Bianca Jagger und der angelsächsische Appell zur Rettung des überlieferten Ritus

Bitte an Papst Franziskus


Mit einem Appell für den Erhalt des überlieferten Ritus wenden sich angelsächsische Prominente direkt an Papst Franziskus
Mit einem Appell für den Erhalt des überlieferten Ritus wenden sich angelsächsische Prominente direkt an Papst Franziskus

Aus dem angel­säch­si­schen Raum erreicht Rom ein Pro­mi­nen­ten-Appell, der sich direkt an Papst Fran­zis­kus rich­tet und ihn auf­for­dert, den über­lie­fer­ten Ritus nicht abzu­wür­gen, son­dern zu bewahren.

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An der Spit­ze des Appells steht Bian­ca Jag­ger, die Ehe­frau des Rol­ling-Stones-Front­manns Mike Jag­ger. Der Appell wen­det sich an Fran­zis­kus mit der dring­li­chen Bit­te, den über­lie­fer­ten Ritus nicht abzu­wür­gen. er ist eine direk­te Reak­ti­on auf die jüng­sten Gerüch­te, daß das römi­sche Dik­aste­ri­um für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung genau ein sol­ches Abwür­gen beab­sich­ti­ge. Il Mess­ag­ge­ro, die römi­sche Tages­zei­tung mit dem guten Draht in den Vati­kan, schreibt dazu:

„Seit eini­ger Zeit wei­sen immer wie­der­keh­ren­de Stim­men inner­halb und außer­halb des Vati­kans auf die Vor­be­rei­tung eines dra­ko­ni­schen Doku­ments hin, das das Ver­schwin­den die­ser Lit­ur­gie nach dem Meß­buch von 1962 bewir­ken soll, da sie als pro­ble­ma­tisch gilt.“

Bian­ca Jag­ger wand­te sich bereits in frü­he­rer Zeit an Fran­zis­kus, unter ande­rem als sie mit einem lei­den­schaft­li­chen Appell den Papst auf­for­der­te, sich für die Ein­hal­tung der Men­schen­rech­te in Nica­ra­gua, ihrer Hei­mat, ein­zu­set­zen, wo auch die Kir­che vom sozia­li­sti­schen Orte­ga-Regime hart ver­folgt wird. Damals sag­te sie:

„Sein Schwei­gen war mei­ne größ­te Ent­täu­schung, weiß der Papst wirk­lich nicht, was in Nica­ra­gua geschieht?“

Der jüng­ste Appell für den Erhalt des über­lie­fer­ten latei­ni­schen Ritus wur­de gestern in der bri­ti­schen Tages­zei­tung The Times ver­öf­fent­licht. Er erin­nert damit in sei­ner Art bewußt an einen ande­ren Appell, der in glei­cher Sache 1971 an Papst Paul VI. gerich­tet wur­de und von Aka­de­mi­kern, Künst­lern und Schrift­stel­lern wie Aga­tha Chri­stie, Gra­ham Gree­ne, Bar­ba­ra Hep­worth und selbst Yehu­di Menu­hin unter­zeich­net wur­de. Da es der Name von Aga­tha Chri­stie war, der Paul VI. dazu ver­an­laß­te, die wei­te­re Zele­bra­ti­on der über­lie­fer­ten Mes­se in Eng­land und Wales zu erlau­ben, wird all­ge­mein vom Aga­tha-Chri­stie-Indult gesprochen.

In dem neu­en Appell heißt es:

„Kürz­lich kam die beun­ru­hi­gen­de Nach­richt aus Rom, daß die latei­ni­sche Mes­se in fast allen katho­li­schen Kir­chen ver­bo­ten wer­den soll. Das ist eine schmerz­haf­te und beun­ru­hi­gen­de Aus­sicht, vor allem für die wach­sen­de Zahl jun­ger Katho­li­ken, deren Glau­be durch sie genährt wur­de. Die tra­di­tio­nel­le Lit­ur­gie ist eine ‚Kathe­dra­le‘ aus Tex­ten und Gesten, die sich über vie­le Jahr­hun­der­te ent­wickelt hat, genau wie die­se ehr­wür­di­gen Gebäu­de. Nicht jeder weiß ihren Wert zu schät­zen, und das ist auch gut so; aber sie zu zer­stö­ren, scheint ein unnö­ti­ger und unsen­si­bler Akt in einer Welt zu sein, in der die Geschich­te nur all­zu leicht ent­glei­tet und ver­ges­sen wird. Die Fähig­keit des alten Ritus, Stil­le und Kon­tem­pla­ti­on zu för­dern, ist ein Schatz, der nicht leicht zu repro­du­zie­ren ist und der, wenn er ein­mal ver­schwun­den ist, nicht wie­der­her­ge­stellt wer­den kann.“

Wie bereits beim 71er-Appell fin­den sich auch 2024 unter den Unter­zeich­nern nicht nur Katho­li­ken, son­dern auch Nicht-Katho­li­ken, Gläu­bi­ge und Nicht-Gläu­bi­ge, dar­un­ter Andrew Lloyd-Web­ber (Pro­du­zent berühm­ter Musi­cals wie Jesus Christ Super­star, Cats, Evi­ta, The Phan­tom of the Ope­ra), Kiri Te Kana­wa (Sopra­ni­stin), die Deutsch­böh­min Marie Chri­sti­ne von Reib­nitz, Ehe­frau von Prinz Micha­el von Kent, wes­halb sie in Groß­bri­tan­ni­en als Prin­cess Micha­el of Kent bekannt ist, der Desi­gner Paul Smith und Micha­el Gove, der zwi­schen 2010 und 2022 unter ver­schie­de­nen Pre­mier­mi­ni­stern bri­ti­scher Bildungs‑, Justiz- und Umwelt­mi­ni­ster war. Gemein­sam sagen sie:

„Wir bit­ten den Hei­li­gen Stuhl instän­dig, jede wei­te­re Ein­schrän­kung des Zugangs zu die­sem groß­ar­ti­gen gei­sti­gen und kul­tu­rel­len Erbe zu überdenken.“

Bian­ca Jag­ger wur­de als Blan­ca Perez-More­na Maci­as in Nica­ra­gua gebo­ren. Sie war von 1971 bis 1978 mit Mike Jag­ger ver­hei­ra­tet, den sie im fran­zö­si­schen St. Tro­pez nach katho­li­schem Ritus gehei­ra­tet hat­te. Nach der Schei­dung von Jag­ger, aus der Ehe war eine Toch­ter her­vor­ge­gan­gen, hei­ra­te­te Bian­ca Jag­ger nicht mehr.

In Rom liegt tat­säch­lich ein Doku­ment des Got­tes­dienst­dik­aste­ri­ums zur Prü­fung beim vati­ka­ni­schen Staats­se­kre­ta­ri­at, das „eini­ge Aspek­te des über­lie­fer­ten Ritus berüh­ren“ wird. Um wel­che Aspek­te es sich han­delt und in wel­chem Aus­maß dies gesche­hen wird, ist der­zeit nicht bekannt. Das befürch­te­te all­ge­mei­ne Ver­bot wird es nach der­zei­ti­gem Stand nicht geben. Manch­mal genügt jedoch ein klei­nes Wört­chen in einem Neben­satz, um größ­te Pro­blem zu verursachen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Latin Mass Society

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2 Kommentare

  1. Bian­ca Jag­ger ist hoch­in­ter­es­sant. Mick und Keith haben in den 70-ern an einem pri­va­ten Ritu­al­film als Akteu­re mit­ge­wirkt, der in der Wewels­burg gedreht wur­de. In ande­ren Wor­ten, ägyp­ti­sche Magie. Die wis­sen genau, was es mit Ritua­len auf sich hat. Ich hof­fe, Mick hat sich mitt­ler­wei­le von die­sen dunk­len Sachen abgewendet.

  2. Bian­ca Jag­ger war auch schon in Med­jug­or­je, sie scheint gläu­big zu sein, obwohl ich per­sön­lich kein Med­jug­or­je Fan bin.Sie soll im Ver­bor­ge­nen angeb­lich viel Gutes tun, das hab ich schon frü­her gehört.

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