„Die Rache für Loreto“

Ungewöhnliche Gesten



Die „Rache“ für Loreto - Von Gesten und Reaktionen.
Die „Rache“ für Loreto - Von Gesten und Reaktionen.

(Rom) Am vergangenen 25. März, als Papst Franziskus den in der Kirchengeschichte bedeutendsten Marienwallfahrtsort Loreto in den Marken besuchte, irritierte viele Menschen, daß Franziskus den Gläubigen, die ihn persönlich begrüßten, demonstrativ die Hand entzog. Damit konfrontierte ihn am 30. März ein Journalist auf dem Flug nach Rabat in Marokko.

Nachdem Videoaufnahmen von der ungewöhnlichen Geste des Papstes schnelle Verbreitung im Internet fanden, reagierte das vatikanische Presseamt mit einer Erklärung. Franziskus habe die Hand aus „hygienischen Gründen“ zurückgezogen, weil er eine Ansteckung unter den Gläubigen verhindern wollte.

Diese Begründung wurde vielfach belächelt.Wirklich ernstgenommen wurde sie weniger.

Auf dem Flug nach Marokko, wo Franziskus für die christlich-islamische Annäherung warb und den Global Compact for Migration feierte, kam es zu einer unerwarteten „Rache“.

Als Franziskus durch das Flugzeug ging, um die ihn begleitenden Journalisten zu begrüßen, streckte ihm ein Journalist die Hand entgegen, um sie – als Franziskus sie zum Gruß ergreifen wollte – blitzartig zurückzuziehen. Der Journalist simulierte damit die Geste des Papstes in Loreto, mit der er den Ringkuß durch die Gläubigen verhindern wollte. Dem verdutzten Papst sagte der Journalist:

„Das ist, um die Gläubigen von Loreto zu rächen“.

Franziskus faßte sich und wiederholte mit etwas gequälten Lächeln, was bereits das Presseamt verlautbart hatte, daß er nur aus „hygienischen Gründen“ den Kuß des Fischerrings vermeiden wollte, um nicht indirekt zum Überträger von Bakterien zu werden, mit denen sich die Gläubigen anstecken hätten können.

Auf die unangemessene Geste des Papstes folgte eine respektlose Reaktion des Journalisten. Beide Gesten lassen letztlich einen bedauerlichen Ansehensverlust des Petrusamtes erkennen.

Allerdings: So wie Franziskus in Loreto sichtlich genervt war von der Ehrerbietung der Gläubigen, weil er sie wohl fälschlich auf seine Person bezog, obwohl sie seinem Amt entgegengebracht wurde, so wird wohl auch der Journalist scherzend seine „Rache“ mehr an der Person als am Amt geübt haben.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: La Repubblica (Screenshot)

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