IS-Attentäter durch DNA identifiziert — Ägyptens Christen sagen Liturgien ab: nur Ostersonntag wird öffentlich zelebriert

(Kai­ro) Wie das ägyp­ti­sche Innen­mi­ni­ste­ri­um bekannt­gab, konn­te mit Hil­fe einer DNA-Pro­be einer der Selbst­mord­at­ten­tä­ter iden­ti­fi­ziert wer­den, die am ver­gan­ge­nen Palm­sonn­tag zwei kop­ti­sche Kir­chen in Ägyp­ten ange­grif­fen hat­ten. 45 Chri­sten waren dabei getö­tet und mehr als 100 ver­letzt wor­den. Bei dem Täter, der sich vor der St. Mar­kus­kir­che in Alex­an­dria in die Luft spreng­te, han­delt es sich um Mah­mud Hasan Muba­rak Abdal­lah, der den Sicher­heits­be­hör­den bereits als „gefähr­lich“ bekannt war und auf einer Liste flüch­ti­ger Per­so­nen stand.

Unter­des­sen gehen die Ermitt­lun­gen wei­ter, um auch den Atten­tä­ter gegen die St. Georgs­kir­che von Tan­ta zu iden­ti­fi­zie­ren. Zu den blu­ti­gen Atten­ta­ten bekann­te sich die Dschi­had-Miliz Isla­mi­scher Staat (IS), die wei­te­re Anschlä­ge gegen die Chri­sten ankün­dig­te. Aus die­sem Grund berei­tet das Innen­mi­ni­ste­ri­um unter Hoch­druck Sicher­heits­maß­nah­men für die bevor­ste­hen­den Oster­fei­er­lich­kei­ten vor.

Mah­mud Hasan Muba­rak Abdal­lah wur­de, laut den von Asia­news zitier­ten „Quel­len im Innen­mi­ni­ste­ri­um“, 1986 in Qina in Ober­ägyp­ten gebo­ren und leb­te in der Pro­vinz Suez. Das am Tat­ort sicher­ge­stell­te DNA wur­de mit einer Daten­bank ver­däch­ti­ger Isla­mi­sten abge­gli­chen, dadurch konn­te er iden­ti­fi­ziert wer­den. Mah­mud Hasan Muba­rak Abdal­lah arbei­te­te für eine Erd­öl­ge­sell­schaft und war Teil eines ter­ro­ri­sti­schen Netz­werks, das am 11. Dezem­ber 2016 das Atten­tat auf die kop­ti­sche St. Mar­kus­ka­the­dra­le von Abas­si­ya in Kai­ro ver­üb­te. Dabei wur­den 23 kop­ti­sche Chri­sten getö­tet.

Staats­prä­si­dent as-Sisi ver­häng­te nach den Palm­sonn­tags­an­grif­fen über ganz Ägyp­ten einen drei­mo­na­ti­gen Aus­nah­me­zu­stand. Die Sicher­heits­maß­nah­men wur­den erhöht, um die christ­li­che Min­der­heit des Lan­des zu schüt­zen. Die kop­tisch-ortho­do­xe Kir­che kün­dig­te an, die hei­li­ge Lit­ur­gie zu Lei­den, Tod und Auf­er­ste­hung Jesu Chri­sti zum Zei­chen der Trau­er für die getö­te­ten Chri­sten ein­zu­schrän­ken. Nur das Oster­fest am Sonn­tag wird gefei­ert, wäh­rend alle ande­ren öffent­li­chen Lit­ur­gien in Abspra­che mit den Behör­den abge­sagt wur­den. Glei­ches gaben die katho­li­sche Kir­che in Ägyp­ten und die Angli­ka­ner bekannt, die die Lit­ur­gie der Oster­nacht absag­ten.

Der Oster­sonn­tag wird zudem als Gedenk­tag für die Mär­ty­rer des Palm­sonn­ta­ges began­gen. Auch die tra­di­tio­nel­le Ver­tei­lung von Süßig­kei­ten an die Kin­der durch den kop­ti­schen Patri­ar­chen Tawa­dros II. wur­de abge­sagt.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Asia­news

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1 Kommentar

  1. DNA-Ana­ly­sen — was für kri­mi­na­li­sti­sche Stein­zeit­me­tho­den! Bei uns schaut man auf die Per­so­nal­aus­wei­se und son­sti­ge Doku­men­te, die von den Jiha­di­sten freund­li­cher­wei­se am Tat­ort zurück­ge­las­sen wer­den.

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