Ein marxistischer Heiliger für die Amazonassynode?

Der Vorschlag der brasilianischen Bischöfe

„Heiligenverehrung“ der besonderen Art: Der Comboni-Missionar und Marxist P. Ezechiele Ramin.
„Heiligenverehrung“ der besonderen Art: Der Comboni-Missionar und Marxist P. Ezechiele Ramin.

(Rom/Brasilia) In den ver­gan­ge­nen Jah­ren kam es zu eini­gen Sze­nen, die nicht nur Gläu­bi­ge irri­tier­ten. Dazu gehör­ten der Besuch von Papst Fran­zis­kus am Grab des Jesui­ten und Mar­xi­sten Luis Espi­nal und die unge­wöhn­li­che Selig­spre­chung von Bischof Enri­que Angel­el­li als „Mär­ty­rer“. Die Liste lie­ße sich fort­set­zen. Gemein­sam ist den Sze­nen ihre Affi­ni­tät zur poli­ti­schen Lin­ken mit Signal­wir­kung. Bra­si­li­ens Bischö­fe haben nun Papst Fran­zis­kus ersucht, im Zusam­men­hang mit der Ama­zo­nas­syn­ode einen Com­bo­ni-Mis­sio­nar zu den Altä­ren zu erhe­ben. Das Bin­de­glied zu den Vor­ge­nann­ten? Auch er war Marxist.

Im Vor­feld der umstrit­te­nen Son­der­syn­ode der Bischö­fe über das Ama­zo­nas-Becken, die von Papst Fran­zis­kus für kom­men­den Okto­ber ein­be­ru­fen wur­de, haben 200 bra­si­lia­ni­sche Bischö­fe das Kir­chen­ober­haupt mit einem Brief ersucht, den ita­lie­ni­schen Com­bo­ni-Mis­sio­nar Eze­chie­le Ramin als Mär­ty­rer anzu­er­ken­nen und damit selig­zu­spre­chen. Bra­si­li­en ist mit 276 Diö­ze­sen, die welt­weit größ­te Ortskirche.

Pan-Ama­zon Syn­od Watch fragt sich des­halb ungläu­big: „Ein mar­xi­sti­scher Hei­li­ger?“ Die Fra­ge könn­te auch umge­kehrt gestellt wer­den: Ein hei­li­ger Marxist?

Revolutionäres Engagement

P. Eze­chie­le Ramin starb 1985 in einem Hin­ter­halt, als er zusam­men mit mili­tan­ten Anhän­gern des Movi­men­to dos Sem Ter­ra MST (Bewe­gung der Land­lo­sen) eine Fazen­da beset­zen wollte.

Für einen beacht­li­chen Teil der bra­si­lia­ni­schen Ober­hir­ten ist Ramin eine „bedeu­ten­de Gestalt“. Er sol­le, so die 200 Bischö­fe, von Papst Fran­zis­kus zum „hei­li­gen Patron“ der Ama­zo­nas­syn­ode erklärt wer­den.

P. Ezechiele Ramin (1953-1985)
P. Eze­chie­le Ramin (1953–1985)

Pater Ramin wur­de 1953 im nord­ita­lie­ni­schen Padua gebo­ren. Bereits in sei­ner Jugend zeig­te er, so die Dar­stel­lung der Bischö­fe, ein star­kes „sozia­les Gewis­sen“. Sein Augen­merk habe der Bekämp­fung von Armut und Unter­drückung gegol­ten. Dar­aus sei sein Wunsch erwach­sen, durch die kon­kre­te Tat zu den Wur­zeln der Pro­ble­me vor­zu­drin­gen, um sie „zu lösen“. Als „Pro­ble­me“ habe er „die sozia­len und poli­ti­schen Struk­tu­ren“ erkannt, die „Ungleich­heit“ erzeugen. 

Anders aus­ge­drückt: Der jun­ge Ramin such­te bereits wäh­rend sei­ner Gym­na­si­al­zeit, in die das Jahr 1968 mit sei­nen Stu­den­ten­pro­te­sten fiel, Kon­takt zur außer­par­la­men­ta­ri­schen Lin­ken. 1970 schloß er sich der Sek­ti­on Flo­renz der Grup­pe Mani Tese (Aus­ge­streck­te Hän­de) an, wie sein Bio­graph, Rafa­el Vigo­lo (Pad­re Eze­quiel Ramin. Bio­gra­fia e Escri­tos, San Pao­lo 2018, S. 96) schreibt. In Flo­renz hat­te jene Sek­ti­on ihren Sitz, die sich am deut­lich­sten unter die Fah­ne des Mar­xis­mus gestellt hat­te. Auch Ramin zeig­te offen eine ent­spre­chen­de Neigung. 

Er war der eigent­li­che Autor des „Poli­ti­schen Doku­ments“, das von Mani Tese - Flo­renz im April 1972 ver­öf­fent­licht wur­de. Das Doku­ment wird heu­te offi­zi­ell als eine sei­ner Schrif­ten geführt. Es beab­sich­tig­te, den „poli­ti­schen Ein­satz“ der Sek­ti­on zu erklä­ren und mach­te kein Hehl aus der Nähe zu „Jugend­grup­pen mit revo­lu­tio­nä­rem Enga­ge­ment“ – und zwar in ihrer gan­zen Band­brei­te „von Regie­rungs­grup­pen bis zu Stu­den­ten­be­we­gun­gen“. Mit regie­rungs­na­hen, revo­lu­tio­nä­ren Jugend­grup­pen konn­ten nur offi­zi­el­le Jugend­or­ga­ni­sa­tio­nen der kom­mu­ni­sti­schen Par­tei­en der Ost­block­staa­ten und der Drit­ten Welt von Mos­kau über Prag bis Havan­na gemeint sein.

Ein Kapi­tel von Ramins „Doku­ment“ trägt den Titel „Nein zu Kapi­ta­lis­mus und Impe­ria­lis­mus“. Die­se Paro­le wur­de damals sowohl von der neo­mar­xi­sti­schen, nicht ortho­do­xen als auch von der ortho­do­xen, mos­kau­hö­ri­gen Lin­ken ver­tre­ten. Ramin skiz­zier­te unter die­ser Prä­mis­se eine „alter­na­ti­ve Gesell­schaft“. Der Text reicht von einer Situa­ti­ons­ana­ly­se, die den Kri­te­ri­en der mar­xi­sti­schen Dia­lek­tik folgt, bis zur Defi­ni­ti­on „einer mobi­li­sie­ren­den und inspi­rie­ren­den Uto­pie“, die in einem wei­te­ren Schritt in eine „poli­ti­schen und sozia­len Stra­te­gie“ zu mün­den habe.

Wört­lich schrieb Ramin:

„Der Mar­xis­mus nimmt vor allem die Struk­tu­ren ins Visier, und dann kon­stru­iert er sei­nen Dis­kurs durch die Ent­fal­tung einer histo­ri­schen Kraft, die in der Wirk­lich­keit ihren Aus­druck findet.“

Das Doku­ment schlägt daher „eine simul­ta­ne Revo­lu­ti­on in den Struk­tu­ren und im Bewußt­sein“ vor und folgert:

„Wir müs­sen“ im Rah­men einer „anti-kapi­ta­li­sti­schen Stra­te­gie eine Klas­sen­ent­schei­dung treffen“. 

Das Doku­ment emp­fiehlt eine „gewalt­freie Opti­on“. Unter „gewalt­frei“ ver­ste­hen die Autoren: „Gene­ral­streik“, „kei­ne Zusam­men­ar­beit mit den unge­rech­ten Struk­tu­ren“, „Boy­kott“ und „zivi­len Ungehorsam“.

Die marxistische Brille

Weni­ge Mona­te nach der Ver­öf­fent­li­chung des „Poli­ti­schen Doku­ments“ erreich­te Ramin das Abitur und trat im Herbst 1972 in den Com­bo­ni-Orden ein. Zunächst stu­dier­te er in Flo­renz, dann folg­te das Novi­zi­at in Venego­no. 1976 leg­te er die zeit­li­chen Gelüb­de ab. 

Damals befaß­te sich Ramin vor allem mit der Fra­ge, wel­che „Mis­si­on“ die Kir­che nach dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil brau­che. Um kla­re­re Vor­stel­lun­gen davon zu gewin­nen, woll­te er zumin­dest einen Teil sei­ner Aus­bil­dung in einem Mis­si­ons­land absol­vie­ren. Er wähl­te Kam­pa­la in Ugan­da. Der Orden schick­te ihn aber für ein Jahr nach Eng­land und anschlie­ßend nach Chi­ca­go in die USA. 

Bereits 2005 wurde die erste Ikone in Auftrag gegeben, die P. Ramin mit Heiligenschein zeigt.
Bereits 2005 wur­de die erste Iko­ne in Auf­trag gege­ben, die P. Ramin (unk­a­no­nisch) mit Hei­li­gen­schein zeigt.

Im Sep­tem­ber 1980 wur­de er zum Prie­ster geweiht und einer Pfar­rei in Nea­pel zuge­teilt. Dort orga­ni­sier­te er 1981 Kund­ge­bun­gen gegen die Camor­ra, das ört­li­che orga­ni­sier­te Ver­bre­chen. 1984 schick­te ihn der Orden „end­lich“ in ein Mis­si­ons­land. Am 20. Janu­ar kam er in Bra­si­li­en an, besuch­te zwei Pasto­ral­kur­se und erreich­te im Juli Caco­al im Staat Ron­do­nia im Amazonas-Becken.

Ramin betrach­te­te die Welt durch die mar­xi­sti­sche Bril­le, die er sich in den Jah­ren zuvor auf­ge­setzt hat­te. Er sah sofort Pro­ble­me: Die Klein­bau­ern wer­den von den Groß­grund­be­sit­zern „unter­drückt“ und der Indio-Stamm der Surui, war erst kurz vor­her vom Staat zur Seß­haf­tig­keit gezwun­gen wor­den, schrieb es. Dazu war den Surui frucht­ba­res Land zuge­wie­sen wor­den, das sie aber ablehn­ten. Heu­te sind sie im hyper­ka­pi­ta­li­stisch-absur­den, inter­na­tio­na­len Emis­si­ons­rech­te­han­del tätig.

P. Ramin stell­te sich sofort in die erste Rei­he im „Kampf gegen Unge­rech­tig­keit“. Er wur­de Mit­glied der Comis­são Pasto­ral da Ter­ra (CPT) der Bra­si­lia­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz, die sich seit ihrer Grün­dung 1975 im Fahr­was­ser der mar­xi­sti­schen Befrei­ungs­theo­lo­gie befand und am Sozia­lis­mus orientierte. 

In kei­nem Land der Erde ist auch die Bischofs­kon­fe­renz so stark von der Befrei­ungs­theo­lo­gie durch­tränkt wie in Brasilien. 

„Wenn einige Genossen sterben, wird ihr Blut zum Samen“ 

Das Grund­satz­do­ku­ment der CPT-Haupt­ver­samm­lung von 1976 ver­mit­telt ein Ver­ständ­nis vom Kli­ma, das damals herrschte:

„Genos­sen! […] Wir haben beschlos­sen, den Kampf der Arbei­ter zu unter­stüt­zen! […] Das ist unser bäu­er­li­ches Ostern: Der Kampf zur Befrei­ung des Lan­des vom Geiz der Rei­chen. Fort mit allen Zäunen!“

Im Mit­tei­lungs­blatt der CPT vom Juli-August 1977 heißt es:

„Es wird viel Kampf und viel ver­gos­se­nes Blut geben. Ent­we­der wir wer­fen uns ins Getüm­mel oder wir ver­lie­ren die Schlacht. Der Bau­er, der nicht kämpft, wird leer aus­ge­hen. Es wird sehr schwie­rig, aber wir wer­den sie­gen – mit dem Gesetz oder mit Gewalt. Wenn eini­ge Genos­sen ster­ben, wird ihr Blut zum Samen.“

Marxismus als Hilfsmittel im Kampf gegen Ungerechtigkeit
Mar­xis­mus als Hilfs­mit­tel im Kampf gegen Ungerechtigkeit

Der dama­li­ge Vize-Prä­si­dent der CPT, Msgr. Pedro Casa­lda­li­ga, wur­de P. Ramins Men­tor. Casa­lda­li­ga, Prä­lat der Ter­ri­to­ri­al­prä­la­tur von Sao Felix do Ara­gua­ia, galt damals und gilt noch heu­te als einer der bekann­te­sten Ver­tre­ter der Befrei­ungs­theo­lo­gie. Er hat­te sich selbst als „Mon­si­gno­re Sichel und Ham­mer“ bezeich­net. Die Ver­bis­sen­heit sei­ner Unter­stüt­zung für die mar­xi­sti­sche Gue­ril­la ließ ihn selbst die Uni­form der san­di­ni­sti­schen Gue­ril­la­or­ga­ni­sa­ti­on anzie­hen, die ihm ein Ter­ro­rist über­ge­ben hat­te. Dazu sag­te er:

„Ich möch­te für die­ses Sakra­ment der Befrei­ung dan­ken, das ich durch die Taten emp­fan­ge und, wenn not­wen­dig, durch das Blut! Als Gue­ril­le­ro geklei­det, füh­le ich mich als Prie­ster geklei­det. Die Gue­ril­la und die Mes­se sind die­sel­be Zele­bra­ti­on, die uns zur Hoff­nung drängt. Wir müs­sen unser Enga­ge­ment bis zum Tod bezeugen!“

Kampf „bis zum Tod“

Um die Bau­ern von die­sem Kampf „bis zum Tod“ zu über­zeu­gen, sam­mel­te die CPT sie in den soge­nann­ten Kirch­li­chen Basis­ge­mein­den (CEB), die unter kirch­li­chen Mar­xi­sten und Sozi­al­ro­man­ti­kern in Euro­pa zum ver­klär­ten Zukunfts­mo­dell sti­li­siert wurden.

In einem CPT-Doku­ment von damals heißt es:

„Wir sind die länd­li­che Kir­che, orga­ni­siert in Form von Kirch­li­chen Basis­ge­mein­den, in denen die Kämp­fer der CPT geformt werden.“

In den Basis­ge­mein­den CEB wur­den die Bau­ern einem „Pro­zeß der Bewußt­seins­bil­dung“ unter­wor­fen, der vom mar­xi­sti­schen Päd­ago­gen Pao­lo Frei­re ent­wickelt wor­den war. Er beruh­te auf dem Ein­satz von Psy­cho­tech­ni­ken und Grup­pen­dy­na­mik. Sein Ziel war, das „pri­mi­ti­ve Bewußt­sein“ der Bau­ern aus­zu­lö­schen und durch ein „kri­ti­sches Bewußt­sein“ zu erset­zen, das sie zum „revo­lu­tio­nä­ren Bewußt­sein“ füh­ren soll­te. Gemeint war damit der akti­ve und kon­kre­te, sozia­le und poli­ti­sche Ein­satz zur Auf­rich­tung des Sozialismus. 

Leo­nar­do Boff, der Ideo­lo­ge der Kirch­li­chen Basis­ge­mein­den, die vom CPT umge­setzt wur­den, brach­te es so auf den Punkt:

„Was wir vor­schla­gen, ist der Mar­xis­mus in der Theologie.“

Das war das Kli­ma, das in der CPT herrsch­te, als P. Ramin 1984 ihr Mit­glied wur­de, wäh­rend in Rom Papst Johan­nes Paul II. und Kar­di­nal Joseph Ratz­in­ger die mar­xi­sti­sche Befrei­ungs­theo­lo­gie ver­ur­teil­ten.

„Die Erde wird erzittern“

P. Ramin kon­zen­trier­te sich nicht auf das theo­lo­gi­sche und seel­sor­ge­ri­sche Feld, son­dern wur­de im Hand­um­dre­hen zum poli­ti­schen Akti­vi­sten an der Sei­te des Sin­di­ca­to dos Tra­bal­ha­do­res Rurais und des gera­de 1984 gegrün­de­ten Movi­men­to dos Tra­bal­ha­do­res Rurais Sem Ter­ra (MST), zwei Orga­ni­sa­tio­nen, die sich offen zum Mar­xis­mus und zu sub­ver­si­ven Zie­len bekann­ten. Joao Pedro Stedi­le, der heu­ti­ge Koor­di­na­tor des MST, erklärte:

„In der poli­ti­schen Schu­lung des MST stu­die­ren wir Marx, Lenin, Gram­sci […] Wir ori­en­tie­ren uns an der Schu­le der histo­ri­schen Mar­xi­sten. Unser Ziel ist es, den Sozia­lis­mus zu ver­wirk­li­chen, die Bour­geoi­sie zu besie­gen und den Staat zu kon­trol­lie­ren. Wir machen Klas­sen­kampf, und die Erde wird erzittern!“

Stedi­le ist wie Ramin Jahr­gang 1953. Als Ramin nach Bra­si­li­en kam, lern­ten sie sich bald ken­nen. Bei­de gehör­ten zur CPT und zum MST.

P. Ramin sag­te 1985 in einer Predigt:

„Die Kir­che unter­stützt den Movi­men­to dos Sem Ter­ra, weil es eine Volks­be­we­gung ist. Die CPT gibt die­ser Bewe­gung die vol­le Unterstützung.“

Zugleich rief er die Gläu­bi­gen auf, sich der MST anzu­schlie­ßen und Mit­glied zu werden. 

Der Comboni-Missionar in Cacoal (mit erhobenem Arm)
Der Com­bo­ni-Mis­sio­nar bei einer Kund­ge­bung in Caco­al (mit erho­be­nem Arm)

Bestä­tigt wird, daß er für gewalt­lo­sen Aktio­nis­mus statt bewaff­ne­ter Aktio­nen war. Im MST gin­gen dazu die Mei­nun­gen stark aus­ein­an­der. Am 24. Juli 1985 nahm er im benach­bar­ten Staat Mato Grosso an der Beset­zung der Fazen­da Catu­va teilt, ver­such­te aber die Klein­bau­ern davon abzu­hal­ten, mit Waf­fen­ge­walt gegen die dor­ti­gen Groß­grund­be­sit­zer vor­zu­ge­hen. Kurz dar­auf wur­de er in einem Hin­ter­halt, obwohl unbe­waff­net, von bewaff­ne­ten Angrei­fern getötet. 

Im Herbst des­sel­ben Jah­res wur­den von zwei Män­nern, denen P. Ramin auf der Fazen­da Catu­va bei­stand, ein Groß­grund­be­sit­zer und zwei sei­ner Mit­ar­bei­ter getö­tet. Die Täter wur­den gefaßt und zu 24 und 25 Jah­ren Gefäng­nis ver­ur­teilt. Der Mord an P. Ramin ist bis heu­te unauf­ge­klärt. Die Täter sind unbe­kannt. Er wur­de im Fami­li­en­grab in Padua beigesetzt.

Im März 2017 wur­de die vor­be­rei­ten­de Erhe­bung für das Selig­spre­chungs­ver­fah­ren auf diö­ze­saner Ebe­ne abgeschlossen.

Ein weiterer „politischer Heiliger“?

So sehr die Gewalt­tat gegen P. Ramin zu ver­ur­tei­len ist, muß die For­de­rung der bra­si­lia­ni­schen Bischö­fe irri­tie­ren, ihn ad hoc zum Patron der Ama­zo­nas­syn­ode und zu den Altä­ren zu erhe­ben. So sehr jeder Prie­ster ein „Zeu­ge der Lie­be Chri­sti“ ist, wie Papst Johan­nes Paul II. sag­te, ist der Vor­schlag doch ein wei­te­rer Mosa­ik­stein unter vie­len, die an den Absich­ten der Ama­zo­nas­syn­ode zwei­feln lassen.

Zum poli­ti­schen Bezugs­punkt des MST wur­de die 1980 gegrün­de­te Arbei­ter­par­tei (PT), die heu­te häu­fig als sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Par­tei bezeich­net wird. Das ist nur die hal­be Wahr­heit. Sie hat von ihrem Ursprung her weit radi­ka­le­re Wur­zeln und muß eben­so als reform­kom­mu­ni­sti­sche Par­tei bezeich­net wer­den. Meh­re­re MST-Ver­tre­ter haben im PT poli­ti­sche Kar­rie­re gemacht. Auch der heu­ti­ge MST-Koor­di­na­tor Stedi­le ist PT-Funk­tio­när. Sei­ne Bücher wer­den vom par­tei­ei­ge­nen Ver­lag herausgebracht. 

Abschluß des diözesanen Teils des Seligsprechungsverfahrens mit "Regenbogenfarben" wie die Homo-Fahne.
Abschluß des diö­ze­sa­nen Teils des Selig­spre­chungs­ver­fah­rens 2017 mit „Regen­bo­gen­far­ben“.

P. Ramin zum Mär­ty­rer zu erklä­ren und zu den Altä­ren zu erhe­ben, bedeu­tet in den Augen aller poli­ti­schen Kräf­te in Bra­si­li­en eine kirch­li­che Unter­stüt­zung der Arbei­ter­par­tei durch Papst und Bischö­fe. Die Arbei­ter­par­tei befin­det sich gera­de in einer schwe­ren Kri­se. Ihr Grün­der und füh­ren­der Kopf, der ehe­ma­li­ge Staats- und Regie­rungs­chef Ignacio Lula da Sil­va, sitzt seit April 2018 wegen Kor­rup­ti­on im Gefäng­nis. Gegen wei­te­re PT-Ver­tre­ter sind Ver­fah­ren im Gan­ge. Im Herbst 2018 unter­lag die Arbei­ter­par­tei dem rech­ten Her­aus­for­de­rer Jair Bol­so­na­ro. Papst Fran­zis­kus hat­te in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bereits mehr­fach sei­ne Nähe zu Lula da Sil­va und zum PT erken­nen lassen.

Auf kirch­li­cher Ebe­ne änder­te Papst Fran­zis­kus de fac­to und de iure das Ver­fah­ren für Selig- und Hei­lig­spre­chun­gen. Dadurch führ­te er, was in der Kir­che sehr umstrit­ten ist, fak­tisch eine neue Kate­go­rie der „poli­ti­schen Hei­li­gen“ ein. An den gül­ti­gen Ver­fah­rens­be­stim­mun­gen vor­bei kön­nen auf umstrit­te­ne Wei­se auch umstrit­te­ne Gestal­ten zu den Altä­ren erho­ben wer­den, oder zumin­dest das Ver­fah­ren ver­kürzt wer­den, weil auf dem ordent­li­chen Ver­fah­rens­weg die dafür vor­ge­se­he­nen Hür­den nicht genom­men wer­den kön­nen. Kri­ti­ker spre­chen in die­sem Zusam­men­hang von einer Beschä­di­gung der Kano­ni­sie­rung und der Heiligenverehrung.

Auf dem genann­ten Weg erklär­te Papst Fran­zis­kus bereits Erz­bi­schof Oscar Rome­ro von El Sal­va­dor und Bischof Enri­que Angel­el­li von Argen­ti­ni­en zu Seli­gen. Ein gewalt­sa­mer Tod wird als Mar­ty­ri­um aner­kannt unab­hän­gig von der Fra­ge, ob der Tod aus Haß auf den Glau­ben, poli­ti­schen Grün­den oder einen Auto­un­fall erfolgte.

Geht es nach dem Wil­len von 200 bra­si­lia­ni­schen Bischö­fen, wird P. Eze­chie­le Ramin bald dazugehören.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Pan-Ama­zon Syn­od Watch/Comboniani/missionarifrancescani (Screen­shots)

5 Kommentare

  1. 200 bra­si­lia­ni­sche Bischö­fe……….? Alles Marxisten!
    Fazit, die katho­li­sche Kir­che in Süd­ame­ri­ka ist zer­stört durch den Mar­xis­mus, in Nord­ame­ri­ka durch Femi­nis­mus, Homo­se­xua­lis­mus, Miss­brauch, die katho­li­sche Kir­che in Euro­pa ist zer­stört durch glei­che zer­stö­re­ri­sche Ideo­lo­gien, Gen­der-Gaga und den Unglau­ben und die ver­wei­ger­te Seel­sor­ge von Bischö­fen, Kar­di­na­len, Nun­tien und Papst — ihr Ziel ist die Neue Welt­ord­nung mit der anti­christ­li­chen Welt­ein­heits­re­li­gi­on, die katho­li­sche Kir­che in Chi­na ist zer­stört durch Ver­rat und in ande­ren Gegen­den durch die Ver­fol­gung von Faschi­sten, ideo­lo­gi­schen Rich­tern, Mohammedanismus.
    Allein die Beter und der Herr Selbst kön­nen hier helfen.

    • Lie­ber @bellis Sie brin­gen es auf den Punkt.
      Ihre Auf­zäh­lun­gen sind die Sum­me der Ver­wü­stung, die maß­geb­lich durch das Kon­zil geför­dert wurde.
      Wahr­schein­lich wären sie ohne, über Umwe­ge doch irgend­wann gekom­men, aber so umfas­send wahr­schein­lich nicht.
      Natür­lich war der hl. Geist auch bei die­sem Kon­zil anwe­send, aber nicht in der Form wie die Frei­mau­rer Kir­che es souffliert.
      Er war da, um Msgnr Leb­fe­v­re zu moti­vie­ren, die Grün­dung der „Klei­nen Her­de“ zu voll­zie­hen, die Chri­stus bei sei­nem Kom­men noch vor­fin­den wird.
      Er war da, um die aller­schlimm­sten Beschlüs­se zu ver­hin­dern, ja das glau­be ich.
      Er war da, als Wider­sa­cher Satans, der sich brü­sten konn­te, end­lich in der Kir­che fest ver­an­kert, mit einer gro­ßen Lob­by ver­tre­ten zu sein.
      Aber so schlau Satan auch ist, so dumm ist er auch, denn durch sein Ein­grei­fen bei uns dum­men Men­schen, beschleu­nigt er nur das Her­an­na­hen des jüng­sten Gerich­tes bei dem Jesus Chri­stus nicht als huld­rei­cher Sof­tie im sozia­li­sti­schen Umhang, son­dern als gerech­ter Rich­ter kom­men wird.
      Hier­bei wird Satan dann end­gül­tig ver­nich­tet wer­den durch jemand, der die Macht hat zu ver­dam­men und zu retten.
      Kei­ne Sor­ge ER wird es tun, das hat er vorhergesagt.
      Wir haben nur eine Chan­ce, näm­lich uns der klei­nen Her­de anzu­schlie­ssen, ob es uns passt oder nicht.
      Es gibt kei­ne (kon­zils­freie) ande­re Alternative.
      Deo Gratias.

  2. Nach­dem der Sozialismus/Kommunismus im welcht­li­chen Bereich kra­chend zusam­men­ge­bro­chen und des­avu­iert ist, hat ihn aus­ge­rech­nt die katho­li­sche Kir­che für sich ent­deckt. Man springt auf einen toten Gaul auf. Welch ent­setz­li­ches Maß
    gei­sti­ger und geist­li­cher Verwirrung.

  3. Wir sol­len nicht mehr dem Fran­zis­kus fol­gen, das ist schon die fal­sche Kir­che. Es wird eine neue wah­re katho­li­sche Kir­che ent­ste­hen durch Ein­grei­fen Gottes.

  4. Hoch­wür­dig­ster Bischof von Rom, wer wird als näch­ster selig­ge­spro­chen? Lenin? Che Guevara?

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