Ein antikatholisches Europa, ein calvinistischer Staatsmann und der Kampf um die Freiheit – Gedanken zu einer Buchneuerscheinung, Viktor Orbán – Ein Stürmer in der Politik

Viktor Orban
Viktor Orban

von Wolf­ram Schrems*

In die­ser Advent­zeit war wie­der viel von Demon­stra­tio­nen in Ungarn zu hören. Besorg­te Bür­ger hät­ten in 20 Städ­ten „gegen Kor­rup­ti­on und Freun­derl­wirt­schaft [!]“ (so am 17. Dezem­ber die Nach­rich­ten­spre­che­rin aus­ge­rech­net des Öster­rei­chi­schen Rund­funks in unfrei­wil­li­ger Komik) demon­striert und sogar Stra­ßen blockiert. Denn die dor­ti­ge Regie­rung sei kor­rupt und total unde­mo­kra­tisch.

So, so.

Victor Orban, seit 2010 Ungarns Ministerpräsident
Vik­tor Orban, seit 2010 Ungarns Mini­ster­prä­si­dent

Die­se Art Stim­mungs­ma­che der Mas­sen­me­di­en („Bericht­erstat­tung“ wäre das fal­sche Wort) geht nun schon län­ger so dahin. Wenn man sich zudem im Inter­net zugäng­li­che Video­auf­nah­men von Sit­zun­gen des Euro­päi­schen Par­la­ments, an denen der unga­ri­sche Regie­rungs­chef anwe­send war, ansieht, ist man von der unver­hoh­le­nen Feind­se­lig­keit sei­tens lin­ker und „libe­ra­ler“ Poli­ti­ker äußerst unan­ge­nehm berührt. Gewalt­tä­ti­ge Anti-Orbán-Demon­stra­tio­nen in Buda­pest (wie vor kur­zem – und offi­zi­ell gegen die Inter­net­steu­er) las­sen ana­log zu Far­ben­re­vo­lu­tio­nen aus­län­di­sche Sub­ver­si­on befürch­ten.

Was hat die­ser Mann nur ange­stellt?

Die­ses Jahr erschien die deut­sche Über­set­zung eines äußerst lesens­wer­ten Buches des pol­ni­schen Jour­na­li­sten Igor Jan­ke über den der­zei­ti­gen Erz­feind und Buh­mann Num­mer 1 einer media­len Nomen­kla­tu­ra: Vik­tor Orbán – Ein Stür­mer in der Poli­tik.

Biographisches…

Jan­ke zeich­net das Leben Orbáns von der Kind­heit und Jugend über die Zeit des Mili­tär­dien­stes (wäh­rend des­sen er wegen der Aus­ru­fung des Kriegs­rech­tes in Polen 1981 dra­ma­ti­sche Tage erleb­te) und der Stu­den­ten­zeit bis zu sei­nem Ein­tritt in die Poli­tik nach. Dabei ver­wen­det er auf­grund Orbáns Begei­ste­rung für den Fuß­ball (als „Fan“ genau­so wie als akti­ver Spie­ler) häu­fig ein­schlä­gi­ge Meta­phern (woher sich auch der Buch­ti­tel erklärt).

Als jun­ger anti­kom­mu­ni­sti­scher Akti­vist und auf­stre­ben­der Mit­grün­der des „Bun­des jun­ger Demo­kra­ten“ (FIDESZ) war Orbán „libe­ral“. Auf­grund sei­nes cou­ra­gier­ten Auf­tre­tens am 16. Juni 1989 gegen die sowje­ti­sche Besat­zung wur­de er schlag­ar­tig popu­lär. Er und sei­ne Mit­strei­ter waren zum Spott gegen tra­di­tio­nel­le Struk­tu­ren und Wer­te geneigt. Im Par­la­ment benah­men sich die FIDESZ-Man­da­ta­re des­we­gen anfäng­lich betont rüpel­haft.

Jan­ke berich­tet von der Ein­fluß­nah­me des US-Mil­li­ar­därs und „Phil­an­thro­pen“ Geor­ge Soros auf die FIDESZ-Bewe­gung im Jahr 1993: „[Soros] ver­such­te sie davon zu über­zeu­gen, dass die Welt heut­zu­ta­ge von einer libe­ra­len Eli­te beherrscht wer­de. (…) Er sag­te, dass Euro­pa alles ableh­ne, was christ­lich, tra­di­tio­nell oder natio­nal sei. Sei­ne Gäste wies er dar­auf hin, dass die Beru­fung auf tra­di­tio­nel­le Wer­te ihnen ein­brin­gen wer­de, dass man sie des Natio­na­lis­mus, Faschis­mus und Anti­se­mi­tis­mus beschul­di­gen wer­de.“

Der Mil­li­ar­där ver­such­te, FIDESZ zu einer Koali­ti­on mit dem „Bund frei­er Demo­kra­ten“ (SzDSz) und den Post­kom­mu­ni­sten (!) zu über­re­den, was Orbán ablehn­te: „Das wider­sprä­che dem, was wir ver­tre­ten“ (147).

Er wird immer „kon­ser­va­ti­ver“ und bringt die Par­tei auf einen patrio­ti­schen und christ­li­chen Kurs. Der cal­vi­ni­sti­sche Pastor Zoltán Balog wird zum geist­li­chen Men­tor Orbáns.

Jan­ke zeigt an vie­len Bei­spie­len, daß Orbán star­ken Gestal­tungs­wil­len und gro­ße Durch­set­zungs­kraft besitzt: Auch die Abwahl 2002 nach vier Jah­ren als Mini­ster­prä­si­dent und die knap­pe Wahl­nie­der­la­ge 2006 konn­ten ihn nicht demo­ti­vie­ren. Der Zwei­drit­tel-Erd­rutsch­sieg bei den Par­la­ments­wah­len 2010 war die Frucht gedul­di­ger (und an die Gren­ze der Selbst­aus­beu­tung gehen­der) Arbeit. Seit­dem gestal­tet Orbán das Land mit einem star­ken Man­dat des unga­ri­schen Vol­kes.

…Brisantes…

Höchst auf­schluß­reich ist das 21. Kapi­tel, in dem über die Ereig­nis­se des Herb­stes 2006 berich­tet wird:

„Die west­li­chen Medi­en ver­wei­sen bis heu­te nicht gern auf die Akti­vi­tä­ten der Regie­rung Gyurc­sá­ny, wel­che die unga­ri­sche Wirt­schaft in den Abgrund und die Ungarn in tie­fe Fru­stra­ti­on gestürzt hat­ten. Sie schrei­ben nicht über die all­um­fas­sen­de Kor­rup­ti­on, den Filz und die Lügen, die sich unter der vor­an­ge­gan­ge­nen Füh­rung als Last auf die Gesell­schaft gelegt hat­ten. Sie erin­nern nicht dar­an, wie bru­tal die Poli­zei 2006 gegen die von den Wor­ten des sozia­li­sti­schen Mini­ster­prä­si­den­ten auf­ge­brach­ten Demon­stran­ten vor­ge­gan­gen war“ (291).

…und Grundsätzliches

Jan­ke zeich­net Orbáns Über­zeu­gun­gen nach, die sich von einem tota­li­tär auf­tre­ten­den euro­päi­schen Kon­for­mi­täts­druck und des­sen Lieb­lings-Gess­ler­hut, dem soge­nann­ten „Anti­fa­schis­mus“, der bil­lig und blind für die Greu­el des Kom­mu­nis­mus ist, ent­fern­ten:

„Orbán ver­wehr­te sich stets von Neu­em dage­gen, daß Men­schen als Faschi­sten beschimpft wer­den, die unga­ri­sche Patrio­ten sind, die Tra­di­tio­nen pfle­gen, die die Erin­ne­rung an die unga­ri­sche Ver­gan­gen­heit am Leben erhal­ten. ‚Beson­ders, weil die Anschul­di­gung des Faschis­mus von sol­chen erho­ben wird, die [bei der Nie­der­schla­gung der Befrei­ungs­be­we­gung 19]56 vie­le Ungarn ermor­det haben‘, sagt er heu­te. Auf die­se Äng­ste und Ver­dach­te baut sich die gegen­sei­ti­ge Anti­pa­thie auf, die dar­in gip­fel­te, daß die Libe­ra­len, die sich anfangs als har­te Anti­kom­mu­ni­sten gezeigt hat­ten, 1994 eine Koali­ti­on mit den Post­kom­mu­ni­sten schlos­sen, nur um den, ihrer Mei­nung nach, in der Wie­der­kehr befind­li­chen Nazis­mus auf­zu­hal­ten“ (130f).

Sehr erfreu­lich und im heu­ti­gen Haupt­strom­jour­na­lis­mus völ­lig unüb­lich ist die Wür­di­gung für die gei­sti­ge Ent­wick­lung Orbáns in Rich­tung des christ­li­chen Glau­bens: „Einer­seits wur­de er immer kon­ser­va­ti­ver, wobei sei­ne Ehe­frau Ani­kó Lévai eine gewis­se Rol­le spiel­te, die aus einer tra­di­tio­nel­len, katho­li­schen Fami­lie stamm­te. Orbán wand­te sich mit wach­sen­dem Inter­es­se der Kir­che als Insti­tu­ti­on zu und mit der Zeit auch dem Glau­ben“ (137).

Orbán, selbst Cal­vi­nist, hat­te eben erkannt, daß es die Wei­chen­stel­lun­gen des Staats­grün­ders König Ste­phan des Hei­li­gen waren, näm­lich Tau­fe und Glau­be, durch die sich grau­sa­me Bar­ba­ren zu einem hoch­ste­hen­den Kul­tur­volk ent­wickel­ten. (In die­sem Zusam­men­hang ist es erwäh­nens­wert, daß genau die­ser Zusam­men­hang in künst­le­ri­scher Frei­heit in der 1983 in Buda­pest urauf­ge­führ­ten und im unga­ri­schen Kul­tur­raum sehr popu­lä­ren Rock­oper Ist­ván a kirá­ly, „König Ste­phan“, unbe­fan­gen und ohne Berüh­rungs­äng­ste the­ma­ti­siert wird.)

Beson­ders gegen die christ­li­chen Bezü­ge der neu­en unga­ri­schen Ver­fas­sung wird ja bekannt­lich erbit­tert Sturm gelau­fen.

Resümee

„Ich hat­te mehr als ein Jahr lang die Gele­gen­heit, aus näch­ster Nähe einen der inter­es­san­te­sten Poli­ti­ker unse­rer Zeit zu beob­ach­ten“ (343).
Jan­ke ist aber bei aller Sym­pa­thie für sei­nen Gesprächs­part­ner nicht unkri­tisch, was ein­zel­ne Maß­nah­men der Regie­rung Orbán betrifft. Inso­fern ist das Buch kei­ne Lob­hu­de­lei.

Auch der Rezen­sent möch­te nicht den Ein­druck einer Vor­ab-Hei­lig­spre­chung o. ä. erwecken. „Bonum est sper­a­re in Domi­no quam sper­a­re in princi­pi­bus — Bes­ser, sich zu ber­gen beim Herrn, als auf Für­sten zu bau­en“ (Ps 117,9 Vg).

Das muß man heu­te lei­der schon immer dazu­sa­gen, weil in einem Umfeld fast flä­chen­decken­der Het­ze gegen einen patrio­ti­schen Poli­ti­ker jedes Wohl­wol­len und jede Fair­neß die­sem gegen­über mit Nasen­rümp­fen und Augen­ver­dre­hen häu­fig so kom­men­tiert wird: „Er ist aber auch nicht der Mes­si­as.“

Wis­sen wir schon.

Aber ehr­li­cher­wei­se muß man sagen, daß hier ein cal­vi­ni­sti­scher Christ vie­le katho­li­sche Kir­chen­füh­rer, von Poli­ti­kern gar nicht zu reden, beschämt, was christ­li­chen Beken­ner­mut und patrio­ti­sche Pflicht­treue betrifft.

Ein gro­ßes Ver­dienst Jan­kes ist die Publi­ka­ti­on eines aus­führ­li­chen Inter­views mit Orbán am Ende des Buches, in dem sich beher­zi­gen­s­wer­te Aus­sa­gen fin­den:

„Euro­pa muß sich aus der Fal­le der Geld­märk­te her­aus­win­den. Das bezieht sich in erster Linie auf die Euro­zo­ne. In den letz­ten Jahr­zehn­ten haben die Geld­märk­te die Poli­tik beherrscht“ (340).

Und:

„Die euro­päi­sche Kri­sen­si­tua­ti­on kön­nen nur die star­ken Natio­nal­staa­ten lösen. Natio­na­le Füh­rer­per­sön­lich­kei­ten, die über eine star­ke poli­ti­sche Posi­ti­on ver­fü­gen. So muß man das Wahl­er­geb­nis in Ungarn 2010 auf­fas­sen. Die Ungarn haben die Situa­ti­on gut erkannt und mir daher eine so star­ke Ermäch­ti­gung gege­ben“ (342).

Ein Resü­mee des Buches wird sein, daß sich an der unga­ri­schen Geschich­te zeigt, was auch sonst histo­ri­scher Erfah­rungs­wert und inner­li­ches Gesetz gleich­zei­tig ist, näm­lich daß die „Libe­ra­len“ Weg­be­rei­ter und Steig­bü­gel­hal­ter der Sozia­li­sten waren und sind. Sie arbei­ten, ob sie es wis­sen oder nicht, dem tota­li­tä­ren Will­kür­re­gime zu. Der Libe­ra­lis­mus hat nicht die inne­re Kraft, die system­sta­bi­li­sie­ren­den Wer­te Wohl­wol­len, Wahr­heits­lie­be, Treue, Ver­läß­lich­keit u. a. gegen die Will­kür der mensch­li­chen Lei­den­schaf­ten und die Sub­ver­si­on sub­ver­si­ver Zir­kel zu ver­tei­di­gen.

Dar­um hat­ten Papst Leo XIII., Dono­so Cor­tés und Eric Voe­ge­lin schon recht, daß nur eine kon­ser­va­ti­ve, selbst­be­wuß­te und star­ke Regie­rung ein Abrut­schen in das revo­lu­tio­nä­re Cha­os mit unver­meid­lich anschlie­ßen­der Dik­ta­tur ver­hin­dern kann.

Der inne­re Zusam­men­hang von pro-kom­mu­ni­sti­scher, pro-libe­ra­ler und pro-kapi­ta­li­sti­scher Hal­tung wird in der Per­son von Geor­ge Soros (sie­he oben) brenn­punkt­ar­tig dar­ge­stellt. Orbán hat­te den Mut und die Auf­rich­tig­keit, des­sen Ein­fluß­nah­me zu wider­ste­hen.

Ein klei­ner Kri­tik­punkt ist – und das hat der Rezen­sent dem Ver­lag schon mit­ge­teilt – die Ober­fläch­lich­keit des Lek­to­rats, dem vie­le Inter­punk­ti­ons- und Syn­tax­feh­ler ent­gan­gen sind, was das Buch manch­mal als „Exi­lan­ten­li­te­ra­tur“ erschei­nen läßt. Das gibt dem Buch fast ein Samiz­dat-Geprä­ge – damit aller­dings auch einen ein­schlä­gi­gen Charme.

Ein ande­rer Punkt der Bean­stan­dung ist, daß ein im süd­deut­schen Raum, an der Gren­ze zu Öster­reich, ange­sie­del­ter Ver­lag ohne wei­te­res die übli­che deut­sche Topo­no­mastik für unga­ri­sche Städ­te­na­men hät­te ver­wen­den kön­nen. Dem unga­risch­stäm­mi­gen Ver­le­ger wäre kein Stein aus der Kro­ne gefal­len, wenn er „Szé­kes­fehérvár“ ein­mal ein­führt und dann wei­ter­hin „Stuhl­wei­ßen­burg“ schreibt.

An man­chen Stel­len erschei­nen auch die Fuß­ball­me­ta­phern etwas des Guten zuviel.

Schließ­lich muß der Leser im Auge behal­ten, daß ein pol­ni­scher Autor ver­mehrt pol­ni­sche Bezü­ge her­stellt. Den ein­schlä­gig ver­sier­ten poli­ti­schen Beob­ach­tern wer­den die ent­spre­chen­den Namen und Fak­ten ver­traut sein, den ande­ren wird man wei­te­re Kon­sul­tie­run­gen emp­feh­len müs­sen.
Die­se Klei­nig­kei­ten kön­nen das Gesamt­bild des inter­es­san­ten und gut les­ba­ren und für unse­re Zeit wich­ti­gen Buches nicht trü­ben.

Es sei beson­ders allen emp­foh­len, denen ein Euro­pa frei­er Natio­nen am Her­zen liegt. Daher gebührt dem Autor Dank wie auch dem Ver­le­ger – und natür­lich Herrn Orbán selbst.

Igor Jan­ke, Vik­tor Orbán – Ein Stür­mer in der Poli­tik, Schenk Ver­lag, Pas­sau 2014 (Ori­gi­nal­aus­ga­be bei Demart SA, War­schau 2012), Deutsch von Karl­heinz Schweit­zer, 344 S., 19.50 [D] https://www.schenkbuchverlag.de/

*MMag. Wolf­ram Schrems, Linz und Wien, katho­li­scher Theo­lo­ge, Phi­lo­soph, Kate­chist, Ama­teur der unga­ri­schen Spra­che

Bild: Infor­mar­eX­Re­si­ste­re

44 Kommentare

  1. Vik­tor Orbán ver­miest ja tat­säch­lich den „Libe­ra­len“, Sozia­li­sten und son­sti­gen Frei­mau­rer­ge­sell­schaf­ten das poli­ti­sche und ideo­lo­gi­sche Geschäft ein wenig.
    In Deutsch­land war das Franz-Josef Strauss. Seit sei­nem Tode aber sind Wahr­heits­aus­sa­gen in der Poli­tik immer mehr zur Man­gel­wa­re gewor­den.
    Heu­te dür­fen Bor­del­le auf gro­ßen Pla­ka­ten Wer­bung für ihr men­schen­ver­ach­ten­des Drecks­ge­schäft machen. So weit sind wir schon her­un­ter­ge­kom­men dank Libe­ra­lis­mus, Grü­nen, Sozia­li­sten und so vie­len „bra­ven Chri­sten“, die auch nur ihren eige­nen Erfolg und irgend­wel­che Ver­gnü­gen und Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten im Sin­ne haben.

  2. „Ein Resü­mee des Buches wird sein, daß sich an der unga­ri­schen Geschich­te zeigt, was auch sonst histo­ri­scher Erfah­rungs­wert und inner­li­ches Gesetz gleich­zei­tig ist, näm­lich daß die „Libe­ra­len“ Weg­be­rei­ter und Steig­bü­gel­hal­ter der Sozia­li­sten waren und sind. Sie arbei­ten, ob sie es wis­sen oder nicht, dem tota­li­tä­ren Will­kür­re­gime zu. Der Libe­ra­lis­mus hat nicht die inne­re Kraft, die system­sta­bi­li­sie­ren­den Wer­te Wohl­wol­len, Wahr­heits­lie­be, Treue, Ver­läß­lich­keit u. a. gegen die Will­kür der mensch­li­chen Lei­den­schaf­ten und die Sub­ver­si­on sub­ver­si­ver Zir­kel zu ver­tei­di­gen.

    Dar­um hat­ten Papst Leo XIII., Dono­so Cortés und Eric Voe­ge­lin schon recht, daß nur eine kon­ser­va­ti­ve, selbst­be­wuß­te und star­ke Regie­rung ein Abrut­schen in das revo­lu­tio­nä­re Cha­os mit unver­meid­lich anschlie­ßen­der Dik­ta­tur ver­hin­dern kann.“ —

    Das ein­zi­ge, was an die­sem Abschnitt zutrifft, ist die Erklä­rung der feh­len­den inne­ren Kraft des Libe­ra­lis­mus. dr rest dürf­te geschichts­klit­te­rung sein und am Phä­no­men Orban ohne­hin vor­bei­ge­hen!
    Da geht doch aller­hand durch­ein­an­der — die Libe­ra­len sind weni­ger Steig­bü­gel­hal­ter der Kom­mu­ni­sten, son­dern objek­tiv und nach­ge­wie­sen der Faschi­sten gewe­sen. Im Deut­schen Reich hat die NSDAP über­all da ihre Hoch­bur­gen ent­wickeln kön­nen, wo zuvor die libe­ra­len Par­tei­en hohe Stim­men­an­tei­le hat­ten. Auch die Vor­gän­ge in den USA legen eher den Zusam­men­hang nah — der Libe­ra­lis­mus führt ohne gewalt­sa­men Umsturz und auf lei­sen Soh­len in den Faschis­mus und nir­gends anders hin!
    Ein sol­ches Phä­no­men lässt sich hin­sicht­lich sozia­li­sti­scher Umstür­ze nicht behaup­ten, denn die waren mehr oder weni­ger immer gewalt­sam und am Wäh­ler­wil­len vor­bei. Libe­ra­li­sti­sche Hoch­bur­gen waren stets anti­kom­mu­ni­sti­sche Hoch­bu­regn, so auch die USA im kal­ten Krieg, wie über­haupt der gesam­te Westen, der ja ein­deu­tig libe­ral war…
    Dass nach dem Mau­er­fall vie­le sozia­li­sti­sche Ele­men­te in die libe­ra­li­stisch-faschi­sti­sche Poli­tik ein­flie­ßen, macht die­sel­be nur noch faschi­sti­scher als sie bereits schon war: Eine selbst­er­nann­te (männer-)bündische Eli­te zwingt den Groß­teil des Vol­kes in ein namen­lo­ses, knapp gehal­te­nes Kol­lek­tiv und spielt „Füh­rer“.

    Es ist daher auch nicht in Ord­nung Leo XIII. und Dono­so Cortès in einem Atem­zug zu nen­nen. Da dürf­ten wohl gewal­ti­ge Äonen des poli­ti­schen Den­kens dazwi­schen lie­gen!

    Die­se „kon­ser­va­ti­ven, selbst­be­wuss­ten und star­ken Regie­run­gen“ sind zumin­dest in der ersten Hälf­te des 20. Jh denn auch ziel­si­cher in die Hän­de Nazi­deutsch­lands ein­ge­fah­ren — das war beim Stän­de­staat so, genau­so bei Vichy-Fran­ce, eben­so bei Mus­so­li­ni, z.T. auch bei Fran­co. (Aus­nah­me mach­te da nur Sala­zar.).
    Das Ende vom groß­spu­ri­gen, kon­ser­va­ti­ven, star­ken Lied war näm­lich die Über­wäl­ti­gung durch den Rechts­ra­di­ka­li­mus, durch Mord und Ver­nich­tung, Krieg und Athe­is­mus. Als ob man den Satan zuhil­fe rufen dürf­te, wenn man ihn bekämp­fen will…welch ein Irr­sinn!

    Ein biss­chen Vor­sicht soll­te also schon ange­sagt sein.

    Und mit Orbán hat es kaum zu tun…

    • Geschätz­te Frau Zeit­schnur!

      Am Ende Ihres Kom­men­tars schrei­ben Sie:
      „Und mit Orbán hat es kaum zu tun…“
      Ja, Ihr Kom­men­tar hat mit Orbán und dem Arti­kel von MMag. Schrems kaum zu tun.

      Ihr vor­letz­ter Satz lau­tet:
      „Ein biss­chen Vor­sicht soll­te also schon ange­sagt sein.“
      Ja, die­sen Rat hät­ten Sie selbst beher­zi­gen sol­len?
      Sind doch Sie eine Per­son, die recht oft ande­re Kom­men­ta­to­ren für deren Bei­trä­ge kri­ti­siert (als unsach­lich, The­ma ver­fehlt usw.), immer mal wie­der mit grenz­wer­ti­gem Ton­fall und Wort­wahl.

      Dies Sie Ihnen dies­mal als Feed­back gege­ben.
      Mit freund­li­chen Grü­ßen, Eck­stein

      • Mein Kom­men­tar setzt sich mit einem län­ge­ren Zitat aus dem Arti­kel des Herrn Schrems aus­ein­an­der, das ich an den Anfang gesetzt habe.

        Mein vor­letz­ter Satz bezieht sich auf pro­ble­ma­ti­sche und weit­rei­chen­de Schlüs­se, die aus einem schein­ba­ren histo­ri­schen „Immer“ gezo­gen wer­den.
        Jeder Histo­ri­ker weiß doch, dass histo­ri­sche Ereig­nis­se oder Zusam­men­hän­ge trotz ähn­li­cher Moti­ve — als Phä­no­men in einer bestimm­ten Zeit — viel­mehr IMMER SINGULÄR sind und blei­ben.
        Der Ver­such, Orbán nach dem — allei­ne schon ideo­lo­gisch äußerst pro­ble­ma­ti­schen — Strick­mu­ster kon­ser­va­ti­ver oder faschi­sti­scher auto­ri­tä­rer Staa­ten der Ver­gan­gen­heit ein­zu­ord­nen ist daher wirk­lich etwas, das man mit Vor­sicht ange­hen soll­te.

        Das jeden­falls ist mei­ne Sach­bot­schaft, und ich rate Ihnen, Ihren Schulz von Thun weg­zu­wer­fen und sich statt­des­sen mit den Sach­in­hal­ten zu beschäf­ti­gen. Und mir dann — auf der Sach­ebe­ne — etwas ent­ge­gen­zu­hal­ten.

        Ihr Feed­back bleibt lei­der nur auf der Meta­ebe­ne und ist für mich daher sach­lich nicht nach­voll­zieh­bar. Scha­de.

      • @Zeitschnur: Die „kon­ser­va­ti­ven oder faschi­sti­schen auto­ri­tä­ren Staa­ten der Ver­gan­gen­heit“ (von Ihnen offen­bar als Schmäg­be­griff gemeint) waren aber nun ein­mal die Staa­ten, die die Leh­re der Kir­che am mei­sten geach­tet und mit ihren welt­li­chen Mit­teln gegen Häre­si­en geschützt hat­ten — und damit im tief­sten Sin­ne auch die Wür­de des Men­schen, wie Gott ihn geschaf­fen und gewollt hat, am nach­hal­tig­sten gewahrt haben. S. Ita­li­en in den 20er und 30er Jah­ren s. Spa­ni­en unter dem unver­ges­se­nen Gene­ra­lisi­mo, s. Chi­le nach 1973, s. Russ­land heu­te.
        Und eben auch Ungarn, und das inner­halb der sozia­li­stisch-frei­mau­re­risch aus­ge­rich­te­ten „EU“. Die­ser Mut von Prä­si­dent Orban ist bewun­derns­wert, auch wenn man sich natür­lich wün­schen wür­de, er wäre Glied der Kir­che.

      • Wie kann man „die Leh­re der Kir­che ach­ten“ und zum Ver­bre­cher wer­den? Hat uns Jesus das nicht sogar unter­sagt? Schau­en Sie doch: all jene, die das „Schwert hoben“, kom­men nun durch das­sel­be um.
        Die böse Frucht sol­chen „Katho­li­zis­mus“ ist doch auf­ge­gan­gen!

        Da sind zwar Abstu­fun­gen unter die­sen kle­ri­kal­fa­schi­sti­schen Staa­ten, und der Stän­de­staat ist da ver­gleichs­wei­se harm­los, aber wo hat die Kir­che je gelehrt, dass man Ver­be­chen bege­hen darf, wie sie in Kroa­ti­en, Ita­li­en, Vichy-Fran­ce, auch unter ihrem Idol Fran­co, spä­ter in Chi­le etc. pas­siert sind?

        Hat Jesus nicht gesagt, man sol­le den Men­schen das tun, was man sich selbst von ihnen wünscht?
        Wol­len Sie also aus dem Flug­zeug überm Pazi­fik abge­wor­fen wer­den (Natür­lich ohne gerech­ten Pro­zess! Ein­fach klamm­heim­lich ent­sorgt wer­den!), weil sie anders den­ken und han­deln als die Macht­ha­ber? Wol­len Sie eth­nisch weg­ge­säu­bert wer­den (Usta­scha), weil sie nicht den Glau­ben des Macht­ha­bers haben (der Fluch die­ses „katho­li­schen Han­delns“ auf dem Bal­kan wirkt bis heu­te und hat — trotz Titos Frei­dens­ge­bo­ten) den furcht­ba­ren Krieg nach Tito dort her­vor­ge­bracht)? Wol­len Sie als Gei­stes­kran­ker gehan­delt wer­den, nur weil sie nicht zwangs­wei­se einem Glau­ben anhän­gen wol­len, den Sie inner­lich nicht haben (Stän­de­staat)? So könn­te man end­los fort­set­zen…

        Ist das Ihre Vor­stel­lung von „katho­lisch“ und „Tra­di­ti­on“?

        Ein Katho­li­zis­mus, der sich ver­be­che­risch durch­set­zen darf?

        Und das ange­sichts unse­res Herrn, der am Kreuz hing, der das Schwert nicht hob, der sich wie ein Lamm zur Schlacht­bank füh­ren ließ?

      • …und eines hab ich noch ver­ges­sen, Herr Schrems: der Ihnen nicht ver­ständ­li­che Satz von den bün­di­schen Eli­ten bezog sich auf eine Ten­denz, die ich sowohl im Westen wie im Osten beob­ach­te:

        Im Westen ohne sicht­ba­ren „star­ken Mann“ und Füh­rer (der aber jeder­zeit auf­tau­chen könn­te!) haben wir m.E. eine immer deut­li­che­re qua­si-faschi­sti­sche Struk­tur ent­wickelt. Aber alles schlei­chend. Sie zeigt ihr auto­ri­tä­res Gesicht nicht, son­dern tritt lar­viert auf. Durch die Tech­ni­sie­rung der Mas­sen­me­di­en ist das mög­lich.
        Wer heu­te nicht einem sub-auto­ri­tär ver­ord­ne­ten Main­stream folgt, kriegt auch wirt­schaft­lich kei­nen Fuß auf den Boden. Man muss sich also nach unge­schrie­be­nem Gesetz „inkor­po­rie­ren“ und die­ser EU-bün­di­schen „Eli­te“ fol­gen. Sie sehen das ja an Frank­reich — es ist den Herr­schen­den völ­lig egal, was das Volk will, und es wird medi­al auch unter­schla­gen.
        Ich den­ke, Sie wer­den mir in der Cha­rak­te­ri­sie­rung sogar wahr­schein­lich wenig­stens teil­wei­se zustim­men.

        Im Osten haben wir eine ähn­li­che Struk­tur, aller­dings mit star­kem Mann an der Spit­ze (Putin) und einer ver­steck­ten Ido­li­sie­rung des Sla­wen­tums und der anti­ka­tho­li­schen Ortho­do­xie im grau­en Hin­ter­grund (Dogin). Lei­der „checken“ das unse­re Tra­dis nicht… Dazu kom­men noch Olig­ar­chen — auch dort ist es kaum mög­lich, wirt­schaft­lich auf den Boden zu kom­men ohne ideo­lo­gi­sche Inkor­po­ra­ti­on.

        Bei­des speist sich — wie jeder Faschis­mus — auch aus „sozia­li­sti­schen“ Ideen (also wie auch immer defi­nier­ten Ideen über den Volks­kör­per und des­sen Gesund­heit und Not­wen­dig­kei­ten — und sei die­se „Gesund­heit“ eine gen­dern­de Gesund­heit!).
        Aber — wie gesagt, es ist hier natür­lich die Fra­ge, wel­che Faschis­mus­theo­rie man dabei im Hin­ter­kopf hat.

        Ich set­ze nun mal kei­ne Hoff­nung auf eine „katho­li­sche Beset­zung“ sol­cher faschi­sti­schen Struk­tu­ren. Auf links­ge­rich­te­te natür­lich auch nicht — die waren bloß gera­de nicht Ihr The­ma.
        Der „Fürst der Welt“ wird kei­nen idea­len Staat mög­lich machen und nichts ist ihm leich­te­re Beu­te, als eifern­de „katho­li­sche“ Poli­tik.
        Das ist das Pro­blem.

    • @Dario

      Frau Zeit­schnur mischt wie üblich ihr unbe­strit­ten gro­ßes Wis­sen mit kras­sen Fehl­ur­tei­len zusam­men. Dahin­ter steht, wie wir an ihren quan­ti­ta­tiv regel­mä­ßig ufer­lo­sen und vom Ton­fall gel­len­den Postings sehen, eine unge­sun­de Kri­tik­sucht.

      Dar­um hat man oft den Ein­druck, sie liest den Text, den sie kri­ti­siert, gar nicht rich­tig, son­dern schlägt sofort dar­auf ein, sobald ein paar Reiz­wör­ter vor­kom­men.

      Dazu kom­men pole­mi­sche, aber sinn­freie For­mu­lie­run­gen: Was um Got­tes wil­len heißt z. B. der Satz: „Eine selbst­er­nann­te (männer-)bündische [so was aber auch] zwingt …“?

      Scha­de um das ver­geu­de­te Talent.

      Zum Inhalt (nicht um mich zu ver­tei­di­gen, son­dern um die Ehre ande­rer zu ver­tei­di­gen):

      Die betr. kon­ser­va­ti­ven Regie­run­gen als „groß­spu­rig“ zu bezeich­nen, ist eine unnö­ti­ge und unzu­tref­fen­de Pole­mik, der Vor­wurf, sie (gemeint sind wohl Dol­lfuß, Sala­zar oder Fran­co) hät­ten den Satan zu Hil­fe geru­fen, eine schrei­end absur­de Unter­stel­lung.

      Frau Zeit­schnur möge zudem auch ein­mal beden­ken, wel­che Phä­no­me­ne alle unter „Sozia­lis­mus“ sub­su­mier­bar sind.

      Sie möge auch die öster­rei­chi­sche Geschich­te beden­ken, in der der Stän­de­staat ja nicht in den NS gekippt (oder „ein­ge­fah­ren“) wur­de, son­dern in der der fei­ne („libe­ra­le“) Westen kei­nen Fin­ger gerührt hat, als Öster­reich zunächst ter­ro­ri­siert, dann erpreßt (in der Per­son von Bun­des­kanz­ler Schu­sch­nigg), schließ­lich mili­tä­risch über­fal­len wur­de. Tau­sen­de Patrio­ten wan­der­ten in die KZs.

      Aus irgend­wel­chen Grün­den war den „libe­ra­len“ Staa­ten das kon­ser­va­ti­ve Öster­reich nicht wich­tig. Noch zwei Jah­re nach dem fei­gen Kanz­ler­mord ist die west­li­che Welt nach Ber­lin zu den Spie­len gepil­gert. Der Natio­nal-Sozia­lis­mus hat­te für die­se Leu­te offen­bar eine gewis­se Anzie­hungs­kraft.

      Soweit, weil Sie mich gefragt haben.

      Ich wer­de in Hin­kunft aus zeit­öko­no­mi­schen Grün­den die Postings von Frau Zeit­schnur nicht wei­ter kon­sul­tie­ren und noch weni­ger kom­men­tie­ren, weil sich das ein­fach nicht lohnt.

      • War­um wer­den Sie gleich per­sön­lich? Wer schreibt, muss auch Kri­tik aner­ken­nen und ad rem parie­ren — nicht ad per­so­nam.
        Aber inzwi­schen habe ich ver­stan­den, wes Gei­stes Kind die „Kon­ser­va­ti­ven“ sind: sich selbst erlau­ben sie jede Ent­glei­sung, weil sie ja recht haben, und dem „Feind“ erlau­ben sie nichts, weil der ja unrecht hat. Das ist nicht katho­lisch, son­dern Stra­ßen­g­gang-Niveau.

        Zur Sache:

        War Hit­ler ein Teu­fel oder nicht?
        Hat der Stän­de­staat mit Hit­ler pak­tiert — ja oder nein?
        Wenn „katho­li­sche“ Füh­rer und Gene­rä­le mit eben die­sem Hit­ler pak­tiert haben — was soll dabei her­aus­kom­men? Und das taten die­se Her­ren nun mal — der herr­li­che Fran­co, Pétain, Mus­so­li­ni, Schu­sch­nigg. Ech­te Abnei­gung gegen Hit­ler und den Faschis­mus hat­te wohl Sala­zar (das haben Sie über­se­hen)…
        War­um wei­chen Sie mit viel Getö­se, Psy­cho­lo­gie und Schmäh ad per­so­nam die­sen Fra­gen aus?

        Und Sie wis­sen ganz genau­so gut wie ich, dass Öster­reich nicht bloß ein Hort der „Patrio­ten“ war…denn die gabs auch in Deutsch­land, die gabs über­all…

        Und was stel­len Sie mit der unan­ge­neh­men Fra­ge danach an, wie denn das Ver­hält­nis des „Westens“ zu Fran­co war? Das kön­nen Sie in Aus­zü­gen auch im Inter­net lesen: https://books.google.de/books?id=VFOEwVKilZoC&dq=verh%C3%A4ltnis+franco+usa&hl=de

        Sie machen es sich m.E. zu leicht. Und Sie klit­tern sich die kom­pli­zier­te Pro­ble­ma­tik „Rest­öster­reichs“ nach dem 1. Wk zurecht.

        Auch der Stän­de­staat pak­tier­te mit Hit­ler, Stich­wort „Juli­ab­kom­men“. 1936: Mit die­sem Pakt wur­de sämt­li­che öster­rei­chi­sche Nazis, die im Gefäng­nis saßen, amne­stiert. Dass Schu­sch­nigg danach auch Natio­nal­so­zia­li­sten in sein Kabi­nett auf­nahm, war eben­falls Bestand­teil des Ver­trags.

        Kom­ple­xe Pro­ble­me brau­chen nun mal Platz — in der Kür­ze liegt, wenn man etwas genau durch­den­ken will, nicht immer die Wür­ze. Die Kür­ze ist viel­mehr Zei­chen der Ver­kür­zung.

        Der Satz „Eine selbst­er­nann­te (männer-)bündische Eli­te zwingt den Groß­teil des Vol­kes in ein namen­lo­ses, knapp gehal­te­nes Kol­lek­tiv und spielt „Füh­rer“.“ bezieht sich auf eine mög­li­che Defi­ni­tio­nen von „Faschis­mus“. Ken­nen Sie denn nicht die Debat­te um Faschis­mus­theo­rien?

        Es reicht nicht, als Öster­rei­cher den Stän­de­staat zu ver­klä­ren — man muss das schon in den gro­ßen poli­ti­schen Zusam­men­hang ein­ord­nen und vor allem danach fra­gen, ob es über­haupt Auf­ga­be der Katho­li­ken ist, sich an poli­ti­scher Front abzu­ar­bei­ten.

        Es liegt in der Mate­rie selbst, dass das nur schief­ge­hen kann.

        Und es ist inter­es­sant, dass Sala­zar der­je­ni­ge war, der am vor­sich­tig­sten mit der Bezie­hung zur Kir­che umging: er behielt die Tren­nung auf­recht, zwang nie­man­den in den Reli­gi­ons­un­ter­richt und hob auch das zivi­le Ehe­recht (+ Schei­dungs­recht) nicht auf.

        Hier kann es nicht um nai­ve Apo­lo­gien gehen — das ist mei­ne Bot­schaft an Sie und Ihr sicher tief emp­fun­de­nes patrio­ti­sches Gefühl. Dass man­che Kri­tik von links unge­recht ist, heißt nicht, dass jede Kri­tik unge­recht ist…

      • @Wolfram Schrems

        Dan­ke, Herr Schrems!
        Jetzt geht das schon wie­der los mit die­sen Aus­fäl­lig­kei­ten! In ihrem Post unten schreibt Zeit­schnur über die „Kon­ser­va­ti­ven“, — was ganz klar erst ein­mal auf Sie abziehlt — und unter­stellt Ihnen ganz unver­schämt unka­tho­li­sches Stra­ßen­gang-Niveau!
        Liest man die Kom­men­ta­re von Zeit­schnur, stößt man per­ma­nent auf die Beur­tei­lung: „Das ist nicht katho­lisch“, „das ist nicht katho­lisch“. Fällt einem dazu noch etwas ein? Da fragt man sich doch …!

      • Man muss Frau Zeit­schnur für einen „Troll“, ein tro­ja­ni­sches Pferd der Lin­ken und Libe­ra­len hal­ten, das von irgend­wo­her hier ein­g­schleust wur­de.

  3. So war das auch in der Ukrai­ne. wer gegen die EU ist, hat nichts zu lachen. Schein­grün­de nur vor­ge­scho­ben.

  4. Ab jetzt bin ich, katho­lisch, maria­nisch und Lehr­amt­treu, denn das römisch berei­tet mir seit Papst Fran­zis­kus immer mehr Schwie­rig­kei­ten. Mein Lei­den ist das Lei­den mei­ner Kir­che.

  5. Befremd­lich, dass hier — so sehr ich natür­lich auch die poli­tisch-patrio­ti­schen Ziel­set­zun­gen des unga­ri­schen Pre­miers aner­ken­ne und unter­stüt­ze — ein Mit­glied der cal­vi­ni­sti­schen Häre­ti­ker, die noch viel ket­ze­ri­scher sind als die Luthera­ni­sten, von einem glau­bens­treu­en Katho­li­ken bewun­dert wird. Wo sind wir hin­ge­kom­men? Extra eccle­si­am NULLA salus. Auch nicht für einen Orban, solan­ge er sich nicht zur Kir­che bekehrt!

    • Vik­tor Orban wird in sei­nen Wor­ten und Taten beschrie­ben, das kann man so für das Buch und den Bei­trag von Herrn Schrems sagen. Wir sehen nicht in sein Herz. Gott aber kennt sein Herz.
      Mag sein, dass eine Außen­an­sicht uns nicht Auf­schluss dar­über gibt, ob Vik­tor Orban in sei­nem Her­zen den katho­li­schen Glau­ben (bereits voll) ange­nom­men hat. Sei­ne Wor­te und Taten zeu­gen jeden­falls in Rich­tung Christ­sein und Glau­ben an Gott.
      Dies ist anzu­er­ken­nen.

      • Wor­aus schlie­ssen Sie das? Wis­sen Sie, dass er zur Beich­te geht? Wis­sen, Sie, obe r sich bekreu­zigt und den Rosen­kranz betet? Wis­sen Sie, dass er an rea­le Leib und Blut der Wand­lung glaubt? Wis­sen Sie, ob er an der bedin­gungs­lo­sen Unauf­lös­lich­keit der Ehe fest­hält? Wis­sen Sie, ob er Gehor­sam gegen höhe­re Auto­ri­tä­ten in sei­nem Glau­bens­le­ben pflegt?
        Erst wenn man das weiß, kann man sagen, Orban ist auf dem We zum katho­li­schen Glau­ben.

  6. Rück­nah­me des Aus­drucks „Drecks­ge­schäft“- in mei­nem obi­gen Komm­ne­tar. Man kann es sicher vor­neh­mer bezeich­nen, aber es war mir gera­de nur die­ser Begriff als deut­lich genug ein­ge­fal­len.

    • @Franzel

      Schafft Ihnen das Wort „Drecks­ge­schäft“ in die­sem Zusam­men­hang ein schlech­tes Gewis­sen? Wes­halb soll­te man die­se Sache vor­neh­mer bezeich­nen? Nein, Sie haben genau den rich­ti­gen Ton getrof­fen!

  7. Ehe­frau und Kin­der von Prä­si­dent Orban sind katho­lisch. Die unter Prä­si­dent Orban ver­ab­schie­de­te neue unga­ri­sche Ver­fas­sung lässt die „ganz huma­nen“ Wahr­heits­fein­de schnau­ben und toben. und wohl auch zu Intri­gen grei­fen.
    Übri­gens beinhal­tet die unga­ri­sche Natio­nal­flag­ge wie­der die Kro­ne des hl. Ste­fan!
    Frei­lich wird dies immer wie­der bewusst unter­schla­gen !

    Aus­zü­ge aus der neu­en unga­ri­schen Ver­fas­sung:
    -
    „Gott seg­ne die Ungarn.
    [so beginnt auch die unga­ri­sche Natio­nal­hym­ne]
    Wir sind stolz, dass unser König, der Hei­li­ge Ste­phan, vor 1000 Jah­ren den unga­ri­schen Staat auf festem Fun­da­ment geschaf­fen und unser Land zum Teil des christ­li­chen Euro­pas gemacht hat !
    Wir sind stolz auf unse­re Vor­fah­ren die für die Auf­recht­erhal­tung, Frei­heit und Unab­hän­gig­keit unse­res Lan­des kämpf­ten.
    Wir sind stolz auf die her­aus­ra­gen­den gei­sti­gen Lei­stun­gen der unga­ri­schen Men­schen.
    Wir sind stolz dar­auf, dass unser Volk Euro­pa jahr­hun­der­te­lang in Kämp­fen ver­tei­dig­te, und sei­ne gemein­sa­men Wer­te durch sei­ne Bega­bung und Fleiß mehr­te
    [….]
    Wir aner­ken­nen die die Nati­on erhal­ten­de Kraft des Chri­sten­tums.
    Wir ach­ten die ver­schie­de­nen reli­giö­sen Tra­di­tio­nen unse­res Lan­des.
    Wir schwö­ren, dass wir die gei­sti­ge und see­li­sche Ein­heit unse­rer in den Stür­men des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts in Tei­le zer­ris­se­nen Nati­on bewah­ren wer­den.
    [….]
    Wir ach­ten die Frei­heit und Kul­tur der ande­ren Völ­ker und stre­ben eine Zusam­men­ar­beit mit allen Natio­nen der Welt an.
    [….]
    Wir beken­nen uns dazu, dass die wich­tig­sten Rah­men­be­din­gun­gen unse­res Zusam­men­le­bens die Fami­lie und die Nati­on sind, die Grund­wer­te unse­rer Zusam­men­ge­hö­rig­keit sind Treue, Glau­be und Lie­be

    -
    Schau­en wir etwas detail­lier­ter den
    Arti­kel K über
    den SHCHUTZ DER EHE zwi­schen MANN und FRAU sowie den SCHUTZ DER FAMILIE
    an:

    „Ungarn schützt die Insti­tu­ti­on der Ehe als eine Lebens­ge­mein­schaft zwi­schen einem MANN und einer FRAU, die durch frei­wil­li­ge Ent­schei­dung zustan­de gekom­men ist, sowie die Fami­lie als Grund­la­ge des Fort­be­stehens der Nati­on.
    Ungarn för­dert die Ent­schei­dung zum Kind“
    -
    und Aus­zü­ge aus den
    Arti­keln II und III betref­fend dem
    SCHUTZ DES UNGEBORENEN LEBENS!
    Arti­kel II und III:
    -
    „Dem Leben des Fötus gebührt ab sei­ner Emp­fäng­nis Schutz
    [….]
    (Verbot)….
    „einer auf mensch­li­che Ras­sen­ver­ede­lung abzie­len­den Pra­xis, der Ver­wen­dung des mensch­li­chen Kör­pers oder von Kör­per­tei­len zur Erzie­lung von Gewinn, sowie das Klo­nen von Men­schen“
    -

    • In leich­ter Abwand­lung eines berühm­ten Sat­zes eines ehe­ma­li­gen US-Prä­si­den­ten in Ber­lin for­mu­lie­re ich heu­te so:

      Jeder katho­li­sche Mann, wo immer er lebt, ist heu­te ein Bür­ger Ungarns. Ich bin stolz sagen zu dür­fen: Ich bin ein Ungar!

  8. Dann geht doch alle in euer Hei­li­ges Ungarn, wenn ihr es im Rest von Euro­pa so ent­setz­lich fin­det. Wir haben Frei­zü­gig­keit in der EU, nie­mand hin­dert euch dar­an.

  9. Der Ungar hat sich nie geschämt, Ungar zu sein. Nach der kom­mu­ni­sti­schen Ära hat Orbán den Ungarn ermög­licht stolz dar­auf zu sein. Die ehe­ma­li­gen Län­der unter dem Kom­mu­nis­mus keh­ren jetzt zu ihren christ­li­chen Wur­zeln zurück. Auf den Orts­ta­feln in Ungarn steht: Isten hozta! = Gott hat dich gebracht! (nicht „Grüß Göt­tin“ wie in Tirol!). Ab 3 Kin­der zahlt man kei­ne Steu­ern. Und die Demos vor paar Wochen wer­den von Geor­ge Soros bezahlt, da Orban nicht der EU bzw Washing­ton nicht folgt. Beten wir für Ungarn.
    EXTRA HUNGARIAM NON EST VITA

  10. Wie drückt man aus, dass die Zeit für etwas knapp gewor­den oder schon abge­lau­fen ist?
    Umgangs­sprach­lich for­mu­liert:
    Für Euro­pa ist es 5 vor 12 – viel­leicht gera­de noch. Viel­leicht ist es aber schon 1 Minu­te nach 12?

    Hät­te jedes euro­päi­sche Land eine Per­son Vik­tor Orbán in der Regie­rung, wür­de Euro­pa sei­ne christ­li­chen Wur­zeln rei­ni­gen und erstar­ken kön­nen, sei­ne Iden­ti­tät und jewei­li­ge Natio­na­li­tät erhal­ten und pro­spe­rie­ren­de Län­der und Völ­ker sehen.

    Aber was wir heu­te in Euro­pa sehen ist unter ande­rem dies:
    Die Regie­run­gen ändern die Ver­fas­sun­gen und ent­fer­nen dabei Gott; die Erwäh­nung Got­tes und/oder ein Bekennt­nis zum Chri­sten­tum ver­schwin­den.
    Ungarn ist da anders dank Vik­tor Orbán.

    Die Regie­run­gen erlas­sen Geset­ze, die gegen die 10 Gebo­te Got­tes ste­hen und wir­ken, somit also in die (Tod)Sünde füh­ren kön­nen.
    Die Regie­run­gen betei­li­gen sich an Ver­ein­ba­run­gen und Abkom­men, wel­che gegen das Gemein­wohl des eige­nen Vol­kes ste­hen und wir­ken.
    All das birgt viel Gefährdung(spotential) für das ewi­gen See­len­heil!

    Wir haben immer mehr Kir­chen­füh­rer, ja bis in die höch­sten Rän­ge der Hier­ar­chie rei­chend, wel­che nicht mehr den geof­fen­bar­ten Glau­ben, das hei­li­ge Wort Got­tes, unver­kürzt und unver­än­dert beken­nen und ver­kün­di­gen.

    Das Evan­ge­li­um aber lehrt uns: sie­he Matth. 6, Vers 33 (aus Abschnitt 6, 24–34)
    „Euch muss es zuerst um sein Reich und um sei­ne Gerech­tig­keit gehen; dann wird euch alles ande­re dazu­ge­ge­ben.“

    Vik­tor Orbán und das unga­ri­sche Volk, wel­ches ihm ein star­kes Regie­rungs­man­dat gege­ben hat, haben sich mit der neu­en Ver­fas­sung bewusst und gewollt unter Got­tes Segen und Schutz gestellt. Gra­tu­la­ti­on.
    Gott seg­ne Ungarn! Das Volk bit­tet, ja betet, in sei­ner Ver­fas­sung dar­um.

    Die Natio­nen Euro­pas mögen die­sem Zeug­nis und Bei­spiel Ungarns mutig und mit Gott­ver­trau­en fol­gen. Wer Got­tes Segen und Schutz nicht erbit­tet und erbe­tet, wird Segen und Schutz auch nicht oder nur wenig erhal­ten kön­nen.

    Herr MMag. Schrems, dan­ke für die­sen Bei­trag und die Bekannt­ma­chung des Buches von Igor Jan­ke.

    • Ist das nicht alles ein wenig eupho­risch und ober­fläch­lich?
      „Bewusst und gewollt“ haben sich schon die schlimm­sten Macht­ha­ber „unter Got­tes Segen und Schutz gestellt“.
      Das ist lei­der eine der nie­der­schmet­ternd­sten histo­ri­schen Tat­sa­chen und des­halb kein siche­res Zei­chen der Hoff­nung — es kann auch einen neu­en gigan­ti­schen Miss­brauch des Namens Got­tes bedeu­ten.
      Das wird sich erst noch erwei­sen müs­sen.

      Auch wenn der Herr Schrems das etwas abwim­meln will in sei­nem Auf­satz: wie­so ist das für Katho­li­ken so immens wich­tig, poli­ti­sche Hoff­nungs­trä­ger zu suchen und zu fin­den, obwohl uns die Hl. Schrift davor warnt — er zitiert ja selbst den Bre­vier­vers…?!

      Schein­bar „From­mes“, ja sogar von Gott Geseg­ne­tes und mit Erfolg Gekrön­tes kann von jetzt auf nach­her ins Gegen­teil kip­pen. Mit Grau­en muss man an Män­ner wie Gide­on den­ken, die so erfolg­reich und geseg­net schie­nen und so viel um Segen baten … und als es ein biss­chen bes­ser ging, kipp­ten sie ab in die Abgöt­te­rei…

      Vor­sicht ist und bleibt ange­sagt, zumal der Mann nicht katho­lisch ist bis­lang — und wenn er es wür­de, wie sei­ne Frau, wäre immer noch die Fra­ge, die man heu­te stel­len muss: wie denn katho­lisch? So wie F.?

      Das Reich Got­tes und sei­ne Gerech­tig­keit ist kein irdi­sches Reich! Es müss­te Orban und auch uns zuerst um unse­re Teil­ha­be am himm­li­schen Reich gehen — dann, und nur dann wür­de uns alles ande­re auch im Dies­seits gege­ben. Ob es wirk­lich dar­um geht, oder eher um ein poli­ti­sches Modell, halt ein erkon­ser­va­ti­ves Modell — ich bin zur Zeit nicht in der Lage, das bei Orbán zu unter­schei­den — wie auch?

      Dass einer, der in die­se Rich­tung zieht, natür­lich vom EU-Main­stream nicht wohl­ge­lit­ten ist, gehört ein­fach nur ins Spiel.
      Das geht einem immer so, wenn man aus dem Main­stream aus­steigt, und es wird auch allen denen, die dann im erz­kon­ser­va­ti­ven Main­stream, wenn er sich durch­setzt, nicht ganz kom­pa­ti­bel sind, auch wie­der nicht anders gehen…

      Und immer wird eines der Wolfs­ru­del dann laut heu­len und lamen­tie­ren…

  11. Im Sep­tem­ber 2014 hab ich einen inter­es­san­ten Bericht gele­sen.
    In dem stand, dass die USA mit allen Mit­teln ver­hin­dern wol­len, dass sich Ungarn (unter Vik­tor Orban) unter ande­rem näher an Russ­land anbin­det. Dass der USA und der EU natür­lich auch die
    offen­sicht­lich weit­ge­hend christ­lich domi­nier­te Poli­tik von Orb­ans Regie­rung miss­fällt dürf­te klar sein.
    Am 17.12. nun hör­te ich im Radio, dass es am Tag zuvor wie­der gro­ße Demon­stra­tio­nen gegen Orban und sei­ne „kor­rup­te“ Regie­rung gege­ben habe und dass die­se Pro­te­ste (die seit Okto­ber lau­fen wür­den !!!!!!!!!!!!!!!) unter ande­rem von Face­book Grup­pen und von der Zivil­ge­sell­schaft orga­ni­siert wür­den („Zivil­ge­sell­schaft“ ein Begriff, den ich zuvor noch nie im Zusam­men­hang mit Demon­stra­tio­nen gehört habe).
    Ich den­ke, dass sich ein wei­te­rer Kom­men­tar erüb­rigt.
    Beten wir für die der­zei­ti­ge unga­ri­sche Regie­rung und für das unga­ri­sche Volk im gesam­ten.
    So schlecht kann die der­zei­ti­ge unga­ri­sche Regie­rung nähm­lich gar nicht sein, denn sonst wür­de sie nicht ange­grif­fen.
    Jawohl, die unga­ri­sche Regie­rung unter Vik­tor Orban wird ange­grif­fen !!

  12. „Hei­li­ges Ungarn, heil­ges Russ­land, Stän­de­staat Öse­ter­re­eich, katho­lish­ces Fran­co-Spa­ni­en und Mus­so­li­nis Its­li­en“. In die­sem Forum seh­nen sich nicht weni­ge nach einem star­ken, auto­ri­tä­ren Staat, selbst­ver­ständ­lich nur unter kon­ser­va­tiv-katho­li­scher Füh­rung, Dies ist aber heu­te ange­sichts der weit­ge­hen­den Ver­mi­schung von Eth­ni­en, Welt­an­schau­un­gen und Reli­gio­nen völ­lig unrea­li­tisch, nichts als ein nost­al­gi­scher Traum. Es ist sogar ein gefähr­li­cher Traum, wenn näm­lich auch ande­re Denk­rich­tun­gen ein sol­ches Modell in ihren Sinn durch­set­zen wol­len und even­tu­ell damit Erfolg haben, Den Tra­dis, die unbe­dingt einen lupen­rei­nen auto­ri­tä­ren katho­li­schen Staat haben wol­len, kann man höch­stens emp­feh­len, sich zusam­men­zu­tun und irgend­wo auf dem Mars oder dem Mond einen sol­chen zu grün­den.

    • … und vor allem kennt die Leh­re der Kir­che einen sol­chen Staat nicht .… und gera­de Fran­co maß­te sich wie­der an, mit­be­stim­men zu wol­len, wer auf Bischofs­sit­ze kam, etwas, was aus­drück­lich vom Lehr­amt ver­wor­fen wor­den war.
      Der Syll­bus erro­rum von Pius IX. hat aus­drück­lich die­sen Satz als Irr­leh­re ver­wor­fen: „Die welt­li­che Macht hat von sich aus das Recht, Bischö­fe vor­zu­schla­gen.“ (§ 50)

      Sie haben wirk­lich recht: die­se Nost­al­gie, die die histo­ri­sche Not, die hier begra­ben liegt ver­kennt und v.a. dass die Ver­bre­chen die­ser „wun­der­ba­ren Zei­ten“ wahr­schein­lich der Haupt­grund für das gelähm­te Schwei­gen der an sich glau­bens­treu­en Bischö­fe auf dem Vati­ca­num II waren — im Ggs. zu jun­gen heu­ti­gen Schwär­mern wuss­ten die­sel­ben damals ganz genau, was im Namen der Kir­che (aller­dings ohne deren Ein­ver­ständ­nis) alles an Greu­eln gesche­hen war…

      • Wie lan­ge darf die Frau Zeit­schnur hier in einem tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Forum eigent­lich noch völ­lig unge­hin­dert gegen die Tra­di­ti­on het­zen? Jetzt soll in deren Namen bereits sogar „Greu­el“ ver­übt wor­den sein…
        Wer es fas­sen kann, der fas­se es!

        Neben­bei: Gene­ra­lisi­mo Fra­co hat sehr wohl streng dar­auf geach­tet, dass nur glau­bens­treue Bischö­fe von kern­akt­ho­li­scher Sta­tur in Spa­ni­en beru­fen wur­den. Sehr erfolg­reich übri­gens. Und die Kir­che hat dort bis in die 70er Jah­re hin­ein eine Blü­te­zeit erlebt wie kaum sonst­wo in Euro­pa. Der Nie­der­gang kam erst nach Fran­cos Able­ben.

      • …Und wie lan­ge dür­fen angeb­lich „Tra­di­ti­ons­treue“ den Kir­chen­fein­den wei­ter­hin in die Hän­de spie­len mit ihren haar­sträu­ben­den unka­tho­li­schen State­ments? —

        Ja, im Namen der Tra­di­ti­on sind die schlimm­sten Greu­el ver­übt wor­den. Ihre Geschichts­kennt­nis­se sind unzu­rei­chend, wie ich längst begrif­fen habe, aber die Wahr­heit hängt nicht davon ab, ob Sie sie an sich her­an­las­sen.

        Es ging Fran­co defi­ni­tiv nichts an, wer auf die Bischofs­sit­ze kommt — offen­bar sind Sie nicht in der Lage, einen Lehr­amts­text zu ver­ste­hen, bzw. es ist Ihnen wurscht, weil Sie nicht auf den Papst, son­dern auf sich selbst hören wol­len.

        Die Greu­el der Kle­ri­kal­fa­schi­sten sind all­ge­mein bekannt, ich hab sie ander­wei­tig hier oft genug schon erwähnt.
        Wer das ver­tei­digt, ist nicht katho­lisch.

      • Ach hören Sie doch auf. Der „Kle­ri­kal­fa­schis­mus“, wie Sie ihn, offen­bar in schmä­hen­der Inten­ti­on, nen­nen, hat 1934 Öster­reich vor dem siche­ren Zugriff der Nazis bewahrt. Er hat dem Vati­kan und Ita­li­en die bis heu­te weg­ei­sen­den Later­an­ver­trä­ge beschert und Ita­li­en damit aus dem Irr­weg des Lai­zis­mus befreit. Und in der 2. Hälf­te des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts hat der „Kle­ri­kal­fa­schis­mus“ etli­che Staa­ten Latein­ame­ri­kas vor dem siche­ren Zugriff des Kom­mu­nis­mus. Das wis­sen Sie sehr genau.
        Sei­ne Exzel­lenz Erz­bi­schof Lefèbrve hat­te guten Grund, Anfang der 80er Jah­re Gene­ral Vide­la per­sön­lich für des­sen ent­schlos­se­ne Bekämp­fung der dro­hen­den kom­mu­ni­sti­schen Über­nah­me Argen­ti­ni­ens zu dan­ken. Und etli­che füh­ren­de Män­ner der Kir­che haben das jeden­falls damals genau­so gese­hen. Das darf man jetzt unter dem Regime von Papst Franz ja alles nicht mehr sagen…

    • @Tantumquantum: Sie irren sich. Wir müs­sen nicht vor der gräss­li­chen syn­ch­re­s­ti­sti­schen Ver­mi­schung auf Mond oder Mars aus­wei­chen. Wir wer­den, Schritt für Schritt, mit­ten auf die­ser Erde wie­der zu einem star­ken, auto­ri­tä­ren katho­li­schen Staat kom­men (den, dies sei in Rich­tung Zeitchnur gesagt, die tra­di­tio­nel­le Leh­re der Kir­che sehr wohl vor­ge­se­hen hat!). Es wer­den näm­lich mehr und mehr Men­schen, die dies wie­der wol­len. Wes­halb ist Vik­tor Orban mit so gro­ßer Mehr­heit gewählt wor­den? Wes­halb gehen mehr und mehr Men­schen bei uns für das wah­re Abend­land auf die Stra­ße?? Der katho­li­sche Staat wird kom­men, irgend­wann. Deo gra­ti­as!

      • Kom­men wird nur der Anti­christ — und der wird sicher auch die katho­li­schen Tra­di­tio­na­li­sten mit­zu­neh­men wis­sen.
        Uns ist kein irdi­sches Glücks­reich ver­hei­ßen…

        Aber bit­te — jeder hofft auf das, was er will: Sie auf ein irdi­sches Reich mit katho­li­schem Fir­niss, ich lie­ber aufs himm­li­sche Jeru­sa­lem.

  13. Ungarns Boden ist wahr­haft christ­lich getränk­ter Boden. Wie auch der Boden Russ­lands und der sog. „Ukrai­ne“.

    Gott schüt­ze, seg­ne und stär­ke Ungan! Es lebe das Hei­li­ge Russ­land!

  14. Pre­mier Orbán ist ein red­li­cher Staats­len­ker Ungarns. Lider fehlt ihm von kirch­li­cher Sei­te ein Äqui­va­lent in Ungarn. Da der Pri­mas Erdö als neo­kon­ser­va­ti­ver Ideo­lo­ge für die Auf­bau­ar­beit der Regie­rung Orbán wenig übrig hat.
    Vik­tors cal­vi­ni­sti­sches Bekennt­nis ist zwar betrüb­lich doch ist er ein eif­ri­ger För­de­rer des christ­li­chen Erbes des Ungarn­tums. Auch Reichs­ver­we­ser Groß­ad­mi­ral Miklós Hor­thy de Nagy­bánya war Refor­mier­ter jedoch trotz­dem ein För­de­rer der katho­li­schen Sache in Ungarn gewe­sen. Mei­ne Groß­mutter müt­ter­li­cher­seits stamm­te vom Nach­bar­gut der Hor­thys in Ken­de­res und war oft auf Hor­thys Anwe­sen ein­ge­la­den und erzähl­te mir aus­führ­lich vom vor­bild­haft christ­lich geführ­ten Haus­halt der Hor­thys. Ähn­li­ches erfah­ren und lesen wir über Pre­mier Orbán.

    Möge die Aller­see­lig­ste Jung­frau Maria, ihr Regnum Maria­num, wel­ches das Reich der Ste­phans­kro­ne immer­fort war schüt­zen und bewah­ren.

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