Veritas liberabit vos

Der Aufruf im Wortlaut

Mit einem dramatischen Aufruf haben sich hochrangige Kirchenvertreter an die Öffentlichkeit gewandt.
Mit einem dramatischen Aufruf haben sich hochrangige Kirchenvertreter an die Öffentlichkeit gewandt.

Meh­re­re Kar­di­nä­le, dar­un­ter Ger­hard Kar­di­nal Mül­ler und Joseph Kar­di­nal Zen, sowie Bischö­fe wie Msgr. Car­lo Maria Viganò, Msgr. Atha­na­si­us Schnei­der und Msgr. Mari­an Ele­gan­ti haben sich wegen der Coro­na-Maß­nah­men mit dem Auf­ruf Veri­tas libe­ra­bit vos an die Katho­li­ken und alle Men­schen guten Wil­lens gewandt, in dem sie zur Wach­sam­keit auf­for­dern und davor war­nen, daß eine Grup­pe die aktu­el­le Lage nüt­zen könn­te, nach der Welt­herr­schaft zu grei­fen. WIr doku­men­tie­ren den Auf­ruf im Wortlaut:

Veritas liberabit vor – Die Wahrheit wird euch freimachen.

In einer Zeit schwer­ster Kri­se erach­ten wir Hir­ten der katho­li­schen Kir­che, auf­grund unse­res Auf­trags, es als unse­re hei­li­ge Pflicht, einen Appell an unse­re Mit­brü­der im Bischofs­amt, an den Kle­rus, die Ordens­leu­te, das hei­li­ge Volk Got­tes und alle Män­ner und Frau­en guten Wil­lens zu rich­ten. Die­ser Auf­ruf wur­de auch von Intel­lek­tu­el­len, Medi­zi­nern, Anwäl­ten, Jour­na­li­sten und ande­ren Fach­leu­ten unter­zeich­net, die dem Inhalt zustim­men; er kann von den­je­ni­gen unter­zeich­net wer­den, die sich ihn zu eigen machen möchten.

Es sind Tat­sa­chen, dass unter dem Vor­wand der Covid-19-Epi­de­mie in vie­len Fäl­len unver­äu­ßer­li­che Rech­te der Bür­ger ver­letzt und ihre Grund­frei­hei­ten unver­hält­nis­mä­ßig und unge­recht­fer­tigt ein­ge­schränkt wur­den, ein­schließ­lich des Rechts auf Reli­gi­ons­frei­heit, freie Mei­nungs­äu­ße­rung und Frei­zü­gig­keit. Die öffent­li­che Gesund­heit darf und kann kein Ali­bi wer­den, um die Rech­te von Mil­lio­nen von Men­schen auf der gan­zen Welt zu ver­let­zen, geschwei­ge denn, um die Zivil­be­hör­den von ihrer Pflicht zu befrei­en, klug für das Gemein­wohl zu han­deln. Dies gilt umso dring­li­cher, je mehr Zwei­fel von ver­schie­de­nen Sei­ten an der tat­säch­li­chen Ansteckungs­ge­fahr, der Gefahr, sowie der Resi­stenz des Virus laut wer­den: Vie­le maß­geb­li­che Stim­men in der Welt der Wis­sen­schaft und Medi­zin bestä­ti­gen, dass die­ser Alar­mis­mus sei­tens der Medi­en gegen­über Covid-19 in kein­ster Wei­se gerecht­fer­tigt zu sein scheint.

Wir haben Grund zu der Annah­me – und das auf Grund­la­ge offi­zi­el­ler Daten der Epi­de­mie in Bezug auf die Anzahl der Todes­fäl­le – dass es Kräf­te gibt, die dar­an inter­es­siert sind, in der Bevöl­ke­rung Panik zu erzeu­gen. Auf die­se Wei­se wol­len sie dau­er­haft For­men inak­zep­ta­bler Frei­heits­be­gren­zung und der damit ver­bun­de­nen Kon­trol­le über Per­so­nen und der Ver­fol­gung all ihrer Bewe­gun­gen durch­set­zen. Die­se illi­be­ra­len Steue­rungs­ver­su­che sind der beun­ru­hi­gen­der Auf­takt zur Schaf­fung einer Welt­re­gie­rung, die sich jeder Kon­trol­le entzieht.

Wir glau­ben auch, dass in eini­gen Situa­tio­nen die ergrif­fe­nen Ein­däm­mungs­maß­nah­men, ein­schließ­lich der Ein­stel­lung kom­mer­zi­el­ler Akti­vi­tä­ten, zu einer Kri­se geführt haben, die gan­ze Wirt­schafts­sek­to­ren nie­der­ge­schla­gen haben. Dies wie­der­um för­dert eine Ein­mi­schung von frem­den Mäch­ten und hat schwer­wie­gen­de sozia­le und poli­ti­sche Auswirkungen.

Die­se For­men des Social Engi­nee­ring müs­sen von denen, die Regie­rungs­ver­ant­wor­tung tra­gen, ver­hin­dert wer­den, indem Maß­nah­men zum Schutz der Bür­ger ergrif­fen wer­den, deren Ver­tre­ter sie sind und in deren Inter­es­sen sie zu han­deln haben, wie es ihre ern­ste Pflicht ist. Sie müs­sen der Fami­lie, der Zel­le der Gesell­schaft, hel­fen und ver­mei­den, schwa­che und älte­re Men­schen unan­ge­mes­sen zu bestra­fen und sie zu schmerz­haf­ten Tren­nun­gen von Ange­hö­ri­gen zu zwin­gen. Die Kri­mi­na­li­sie­rung per­sön­li­cher und sozia­ler Bezie­hun­gen muss als inak­zep­ta­bler Bestand­teil eines Pro­jekts beur­teilt wer­den, mit dem die Iso­la­ti­on von Per­so­nen geför­dert wird, um die­se bes­ser mani­pu­lie­ren und kon­trol­lie­ren zu können.

Wir for­dern die wis­sen­schaft­li­che Gemein­schaft auf, dafür zu sor­gen, dass die medi­zi­ni­sche Behand­lung von Covid-19, in auf­rich­ti­ger Sor­ge um das Gemein­wohl geför­dert und daher sorg­fäl­tigst ver­mie­den wird, dass zwei­fel­haf­te Wirt­schafts­in­ter­es­sen die Ent­schei­dun­gen der Regie­run­gen und inter­na­tio­na­len Behör­den beein­flus­sen. Es ist nicht sinn­voll, einer­seits Arz­nei­mit­tel, die sich als wirk­sam erwie­sen haben und oft­mals kosten­gün­stig sind, zu äch­ten, und ande­rer­seits Behand­lun­gen oder Impf­stof­fen Vor­rang ein­zu­räu­men, die Phar­ma­un­ter­neh­men höhe­re Gewin­ne garan­tie­ren, aber nicht glei­cher­ma­ßen wirk­sam sind.

Damit erhö­hen sich die Kosten für die öffent­li­che Gesund­heit. Wir erin­nern als Hir­ten dar­an, dass es für Katho­li­ken mora­lisch inak­zep­ta­bel ist, sich mit Impf­stof­fen behan­deln zu las­sen, zu deren Her­stel­lung Mate­ri­al von abge­trie­be­nen Föten ver­wen­det wird.

Wir for­dern die Regie­ren­den außer­dem auf, dafür zu sor­gen, dass For­men der Kon­trol­le von Men­schen auf Streng­ste ver­mie­den wer­den, sei es durch Tra­cing­sy­ste­me, sei es in durch irgend­wel­che ande­ren Arten der Loka­li­sie­rung. Der Kampf gegen Covid-19, so ernst er auch sein mag, darf nicht als Vor­wand zur Unter­stüt­zung unkla­rer Absich­ten supra­na­tio­na­ler Ein­hei­ten die­nen, die sehr star­ke poli­ti­sche und wirt­schaft­li­che Inter­es­sen ver­fol­gen. Ins­be­son­de­re muss den Bür­gern die Mög­lich­keit gege­ben wer­den: Ein­schrän­kun­gen der per­sön­li­chen Frei­hei­ten abzu­leh­nen, sich straf­frei einer dro­hen­den Impf­pflicht zu ent­zie­hen, sowie Tra­cing­sy­ste­me oder ähn­li­che Instru­men­ta­ri­en nicht zu benutzen.

Die­je­ni­gen, die eine Poli­tik der dra­sti­schen Bevöl­ke­rungs­re­du­zie­rung ver­fol­gen, und sich gleich­zei­tig als Ret­ter der Mensch­heit prä­sen­tie­ren — noch dazu ohne irgend­ei­ne poli­ti­sche oder sozia­le Legi­ti­mie­rung — befin­den sich im offen­sicht­li­chen Wider­spruch zu sich selbst.

Letzt­end­lich kann die poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung der­je­ni­gen, die das Volk ver­tre­ten, auf kei­nen Fall Exper­ten über­tra­gen wer­den, die — und das ist für­wahr beun­ru­hi­gend — für sich selbst For­men der straf­recht­li­chen Immu­ni­tät fordern.

Wir wen­den uns ein­dring­lich an die Medi­en, auf dass sie sich sich aktiv um eine kor­rek­te Infor­ma­ti­ons­wei­ter­ga­be bemü­hen, in der Dis­sens mög­lich ist und nicht, wie mitt­ler­wei­le in den sozia­len Medi­en, in der Pres­se und und Im Fern­se­hen weit ver­brei­tet, mit einer Art von Zen­sur bestraft wird. Kor­rek­te Infor­ma­ti­ons­wei­ter­ga­be bedeu­tet, dass auch ande­ren, von der all­ge­mein vor­herr­schen­den Mei­nung abwei­chen­den Stim­men Raum gege­ben wird. So gesteht man den Bür­gern zu, die Fak­ten selbst­be­wußt bewer­ten zu kön­nen und nicht von star­ken Wort­mel­dun­gen derer, die Par­tei sind, beein­flusst zu wer­den. Eine demo­kra­ti­sche und ehr­li­che Kon­fron­ta­ti­on ist das beste Gegen­mit­tel gegen das Risi­ko sub­ti­ler For­men der Dik­ta­tur, ver­mut­lich noch schlim­me­re als jene, die unse­re Gesell­schaft in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit hat ent­ste­hen und ver­ge­hen gesehen.

Las­sen Sie uns abschlie­ßend als Hir­ten, die für die Her­de Chri­sti ver­ant­wort­lich sind, dar­an den­ken, dass die Kir­che mit Nach­druck Auto­no­mie in der Lei­tung, im Got­tes­dienst und in der Ver­kün­di­gung bean­sprucht. Die­se Auto­no­mie und Frei­heit der Kir­che ist ein Grund­recht, das der Herr Jesus Chri­stus ihr gege­ben hat, damit sie die Zie­le ver­fol­gen kann, die ihr eigen sind. Aus die­sem Grund bean­spru­chen wir als Hir­ten nach­drück­lich das Recht, über die Fei­er der Hei­li­gen Mes­se und der Sakra­men­te unab­hän­gig ent­schei­den zu können.

Wir for­dern eben­so die Aner­ken­nung unse­rer unein­ge­schränk­ten Auto­no­mie in allen Ange­le­gen­hei­ten, die in unmit­tel­ba­re Zustän­dig­keit der kirch­li­chen Auto­ri­tät fal­len, wie z. B. die lit­ur­gi­schen Nor­men und die recht­li­chen Vor­ga­ben zur Spen­dung der hl. Kom­mu­ni­on und der Ver­wal­tung der Sakra­men­te. Der Staat hat kei­ner­lei Recht, sich aus irgend­ei­nem Grund in die Sou­ve­rä­ni­tät der Kir­che ein­zu­mi­schen. Kirch­li­che Auto­ri­tä­ten haben sich nie ver­wei­gert, mit dem Staat zusam­men­zu­ar­bei­ten, aber eine sol­che Zusam­men­ar­beit darf nicht bedeu­ten, dass sei­tens der Zivil­be­hör­den, ganz gleich in wel­cher Form, Ver­bo­te oder Ein­schrän­kun­gen des öffent­li­chen Got­tes­dien­stes und der Seel­sor­ge auf­ge­stellt wer­den. Got­tes Rech­te und die sei­ner Gläu­bi­gen sind das ober­ste Gesetz der Kir­che. Davon kann und will sie nicht abwei­chen. Wir for­dern, dass die Beschrän­kun­gen für die Fei­er öffent­li­cher Got­tes­dien­ste auf­ge­ho­ben werden.

Men­schen guten Wil­lens laden wir ein, sich der Pflicht zur Soli­da­ri­tät und dem Gemein­wohl aller – gemäß ihres Stan­des und ihrer Mög­lich­kei­ten – im Geist der brü­der­li­chen Näch­sten­lie­be nicht zu ent­zie­hen. Die­se von der Kir­che gewünsch­te Zusam­men­ar­beit kann jedoch weder von der Beach­tung des Natur­rechts, noch von der Gewähr­lei­stung der Frei­hei­ten des Ein­zel­nen getrennt wer­den. Die zivil­recht­li­chen Pflich­ten der Bür­ger impli­zie­ren die Aner­ken­nung ihrer Rech­te durch den Staat.

Wir sind alle zu einer Bewer­tung der gegen­wär­ti­gen Tat­sa­chen im Ein­klang mit der Leh­re des Evan­ge­li­ums auf­ge­ru­fen. Die­se beinhal­tet eine Kampf­ent­schei­dung: ent­we­der mit Chri­stus oder gegen Chri­stus! Las­sen wir uns nicht von denen ein­schüch­tern oder gar erschrecken, die uns glau­ben machen wol­len, wir sei­en nur eine Min­der­heit: Das Gute ist viel wei­ter ver­brei­tet und mäch­ti­ger als das, was die Welt uns weis machen will. Wir kämp­fen gegen einen unsicht­ba­ren Feind, der die Bür­ger unter­ein­an­der, die Kin­der von ihren Eltern, Enkel­kin­der von Groß­el­tern, Gläu­bi­ge von ihren Seel­sor­gern, Schü­ler von Leh­rern und Kun­den von Ver­käu­fern trennt. Wir las­sen nicht zu, dass Jahr­hun­der­te christ­li­cher Zivi­li­sa­ti­on unter dem Vor­wand eines Virus aus­ge­löscht wer­den, um eine hass­erfüll­te tech­no­kra­ti­sche Tyran­nei zu begrün­den, in der Men­schen, deren Namen und Gesich­ter man nicht kennt, über das Schick­sal der Welt ent­schei­den kön­nen, um uns in einer nur vir­tu­el­len Wirk­lich­keit ein­zu­schlie­ßen. Wenn dies der Plan ist, mit Hil­fe des­sen uns die Mäch­ti­gen der Erde beu­gen wol­len, dann mögen sie wis­sen, dass Jesus Chri­stus, König und Herr der Geschich­te, ver­spro­chen hat, dass die Tore der Unter­welt nicht sie­gen wer­den (Mt 16,18).

Wir ver­trau­en die Regie­ren­den und all die­je­ni­gen, die das Schick­sal der Natio­nen len­ken, dem all­mäch­ti­gen Gott an, damit Er sie in die­sem schwe­ren Moment der Kri­se erleuch­te und füh­ren möge. Sie sol­len dar­an den­ken, dass, so wie der Herr uns Hir­ten, denen Sei­ne Her­de anver­traut ist, rich­ten wird, so wer­den auch die von Ihm gerich­tet wer­den, deren Pflicht es war, die Bevöl­ke­rung ihres Lan­des zu regie­ren und zu behüten.

Wir wol­len mit festem Glau­ben zum Herrn beten, damit Er die Kir­che und die Welt schüt­ze. Möge die aller­se­lig­ste Jung­frau, Hil­fe der Chri­sten, den Kopf der alten Schlan­ge zer­tre­ten und die Plä­ne all derer zunich­te machen, die Söh­ne der Fin­ster­nis sind.

Bild: Veri­tas libe­ra­bit vos

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