Carlo Maria Kardinal Martini — Ein notwendiger Nachruf abseits des Jubelchors

Car­lo Maria Kar­di­nal Mar­ti­ni ist tot. Einer der bekann­te­sten Kir­chen­für­sten (Erz­bi­schof von Mai­land 1980–2002) ist ver­stor­ben. Und die Medi­en sind gefüllt mit Nach­ru­fen vom „Kar­di­nal des Dia­logs“. Die­se Titu­lie­rung ent­hält tat­säch­lich bereits eine weit­rei­chen­de Aus­sa­ge und eine unter­schwel­li­ge Kri­tik. Wes­halb aber noch einen Nach­ruf hin­zu­fü­gen? Viel­leicht gera­de wegen der Fül­le media­ler Auf­merk­sam­keit? Viel­leicht wegen der druck­sei­ten- und sen­de­zei­ten­fül­len­den Nach­ru­fe von Medi­en, meist eben­so ste­ril und schein­hei­lig, wie es vie­len Medi­en eben eigen ist, die der Lob­hu­de­lei des Zwei­fels und des wenig ergeb­nis­of­fe­nen Dia­logs frö­nen, wenn es dar­um geht einen Kir­chen­für­sten zu beweih­räu­chern, der ihren Inter­es­sen dient.

An vor­der­ster Front der Weih­rauchspen­der stan­den dabei die kir­chen­feind­li­chen Jour­na­li­sten. Wenn die lin­ke Schicke­ria ent­zückt aus­rief: „Das ist einer von uns“, ant­wor­te­te Mar­ti­ni nicht wie der 1967 ver­stor­be­ne Don Loren­zo Mila­ni, der sich in sozia­len Fra­gen enga­gier­te und in der Armen­seel­sor­ge ver­dient gemacht hat­te: „Von wegen einer von euch! Ich bin ein Prie­ster und Schluß! Wor­in stim­me ich mit euch über­ein? Wor­in nur?! Die Kir­che besitzt die Sakra­men­te, die Ver­ge­bung der Sün­den. Was aber besit­zen die?“

Martini forderte den Widerspruch der Welt nicht heraus – Er war politisch korrekt

In die­sem Sin­ne war Kar­di­nal Mar­ti­ni nie ein Kir­chen­ver­tre­ter, der im Sin­ne von Johan­nes 16,18–20 Wider­spruch in der Welt aus­lö­ste. Die Welt applau­dier­te ihm. Wider­spruch löste er, wenn schon, in der Kir­che aus. So gese­hen galt für ihn eben­so wenig das Wort von Lukas 6,24–26. Der Unter­schied zwi­schen Don Mila­ni und Kar­di­nal Mar­ti­ni lag wahr­schein­lich gera­de in ihrer Her­kunft. Don Mila­ni ent­stamm­te jenem agno­sti­schen, links­li­be­ra­len Milieu, dem sei­ne Fami­lie ange­hör­te. Es ist das­sel­be Milieu, das Mar­ti­ni so groß­zü­gig Bei­fall zoll­te und von dem Don Mila­ni sag­te, daß er 22 Jah­re sei­nes Lebens gebraucht habe, um sich „davon zu befrei­en“ und katho­lisch zu wer­den.

Wer erin­nert sich an ver­nehm­ba­re Aus­sa­gen Mar­ti­nis, in denen er sich zu „hei­ßen“ The­men gegen „poli­tisch kor­rek­te“ Posi­tio­nen stell­te? Wer erin­nert sich an eine ent­schlos­se­ne Ver­tei­di­gung der ver­folg­ten Chri­sten? Mar­ti­ni zog es vor, bis zum Schluß in den Salons des links­li­be­ra­len Bür­ger­tums zu ver­keh­ren und dort den „intel­lek­tu­el­len“ Dia­log zu pfle­gen.

In einem sei­ner letz­ten kir­chen­kri­ti­schen Inter­views frag­te sich der Kar­di­nal, wo denn die Men­schen sei­en, die für ihren Glau­ben „bren­nen, wie der römi­sche Haupt­mann, begei­stert sind wie Johan­nes der Täu­fer, die das Neue wagen wie Pau­lus, die treu sind wie Maria von Mag­da­la?“ Offen­sicht­lich konn­te er sie unter sei­nen Adep­ten nicht fin­den. In der Kir­che aber gibt es vie­le von ihnen. Scha­de nur, daß Mar­ti­ni gera­de sie bekämpft hat und manch einen sogar vor sein Kir­chen­ge­richt zerr­te. „Ja, das ist die Tole­ranz der Tole­ran­ten“, wie Anto­nio Soc­ci anmerk­te.

Martinis Traum von einer „anderen“ Kirche – fern von Rom

Kar­di­nal Mar­ti­ni erklär­te ger­ne, von einer „ande­ren“ Kir­che zu „träu­men“, und um ihn schar­ten sich vie­le, die dies eben­so ger­ne taten. In einem sei­ner zahl­rei­chen Inter­views sag­te er: „Frü­her hat­te ich Träu­me über die Kir­che. Nach dem 75. Geburts­tag habe ich beschlos­sen, mit der Kir­che zu beten.“ In Wirk­lich­keit hör­te er nie auf, von sei­ner Kir­che zu träu­men und nie ließ er sei­ne Stim­me in den Medi­en häu­fi­ger ver­neh­men als in sei­nen letz­ten Lebens­jah­ren, ange­fan­gen vom Inter­view, das er 2006 dem links­li­be­ra­len Wochen­ma­ga­zin Espres­so gab, in dem er die Kir­che auf­for­der­te, die Ableh­nung von jeder Form von künst­li­cher Befruch­tung „zu über­win­den“, um die „schmerz­li­che Kluft“ zwi­schen dem, was in der all­ge­mei­nen Pra­xis und vom Gesetz erlaubt ist und dem Ver­hal­ten der Gläu­bi­gen zu schlie­ßen. Mar­ti­nis Traum­kir­che hat­te mit Rom nur wenig zu tun. Rom war eben Rom und Mai­land eben Mai­land oder an wel­chem Ort sich der Kar­di­nal eben gera­de auf­hielt. Zuletzt war das Jeru­sa­lem, das in sei­nen Gedan­ken eine selt­sam anmu­ten­de Ver­klä­rung mit anti­rö­mi­schem Unter­ton erfuhr.

Mar­ti­ni hat­te kei­ne Pro­ble­me damit, das Vor­wort zu einem Buch von Vito Man­cu­so bei­zu­steu­ern, von dem die renom­mier­te Civil­tà  Cat­to­li­ca schrieb, daß es „min­de­stens zwölf Dog­men der katho­li­schen Kir­che leug­net oder zumin­dest ihrer Bedeu­tung ent­leert“. Der Kar­di­nal hin­ge­gen hielt es für eine „muti­ge Durch­drin­gung“ und äußer­te die Hoff­nung, daß es von „vie­len Men­schen gele­sen und reflek­tiert“ wer­de. Man­cu­so bezeich­ne­te umge­kehrt Mar­ti­ni als sei­nen „geist­li­chen Vater“.

Die links­li­be­ra­le Tages­zei­tung Le Mon­de ver­öf­fent­lich­te am ver­gan­ge­nen Sonn­tag  ein post­hu­mes Inter­view mit Kar­di­nal Mar­ti­ni, das Fran­cis­co José Fernán­dez de la Cigo­ña als so „pein­lich“ bezeich­ne­te, daß er es nicht ein­mal kom­men­tie­ren woll­te. Auch im Abschieds­gruß der kir­chen­fer­nen Freun­de des Kar­di­nals wird die­ser gegen die Kir­che in Stel­lung gebracht.

Widersprechender Lautsprecher des Papstes

Äußer­te sich der Papst zu einem The­ma, dau­er­te es nicht lan­ge, und Kar­di­nal Mar­ti­ni sag­te das Sei­ne dazu und das klang meist akzen­tu­iert oder zumin­dest nuan­ciert anders als das, was der Papst sag­te. Schrieb Bene­dikt XVI. ein Buch, kri­ti­sier­te es Mar­ti­ni, um gleich­zei­tig mit­zu­tei­len, daß er es bes­ser geschrie­ben hät­te. Gab Bene­dikt XVI. der Kir­che die klas­si­sche Form des Römi­schen Ritus zurück, erklär­te Mar­ti­ni, er hät­te nicht unnö­ti­ge Nost­al­gien geweckt. Wenn der Papst an den Pri­mat des Petrus erin­ner­te, sprach Mar­ti­ni über die Kol­le­gia­li­tät. Bene­dikt XVI. kri­ti­sier­te eine irre­füh­ren­de Inter­pre­ta­ti­on des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils, Mar­ti­ni for­der­te als Drauf­ga­be ein Drit­tes Vati­ca­num.
Wie stark Mar­ti­nis Ein­fluß in der Erz­diö­ze­se Mai­land nach­wirkt, zeigt sich am Wider­stand des Mai­län­der Kle­rus gegen das Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum. Die Erz­diö­ze­se erklär­te, das Motu pro­prio betref­fe sie wegen des dort gepfleg­ten Ambro­sia­ni­schen Ritus nicht.

Martinis Kritik an Humanae vitae und Lob für die Bischöfe des deutschen Sprachraums

In dem Buch „Jeru­sa­le­mer Nacht­ge­sprä­che“ mit dem öster­rei­chi­schen Jesui­ten Georg Spor­schill über das „Risi­ko des Glau­bens“ fin­den sich alle Licht- und Schat­ten­sei­ten, alle Grau­zo­nen von Mar­ti­nis Gedan­ken­welt wie­der, die er zuvor stets andeu­te­te, aber nun aus­drück­lich aus­sprach, so etwa zum The­ma Bio­ethik mit einem unmiß­ver­ständ­li­chen Fron­tal­an­griff gegen die Enzy­ki­ka Huma­nae vitae von Papst Paul VI. „Nach Huma­nae vitae haben die öster­rei­chi­schen und deut­schen und vie­le ande­re Bischö­fe mit ihren besorg­ten Erklä­run­gen eine Rich­tung ein­ge­schla­gen, die wir heu­te wei­ter­tra­gen könn­ten. Eine Distanz von fast 40 Jah­ren (eine Zeit so lang wie der Durch­zug Isra­els durch die Wüste) könn­te uns eine neue Sicht der Din­ge ermög­li­chen.“

Martinis Öffnung gegenüber Abtreibung und Euthanasie – Cossiga: „Bedauere Zustimmung zu seiner Ernennung zum Erzbischof“

Im 2009 gemein­sam mit einem ande­ren „moder­nen“ Prie­ster, Don Lui­gi Ver­zà¨, ver­öf­fent­lich­ten Buch Sia­mo tut­ti sul­la stes­sa bar­ca (Wir sit­zen alle im sel­ben Boot) sind die „Öff­nun­gen“ gegen­über Abtrei­bung und Eutha­na­sie kaum über­hör­bar. Don Ver­zé, mehr Unter­neh­mer als Prie­ster, ging 2011, kurz vor sei­nem Tod, mit einem Finanz­skan­dal von 300 Mil­lio­nen Euro rund um die Stif­tung sei­nes Kran­ken­hau­ses San Raf­fae­le gewis­ser­ma­ßen „baden“. Unter der Ägi­de Mar­ti­nis als Erz­bi­schof ver­sam­mel­te Don Ver­zé an sei­ner Pri­vat­uni­ver­si­tät alles, was an anti­ka­tho­li­schem Den­ken in Ita­li­en Rang und Namen hat­te. Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on hin oder her, Ver­zé ver­trat sein eige­nes Chri­sten­tum und Kar­di­nal Mar­ti­ni deck­te ihn. Griff Ver­zé in der öffent­li­chen Dis­kus­si­on zu heik­len The­men zum Säbel, um eine Bre­sche in die katho­li­sche Posi­ti­on zu schla­gen, setz­te Mar­ti­ni für die Fein­ar­beit mit dem Degen nach. Das Buch hat­te zur Fol­ge, daß der ehe­ma­li­ge ita­lie­ni­sche Staats­prä­si­dent Fran­ces­co Cos­siga erklär­te, es zu bedau­ern, 1980 als Mini­ster­prä­si­dent der Ernen­nung Mar­ti­nis zum Erz­bi­schof von Mai­land zuge­stimmt zu haben.

Martini als Förderer des nachkonziliaren „Frühlings“ am Päpstlichen Bibelinstitut

Car­lo Maria Mar­ti­ni war 1944 im Alter von 17 Jah­ren dem Jesui­ten­or­den bei­getre­ten. Sei­ne Ent­schei­dung sei jedoch bereits im Alter zwi­schen zehn und zwölf Jah­ren gefal­len und „abso­lut und ein­deu­tig“ gewe­sen, wie sein Bio­graph Mar­co Gar­zo­nio schrieb. Der eme­ri­tier­te Erz­bi­schof von Mai­land erleb­te fast sie­ben Jahr­zehn­te im Orden, der von des­sen Grün­der als Armee Got­tes gedacht war. Er durch­leb­te einen gro­ßen Teil davon als füh­ren­der Akteur, in dem er von den Medi­en zum Gegen­papst erho­ben wur­de. Eine Rol­le, die ihm von ande­ren zuge­dacht wor­den sein mag, die er aber nie zurück­wies. Per­sön­lich bevor­zug­te er ledig­lich statt der Bezeich­nung „Anti-Papa“ jene eines „Ante-Papa“.

Der talen­tier­te Stu­dent der Bibel­wis­sen­schaf­ten am Pon­ti­fi­cio Isti­tu­to Bibli­co in Rom, dem Oxford und Cam­bridge der Jesui­ten in einem, wur­de 1969 bereits im Alter von 40 Jah­ren zu des­sen Rek­tor ernannt. Es war jene Schlüs­sel­zeit in Mar­ti­nis Leben, die alle Kon­flik­te eines hal­ben Jahr­hun­derts bis zu sei­nem Tod erklärt. Es war die Zeit nach dem Kon­zil, jenem von Mar­ti­ni begei­stert begrüß­ten „Früh­ling“ der Kir­che. Die Zeit der spä­ten 60er und frü­hen 70er Jah­re mit ihren har­ten Kon­flik­ten, die von den „neu­en Theo­lo­gen“ in einem anschei­nend ver­schla­fe­nen, noch durch und durch päpst­li­chen Rom von stat­ten gin­gen. Und Mar­ti­ni befand sich mit­ten drin­nen.

Laut dem Histo­ri­ker Rober­to de Mattei war das vom hei­li­gen Papst Pius X. gegrün­de­te Bibli­cum bereits wäh­rend des Rek­to­rats des deut­schen Jesui­ten Augu­stin Bea (1930–1949) ein Zen­trum des Ein­drin­gens pro­gres­si­ven Den­kens in die katho­li­sche Exege­se.

Mar­ti­ni wur­de in jenem Jahr zum Rek­tor des Bibel­in­sti­tuts ernannt, als sein glor­rei­cher Orden unter dem außer Rand und Band gera­te­nen nach­kon­zi­lia­ren Pro­test­sturm und Erneue­rungs­wahn des Ordens­ge­ne­rals Pedro Aru­pe end­gül­tig unter­zu­ge­hen droh­te. Damals mach­te das Wort die Run­de: „Ein Bas­ke hat uns gegrün­det, ein Bas­ke macht uns dicht.“

Die ideen­ge­schicht­li­chen Wur­zeln rei­chen also tie­fer und bereits in die Zeit vor dem Kon­zil zurück. Mar­ti­ni war ein Schü­ler von Kar­di­nal Augu­stin Bea, des Men­tors der neu­en histo­risch-kri­ti­schen Metho­de im Schoß der katho­li­schen Kir­che. Wegen der am Bibli­cum gelehr­ten Metho­den stand die Ein­rich­tung unter Kri­tik: „Sie war­fen uns vor, die Bibel wie Ungläu­bi­ge zu lesen“, erin­ner­te sich Mar­ti­ni Jah­re spä­ter. In einer sei­ner letz­ten Ent­schei­dun­gen berief ihn Papst Paul VI. 1978 noch zum Rek­tor der renom­mier­ten Päpst­li­chen Uni­ver­si­tät Gre­go­ria­na.

Johannes Paul II. schuf sich selbst seinen „Gegenpapst“

Es soll­te Papst Johan­nes Paul II. sein, der sich selbst in Mar­ti­ni ein Gegen­bild schuf, indem er ihn in einer bis heu­te für vie­le völ­lig über­ra­schen­den Ent­schei­dung zum Erz­bi­schof von Mai­land ernann­te. Damit war die Vor­aus­set­zung geschaf­fen, die aus Mar­ti­ni den per­fek­ten Gegen­papst und Woy­ti­las Gegen­spie­ler in der kirch­li­chen Hier­ar­chie mach­te. Eine Rol­le, die vor allem den Medi­en und dem immer frust­tier­te­ren pro­gres­si­ven Katho­li­zis­mus behag­te. Und Mar­ti­ni behag­te die neue Rol­le eben­so, die weit über sei­ne Erz­diö­ze­se hin­aus­ging und die er immer neu nähr­te durch tat­säch­li­che und ver­meint­li­che Gegen­po­si­tio­nen zu Rom und angeb­lich „pro­phe­ti­sche“ For­de­run­gen nach einem drit­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil.

Als Mar­ti­ni Erz­bi­schof der größ­ten Diö­ze­se der Welt wur­de, hat­te er in sei­nem Leben noch kei­ne Pfar­rei gelei­tet. Sein ein­zi­ger Bezug zur Seel­sor­ge war sein ganz pri­va­tes Apo­sto­lat im Jugend­ge­fäng­nis von Casal del Mar­mo und eini­gen römi­schen Vor­or­ten, zu dem er gele­gent­lich von der neu­en Gemein­schaft von Sant’Egidio geru­fen wur­de.

Inzwi­schen regiert bereits der zwei­te Nach­fol­ger Mar­ti­nis die Erz­diö­ze­se des hei­li­gen Ambro­si­us und jedes­mal ver­such­te das eng­ste Umfeld Mar­ti­nis durch mas­si­ve Lob­by­ar­beit einen Mar­ti­nia­ner auf den Bischofs­stuhl zu heben. Zuletzt im ver­gan­ge­nen Jahr. Aller­dings bei­de Male ver­ge­bens. Die Zei­ten hat­ten sich geän­dert. Der­zei­ti­ger Erz­bi­schof ist der ehe­ma­li­ge Patri­arch von Vene­dig, Ange­lo Kar­di­nal Sco­la, der der Gemein­schaft Com­mu­nio­ne e Libe­ra­zio­ne nahe­steht.

Ob der pol­ni­sche Papst in Mar­ti­ni nur den Gelehr­ten sah, aber nicht den Pro­gres­si­ven, der gro­ßen Anteil an den kir­chen­po­li­ti­schen Ereig­nis­sen in Ita­li­en und nicht nur dort nahm, ist bis heu­te offen. Mar­ti­ni über­nahm eine Diö­ze­se, des­sen damals domi­nan­ter Teil der katho­li­schen Intel­li­genz schon stark von der Linie Giu­sep­pe Dos­set­tis und Jac­ques Mari­tains beein­flußt war. Nach sei­ner Beru­fung auf dem Weg von Rom nach Mai­land habe Mar­ti­ni, so zumin­dest sein erge­be­ner Bio­graph Gar­zo­nio, Zwi­schen­stop in Mon­te­ve­glio gemacht, um Dos­set­ti in des­sen Abge­schie­den­heit auf­zu­su­chen, wo die­ser über die pro­gres­si­ve Zukunft der Kir­che sin­nier­te. Anto­nio Soc­ci schrieb dazu, Mar­ti­ni habe nie wirk­lich begrif­fen, daß es Gläu­bi­ge gibt, die ein­fach der katho­li­schen Kir­che anhän­gen wol­len und nicht Mari­tain.

Kardinal Biffis Frontalkritik: „Mit Martinis Ankunft endete eine große Epoche der Mailänder Kirche“

Der aus Mai­land gebür­ti­ge Erz­bi­schof von Bolo­gna, Gia­co­mo Kar­di­nal Bif­fi, schrieb bereits vor eini­gen Jah­ren, was bis dahin nie­mand öffent­lich zu sagen wag­te, näm­lich, daß mit der Ankunft Mar­ti­nis in Mai­land nach fast 90 Jah­ren eine „Epo­che zu Ende ging, die 1891 mit der Beru­fung des seli­gen Kar­di­nals Andrea Car­lo Fer­ra­ri begon­nen hat­te“, eine „der leuch­tend­sten Zei­ten der ambro­sia­ni­schen Kir­che geprägt von Glau­bens­si­cher­heit, von kon­kre­ten Initia­ti­ven und Wer­ken, von der Fähig­keit auf die Her­aus­for­de­run­gen der Zeit zu ant­wor­ten, nicht durch Nach­ge­ben und sich Ver­stecken, son­dern aus dem unver­äu­ßer­li­chen Reich­tum der Wahr­heit her­aus, stets nach dem Vor­bild und der Lei­den­schaft der gro­ßen Tra­di­ti­on des hei­li­gen Karl Bor­ro­mä­us und der rei­chen Lehr­tä­tig­keit des hei­li­gen Ambro­si­us.“ Eine deut­li­che Absa­ge an die Rich­tung und das lan­ge Wir­ken Mar­ti­nis.

Mar­ti­ni genoß wäh­rend sei­ner lan­gen Amts­zeit in Mai­land den gün­sti­gen Vor­teil einer aus­ge­spro­chen wohl­wol­len­den Behand­lung durch die Medi­en und einer hohen per­sön­li­chen Wert­schät­zung durch das kul­tu­rel­le Estab­lish­ment. Eine Wert­schät­zung, die kei­nes­wegs gleich­wer­tig der katho­li­schen Kir­che und deren Glau­bens­wahr­heit ent­ge­gen­ge­bracht wur­de.

Martinis unkritischer Umgang mit den Medien

Dies erklärt wahr­schein­lich auch eine unkri­ti­sche Hal­tung, die der Kar­di­nal gegen­über den Medi­en ein­nahm. Dar­in unter­schied er sich grund­le­gend von Johan­nes Paul II. Bei­de waren aus­ge­spro­che­ne Medi­en­men­schen. Der pol­ni­sche Papst zöger­te jedoch nicht, gegen fal­sche und ver­füh­re­ri­sche Inhal­te der Medi­en die Stim­me zu erhe­ben. „Mar­ti­ni ermahnt nicht: er infor­miert sich, ist gesprächs­be­reit“, wie Fer­ruc­cio Paraz­zo­li wohl­wol­lend im Buch „Der Kar­di­nal“ schrieb. Bana­ler und gleich­zei­tig prä­zi­ser läßt sich das Ver­hält­nis zwi­schen Mar­ti­ni und „der Kul­tur“ kaum zusam­men­fas­sen.

Mar­ti­ni ver­stand sich als eine Art Grenz­gän­ger des Gewis­sens. Dabei schien er das Grund­man­ko des von ihm ein­ge­schla­ge­nen Weges nicht zu erken­nen. Ohne die dazu­ge­hö­ri­ge unzwei­deu­ti­ge Glau­bens­un­ter­wei­sung droht der Gang durch die Grau­zo­nen mensch­li­chen Daseins zum gefähr­li­chen Draht­seil­akt zu wer­den. Das galt auch für Mar­ti­nis Stel­lung­nah­men zum Fall Wel­by, einem der Fäl­le, mit denen in Ita­li­en die Eutha­na­sie lega­li­siert wer­den soll. Ein ideo­lo­gi­scher Kampf, der mit zum Teil radi­ka­ler Här­te als anti­christ­li­cher Kampf aus­ge­tra­gen wird. Dabei ver­wun­der­te es in kirch­li­chen Krei­sen gar nicht mehr son­der­lich, daß Mar­ti­ni Sym­pa­thien für den Ver­tre­ter der anti­kle­ri­ka­len Radi­ka­len Par­tei zeig­te. Damit sicher­te er sich, leicht vor­her­seh­bar, neu­en Applaus von den Medi­en und kir­chen­fer­nen Krei­sen: Je mehr, je deut­li­cher die Posi­tio­nen Mar­ti­nis gegen die offi­zi­el­le Posi­ti­on der Kir­che in Stel­lung gebracht wer­den konn­ten.

Martini brachte exegetischen Konflikt von Rom nach Mailand – Kritiker sprachen von Protestantisierung

Der Theo­lo­ge und Erz­bi­schof von Chie­ti-Vas­to, Bru­no For­te, der Mar­ti­ni „christ­li­chen Rela­ti­vis­mus“ vor­warf, beton­te, daß das theo­lo­gi­sche Den­ken Mar­ti­nis von dem eines ande­ren gro­ßen Jesui­ten geprägt wor­den sei, von Karl Rah­ner. Das allein genügt, um zu ver­deut­li­chen, wie klar der Bruch mit der theo­lo­gi­schen Tra­di­ti­on Mai­lands war. Der Ein­fluß des neu­en theo­lo­gi­schen Win­des mach­te sich über­all bemerk­bar, bei den Prie­stern, in den Pfar­rei­en, in den Semi­na­ren. Was ihm nicht nur von kon­ser­va­ti­ver Sei­te vor­ge­wor­fen wur­de, ist die Ver­än­de­rung im Ver­hält­nis zu den Prie­stern, die in Mai­land mit ihm Ein­zug hielt.

Der zwi­schen­mensch­li­che Kon­takt redu­zier­te sich deut­lich, wur­de for­mel­ler, fast schon büro­kra­tisch-distan­ziert, wie er noch immer für bun­des­deut­sche Diö­ze­sen als sprich­wört­lich gilt. Glei­ches gilt für die durch ihn geför­der­te „Erzeu­gung“ eines neu­en Typs von Prie­stern, die zivil, je nach Geschmack modisch geklei­det und gebil­det sind, aber eine in Gleich­nis­sen geklei­de­te, vage Spra­che spre­chen, die von den Gläu­bi­gen in den Pfar­rei­en nicht ver­stan­den wird.

Aus der Kate­che­se des Bischofs, der Unter­wei­sung der Gläu­bi­gen in der Wahr­heit des Glau­bens mach­te Mar­ti­ni eine Lec­tio Bibli­ca, die nichts mehr von einer Evan­ge­li­sie­rung und einer Mis­si­on an sich hat­te, son­dern an der fach­spe­zi­fi­schen Welt exege­ti­scher Aus­le­gungs­fein­hei­ten und Text­kri­tik teil­ha­ben las­sen woll­te. Eine Welt, die von den Gläu­bi­gen weit ent­fernt war, die Welt der Jah­re des nach­kon­zi­lia­ren Kamp­fes der Pro­gres­si­ven am Bibli­cum in Rom.

Nicht von unge­fähr war eine sei­ner ersten Initia­ti­ven im Novem­ber 1980 die Ein­füh­rung einer „Schu­le des Wor­tes“. Auf die­se Wei­se woll­te er die klas­si­sche Kate­che­se „moder­ni­sie­ren“ und ging ker­zen­ge­ra­de an einer zen­tra­len Beru­fung des Bischofs als erster Glau­bens­ver­kün­der für sei­ne Diö­ze­se vor­bei. Mar­ti­nis Kri­ti­ker spra­chen von einer „Pro­te­stan­ti­sie­rung“ der Kir­che.

Im Kampf zwischen progressiver Katholischer Aktion und CL hielt sich Martini offiziell äquidistant

In Mai­land traf Mar­ti­ni auf zwei Anti­po­den des ita­lie­ni­schen Katho­li­zis­mus, die sich in der Stadt des hei­li­gen Ambro­si­us in Schüt­zen­grä­ben gegen­über­la­gen. Auf der einen Sei­te die Katho­li­sche Akti­on, die sich nach dem Kon­zil die Theo­lo­gie Mari­tains zu eigen gemacht hat­te und sich als eine Art der poli­ti­schen Lin­ken nahe­ste­hen­der Kampf­ver­band zur Gesell­schafts­ver­än­de­rung ver­stand. Ihr stell­te Don Lui­gi Giu­s­sa­ni wäh­rend der Zeit des Kon­zils mit Com­u­nio­ne e Libe­ra­zio­ne eine Bewe­gung ent­ge­gen, die sich der ambro­sia­ni­schen Tra­di­ti­on ver­pflich­tet und nicht von der zwei­deu­ti­gen Spra­che Mari­tains ange­zo­gen fühl­te.

Mar­ti­nis Ver­hält­nis zu CL war daher alles ande­re als idyl­lisch. Die durch­aus Sicht­bar­keit suchen­de Bewe­gung beklag­te immer wie­der, zu wenig Raum zu erhal­ten, vor allem in einem ihrer Kern­be­rei­che, dem Bil­dungs­we­sen und der Jugend­seel­sor­ge. Gera­de dort war die Stim­mung zwi­schen den ver­schie­de­nen Strö­mun­gen der Diö­ze­se beson­ders explo­siv.

Mar­ti­ni war zwi­schen den Rich­tun­gen kei­nes­wegs aus­ge­wo­gen. Er hat­te sei­ne Ent­schei­dun­gen getrof­fen und sich einer Sei­te zwei­fels­oh­ne näher gefühlt. Er ver­such­te aber nach außen, eine Posi­ti­on der Äqui­di­stanz ein­zu­neh­men oder zumin­dest einen sol­chen Ein­druck zu ver­mit­teln. In Mai­land zir­ku­lier­te das Wort, daß Kar­di­nal Mar­ti­ni nur einen Feind in der Stadt habe: Don Lui­gi Giu­s­sa­ni. Tat­säch­lich war zumin­dest das per­sön­li­che Ver­hält­nis zwi­schen den bei­den weni­ger kon­flikt­ge­la­den als manch­mal dar­ge­stellt.

Kri­ti­ker war­fen dem Kar­di­nal vor, medi­en­wirk­sam zu allen mög­li­chen Fra­gen Stel­lung zu neh­men, und daß die­se Stel­lung­nah­men auf­fäl­lig kon­se­quen­te Zustim­mung von einer bestimm­ten Sei­te beka­men, daß er jedoch zu wich­ti­gen Fra­gen des Glau­bens und der kirch­li­chen Ord­nung schwieg. Wenig schmei­chel­haft für einen Nach­fol­ger des hei­li­gen Ambro­si­us und des hei­li­gen Karl Bor­ro­mä­us, die in der Glau­bens­ver­kün­di­gung so aktiv waren, wur­de Mar­ti­ni vor­ge­wor­fen, wie ein Kamil­len­tee zu wir­ken.

Martini war kein Schillebeeckx oder Küng, er war einfach anpassungsbereit

Was hat­te es mit sei­nem inter­na­tio­na­len Ruf auf sich? Oder anders gefragt, was war sein Bei­trag für die Welt­kir­che? Sei­ne Arbeit für die Inter­na­tio­na­le Theo­lo­gen­kom­mis­si­on in der Öku­me­ne, sei­ne Bibel­ar­beit und sein Jeru­sa­lem-Kult lie­ßen ihm vor allem Sym­pa­thien der pro­te­stan­ti­schen Welt zuflie­gen. Anson­sten blie­ben sei­ne Posi­tio­nen unscharf. „Er war nie ein Pro­gres­si­ver vom Schlag eines Edward Schillebe­eckx oder Hans Küngs“, mein­te der Jurist und Sozio­lo­ge Mas­si­mo Intro­vi­g­ne. „Mar­ti­ni“, so Intro­vi­g­ne, „im Gegen­satz zu ande­ren, denkt nicht, daß die katho­li­sche Ethik falsch ist. Er denkt nicht, daß die katho­li­sche Moral zer­schla­gen gehört. Er sieht ein­fach einen säku­la­ri­sier­ten Trend, der die katho­li­sche Moral ablehnt und zurück­weist. Des­halb ist er der Mei­nung, die Anpas­sung der katho­li­schen Moral an die welt­li­che Moral könn­te der Kir­che hel­fen.“ Anpas­sungs­be­reit­schaft als ein Cha­rak­te­ri­sti­kum des ver­stor­be­nen Kar­di­nals.

Sein Koket­tie­ren mit den Medi­en und dem gefäl­li­gen Applaus wird auch in der Selbst­be­zeich­nung als „Ante-Papst“ sicht­bar. Mar­ti­ni mein­te damit, daß er eine Art Weg­be­rei­ter und Vor-Papst sei. Man könn­te auch sagen, er war lan­ge Papst in spe. Gewor­den ist er es im Kon­kla­ve nicht. Kurz vor sei­nem Tod am Höhe­punkt der Kri­tik an Papst Bene­dikt XVI. sag­te er jedoch auch, daß die Kir­che des baye­ri­schen Pap­stes „nie so blü­hend war wie jetzt“ und daß die­se „eine gan­ze Rei­he von Päp­sten von höch­stem Niveau auf­bie­ten könn­te“, und daß „die Kir­che sich heu­te einig und geschlos­sen prä­sen­tiert, wie es wahr­schein­lich nie in ihrer Geschich­te der Fall war“.

Martinis zu lange Wartezeit als Papst in spe

Wor­te des­sel­ben Kar­di­nals, der die bei­den bis­her erschie­ne­nen Bän­de „Jesus von Naza­reth“ des Pap­stes sehr kri­tisch rezen­siert hat­te. Kar­di­nal Mar­ti­ni war für den pro­gres­siv­sten Teil des Kar­di­nals­kol­le­gi­ums im Kon­kla­ve von 2005 der Kan­di­dat. Ent­stan­den war das „Mär­chen“ vom „idea­len Papst“, wie Cigo­ña schrieb, gleich nach dem Atten­tat von Ali Agca am 13. Mai 1981 auf Johan­nes Paul II. Es han­del­te sich um eine Medi­en­kon­struk­ti­on, die dem Erz­bi­schof von Mai­land offen­sicht­lich zusag­te. So ent­stand das Bild vom künf­ti­gen Papst Mar­ti­ni, den angeb­lich die Mehr­heit der Katho­li­ken auf dem Stuhl Petri sehen möch­ten. Ein Bild, das durch mehr als zwei Jahr­zehn­te gehegt und gepflegt wur­de. Eine leich­te Sache für die Medi­en, da die Behaup­tung nie veri­fi­ziert wer­den muß­te. Doch das Pon­ti­fi­kat Johan­nes Pauls II. hat­te lan­ge gedau­ert, zu lan­ge für Mar­ti­ni. Als es 2005 end­lich soweit war, und die Anhän­ger Mar­ti­nis im Kar­di­nals­kol­le­gi­um gezählt wer­den muß­ten, zer­fiel das Bild vom Gegen­papst wie ein Kar­ten­haus.

Stimmt das ver­öf­fent­lich­te „Kon­kla­ve­ta­ge­buch“ eines Kar­di­nals, erhielt Mar­ti­ni im ersten Wahl­gang ledig­lich neun Stim­men. Cigo­ña meint, daß es gar nur sie­ben waren. Es gibt Stim­men, die sagen, es sei Mar­ti­ni selbst gewe­sen, der die pro­gres­si­ven Kar­di­nä­le bewo­gen habe, Joseph Ratz­in­ger die Stim­me zu geben. Dem wider­spre­chen ande­re hef­tig und spre­chen von einer nach­träg­li­chen Geschichts­klit­te­rung, weil man nicht als Geg­ner des regie­ren­den Pon­ti­fex daste­hen habe wol­len.

Zumin­dest eines steht fest: Vor dem gött­li­chen Rich­ter­stuhl zäh­len das Lob und der Applaus von bestimm­ter Sei­te nichts, die den gewe­se­nen Erz­bi­schof von Mai­land und Kar­di­nal der Hei­li­gen Römi­schen Kir­che ins Grab beglei­tet haben.

Requi­em aeter­nam dona ei Domi­ne et lux per­pe­tua luceat ei. Requie­scat in pace. Amen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Mes­sa in lati­no

3 Kommentare

  1. Dan­ke, Herr Nar­di. Das war der fun­dier­te­ste Bei­trag, den ich zum Tod von Kar­di­nal Mar­ti­ni gele­sen habe. Der zudem ein Licht wirft auf die wir­re, bedroh­li­che Situa­ti­on, in der sich die Kir­che befin­det. Wegen des bedroh­ten katho­li­schen Glau­bens. Zu vie­le kirch­li­che Wür­den­trä­ger, die ihn nicht nur ver­tei­di­gen, son­dern selbst­be­wusst ver­kün­di­gen soll­ten, schei­nen in einen Sog des Pro­te­stan­tis­mus gera­ten zu sein, zudem zeit­geist­hö­rig und medi­en­ver­liebt.
    Mar­ti­ni mag ja auch klu­ge exege­tisch inter­es­san­te Schrif­ten ver­fasst haben. Aber das kön­nen doch pro­te­stan­ti­sche Theo­lo­gen auch.
    Ob Prie­ster wie Don Loren­zo Mila­ni mal wie­der die Kir­che prä­gen wer­den? Die für „katho­li­sche Iden­ti­tät“ ste­hen. Da kann ich nur auf jun­ge Prie­ster hof­fen. Die sich von den geist­li­chen Urgroß­vä­tern und Groß­vä­tern wie Bea, Con­gar, Schillebe­eckx, Rah­ner, Mar­ti­ni u.v.a kon­se­quent lösen. Die alle von Päp­sten geför­dert wur­den.
    Irgend­wann wird es auch wie­der einen Papst wie Pius X. geben. Es muss ihn geben.

    • Herr Nar­di, Sie bla­sen zum Rück­zug der Kir­che ins Ghet­to.

      Lesen Sie doch ein­mal im Evan­ge­li­um nach, wie Jesus sich die Gemein­de­lei­ter wünsch­te (Mt 20,20–28; 23,1–12; Lk 22,24–27; Joh 13).
      Was wür­de Jesus zu den „ersten Plät­zen“, den „wal­len­den Gewän­dern“, den Ehren­ti­teln, dem „Herr­schen“, dem Sit­zen auf Thro­nen der heu­ti­gen Kir­chen­für­sten sagen?

      Die Kir­che kann nur glaub­wür­dig sein, wenn sie sich am Wil­len Jesu ori­en­tiert.

      Ant­wor­ten Sie nicht aus­schließ­lich Mt 16,18. Dane­ben steht näm­lich auch Mt 18,18, wo das Bin­den und Lösen der gan­zen Gemein­de zuge­spro­chen wird. Zwi­schen bei­den Stel­len muss ein Aus­gleich gefun­den wer­den.

  2. Da die Gesell­schaft Jesu bis­her nur einen ein­zi­gen (wenn auch den ersten) Bischof von Rom gestellt hat, war díe Wahl Mar­ti­nis hin­rei­chend unwahr­schein­lich.

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