Das erste Opfer von „Amoris laetitia: Priester a divinis suspendiert weil „gegen Papst Franziskus“

Die Kathedrale des Bistums Pereira in Kolumbien
Die Kathedrale des Bistums Pereira in Kolumbien

(Bogo­ta) Was in Mal­ta vor­erst eine demen­tier­te Andro­hung bleibt, wur­de in Kolum­bi­en zur Rea­li­tät. Ein Prie­ster wur­de von sei­nem Bischof a divi­nis sus­pen­diert, weil er die kirch­li­che Ehe­leh­re ver­tei­digt und erklär­te, wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen nicht die Hei­li­ge Kom­mu­ni­on spen­den zu kön­nen.

Die „katho­pro­gres­si­ve Inqui­si­ti­on“ demon­striert die „Stren­ge“, die Papst Fran­zis­kus mit Nach­druck ver­ur­teil­te, so Secretum meum mihi. Dabei tritt die­se Inqui­si­ti­on aus­drück­lich im Namen des Pap­stes auf und wur­de bis­her von Rom nicht demen­tiert.

Papst verweigert Klärung — Verwirrung immer größer

Am 8. April 2016 wur­de das umstrit­te­ne nach­syn­oda­le Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia ver­öf­fent­licht. Seit­her herr­schen Ver­wir­rung und Spal­tung in der katho­li­schen Kir­che, ohne daß der Urhe­ber, Papst Fran­zis­kus, eine Not­wen­dig­keit sieht, klä­rend ein­zu­schrei­ten. Um „Klä­rung“ baten am 19. Sep­tem­ber vier nam­haf­te Kar­di­nä­le mit Dubia (Zwei­feln). Nach­dem sie kei­ne Ant­wort erhiel­ten, mach­ten sie am 14. Novem­ber ihre Zwei­fel öffent­lich bekannt. Das brach­te ihnen die Dro­hung ein, aus­ge­spro­chen von einem hohen Ver­tre­ter aus dem direk­ten Umfeld des Pap­stes, daß ihnen für die­se „Unver­schämt­heit“, die Kar­di­nal­s­wür­de ent­zo­gen wer­den soll­te.

Vor weni­gen Tagen wur­de eine wei­te­re Dro­hung bekannt. Die bei­den Bischö­fe Mal­tas, erklär­ten in „Kri­te­ri­en“ zur Inter­pre­ta­ti­on des umstrit­te­nen VIII. Kapi­tels von Amo­ris lae­ti­tia, frank und frei, daß wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen, wenn die­se sich vor ihrem per­sön­li­chen Gewis­sen für wür­dig hal­ten, die Kom­mu­ni­on nicht ver­wei­gert wer­den kön­ne. Was Papst Fran­zis­kus zwei­deu­tig for­mu­liert hat­ten, über­setz­ten die Bischö­fe unter Beru­fung auf Fran­zis­kus in Klar­text: Die wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen kön­nen, so die Bot­schaft, die beim Volk ankommt, zur Kom­mu­ni­on gehen. Das indi­vi­du­el­le Gewis­sen sei die ent­schei­den­de Letzt­in­stanz.

Msgr. Mario Grech, einer der bei­den mal­te­si­schen Bischö­fe, wie eine zuver­läs­si­ge Quel­le ver­si­cher­te, habe den Prie­stern sei­ner Diö­ze­se mit der Sus­pen­die­rung a divi­nis, wenn sie die­se „häre­ti­schen Direk­ti­ven“ (Mes­sa in Lati­no) nicht bekannt­ma­chen und ein­hal­ten wür­den. Auf Nach­fra­ge von One­Pe­ter­Fi­ve demen­tier­te das Pres­se­amt des Bis­tums Gozo die Mel­dung als „abso­lut falsch“.

In Malta dementiert, in Kolumbien exekutiert

Als zutref­fend erwies sie sich hin­ge­gen in Kolum­bi­en. Dort wur­de Luis Car­los Uri­be Medi­na, Prie­ster des Bis­tums Perei­ra, von sei­nem Bischof a divi­nis sus­pen­diert, weil er öffent­lich und pri­vat sei­ne Treue zur über­lie­fer­ten Ehe­leh­re und pasto­ra­len Pra­xis der Kir­che bekräf­tigt hat­te.

Don Uribe Medina, das erste Opfer von "Amoris laetitia"
Don Uri­be Medi­na, das erste Opfer von „Amo­ris lae­ti­tia“

Don Uri­be, 2007 geweiht, ist der erste Prie­ster der Welt, der zum Opfer von Amo­ris lae­ti­tia wur­de und für sei­ne Treue zum Ehe­sa­kra­ment von sei­nem Prie­ster­tum sus­pen­diert wur­de. Der Grund: Er erklär­te, per­ma­nen­ten Ehe­bre­chern die Hei­li­ge Kom­mu­ni­on zu ver­wei­gern. Die Zulas­sung zur Kom­mu­ni­on aber will, laut all­ge­mei­ner Ver­wir­rung in der Kir­che, das nach­syn­oda­le Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia von Papst Fran­zis­kus. Jeden­falls wur­de eine sol­che Inter­pre­ta­ti­on der zwei­deu­ti­gen For­mu­lie­run­gen, trotz mehr­fa­cher, ern­ster Auf­for­de­run­gen, von Fran­zis­kus bis­her nicht demen­tiert. Ganz im Gegen­teil: Der Papst lob­te ent­spre­chen­de Richt­li­ni­en der Kir­chen­pro­vinz Bue­nos Aires, sei­ner Hei­mat­pro­vinz, als „ein­zig mög­li­che Inter­pre­ta­ti­on“, der nichts hin­zu­zu­fü­gen sei. Beob­ach­ter gehen davon aus, daß Fran­zis­kus sogar direk­ten Ein­fluß auf die­se „Richt­li­ni­en“ genom­men habe, um sei­ne Sicht­wei­se durch­zu­set­zen und einen Prä­ze­denz­fall zu schaf­fen, ohne direkt damit in Ver­bin­dung gebracht wer­den zu kön­nen.

Ein sol­cher Prä­ze­denz­fall exi­stiert bereits in der Diö­ze­se Rom, wo Kar­di­nal­vi­kar Val­li­ni die Zulas­sung wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner zur Kom­mu­ni­on ver­kün­de­te. Auch dort scheint Fran­zis­kus offi­zi­ell nicht auf. Eine Ankün­di­gung, die in der Diö­ze­se des Pap­stes erfolgt, ist aller­dings nie­mals ohne die aus­drück­li­che Zustim­mung des Pap­stes denk­bar. Den­noch fällt auf, wie sehr Fran­zis­kus eine Klä­rung mei­det. So ver­hal­te sich jemand, der wis­se, daß das, was er will, gegen die über­lie­fer­te Leh­re und Pra­xis ver­stößt, heißt es in Rom, meist hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand. Der stra­fen­de Arm des „barm­her­zi­gen“ Fran­zis­kus ist unter Kuri­en­mit­ar­bei­tern gefürch­tet.

Bergoglianische Bischöfe schaffen vollendete Tatsache

Wäh­rend die vier Kar­di­nä­le Brand­mül­ler, Bur­ke, Caf­farra und Meis­ner nach vier Mona­ten noch immer auf eine Ant­wort auf ihre Dubia war­ten, ohne daß sie Fran­zis­kus auch nur eines Wor­tes gewür­digt hät­te, schaf­fen Ber­go­glia­ni­sche Bischö­fe nicht nur voll­ende­te Tat­sa­chen, son­dern gehen zu schärf­sten Kampf­mit­teln gegen glau­bens­treue Prie­ster über. Für einen Prie­ster gibt es kei­ne schwe­re­re Stra­fe als die Sus­pen­die­rung von sei­nem Prie­ster­tum. Er darf kei­ne Hei­li­ge Mes­se mehr zele­brie­ren und die Sakra­men­te nicht mehr spen­den.

Bischof Corredor Bermudez von Pereira
Bischof Cor­re­dor Ber­mu­dez von Perei­ra

„La ‚rivo­lu­zio­ne del­la tene­rez­za‘ è come un man­ga­nel­lo“, die „‚Revo­lu­ti­on der Zärt­lich­keit‘ von Fran­zis­kus ist hart wie Knüp­pel“ heißt es in Rom. Die „Stren­ge“ (Rigi­di­tät), die Papst Fran­zis­kus bei ver­schie­de­nen Gele­gen­hei­ten dem „kon­ser­va­ti­ven“ Kle­rus der Kir­che vor­warf, zu Unrecht, wie euro­päi­sche Gläu­bi­ge ver­si­chern kön­nen, wird ohne Zögern von sei­nem pro­gres­si­ven Umfeld prak­ti­ziert.

Der bis­her schwer­wie­gend­ste Vor­fall ereig­ne­te sich im Bis­tum Perei­ra, das schon bes­se­re Zei­ten erleb­te, als es von Kar­di­nal Dario Cas­tril­lon Hoyos (1976–1992), dem eme­ri­tier­ten Prä­fek­ten der Kle­rus­kon­gre­ga­ti­on und ehe­ma­li­gen Vor­sit­zen­den der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei, gelei­tet wur­de. Heu­te lei­tet Bischof Rigo­ber­to Cor­re­dor Ber­mu­dez die Diö­ze­se.

Mit Dekret vom 16. Janu­ar sus­pen­dier­te Bischof Cor­re­dor den jun­gen Prie­ster Luis Car­los Uri­be Medi­na. Im Dekret begrün­det der Bischof die Sus­pen­die­rung a divi­nis damit, daß Don Uri­be „öffent­lich und pri­vat“ sei­ne „prin­zi­pi­el­le“ Ableh­nung der „dok­tri­nel­len und pasto­ra­len Leh­re des Hei­li­gen Vaters Fran­zis­kus bezüg­lich der Ehe und der Eucha­ri­stie geäu­ßert hat“.

Am 16. Janu­ar hat­te der Bischof Don Uri­be zu sich zitiert, damit er sich für sei­ne „dok­tri­nel­le Posi­ti­on in Bezug auf die Leh­re des Hei­li­gen Vaters“ recht­fer­ti­ge. Dabei waren vier Diö­ze­san­prie­ster als Zeu­gen anwe­send.

Glaubenstreuer Priester „im Widerspruch zum katholischen Glauben“?

Don Uri­be habe bei die­sem Tref­fen auf sei­ner „Hal­tung gegen den Hei­li­gen Vater Fran­zis­kus beharrt“. Der Bischof und die anwe­sen­den Prie­ster hät­ten dar­auf fest­ge­stellt, daß sich der Prie­ster Uri­be „nicht mehr in der Gemein­schaft mit dem Papst und der Kir­che befin­det“.

Unter Beru­fung auf Canon 1364,1 des Codex des Kir­chen­rech­tes, erklär­te Bischof Cor­re­dor: „Der Apostat, der Häre­ti­ker oder der Schis­ma­ti­ker zie­hen sich die Exkom­mu­ni­ka­ti­on als Tat­stra­fe zu.“

Er sus­pen­dier­te Don Uri­be von der Aus­übung sei­nes Prie­ster­tums, ver­bot ihm „sei­ne Ideen im Wider­spruch zum katho­li­schen Glau­ben und der kirch­li­chen Ord­nung“ zu ver­brei­ten, und for­der­te die Gläu­bi­gen auf, „nicht den Leh­ren des genann­ten Prie­sters zu fol­gen, der die Dok­trin und die Leh­re des Stell­ver­tre­ters Chri­sti ablehnt“.

Der Bischof unter­stell­te dem Prie­ster, daß „sei­ne Ideen im Wider­spruch zum katho­li­schen Glau­ben“ sei­en. Nach allen Berich­ten aus Kolum­bi­en, ein­schließ­lich einer Ton­auf­zeich­nung, ver­tritt Don Uri­be aller­dings die kirch­li­che Leh­re, wie sie bis­her gelehrt wur­de und auch im Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che ent­hal­ten ist. Er erklär­te „öffent­lich und pri­vat“, daß Per­so­nen im Stand schwe­rer Sün­de wie Ehe­bre­cher nicht zum Emp­fang der Hei­li­gen Kom­mu­ni­on zuge­las­sen sind.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wikicommons/Adelante la Fe

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7 Kommentare

  1. Bei­leid an Bischof Cor­re­dor-ich möch­te sein Gesicht sehen wenn der Wind wie­der anders weht.aber sei­en wir froh als ganz ein­fa­che Gläu­bi­ge nicht sol­chen Ver­su­chun­gen auto­ri­tä­ren Macht­ge­ha­be­nes aus­ge­setzt zu sein.Diese Ver­ant­wor­tung ist gross und kann einen Unter­ge­be­nen ins Ver­der­ben stürzen.beten wir wie­der und wie­der auch für unse­re Bischö­fe und alle die Macht über uns haben in geist­li­chen und welt­li­chen Din­gen: die Guten erhal­te o Herr in einer Güte, die Bösen mache gut in dei­ner unend­li­chen Barm­her­zig­keit.

  2. Man kann doch nicht Prie­ster sus­pen­die­ren, weil sie an den 10 Gebo­ten fest­hal­ten. Das ist doch total irre, soet­was auch nur anzu­den­ken. Anschei­nend haben selbst hohe kirch­li­che Wür­den­trä­ger kein Fein­ge­spür mehr für das was schwe­re Sün­de ist.
    Apostat, Häre­ti­ker, Schis­ma­ti­ker — all das ist die­ser Don Uri­be nicht, ganz im Gegen­teil.

  3. Die­ser sehr trau­ri­ge Fall zeigt, dass die bis­he­ri­ge Leh­re ent­ge­gen aller Behaup­tun­gen geän­dert wur­de. Ehe­bre­cher kön­nen zur Hl. Kom­mu­ni­on gehen. Er wur­de sus­pen­diert, weil er sich gegen die Hal­tung des Hei­li­gen Vaters gestellt habe.

  4. Wie sieht die Pra­xis in der „Amts­kir­che“
    heu­te aus ?
    Da gehen doch sowie­so alle zur Kom­mu­ni­on,
    ob im Stan­de der Gna­de oder nicht.
    Wer weiß denn noch was Sün­de ist ?
    Die Men­schen wis­sen nicht mehr wen sie
    in der Eucha­ri­stie vor sich haben.
    Jeg­li­che Ehr­furcht vor dem Aller­hei­lig­sten
    ist ver­lo­ren gegan­gen.

  5. Das erin­nert mich an Joh 16,2:

    Sie wer­den euch aus der Syn­ago­ge aus­sto­ßen,

    und wei­ter:

    ja es kommt die Stun­de, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen hei­li­gen Dienst zu lei­sten.

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