Die mysteriösen Ursprünge des Coronavirus (3. Teil)

Ein historischer Beitrag

Im Mittelpunkt der Frage nach der Herkunft des Coronavirus steht das Wuhan-Labor.
Im Mittelpunkt der Frage nach der Herkunft des Coronavirus steht das Wuhan-Labor.

  • Die myste­riö­sen Ursprün­ge des Coro­na­vi­rus (1. Teil)
  • Die myste­riö­sen Ursprün­ge des Coro­na­vi­rus (2. Teil)
  • Von Rober­to de Mattei*

    Die offizielle Version zum Ursprung der Pandemie

    Die moder­ne Bio­lo­gie hat einen ihrer Eck­pfei­ler in Dar­wins Evo­lu­ti­ons­theo­rie. Das Gesetz der Evo­lu­ti­on regu­lie­re die Geburt und Muta­tio­nen von Viren, die durch einen natür­li­chen Pro­zeß namens Spillover („Spe­zi­es­sprung“) von Tie­ren auf den Men­schen über­tra­gen würden.

    „Spillover: Ani­mal Infec­tions and the Next Human Pan­de­mic“ (dt. Aus­ga­be: „Spillover: Der tie­ri­sche Ursprung welt­wei­ter Seu­chen“, Deut­sche Ver­lags-Anstalt, Mün­chen 2013), ist der 2012 ver­öf­fent­lich­te Auf­satz des ame­ri­ka­ni­schen Wis­sen­schafts­jour­na­li­sten David Quam­men, in dem der Autor den Aus­bruch einer glo­ba­len Pan­de­mie (the next big one) auf­grund eines Spillover vor­aus­sag­te. In einem Inter­view mit der Tages­zei­tung Il Mani­festo vom 24. März 2020 erklär­te Quam­men: „Spillover ist der Begriff, mit dem der Moment benannt wird, in dem das Virus von sei­nem nicht-mensch­li­chen ‚Wirt‘, einem Tier, zum ersten mensch­li­chen ‚Wirt‘ über­geht. Der erste mensch­li­che Wirt ist Pati­ent null. Die Infek­ti­ons­krank­hei­ten, die die­sem Pro­zeß fol­gen, wer­den Zoo­no­sen genannt.

    Basie­rend auf die­ser Evo­lu­ti­ons­theo­rie ist die offi­zi­el­le Ver­si­on des Virus-Ursprungs , die seit Janu­ar 2020 von Bio­lo­gen und Viro­lo­gen ver­brei­tet wird, die der Zoo­no­se: eine Infek­ti­ons­krank­heit, die durch einen Spillover vom Tier auf den Men­schen über­tra­gen wur­de. Der Ort, an dem die Epi­de­mie ihren Ursprung hat­te, sei der Hua­nan Sea­food Who­le­sa­le Mar­ket, der gro­ße Fisch- und Mee­res­früch­te­markt von Wuhan, auf dem leben­de Tie­re ver­kauft und alle Arten von Lebens­mit­teln wie die tra­di­tio­nel­le Fle­der­maus­sup­pe unter mehr als pre­kä­ren hygie­ni­schen Bedin­gun­gen kon­su­miert wer­den (hier).

    Für den „Spe­zi­es­sprung“ vom Tier auf den Men­schen wur­den die Fle­der­mäu­se des Wuhan-Mark­tes ver­ant­wort­lich gemacht, aber nie­mand wies dar­auf hin, daß es weni­ge Kilo­me­ter vom Fisch­markt ent­fernt ein zivi­les und mili­tä­ri­sches Labor gibt, in dem an patho­ge­nen Viren geforscht wird. Nie­mand griff die Fra­ge auf, die sich von Anfang an auf­dräng­te: Kam das Virus, das die Ärz­te des Wuhan-Labors infi­zier­te, vom Fisch­markt oder waren die Fisch­markt­be­su­cher mit einem Virus aus dem Wuhan-Labor infi­ziert? Erst recht, zumal das erste gewon­ne­ne und als SARS-CoV‑2 bezeich­ne­te Virus von einer Per­son stammt, die den Markt nicht besucht hat­te (hier).

    Dar­über hin­aus behaup­tet Dr. Shi Zhen­g­li, daß das von ihr ent­deck­te Coro­na­vi­rus Fle­der­maus-Kot­pro­ben ent­nom­men wor­den sei, die im Juli 2013 in einer Mine in der süd­li­chen Pro­vinz Yunn­an gesam­melt wur­den. Selt­sa­mer­wei­se hat sie die­ses Virus auf Gen­Bank unter dem Namen RaTG13 aber erst acht Jah­re spä­ter regi­striert, als die Pan­de­mie bereits begon­nen hat­te. Shi Zen­g­li erwähnt auch nicht, daß die näch­sten Ver­wand­ten des Yunn­an-Virus zwei Coro­na­vi­ren sind, die 2018 vom Nan­jing Mili­ta­ry Insti­tu­te of Medi­ci­ne regi­striert wur­den, das 109 gene­ti­sche Sequen­zen hin­ter­leg­te, die durch eine enor­me Anzahl von Expe­ri­men­ten gewon­nen wor­den waren. In die­ser Mas­se von Krank­heits­er­re­gern sind die bei­den Coro­na­vi­ren namens ZC45 und ZXC21 die ein­zi­gen, die sich nach­weis­lich an Rezep­to­ren in Lun­gen- und Gehirn­zel­len ande­rer Säu­ge­tie­re bin­den kön­nen. ZC45 und ZXC21 wur­den jedoch aus Pro­ben iso­liert, die in der Nähe der Stadt Zhous­gan ent­nom­men wur­den, die 3.000 Kilo­me­ter von den Yunn­an-Höh­len ent­fernt liegt, die ihrer­seits 1.500 Kilo­me­ter von Wuhan ent­fernt sind. Da Fle­der­mäu­se zu so wei­ten Flü­gen nicht in der Lage sind: Wie kam das Virus nach Wuhan, ohne auf dem lan­gen Weg jemand zu infi­zie­ren? (Hier).

    Vor allem aber reicht es für die The­se des „Spe­zi­es­sprungs“ nicht aus, ein Virus-Trä­ger­tier wie die Fle­der­maus zu iden­ti­fi­zie­ren. Es muß nach­ge­wie­sen wer­den, wel­cher Zwi­schen­wirt durch eine natür­li­che gene­ti­sche Rekom­bi­na­ti­on die Über­tra­gung des Virus von der Fle­der­maus auf den Men­schen ermög­licht hat. Wäh­rend bei ver­gan­ge­nen Epi­de­mien wie SARS und MERS die für den „Spe­zi­es­sprung“ ver­ant­wort­li­chen Tie­re iden­ti­fi­ziert wor­den waren, wur­de bei SARS-CoV‑2 bis­her nicht ein­mal eine Spur die­ses Zwi­schen­wirts gefun­den, bei dem die Muta­ti­on auf­ge­tre­ten sein könn­te. „Wir wis­sen nicht, wo die­se Rekom­bi­na­ti­on statt­ge­fun­den haben könn­te und wie sie pas­siert ist“, so Prof. Trit­to. Des­we­gen ist „der rea­li­stisch­ste Vor­schlag, der durch ver­schie­de­ne Tests gestützt wird, daß das Virus aus einer Labor-Rekom­bi­na­ti­on her­vor­ge­gan­gen ist und anschlie­ßend aus einem nicht geklär­ten Grund zur Infek­ti­on geführt hat“ (S. 105).

    Immu­no­lo­gen sagen, daß wir es mit einem „ano­ma­len“ Virus zu tun haben, das sich anders ver­hält als die Viren der­sel­ben Fami­lie. Der Phar­ma­ko­lo­ge Gaeta­no Di Chia­ra spricht von einem „per­fek­ten Virus“, das im Labor gewon­nen wor­den sein könn­te, „nach den glei­chen Metho­den wie in der Natur, indem es von der Fle­der­maus auf einen mög­lichst nahe beim Men­schen befind­li­chen Zwi­schen­wirt über­tra­gen wur­de, zum Bei­spiel einen Pri­ma­ten, mög­li­cher­wei­se einen anthro­po­mor­phen Pri­ma­ten, bei dem das Virus Muta­tio­nen durch­ge­macht hat, die dazu geführt haben, daß es sich so ent­wickelt hat, daß nur weni­ge wei­te­re Muta­tio­nen erfor­der­lich waren, für die mög­li­cher­wei­se ein paar Mona­te aus­ge­reicht haben, wäh­rend derer das Virus mög­li­cher­wei­se im Men­schen uner­kannt zir­ku­lier­te oder jeden­falls nicht dem natio­na­len Gesund­heits­dienst und der WHO gemel­det wur­de“ (hier).

    Auch für Prof. Trit­to „ste­hen wir im Fall von Covid-19 offen­sicht­lich vor einer per­fek­ten Pro­ze­dur, die die Ent­ste­hung eines rekom­bi­nan­ten chi­mä­ren Virus mas­kiert und durch die Her­stel­lung von Stu­di­en­klo­nen unter Ver­wen­dung der rekom­bi­nan­ten DNA und des Funk­ti­ons­ge­winns ande­re Mani­pu­la­tio­nen ermög­licht, denn offi­zi­ell heißt es, daß das Virus natür­li­chen Ursprungs ist “ (S. 136).

    Stimmen, die nicht im Chor singen

    Die alter­na­ti­ve Hypo­the­se zur offi­zi­el­len eines Virus­lecks im Wuhan-Labor ist seit Ende Janu­ar 2020 im Umlauf. Am 25. Janu­ar 2020 berich­tet der Chef­re­dak­teur von TgCom24, Pao­lo Ligu­o­ri, als einer der ersten eine sen­sa­tio­nel­le Indis­kre­ti­on, die auf Geheim­dienst-Infor­ma­tio­nen zurück­geht: Das epi­de­mi­sche Virus, das sich in Chi­na aus­brei­tet, stam­me mög­li­cher­wei­se aus einem mili­tä­ri­schen For­schungs­la­bor direkt in der Stadt Wuhan (hier).

    Am 26. Janu­ar 2020 spricht Dany Sho­ham, ein Bio­lo­ge und ehe­ma­li­ger israe­li­scher Geheim­dienst­of­fi­zier, in einem Inter­view mit der Washing­ton Times dar­über und macht dar­auf auf­merk­sam, daß es in Chi­na vier­zig Struk­tu­ren gibt, die an der Her­stel­lung bio­lo­gi­scher Waf­fen betei­ligt sind. Ihr Zen­trum ist das Wuhan-Labor.

    Auch ein ame­ri­ka­ni­scher For­scher, Ste­ven Mos­her, erklärt in der New York Post am 22. Febru­ar, daß das in Chi­na her­ge­stell­te Virus ver­se­hent­lich aus einem Wuhan-Labor aus­ge­tre­ten sei.

    Wei­te­re Stim­men fol­gen, die nicht im Chor der offi­zi­el­len Dar­stel­lung mit­sin­gen. Doch sie alle wer­den von der wis­sen­schaft­li­chen Zeit­schrift The Lan­cet in einem „State­ment in sup­port of the sci­en­tists, public health pro­fes­sio­nals, and medi­cal pro­fes­sio­nals of Chi­na com­bat­ting COVID-19″ als „Ver­schwö­rungs­theo­rien“ gebrandmarkt.

    Der Arti­kel ist von 26 Wis­sen­schaft­lern unter­zeich­net, die in einem apo­dik­ti­schen Ton­fall erklä­ren: „Wir sind uns einig, Ver­schwö­rungs­theo­rien, die behaup­ten, COVID-19 habe kei­nen natür­li­chen Ursprung, aufs Schärf­ste zu ver­ur­tei­len.“ Wie Nicho­las Wade jedoch fest­stellt: „Ent­ge­gen der Behaup­tung der Autoren kann die Annah­me, daß das Virus aus einem Labor ent­wi­chen sein könn­te, einen Unfall ver­mu­ten las­sen und kei­ne Ver­schwö­rung. Jeden­falls soll­ten wir die Fra­ge mit Sicher­heit stu­die­ren und nicht a prio­ri ableh­nen. Ein Kenn­zei­chen guter Wis­sen­schaft­ler ist, daß sie sich sehr bemü­hen, zwi­schen dem, was sie wis­sen, und dem, was sie nicht wis­sen, zu unter­schei­den. Nach die­sem Kri­te­ri­um haben sich die Unter­zeich­ner des Lan­cet-Brie­fes wie schlech­te Wis­sen­schaft­ler ver­hal­ten: Sie haben die Öffent­lich­keit bestimm­ter Tat­sa­chen ver­si­chert, von denen sie nicht mit Sicher­heit wis­sen konn­ten, ob sie wahr sind“ (The ori­gin of COVID: Did peop­le or natu­re open Pandora’s box at Wuhan?).

    Heu­te wis­sen wir, daß der Autor und För­de­rer des Lan­cet-Brie­fes der Vor­sit­zen­de der EcoHe­alth Alli­an­ce, Peter Daszak, war, der eine hin­ter­häl­ti­ge Medi­en­ope­ra­ti­on star­te­te, um Chi­na von jeg­li­cher Ver­ant­wor­tung für den Ursprung des Coro­na­vi­rus rein­zu­wa­schen [zu Daszak sie­he Teil 2].

    Gary Rus­kin, Exe­cu­ti­ve Direc­tor von U.S. Right to Know, gelang es dank eines Antrags auf Doku­men­ten­ein­sicht, die gesam­te Kor­re­spon­denz zwi­schen den Wis­sen­schaft­lern zu erhal­ten, bevor der Brief im Lan­cet ver­öf­fent­licht wur­de. Bri­ce Perri­er ana­ly­sier­te sie in sei­ner Unter­su­chung zu SARS-CoV‑2 (S. 159–162).

    Aus die­ser Kor­re­spon­denz geht her­vor, daß Daszak, der Ver­fas­ser des State­ment, die­ses am 6. Febru­ar 2020 zur Mit­tags­zeit an die Pro­fes­so­ren Ralph Baric von der Uni­ver­si­ty of North Caro­li­ne und Lin­fa Yang vom Glo­bal Health Insti­tu­te of Sin­g­a­po­re schickt und sie ein­lädt, es zu unter­schrei­ben, um ihre chi­ne­si­schen Kol­le­gen zu schüt­zen, mit denen sie seit vie­len Jah­ren zusam­men­ar­bei­ten. Ihre Unter­schrift ist wich­tig, um wei­te­re Wis­sen­schaft­ler davon zu über­zeu­gen, das Doku­ment zu unter­zeich­nen. Um 15:16 Uhr des­sel­ben Tag sen­det Daszak jedoch eine neue Nach­richt an Baric, um ihm mit­zu­tei­len, daß Lin­fa Wang ihn davon über­zeugt habe, daß es ange­sichts ihrer Inter­es­sens­ver­quickung mit dem Wuhan-Labor für sie drei nicht klug sei, den Text zu unter­schrei­ben. Schließ­lich wird Daszak unter­schrei­ben, aber unter vie­len, ohne als Initia­tor und Ver­fas­ser der Ope­ra­ti­on aufzutreten.

    Es ist auch inter­es­sant, fest­zu­stel­len, wie der ame­ri­ka­ni­sche Immu­no­lo­ge in den E‑Mails, die er zwi­schen Janu­ar und Juni 2020 mit dem Prä­si­den­ten der NIAID, Antho­ny Fau­ci, aus­ge­tauscht hat und die eini­ge Zei­tun­gen dank des Free­dom of Infor­ma­ti­on Act legal erhal­ten haben, zeigt, daß er die Hypo­the­se, die von eini­gen sei­ner Kol­le­gen vor­ge­bracht wird, daß das Virus im Labor ent­stan­den ist, durch­aus ernst nimmt, wäh­rend er sie in der Öffent­lich­keit lächer­lich macht. Die für Fau­ci viel­leicht pein­lich­ste E‑Mail, wie Fede­r­i­co Pun­zi anmerkt, ist die, in der er einen „per­sön­li­chen Dank“ von Peter Daszak erhält, weil er den natür­li­chen Ursprung des Virus unter­stützt und die Hypo­the­se, daß es aus dem Labor stammt, bestrit­ten hat: „Ich woll­te Dir nur im Namen unse­res Teams und unse­rer Mit­ar­bei­ter per­sön­lich dafür dan­ken, daß Du öffent­lich wider­spro­chen und fest­ge­stellt hast, daß die wis­sen­schaft­li­chen Bewei­se einen natür­li­chen Ursprung von Covid-19 durch einen Spillover zwi­schen Fle­der­mäu­sen und Men­schen stüt­zen und nicht ein Ent­wei­chen aus dem Labor des Wuhan Insti­tu­te of Viro­lo­gy“ (hier). Fox-News-Repor­ter Tucker Carl­son urteilt des­halb hart über Fau­ci: „Die schockie­rend­ste Tat­sa­che ist, daß er in die­sel­be Pan­de­mie ver­wickelt war, die er zu bekämp­fen hat­te, und die gro­tes­ken und gefähr­li­chen Expe­ri­men­te unter­stütz­te, die anschei­nend die Aus­brei­tung von Covid-19 mög­lich gemacht haben“ (hier).

    Das Inter­es­se an der Geschich­te von jenem Teil der Wis­sen­schafts­ge­mein­schaft ist offen­sicht­lich, so Bri­ce Perri­er, der an den skru­pel­lo­sen Expe­ri­men­ten zum „Gain-of-Func­tion“ („Funk­ti­ons­ge­winn“) betei­ligt ist. In der Tat wür­de die öffent­li­che Mei­nung und folg­lich die Poli­tik das Ende die­ser Expe­ri­men­te for­dern, wenn sich auch nur ein ver­se­hent­li­ches Ent­wei­chen eines Virus aus einem Labor mit kata­stro­pha­len Fol­gen ereig­nen wür­de. Perri­er zitiert die Wor­te des austra­li­schen Medi­zin­pro­fes­sors Niko­lai Petrovsky: „Alle gro­ßen Insti­tu­te, die an Viren arbei­ten, haben Angst, daß ihre For­schung ein­ge­stellt wird. Die Gefahr für sie wäre ein gene­rel­les Ver­bot“ (S. 124f).

    Desinformationskampagne der chinesischen Regierung

    In der Geschich­te geht mit jedem Ereig­nis immer eine „Erzäh­lung“ ein­her, die dazu neigt, des­sen Bedeu­tung für Pro­pa­gan­da­zwecke zu ver­zer­ren. Wie Bru­no Luss­a­to in sei­nem Werk „Virus. Huit leçons sur la dés­in­for­ma­ti­on“ („Virus. Acht Lek­tio­nen zum The­ma Des­in­for­ma­ti­on“, Edi­ti­ons des Syr­tes, 2007) nach­ge­wie­sen hat, ist das Phä­no­men der Des­in­for­ma­ti­on dank moder­ner Tech­no­lo­gie zu einem festen Bestand­teil des Refe­renz­sy­stems unse­rer Gesell­schaft geworden.

    Des­in­for­ma­ti­on ist heu­te das bevor­zug­te Feld der Nach­rich­ten­dien­ste. Die Geheim­dien­ste der Ver­gan­gen­heit wid­me­ten ihre Tätig­keit vor allem der Suche nach Infor­ma­tio­nen, um die Manö­ver im geo­po­li­ti­schen Wett­be­werb zwi­schen den Staa­ten anti­zi­pie­ren und bewäl­ti­gen zu kön­nen. Heu­te scheint ihre Haupt­tä­tig­keit jedoch vor allem dar­in zu bestehen, Des­in­for­ma­ti­on im geg­ne­ri­schen Lager zu ver­brei­ten. Das gilt für Ruß­land eben­so wie für die USA, für Chi­na und Israel.

    Der Start der Des­in­for­ma­ti­ons­kam­pa­gne der chi­ne­si­schen Regie­rung über die Ursprün­ge von Covid-19 geht auf den 3. Febru­ar 2020 zurück, als die Volks­re­pu­blik Chi­na die Ver­ei­nig­ten Staa­ten beschul­digt, welt­weit wegen des Coro­na­vi­rus Panik zu verbreiten.

    Am 8. März erhal­ten die chi­ne­si­schen Bot­schaf­ten auf der gan­zen Welt die aus­drück­li­che Anwei­sung, die Idee zu för­dern, daß das Virus nicht aus Chi­na stam­me. Am 12. März behaup­te­te der Spre­cher des chi­ne­si­schen Außen­mi­ni­ste­ri­ums, Zhao Liji­an, auf Twit­ter, das US-Mili­tär habe den Erre­ger wäh­rend der Mili­ta­ry World Games, den VII. Som­mer-Mili­tär­welt­spie­len, die vom 18. bis 27. Okto­ber 2019 in Wuhan statt­fan­den, nach Wuhan gebracht (hier).

    Gegen Jah­res­en­de 2020 kom­men­tier­te ein ita­lie­ni­scher Jour­na­list: „Die Pro­pa­gan­da- und Des­in­for­ma­ti­ons­kam­pa­gne des kom­mu­ni­sti­schen Regimes nutzt Stu­di­en und Aus­sa­gen aus­län­di­scher Wis­sen­schaft­ler, um zu argu­men­tie­ren, daß das Virus nach Chi­na ‚impor­tiert‘ wur­de, aus Ita­li­en, Hol­land, Frank­reich, Austra­li­en, Indi­en oder Spa­ni­en: prak­tisch von über­all her, nur nicht aus Wuhan“ (Filip­po San­tel­li, in: La Repub­bli­ca, 9. Dezem­ber 2020).

    Das Mega­phon der Pekin­ger Pro­pa­gan­da ist die Glo­bal Times, eine eng­lisch­spra­chi­ge Tages­zei­tung, die vom offi­zi­el­len Pres­se­or­gan der Kom­mu­ni­sti­schen Par­tei Chi­nas her­aus­ge­ge­ben wird. Ita­li­en wird zum Labo­ra­to­ri­um der Des­in­for­ma­ti­ons­stra­te­gien der chi­ne­si­schen Pro­pa­gan­da. Dies bele­gen die Daten des ita­lie­ni­schen Unter­neh­mens Alke­my, das im März 2020 die Mobi­li­sie­rung Tau­sen­der „Bots“ auf Twit­ter ent­hüll­te, um die chi­ne­si­sche Bot­schaft in Rom zu unter­stüt­zen. 46,3 % der zwi­schen dem 11. und 23. März ver­öf­fent­lich­ten Posts mit dem Hash­tag #for­za­Ci­na­eIta­lia (VorwärtsChina+Italien) sei­en das Werk von auto­ma­ti­schen Pro­fi­len gewe­sen, sowie 37,1 % der im sel­ben Zeit­raum ver­öf­fent­lich­ten Posts mit dem Hash­tag #gra­zie­Ci­na (Dank­e­Chi­na).

    Der Sicher­heits­be­richt über die Infor­ma­ti­ons­po­li­tik 2020 des ita­lie­ni­schen Geheim­dien­stes, der am 1. März 2021 dem Par­la­ment vor­ge­legt wur­de, mel­det die „Ver­wen­dung der kom­bi­nier­ten Nut­zung von Des­in­for­ma­ti­ons­kam­pa­gnen und Cyber-Attacken durch die wich­tig­sten feind­li­chen Akteu­re staat­li­cher Matrix, mit denen die emo­tio­na­le, durch die Gesund­heits­kri­se ver­ur­sach­te Wel­le aus­ge­nützt wird, um die Pan­de­mie in einen lang­fri­sti­gen stra­te­gi­schen Vor­teil zu ver­wan­deln“ (hier).

    In der chi­ne­si­schen Pro­pa­gan­da gibt es zwei, wenn auch wider­sprüch­li­che Paro­len: erstens, die Epi­de­mie sei nur eine „schwe­re Grip­pe“; zwei­tens, das Virus sei in ame­ri­ka­ni­schen Labors her­ge­stellt wor­den. Die fra­gi­le The­se eines ame­ri­ka­ni­schen bak­te­rio­lo­gi­schen Angriffs wird flan­kiert von der ver­füh­re­ri­sche­ren The­se einer Medi­en­ope­ra­ti­on, um die Welt in Rich­tung Welt­ein­heits­re­gie­rung zu drän­gen. Eine west­li­che Finan­zo­lig­ar­chie habe die Pan­de­mie pro­du­ziert und kon­trol­lie­re ihre Aus­brei­tung mit dem Ziel, die Mensch­heit einer glo­ba­len Ein­heits­re­gie­rung zu unter­wer­fen. Bill Gates wird zur sym­bo­li­schen Figur die­ser Operation.

    Die Rolle von Bill Gates und Big Pharma

    Die Bill & Melin­da Gates Foun­da­ti­on ist der pri­va­te Haupt­spon­sor der WHO und unter­stützt inter­na­tio­na­le Kon­sor­ti­en wie die EcoHe­alth Alli­an­ce von Peter Daszak und die Gavi Alli­an­ce, eine glo­ba­le Orga­ni­sa­ti­on für die Koope­ra­ti­on zwi­schen öffent­li­chen und pri­va­ten Ein­rich­tun­gen, die sich zum Ziel gesetzt hat, die „Immu­ni­sie­rung für alle“ zu gewähr­leisten.

    Bill Gates hat natür­lich auch finan­zi­el­le Inter­es­sen in Chi­na, ins­be­son­de­re in Wuhan. Es wäre sicher­lich wich­tig zu ver­ste­hen, wel­che Rol­le sie in der Pan­de­mie­ge­schich­te spie­len. Aber der beste Weg, um eine ernst­haf­te Unter­su­chung von Gates‘ Ver­ant­wor­tung zu dis­kre­di­tie­ren, besteht dar­in, phan­ta­sie­vol­le Anschul­di­gun­gen gegen ihn zu schü­ren, wie etwa die Pla­nung der Pan­de­mie, um Impf­stof­fe zu ver­kau­fen, in die ein Mikro­chip ein­ge­bet­tet ist, um die Welt­be­völ­ke­rung zu kon­trol­lie­ren. Das machen jene, die den Ursprung des Coro­na­vi­rus mit Event 201 in Ver­bin­dung brin­gen, jenem Tref­fen am 18. Okto­ber 2019 im Pierre Hotel in New York, wo die Bill & Melin­da Gates Foun­da­ti­on, das Johns Hop­kins Cen­ter for Health Secu­ri­ty und das Welt­wirt­schafts­fo­rum die Simu­la­ti­on einer Pan­de­mie durch­führ­ten, die durch ein Coro­na­vi­rus ver­ur­sacht wird. Bei die­sem Tref­fen sind sich Exper­ten einig, daß es nur eine Fra­ge der Zeit sei, bis eine Epi­de­mie glo­bal wird. Das Sze­na­rio sagt jedoch eine ganz ande­re Pan­de­mie vor­aus, als sie eini­ge Mona­te spä­ter auf­tritt: Tat­säch­lich geht es davon aus, daß die Ansteckung von Bra­si­li­en aus­geht, in andert­halb Jah­ren 65 Mil­lio­nen Tote ver­ur­sacht und dann natür­lich ausläuft.

    Im Juni 2020, als die Pan­de­mie im Gan­ge war, spricht Klaus Schwab, Grün­der des Welt­wirt­schafts­fo­rums, auch bekannt als „Davos Forum“, über die „gro­ße Chan­ce“, die die Pan­de­mie für eine „gro­ße Trans­for­ma­ti­on“ oder den „Gre­at Reset“ bie­tet, d. h. einen Reor­ga­ni­sa­ti­ons­plan des durch das Virus zutiefst desta­bi­li­sier­ten Welt­wirt­schafts- und Sozi­al­sy­stems (hier).

    Der „Gre­at Reset“ ist kein sehr gehei­mer Plan, wenn am 20. Novem­ber die ame­ri­ka­ni­sche Zeit­schrift Time ihm die Titel­sei­te wid­met und Schwab selbst ihn in dem Buch „Covid-19: The Gre­at Reset“ vor­legt, das er zusam­men mit Thier­ry Mal­leret geschrie­ben hat (Robert Daff, 2020, dt. Aus­ga­be: Covid-19: Der gro­ße Umbruch, Forum Publi­shing, 2020).

    Die­se Fak­ten bestä­ti­gen zwei­fel­los die Auf­merk­sam­keit der inter­na­tio­na­len „star­ken Mäch­te“ an dem Pan­de­mie-The­ma. Aber sie bewei­sen in kei­ner Wei­se, daß die Finan­zo­lig­ar­chie des Pla­ne­ten die Pan­de­mie am grü­nen Tisch geplant hat. Wer einen bio­lo­gi­schen Angriff orga­ni­siert, ver­an­stal­tet kei­ne Kon­fe­ren­zen, um sei­ne Pro­gram­me ans Licht zu brin­gen, son­dern ver­sucht sie auf jede Wei­se zu ver­ber­gen, wie es zur glei­chen Zeit in Chi­na der Fall war.

    Hin­ge­gen wahr­schein­lich ist, daß Gates, Schwab und die ande­ren Män­ner des inter­na­tio­na­len Estab­lish­ments, dank ihrer ver­trau­li­chen Infor­ma­ti­ons­ka­nä­le, über die ame­ri­ka­ni­schen und chi­ne­si­schen Expe­ri­men­te Bescheid wuß­ten und auch von der Mög­lich­keit, daß ter­ro­ri­sti­sche Grup­pen bio­lo­gi­sche Waf­fen ein­set­zen könn­ten. Mili­tär­la­bo­re auf der gan­zen Welt haben trotz der Äch­tung nie auf­ge­hört, sich auf die bio­lo­gi­sche Kriegs­füh­rung vor­zu­be­rei­ten. Es erscheint logisch, daß Bill Gates, der den Aus­bruch einer Pan­de­mie vor­her­sag­te, sich dar­auf vor­be­rei­tet hat, indem er sich der Her­stel­lung von Medi­ka­men­ten und anti­vi­ra­len Impf­stof­fen wid­me­te. Die Gates Foun­da­ti­on finan­ziert Moder­na seit 2016 (hier) und hat im Sep­tem­ber 2019 55 Mil­lio­nen in Bio­n­tech inve­stiert, und das sicher nicht mit phil­an­thro­pi­schem Geist, son­dern um dar­aus Macht und Gewin­ne zu zie­hen. Bis 2020 kon­zen­trier­te sich Big Phar­ma, so der Name, mit dem der Kom­plex der welt­weit größ­ten Phar­ma­un­ter­neh­men bezeich­net wird, aber nicht auf Impf­stof­fe, son­dern auf die Ent­wick­lung von Krebs­me­di­ka­men­ten. Das Inter­es­se der Phar­ma­un­ter­neh­men an einer fort­schrei­ten­den „Medi­zi­na­li­sie­rung“ der Gesell­schaft ist eben­so offen­sicht­lich wie die Kom­pli­zen­schaft jener Wis­sen­schafts­ge­mein­schaft, die in das lukra­ti­ve Geschäft mit rekom­bi­nan­ten DNA-Tech­ni­ken und Gain-of-func­tion-Stra­te­gien ver­wickelt ist (Trit­to, S. 161). Das bedeu­tet nicht, daß sie Teil eines „Makro-Kom­plotts“ sind. Der Wis­sen­schafts­jour­na­list Ste­fa­no Cin­go­la­ni doku­men­tier­te in „La guer­ra fred­da dei vac­ci­ni“ („Der Kal­te Krieg der Impf­stof­fe“, in: Il Foglio, 15. Mai 2021), wie wäh­rend der Covid-19-Epi­de­mie „die größ­ten Phar­ma­un­ter­neh­men von klei­ne­ren Kon­kur­ren­ten deklas­siert wur­den, wäh­rend sich win­zi­ge Unter­neh­men, kaum mehr als spe­zia­li­sier­te Labors, eta­blier­ten“; „selbst Big Phar­ma wur­de von Covid-19 über­rascht. GSK, das sind Gla­x­oS­mit­h­Kli­ne (Anglo­ame­ri­ka­ner), Merck (Deutsch), Sano­fi (Fran­zö­sisch), Novar­tis und Roche (Schweiz), sechs der größ­ten Unter­neh­men, blie­ben auf der Strecke“.

    Das Aus­maß der auf dem Spiel ste­hen­den Inter­es­sen kann den Kurs­wech­sel der WHO erklä­ren, der nach dem Klein­re­den der Pan­de­mie seit März 2020 mit schwan­ken­den und oft wider­sprüch­li­chen Aus­sa­gen dazu über­geht, sie auf­zu­bau­schen. Chi­na ist der poli­ti­sche Bezugs­punkt der WHO, doch Bill Gates ist ihr pri­va­ter Haupt­spon­sor, der durch eine star­ke Beto­nung der Pan­de­mie die Gewin­ne der mit ihm ver­bun­de­nen Phar­ma­un­ter­neh­men zu maxi­mie­ren ver­sucht. Der Wett­be­werb zwi­schen den Impf­stoff­her­stel­lern ist sicher gna­den­los. Neben den wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen die­ser Unter­neh­men gibt es auch die des Finanz­ka­pi­tals, denn Phar­ma­un­ter­neh­men müs­sen bei der For­schung und der Ver­mark­tung ihrer Pro­duk­te unter­stützt wer­den. Wenn wir die­sen Ereig­nis­sen jedoch den Cha­rak­ter einer „Ursa­che“ der Pan­de­mie zuschrei­ben, lau­fen wir Gefahr, Ursa­che und Wir­kung zu ver­wech­seln, was einer der typi­schen Denk­feh­ler ist, die Ari­sto­te­les in sei­nen Sophi­sti­schen Wider­le­gun­gen kri­ti­siert (Orga­non, 2. Aufl., Holz­in­ger, 2013).

    Die Desinformationskampagne von QAnon

    Laut unkon­trol­lier­ten Gerüch­ten, die von rus­si­scher und chi­ne­si­scher Pro­pa­gan­da ange­heizt wer­den, wären die von pro­gres­si­ven oder kon­ser­va­ti­ven Regie­run­gen auf der gan­zen Welt emp­foh­le­nen restrik­ti­ven Maß­nah­men wie Lock­down, Mas­ken und sozia­le Distan­zie­rung Instru­men­te und Sym­bo­le einer west­li­chen Ver­schwö­rung zur Auf­he­bung der indi­vi­du­el­len Frei­hei­ten und Aus­übung sozia­ler Kon­trol­le über die Mensch­heit. Seit März 2020, als wenig oder nichts über das neue Coro­na­vi­rus bekannt ist, ent­wickeln sich euro­pa­weit Demon­stra­tio­nen gegen die Maß­nah­men der Regie­run­gen (hier), ange­führt von frag­wür­di­gen Per­sön­lich­kei­ten wie Robert F. Ken­ne­dy jr, offi­zi­el­ler Red­ner bei der Demon­stra­ti­on am 29. August in Ber­lin (hier) und David Icke, dem ehe­ma­li­gen bri­ti­schen Fuß­ball­spie­ler, der dafür bekannt wur­de, daß er mein­te, die Welt wer­de von Rep­ti­li­en kon­trol­liert (Child­ren of the Matrix. How an Inter­di­men­sio­nal Race Has Con­trol­led the World for Thousands of Years – and Still Does, Bridge of Love, 2001), und einer der Pro­mo­to­ren und Red­ner der Lon­do­ner Ver­an­stal­tun­gen 2020 war (hier).

    Noch beun­ru­hi­gen­der ist der Ein­stieg von QAnon, einem bevor­zug­ten Instru­ment der rus­si­schen und chi­ne­si­schen Des­in­for­ma­ti­on. Die­se Bewe­gung ent­stand im Herbst 2017 nach der Wahl von Donald Trump ins Wei­ße Haus, als eine Rei­he von Nach­rich­ten eines sich selbst „Q“ nen­nen­den Nut­zers auf dem 4chan-Forum ver­öf­fent­licht wur­de. Der Autor die­ser Nach­rich­ten behaup­tet, ein hoch­ran­gi­ger Regie­rungs­be­am­ter der Auto­ri­sie­rungs­stu­fe „Q“ zu sein, die ihm Zugang zu streng gehei­men Infor­ma­tio­nen der natio­na­len Sicher­heit ermög­li­chen würde.

    Laut QAnons Erzäh­lung gibt es eine Ver­schwö­rung, die von fehl­ge­lei­te­ten Geheim­dien­sten und inter­na­tio­na­len Öl- und Waf­fen­lob­bys aus­geht. Die­se Olig­ar­chen bil­den einen „Deep Sta­te“, auch defi­niert durch den Begriff „Cabal“, eine Kaba­le, die das abso­lu­te Böse ver­kör­pert, ein Staat im Staat, der sich im Lau­fe der Jahr­zehn­te in die Appa­ra­te von Poli­tik, Wirt­schaft, Tech­no­lo­gie und mili­tä­ri­schen Struk­tu­ren ein­ge­schli­chen hat und fehl­ge­lei­te­te Geheim­dien­ste, orga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät und Dro­gen­händ­ler mit ein­schließt, und die Adep­ten einer okkul­ten Orga­ni­sa­ti­on sind, die der Pädo­phi­lie und dem Sata­nis­mus ver­schrie­ben ist und sogar Men­schen­op­fer bringt.

    Ein Bericht des Sou­fan Cen­ter, eines natio­na­len Sicher­heits­for­schungs­zen­trums in New York, zeigt, daß Ruß­land und Chi­na die sozia­le Pro­pa­gan­da der QAnon-Ver­schwö­rung (hier) anhei­zen. „Ruß­land wird oft als der fähig­ste und fort­schritt­lich­ste exter­ne Des­in­for­ma­ti­ons-Motor ange­se­hen. Inter­es­san­ter­wei­se zeigt unse­re Ana­ly­se jedoch, daß Chi­na der­zeit der Staat ist, der am mei­sten dar­an betei­ligt ist, die Erzäh­lun­gen von QAnon auf Face­book zu ver­brei­ten. Im Jahr 2020 stamm­ten 44 % der exter­nen Posts aus Ruß­land, 42 % aus Chi­na, 13 % aus dem Iran und 1 % aus Sau­di-Ara­bi­en. Wäh­rend rus­si­sche Admi­ni­stra­to­ren in der ersten Hälf­te des Jah­res 2020 den Bereich des aus­län­di­schen Ein­flus­ses in den Online-Erzäh­lun­gen von QAnon domi­nier­ten, begann Chi­na ab März letz­ten Jah­res sei­ne Des­in­for­ma­ti­ons­kam­pa­gne schnell aus­zu­wei­ten. (…) Nach unse­ren Infor­ma­tio­nen wur­de Ruß­land als Haupt­quel­le des aus­län­di­schen Ein­flus­ses im Inter­net Ende Sep­tem­ber 2020 von Chi­na über­holt, ins­be­son­de­re in Bezug auf QAnon-Erzäh­lun­gen. Die­se Trend­li­nie setz­te sich bis 2021 fort. Vom 1. Janu­ar bis 28. Febru­ar 2021 stamm­ten 58 % der Posts von Admi­ni­stra­to­ren aus Chi­na, mehr als dop­pelt so viel als von rus­si­schen Admi­ni­stra­to­ren. Chi­nas Ziel ist es höchst­wahr­schein­lich, wei­te­re Zwie­tracht und Spal­tung unter der ame­ri­ka­ni­schen Bevöl­ke­rung zu säen“ (Quan­ti­fy­ing the Q Con­spi­ra­cy: A Data-Dri­ven Approach to Under­stan­ding the Thre­at Posing by QAnon, The Sou­fan Cen­ter, April 2021, S. 26) (hier).

    QAnon hat ein uner­war­te­tes Publi­kum, auch in den Krei­sen des katho­li­schen Tra­di­tio­na­lis­mus und der poli­ti­schen extre­men Rech­ten. Einer sei­ner Anhän­ger, Cesa­re Sac­chet­ti, häm­mert auf sei­nem Blog The Eye of the Need­le, daß die Coro­na­vi­rus-Pan­de­mie nicht exi­stie­re, son­dern nur ein Pro­pa­gan­da­in­stru­ment der Finan­zo­lig­ar­chien sei, um die Gesund­heits­dik­ta­tur durch­zu­set­zen: „Die Dik­ta­tur grün­det im Grun­de auf der Angst vor dem ‚töd­li­chen‘ Virus. Wenn nach und nach allen klar wird, daß es da drau­ßen kei­nen gefähr­li­chen Erre­ger gibt, ist die Illu­si­on der Pan­de­mie sofort erlo­schen. (…) Wer auf­hört, Angst vor dem Virus zu haben, hört auf, Mas­ken zu tra­gen. Wenn kei­ne Mas­ken mehr getra­gen wer­den, wer­den die Grund­la­gen der Dik­ta­tur unter­gra­ben.“ Die Coro­na­vi­rus-Ope­ra­ti­on wäre kon­zi­piert wor­den, um die Welt in Rich­tung der Eine-Welt-Regie­rung zu zie­hen, und „ist voll von Hin­wei­sen auf die Zahl 6, die in der Welt des Sata­nis­mus eine genaue Bedeu­tung hat. In eini­gen US-Bun­des­staa­ten wur­de der Abstand von 6 Fuß vor­ge­schrie­ben. In Ita­li­en wur­de auf­er­legt, sechs Per­so­nen in den Häu­sern nicht zu über­schrei­ten und nicht mehr als sechs Per­so­nen im Restau­rant zu haben. Vor kur­zem wur­den in Mai­land und Turin T‑Red-Ampeln instal­liert, und die für Straf­tä­ter vor­ge­se­he­ne Sank­ti­on beträgt bis zu 666 Euro, eine Zahl, die offen an das Sym­bol des Tie­res erin­nert, das in der Apo­ka­lyp­se an der Spit­ze der Neu­en Welt­ord­nung ste­hen wird“ (25. Okto­ber 2020).

    Desinformation und psychologische Destabilisierung

    Des­in­for­ma­ti­on ist Teil eines hyper­ver­netz­ten Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sy­stems, in dem es unmög­lich ist, ange­sichts eines uner­war­te­ten Ereig­nis­ses wie der Gesund­heits­epi­de­mie irgend­ei­ne Form der Ana­ly­se und Kon­trol­le der Nach­rich­ten aus­zu­üben. Ein Bericht des Cen­sis Rese­arch Insti­tu­te stellt fest: „Einst gab es Kom­mu­ni­ka­ti­ons­agen­tu­ren, Nach­rich­ten­agen­tu­ren, Repor­ter, die die Nach­rich­ten für Zei­tun­gen, Fern­se­hen, Radio fil­ter­ten und für die Ver­läß­lich­keit und Qua­li­tät der Nach­rich­ten bürg­ten. Mit dem Web hat sich die Lie­fer­ket­te der Kom­mu­ni­ka­ti­on erwei­tert und ver­kürzt, sodaß Pro­duk­ti­on, Ver­tei­lung und Kon­sum nun zusam­men­fal­len: Im Netz­werk sind es die End­nut­zer selbst, die die Nach­rich­ten pro­du­zie­ren und tei­len, indem sie sie im Web in einem Demo­kra­ti­sie­rungs­pro­zeß ver­brei­ten, an dem alle teil­ha­ben. Ein Pro­zeß, der Frei­heit und Plu­ra­lis­mus garan­tiert, aber auch eine Kehr­sei­te der Medail­le hat, denn in der kur­zen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ket­te über das Web sind Ver­mitt­ler über­sprun­gen wor­den, die eine Über­prü­fung und Aus­wahl von Nach­rich­ten gewähr­lei­sten“ (hier).

    Es soll­te hin­zu­ge­fügt wer­den, daß SARS-CoV‑2 seit sei­nem Auf­tre­ten in der öffent­li­chen Mei­nung hef­ti­ge Kon­tro­ver­sen aus­ge­löst hat. Die erste gro­ße Kon­tro­ver­se betrifft „Gesund­heits­par­tei“ ver­sus „Wirt­schafts­par­tei“. Für die erste Par­tei ist der Lock­down die ein­zig mög­li­che Maß­nah­me zur Ein­däm­mung der Pan­de­mie; für zwei­te­re hat die­ser für die Wirt­schaft ver­hee­ren­de­re Fol­gen als Covid selbst.

    In Wirk­lich­keit tre­ten, wie der Sozio­lo­ge Luca Ricol­fi fest­stellt, die ver­hee­rend­sten Fol­gen des Coro­na­vi­rus SARS-CoV‑2 weder im Bereich der Gesund­heit noch der Wirt­schaft auf, son­dern auf psy­cho­lo­gi­scher Ebe­ne. In der Tat ist das Ter­rain, auf dem die radi­kal­sten Ver­än­de­run­gen statt­fin­den, die Art und Wei­se, wie unser Ver­stand funk­tio­niert. Eine wach­sen­de Unsi­cher­heit, die „nicht nur die Schwie­rig­keit der Zukunfts­pla­nung“ betrifft, son­dern „ein all­ge­mei­ner Zustand men­ta­ler Anar­chie“ ist.

    Das durch Covid aus­ge­lö­ste Regime men­ta­ler Anar­chie, so Ricol­fi, ist gefähr­lich für den sozia­len Zusam­men­halt, weil das gesell­schaft­li­che Leben auf gemein­sa­men Regeln und Mustern der Rea­li­täts­wahr­neh­mung basiert, „aber auch gefähr­lich für das psy­chi­sche Gleich­ge­wicht des ein­zel­nen, denn eine Welt, in der jeder sieht, was er sehen möch­te, unab­hän­gig davon, was ande­re sehen, ist höchst ver­äng­sti­gend, kon­flikt­haft und desta­bi­li­sie­rend“ (Come il Covid sta cam­bi­an­do le nost­re vite, [Wie Covid unser Leben ver­än­dert], in: Il Mess­ag­ge­ro, 5. Sep­tem­ber 2020).

    Des­in­for­ma­ti­ons­kam­pa­gnen tra­gen zur psy­cho­lo­gi­schen Desta­bi­li­sie­rung bei, die wie­der­um den Kampf der Ideen bedingt. Und die Ideen wie­der­um wer­den von tie­fen, oft unkon­trol­lier­ba­ren Ten­den­zen getrieben.

    (Fort­set­zung folgt.)

    *Rober­to de Mattei, Histo­ri­ker, Vater von fünf Kin­dern, Pro­fes­sor für Neue­re Geschich­te und Geschich­te des Chri­sten­tums an der Euro­päi­schen Uni­ver­si­tät Rom, Vor­sit­zen­der der Stif­tung Lepan­to, Autor zahl­rei­cher Bücher, zuletzt in deut­scher Über­set­zung: Ver­tei­di­gung der Tra­di­ti­on: Die unüber­wind­ba­re Wahr­heit Chri­sti, mit einem Vor­wort von Mar­tin Mose­bach, Alt­öt­ting 2017 und Das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil. Eine bis­lang unge­schrie­be­ne Geschich­te, 2. erw. Aus­ga­be, Bobin­gen 2011.

    Bücher von Prof. Rober­to de Mattei in deut­scher Über­set­zung und die Bücher von Mar­tin Mose­bach kön­nen Sie bei unse­rer Part­ner­buch­hand­lung beziehen.

    Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
    Bild: Cor­ris­pon­den­za Romana


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    1 Kommentar

    1. .….…die Welt wer­de von Rep­ti­li­en kontrolliert.…..
      Das ist doch die Wahr­heit, ist doch die schö­ne Schlan­ge im Para­dies ein Reptil.

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