Wer war Dom Helder Câmara wirklich?

Wer war Helder Camara: Faschist, Kommunist, Erzbischof?
Wer war Helder Camara: Faschist, Kommunist, Erzbischof, Heiliger?
Dom Helder Camara
Dom Hel­der Cama­ra

(Bra­si­lia) In die­sen Tagen wur­de viel von Dom Hel­der Câma­ra gespro­chen, des­sen Selig­spre­chungs­pro­zeß jüngst vom Hei­li­gen Stuhl eröff­net wur­de. Für den Durch­schnitt­s­eu­ro­pä­er ist heu­te die Gestalt von Msgr. Hel­der Pes­soa Cama­ra (1909–1999), Weih­bi­schof von Rio de Janei­ro und dann Erz­bi­schof von Olin­da-Reci­fe, weit­ge­hend unbe­kannt. Auch in kirch­li­chen Krei­sen des deut­schen Sprach­raums ist ein ideo­lo­gisch ver­klär­tes Bild von Hel­der Cama­ra weit ver­brei­tet.

Auf der Inter­net­platt­form der Katho­li­schen Kir­che Vor­arl­berg der öster­rei­chi­schen Diö­ze­se Feld­kirch etwa ist der Non­sens zu lesen: „Dom Hel­der Cama­ra, Erz­bi­schof von Reci­fe in Bra­si­li­en, war einer der pro­fi­lier­te­sten Ver­tre­ter der ‚Katakomben‘-Bischöfe“.  Dom Hel­der hat zwar nie Kata­kom­ben wegen einer Chri­sten­ver­fol­gung auf­su­chen müs­sen, sehr wohl aber die Chri­sten, die von den Dik­ta­tu­ren ver­folgt wur­den, von denen sich der „Rote Erz­bi­schof“ hofie­ren ließ und für die er die Pro­pa­gan­da­trom­mel rühr­te. Als „Kata­kom­ben-Bischö­fe“ wur­den Kir­chen­ver­tre­ter bezeich­net, die sich wäh­rend des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils kon­spi­ra­tiv in einer römi­schen Kata­kom­be tra­fen und dort in einem offen­bar ideo­lo­gisch ver­bräm­ten Sinn gelob­ten, sich für eine „arme“ Kir­che für die „Armen“ ein­zu­set­zen. Dom Hel­der Cama­ra war einer von ihnen.

Wer war Dom Helder, den eine an Lächerlichkeit grenzende Propaganda umgibt?

Die ein­zi­gen Nach­rich­ten die der­zeit über Msgr. Hel­der Cama­ra in die Medi­en gelan­gen, stam­men aus Pro­pa­gan­da­werk­stät­ten, daß ich kei­ne Angst habe, zu sagen, daß sie gera­de­zu lächer­lich wir­ken.

Als Dom Hel­der im August 1999 starb, gab es unter euro­päi­schen Medi­en gera­de­zu einen Wett­lauf ihn zu ver­herr­li­chen. Ihm wur­den hoch­tra­ben­de Titel ver­lie­hen wie „Pro­phet der Armen“, „Hei­li­ger der Fave­las“, „Stim­me der Drit­ten Welt“, „Hei­li­ger Hel­der von Ame­ri­ka“ und so wei­ter. Es war eine Art von media­ler Hei­lig­spre­chung (Vgl. Julio LOREDO: L’altro volto di Dom Hel­der [Das ande­re Gesicht von Dom Hel­der], hrsg. von Tra­di­ti­on, Fami­lie, Pri­vat­ei­gen­tum, 1999, S. 4–5).

Die­sel­be Pro­pa­gan­da­ma­schi­ne­rie scheint sich im Zusam­men­hang mit der Eröff­nung des Selig­spre­chungs­ver­fah­rens reak­ti­viert zu haben, die am ver­gan­ge­nen 25. Febru­ar vom Vati­kan unter­zeich­net wur­de. Eini­ge Infor­ma­tio­nen scha­den daher nicht.

Militanter Sympathisant des Nationalsozialismus

Nur weni­ge wis­sen viel­leicht, daß Hel­der Cama­ra sein öffent­li­ches Leben als Anhän­ger der NS-freund­li­chen Rech­ten begann.

Brasiliens faschistische Bewegung, die Grünhemden Helder Camara
Bra­si­li­ens faschi­sti­sche Bewe­gung, die Grün­hem­den

Er wur­de füh­ren­der Funk­tio­när des Ação Inte­gra­li­sta Bra­si­lei­ra (AIB, Inte­gra­li­sti­sche Akti­on Bra­si­li­ens), der von Pli­nio Sal­ga­do gegrün­de­ten bra­si­lia­ni­schen NS-Bewe­gung.

1934 wur­de Cama­ra, der am 15. August 1931 zum Prie­ster geweiht wor­den war, Mit­glied des ober­sten AIB-Lei­tungs­gre­mi­ums. Er nahm an zahl­rei­chen Ver­samm­lun­gen und para­mi­li­tä­ri­schen Auf­mär­schen teil, die jene der Natio­nal­so­zia­li­sten im Deut­schen Reich nach­ahm­ten. Sei­ne Sym­pa­thien für den Natio­nal­so­zia­lis­mus waren so stark, daß er bei sei­ner Prie­ster­wei­he unter der Sou­ta­ne die Uni­form der berüch­tig­ten NS-Miliz der „Grün­hem­den“ trug.

1946 woll­te ihn das Erz­bis­tum Rio de Janei­ro zum Weih­bi­schof machen, doch der Hei­li­ge Stuhl lehn­te wegen sei­nes NS-Akti­vis­mus an. Die Ernen­nung erfolg­te erst sechs Jah­re spä­ter. In der Zwi­schen­zeit voll­zog Hel­der Cama­ra den Wech­sel von einem Extrem ins ande­re. Der Natio­nal­so­zia­lis­mus war des­avou­iert, doch Cama­ra hielt an sei­ner radi­ka­len Nei­gung fest. Aus dem NS-Sym­pa­thi­san­ten wur­de ein Sym­pa­thi­sant des Mar­xis­mus.

Als 1968 der bra­si­lia­ni­sche Schrift­stel­ler Otto Engel eine Bio­gra­phie über Msgr. Cama­ra schrieb, erhielt er „kate­go­ri­sche Anwei­sun­gen“ von der Kurie der Erz­diö­ze­se Olin­da-Reci­fe, die ihn ver­warn­te, die Ver­gan­gen­heit als NS-Sym­pa­thi­sant publik zu machen.

Von der JUC zur Kommunistischen Partei: Die Katholische Aktion Brasiliens

1947 wur­de Cama­ra zum geist­li­chen Assi­sten­ten der Katho­li­schen Akti­on Bra­si­li­ens (ACB, Ação Cató­li­ca Bra­si­lei­ra) ernannt, die unter sei­nem Ein­fluß nach links abdrif­te­te. Zu man­chen The­men mach­te sich die ACB sogar den Mar­xis­mus-Leni­nis­mus zu eigen.

Helder Camara hält Grünhemden eine Ansprache
Hel­der Cama­ra hält Grün­hem­den eine Anspra­che

Die­se welt­an­schau­li­che Wan­de­rung wur­de vor allem in der JUC (Juven­tu­de Uni­ver­si­tá­ria Cató­li­ca), einer Unter­or­ga­ni­sa­ti­on der ACB deut­lich, der Cà¢mara beson­ders nahe­stand. Luiz Alber­to Gomes de Sou­za, ehe­ma­li­ger Gene­ral­se­kre­tär der inter­na­tio­na­len JUC schrieb: „Der Aktio­nis­mus der JUC-Anhän­ger (…) mün­de­te Schritt für Schritt in einem Ein­satz, der sich als sozia­li­stisch her­aus­stell­te“ (Luiz Alber­to GOMES DE SOUZA: A JUC. Os estu­dan­tes cató­li­cos e a polà­tica [Die JUC. Die katho­li­schen Stu­den­ten und die Poli­tik], Edi­to­ra Vozes, Petró­po­lis 1984, S. 156).

Die kom­mu­ni­sti­sche Revo­lu­ti­on auf Kuba (wir sind im Jahr 1959) wur­de von der JUC begei­stert auf­ge­nom­men. Haroldo Lima und Aldo Aran­tes, JUC-Funk­tio­nä­re, schrie­ben, „die Zunah­me der sozia­len Kon­flik­te und der Sieg der kuba­ni­schen Revo­lu­ti­on 1959 lie­ßen in der JUC die Idee einer bra­si­lia­ni­schen Revo­lu­ti­on ent­ste­hen.“ Der Links­trend in der JUC wur­de durch deren Ein­bin­dung in die UNE (Unio Nacio­nal de Estu­dan­tes) begün­stigt, die der Kom­mu­ni­sti­schen Par­tei Bra­si­li­ens nahe­stand.

„Ergeb­nis ihrer Mili­tanz in der Stu­den­ten­be­we­gung war“, so Lima und Aran­tes, „daß die JUC eine poli­ti­sche Agen­da für die Chri­sten ‚von heu­te‘ for­mu­lier­te. Auf die­se Wei­se ver­ab­schie­de­te sie auf der Voll­ver­samm­lung 1960 ein Doku­ment (…), mit dem sie den Anschluß an den demo­kra­ti­schen Sozia­lis­mus und die Idee der bra­si­lia­ni­schen Revo­lu­ti­on erklär­ten.“ (Haroldo LIMA e Aldo ARANTES: Histó­ria da Açà£o Popu­lar. Da JUC ao PC do B [Geschich­te der Volks­ak­ti­on. Von der JUC zur Kom­mu­ni­sti­schen Par­tei Bra­si­li­ens], Edi­to­ra Alfa-Ome­ga, Sao Pau­lo 1984, S. 27–28).

Helder Chamara (2.v.r.) auf Zweiten Vatikanischen Konzil
Hel­der Cama­ra (2.v.r.) auf dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil

Wäh­rend der Links­re­gie­rung von Prä­si­dent Joap Goulart (1961–1964) über­nahm inner­halb der JUC eine radi­ka­le Frak­ti­on die Kon­trol­le, die sich anfangs O Grupão, die Gro­ße Grup­pe nann­te, aus der dann die Ação Popu­lar (AP), die Volks­ak­ti­on her­vor­ging, die sich 1962 offi­zi­ell als sozia­li­stisch defi­nier­te. Auf dem Kon­greß von 1963 beschloß die AP ihre Sta­tu­ten, mit denen „sie sich den Sozia­lis­mus und die Ver­staat­li­chung der Pro­duk­ti­ons­mit­tel zu eigen mach­te“. Die Sta­tu­ten ent­hiel­ten zudem ein Lob auf die sowje­ti­sche Revo­lu­ti­on und eine Aner­ken­nung der „ent­schei­den­den Bedeu­tung des Mar­xis­mus in der revo­lu­tio­nä­ren Theo­rie und Pra­xis“ (ebd. S. 37).

Das revo­lu­tio­nä­re Abdrif­ten hat­te damit noch nicht sein Ende. Beim Kon­greß von 1968 beschloß die Ação Popu­lar eine Ergän­zung und bezeich­ne­te sich nun als mar­xi­stisch-leni­ni­stisch ein­schließ­lich eines Namens­wech­sels in Ação Popu­lar Mar­xi­sta-Leni­ni­sta (APML, Mar­xi­stisch-Leni­ni­sti­sche Volks­ak­ti­on). Da sie letzt­lich nichts mehr von der Kom­mu­ni­sti­schen Par­tei unter­schied, wur­de 1972 die Anglie­de­rung an den Parti­do Comu­ni­sta do Bra­sil (PCdoB) beschlos­sen. Im Gefol­ge die­ser ideo­lo­gi­schen Migra­ti­on schlos­sen sich vie­le Akti­vi­sten der Katho­li­schen Akti­on wäh­rend der bra­si­lia­ni­schen Blei­jah­re dem bewaff­ne­ten Kampf an.

Gegen die Mei­nung nicht weni­ger Bischö­fe war Msgr. Hel­der Cama­ra einer der begei­stert­sten und über­zeug­te­sten Ver­tei­di­ger der poli­ti­schen Wan­de­rung der JUC nach links (S. bei­spiels­wei­se Scott MAINWARING: The Catho­lic Church and Poli­tics in Bra­zil. 1916–1985, Stan­ford Uni­ver­si­ty Press, 1986, S. 71).

Gegen Papst Paul VI. und andere Sonderbarkeiten

1968, als Papst Paul VI. sich anschick­te, die Enzy­kli­ka Huma­nae vitae zu ver­öf­fent­lich­ten, stell­te sich Msgr. Hel­der Cama­ra öffent­lich gegen den Papst und kan­zel­te des­sen Leh­re über Ver­hü­tungs­mit­tel als „einen Feh­ler“ ab, „der bestimmt ist, die Ehe­frau­en zu fol­tern und den Frie­den in vie­len Häu­sern zu stö­ren“ (vgl. Hel­der PESSOA CAMARA: Obras Com­ple­tas [Gesam­mel­te Wer­ke], Edi­to­ra Uni­ver­si­tá­ria, Insti­tu­to Dom Hel­der Cama­ra, Reci­fe, 2004; eben­so Mas­si­mo INTROVIGNE: Una bat­ta­glia nella not­te [Ein Kampf in der Nacht], Sug­ar­co Edi­zio­ni, Mai­land 2008).

Helder Camara mit Paul VI.
Hel­der Cama­ra mit Paul VI.

In einem Gedicht, das für Auf­se­hen sorg­te, spot­te­te der Erz­bi­schof von Olin­da-Reci­fe sogar über die kirch­li­che Leh­re, deren „Opfer“ die Frau­en sei­en, weil sie – laut Cama­ra – gezwun­gen sei­en, „klei­ne Mon­ster“ zu zeu­gen: „Kin­der, Kin­der, Kin­der! Wenn du den Koitus willst, mußt Du zeu­gen! Auch wenn dir dein Kind ohne Ein­ge­wei­de zur Welt kommt, mit Bein­chen wie Zahn­sto­cher, einem gro­ßen Kopf wie ein Fuß­ball, tod­häß­lich!“

Hel­der Cama­ra ver­tei­dig­te die Ehe­schei­dung, indem er die Hal­tung der ortho­do­xen Kir­chen gut­hieß, die „die Mög­lich­keit einer neu­en kirch­li­chen Ehe­schlie­ßung für jene, die vom [Ehe­part­ner] ver­las­sen wur­den, nicht aus­schlie­ßen“. Gefragt, ob er damit nicht den Lai­zi­sten recht­ge­be, ant­wor­te­te er: „Was spielt das für eine Rol­le, ob irgend­wer einen Sieg fei­ert, wenn er recht hat?“

Der unru­hi­ge Erz­bi­schof for­der­te laut­stark das Frau­en­prie­ster­tum. An eine Grup­pe von Bischö­fen gerich­tet, frag­te er auf dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil mit Nach­druck: „Sagt mir, ob ihr ein wirk­lich maß­geb­li­ches Argu­ment fin­det, das Frau­en den Zugang zum Prie­ster­tum ver­wehrt, oder han­delt es sich nur um ein männ­li­ches Vor­ur­teil?“

Was küm­mer­te es ihn, daß das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil die­se Mög­lich­keit aus­schloß. Laut Cama­ra „müs­sen wir über die Kon­zils­tex­te hin­aus­ge­hen, deren Inter­pre­ta­ti­on uns zukommt“. Zu Cama­ra und das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil sie­he auch Papst Fran­zis­kus emp­fiehlt Cha­ris­ma­ti­kern Sue­n­ens und Hel­der Cama­ra als Vor­bil­der?).

Das Phan­ta­sie­ren hat­te damit noch kein Ende. Bei einem Vor­trag vor Kon­zils­vä­tern im Jahr 1965 sag­te er: „Ich glau­be, daß der Mensch das Leben künst­lich erzeu­gen, und soweit kommt, die Toten wie­der­auf­zu­wecken und (…) phä­no­me­na­le Ergeb­nis­se bei der Ver­jün­gung von männ­li­chen Pati­en­ten erzie­len wird durch den Ein­satz von Keim­drü­sen von Affen“.

An der Seite der UdSSR, der Volksrepublik China und Kubas

Die kon­kre­ten Par­tei­nah­men für den Kom­mu­nis­mus durch Dom Hel­der waren zahl­reich und gleich­blei­bend (wenn er auch gele­gent­lich des­sen Athe­is­mus kri­ti­sier­te).

Umsturz durch die Gewaltlosen
Umsturz durch die Gewalt­lo­sen

So blieb sei­ne Rede vom 27. Janu­ar 1969 in New York im Rah­men der 6. Jah­res­kon­fe­renz des katho­li­schen Inter­ame­ri­ka­ni­schen Koope­ra­ti­ons­pro­gramms in trau­ri­ger Erin­ne­rung. Sei­ne Par­tei­nah­me für den inter­na­tio­na­len Kom­mu­nis­mus war so pene­trant, daß er seit­her als „roter Erz­bi­schof“ bezeich­net wur­de, eine Titu­lie­rung, die Zeit sei­nes Lebens an sei­nem Namen haf­ten blei­ben soll­te. In West­eu­ro­pa und den USA war das damals jedoch eine Aus­zeich­nung, die den Bra­si­lia­ner nicht nur zum gern­ge­se­he­nen Gast, son­dern zu einem Säu­len­hei­li­gen der Lin­ken mach­te. Bücher wie „Revo­lu­ti­on für den Frie­den. Bischof der Armen und Unter­drück­ten“, „Stim­me der stum­men Welt“, „Der Anwalt der Gerech­ten“ oder „Umsturz durch die Gewalt­lo­sen“ kre­ierten ein sozi­al­ro­man­ti­sches Bild, das teils bewußt mit einer revo­lu­tio­nä­ren Spra­che koket­tier­te. Daß tat­säch­lich Revo­lu­ti­on drin war, wo Revo­lu­ti­on drauf­stand, wur­de aller­dings — zumin­dest in Euro­pa — ver­schlei­ert.

Nach­dem er den USA schwe­re Vor­wür­fe wegen ihrer anti-sowje­ti­schen Poli­tik gemacht hat­te, schlug Dom Hel­der eine radi­ka­le Ver­rin­ge­rung der US-Streit­kräf­te vor, wäh­rend er hin­ge­gen die UdSSR auf­for­der­te, ihr Kriegs­po­ten­ti­al bei­zu­be­hal­ten, um dem „Impe­ria­lis­mus“ die Stirn bie­ten zu kön­nen. Sich sei­ner Wor­te völ­lig bewußt, recht­fer­tig­te er sich schon im vor­aus mit den Wor­ten: „Und sagt mir nicht, daß eine sol­che Hal­tung die Welt dem Kom­mu­nis­mus aus­lie­fern wür­de!“

Vom Angriff auf die USA wech­sel­te Hel­der Cama­ra direkt zur Ver­herr­li­chung der Volks­re­pu­blik Chi­nas von Mao Tse-tung über, in der damals die „Kul­tur­re­vo­lu­ti­on“ wüte­te, die Mil­lio­nen von Toten for­der­te. Der Rote Erz­bi­schof for­der­te offi­zi­ell die Auf­nah­me Rot­chi­nas in die Ver­ein­ten Natio­nen bei gleich­zei­ti­gem Aus­schluß Natio­nal­chi­nas (Tai­wan). Er been­det sei­ne Rede mit einem Auf­ruf zugun­sten des kuba­ni­schen Dik­ta­tors Fidel Castro, der damals zahl­rei­che blu­ti­ge kom­mu­ni­sti­sche Gue­ril­la­be­we­gun­gen in Latein­ame­ri­ka unter­stütz­te. Er for­der­te, daß Kuba wie­der in die Orga­ni­sa­ti­on Ame­ri­ka­ni­scher Staa­ten (OAS) auf­ge­nom­men wer­den soll­te, aus der es 1962 aus­ge­schlos­sen wor­den war.

Die­se unver­schämt pro-kom­mu­ni­sti­sche und anti-west­li­che Rede wur­de von Pli­nio Cor­rêa de Oli­vei­ra im Mani­fest „Der rote Erz­bi­schof öff­net die Tore Ame­ri­kas und der Welt dem Kom­mu­nis­mus“ ange­pran­gert: „Die Erklä­run­gen in der Rede von Dom Hel­der bedeu­ten eine Poli­tik der beding­ung­lo­sen Kapi­tu­la­ti­on der Welt vor dem Kom­mu­nis­mus. Wir ste­hen einer erschüt­tern­den Rea­li­tät gegen­über: Ein Bischof der hei­li­gen römi­schen Kir­che setzt das Pre­sti­ge, das ihm von sei­ner Wür­de als Nach­fol­ger der Apo­stel her­kommt, ein, um die mili­tä­ri­schen und stra­te­gi­schen Ver­tei­di­gungs­li­ni­en der frei­en Welt vor dem Kom­mu­nis­mus zu demo­lie­ren. Dem Kom­mu­nis­mus, das heißt dem radi­kal­sten, unver­söhn­lich­sten, grau­sam­sten und heim­tückisch­sten Feind, der sich je gegen die Kir­che und die christ­li­che Zivi­li­sa­ti­on erho­ben hat“ (Pli­nio CORRÊA DE OLIVEIRA: O Arce­bis­po ver­mel­ho abre as por­tas da Amé­ri­ca e do mun­do para o comu­nis­mo, in: Cato­li­cis­mo, Nr. 218, Febru­ar 1969. Es ist übri­gens inter­es­sant, um zahl­rei­che Über­ein­stim­mun­gen fest­zu­stel­len, die Rede von Dom Hel­der mit jener von Erne­sto „Che“ Gue­va­ra vom 12. Dezem­ber 1964 vor der UNO zu ver­glei­chen).

Das Projekt einer kommunistischen Revolution in Lateinamerika

Die Epi­so­de, die wahr­schein­lich das größ­te Stau­nen aus­lö­ste, was die soge­nann­te „affai­re Com­blin“.

Joseph "Jose" Comblin mit Helder Camara
Joseph „Jose“ Com­blin mit Hel­der Cama­ra

Im Juni 1968 sicker­te in den bra­si­lia­ni­schen Medi­en ein explo­si­ves Doku­ment durch, das vom bel­gi­schen Prie­ster Joseph „José“ Com­blin, Pro­fes­sor am Theo­lo­gi­schen Insti­tut (Prie­ster­se­mi­nar) von Reci­fe unter der Ägi­de von Msgr. Hel­der Cama­ra aus­ge­ar­bei­tet wor­den war. Im Doku­ment wur­de unver­hüllt ein sub­ver­si­ver Plan zur Zer­schla­gung der staat­li­chen Ord­nung und zur Errich­tung einer „Volks­dik­ta­tur“ kom­mu­ni­sti­scher Prä­gung vor­ge­schla­gen. Hier eini­ge Aus­zü­ge:

Gegen das Eigen­tum: Im Doku­ment ver­tei­dig­te Com­blin eine drei­fa­che Radi­kal­re­form (Land­re­form, Stadt­re­form, Unter­neh­mens­re­form), die von der Vor­stel­lung aus­ging, daß Pri­vat­ei­gen­tum und Kapi­tal intrin­sisch unge­recht sind. Jed­we­der pri­va­te Gebrauch von Kapi­tal soll­te gesetz­lich ver­bo­ten wer­den.

Tota­le Gleich­heit: Das Ziel, so Com­blin, sei es, die tota­le Gleich­heit aller Men­schen durch­zu­set­zen. Jede Hier­ar­chie sowohl im poli­ti­schen und sozia­len, als auch im kirch­li­chen Bereich sei abzu­schaf­fen.

Poli­tisch-sozia­le Revo­lu­ti­on: Im poli­ti­schen und sozia­len Bereich soll die­se Revo­lu­ti­on der Gleich­heit den Staat zer­schla­gen durch radi­ka­le „pres­su­re groups“, die, ein­mal an der Macht, eine eiser­ne „Volks­dik­ta­tur“ errich­ten soll­ten, um die für „trä­ge“ gehal­te­ne Mehr­heit mund­tot zu machen.

Kir­chen­re­vo­lu­ti­on: Um die­ser radi­ka­len Min­der­heit ein „stö­rungs­frei­es“ Regie­ren zu sichern, schlug das Doku­ment eine vir­tu­el­le Annul­lie­rung der bischöf­li­chen Auto­ri­tät vor, die fak­tisch auf ein aus­schließ­lich aus Extre­mi­sten zusam­men­ge­setz­tes Gre­mi­um über­ge­hen soll­te, einer Art kirch­li­chem „Polit­bü­ro“.

Abschaf­fung der Streit­kräf­te: Die Streit­kräf­te soll­ten abge­schafft und auf­ge­löst und die Waf­fen an das Volk ver­teilt wer­den.

Medi­en­zen­sur: Solan­ge das Volk nicht ein aus­rei­chen­des Maß an „revo­lu­tio­nä­rem Bewußt­sein“ erreicht, soll­ten die Medi­en einer stren­gen Kon­trol­le unter­lie­gen. Die Eli­ten, die mit der neu­en Poli­tik nicht ein­ver­stan­den sind, müß­ten das Land ver­las­sen.

Volks­ge­rich­te: Indem Com­blin die Judi­ka­ti­ve beschul­dig­te, von „der Bour­geoi­se kor­rum­piert“ zu sein, schlug er die Errich­tung von „Son­der­volks­ge­rich­ten“ vor, um sum­ma­risch gegen jene vor­zu­ge­hen, die sich der Revo­lu­ti­on wider­set­zen.

Gewalt: Für den Fall, daß die­ser sub­ver­si­ve Plan nicht mit „nor­ma­len Mit­teln“ umge­setzt wer­den könn­te, erklär­te der Theo­lo­ge des Prie­ster­se­mi­nars von Reci­fe den Ein­satz von Waf­fen für legi­tim, um gewalt­sam das von ihm ent­wor­fe­ne Regime zu errich­ten. ((S. Pli­nio CORRÊA DE OLIVEIRA: TFP pede medi­das con­tra pad­re sub­ver­si­vo, in: Cato­li­cis­mo, Nr. 211, Juli 1968))

Die Unterstützung von Helder Camara

Das Doku­ment Com­blin schlug in Bra­si­li­en wie eine Atom­bom­be ein. In der fol­gen­den hef­ti­gen öffent­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung bestritt Com­blin nicht die Echt­heit des Doku­ments, sag­te aber, es habe sich dabei „nur um einen Ent­wurf“ gehan­delt. Das Ordi­na­ri­at der Erz­diö­ze­se Olin­da-Reci­fe muß­te zuge­ben, daß das Doku­ment aus dem diö­ze­sa­nen Prie­ster­se­mi­nar stamm­te, daß es sich aber „nicht um ein offi­zi­el­les Doku­ment“ hand­le. So ein­fach mach­te es sich Hel­der Cama­ra und sein lin­ker Hof­staat.

Helder Camara
Hel­der Cama­ra

Pli­nio Cor­rêa de Oli­vei­ra, der sich zum Sprach­rohr der berech­tig­ten Empö­rung des bra­si­lia­ni­schen Vol­kes mach­te, schrieb damals einen offe­nen Brief an Msgr. Hel­der Cama­ra, der von 25 Tages­zei­tun­gen ver­öf­fent­licht wur­de: „Ich bin mir sicher, die Gefüh­le von Mil­lio­nen von Bra­si­lia­nern zum Aus­druck zu brin­gen, wenn ich Eure Exzel­lenz ersu­che, den Agi­ta­tor, der sein Prie­ster­tum miß­braucht, um der Kir­che den Dolch in den Rücken zu sto­ßen und der die bra­si­lia­ni­sche Gast­freund­schaft aus­nützt, um den Kom­mu­nis­mus, die Dik­ta­tur und die Gewalt in Bra­si­li­en zu pre­di­gen, vom Theo­lo­gi­schen Insti­tut von Reci­fe und aus der Erz­diö­ze­se zu ver­wei­sen.“

Hel­der Cama­ra ant­wor­te­te aus­wei­chend: „Jeder hat das Recht ande­rer Mei­nung zu sein. Ich bemü­he mich, alle Mei­nun­gen anzu­hö­ren.“ Gleich­zei­tig bestä­tig­te er Com­blin als Pro­fes­sor am Prie­ster­se­mi­nar und deck­te ihn damit mit sei­ner erz­bi­schöf­li­chen Auto­ri­tät. Schließ­lich hob die bra­si­lia­ni­sche Regie­rung die Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gung für den bel­gi­schen Prie­ster auf, der das Land ver­las­sen muß­te. Er fand Auf­nah­me bei Sal­va­dor Allen­de, der Chi­le „den Weg einer sozia­li­sti­schen Gesell­schaft“ ver­ord­net hat­te.

Befreiungstheologie

Msgr. Hel­der Cama­ra gilt als Ver­fech­ter der soge­nann­ten „Befrei­ungs­theo­lo­gie“, die vom Hei­li­gen Stuhl 1984 ver­ur­teilt wur­de.

Zwei Erklä­run­gen fas­sen die­se Theo­lo­gie kom­pakt zusam­men. Die erste stammt von Leo­nar­do Boff, einem Lands­mann von Dom Hel­der: „Was wir vor­schla­gen ist Mar­xis­mus, histo­ri­scher Mate­ria­lis­mus in der Theo­lo­gie“ (Leo­nar­do BOFF: Mar­xis­mo na Teo­lo­gia, in: Jornal do Bra­sil v. 6. April 1980).

Die zwei­te Erklä­rung stammt vom Perua­ner Gusta­vo Gut­iér­rez, dem Begrün­der der Befrei­ungs­theo­lo­gie: „Was wir unter Befrei­ungs­theo­lo­gie mei­nen, ist die Betei­li­gung am poli­tisch-revo­lu­tio­nä­ren Pro­zeß“ (Gusta­vo GUTIÉRREZ: Pra­xis de Liber­ta­ção, Anhang in Gusta­vo GUTIÉRREZ: Teo­lo­gia da Liber­ta­ção, Edi­to­ra Vozes, Petró­po­lis 1975, S. 267f).

Gut­iér­rez erklär­te auch, was kon­kret unter Betei­li­gung gemeint ist: „Nur indem man die Klas­sen­ge­sell­schaft über­win­det. (…) Nur indem man den Pri­vat­be­sitz am Reich­tum, der durch mensch­li­che Arbeit geschaf­fen wur­de, besei­tigt, wer­den wir imstan­de sein, die Grund­la­gen für eine gerech­te­re Gesell­schaft zu legen. Des­halb rich­ten sich die Anstren­gun­gen zur Schaf­fung einer neu­en Gesell­schaft in Latein­ame­ri­ka immer mehr auf den Sozia­lis­mus aus“ (Gusta­vo GUTIÉRREZ: Libe­ra­ti­on Pra­xis and Chri­sti­an Faith, in Lay Mini­stry Hand­book, Dio­ce­se of Browns­vil­le, Texas 1984, S. 22).

Die­sem The­ma ist ein jüngst in Ita­li­en im Ver­lag Can­tagal­li erschie­ne­nes Buch: „Teo­lo­gia del­la libe­ra­zio­ne: un sal­va­gen­te di piom­bo per i pove­ri“ (Befrei­ungs­theo­lo­gie. Ein Ret­tungs­ring aus Blei für die Armen) gewid­met (Julio LOREDO: Teo­lo­gia del­la libe­ra­zio­ne: un sal­va­gen­te di piom­bo per i pove­ri, Can­tagal­li, Sie­na 2014).

Freund der Armen und der Freiheit?

Das viel­leicht größ­te Mär­chen über Hel­der Cama­ra ist, daß er als Freund der Armen und Ver­tei­di­ger der Frei­heit und der Men­schen­rech­te dar­ge­stellt wird.

Seligsprechung eingeleitet: Helder Camara ein "Diener Gottes"
Selig­spre­chung ein­ge­lei­tet: Hel­der Cama­ra ein „Die­ner Got­tes“

Der Ehren­ti­tel eines Ver­tei­di­gers der Frei­heit eig­net sich schlecht für jeman­den, der Trink­sprü­che und Lob­lie­der auf die blut­rün­stig­sten Dik­ta­tu­ren des 20. Jahr­hun­derts von sich gab, zuerst auf den Natio­nal­so­zia­lis­mus, dann auf den Kom­mu­nis­mus in allen sei­nen Vari­an­ten, ob sowje­tisch, kuba­nisch, chi­ne­sisch …

Vor allem aber ist die Bezeich­nung als Freund der Armen eine Belei­di­gung für jeden Chri­sten. Hel­der Cama­ra rede­te gern über die Armen, unter­stütz­te aber die Regime, die eine erschrecken­de Armut ver­ur­sacht haben, so daß sie der dama­li­ge Kar­di­nal Joseph Ratz­in­ger als „Schan­de unse­rer Zeit“ bezeich­ne­te (KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE, Instruk­ti­on Liber­ta­tis Nun­ti­us, XI, 10).

Eine auf­merk­sa­me Ana­ly­se Latein­ame­ri­kas – Land für Land – zeigt, daß es über­all, wo die von Dom Hel­der pro­pa­gier­te Poli­tik ange­wandt wur­de, zu einer star­ken Zunah­me der Armut und der Unzu­frie­den­heit des Vol­kes gekom­men ist. Wo hin­ge­gen eine ent­ge­gen­ge­setz­te Poli­tik betrie­ben wur­de, kam es zu einer gene­rel­len Ver­bes­se­rung des All­ge­mein­wohls.

Ein Bei­spiel: Die Agrar­re­form, des­sen Haupt­pro­mo­tor Dom Hel­der in Bra­si­li­en war, und die auch in Euro­pa laut­star­ke media­le und poli­ti­sche Unter­stüt­zung fand, wur­de laut den unver­däch­ti­gen Wor­ten von Fran­cis­co Gra­zia­no Neto, dem Vor­sit­zen­den des INCRA (Insti­tu­to Nacio­nal de Colo­ni­zação e Refor­ma Agrá­ria), jenes Insti­tuts, das mit der Umset­zung der Agrar­re­form beauf­tragt war, zum „größ­ten Schiff­bruch der staat­li­chen Poli­tik in unse­rem Land“ (Fran­cis­co GRAZIANO NETO: Refor­ma Agraria de quali­dade, in: O Estado de S. Pau­lo v. 17. April 2012).

Wer das The­ma wei­ter ver­tie­fen will, um sich ein Bild davon zu machen, wer hier mit viel ideo­lo­gi­schem Weih­rauch selig­ge­spro­chen wer­den soll, kann dies im genann­ten Buch von Julio Lore­do tun, das eine bal­di­ge Über­set­zung ins Deut­sche ver­die­nen wür­de (Julio LOREDO: Teo­lo­gia del­la libe­ra­zio­ne: un sal­va­gen­te di piom­bo per i pove­ri, S. 315–338).

Der ita­lie­ni­sche Histo­ri­ker, Jour­na­list und Schrift­stel­ler Indro Mon­ta­nel­li (1909–2001) hat­te recht, wenn er sag­te: „Die Lin­ke liebt die Armen so sehr, daß sie — wann immer sie an die Macht kommt — ihre Zahl erhöht.“ Papst Fran­zis­kus scheint eine Schwä­che für lin­ke Ideo­lo­gen im Kle­ri­ker­ge­wand zu haben.

Text: ATFP/Giuseppe Nar­di
Bild: ATFP/Historia Brasileira/MiL/Erzbistum Olin­da-Reci­fe

3 Kommentare

  1. Ein Kir­chen­mann ganz genau nach dem Geschmack unse­rer Medi­en und den Links­kräf­te sowie ahnungs­lo­sen Gut­men­schen. Die Hei­lig­spre­chung ist zu stop­pen.

    • Nicht nur nach dem Geschmack der grün-rot gefärb­ten Medi­en son­dern vor allem nach dem Geschmack der Ber­go­glia­ner

  2. Auch hier wie­der: der hl. Stuhl „ver­ur­teilt“ 1984 die Befrei­ungs­theo­lo­gie, aber die­ser ihr wil­de­ster Ver­tre­ter bleibt den­noch im Amt und darf wir­ken: 1985 tritt er aus Alters­grün­den von sei­nem Amt zurück. Über­all wird er her­um­ge­ho­ben und tau­send katho­li­sche Aka­de­mien hul­di­gen ihm seit Jahr­zehn­ten unwi­der­spro­chen durch ihre Bischö­fe…

    Unter einer „Ver­ur­tei­lung“ im klas­si­schen kirch­li­chen Sinn ver­ste­he ich was anders: Anathem über alle Ver­tre­ter der Irr­leh­re und sofor­ti­ge Amts­ent­he­bung und Exkom­mu­ni­ka­ti­on bei Behar­ren.

    Folg­lich war es die­ser wachs­wei­che, halb­her­zi­ge „hei­li­ge Stuhl“, der die Gei­ster selbst her­bei­ge­ru­fen hat, über die wir hier nun grei­nen.

    Und dass der­sel­be unmög­li­che Mann — jeden­falls als mal natio­nal­so­zia­li­sti­scher, mal kom­mu­ni­sti­scher Erz­bi­schof unmög­lich! — auch noch ernst­haft „selig­ge­spro­chen“ wer­den soll, müss­te doch all­mäh­lich jedem noch so ver­schla­fe­nen Anhän­ger der nach­kon­zi­lia­ren Amts­kir­che vor Augen füh­ren, dass sie nicht die sel­be Kir­che ist, die sie ein­mal war vor die­sem eben­so wachs­weich-mehr­deu­ti­gen Kon­zil war.

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