Vor vier Jahren wurde Papst Franzisus gewählt — Benedikt XVI.: „Nein“, mit Bergoglio habe er definitiv nicht gerechnet

Heute vor vier Jahren wurde Papst Franziskus gewählt. Benedikt XVI. erinnert sich an das Konklave: "Nein", Bergoglio habe definitiv nicht zu seinen Favoriten gehört noch habe er mit seiner Wahl gerechnet.
Heute vor vier Jahren wurde Papst Franziskus gewählt. Benedikt XVI. erinnert sich an das Konklave: "Nein", Bergoglio habe definitiv nicht zu seinen Favoriten gehört noch habe er mit seiner Wahl gerechnet.

(Rom) Heu­te vor vier Jah­ren wur­de Papst Fran­zis­kus gewählt. Den Weg für das Kon­kla­ve hat­te Papst Bene­dikt XVI. mit sei­nem uner­war­te­ten und für die Kir­chen­ge­schich­te sen­sa­tio­nel­len Rück­tritt frei­ge­macht. Mit der Wahl von Kar­di­nal Jor­ge Mario Ber­go­glio habe er aber defi­ni­tiv nicht gerech­net.

Im Gesprächs­buch „Letz­te Gesprä­che“ mit Peter See­wald, das im Sep­tem­ber 2016 in den Buch­han­del kam, äußer­te sich Bene­dikt XVI. auch zum Aus­gang des Kon­kla­ves. Der gewe­se­ne Papst sprach dabei zwar mit gebo­te­ner Zurück­hal­tung und sag­te den­noch eini­ges.

In dem Buch nann­te Bene­dikt XVI. den Welt­ju­gend­tag als „einen wei­te­ren Umstand“, der zu sei­nem Rück­tritt geführt habe: „Ein Welt­ju­gend­tag ohne die phy­si­sche Prä­senz des Pap­stes ist undenk­bar. Dies war ein wei­te­rer Umstand, wes­halb ich den Rück­tritt als mei­ne Pflicht gese­hen habe.“

Was aber sag­te Bene­dikt gute drei Jah­re nach dem Kon­kla­ve zur Wahl von Papst Fran­zis­kus?

Peter See­wald frag­te ihn, ob es stim­me, was gesagt wer­de, daß Ber­go­glio einer sei­ner „Favo­ri­ten“ gewe­sen sei.

„Nein“, er kön­ne nichts der­glei­chen von sich sagen , ant­wor­te­te Bene­dikt „lachend“, wie See­wald ver­zeich­ne­te.

Fran­zis­kus sei ein ent­schlos­se­ne­re Mann, so Bene­dikt, einer, der bereits in Argen­ti­ni­en mit Ent­schlos­sen­heit ent­schie­den habe, daß etwas gemacht wer­de und ande­res nicht. Sei­ne Herz­lich­keit und sei­ne gro­ße Auf­merk­sam­keit für Kon­flik­te und Pro­ble­me ande­re, sei­en jedoch ihm eige­ne Aspek­te, die man so nicht kann­te.

See­wald frag­te nach, ob Bene­dikt die Wahl eines ande­ren Pap­stes erwar­tet habe.

„Ja“, das habe er, lau­te­te die Ant­wort. Er habe zwar an nie­mand spe­zi­ell gedacht, bemüh­te sich Bene­dikt um eine Abschwä­chung der Aus­sa­ge, doch „ja, an einen ande­ren schon“.

Jeden­falls nicht Ber­go­glio, hak­te See­wald noch ein­mal nach.

„Nein“, Ber­go­glio jeden­falls nicht, an ihn habe er gar nicht gedacht. Er habe „eini­ge Namen im Kopf“ gehabt, aber Ber­go­glio sei defi­ni­tiv nicht dar­un­ter gewe­sen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Info­va­ti­ca­na

3 Kommentare

  1. Sehr, sehr merk­wür­dig, was der gewe­se­ne Papst in die­sem Buch alles äußert, und wenig über­zeu­gend. Näh­me man sei­ne Aus­sa­gen wört­lich, könn­te zukünf­tig wohl kein Papst mehr die­ses Amt bis an sein Lebens­en­de beklei­den. Das kor­re­spon­diert nicht mit dem Auf­ga­ben­pro­fil, das ich dem Papst­amt zurech­ne. Wie passt das alles mit dem Opfer­tod Chri­sti und sei­nem Lei­dens­weg zusam­men, wenn ein Papst bei schwin­den­den Kräf­ten nicht mehr für sein Amt geeig­net sein soll, ja der Öffent­lich­keit nicht mehr zuzu­mu­ten ist? Durch die­sen histo­ri­schen Schritt Bene­dikts ist Authen­ti­zi­tät ver­lo­ren gegan­gen.

  2. Inter­es­san­te Aus­sa­ge!

    Ber­go­glio soll bereits 2005 im Kon­kla­ve sein stärk­ster Kon­kur­rent gewe­sen sein.

    Dann hät­te der em. Papst wohl gedacht, der Hei­li­ge Geist wür­de eine ande­re Wahl tref­fen.

Kommentare sind deaktiviert.