Erneuter jüdischer Angriff auf das christliche Taibeh

Ethnische Säuberung durch Verdrängung


Am Montag fand erneut ein jüdischer Angriff auf das Christendorf Taibeh statt. Mehrere Autos von Christen wurden in Brand gesteckt und rassistische Wandschmierereien hinterlassen
Am Montag fand erneut ein jüdischer Angriff auf das Christendorf Taibeh statt. Mehrere Autos von Christen wurden in Brand gesteckt und rassistische Wandschmierereien hinterlassen

Am frü­hen Mon­tag­mor­gen, dem 28. Juli 2025, wur­de das christ­lich gepräg­te Dorf Tai­beh bei Ramal­lah im israe­lisch besetz­ten West­jor­dan­land erneut Ziel eines gewalt­sa­men Angriffs durch eine Grup­pe israe­li­scher Siedler.

Nach Anga­ben der palä­sti­nen­si­schen Behör­den setz­ten die Angrei­fer meh­re­re Fahr­zeu­ge in Brand und hin­ter­lie­ßen ras­si­sti­sche Paro­len in hebräi­scher Spra­che an Haus­wän­den. Anwoh­ner berich­te­ten, der Über­griff habe gegen 2:00 Uhr mor­gens Orts­zeit begonnen.

Der Vor­fall hat weit über die Regi­on hin­aus Bestür­zung aus­ge­löst, weil es sich bereits um den drit­ten Angriff auf das Chri­sten­dorf inner­halb weni­ger Wochen han­delt. Trotz der inter­na­tio­na­len Auf­merk­sam­keit schrecken die jüdi­schen Sied­ler nicht vor neu­en Angrif­fen zurück. Sie betrei­ben eine eth­ni­sche Säu­be­rung durch Ver­drän­gung. Ihr Ziel ist es, die ara­bi­sche Bevöl­ke­rung, ob Chri­sten oder Mos­lems, zu ver­trei­ben, um ihr Land zu über­neh­men und Groß-Isra­el zu errich­ten. Die Vor­ge­hens­wei­se wür­de bei jedem ande­ren zivi­li­sier­ten Volk ein­hel­li­ge Empö­rung und inter­na­tio­na­le Äch­tung zur Fol­ge haben. Die jüdi­schen Extre­mi­sten hin­ge­gen schei­nen sich ihrer Sache sehr sicher zu sein, was auf Rücken­deckung schlie­ßen läßt.

Ras­si­sti­sche Wand­schmie­re­rei­en auf hebrä­isch, die in Tai­beh ange­bracht wurden

Das palä­sti­nen­si­sche Außen­mi­ni­ste­ri­um ver­ur­teil­te die Tat als „ter­ro­ri­sti­schen Akt“. Auch der bun­des­deut­sche Bot­schaf­ter in Isra­el, Stef­fen Sei­bert, fand erstaun­lich deut­li­che Wor­te und erklärte:

„Die­se extre­mi­sti­schen Sied­ler mögen behaup­ten, Gott habe ihnen das Land gege­ben, aber in Wahr­heit sind sie nichts wei­ter als Kri­mi­nel­le ohne Glauben.“

Noch schär­fer äußer­te sich das Latei­ni­sche Patri­ar­chat von Jeru­sa­lem, das gemein­sam mit wei­te­ren Kir­chen­füh­rern eine offi­zi­el­le Stel­lung­nah­me ver­öf­fent­lich­te. Dar­in brin­gen sie ihre tie­fe Besorg­nis über den Angriff zum Aus­druck und ver­ur­tei­len ihn als geziel­ten Akt der Ein­schüch­te­rung gegen eine fried­li­che und gläu­bi­ge Gemein­schaft, die tief mit dem Land Chri­sti ver­bun­den sei. Der Angriff sei kein Ein­zel­fall, son­dern Teil eines zuneh­mend besorg­nis­er­re­gen­den Musters syste­ma­ti­scher Gewalt durch israe­li­sche Sied­ler gegen palä­sti­nen­si­sche Zivi­li­sten in der Westbank.

Erst weni­ge Tage zuvor war es in Tai­beh zu einem ähn­li­chen Vor­fall gekom­men: Mas­kier­te, teils bewaff­ne­te Sied­ler, eini­ge zu Pferd, dran­gen in den Ort ein und führ­ten sogar Vieh mit­ten in das Dorf­zen­trum. Sie ver­brei­te­ten Angst unter der Bevöl­ke­rung. Dabei wur­de auch die aus byzan­ti­ni­scher Zeit stam­men­de Georgs­kir­che des Ortes – ein Sym­bol für das jahr­hun­der­te­al­te christ­li­che Erbe in der Regi­on – durch Feu­er beschädigt.

Kri­tik rich­tet sich zudem gegen die israe­li­sche Poli­zei, die die Vor­fäl­le laut der Kir­chen­füh­rer ledig­lich als „Sach­be­schä­di­gung“ ein­stuf­te und so den wei­te­ren Kon­text geziel­ter Ein­schüch­te­rung und Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen igno­rier­te. Auch geziel­te Des­in­for­ma­ti­ons­kam­pa­gnen aus dem Umfeld der Sied­ler, die als Reak­ti­on auf jüng­ste diplo­ma­ti­sche Besu­che in Tai­beh gestar­tet wur­den, rufen Besorg­nis her­vor. Die­se ver­such­ten, die Opfer zu dis­kre­di­tie­ren und die inter­na­tio­na­le Soli­da­ri­tät zu unter­gra­ben. Auch hier­in zeigt sich ein inter­na­tio­na­les Unter­stüt­zer­netz­werk: Die gewalt­tä­ti­gen jüdi­schen Fana­ti­ker sind kei­ne iso­lier­te Gruppe.

In ihrer Erklä­rung rufen die Kir­chen­füh­rer die israe­li­sche Regie­rung auf, end­lich ihrer Ver­ant­wor­tung gerecht zu wer­den. Sie fordern:

  • die straf­recht­li­che Ver­fol­gung der Täter ohne Verzögerung,
  • den Schutz der Bevöl­ke­rung von Tay­beh und ande­rer gefähr­de­ter Gemeinden,
  • sowie die Ein­hal­tung der völ­ker­recht­li­chen Ver­pflich­tun­gen, ins­be­son­de­re hin­sicht­lich Gleich­heit vor dem Gesetz und Schutz reli­giö­ser Minderheiten.

Dank und Aner­ken­nung spra­chen sie inter­na­tio­na­len diplo­ma­ti­schen Ver­tre­tun­gen aus, die Tai­beh in jüng­ster Zeit besucht und Soli­da­ri­tät gezeigt hat­ten. Die­se inter­na­tio­na­le Prä­senz sei ein Zei­chen der Hoff­nung, beton­ten die Kir­chen­füh­rer, und sie rie­fen dazu auf, die­ses Enga­ge­ment fortzusetzen.

„Die Aggres­si­on dau­ert an – und eben­so muß unse­re gemein­sa­me Wach­sam­keit und unser Gebet für einen gerech­ten Frie­den fort­be­stehen“, heißt es abschlie­ßend in der Erklä­rung der Kir­chen von Jerusalem.

Was auf die Titelseite kommt

Noch ein Wort zum Unter­stüt­zer­um­feld: Am Tag nach dem jüng­sten jüdi­schen Angriff auf Tai­beh, dem ein­zi­gen christ­li­chen Dorf im gesam­ten Hei­li­gen Land, berich­te­te der Cor­rie­re del­la Sera, Ita­li­ens füh­ren­de Tages­zei­tung, nicht über die­se neue Gewalt­tat. Sie setz­te statt­des­sen eine ver­ba­le Belei­di­gung fran­zö­si­scher Juden auf die Titel­sei­te, die in Ita­li­en Urlaub machen. Die­sem Vor­fall an einer Auto­bahn­rast­stät­te wur­de dadurch maxi­ma­le Sicht­bar­keit und Bedeu­tung bei­gemes­sen und als „ant­se­mi­ti­scher“ Angriff gebrandmarkt.

Es wird mit unter­schied­li­chem Gewicht gemessen.

Zudem sag­te der Cor­rie­re nichts dar­über, was dem Wort­wech­sel vor­aus­ge­gan­gen war. Zu ver­ba­len Schlag­ab­tau­schen, meist wegen irgend­wel­cher Nich­tig­kei­ten, kommt es an ita­lie­ni­schen Auto­bahn­rast­stät­ten in der Som­mer­hit­ze zuhauf. Kei­ner davon schafft es auf die Titel­sei­te der gro­ßen Medi­en. Das weiß die Chef­re­dak­ti­on des Cor­rie­re natür­lich. Wenn sie den­noch einen sol­chen Vor­fall auf die Titel­sei­te setzt und nicht den Angriff auf Tai­beh, han­delt es sich um eine bewuß­te Ent­schei­dung, die im dop­pel­ten Sinn als ein­sei­ti­ge Par­tei­nah­me zu sehen ist. Gleich meh­re­re hoch­ran­gi­ge ita­lie­ni­sche Poli­ti­ker ver­ur­teil­ten die Belei­di­gung mit star­ken Wor­ten, wäh­rend es kei­ne Stel­lung­nah­men zum Angriff auf Tai­beh gab.

Genau die­ses Ver­hal­ten eines star­ken phi­lo­se­mi­ti­schen und pro-zio­ni­sti­schen poli­ti­schen und media­len Netz­werks beklag­ten jüngst die Patri­ar­chen von Jeru­sa­lem. Sie pran­ger­ten es an, daß Main­stream-Medi­en kaum über den Besuch des latei­ni­schen und des grie­chisch-ortho­do­xen Patri­ar­chen in der ein­zi­gen katho­li­schen Pfar­rei im Gaza-Strei­fen, nach dem töd­li­chen Angriff des israe­li­schen Mili­tärs, berich­tet haben.

Laut inof­fi­zi­el­len Infor­ma­tio­nen hält man im latei­ni­schen Patri­ar­chat den Angriff auf die katho­li­sche Pfar­rei von Gaza für eine mög­li­che israe­li­sche Ver­gel­tungs­maß­nah­me, weil die Patri­ar­chen drei Tage zuvor das Chri­sten­dorf Tai­beh im West­jor­dan­land besucht und die zwei ersten Angrif­fe jüdi­scher Sied­ler auf das Dorf ver­ur­teilt hatten. 

Der erneu­te Angriff auf Tai­beh scheint die im latei­ni­schen Patri­ar­chat ange­stell­ten Mut­ma­ßun­gen zu stüt­zen. Der Vor­fall zeigt zudem, daß Isra­el und pro-zio­ni­sti­sche Krei­se gro­ße Anstren­gun­gen zur inter­na­tio­na­len Mei­nungs­be­ein­flus­sung unternehmen.

Papst Leo XIV. hat­te Isra­el nach dem Angriff auf die katho­li­sche Pfar­rei in Gaza ein­dring­lich zu einem Waf­fen­still­stand auf­ge­for­dert. Bis­her vergebens.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: X/​Corriere del­la Sera (Screen­shots)

10 Kommentare

  1. Jetzt stimmt auch noch katho​li​sches​.info in den täg­lich zuneh­men­den Orkan des Anti­se­mi­tis­mus ein! Eine Schan­de! Von einem trau­ri­gen Katholiken.

    • „Anti­se­mi­tis­mus“? … Ich sehe hier kei­nen Anti­se­mi­tis­mus! Es han­delt sich bei die­sem Per­so­nen­kreis um fana­ti­sier­te Sied­ler, die mei­nen, „Gott“ einen „hei­li­gen Dienst“ zu lei­sten, wenn sie alle „Gojim“ aus dem Hei­li­gen Land ver­trei­ben. Dabei über­se­hen sie aller­dings, daß JHWH Abra­ham die Ver­hei­ßung gab bevor alle sei­ne Nach­kom­men gebo­ren wur­den. Vgl.: https://​www​.bible​ser​ver​.com/​E​U​/​1​.​M​o​s​e​1​5​,18 (s.a.: https://www.bibleserver.com/EU/Johannes16,2–3 )…

    • Auch ich stim­me in den Orkan (in Wirk­lich­keit ist es eher ein lau­es Lüft­chen) des Anti„semitismus“ ein.
      Das war frü­her mal ganz anders. Es waren die Fak­ten, wel­che mich in den let­zen 20 Jah­ren lang­sam aber sicher
      zum Umden­ken zwangen.
      Im übri­gen sind die­je­ni­gen, wel­che in Isra­el seit etwa 1948 den Ton ange­ben mit­nich­ten Semiten.
      Semi­ten sind die alten ange­stamm­ten ara­bi­schen Juden. Die­je­ni­gen, die heu­te in Isra­el den Ton ange­ben, kommen
      ursprüng­lich aus einem ganz ande­ren Teil der Welt.
      Der Orkan, den Sie mei­nen, der ver­tritt genau die Ihri­ge Mei­nung. Aller­dings nur in Nord­ame­ri­ka und inner­halb der EU.
      Der gro­ße Rest der Welt denkt im übri­gen ganz anders als Sie.

  2. „Die jüdi­schen Extre­mi­sten hin­ge­gen schei­nen sich ihrer Sache sehr sicher zu sein, was auf Rücken­deckung schlie­ßen läßt.“ 

    Es wäre fair, die­se Rücken­deckung zu präzisieren. 

    Letz­tes Jahr hat die Regie­rung eine Komis­si­on ein­ge­setzt, die sich spe­zi­ell mit Über­grif­fen gegen Chri­sten aus­ein­an­der­setzt. Anlaß waren Spuck-Aktio­nen ortho­do­xer Juden gegen Christen. 

    Vor zwei Tagen gab es ein Tref­fen der Net­an­y­a­hus mit der christ­li­chen Pre­di­ge­rin Pau­la White aus den USA. Chri­sten sind im Hei­li­gen Land herz­lich eingeladen!
    https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​g​N​h​h​2​z​C​s​ng8

    • Die Fra­ge ist, wel­ches Ergeb­nis die Kom­mis­si­on erbracht hat. Die Patri­ar­chen haben eine Ant­wort gegeben. 

      Soge­nann­te christ­li­che Zio­ni­sten – ein Wider­spruch in sich – wie Pau­la White aus den USA, wo die­se Rich­tung ent­stan­den ist, sind gewiß ger­ne gese­hen. Dabei geht es um poli­ti­sche und stra­te­gi­sche Aspek­te (die reli­giö­se Dimen­si­on betrifft nur eine Sei­te). Die israe­li­sche Regie­rung – staat­li­che wie halb­staat­li­che Orga­ni­sa­tio­nen – haben in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten syste­ma­tisch in den Auf­bau und die Pfle­ge der Bezie­hun­gen zu christ­li­chen Zio­ni­sten inve­stiert – ins­be­son­de­re in den USA, aber auch welt­weit. Die­se Bemü­hun­gen sind stra­te­gisch motiviert.

      Man kann in den Puri­ta­nern des 17. Jahr­hun­derts die Vor­läu­fer die­ser christ­li­chen Zio­ni­sten sehen, doch die heu­te orga­ni­sier­te Bewe­gung beginnt erst ab 1967, nach dem Sechs­ta­ge­krieg, der in vie­ler­lei Hin­sicht eine Wen­de dar­stell­te, was die Wahr­neh­mung Isra­els in der Welt betrifft und vor allem die zio­ni­sti­schen Anstren­gun­gen zur Unter­stüt­zung Isra­els [in erster Linie in den USA, aber auch in (West-)Europa].

      • Das sagt die KI: „Puri­ta­ni­scher Zio­nis­mus“ bezieht sich auf eine Strö­mung des christ­li­chen Zio­nis­mus, die beson­ders im 17. Jahr­hun­dert in Eng­land ent­stand und von puri­ta­ni­schen Gläu­bi­gen getra­gen wur­de. Die­se Strö­mung ver­band Ele­men­te des Puri­ta­nis­mus mit der Über­zeu­gung, dass die Rück­kehr der Juden nach Palä­sti­na und die Errich­tung eines jüdi­schen Staa­tes eine biblisch vor­her­ge­sag­te Ent­wick­lung sei und somit eine wich­ti­ge Rol­le in der christ­li­chen Heils­ge­schich­te spiele. 

        Nun haben wir im Schlacht­feld der Gegen­wart eine star­ke stra­te­gi­sche Ten­denz, die gegen alle Tra­di­ti­on geht. Der media­le Druck zwingt die Men­schen in der gan­zen Welt dazu, nicht mehr auf das zu schau­en, was gestern war. Wir sehen das auch im Islam, wo vie­le die Ver­gan­gen­heit ver­ges­sen haben. Der Islam war ein Kul­tur­trä­ger, der uns die Tex­te der grie­chi­schen Phi­lo­so­phen über­lie­fert hat und die Grund­la­gen der moder­nen Medi­zin gelie­fert hat. Die aktu­el­le Gene­ra­ti­on lehnt alles ab. Die Kin­der des Islam haben irgend­wann ange­fan­gen, ihre Frau­en in den Häu­sern ein­zu­sper­ren und gegen jede kul­tu­rel­le Ent­wick­lung zu kämp­fen. Die Woke-Kul­tur des Westens kommt die­sem gleich. Die Ver­gan­gen­heit des christ­li­chen Abend­lan­des ist Ziel ihrer Zer­stö­rungs­wut. Die­se Web­sei­te ver­sucht, sol­chen Strö­mun­gen standzuhalten. 

        Das evan­ge­li­ka­le Chri­sten­tum in den USA hat in den letz­ten Jahr­zehn­ten das glei­che erlebt. Eine Gegen­kul­tur wur­de auf­ge­baut. In die­ser Kul­tur fin­den sich Leit­ham­mel wie Bil­ly Gra­ham oder Ken­neth Cope­land. Es gibt eige­ne Fern­seh­sen­der und Groß­ver­an­stal­tun­gen, die gegen abend­län­di­sche Tra­di­ti­on gerich­tet sind. Der Besu­cher sol­cher Ver­an­stal­tun­gen wird ein­ge­schüch­tert und bevor­mun­det. Eine gan­ze Pro­pa­gan­da­ma­schi­ne­rie, die alles ande­re pro­pa­giert, nur nicht das, was KI zum puri­ta­ni­schen Zio­nis­mus zusammenfaßt. 

        Die neu­en christ­li­chen Evan­ge­li­ka­len in den USA sind dem gan­zen Wir­ken der Kul­tur­zer­stö­rung ent­ge­gen­ge­setzt und agie­ren demü­tig. Sie kom­men aus allen Kon­fes­sio­nen. Es kann unmög­lich sein, daß die­se Wesens­art iden­tisch ist mit dem, was wir als unse­re Geg­ner wahr­neh­men. Das wider­spricht der ari­sto­te­les­schen Logik. Sie kön­nen nicht gleich­zei­tig die sein, die sie sind und das Gegen­teil davon. 

        Die letz­ten Arti­kel von Wolf­ram Schrems zei­gen eine Par­al­le­le zu die­sen ent­ge­gen­ge­setz­ten Wesens­ar­ten für den deut­schen Kul­tur­be­reich in Öster­reich. Das Feind­bild der regie­ren­den Kräf­te ist der christ­li­che Mensch, der sich auf die abend­län­di­sche Tra­di­ti­on beruft. 

        Schon die Kreuz­fah­rer­staa­ten waren christ­li­cher Zio­nis­mus. Das neue ist, es besteht der Antrieb, es nun mit unse­ren älte­ren Brü­dern gemein­sam zu ver­wirk­li­chen. Soweit ich sehe, bekom­men die Unter­stüt­zer des neu­en Zio­nis­mus ihre Moti­va­ti­on nicht aus orga­ni­sier­ten Quel­len, son­dern aus dem eige­nen Bibel­ver­ständ­nis. Und wür­den sie auf das hören, was von ortho­do­xer jüdi­scher Sei­te kommt, wür­den sie eher schrei­end weglaufen.

  3. Die­se und ande­re Gewalt­tä­ter beru­fen sich auf „Gott“. Aber es ist nicht der Eine, Leben­di­ge Gott, der Schöp­fer des Him­mels und der Erde, son­dern der ange­maß­te, ver­meint­li­che „Gott“ die­ser Welt. Der Vater der Lüge, ein Mör­der von Anfang an! (vgl.: https://www.bibleserver.com/EU/Johannes8,31–45.47 ) …

  4. Die Ver­wir­rung unter den Chri­sten ist groß, lei­der auch unter Katho­li­ken. Am Staat Isra­el schei­den sich die Gei­ster – auch der Katho­li­ken. Wie absurd. Wir soll­ten uns davor hüten, uns einen Kon­flikt zu eigen zu machen, der nicht unse­rer ist. Ein Juden­staat ist eine Fra­ge der Poli­tik, aber nicht der Reli­gi­on. Der Zio­nis­mus, eine poli­ti­sche Ideo­lo­gie, ist die exak­te Kopie des Natio­na­lis­mus des spä­ten 19./frühen 20. Jahr­hun­derts, der Euro­pa in die Tra­gö­die führ­te. Theo­dor Herzl war ein deut­scher Natio­na­list. Erst als er, weil Jude, aus deutsch­na­tio­na­len Krei­sen aus­ge­sto­ßen wur­de, erfand er den jüdi­schen Nationalismus.
    1948 hat sich die zio­ni­sti­sche Idee mit Hil­fe der Bri­ten und US-Ame­ri­ka­ner mit der Staats­grün­dung durch­ge­setzt. Die­ser Staat, einer von 193, soll­te von Katho­li­ken behan­delt wer­den wie alle ande­ren nicht-christ­li­chen Staa­ten auch. Zumin­dest die Katho­li­ken soll­ten sich davor hüten, auf die­sen Staat irgend­wel­che reli­giö­sen Heils­theo­rien zu projizieren.
    Denn mit dem Heil, das allein von Chri­stus kommt, hat weder das nach-christ­li­che (pha­ri­säi­sche) Juden­tum noch der jüdi­sche Natio­na­lis­mus (=Zio­nis­mus) etwas zu tun. Da gilt es sich von Ein­flüs­sen, die dem Chri­sten­tum feind­lich gesinnt sind, nicht ein­lul­len zu las­sen. Heils­ge­schicht­lich gese­hen ist das heu­ti­ge Juden­tum jener Teil des Vol­kes Isra­el, der Chri­stus zurück­ge­wie­sen hat und zurückweist.
    Christ­li­cher Zio­nis­mus? Lächer­lich. Die ein­zi­ge Schei­dung für Chri­sten ist die Fra­ge nach Chri­stus. Das Juden­tum nach Chri­stus ist aus jener Strö­mung, den Pha­ri­sä­ern, her­vor­ge­gan­gen, die Chri­stus ans Kreuz gebracht hat. Der Islam und das Juden­tum sind glei­cher­ma­ßen anti-christlich.
    Was Katho­li­ken zu inter­es­sie­ren hat, ist das Hei­li­ge Land, ist der Zugang zu den hei­li­gen Stät­ten und sind unse­re Glau­bens­brü­der im Hei­li­gen Land. Die ein­zi­ge Gott gewoll­te Zukunft für das Hei­li­ge Land ist weder jüdisch noch mos­le­misch, son­dern kann natür­lich nur katho­lisch sein.
    Wir haben uns also weder vor den jüdi­schen noch den isla­mi­schen Kar­ren span­nen zu las­sen, son­dern allein unse­re Flag­ge zu zei­gen, das Kreuz Christi.

    • Gott hat die Israe­li­ten aus­er­wählt und ihnen das hei­li­ge Land zuge­spro­chen. Die­ser Tat­sa­che den Stem­pel „Zio­nis­mus“ auf­zu­drücken mit all dem theo­re­ti­schen und her­lei­ten­den Bei­werk, ist wirk­lich eine küh­ne Ideologie. 

      Bob Joy­ce hielt eines Tages die Bibel in der Hand und sag­te: „Wenn ihr nicht dar­an glaubt, dass jedes Wort in die­sem Buch die Wahr­heit ist, dann werft es weg.“

  5. Pfui Teu­fel, die­se elen­de Heuchelei!
    Als ob es so etwas in angeb­lich zivi­li­sier­ten Län­dern wie Deutsch­land, Frank­reich und Eng­land, um nur die zen­tra­len Orte Euro­pas zu nen­nen nicht nahe­zu monat­lich, wenn man Schmie­re­rei­en allei­ne dazu zählt wohl eher täg­lich passiert.
    Und was ein Zio­nist, (ein zutiefst lin­ker Kampf­be­griff, eigent­lich ande­res sein soll als ein Jude der Isra­el als sein in der Bibel beschrie­be­nes Hei­mat­land haben will, und bereit ist dafür Opfer zu brin­gen, kann einem doch kei­ner sagen, weil es eben nur eine lin­ke Paro­le ist, in deren Natur es liegt, einer kur­zen sach­li­chen Betrach­tung nicht stand­hal­ten zu können.
    Wenn die Chri­sten in Tai­beh außer­dem mei­nen, dass der Islam zu Jeru­sa­lem gehört, dann sol­len sie doch mit den Mus­li­men allei­ne dort blei­ben, wenn sie sich dann siche­rer fühlen.
    Iro­nie aus! Pfui, die getö­te­ten und gefol­ter­ten Chri­sten in Nige­ria, Paki­stan, im Sudan, von Nord­ko­rea ganz zu schwei­gen, sind katho​li​sches​.info offen­bar wesent­lich weni­ger wert als Ran­da­le und Schmie­re­rei­en von Juden, die in den Chri­sten dort zu Recht einen Ver­bün­de­ten des ihnen ver­hass­ten, weil sie bestia­lisch ermor­den­den Islams sehen!

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