Will Papst Franziskus eine geistige Sonnenfinsternis in der Kirche provozieren?

Kritik von Bischof Athanasius Schneider am Instrumentum laboris der Amazonassynode

Bischof Athanasius Schneider fragt Bischof Kräutler (und Papst Franziskus), ob er statt der römisch-katholischen Kirche eine amazonisch-katholische Sekte will.
Bischof Athanasius Schneider fragt Bischof Kräutler (und Papst Franziskus), ob er statt der römisch-katholischen Kirche eine amazonisch-katholische Sekte will.

„Der Nach­fol­ger Petri, der Papst, hat eine ihm von Gott streng auf­ge­tra­ge­ne Pflicht als Inha­ber der Kathe­dra der Wahr­heit (cathe­dra veri­ta­tis), die Wahr­heit des katho­li­schen Glau­bens, der gött­li­chen Ver­fas­sung der Kir­che, der von Chri­stus gestif­te­ten Ord­nung der Sakra­men­te und des apo­sto­li­schen Erb­gu­tes prie­ster­li­cher Ehe­lo­sig­keit in ihrer Rein­heit und Unver­sehrt­heit zu bewah­ren und an sei­nen Nach­fol­ger und die näch­ste Genera­ti­on weiterzugeben. 

Er darf die offen­kun­dig gno­stisch und natu­ra­li­stisch gepräg­ten Inhal­te eini­ger Tei­le des Instru­men­tum labo­ris sowie die Abschaf­fung der apo­sto­li­schen Pflicht der prie­ster­li­chen Ehe­lo­sig­keit (die zunächst regio­nal ist und dann natur­ge­mäß schritt­wei­se uni­ver­sal wird) durch sein Schwei­gen oder durch ein zwei­deu­ti­ges Ver­hal­ten nicht im gering­sten unterstützen.

Selbst wenn der Papst das in der kom­men­den Ama­zo­nas­syn­ode tun wür­de, dann wür­de er sei­ne Pflicht als Nach­fol­ger Petri und Stell­ver­tre­ter Chri­sti schwer ver­let­zen und kurz­zei­tig eine gei­sti­ge Son­nen­fin­ster­nis in der Kir­che verursachen. 

Aber die­se kur­ze Eklip­se wird Chri­stus, die unbe­sieg­ba­re Son­ne der Wahr­heit, wie­der erhel­len, in dem Er Sei­ner Kir­che erneut hei­li­ge, muti­ge und treue Päp­ste schen­ken wird, denn die Pfor­ten der Höl­le kön­nen den Fel­sen Petri nicht über­wäl­ti­gen (vgl. Mt. 16, 18) und das Gebet Chri­sti für Petrus und sei­ne Nach­fol­ger ist unfehl­bar, dass sie näm­lich nach ihrer Bekeh­rung, die Brü­der im Glau­ben wie­der stär­ken wer­den (vgl. Lk. 22, 32).“

Aus­zug aus dem Kom­men­tar von Msgr. Atha­na­si­us Schnei­der, Weih­bi­schof von Asta­na, zu Aus­sa­gen des eme­ri­tier­ten Mis­si­ons­bi­schofs Erwin Kräut­ler und zum Instru­men­tum Labo­ris der bevor­ste­hen­den Ama­zo­nas­syn­ode. Das Arbeits­pa­pier, das mit Bil­li­gung von Papst Fran­zis­kus Grund­la­ge der Syn­oden­ar­beit sein wird, machen katho­li­sche Kri­ti­ker den Vor­wurf eine pan­the­istisch und rela­ti­vi­sti­sche Öko­be­frei­ungs­theo­lo­gie zu ver­tre­ten und durch die beab­sich­tig­te Zulas­sung ver­hei­ra­te­ter Prie­ster durch Auf­he­bung der prie­ster­li­chen Zöli­bats­ver­pflich­tung, ein Atten­tat auf das Wei­he­sa­kra­ment zu beab­sich­ti­gen. Der Öster­rei­cher Kräut­ler nimmt seit 2014 eine zen­tra­le Rol­le bei den Vor­be­rei­tun­gen der Ama­zo­nas­syn­ode ein. Bischof Schnei­der stellt Bischof Kräut­ler (letzt­lich aber Papst Fran­zis­kus) die Fra­ge, ob er statt der von Jesus Chri­stus gestif­te­ten römisch-katho­li­schen Kir­che eine ama­zo­ni­sche Sek­te wol­le. Sei­nen Kom­men­tar von Bischof Schnei­der ver­öf­fent­lich­te er am 17. Juli 2019 bei Kath.net.

Bild: MiL

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