„Ich will mich“ — „Selbstheirat“, die ultimative Degeneration der Ehe

Selbstheirat - narzißtische Pathologie
Selbstheirat - narzißtische Pathologie

(New York) Die Gren­zen des Skur­ri­len sind weit gesteckt in einer medi­al über­hitz­ten Gesell­schaft, die auf „Arbei­ten für den Kon­sum“ und „Brot und Spie­le“ getrimmt wird. Das „Hor­ror­ka­bi­nett“ öff­net immer neue Zim­mer, so Nuo­va Bus­so­la Quo­ti­dia­na. Nach­dem sich Life­style-Jour­na­li­sten, „Kul­tur­ex­per­ten“ und son­sti­ge „Intel­lek­tu­el­le aller Art“ mit der „Lie­be“ und „Ehe“ zwi­schen Men­schen und Andro­iden beschäf­tig­ten, steht nun die „Selbst­hei­rat“ auf der Tages­ord­nung. Ganz neu ist die Idee nicht, wird aber aktu­ell von eini­gen Medi­en wie­der ins Gespräch gebracht.

„Warum ich mich selbst geheiratet habe“

Das US-Monats­ma­ga­zin Good Hou­se­kee­ping ver­öf­fent­lich­te den Arti­kel „War­um ich mich selbst gehei­ra­tet habe“. Unter­ti­tel: „Die Ehe mit sich selbst ist ein klei­nes Phä­no­men, das aber welt­weit zunimmt“.

Das Maga­zin erzählt die Geschich­ten von Eri­ka Ander­son und ande­ren Durch­ge­knall­ten. Über­le­gen Sie sich also, ob Sie wirk­lich wei­ter­le­sen wol­len. Es könn­te der fina­le Angriff auf Ihre Ner­ven sein.

Eri­ka Ander­son hat nach einer Schei­dung „sich selbst“ gehei­ra­tet. Die Hoch­zeits­fei­er fand mit vie­len Gela­de­nen auf einer Ter­ras­se im New Yor­ker Stadt­teil Brook­lyn statt. Die Braut trug ein klas­si­sches, wei­ßes Braut­kleid. Sie sprach auch eine Art Ehe­ver­spre­chen an sich selbst: „Ich habe mich für Dich ent­schie­den“. Dann kipp­te sie zwei Glä­ser Whis­key hin­un­ter, schließ­lich muß­te sie ja für „bei­de“ Braut­leu­te trin­ken. Ein Glas für sich und eines … für sich.

Zur Selbst­hei­rat waren Hoch­zeits­ein­la­dun­gen ver­schickt wor­den, es gab eine Hoch­zeits­li­ste und einen Ver­lo­bungs­ring. Hät­ten es eigent­lich nicht zwei sein müs­sen? Eri­ka gestand dem Monats­ma­ga­zin: „Die Ent­schei­dung war nicht leicht“. Offen­sicht­lich hat Eri­ka Pro­ble­me mit sich selbst. Da will eine Ehe schon gut über­legt sein. Doch dann kam ihr ein „Gei­stes­blitz“: „Dann habe ich aber beschlos­sen, daß es Zeit ist, unter die Hau­be zu kom­men“. Die Zeit sei „reif“ gewe­sen: „Ja zu mir selbst zu sagen“. Der klas­si­sche Satz, aus jedem Hol­ly­wood-Strei­fen bekannt, „Sie dür­fen nun die Braut küs­sen“, fruch­te­te bei Eri­ka aller­dings nicht. Eine sol­che Ver­ren­kung wäre auch ihr unmög­lich gewe­sen, wes­halb sie dar­auf ver­zich­te­te.

Nasenring als Ehering, „um mein Eheversprechen mir selbst gegenüber jeden Tag zu atmen“

Eine ähn­li­che Geschich­te wird von Domi­ni­que Youk­heh­paz berich­tet. Auch sie ent­schied sich dafür, sich selbst „zu ach­ten und zu lie­ben“. Als „Ehe­ring“ wähl­te sie einen Nasen­ring, „um mein Ehe­ver­spre­chen jeden Tag atmen zu kön­nen“. 2011 sei ihre Ent­schei­dung gereift, zu sich selbst „Ja, ich will“ zu sagen. Das war, nach­dem sie an der Ver­an­stal­tung „Ver­brennt den Mann“ teil­ge­nom­men hat­te. Hun­dert Frau­en sag­ten damals vor einem Spie­gel zu sich selbst: „Ich will Dich“. Ein Ritu­al der Ver­ach­tung des Man­nes. Der anti­ke, grie­chi­sche Mythos des Nar­ziß und Oscar Wil­des Roman „Das Bild­nis des Dori­an Gray“ fin­den hier eine gro­tes­ke Bestä­ti­gung und Neu­auf­la­ge.

Domi­ni­que sprach zu sich selbst die For­mel: „Ich ver­spre­che, Dich nie zu ver­las­sen“, „ich ver­spre­che, Hil­fe zu holen, wenn Du lei­dest, „ich ver­spre­che, jeden Tag in den Spie­gel zu schau­en und Dir dank­bar zu sein“, „ich ver­spre­che, Dir ein Leben zu schen­ken, das Du Dir schon lan­ge gewünscht hast“.

Das ein­zi­ge ver­nünf­ti­ge Ver­spre­chen fehl­te, sich selbst zu ver­spre­chen, nie mehr Blöd­sinn zu reden. Patho­lo­gi­sche Schi­zo­phre­nie als Teil der Sit­ten. Die gespal­te­ne Per­sön­lich­keit, die sich in einem pein­lich-bemit­lei­dens­wer­ten Solip­sis­mus selbst zele­briert und vor der Gleich­gül­tig­keit oder dem Applaus der Mit­men­schen im ego­zen­tri­schen Morast ver­sinkt.

Sicherheitshalber Gütertrennung, man weiß nie

Domi­ni­que betreibt eine eige­ne Inter­net­sei­te „Self Mar­ria­ge Cere­mo­nies“, auf der sie Tips und Dienst­lei­stun­gen für die „Selbst­hei­rat“ anbie­tet. Sie behaup­tet, jede Woche Per­so­nen zu tref­fen, sie so in sich selbst „ver­liebt“ sind, sich selbst hei­ra­ten zu wol­len. Blie­be nur noch die Fra­ge, wie das mit einer even­tu­el­len Schei­dung funk­tio­niert, und ob ein Ehe­ver­trag auf­ge­setzt oder Güter­tren­nung ver­ein­bart wer­den soll­te. Immer­hin sind das ja alles „wich­ti­ge“ Hin­wei­se, die heu­te jedem Paar gleich bei der Ehe­vor­be­rei­tung bei­gebracht wer­den.

Solipsismus
Solip­sis­mus

In Kana­da gibt es eine Agen­tur „Hei­ra­te Dich selbst“. Das Ange­bot reicht vom Foto­gra­fen bis zum Cate­ring. In Japan bie­tet ein Rei­se­bü­ro Pake­te für „Flit­ter­wo­chen“ für Selbst­hoch­zei­ten an – all inclu­si­ve, wegen des Ein­zel­zim­mer­zu­schlags aller­dings im Ver­hält­nis etwas teu­rer. Wir erspa­ren uns die Vor­stel­lung, wie ein Selbst­ver­hei­ra­te­ter die Hoch­zeit­nacht mit sich selbst ver­bringt.

Die Selbst­hei­rat ist – zwangs­läu­fig – homo­se­xu­ell und damit voll im Trend. Wahr­schein­lich ist sie aber noch nicht der Tief­punkt in der Zer­set­zung der Ehe. Die Ehe ist heu­te, wenn sie über­haupt geschlos­sen wird, vie­len nur eine wei­te­re Form der ohne­hin prak­ti­zier­ten Selbst­ver­wirk­li­chung. Das Schei­tern wird von vor­ne­her­ein ein­kal­ku­liert und bil­li­gend in Kauf genom­men, wenn der Part­ner dem eige­nen Ich in die Que­re kom­men soll­te. Man­che sam­meln Brief­mar­ken, ande­re Ehen. Der Spruch hat „Gül­tig­keit“, seit es Hol­ly­wood gibt.

Verwaltung vorbereitet: Ein-Personen-Familien

Die Selbst­hei­rat wird von ihren Ver­fech­tern als Aus­druck der Selbst­wert­schät­zung behaup­tet: „Ich zäh­le“. Eigent­lich wur­de die Ehe von den Femi­ni­stin­nen als „bür­ger­li­cher Käfig“ für Frau­en behaup­tet. Nun wird im Super­markt der Mög­lich­kei­ten die Selbst­hei­rat als „Ange­bot“ für „allein­ste­hen­de Frau­en“ bewor­ben, doch noch unter die Hau­be zu kom­men.

Nach­dem die „Homo-Ehe“ als Ehe-Vor­aus­set­zung die Geschlech­ter­ver­schie­den­heit besei­tigt hat, besei­tigt die Selbst­hei­rat nun auch das Du, die Gemein­schaft zwei­er Per­sön­lich­kei­ten. Nihi­lis­mus pur.

Die Poli­tik hat der Selbst­hei­rat bereits den Boden berei­tet. Für die Büro­kra­tie ist sie pro­blem­los „inte­grier­bar“, seit aus der Fami­lie „Fami­li­en“ wur­den und in man­chen Län­dern alle Haus­hal­te als „Fami­li­en“ geführt wer­den, obwohl in den Groß­städ­ten mehr als die Hälf­te der Haus­hal­te nur aus einer Per­son bestehen. Der Begriff „Sin­gle­haus­halt“ war ein­mal. Die alt­mo­di­sche Fami­lie ist wie­der In, aller­dings eine umin­ter­pre­tier­te „Fami­lie“, die nur noch eine Namens­ähn­lich­keit auf­weist. „Mach kaputt, was dich kaputt macht“ lau­te­te eine der bekann­te­sten Paro­len der 68er-Revol­te. Im Bereich Ehe und Fami­lie wur­de sie kon­se­quent und auf – Im Rück­blick – durch­aus über­ra­schen­de Wei­se umge­setzt.

Ernst ist viel­mehr die Anfra­ge, war­um bevor­zugt Frau­en zur Selbst­hei­rat nei­gen. Sind sie ein­mal mehr die Betro­ge­nen der „neu­en“ Ideen?

Gedankenspiele

Aber gehen wir noch wei­ter, noch ist der Boden des Abgrunds nicht erreicht. In Zukunft wer­den wir uns mit der Luft, dem Was­ser und dem Feu­er ver­hei­ra­ten kön­nen, viel­leicht mit Per­sön­lich­kei­ten der Ver­gan­gen­heit oder Schein­fi­gu­ren. Wel­cher Mann möch­te nicht mit Kleo­pa­tra ver­hei­ra­tet sein, oder mit Alma Mah­le, oder viel­leicht der Comic-Sex-Bom­be Jes­si­ca Rab­bit? Oder wel­che Frau nicht mit Napo­le­on, Cäsar oder gar Homer Simp­son? Hit­ler wäre natür­lich aus­ge­nom­men, eine Ehe­schlie­ßung wür­de sicher unter das Ver­bots­ge­setz fal­len, wenn­gleich die Zeu­gung von Nach­kom­men­schaft ja aus­ge­schlos­sen wäre.

Was aber, wenn poten­te Kna­ben, etwa Barack Oba­ma oder Fran­çois Hol­lan­de, die ihren Län­dern die „Homo-Ehe“ beschert haben, ihr Sper­ma in Samen­ban­ken ein­frie­ren und Frau­en sich in hun­dert oder zwei­hun­dert Jah­ren damit befruch­ten las­sen wür­den? Die Post­hum-Ehe samt Nach­wuchs wäre die „idea­le“ Lösung. Blie­be noch die Fra­ge, ob die ver­spä­te­te Ehe­frau und ihre Kin­der Erb­an­sprü­che gel­tend machen könn­ten.

Und noch wei­ter gedacht, weil den­ken Freu­de macht, inno­va­tiv ist, gei­stig Reg­sam­keit und Dyna­mik beweist: Wir könn­ten uns in Zukunft ja auch mit der Trau­rig­keit oder der Eupho­rie ver­hei­ra­ten, mit Tugen­den oder Lastern, mit gro­ßen Ideen wie Frie­den oder gar Welt­frie­den, mit Ideo­lo­gien wie Libe­ra­lis­mus, Anar­chis­mus, oder viel­leicht in letz­ter Kon­se­quenz mit dem Nichts. Am besten gleich mit einem Abste­cher ins Irren­haus.

Text: Andre­as Becker
Bild: Self Mar­ria­ge (Screen­shot)

12 Kommentare

  1. Dan­ke für die her­vor­ra­gen­de Büt­ten­re­de zum heu­ti­gen Wei­ber­fa­sching oder war Ihr Bei­trag — Herr Becker — ernst gemeint?

  2. Tätä, tätä, tätä. Ist das ein schlech­ter Kar­ne­vals­scherz? Oder ist heu­te doch der 1. April?
    Die­se Gesell­schaft ver­blö­det immer mehr.

  3. Dem Ego­is­mus sind wohl kei­ne Gren­zen mehr gesetzt und der Selbst­er­hö­hung auch nicht.
    Frü­her wären Men­schen, die sol­che Ideen pro­pa­giert hät­ten, für psy­chisch krank erklärt wor­den.
    Und ich den­ke, sie sind es auch tat­säch­lich.
    Sie geben sich frei und unab­hän­gig, indem sie sich von Kon­ven­tio­nen tren­nen und sind doch nur bemit­lei­dens­wer­te, inner­lich arme, ich-kon­zen­trier­te Wesen, unfä­hig sich einem ande­ren zuzu­wen­den.

  4. Ich bin mit mir selbst eigent­lich auch sehr glück­lich …Aber Spaß bei­sei­te. Viel­leicht ist es eine Art der Ein­füh­rung des welt­li­chen Zöli­bats durch die Hin­ter­tür? Es gibt sicher­lich natu­ral born Zöli­ba­tä­re, wel­che in einer bes­se­ren Lage der Kir­che den Weg in den Ordens-oder Prie­ster­stand gefun­den hät­ten. Hl. Don Bos­co sag­te angeb­lich, dass ein Drit­tel der Men­scheit eine Beru­fung hat und so vie­le waren im Mit­tel­al­ter in den Klö­stern.

    Hil­ary White hat sehr tref­fend geschrie­ben, dass der nach­kon­zi­lia­re Katho­li­zis­mus­about pel­vic issu­es sei. So war es doch unter JP2: Fami­lie, Fami­lie, Kin­der, natür­li­che Ver­hü­tung, den­noch Ver­hü­tung etc .etc. Natür­lich ist Fami­lie wich­tig, weil sie am Anfang eines jeden Men­schen steht und patho­lo­gi­sche Fami­li­en erge­ben patho­lo­gi­sche Men­schen, Aber in der Reli­gi­on geht es um Gott. JP2 hat den Katho­li­zi­mus dar­auf redu­ziert, dass man a. nicht abtreibt, b. kei­ne Ver­hü­tungs­mit­tel ver­wen­det. Das ist wirk­lich zu wenig, denn alles ande­re die wah­re Reli­gi­on, der Wahr­heits­an­spruch oder die Ret­tung der See­len fand ja so gut wie nicht statt. Und jetzt sehen wir die Kon­se­quen­zen davon in Amo­ris Lae­ti­tia. Die letz­te Basti­on des Nach­kon­zi­lia­ris­mus fällt.

    Es ist viel­leicht wich­tig sich dar­an zu erin­nern: beim Katho­li­zis­mus geht es vor­ran­gig um die See­le und um ihr ewi­ges Heil. Nicht um den Kör­per, um die Fort­pflan­zung und Fami­lie.

  5. Ich hof­fe nur, dass sol­che Leu­te dann wenig­stens auch dop­pelt besteu­ert wer­den, dop­pelt Ein­tritt und dop­pelt Zeche zah­len.

    • Nein, das wäre kei­ne gute Idee. Wir soll­ten sol­che psy­chisch Kran­ken in unse­re täg­li­chen Gebe­te ein­schlie­ßen. Herr Becker hat zutref­fend for­mu­liert, dass „Selbst­ver­hei­ra­te­te“ zur Grup­pe der Homo­se­xu­el­len gehö­ren. Der sterb­li­che Mensch — das Geschöpf — gehört nicht sich selbst. Der Leib (eines Katho­li­ken) soll durch die Sakra­men­te Tem­pel des Hei­li­gen Gei­stes sein und darf nicht zum Selbst­zweck von wider­na­tür­li­cher Unzucht (Selbst­be­frie­di­gung) und Ego­is­mus ernied­rigt wer­den.

    • Dazu fällt mir fol­gen­der Witz aus der Zeit der 10-Euro-Pra­xis­ge­bühr ein:
      Pati­ent zum Psych­ia­ter: „Herr Dok­tor ich lei­de unter einer gespal­te­nen Per­sön­lich­keit.“ Dar­auf der Arzt: „Dann bekomm‘ ich zuerst mal 20 Euro von Ihnen…“

  6. Ob der Mensch tat­säch­lich in näch­ster Zukunft mög­li­cher­wei­se eine Hei­rat mit Ele­men­ten anstrebt, glau­be ich kaum. Viel wahr­schein­li­cher ist, dass irgend­je­mand auf die Idee kommt, sich dem­nächst mit sei­nem Haus­tier „zu vermählen“.…Das wäre so ziem­lich die aller­letz­te Stu­fe in Rich­tung dämo­ni­scher Beses­sen­heit und übel­ster Per­ver­si­on des Abbil­des Got­tes. Das Laster der Zoo­phi­lie ist bereits im AT bekannt (Sodom und Gomor­ra).

  7. Der Teu­fel und die, die er ver­wirrt hat sind der lebens­lan­gen Ehe zwi­schen Mann und Frau feind­lich gesinnt. In einer skur­ri­len Fan­ta­sie wer­den Alter­na­ti­ven gesucht, die Gott aber nie­mals geschaf­fen hat. Allei­ne die vie­len Geschlech­ter die Face­book zur Aus­wahl hat ent­sprin­gen nichts ande­rem als der ver­rück­ten Fan­ta­sie jener, die, zumeist aus trot­zi­gem Stolz, der welt­frem­den Gen­der-Theo­rie Glau­ben schen­ken.

  8. Die Fein­de der Kir­che ver­su­chen mit­tels Zer­stö­rung und Per­ver­tie­rung aller Sakra­men­te die wah­re Kir­che Jesu Chri­sti aus­zu­lö­schen. Seit letz­tem Jahr wer­den des­halb das Ehe­sa­kra­ment — aber auch das Sakra­ment der Prie­ster­wei­he oder der Ordens­be­ru­fun­gen ‑mit aller Kon­se­quenz und mit bei­spiel­lo­ser Unbarm­her­zig­keit (sie­he Dubia) und Här­te bekämpft und zer­schla­gen. Im Zuge der Dik­ta­tur des Gen­der-Main­streams kre­iert und zele­briert die „bun­te Viel­falt künst­li­cher Geschlech­ter“ des­halb nun die „Selbst­ver­hei­ra­tung“ als „Geschenk an sich selbst“. Der Mensch soll sich bis zur Auf­ga­be der Ach­tung und des Respek­tes vor der eige­nen Per­son in bei­spiel­lo­ser men­schen­un­wür­di­ger Wei­se per­ver­tie­ren und ernied­ri­gen. Per­ver­si­on und Ernied­ri­gung sind kei­ne Tugen­den der Demut, son­dern sie die­nen als Laster der Ent­mensch­li­chung einer See­le. Der Mensch soll sich unter dem Deck­man­tel von ver­meint­li­cher „Lie­be“ durch alle mög­li­chen Sün­den des Flei­sches ver­skla­ven. Das ist kei­ne „Lie­be“ oder gesun­de Eigen­lie­be, son­dern Höl­le pur. Wir wis­sen, dass durch unser Gebet, die Pfor­ten der Höl­le die wah­re tra­di­tio­nel­le hei­li­ge katho­li­sche und apo­sto­li­sche Kir­che Jesus Chri­sti nicht über­wäl­ti­gen wer­den. In dem Zusam­men­hang glau­be ich, dass die soge­nann­te Pfor­te der Barm­her­zig­keit 2016 nicht der Hei­li­gung der See­len, son­dern durch die feh­len­de Pre­digt über das Buß­sa­kra­ment und die feh­len­de Pra­xis der Beich­te, der Bil­dung eines auto­no­men Gewis­sens dien­te, wel­ches ohne Gott aus­kommt. Nicht Gott kommt an erster Stel­le, son­dern das auto­no­me Gewis­sen tritt an sei­ne Stel­le und wird damit selbst zum sehr per­sön­li­chen Göt­zen. Inso­fern sind die Pfor­ten der Höl­le mit der Pfor­te der Barm­her­zig­keit iden­tisch. Es han­delt sich hier gar um Betrug, näm­lich um die Vor­spie­ge­lung fal­scher Tat­sa­chen und um die bewuss­te Irre­füh­rung von See­len. Die Pfor­ten der Höl­le sind unwi­der­ruf­lich end­gül­tig und die Pfor­te „des schö­nen Wor­tes der Barm­her­zig­keit“ führt ohne Beich­te, ohne Buße, ohne Reue, ohne Umkehr und ohne den festen Wil­len der per­sön­li­chen Wie­der­gut­ma­chung nicht zum Reich Got­tes, son­dern zum Reich der Fin­ster­nis. Man darf nicht unter­schla­gen, dass der Teu­fel auch Pfor­ten hat, eben­falls ein „Reich“ besitzt und dass er sich eben­falls „vor­neh­mer Her­kunft“ — als Fürst der Fin­ster­nis — rühmt.

  9. Wir müs­sen befürch­ten, dass die „Selbst­ver­hei­ra­tung“ mög­li­cher­wei­se für die Leug­nung und Auf­ga­be des Zöli­ba­tes oder des klö­ster­li­chen Gehor­sams instru­men­ta­li­siert wer­den wird. Ich kann nur hof­fen, dass „Selbst­ver­hei­ra­te­te“ kei­ne Ahnung davon haben, was es mit der mysti­schen Ver­mäh­lung wie auch vie­le Hei­li­ge Frau­en sie prak­ti­zier­ten, auf sich hat. Es ist denk­bar, dass die gei­sti­ge Ver­mäh­lung von Ordens­frau­en oder Jung­frau­en mit Chri­stus, als dem himm­li­schen Bräu­ti­gam als Recht­fer­ti­gungs­bei­spiel für die unzüch­ti­ge „Selbst­ver­hei­ra­tung“ miss­braucht wer­den wird, da bei­de „Ehe­part­ner“ (Chri­stus und das eige­ne Selbst) für die Augen nicht sicht­bar sind. Des­halb ist und bleibt es wich­tig, dass Prie­ster die Gläu­bi­gen bei­spiels­wei­se durch Pre­dig­ten über die Hei­lig­keit bzw. Unhei­lig­keit zum The­ma „Hei­rat“ infor­mie­ren und stär­ken. Das Wesen der sakra­men­ta­len Ehe zwi­schen Mann und Frau und die Tugend der mysti­schen Ver­mäh­lung mit Chri­stus — wel­che eben­so wie die Prie­ster­wei­he aus­schließ­lich der Hei­li­gung der unsterb­li­chen See­len die­nen — müs­sen Gegen­stand von deut­li­chen Abgren­zun­gen zur zivil­recht­lich-luthe­risch-basier­ten Ehe, der „wil­den Ehe ohne Trau­schein“ und der neu­zeit­li­chen Unzucht der „Selbst­ver­hei­ra­tung“, der Homo­ehe oder der neu­deut­schen Alter­na­ti­ve in Form von „Ver­part­ne­rung“ in den Pre­dig­ten der Hir­ten an die Gläu­bi­gen sein.
    Hir­ten müs­sen in die­ser ver­wirr­ten Zeit bibli­schen Klar­text reden und end­lich „But­ter bei die Fische“ geben, damit der krea­ti­ve Geschlech­ter-Hor­ror samt sün­di­gem „Ehe-Anhang“ end­lich als Fal­le des Teu­fels erkannt, geäch­tet und durch einen Kreuz­zug des Gebets gesühnt wird. Die Ankla­ge betrifft die Sün­den — nicht den Sün­der, für den wir beten müs­sen und beten wol­len.
    Ver­un­si­cher­te Prie­ster des Novus Ordo mögen sich bit­te an Prie­ster, die im tra­di­tio­nel­len über­lie­fer­ten Ritus beten und zele­brie­ren, wen­den. Wer sucht, der fin­det, wer bit­tet emp­fängt, wer anklopft, dem wird die Türe zu Gott auf­ge­tan wer­den. Jesus, ich ver­traue auf dich!

  10. Na ja, eine Kon­se­quenz soll­ten unse­re lie­ben Moder­ni­sten doch beden­ken: Jahr­hun­der­te lang galt Selbst­mord als schwe­re Sün­de, Selbst­mör­der durf­ten nicht in geweih­ter Erde bestat­tet wer­den, in man­chen Län­dern wur­de sol­chen, die einen Sui­zid­ver­such über­leb­ten, sogar ein Straf­pro­zess gemacht. Im Zeit­al­ter der Ich-Anbe­tung wur­de die Vor­stel­lung, dass nur Gott der Herr des mensch­li­chen Lebens sei, voll­kom­men skan­da­lös, und Selbst­mör­der wur­den mit größ­tem Respekt wegen ihrer ach so hei­li­gen indi­vi­du­el­len Wil­lens­ent­schei­dung bewun­dert. Aber jetzt — um Him­mels Wil­len — jetzt sind die­se Ego-Hero­en plötz­lich womög­lich das Schreck­lich­ste, was man sich über­haupt vor­stel­len kann: Mör­der der eige­nen Ehe­gat­tin, was nur den ver­wor­fen­sten Machos ein­fal­len kann! Stellt man sie, falls sie einen Selbst­mord­ver­such über­le­ben, am Ende wegen ver­such­ten Gat­ten­mor­des vor Gericht? Das wäre doch ein schreck­li­cher Rück­fall ins ach so böse Mit­tel­al­ter, oder? Außer­dem, da, wie schon in Ihrem Bei­trag erwähnt, fast nur Frau­en von die­ser Mög­lich­keit Gebrauch machen, wird außer­dem das alte Kli­schee, dass Frau­en unbe­dingt unter die Hau­be kom­men wol­len, wäh­rend Män­ner da eher cool sind, wei­ter­hin zemen­tiert.

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