan­den gebo­re­ne Wirt­schafts­prü­fer war als sol­cher für das Welt­ernäh­rungs­pro­gramm der UNO, für Unter­neh­men wie FIAT und Wind tätig, aber auch als Vor­stands­vor­sit­zen­der des ita­lie­ni­schen Able­gers des inter­na­tio­na­len Wirt­schafts­prü­fungs- und Bera­tungs­un­ter­neh­mens Deloit­te. „Ich habe die­sen Posten nicht gesucht. Ich wur­de von Mia­mi, vom Stu­dio Egon Zehn­der kon­tak­tiert und habe zuge­sagt, weil ich an die Refor­men von Papst Fran­zis­kus geglaubt habe“, so Milo­ne zu den vier Medi­en.

Zum Zeit­punkt sei­ner Ernen­nung hieß es, er sei in sei­nem Vor­ge­hen völ­lig frei und nur dem Papst ver­pflich­tet, dem er Bericht zu erstat­ten habe. Kar­di­nal Geor­ge Pell, der erster Prä­fekt des Wirt­schafts­se­kre­ta­ri­ats wur­de, sag­te damals: „Er muß sich für sein Han­deln und sei­ne Ermitt­lun­gen nur dem Papst ver­ant­wor­ten und wird frei sein, in der Vati­kan­stadt über­all­hin zu gehen, um die Finan­zen und deren Ver­wal­tung von jedem Amt zu über­prü­fen.“

„Konflikt mit der APSA“ — Der angezapfte Computer und Vatileaks 2

Am ver­gan­ge­nen 19. Juni erfolg­te plötz­lich der über­ra­schen­de Rück­tritt Milo­nes. Grün­de für den uner­war­te­ten Abgang nach nur zwei von fünf Jah­ren wur­den „weder von ihm noch vom Hei­li­gen Stuhl“ genannt, so der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster. Aus dem Vati­kan sicker­ten unter­schied­li­che Stim­men durch. Eini­ge schei­nen absicht­lich gestreut wor­den zu sein. Von Insi­dern war von einem „Kon­flikt“ des Gene­ral­re­vi­sors mit der von Kar­di­nal Dome­ni­co Cal­ca­g­no gelei­te­ten Güter­ver­wal­tung des Apo­sto­li­schen Stuhls (APSA) die Rede. Die APSA hat­te sich bereits in der Ver­gan­gen­heit jeder Kon­trol­le durch ande­re Stel­len ver­wei­gert. Ent­spre­chen­de Kon­flik­te gab es auch, weil sich die Güter­ver­wal­tung gegen die Ein­glie­de­rung in das neue Wirt­schafts­se­kre­ta­ri­at von Kar­di­nal Pell wehr­te. Und tat­säch­lich fin­det sich in Milo­nes Inter­view auch ein Hin­weis auf die „zeit­glei­che“ Ent­fer­nung von Kar­di­nal Pell.

Kar­di­nal Pell und Milo­ne hat­ten gut zusam­men­ge­ar­bei­tet. Milo­ne berief ein Dut­zend Fach­leu­te, um mit ihnen die Mäan­der der Vati­kan­fi­nan­zen und Ver­wal­tun­gen zu ent­zif­fern.

Milo­ne war es, der im Okto­ber 2015, erst weni­ge Mona­te im Amt, ent­deck­te, daß es einen unbe­rech­tig­ten Zugriff auf sei­nen Com­pu­ter gege­ben hat­te. Die­se Ent­deckung wur­de zum Aus­lö­ser für den Vati­leaks-2-Skan­dal. Der Skan­dal erklärt, so Milo­ne, wes­halb er dar­auf eine Über­prü­fung der Räum­lich­kei­ten sei­ner Behör­de nach Wan­zen oder ande­ren Über­wa­chungs- und Abhör­sy­ste­me durch­füh­ren habe las­sen. Damit habe er ein spe­zia­li­sier­tes Unter­neh­men beauf­tragt und die Kosten dafür ord­nungs­ge­mäß abge­rech­net.

Im ver­gan­ge­nen Mai schrie­ben Milo­ne und Kar­di­nal Pell ein Rund­schrei­ben an alle römi­schen Dikaste­ri­en, mit der sie zwei Rund­schrei­ben der APSA für null und nich­tig erklär­ten, scheint der Kon­flikt explo­diert zu sein. Milo­nes The­se, daß gegen ihn eine Anschul­di­gung kon­stru­iert wur­de, um ihn los­zu­wer­den, spricht vor allem die Tat­sa­che, daß das für ihn vor­be­rei­te­te Rück­tritts­schrei­ben, das er am 19. Juni unter­schrei­ben soll­te, das Datum vom 12. Mai trug.

Am 30. Mai schrieb Katholisches.info:

„Erst vor weni­gen Wochen, so Tosat­ti, muß­te das Wirt­schafts­se­kre­ta­ri­at mit einem gehar­nisch­ten Brief die von Kar­di­nal Dome­ni­co Cal­ca­g­no gelei­te­te Güter­ver­wal­tung des Apo­sto­li­schen Stuhls (APSA), eine Ein­rich­tung, die eigent­lich ursprüng­lich in der Pell-Behör­de auf­ge­hen soll­te, zurecht­wei­sen. Die APSA hat­te allen vati­ka­ni­schen Behör­den eine bestimm­te Rech­nungs­prü­fungs­kanz­lei emp­foh­len, als wür­de das Wirt­schafts­se­kre­ta­ri­at gar nicht exi­stie­ren.“

Und weni­ge Tage nach Milo­nes Rück­ritt schrieb Katholisches.info am 27. Juni:

„Die Grün­de sind schwer zu durch­schau­en. In den ersten Mona­ten sei­ner Tätig­keit waren Unbe­kann­te in sei­nen Com­pu­ter ein­ge­drun­gen. Der Vor­fall löste den Skan­dal Vati­leaks 2 aus. Vor weni­gen Wochen soll es zu einer har­ten Aus­ein­an­der­set­zung mit der von Kar­di­nal Dome­ni­co Cal­ca­g­no gelei­te­ten Güter­ver­wal­tung des Apo­sto­li­schen Stuhls (APSA) gekom­men sein.“

Und wei­ter:

„Milo­ne hat­te zusam­men mit Kar­di­nal Geor­ge Pell, dem Prä­fek­ten des neu­en vati­ka­ni­schen Wirt­schafts­se­kre­ta­ri­at, mit dem es eine ‚enge und gute‘ Zusam­men­ar­beit gege­ben habe, einen Brief an alle Dikaste­ri­en der Römi­schen Kurie geschickt. Dar­in wur­de mit­ge­teilt, daß zwei Schrei­ben der APSA von Anfang Mai, unter­zeich­net vom APSA-Sekre­tär Msgr. Mau­ro Rivel­la, kei­ne Gül­tig­keit hät­ten.
Medi­en berich­te­ten, daß Fran­zis­kus‘ Reform­wil­le ‚ins Stocken‘ gera­te und auf ‚hef­ti­gen Wider­stand‘ sto­ße. Um eine unzu­tref­fen­de Pole­mik han­delt es sich, wenn eini­ge Mas­sen­me­di­en, auch im deut­schen Sprach­raum, den Kon­flikt als Teil eines ‚Macht­kamp­fes kon­ser­va­ti­ver Krei­se‘ gegen Fran­zis­kus schil­der­ten. Bereits die han­deln­den Figu­ren zei­gen, daß der Kon­flikt ganz anders gela­gert ist.“

Bereits im Som­mer 2016 hat­te Papst Fran­zis­kus die Zustän­dig­kei­ten von Kar­di­nal Pell mas­siv beschnit­ten. Wie es hießt, nicht zuletzt auch wegen nach­drück­li­cher Pres­sio­nen der APSA. Kur­ze Zeit dar­auf schloß Papst Fran­zis­kus die Türen für den von ihm ein­ge­setz­ten Milo­ne, da die­ser das Vor­ge­hen Pells für rich­tig und kor­rekt hielt, um mehr Trans­pa­renz in die Finan­zen und Ver­wal­tung des Vati­kans zu brin­gen, wie es sein Auf­trag aus­drück­lich vor­sah. Doch Papst Fran­zis­kus unter­stütz­te die­sen von ihm selbst vor­ge­ge­be­nen Weg irgend­wann nicht mehr. Ob er von den fal­schen Leu­ten „nur“ falsch infor­miert wur­de, wie Milo­ne in sei­nem Pres­se­inter­view meint, läßt sich nicht sagen.

„Zu tausend Prozent unschuldig“

Nach eini­gen Mona­ten ging der ehe­ma­li­ge Gene­ral­re­vi­sor nun an die Öffent­lich­keit und erklär­te: „zu tau­send Pro­zent unschul­dig“ zu sein. Des­halb habe er sich auch ent­schlos­sen, vier aus­ge­wähl­ten Medi­en die Hin­ter­grün­de des­sen zu schil­dern, was am 19. Juni gesche­hen ist. Die Ver­tre­ter der vier Medi­en wur­den dazu in die Kanz­lei sei­nes Rechts­an­wal­tes ein­ge­la­den, der wäh­rend des Gesprä­ches anwe­send war.

Hier sei­ne Schil­de­rung in der Zusam­men­fas­sung des Vati­ka­ni­sten San­dro Magi­ster:

Zuerst wurde er ins Staatssekretariat zitiert.

„Vom Sub­sti­tu­ten des Staats­se­kre­tärs, Msgr. Becciu, emp­fan­gen, wur­de mir gesagt, daß das Ver­trau­ens­ver­hält­nis zum Papst einen Riß bekom­men habe: Der Hei­li­ge Vater wol­le mei­nen Rück­tritt. Ich frag­te nach den Grün­den, und er nann­te mir eini­ge, die mir unglaub­lich schie­nen. Ich ant­wor­te­te, daß die Anschul­di­gun­gen falsch und erfun­den sei­en, um sowohl ihn als auch Fran­zis­kus zu täu­schen; und daß ich mit dem Papst dar­über spre­chen wür­de. Doch die Ant­wort war, daß das nicht mög­lich sei.“

Dann ging es zur Gendarmerie

Statt zum Papst vor­ge­las­sen zu wer­den, dem allein er wei­sungs­ge­bun­den war – und nicht dem Sub­sti­tu­ten Becciu des Staats­se­kre­ta­ri­ats -, wur­de er der vati­ka­ni­schen Gen­dar­me­rie vor­ge­führt, die ihn ins Ver­hör nahm.

„Ich erin­ne­re mich, daß mir der Kom­man­dant Gian­do­me­ni­co Gia­ni ins Gesicht schrie, daß ich alles zu geste­hen habe. Was hät­te ich aber geste­hen sol­len? Ich hat­te nichts getan.“

Die Gendarmerie bringt ihn in sein Büro

„Mir wur­den zwei Rech­nun­gen gezeigt, vom sel­ben Lie­fe­ran­ten aus­ge­stellt, und mir vor­ge­wor­fen, Gel­der abge­zweigt zu haben: also Unter­schla­gung, als Amts­per­son. Ich sah, daß sich auf bei­den Rech­nun­gen der Stem­pel mei­nes Amtes befand, aber nur eine von mir unter­schrie­ben war. Die ande­re ent­hielt als Unter­schrift einen Kritz­ler. Es waren Posten in der Höhe von 28.000 Euro zur Über­prü­fung und Säu­be­rung der Büros von even­tu­el­len Wan­zen. Das Gerichts­de­kret sprach nur von mei­nen Zustän­dig­kei­ten als Wirt­schafts­prü­fer, ohne mei­ne Kon­trol­len gegen Geld­wä­sche und Kor­rup­ti­on zu erwäh­nen, die in den Sta­tu­ten ent­hal­ten sind. Und damit wur­de ich zudem beschul­digt, ver­sucht zu haben, mir Info­ra­tio­nen über Vati­kan­ver­tre­ter zu ver­schaf­fen. Ich kam drauf, daß bereits seit sie­ben Mona­ten gegen mich ermit­telt wur­de.“

Die Bekanntgabe des Rücktritts

„Da ich mei­ne Unschuld beteu­er­te, sag­te mir Gia­ni, daß ich ent­we­der geste­he oder die Nacht bei der Gen­dar­me­rie ver­brin­gen wer­de. Wenn es Euer Ziel ist, daß ich zurück­tre­te, dann tre­te ich zurück. Ich sag­te, das Schrei­ben auf­zu­set­zen. Man sag­te mir, daß es schon vor­be­rei­tet ist. Sie hol­ten es. Ich las es und sag­te: Das unter­schrei­be ich nicht, weil der 19. Juni war, das Schrei­ben aber mit 12. Mai datiert war. Sie sag­ten, sich geirrt zu haben.“

Vergebliche Versuche, mit dem Papst zu sprechen

„Mit­te Juli habe ich über einen siche­ren Kanal dem Papst geschrie­ben und ich den­ke, daß er den Brief erhal­ten hat. Dar­in habe ich geschil­dert, daß ich das Opfer einer kon­stru­ier­ten Ankla­ge war und daß ich ver­wun­dert bin über das zeit­glei­che Aus­schei­den von Kar­di­nal Pell. Kei­ne Ant­wort. Hat­te das Ver­trau­ens­ver­hält­nis wirk­lich einen Riß bekom­men? Aber dann hät­te der Papst mich doch anru­fen und es mir sagen kön­nen.“

Der Papst hat­te den Kon­takt zu Milo­ne schon län­ger ein­ge­stellt.

„Seit dem 1. April 2016 habe ich ihn nicht mehr gese­hen. Im Sep­tem­ber bat ich, ihn sehen zu kön­nen. Man sag­te mir, ein Ansu­chen an das Staats­se­kre­ta­ri­at zu rich­ten. Ich habe zwei gestellt, schrift­lich. Nie eine Ant­wort. Vor­her habe ich ihn alle vier bis fünf Wochen getrof­fen. Ich den­ke, daß der Papst von der alten Macht blockiert wur­de, die noch immer dort ist und sich bedroht fühl­te, als sie ver­stan­den hat­te, daß ich direkt dem Papst und Paro­lin berich­ten konn­te, was ich in den Kon­ten gese­hen habe. Das sagt mir die Logik.“

Die Aus­sa­gen Milo­nes „brin­gen zusätz­li­che Unru­he in den Kir­chen­staat“, so Der Spie­gel in sei­nem Bericht über die Zurecht­wei­sung von Papst Fran­zis­kus wegen der Ver­brei­tung von Häre­si­en.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vatican.va (Screen­shot)




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