Der Fall Rupnik und kein Ende

Die wenig erfolgreiche Franziskus-Methode, Mißbrauchsvorwürfe auszusitzen


Marko Ivan Rupnik, bis 2023 Ordensmitbruder von Papst Franziskus, zu einer Zeit, als er gern gesehener Gast in Santa Marta war.
Marko Ivan Rupnik, bis 2023 Ordensmitbruder von Papst Franziskus, zu einer Zeit, als er gern gesehener Gast in Santa Marta war.

Beim Dik­aste­ri­um für die Glau­bens­leh­re wur­den fünf Anzei­gen von mut­maß­li­chen Opfern des ehe­ma­li­gen Jesui­ten­pa­ters Mar­ko Ivan Rup­nik ein­ge­bracht. Die zwei­te Sek­ti­on die­ser römi­schen Behör­de ist für Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren zustän­dig und unter­sucht auch die ein­ge­gan­ge­nen Fälle.

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Papst Fran­zis­kus hat­te im Okto­ber 2023 dem Glau­bens­dik­aste­ri­um den Auf­trag erteilt, die Unter­su­chun­gen im Fall Rup­nik wie­der­auf­zu­neh­men. Die­sem Auf­trag waren hoch­bri­san­te Ent­wick­lun­gen vor­aus­ge­gan­gen. Die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, wie das Glau­bens­dik­aste­ri­um bis 2022 hieß, hat­te bereits gegen den inter­na­tio­nal bekann­ten Künst­ler­prie­ster ermit­telt und ihn für schul­dig befun­den. Die Kon­gre­ga­ti­on stell­te die Exkom­mu­ni­ka­ti­on Rup­niks fest, doch wur­de die Sank­ti­on nie for­ma­li­siert, weil eine schüt­zen­de Hand über dem Jesui­ten lag. Es besteht kein Zwei­fel, daß Papst Fran­zis­kus per­sön­lich zugun­sten sei­nes Mit­bru­ders Rup­nik inter­ve­niert hat­te. Dabei lehn­te er eine Auf­he­bung von Ver­jäh­rungs­fri­sten ab, deren Auf­he­bung er von ande­ren Bischö­fen hin­ge­gen ver­lang­te. Erst als der media­le Druck zu groß wur­de, ord­ne­te Fran­zis­kus eine erneu­te Unter­su­chung an. Kurz­um, im Fall Rup­nik wie­der­hol­te sich ein Muster im Umgang von Fran­zis­kus mit sol­chen Fällen.

Zu Jah­res­be­ginn 2023 wur­de Rup­nik noch inmit­ten der öffent­lich gewor­de­nen Anschul­di­gun­gen gegen ihn demon­stra­tiv von Fran­zis­kus in Audi­enz emp­fan­gen. Doch es nütz­te nichts. Die Vor­wür­fe woll­ten nicht mehr abeb­ben. Im Som­mer 2023 wur­de Rup­nik aus dem Jesui­ten­or­den aus­ge­schlos­sen, im Herbst über­sie­del­te er nach Istri­en, wäh­rend der Vati­kan die einst von ihm mit­ge­grün­de­te Loyo­la-Gemein­schaft auflöste.

Die Anzei­gen über angeb­lich erlit­te­nen Miß­brauch wur­den von der Rechts­an­wä­tin Lau­ra Sgrò ein­ge­bracht, die weib­li­che Opfer in der Cau­sa ver­tritt. Zwei der ein­ge­brach­ten Fäl­le waren bereits bekannt, drei Fäl­le hin­ge­gen sind neu.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati­can­Me­dia (Screen­shot)

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